Zeitskalierung der Befehle

  • Heyho,

    Ich weiß nicht ob das hier her gehört oder in allgemeines Bzw. Kurzes kurz erklärt kann man ja verschieben.

    Aber B2T, wir haben am Wochenende eine Runde erspielt und da ereignete sich folgende ausgangssituation:

    Mein Held hört ein Geräusch (die Details lass ich hier mal weg) und gehen dem nach.

    Wir sehen das eine junge Frau gerade von einem Bären angegriffen wird.

    Ich war gerade dabei meinen kameraden Befehle zu geben wer sich um die Frau kümmert und wer ihn ablenkt usw. als ich vom Spieleleiter die Aufforderung bekam das wir für sowas keine Zeit hätten da sie Frau in Nöten wäre und wir dich nicht in Ruhe Taktik Besprechung machen sollten.

    Mal davon abgesehen das ich nicht für eine wildfremde, unvorbereitet, gegen einen Bären wollte wäre es doch sicher möglich gewesen das regeltechnisch so zu machen das wir im hinlaufen die Befehle geben ohne an Zeit zu verlieren.

    Hintergrund war wohl das wenn wir uns nicht beeilt hätten die Frau vom Bären erledigt worden wäre.

    Und so mussten wir uns total chaotisch in den Kampf stürzen und uns im Getümmel organisieren. Der Spielemeister war wohl etwas beleidigt das ich versuchte eine Taktik Besprechung zu machen. Wollte ihm weiß machen das das nur wenige Sekunden sind in denen sie Befehle gebrüllt werden ?

    Hat da der Spieleleiter überreagiert oder ich die Situation falsch eingeschätzt?

  • 3 (kurze) Worte pro Freie Aktion sind in DSA 4 erlaubt, in DSA 5 ist es sogar ein (nicht näher spezifizierter) kurzer Satz pro Freier Aktion. Dann stehen noch immer beide Aktionen der KR zur Verfügung.

    In DSA 4 gibt es noch die Aktion Taktik (Kriegskunst) zum Positionieren (wie auch immer das in 1 Aktion passen soll, aber das besagen die Regeln).


    Wenn man das entsprechend kurz und schnell herausruft, und da keine 'umständliche Besprechung' im gemütlichen Tonfall raus macht, sollte das gehen, und sollte sogar Dramatik und Druck der Situation betonen. "Alrik, Belrik, rechte Flanke. Elrik, die Frau!" oder etwas in der Art sollte passen.

    Oder eine Aktion zum ausführlicheren Befehle rufen und dann los rennen.

  • Schattenkatze hat den Regelaspekt beschrieben, ich möchte kurz auf die Dramaturgie eingehen. Vielleicht wollte der SL die Dynamik der Szene nicht durch (ellenlange?) Diskussionen à la wer-macht-was stören lassen? Am besten bespricht man so etwas nach dem Spiel, dann hat man für die Zukunft die gleichen Erwartungen, wenn ähnliche Szenen vorkommen. Ich habe als SL sowohl lange, detaillierte Vorbesprechungen erlaubt (auch wenn die vielleicht IT manchmal "zu lang" gewesen wären), als auch die Gruppe zu sofortigem Handeln gedrängt. Einzelne Zurufe, wie von Schattenkatze beschrieben als Freie Aktionen, sollten aber eigentlich immer möglich sein.

    ich wäre ja perfekt, wenn ich nicht so bescheiden wäre....

  • Unser Meister macht das so:

    So lange wir diskutieren würfelt er freudig Attacken und Paraden bis wir endlich eingreifen.

    Wunderbares dramaturgisches Mittel um ein Gefühl der Eile bei Spielern zu erzeugen :D

    Das schaue ich mir bei ihm ab ^^

  • Das kann man als dramaturgisches Mittel einsetzen; wie mit jedem Werkzeug sollte man als SL aber auch da die rechte Balance wahren. Im Spiel springt man oft SL-gesteuert von einer Szene zur nächsten, während IT die SC oft Zeit gehabt hätten, einen Schlachtplan zu entwerfen. Diese Zeit sollte man als SL den Spielern dann auch geben, in dem man z.B. Hinweise gibt: "in der nächsten Szene werdet ihr am Orklager ankommen, habt ihr euch schon überlegt, wie ihr vorgehen wollt?".

    ich wäre ja perfekt, wenn ich nicht so bescheiden wäre....

