Wenn SC den Krimi-Plot mit Schwüren lösen wollen

  • [infobox]Schattenkatze: Aus den Kleinigkeiten ausgegliedert. Nach Meinungen zu fragen ist üblicherweise kein Fall für die Kleinigkeiten.[/infobox]


    Ich weiß nicht, ob es das Phänomen auch in anderen Gruppen gibt, aber bei meinen Leuten beobachte ich teilweise das "Wir-rufen-nach-Praios-Syndrom".


    Bei Detektivplots oder ähnlichen Sachen kommt es immer wieder vor, dass meine Spieler verdächtige Leute (schuldig oder nicht) offensiv auffordern, ihre Unschuld zu untermauern, indem sie auf Praios schwören, dass sie unschuldig sind, bzw. die Wahrheit sagen, bzw. dem alten Alrik nicht die Ziege geklaut haben. Sollten NSCs das verweigern, sehen sie darin ein Schuldeingeständnis.


    Ich finde die Vorgehensweise zu einfach. Ich habe meistens Probleme, ingame zu argumentieren, warum ein NSC dieser Forderung nicht nachkommen will. Gleichzeitig will ich nicht, dass alle Gegner meiner Helden direkt götterlästerliche Schurken/Bösewichte sind, die ohne Wimperzucken falsche Schwüre ablegen.

    Wie glaubt ihr würden Leute ingame auf solche Aufforderungen reagieren? Gibt es einen guten Grund, so etwas abzulehnen? Natürlich ist klar, dass so etwas bei Standesunterschieden außer Frage steht (ein Adliger muss sich nicht von einer dahergelaufenen Heldengruppe irgendwelche Forderungen anhören).


    Eine weitaus seltenere, da von den Umständen abhängende Variante ist auch, dass sie Verdächtige zum örtlichen Praiostempel schleifen wollen, um durch die Liturgie "Wahrheit" der Praiosgeweihten Verdächtige zu befragen. Selbe Frage wie oben: Wie würden Aventurier (und vielleicht auch die Geweihtenschaft des Praios) auf solche Pläne/Forderungen reagieren?

    Power resides where man believe it resides. It's a trick, a shadow on the wall.

  • Gute Reaktion der Befragten:

    "Wollt ihr mich beleidigen, dass ihr meinem Wort ohne explizitem Schwur keinen Glauben schenkt? Schert euch hinfort ihr Landstreicher!"


    Der Praios-Geweihten:

    "Mit welchem Recht beraubt ihr diesen Mann seiner Freiheit?! Waaaacheeen!!!"

    Edited once, last by Brodwin: Tippfehler behoben ().

  • "Es gibt Tiefgläubige, die fast jeden Tag beten gehen, Krämerseelen, die sich auf regelmäßige Opfer beschränken, Scheinheilige, die hauptsächlich im Tempel gesehen werden wollen, und Maulgläubige, die nur Lippenbekenntnisse leisten, aber die Tugenden ihrer Gottheit missachten." (Wege der Götter S. 22)


    Zunächst einmal würde ich nicht ausschließen, dass es einige gibt, die im Notfall auf Praios einen Meineid schwören würden. Jeder Verstoß gegen ein weltliches oder kirchliches Gesetz kann als Frevel an Praios gesehen werden. Besonders praios-fromm kann ein Schuldiger darum selten sein (und wenn, dann begeht er das Verbrechen wahrscheinlich eher offen und hält es für Widerstand gegen ein dem Götterfürsten widerstrebendes Gesetz). Andere denken sich vielleicht, dass sie den Meineid mit einer großzügigen Spende später schon wieder gutmachen können.

    Die Methode ist also nicht so sicher, wie deine Helden vielleicht denken.


    Die Sache ist aber auch: Gerade weil jeder Gesetzesverstoß einen Frevel gegen Praios darstellt, ist die Forderung eines Eides auf den Götterfürsten in meinen Augen sogar recht angemessen. Man gebraucht seinen Namen hier nicht zu Nichtigem. Und ich sehe wenige Gründe für einen Unschuldigen, das zu verweigern. Höchstens, dass sie kleine sündige Menschen sind und nicht guten Gewissens ihre "Unschuld" beschwören können.


