Dann kann der Spotter die freie Aktion des Verspotteten bis zum letzten Augenblick blockieren und das völlig egal ob er seine freie Aktion für SF Provozieren nutzt oder nicht.
Das stimmt doch nicht. Der Abtausch ist, freie Aktion für freie Aktion. In meiner Interpretation muss der der Provokateure ja trotzdem jede Runde mit seiner freien Aktion "spotten".
Meiner Meinung nach ist das wie bereits geschrieben auch gar nicht so unklar:
"Der Beteiligte mit der höchsten Initiative beginnt mit seinen Handlungen." (RW S. 227).
RW S. 228 "Handlungen": Aktionen, Verteidigungen, freie Aktionen
"Freie Aktion
Bei freien Aktionen handelt es sich, um sehr kurze Handlungen, die man schnell und ohne viel Aufmerksamkeit und Aufwand jederzeit ausführen kann."
Detailregel zur "Freien Aktion" > allgemeinere Regel zur "Reihenfolge des Handelns"
Wenn man jetzt Argumentiert:
Aber dann ist es halt dennoch "freie Aktion mit höherer Initiative vor freien Aktionen anderer Initiativen", dann schränkt man halt bis auf für jeden außer die "höchste Initiative" die Regel "jederzeit ausführen kann" wieder ein. Hier fehlt im Ruling eine Klarstellung was passiert wenn 2 Parteien zeitgleich ihre freie Aktion nutzen möchten und diese Konträr zueinander funktionieren.
Denn eigentlich können Handlungen Zeitgleich stattfinden, dass würde aber im Umkehrschluss bedeuten, dass das Ziel von Provozieren nur zu Beginn jeder KR einfach "in einem kurzen Satz" den Provokateur zurück beleidigen muss, um nicht gespottet werden zu können. Selbst wenn das Zeitgleich mit der freien Aktion "provozieren" passiert, hat das Ziel keine freie Aktion mehr mit der er sich bewegen müsste.
Umgekehrt könnte ich niemals Ziele provozieren die eine höhere Initiative gewürfelt haben, als ich, wenn man sagt, das die höhere Initiative zuerst seine freie Aktion.
Ich finde meine Interpretation erzählerisch einfach logischer:
Was bedeutet die Initiale Vergleichsprobe "Einschüchtern (Provozieren)" vs. "Willenskraft (einschüchtern widerstehen)" erzählerisch?
Die Probe wird ja nur gewürfelt, weil eine Komponente vom Provokateur eingesetzt wurde.
verbale Beispiele für erzählerische Provokationen:
"Hey Klatzkopf, ja dich meine ich!"
"Komm her, Schwabbelschwarte"
"Dich mach ich platt!"
usw.
Non verbale Beispiele für Provokationen:
*Auf jemanden Zeigen und hämisch grinsen*
*mit dem Daumen oder der eigenen Klinge über seinen Hals streichen*
*Blut von der Klinge lecken* (Herr der Ringe lässt grüßen)
*Provokateur hält einer bestimmten Person den abgehackten Schädel seines Gefährten entgegen*
usw.
Im Kampfgeschehen wird seltenst "ein Blick allein" als Provokation durchgehen.
Ich weiß viele Spieler spielen lieber mit "Ich setzte 'Provozieren' auf den da ein", anstatt mit "Ich möchte Denda provozieren, in dem ich rufe: '...'."
Und das ist ja auch nicht schlimm oder falsch. Es ist einfach ein Stil.
Aber dennoch muss ja "innerweltlich" eine Provokation passieren. Ich verstehe auch nicht, warum wir mit Provozieren eine "allgemeine SF" für den Einsatz auf einen Gegner bekommen haben. "Provozieren" sollte viel eher ein Manöver ergo eine KSF sein, wie die SF "Reizen".
Aber naja, jeder wird seine Lösung für die Schwammigkeit von "Provozieren" schon finden. Vielleicht muss man verschiedenen Ansätze durchprobieren oder einfach flexibel in der Situation entscheiden.
Ich spiel eh am Tisch eh nicht strikt nach
RAW
, da ist mir innerweltliche Logik viel lieber.