Zeitdruck ist damit ziemlich relativ (welcher Aufgabe ist tatsächlich wichtiger?).
Die Verhinderung eines weiteren Anschlags, bei dem viele Unschuldige zu Tode kommen würden.
Zur weiteren Erklärung verwende ich besser Spoiler, um die Umstände detaillierter beschreiben zu können. Wir spielen eine leicht veränderte Version des Szenarios "Am seidenen Faden", das das Ende des Albernia-Nordmarken-Konflikt behandelt.
Am Seidenen Faden, Avent. Bote 136
Die Gruppe (u.a. mit einem Rondrageweihten) stößt noch rechtzeitig dazu, als eine Gruppe Söldner (mit Armbrüsten) einen Anschlag auf die ehem. Gräfin von Honingen, Franka Salva Galahan unternimmt, die in Begleitung eines Rondrageweihten (Freund der Gruppe) reist. Sie können die Söldner besiegen. Bei der Befragung der Überlebenden wird klar, dass ein weiterer viel größerer Anschlag in wenigen Tagen bevorsteht. Dutzende Hochadlige des unterlegenen Albernias haben sich zu einem Bußzug zusammengefunden (darunter auch Königin Invher) und ziehen unbewaffnet in Richtung des kaiserlichen Lagers. Ein gewissenloser Söldnertrupp wurde angeheuert, die Unbewaffneten zu überfallen und umzubringen. Um zu erfahren, wo der Anschlag stattfindet, muss die Gruppe unter hohem Zeitdruck schnell die umliegenden Ortschaften nach weiteren Informationen und verdächtigen Truppenbewegungen befragen. Sie sind zu Pferd, die geschlagenen Söldner zu Fuß. Sie mitzunehmen würde sie entscheidend verlangsamen.
Schwertfibel und Wappenrock mit der Löwin und der Rondrakamm sind nicht rundum und überhaupt erkennbar, und der Geweihte hat auch nicht die freien Aktionen, sich zu benennen?
Mehrere Tage Reise auf furchtbaren Straßen bei strömendem Regen haben den ehemals weißen Wappenrock völlig verschlammt. Erst bei näheren Hinsehen (oder wenn er seine Waffe zieht) ist der Geweihte als solcher erkennbar. Sich ausweisen konnte er auch kaum; sobald die Söldner die gesuchte Person identifiziert hatten, griffen sie an.
Da scheint dann, wenn der Ronnie tatsächlich der Überzeugung ist, dass er nicht die Angreifer der nächsten legalen und anerkannten Autorität überstellen kann, ein Notgericht einberuft und zusammenstellt.
Vielleicht ist das inneraventurisch die beste Möglichkeit, zumal zwei Geweihte vor Ort sind und noch dazu eine Person des Hochadels. Wobei es uns heute seltsam vorkommen würde, weil alle dieser drei Personen gegen die Söldner gekämpft haben und damit als Geschädigte/Befangene den Posten von Verteidiger, Ankläger und Richter einnehmen.
Adelige werden es nicht mögen, wenn sie auf ihrem eigenen Lehen aus ihrer ihnen zugehörigen Gerichtsbarkeit enthoben werden, weil ein Geweihter fand, es wäre keine Stunden oder ein Tag Zeit gewesen, ihn aufzusuchen und die Angelegenheit zu übergeben und entsprechend den Gesetzen abzuhandeln. (Allgemein, nicht in spezifisch diesem Fall.)
Gerade in diesem Umfeld des Albernia-Nordmarken-Konflikts erscheint mir die Übergabe an die lokale Gerichtsbarkeit politisch sehr heikel. Die Rondrakirche hat in diesem Konflikt strikte Neutralität vertreten und sich auf keine der beiden Seiten gestellt. Jetzt in einem besonders umstrittenen und umkämpften Gebiet Albernias gibt es von jeder Seite jeweils einen Adligen, der Anspruch auf das Land erhebt, wo der Überfall stattfindet; vielleicht wären diese auch innerhalb vertretbarer Zeit zu erreichen. Aber mit der Übergabe von Gefangenen an einen der beteiligten Seiten würde meiner Meinung nach der Geweihte die Legitimität einer bestimmten Seite anerkennen und sich damit politisch positionieren.