    Brodwin stimme ich aber auf jedem Fall zu, dass die meisten Helden nicht einfach Leute auf einen bloßen Verdacht hin ihrer Freiheit berauben dürfen. Entführung gehört in vielen Teilen Aventuriens zu den Schwerverbrechen. Da droht den Helden unter Umständen härtere Strafe als dem überführten Übeltäter. ;)

  • Bei Detektivplots oder ähnlichen Sachen kommt es immer wieder vor, dass meine Spieler verdächtige Leute (schuldig oder nicht) offensiv auffordern, ihre Unschuld zu untermauern, indem sie auf Praios schwören, dass sie unschuldig sind, bzw. die Wahrheit sagen, bzw. dem alten Alrik nicht die Ziege geklaut haben.

    Bei Praios! Wenn ihr mich nicht sofort in Ruhe lasst, rufe ich die Stadtwache! (ein Unschuldiger)

    Bei Praios! Wenn ihr mich nicht sofort in Ruhe lasst, rufe ich die Stadtwache! (ein Schuldiger)


    Generell könnte ich mir aber auch vorstellen, dass Aventurier heimlich beim Schwur ihre Finger kreuzen, wodurch sie glauben, dass der Schwur gar nicht zählt.


    Eine weitaus seltenere, da von den Umständen abhängende Variante ist auch, dass sie Verdächtige zum örtlichen Praiostempel schleifen wollen, um durch die Liturgie "Wahrheit" der Praiosgeweihten Verdächtige zu befragen. Selbe Frage wie oben: Wie würden Aventurier (und vielleicht auch die Geweihtenschaft des Praios) auf solche Pläne/Forderungen reagieren?

    Meint ihr wirklich es ist nötig Praios deswegen zu behelligen?

    Wir in der Praios-Kirche glauben fest daran, dass aus freien Stücken gesprochene Wahrheit schwerer wiegt als Gold.

    Und als nächstes soll ich für euch Öllampe spielen? Wir Geweihten sind keine Spielzeuge!


    Schade. Da gab's wohl nen Fehler mit dem Senden. Hier war noch eine Auflistung von Bösewichten und Gutewichte, die zeigte, dass man vorsichtig sein muss. Ich werde nur zwei davon erneut Tippen.


    Der Bösewicht, der selbst nur ein Werkzeug ist. Kindisch und dumm, weiß er gar nicht, dass er böses tut. Wird auf dem Weg zum Praiostempel erschossen, damit er schweigt. Spur verloren, Königstochter für immer fort.


    Der reiche Adlige, der seinen Rauschkrautkonsum geheim halten möchte, und deshalb nicht mit den Helden reden möchte. Er dürfte gar nicht in diesem Viertel sein. Er nimmt die Beine in die Hand.

  • Es gab in einem Boten etwas "Stellungsnahme" was in Aventurien "erlaubt" ist, u.a. bei Detektivabenteuern, dass ging auf die Zuabersprüche ein.

    Außerdem klingt es seltsam wenn ich nciht Praiot mit solchen Sprüchen daherkommt - zudem, wer hat sie zu "Richtern" ernannt?

    "Klar, sag ich die Wahrheit, bei Phex und Xeledon!" - wo soll das hinführen?


    Der Kläger ist im Recht, bis der Beklagte seine Unschuld bewiesen hat. (Almanach, S.141) Das gilt vor Gericht, nicht auf der Straße!


    Oder es führt dahin -> Wir fordern ein Praiosurteil um Recht und Leben! = Gerichtskampf! (Alamanch, S.143)

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Ich weiß nicht, ob es das Phänomen auch in anderen Gruppen gibt, aber bei meinen Leuten beobachte ich teilweise das "Wir-rufen-nach-Praios-Syndrom".


    Bei Detektivplots oder ähnlichen Sachen kommt es immer wieder vor, dass meine Spieler verdächtige Leute (schuldig oder nicht) offensiv auffordern, ihre Unschuld zu untermauern, indem sie auf Praios schwören, dass sie unschuldig sind, bzw. die Wahrheit sagen, bzw. dem alten Alrik nicht die Ziege geklaut haben. Sollten NSCs das verweigern, sehen sie darin ein Schuldeingeständnis.

    Ich habe das noch nie irgendwo erlebt in dieser Form.
    Und ich persönlich würde das auch nicht durchgehen lassen auf Dauer.

    Ich denke, hier wird die Wahrnehmung der Spieler von ihren Charakteren mit der Wahrnehmung der Charaktere durch NSCs in der Welt vermischt?
    Die Gruppe reist durch die Welt und ja, alle Spieler:innen wissen, dass IHRE CHARAKTERE die Held:innen im Abenteuer sind.
    Aber deshalb sollen sich ihnen gegenüber alle auf Nachdruck rechtfertigen? Oder sogar schwören?
    Die NSCs kennen die Held:innen nicht. Und deshlab kann es viele Beweggründe geben, Schwüre auf Praios abzulehnen und abzuwiegeln.