  • Es macht Sinn, wenn man als Gruppe mal darüber redet was wie viel Zeit denn so verbraucht. Auch unabhängig vom Kampf. Damit man gemeinsam unabhängig vom Regelwerk eine Verstellung hat, was man denn im Kampfgetümmel denn noch so machen kann oder nicht. Zusammen eine Einschätzung auf Grund des gemeinsamen Erfahrungsschatzes machen. Also darüber reden oder sich in den Garten stellen und ausprobieren.


    Was kann ich in drei Sekunden (ca. 1 KR) alles machen? Kann ein Mensch rennen und schreien? In der Zeit sicher ein paar Silben. Wie sinnvoll wählt man diese Silben? Das hängt von den Fähigkeiten des Charakters ab. Mit Angst vor Bären, läuft es eher auf AHAAAAAAAAAAAAAa! hinaus. Wer Kriegskunst hat oder hilfreiche Kampfsonderfertigkeiten, der sagt sinnvolleres wie "Du und ich Bär! Du Frau."


    Aber in 3 Sekunden sagt man eher nicht: "Also, hör zu Arabella, ich hab schon gemerkt, dass Du eigentlich ganz gut mit Tieren kannst. Sie einschätzen und so oder weißt wo sie verletzlich sind, deshalb möchte ich dass Du etwas dort im Busch wartest bis ich den Bären abgelenkt habe. Dann fällst Du ihm in den Rücken und machst einen gezielten Stich oder so etwas. Du weißt ja wo es weh tut. Du, Wulfjev machst diesmal keinen Feuerball, sondern kommst mir gleich nach, während ich mich auf den Bären werfe, ziehst Du die Frau aus der Gefahrenzone. Schau nach ob sie so weit fit ist, nur wenn sie gleich abnippelt zauberst Du was zum Heilen. Ansonsten helf uns dann mit dem Bären... OK, los geht's... und Wulfjev kein Feuerball, wir sind im Wald!"

    I ♡ Yakuban.

  • Sollte die Szene wirklich losgehen, mit "Ihr seht eine Frau, die von einem Bären angegriffen wird" ist Grund zu Eile angesagt (wenn man helfen will) - da erwarte ich auch von jedem Spieler eine Ansage, was er zu tun gedenkt (und sei es abwarten), nachdem die Ini ausgewürfelt wurde.


    Was Aktionen angeht muss man in DSA 5 beachten, dass man nur eine Aktion und eine "freie" Aktion hat... in der freien Aktion kann man laufen oder reden oder per Schnellziehen eine Waffe ziehen (bzw. Elfenbogen laden)... RAW kann man bspw nicht 2 mal GS in einer KR laufen und dann noch was sagen (obs sinnvoll ist mal dahin gestellt)


    Allerdigns hab ich da bisher auch kaum Probleme bei meinen PnP Runden gehabt, dass jemand in einer STress Situation auf die Idee kam lange mit der Gruppe zu diskutieren - idR sind immer alle gut in des Szene und verhalten sich den (fiktiven) Umständen entsprechend.


    Neuere Spieler kriegen wir dann meist über ein "Der Anführer der Gruppe rennt, das Schwert ziehend, an dir vorbei - was willst du tun?"

  • Angefangen hat das Szenario nicht direkt mit einem Bären Angriff sondern mit einem Geräusch, nur ich hab es vernommen die anderen waren mit Gras pflücken beschäftigt.(wurf auf Sinne hat sogar die Elfe mit ihren Ohren nicht geschafft)

    Ende vom Lied war das unsere rhondra geweihte sich ohne zu zögern auf den Weg machte und die Elfe ihren Bogen schon im Anschlag hatte bevor ich und der (etwas dumme) Krieger losrannten.

    Zum Glück (oder zum Pech für den Schild des Kriegers) konnte er den Bären von allem ablenken indem er einen heiden Lärm machte indem er mit der Waffe gegen das Schild hämmerte.

    Ich wollte eig. Einen Kampf vermeiden und den Bären Vertreiben aber da war es zu spät.

    Naja ging ja dann trotz des anfänglichen Chaos doch noch gut aus (haben der gerettet Schäferin danach noch geholfen die Schafe zurück zu bringen...sogar eins mehr als sie eig hatte xD....Ende gut alles gut, außer für den Bären ?