    Ich persönlich würde ein solches Abenteuer mal in eine Gegend verlegen, in der man Einheimischen mehr glaubt als Fremdlingen und in der aus nachdrücklichem Fragen ein schwerer Affront werden kann.
    Vielleicht gerät die Gruppe auch mal an die falsche Person, die sich das nicht bieten lässt und ihrerseits dafür sorgt, dass die Gruppe selber für ihr rüpelhaftes Auftreten gegenüber dem einheimischen Volk Konsequenzen zu spüren bekommt?
    Oder man ist in einer Ecke unterwegs, oder hat mit einer Person zu tun, wo der Herr Praios neben anderen Göttern hinten ansteht oder nicht so wichtig genommen wird.

    Mal ein paar Beispiele:
    Bauer Alrik mag vielleicht einfältig und seinem Herren treu ergeben sein, aber diese fremdländischen Schwertträger, die ihn bei seiner Arbeit stören können sich zum Teufel scheren, wenn sie unhöflich werden. Er hat viel mehr Angst vor der Wut seines Herren, wenn der ihn untätig erwischt statt vor diesen Fremden. Klauen önnen sie ihm nichts, er hat ja nichst von Wert und wenn sie ihm den Schädel einschlagen, dann hat das derische Mühen und Plagen wenigstens ein Ende.

    Nur, weil Schankwirtin Grudrun eigentlich "eine Gute" ist, muss sie aber nicht vor jedem dahergelaufenen Buckeln, der etwas von ihr will. Sie tratscht gerne mit Fremden, die den neusten Klatsch wissen wollen aber Verrückte, die komische Schwüre fordern vertreiben die Kundschaft. Sie ruft für Störenfriede gerne die Stadtwache, die nur all zu gerne bereit ist, für Ordnung zu sorgen.

    Schmied Grabosch hat seinen Stolz und neben seiner Schmiedekunst ist ihm sein Wort sehr wichtig. Wer ihm nicht glaubt, der kann sich scheren gehen, ansonsten zeigen er und seine drei Gesellen mal, wie gut die Waffen sind, die sie schmieden. Und wenn sich der Schmied mit fremden prügeln will und es laut wird, dann ist auch schnell ein Mob aus Dorfbewohnern um die Streitenden gebildet, die ihm zur Seite stehen. Den Schmied sollen die in Ruhe lassen, der tut niemandem etwas!

    Die Stadtwache beobachtet die Fremden schon länger und folgt ihnen, weil sie Ärger vermuten. Als diese Fremden dann einen jungen Hausdiener bedrängen, sehen sie sich bestätigt und greifen ein. Schwüre auf den Herrn Praios? Darum geht es hier? Die sollen mal den Praios-Tempel im Nachbardorf lassen! Eine letzte Warnung, sich ordentlich zu benehmen! Sollte ihnen zu Ohren kommen, dass sie weiterhin friedlebende Menschen belästigen, dann fliegen sie aus der Stadt oder gar Schlimmeres.

    Du als Spielleitung musst deinen Spieler:innen nicht alles recht machen und kannst deinen NSCs soetwas wie Arroganz, Stolz, Desinteresse und andere menschliche Eigenschaften zugestehen, die die NSCs dazu bringen der Gruppe nicht zu helfen, wenn die Gruppe in den Augen der NSCs zu weit geht.
    Spot, Abneigung, gleichgültige Ignoranz, Feindseligkeit, Angst vor dem Lehnsherr etc. pp sind alles gute Reaktionen auf eine für die NSCs übertrieben erscheinende Aufforderung nach einem Schwur auf Praios.

    Nur, weil die NSCs unschuldig sind müssen sie keine Duckmäuser sein. In ihren Leben spiele sie die Hauptrolle und nicht irgendwelche Fremden, vor denen die Welt zu Füßen liegen soll.

    "Blut sühnt alle Makel, seine reinigende Kraft ist unübertroffen" - Rondra Vademecum

    "Astralenergie als begrenzte Ressource" - Rohals Erben, S. 39, 2022
    "Lieber einen Stein in der Hand als zehn Steine auf dem Kopf" - Grax Steinspalter

  • Wie glaubt ihr würden Leute ingame auf solche Aufforderungen reagieren? Gibt es einen guten Grund, so etwas abzulehnen? Natürlich ist klar, dass so etwas bei Standesunterschieden außer Frage steht (ein Adliger muss sich nicht von einer dahergelaufenen Heldengruppe irgendwelche Forderungen anhören).

    Es kommt auf den Stad an, den des Befragten, und derjenige, die damit ankommen. Welche Berechtigung haben sie denn wirklich, so etwas einzufordern. Natürlich kann man argumentieren, dass nichts dabei ist, wenn man nichts zu verhehlen hat, dass man das dann schwört. Aber manch einer mag sich tatsächlich auf die Füße getreten fühlen, wenn jemand mit dem Vorschlag ankommt, oder sich auf die Füße getreten fühlen, weil der Äußerung ohne Schwur nicht geglaubt wird, es nicht für nötig halten, oder schlicht keine Lust haben.

    Vielleicht fragt mal der eine oder andere NSC zurück, ob die SC auch auf dies oder jenes ( bestimmte Sache) auf Praios und alles, was ihnen heilig ist, schwören würden.


    Ansonsten mal mit Deinen Spielern OT darüber reden, dass sie es sich versuchen, sehr leicht zu machen.

    Eine weitaus seltenere, da von den Umständen abhängende Variante ist auch, dass sie Verdächtige zum örtlichen Praiostempel schleifen wollen, um durch die Liturgie "Wahrheit" der Praiosgeweihten Verdächtige zu befragen. Selbe Frage wie oben: Wie würden Aventurier (und vielleicht auch die Geweihtenschaft des Praios) auf solche Pläne/Forderungen reagieren?

    Und die Praioten zeigen ihnen vermutlich sinnbildlich den Vogel, wenn sie ständig Leute anschleppen, auf die mal eben bitte der Einfachheit halber eine Liturgie gewirkt werden möge, um die Sache der Wahrheitsfindung abzukürzen. Wenn sich das bei DSA 5 nicht grundlegend geändert hat, haut man Liturgien nicht der Einfachheit und Bequemlichkeit halber raus, sondern wenn es wichtig ist.

    Praioten sind an der Wahrheitsfindung sehr interessiert, aber Beweise oder wenigstens Indizien sollten doch erst vorgelegt werden, und die müssen eben anderweitig gefunden werden.

    In DSA 4 etwa musste der Eidsegen freiwillig erklärt werden und durfte nicht erzwungen werden. Der Heilige Befehl (Praios' Wort der Wahrheit) wird wohl durchaus mal missbraucht von Praioten, es heißt aber ebenfalls dabei, dass der zu häufige Gebrauch Beweis und Eingeständnis der eigenen Unfähigkeit ist.

    Ich denke auch, dass die örtlichen Praioten auch darauf schauen, wer da reinkommt und solche Wünsche und warum vorbringt, und auch darauf schauen, bei wem sie das machen sollen, und worum es geht.


    Das halte ich insgesamt für einfacher und kürzer gedacht, als es sich reell umsetzen lässt.

  • Da tun sich mir andere Fragen auf wie z.B. mit welchem Recht sich nicht geweihte des Praios einen Schwur auf Praios erzwingen wollen. Gerade Praios als Aspekt der natürlichen Ordnung.


    Darüber hinaus ist die unbegründete Beschuldigung einer Person wider dem Gesetz und damit nicht praiosgefällig.


    Wenn also die Helden tatsächlich sich bei der Wahrheitsfindung auf Praios beziehen möchten dann entweder als Mitglied der Geweihtenschaft oder mit Beweisen.


    Mal ab davon: Wer illegalen Dingen nachgeht kann auch auf Praios schwören und dich anlügen. Der hat eh keine Angst vor göttlicher Intervention, wenn er seinen Machenschaften nachgeht.

  • Praioten sind nur dann Richter wenn weit und breit kein Landesherr oder Verwalter in der Nähe ist.

    Das es einen Heiligen Schwur (Wunder) gibt, zeigt für mich das ein normaler Schwur auf Praios jedem Dieb etc. leicht über die Lippen geht. Travia bestraft ja auch nicht jeden Ehebruch.

    Das wird öfters vergessen, die Aventurier verehren alle Zwölf - Ja, ich schwör auf Praios ... bei Phex. :)

    Hat ja beim Kaiserhaus auch geklappt.

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Auch wenn es mehr zum Hintergrund gefragt wurde, will ich eine Regel/Wirkung in DSA5 anführen:

    Wirkung:

    Der Geweihte lässt jemanden einen Eid ablegen. Der Gesegnete empfindet den Eid als bindend und kann sich diesem nur durch eine Probe entziehen. Der Eidsprechende muss den Eid freiwillig leisten. Der Eid kann nur durch eine Probe auf Willenskraft erschwert um 1 gebrochen werden.