    Edit: zum eigentlichen Thema: werd mich die Tage mit dem spielemeister kurz schließen und das mal abklären wieviel Zeit wir wann haben da unserer fall doch ein zwischen Ding zwischen Namen+Befehl war und gemütlicher Besprechung am Feuer mit essen und trinken

  • [infobox]EDIT Schattenkatze: In der Tat, es war ein Thema von Dir, und mittels der von Dir eröffneten Themen-Leiste war es innerhalb weniger Sekunden gefunden.[/infobox]


    Hallöchen, ich hab mal eine Frage zum Zeitlichen ablauf bzw. zeit für disskusionen. Ich weiß die Frage wurde hier schonmal irgentwo gestellt (ich glaub sogar von mir bzw. ich hab mich daran beteiligt) aber ich finde es über die SuFu nichtmehr.


    Es ging um eine Situation bei der ein Kampf unsausweichlich war. Die Helden wurden von bezahlen Schlägern aufgelauert. (Kein "Überascht" Status)

    Wieviel zeit sollte man den Helden zur strategie ausarbeitung geben, den sie im OT besprechen?

    Der Schläger wird vll. sich richtig positionieren und die Lage prüfen, aber er wird bestimmt nicht mehrere Minuten da stehen bis die Helden endlich mal einen "Schlachtplan" entwickelt haben. Wann sagt der SL "wärend ihr euch besprecht greift der Schläger zur Waffe und stürmt los"?


    Andere Situation, gleiches Problem: Die Helden wurden zeuge wie eine Bäuerin von einem wilden Tier angegriffen wurde.

    Die Helden Disskutierten was man den nun machen sollte und wer welche aufgabe hat.

    Wie sagt man den Helden das die Zeit voranschreitet?

    sollte man in die Disskusion reinplatzen und z.B. sagen "durch euer Zögern wurde die arme Frau verletzt" oder sollte das ehr "mehrstufig" ablaufen?

    Sprich alle X Sekunden sagt der SL: Die Bäuerin hat das Tier noch nicht bemerkt -> Sie rennt um ihr leben -> Das Tier hat sie Frau eingeholt -> Die wird verletzt -> Sie wird schwer verletzt -> Sie liegt im Sterben usw.

  • Mach sie auf die Idiotie der Situation aufmerksam ;)

    Räuber

    Während ihr euch so über eure Taktik unterhaltet, schaut euch der Räuber-Führer komisch an. Dann ruft er: "Sie machen sich über uns lustig! Zum Angriff!" Würfelt Mal eure Initiative aus.


    Wildes Tier

    Während ihr euch über euer Vorgehen beratschlagt, genießt die wilde Bestie ein Stück Fleisch, dass sie der Bäuerin gerade aus dem Bein gerissen hat. Sie fällt vor Schmerz zu Boden und wird wohl nicht weiter weglaufen können. Die Wunde sieht böse aus (-> Später können die Helden sie verarzten, sonst stirbt sie am Wundbrand oder woran auch immer). Wenn ihr jetzt nicht einschreitet, wird sie sich noch ein weiteres Stück (Fleisch) genehmigen.

    Im Übrigen bin ich der Meinung, dass wir einen zweiten Eisenhower benötigen... :)

    Edamus meridiem!

    Jetzt wird Rom zurückgetrieben...

  • Ich habe eine kleine Mini Sanduhr - wenn ich die einfach nur in die Hand nehme, fängt meine Gruppe automatisch schon an, schneller zu planen ^^

    Also das wäre eine Möglichkeit - ihr habt noch eine (zwei, drei) Minute(n) dann setzen sich die Geschehnisse in Gang.

    Manchmal lass ich aber, wie du beschrieben hast die Situation ganz langsam eskalieren,bei dem Beispiel, wie sie sehen, dass das Tier zum Sprung ansetzt oder dergleichen um zu zeigen, jetzt oder nie. Wenn sie es zu bunt treiben, dann fordere ich eine Entscheidung und sie sollen mir ohne Umschweife konkret sagen was sie machen - da wird dann auch nicht mehr auf Fragen eingegangen.