    [...]

    Da ist die Sprache davon, dass der Eidsegen freiwillig gesprochen werden muss. Da ist dann ein dahingesagte Beteuerung entschuldbar, um der "Belästigungen einer dahergelaufenen Heldengruppe" zu entkommen .

  • Auch wenn es mehr zum Hintergrund gefragt wurde, will ich eine Regel/Wirkung in DSA5 anführen:

    Wirkung:

    Der Geweihte lässt jemanden einen Eid ablegen. Der Gesegnete empfindet den Eid als bindend und kann sich diesem nur durch eine Probe entziehen. Der Eidsprechende muss den Eid freiwillig leisten. Der Eid kann nur durch eine Probe auf Willenskraft erschwert um 1 gebrochen werden.

    [...]

    Da ist die Sprache davon, dass der Eidsegen freiwillig gesprochen werden muss. Da ist dann ein dahingesagte Beteuerung entschuldbar, um der "Belästigungen einer dahergelaufenen Heldengruppe" zu entkommen .

    Noch dazu muss den Eidsegen ein Zwölfgötter-Geweihter abnehmen.

    Ich hab da mal mit meinem Perainegeweihten ein Detektivplot gesprengt. War mir damals vorher gar nicht so bewusst was ich da anrichte.

    Überführte, kleptomanische Witze-Diebin

  • Myrtana wie du siehst spielen hier viele Faktoren rein.

    Ich würde die Helden mit dieser Methode einfach einmal gehörig auf die Nase fallen lassen.

    Z.B. in dem ich ihnen einen adeligen Verdächtigen presäntiere, der sich weigert "diesen Vagabunden" folge zu leisten.

    Und der sie, wenn sie handgreiflich werden möchten sie danach anzeigt!


    Dann dürfen sie erstmal selber bei Praois schwören...

    Obwohl sie sind ja schuldig, also ab in den Kerker mit ihnen!

    Wenn sie dann vor Gericht den Verdacht gegen den Adligen als Verteidigung aufführen ist dieser plötzlich ein ganz lieber und legt sofort dar, dass er für die besagte Tat ein Alibi hat für welches es redliche Zeugen gibt.


    Generell haben Helden keinerlei Befugnisse und wenn ihnen Befugnisse übertragen wurden, bringen diese noch lange keine "Unantastbarkeit" mit sich.


    Gruppen neigen dazu, dass wenn etwas einmal funktioniert hat, es immer wieder funktionieren müsste...

    Zeig ihnen einfach das diese Tour auch Risiken birgt.

  • Viel wurde schon gesagt und vielem möchte ich zustimmen.

    Ich finde die Vorgehensweise zu einfach.

    Ja das ist "Auf Dauer" zu einfach.


    Dennoch kann dadurch ein kleiner Plot schnell aufgelöst werden. Wenn der "böse Dieb" der Holzfäller Ulfson dann sagt, dass er die Ziege (jeder im Dorf weiß wie die Ziege vom Bauern Olfson aussieht, es macht keienn Sinn sie zu klauen) nicht für sich geklaut hat, sondern wegen der Söldner, die vor drei tagen im Wald waren und entweder ne Ziege wollten, oder seine Tochter geschändet hätten: "Bring us ne Ziege und du kannst das Dumme schaf haben"...


    Ich habe meistens Probleme, ingame zu argumentieren, warum ein NSC dieser Forderung nicht nachkommen will. Gleichzeitig will ich nicht, dass alle Gegner meiner Helden direkt götterlästerliche Schurken/Bösewichte sind, die ohne Wimperzucken falsche Schwüre ablegen.

    Menschen sind verschieden, gemein hin haben sie aber etwas dagegen "gezwungen" zu werden Dinge tun zu müssen. Dazu gehören auch Schwüre abpressen. Höher gestelllte Personen, wie reiche Kaufmänner, adlige, etc. werden sich ohnehin nicht zwingen lassen.

    "Wollt ihr mich beleidigen, dass ihr meinem Wort ohne explizitem Schwur keinen Glauben schenkt? Schert euch hinfort ihr Landstreicher!"

    Das ist eine durchaus angebrachte Reaktion. Vor allem von Unschuldigen.


    Grundsätzlich sollte man festhalten dürfen: Das Verdächtigen von unschuldigen ist immer problematisch.