    Ich nutze all dies unterschiedlich. Wenn es eine Gefahrensituation darstellt, mag ich eigentlich am liebsten die langsame Eskalation aber ich möchte den Helden auch ein wenig die Möglichkeit geben, die Situation entsprechend wahr zu nehmen (manches Mal fällt es einem ja schwierig sich alles exakt so vorzustellen, wie der Meister sich das gedacht hat - oder Spieler hat eine gewisse Idee, und will wissen ob das so klappen könnte). In Verbindung mit ein wenig OT Zeitdruck bleibt dieser meiner Meinung nach erhalten. Meist reichen die beiden Mittel für mich, die Entscheidung muss ich nur selten einfordern und dann auch nur, wenn die Situation schon lange genug läuft oder auch ein Held es nicht einschätzen kann und sofort reagieren muss. Hier kann es schwierig sein den Balanceakt zu finden ("ja aber hätte ich das ja gewusst hätte ich anders reagiert" "Jap, aber dein Charakter hats auch nicht gewusst") - das klappt bei mir meistens (auch nicht immer) eigentlich ganz gut.

  • Noiza


    Das kommt sehr auf die Situation an, kümmern wir uns zuerst mal um die Schläger.

    Warum bekommen die Helden kein Überrascht? Sind die Schläger so rondrianisch?

    Wenn mir mein Gegenüber egal ist und ich lediglich den Sieg erlangen möchte gebe ich ihm doch so wenig zeit wie möglich.

    Warten die Schläger hinter der nächsten Ecke, bereit mit gezückten Waffen? Sofortiger Angriff.

    Stehen sie am Ende der Gasse? Die Helden haben solange Zeit bis die Schläger sie erreicht haben.

    Gibt es erstmal einen Standoff und der Schlägerobermotz will den Helden noch seinen bösen Plan erklären? Ja dann warten wohl seine Handlanger bis er zu ende erzählt hat.

    Versuche das ganze weniger wie einen festen Ablauf und mehr wie eine erzählte Geschichte zu sehen, Sachen passieren wenn der Handelnde der Meinung ist, jetzt zu handeln das die Zeit dafür gekommen ist.


    Thema Bäuerin:

    Hier ist der Grundsatz das deine Helden zu lange überlegen und reden (IT wie O vermutlich?), dann "zwinge" sie zu einer Aktion.

    Grad bei solchen Sachen wo klar ist das jetzt gehandelt werden muss reicht es oftmals schon zu sagen "Was möchtest du tun? Ich hätte jetzt gern eine Reaktion von dir. 3 ... 2 ... 1" Das langsame runterzählen führt ihnen vor Augen das die welt um sie herum nicht anhält sondern Sachen passieren.

    Ähnlich kann man es auch bei längerwierigen Momenten halten, als beispiel fällt mir da ein brennendes Haus ein, die Helden wollen noch schnell rein um Leute die sich noch im inneren befinden zu retten. Hier bietet es sich an eine optische markierung zum voranschreiten der Zeit zu nutzen, zb legst du Steine auf dden Tisch und alle paar IT Minuten wird einer entfernt.

    Auch können verschiedene Aktionen dafür sorgen das mehr Zeit gewonnen wird (Schipeinsatz, löschversuche usw).


    In beiden Fällen kommt es nicht darauf an das du mit einer Stoppuhr dasitzt und genau bemisst wie viel Zeit vergangen ist sondern den Spielern lediglich ein Gefühl dafür gibst das die Zeit voranschreitet.

  • Vielen Dank für die Hinweiße :)

    ich hatte die "moderne Sanduhr" auch bekannt als Smartphone im sinne, wollte es aber wie Psiren sagte ihnen ehr ein Zeitgefühl als ein harten Timer vorsetzen, woltle dazu wissen wie das die anderen machen :)


    Psiren

    Kurz zur Situation mit den Schlägern: Ja, es war eine Gasse an deren beiden Ende die Schläger auftauchten.

    Und überrascht waren sie nicht da ihnen die nicht ganz hellen Schläger noch ausrichten wollten, das sie nun ihre Strafe für das einmischen in ihre Angelegenheit bekommen würden. Der Kampf wurde sozusagen angekündigt :D

  • Du schreibst: Die Helden planen ihre Aktion, aber ich glaube du meinst: Die Spieler planen die Aktion ihrer Helden... das ist ein Unterschied.