    Eine weitaus seltenere, da von den Umständen abhängende Variante ist auch, dass sie Verdächtige zum örtlichen Praiostempel schleifen wollen, um durch die Liturgie "Wahrheit" der Praiosgeweihten Verdächtige zu befragen. Selbe Frage wie oben: Wie würden Aventurier (und vielleicht auch die Geweihtenschaft des Praios) auf solche Pläne/Forderungen reagieren?

    Praiosgeweihte sind keine Dienstleister!

    Wenn das Anliegen berechtigt ist und Praiso Interesse an dem PRoblem hat, wird sich der Geweihte dem annehmen. Ansonsten kann eine Unterstützende Tempelspende in Höhe von 40 Dukaten sicher beitragen... Dann muss dem Geweihten ja noch die Probe gelingen (verdeckt würfeln).

    Würde ein Übeltäter soweit gehen, dass er "freiwillig" in den Tempel geht und dann vor den Geweihten als "Bösewicht" da steht? Ich persönlich würde lieber vorher gesetehen.

    Und was passiert, wenn man jemanden fälschlicherweise dorthin geschleift wird? Und dann fälschlicherweise auch noch einen Praiosgeweihten nötigt die KRaft von PRaios einzusetzen, weil die Helden zu faul sind Beweise zu liefern?

    Faulheit ist auf jedenfall eine Sünde und der wird keinen Vorschub geleistet. Schon gar nicht durch einen PRaiosgeweihten.

    So oder so benötigen die Helden greichtsfeste Beweise.


    Generell könnte ich mir aber auch vorstellen, dass Aventurier heimlich beim Schwur ihre Finger kreuzen, wodurch sie glauben, dass der Schwur gar nicht zählt.


    Das kommt noch dazu. Zumal Schwüre und Versprechen unter Zwang vermutlich ohnehin nicht gelten.

    Nietzsche und Amazeroth - Also sprach Zarathustra (zweiter Teil):


    Was erschrak ich doch so in meinem Traume, dass ich aufwachte? Trat nicht ein Kind zu mir, das einen Spiegel trug?

    "Oh Zarathustra - sprach das Kind zu mir - schaue Dich an im Spiegel!"

    Aber als ich in den Spiegel schaute, da schrie ich auf, und mein Herz war erschüttert: denn nicht mich sah ich darin, sondern eines Teufels Fratze und Hohnlachen.

  • Ich würde darauf achten, nicht "mitten im Spiel die Regeln zu ändern" und darauf, dass ich keine Rollenspielpädagogik betreibe.

    Ich denke, ein klärendes Gespräch in der Gruppe helfen. Gerne können auch Punkte, die hier genannt wurden mit einfließen, um aufzuzeigen, warum das Vorgehen problematisch ist. Am wichtigsten ist aber natürlich, dass du, Myrtana , dich da in deinem Spaß eingeschränkt fühlst. Und um den geht es beim Spiel natürlich. Kommuniziere das und spricht mit den Spieler*innen ab, wie ihr damit umgehen wollt.

    Wenn sie einverstanden sind, können die Helden dann mal mit ihrem Vorgehen auf die Nase fallen und dazulernen. Ich persönlich empfinde da immer einen faden Beigeschmack, wenn Meister ihre Macht einsetzen, um ihre eigenen Vorlieben und Vorstellungen gegen die Spieler*innen durchzudrücken.

    Aber vielleicht bin das nur ich.

  • Schattenkatze

    Changed the title of the thread from “Wenn SC den Krimi-Plot mit SChwüren lösen wollen” to “Wenn SC den Krimi-Plot mit Schwüren lösen wollen”.
  • Z.B. in dem ich ihnen einen adeligen Verdächtigen presäntiere, der sich weigert "diesen Vagabunden" folge zu leisten.

    Nur sind SC nicht immer Vagabunden, weil auch da Adlige, Magier oder Geweihte oder sonstig von Stand sein können, und die jagt man weder als Landstreicher davon, noch als Vagabunden. Deshalb mein Verweis oben darauf, dass es nicht nur darauf ankommt, wenn die SC mit einem abverlangten Schwur nachlaufen, sondern auch, wer die SC sind.

    Und wo sie sind, denn als Adliger im anderen Land ist man immer noch ein Adliger, aber mit noch weniger Befugnissen als im eigenen außerhalb des eigenen Lehens (oder dem elterlichen).


    Wenn der Ritter den Fischer nach einem Schwur fragt, ist das was anderes, als wenn der Streuner den örtlichen Ritter um einen Schwur angeht.

    Aber auch der Ritter sollte wissen, wo seine Befugnisse enden (in einem Lehen eines Adligen klärt man erst mit dem, bevor man von dessen Leuten etwas erwartet), und dass Menschen (Zwerge/Elfen ...) auch lügen können. Wobei jene, die z.B. aus Angst, weil sie bezahlt wurden, erpresst wurden oder es ihnen befohlen wurde, natürlich weniger Grund haben, gut zu lügen oder es sofort ohne Bedenken tun.


    Da spielt einfach eine Menge mit rein, ob man so etwas auch nur vorschlagen (nicht abverlangen) kann, und ob das überhaupt etwas bedeutet, wenn geschworen wird, oder abgelehnt wird. Denn auch da können unterschiedliche Gründe und Motivationen hinterstehen.


    Zumal Schwüre und Versprechen unter Zwang vermutlich ohnehin nicht gelten.

    Zu jemandem hingehen und vorschlagen, zu schwören, wenn man nichts zu verheimlichen habe, wäre da ja nichts bei, ist das nicht unbedingt ein 'unter Zwang' . Wobei ich tatsächlich, wie oben von mir erwähnt, den Eidsegen als nicht abverlangbar kenne, den Heiligen Befehl kann man auf ein unwilliges Ziel lenken, und auch bei Schwüren auf das eigene Seelenheil kann das so eine Sache sein, nehme ich an, dass sie trotzdem als bindend erachtet werden (ich kenne da auch so ein offizielles AB).

  • Wenn es nur ein zwangloser Vorschlag ist, dann ist dies doch absolut kein Problem. Wenn man aber bei Ablehnung des Vorschlags seinen Verdacht gegen besagten NSC aufgrund der Ablehnung verhärtet sehe ich dort schon einen Zwang.

    Entweder durch schwörst, bei Praios, dass du unschuldig bist oder du ist uns umso verdächtiger.

    Nur sind SC nicht immer Vagabunden, weil auch da Adlige, Magier oder Geweihte oder sonstig von Stand sein können, und die jagt man weder als Landstreicher davon, noch als Vagabunden. Deshalb mein Verweis oben darauf, dass es nicht nur darauf ankommt, wenn die SC mit einem abverlangten Schwur nachlaufen, sondern auch, wer die SC sind.

    Und wo sie sind, denn als Adliger im anderen Land ist man immer noch ein Adliger, aber mit noch weniger Befugnissen als im eigenen außerhalb des eigenen Lehens (oder dem elterlichen).

    Ein heimischer Adliger kann jeden Reisenden einen "Vagabunden" nennen, deshalb die Gänsefüßchen. Welch Stand und Ehren die Abenteurer rechtlich innehaben ist erstmal irrelevant.

    Natürlich ist es zu teilen Situativ unterschiedlich wie sich der Adlige gebardet.


    Aber der dritte Sohn des Grafen von Hinz und Kunz hat in Wo der Pfeffer wächst keine ermittlerischen Befugnisse oder Pflichten.


    Ich gehe bei solchen stets davon aus, dass der Lehnsherr mit eingebunden ist.

    Ob er nun die Ermittlungen veranlasst hat oder ob er sie nur genehmigt hat ist dabei irrelevant.

    Irgendwie müssen die SC eine Autorität erhalten haben in diesem Detektiv-Plot zu ermitteln. Ist dies nicht der Fall befinden sie sich auf sehr dünnem Eis.

  • Einen reisenden Geweihten, Magier, Adligen oder irgendwen von Stand Vagabunden zu nennen, kann aber auch gänzlich unangemessen, bis hin zu einer Beleidigung sein. Auch ein örtlicher Adliger darf sich nicht alles gegenüber jedem erlauben. Und umgekehrt ist es ebenso.

    Man sollte wissen, wo eigene Privilegien enden, aber auch, wo anderer Leute Privilegien anfangen. Das gilt für SC wie NSC. Das heißt, dass beide Seiten wissen sollten, was sie dürfen, was nicht, und wie man sich dabei zu benehmen hat.

    Das heißt nicht, dass von ihm ein Schwur verlangt werden darf, aber er sollte sein Gegenüber bei entsprechendem Stand nicht Vagabund oder ähnliches nennen.

    Ggf. daraufhinweisen, dass jemand seine Befugnisse überschreitet, anmaßend oder unhöflich wird, ist ja kein Thema. Und wenn eine Gruppe von Streunern vor dem Herrn Ritter steht, dann kann er sie auch Vagabunden nennen und davon jagen, wenn sie sich nicht angemessen in einer Feudalgesellschaft benommen haben.