    Das erste passiert im Spiel (IC, In charakter oder IG Ingame): "Alrik, du greifst den Söldner mit dem SChwert an, Xarfalosch, du stürzt dich auf den Magier". Hier hören das die Banditen und regaieren sofort: "Murosch, pass auf den Magier auf, Langra der Söldner wird dich gleich angreifen. Ariell kämm sofort Dein Haar!"


    Das andere ist die OT Planung der Spieler. Hier musst du dir überlegen: Wieviel Zeit lasse ich Peter, Heinz und Katrin, dass sie sich abstimmen, was ihre Helden machen. So eine OT Abstimung machen wir gar nicht. Bei uns findet das immer "IC" statt. Hier bestimmt die Zeit im Spiel, wieviel Zeit die Helden haben. Wenn die Banditen sie schon sehen, dann ist die Zeit kurz. Teilweise 1 Satz ist eine freie Aktion. KR läuft... wollen die Banditen angreifen, dann ist auch nicht mehr Zeit... taktieren beide Seiten, kann man es ausspielen / vllt. sogar den Kampf mit "Überreden" verhindern.

    "Leute ihr seid zu schwach. Euren Schützen auf dem Dach haben wir schon vom Markt aus gesehen und wir haben 2 Gut versteckt. Habt ihr die auch schon gesehen? Ausserdem sieht eure Rüstung nicht gut gepflegt aus und Alrik hier hat schon neulich 4 von eurem Schlag verkrüppelt bei der Wache abgegeben..."

    Nietzsche und Amazeroth - Also sprach Zarathustra (zweiter Teil):


    Was erschrak ich doch so in meinem Traume, dass ich aufwachte? Trat nicht ein Kind zu mir, das einen Spiegel trug?

    "Oh Zarathustra - sprach das Kind zu mir - schaue Dich an im Spiegel!"

    Aber als ich in den Spiegel schaute, da schrie ich auf, und mein Herz war erschüttert: denn nicht mich sah ich darin, sondern eines Teufels Fratze und Hohnlachen.

  • Wie @Grumbak geschrieben hat, sollte man zwischen IT und OT unterscheiden. Alrik, Belrik und Celrik sind in der Situation, sie sehen (fast) alles, wissen, wer wo steht, wo sich ein Busch befindet, die Reittiere stehen usw. Annika, Bernd und Cecilie sitzen an einem Tisch und haben nur gehört, was der SL gesagt hat. Falls es wichtig ist, beantworte ich allgemein orientierende Fragen OT während IT die Zeit eingefroren wird. Um die Dynamik eines Kampfes nicht zu stören, lasse ich das aber nicht in endlose Fragerunden ausarten. Absprache der Spieler jedoch, was ihre SC denn nun tun "wer greift den fetten Anführer an?" gehört ins IT und sollte dort auch Zeit kosten. Dadurch kann es durchaus passieren, dass die SC schnell, aber unkoordiniert agieren, wie es IT "real" auch passieren könnte: der angreifende Bär bekommt gleichzeitig eine Wurfaxt und einen Fulminictus ab und rennt, von einem Horriphobus erschreckt, davon - sofern nicht ein Paralüs zugleich gewirkt wurde.

    ich wäre ja perfekt, wenn ich nicht so bescheiden wäre....

  • Die Helden Disskutierten was man den nun machen sollte und wer welche aufgabe hat.

    Die SC im IT, oder die Spieler im OT?

    Im ersteren Fall: ja, wenn man IT nicht reagiert, passieren Dinge in der Zwischenzeit.

    Waren es die Spieler: da müsst ihr als Gruppe, bzw. euer SL wissen, wie ihr das handhaben wollt.

    Ich würde auch eine möglichst reine IT-Abhandlung befürworten und als SL daraufhinweisen, dass man bitte im IT bleiben möge und dass z.B. wenn überhaupt nur Sekunden zur Verfügung stehen. In Ruhe getroffene OT-Überlegungen dann ins IT übertragen würde ich nicht zulassen.

    Es ist allerdings sowohl angebracht wie legitim, etwas OT-Zeit aufzuwenden, wie Eisvogel schrieb, um ein für alle gültige Skizzierung der Situation zu erfragen. Denn das ist etwas, was die SC sehen, und für dessen Erfassung keine echte Zeit im IT drauf geht.