  • Dafür kann ein Held, den man nicht als "Vagabunden" bezeichnen würde übrigens satisfaktionsfähig sein. Das gilt vor allem für Adlige, Geweihte aus kämpfenden Kirchen und pristigeträchtige Kämpfer-Professionen wie Krieger, Schwertgeselle oder Ritter. Und jemanden eines Verbrechens bezichtigen kann durchaus eine zünftige Beleidigung sein. Im Horasreich gilt eine Bezichtigung des Mordes oder der Fahnenflucht z. B. schon als Grund für ein Duell bis zum dritten Blut - also zum Tode. Aber auch anderswo sind Beleidigungen oft keine Lappalie und können sogar als Verbrechen (und nicht nur bloßes Vergehen) eingeordnet werden und ggf. strafrechtliche Folgen nach sich ziehen. COn jemandem nach einer Aussage einen Eid zu verlangen, kommt fast der (implizieten) Unterstellung einer Lüge gleich. Das kann für von der Praios-, Hesinde-, aber auch der Rondra-Kirche geprägte Personen schon eine schwere Beleidigung darstellen.

    Auch die Unterstellung der Schuld nach einem verweigerten Eid kann als Beleidigung aufgefasst werden. Im Horasreich kann eine Falschanklage zusätzlich als Kapitalverbrechen gewertet werden. Besonders bei Geweihten kann eine Beleidigung gewaltige Folgen haben - hier bewegen wir uns in großen Teilen Aventuriens im Bereicht des Schwerverbrechens.

    Solche Unterstellungen sollte man gegen Bürger also nur mit guten Beweisen vorbringen, sonst steht man schnell am Pranger oder im Duellgeviert. Nur Leute, die praktisch gar nicht durch Gesetze geschützt sind (Vogelfreie) kann man auf diese Weise verbal angreifen. Ehrabschneidungen werden in Aventurien nicht auf die leichte Schulter genommen.

  • Wir dürfen nicht vergessen, die Aventurier verehren ein (widersprüchliches) Phanteon. Was die eien Gottheit gutheißt, verflucht die andere. Selbst in praiosgefälligen Regionen wie Nordmarken geht ers nicht nur praiosgefällig zu, der Händler wird Feilschen mit Phex' Zunge, die Ehefrau ihren Mann betrügen, jemand eine Flamme mit Wasser ausgießen ... und ein Mörder vor Gericht lächelnd sagen er war's nicht. Hat er zudme einen Zeugen, der glaubhaft ist, müssen sie ohne feste Beweise ihn gehen lassen. Das Gesetz Aventuriens ist weltlich - EInmischung durch Magie oder göttlichen kann gar eine Verurteilung verhindern.

    Das wird wohl öfters übersehen, das 0 BF die beiden Zepter klar getrennt wurden. Weswegen die Kirchen sich auch fast allen stattlichen Bereichen heraushaltenm, wie umgekehrt.

    Es macht also schon ein Unterschied ob ein Geweihter (und welcher) auf Praios schwören läßt, oder ein Bürger - oder Richter.


    Im Namen des Herrn der Nordmarken, des Herzogs Hagrobald vom Großen Fluss, und eingedenk der Ordnung des gleißenden Götterfürsten Praios, dessen Domäne Recht und Gesetz sind, spricht dieses Gericht Euch für schuldig, Wohlgebore. (Urteilsverkündung im Almanach, S.139)


    Möglich das etwas in diesem Boten stand: Aventurischer Bote Nr. 120 – Wiki Aventurica, das DSA-Fanprojekt, S.22+

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Wenn es nur ein zwangloser Vorschlag ist, dann ist dies doch absolut kein Problem. Wenn man aber bei Ablehnung des Vorschlags seinen Verdacht gegen besagten NSC aufgrund der Ablehnung verhärtet sehe ich dort schon einen Zwang.

    Es kann kein Zwang sein wenn ich dem Betreffenden nicht sage das sich der Verdacht erhärtet.

    Die Diskussion ist hier ziemlich schnell in Richtung Zwang zum Eidsegen abgedriftet, kann sein dass das so gemeint war, viel interessanter finde ich aber folgendes Problem:


    Die Helden stellen Ermittlungen an und fragen jeden der auch nur irgendwie verdächtig sein könnte superhöflich ob er nicht vielleicht bereit wäre seine Aussage mit einem Eid zu untermauern.


    Seht ihr da noch andere Auswege als das beleidigte Ablehnen?

    Es wäre schon ein seltsames Bild würde das die Standardreaktion sein, und dann bleibt nur der Meineid...