    Auch die SC haben halt keine Zeit, sich erst zusammenzustellen, zu erörtern, und Pläne zu fassen, wenn nur Sekunden vorhanden sind. Vermutlich möchte man das auch nicht, wenn ein großer Bär im Galopp im Anmarsch ist, oder Angreifer entgegenlaufen.

    Wenn Zeit sein sollte, kann natürlich der Taktiker der Gruppe (oder wer als erstes schaltet) ggf. kurze Befehle rufen, wie von Grumbak vorgeschlagen: Kurz und prägnant, denn es ist eine dramatische Situation, die nicht viel Zeit für mehr zulässt.

  • Wieviel zeit sollte man den Helden zur strategie ausarbeitung geben, den sie im OT besprechen?

    Der Schläger wird vll. sich richtig positionieren und die Lage prüfen, aber er wird bestimmt nicht mehrere Minuten da stehen bis die Helden endlich mal einen "Schlachtplan" entwickelt haben. Wann sagt der SL "wärend ihr euch besprecht greift der Schläger zur Waffe und stürmt los"?

    Wenn die Schläger auf der Lauer liegen, sollten sie eigentlich alles Wesentliche schon vorher geklärt haben. Das ein Plan oft nicht den ersten Feindkontakt überlebt ist ebenfalls bekannt.


    In dem Fall ist keine Zeit für Absprachen, sondern nur für klare Ansagen. Ob Befehl "Alrik nimm den Großen!" oder selbstständiges Handeln "Ich schnappe mir den Großen" (oder eine Kombination daraus) hängt von der Art der Kampfgruppe ab und wie sie sich organisiert.


    Die Zeit, die die Helden haben richtet sich nach der Zeit die die Angreifer verschenken. Daran orientiere ich mich auch als SL. Sollten die Angreifer wie im Zitat zögern "positionieren und Lage prüfen", so haben die Helden die gleiche Möglichkeit (sie wurden schließlich ausdrücklich nicht überrascht).


    Für eine Klärung der Lage (wie sieht der Kampfplatz genau aus? Wie weit ist das Ziel entfernt? Wie lang brauche ich bis..." "Welche Waffe hat der Kerl?" also eigentlich mehr oder weniger offensichtliche Dinge, die den Spielern aber nicht klar sind) sollte immer Zeit sein. Spieler =/= Helden


    Wie viel Zeit die Spieler tatsächlich für ihre Entscheidungen haben richtet sich nach dem Spielstil. Ich persönlich bin kein Freund von Blitzschach und ich finde auch in einem Kampf muss mal Zeit für Rollenspiel und Überlegungen sein. Auch besondere Fähigkeiten (z.B. genaue Bedingungen eines Zaubers oder SF, welche entscheidend für die Situation und deren Einsatz sind) rechtfertigen eine "Pause" (vor allem wenn man wie wir nicht so häufig spielt -> wenn die Spieler die Regeln im Schlaf beherrschen mag das anders sein).


    Ich halte es wie die meisten SL die ich kenne: Man zählt einen Spieler (oder die Heldengruppe) an, wenn er gefühlt zu lange braucht. "Entscheide Dich oder Dein Held macht diese Runde nichts". Es gibt eine kleine Nachfrist und wenn dann immer noch nichts passiert geht es weiter im Text. Manche SL zählen tatsächlich "5,4,3..." an, aber ich mag das nicht besonders. Ist schließlich kein Computerspiel mit Timer und Rundenzeiten. Spielzeit dehnt und schrumpft vielmehr nach Bedarf.


    Das gilt bei den Gossenschlägern, der Bäuerin und dem Bär und auch im Wagenrennen, im brennenden Haus, auf der einstürzenden Mauer (also allgemein wenn Zeitdruck herrscht, nicht nur in Kämpfen). Die Situation sollte natürlich klar sein (s.o.), nicht dass man falsche Entscheidungen auf Grund von Missverständnissen trifft. "Hätte ich gewusst, dass ich den Bär in einer KR erreiche, hätte ich doch nicht nach einem Stein gesucht und nach dem Bär geworfen!"


    Befehle und Ankündigen können bei uns im Rahmen der genutzten Aktionen ausgeführt werden. Ein Gespräch nebenbei mit dem Feind läuft bei uns über freie Aktionen und da diese nur wenige Worte erlauben geht das "Gespräch" i.d.R. über mehrere KR. Mit richtigen Aktionen (also statt zu kämpfen, zaubern etc.) kann man hingegen schon mehr sagen oder tun (Zeit Einschätzung durch den SL nach Aufwand und Situation, oft ist das eine längerfristige Handlung). Taktische Möglichkeiten erfolgen ebenfalls nach den entsprechenden Regeln (z.B. die Aktion Taktik in DSA 4 oder die Befehls SF in DSA 5) und im Rahmen der dort genannten Aktions bzw. Zeitangaben.

    Edited once, last by x76 ().

  • [...]In Ruhe getroffene OT-Überlegungen dann ins IT übertragen würde ich nicht zulassen.[...]

    Unser SL sieht das genau so, auch wenn es mir selber oft nicht gelingt, möchte ich das überwiegend IT herrscht.

    Die anderen Spieler (gelegenheitsspieler und mich mit eingeschlossen) werden wohl noch dazu erzogen werden müssen.

    Die Idee mit einem "Zeitgefühl" (steine wegnehmen oder steigerungen der Situation ansagen) finde ich viel besser als mit der Zeitmessung (Sanduhr oder runterzählen) und werde mir für unsere Gruppe ein geeignetes mittel überlegen.

    Anhand der Disskusion kann ich erkennen das es wohl doch nicht einfach nur eine kurze Frage mit kurzer Antwort war :thumbsup:

  • Quote from Schattenkatze

    "Auch die SC haben halt keine Zeit, sich erst zusammenzustellen, zu erörtern, und Pläne zu fassen, wenn nur Sekunden vorhanden sind."

    Man sollte aber auch beachten, dass wenn man z.B. eine Gruppe aus drei Kriegern hat, sich diese IT wohl im Bruchteil der Zeit koordinieren können, die die Spieler OT brauchen, die eben nicht den Großteil ihres Leben mit Kampftraining verbracht haben. Von Handzeichen, abgesprochenen Befehlen bis hin zu auf Erfahrung beruhenden Verhaltensweisen (Der Gegner ist groß->da ist wohl xy mit Schild dafür geeignet->die Flanke ist offen->da geh ich hin) gibt es viele Sachen die OT mehr als nur wenige Sekunden bräuchten, IT bei erfahreneren Kämpfern aber wohl "automatisch" passieren.


    Dieses Problem kann man lösen, indem man 1) eine Kriegskunstprobe von den Beteiligten würfeln lässt, wer schlecht würfelt kommt halt anderen in die Quere, bekommt den Plan falsch mit etc. 2) Jedwede Strategie und Wissen schon vor dem Kampf abspricht, also "falls das und das passiert, gehe ich dahin, wenn ich xy rufe geht jv auf die Fernkämpfer, wenn wir überrascht werden...". Kann sehr kompliziert werden, aber auch sehr viel Spaß machen. Der Vorteil ist, dass sich die Taktik der Gruppe im Laufe der Zeit immer weiter verfeinert/verändert und man praktisch eine Art Temabuilding simuliert. 3) OT zum absprechen mehr Zeit gewährt als IT eigentlich vorhanden ist, auch zur wirklichen Absprache zwischen den Helden, nicht nur zu den sowieso einzuplanenden Nachfragen (Welche Waffe trägst du? Wo steht wer? etc), um so das Charakterwissen, dass die Spieler eben nicht haben, realistischer darzustellen.


    Wenn man hingegen die Entdeckerin, die Verwandlungsmagierin und den Rahjageweihten in die Schlacht führt, hat man diesen Wissensvorsprung der Charaktere wohl nicht, sodass es sinnvoll ist, die OT Absprache auf die IT vorhandene Zeit zu beschränken- egal wie viel Murks dabei rauskommt.

  • sich diese IT wohl im Bruchteil der Zeit koordinieren können, die die Spieler OT brauchen, die eben nicht den Großteil ihres Leben mit Kampftraining verbracht haben.

    Ja, natürlich. Grumbak und ich haben uns beide auf diese Möglichkeiten bezogen. Kurze Befehle, der Situation angepasst gehen vermutlich in den meisten Situationen. Aber auch dazu würde ich OT nicht Minuten anberaumen, um sich etwas zu überlegen.