Status Furcht ausspielen

  • [infobox]Schattenkatze: Dieses Thema wurde aus den Kleinigkeiten ausgegliedert. Fragen nach Handhabungen und Meinungen eigenen sich nicht als Kleinigkeiten-Fragen.[/infobox]


    Wie genau spielt ihr den Status Furcht aus? Mehr als bei allen anderen Zuständen, außer vielleicht Schmerz, liegt es ja nahe dass ein SC oder NSC sich als Reaktion darauf zur Flucht wenden würde. Bei Schmerz steht dabei wann bestimmte Wesen fliehen, bei Furcht hingegen muss man improvisieren. Wenn zB ein Magier einem Kontrahenten per Horriphobus Furcht 3 verpasst, lasst ihr den dann einfach Reißaus nehmen? Gesteht ihr ihm eine Willenskraftprobe zu? Verlangt ihr auch SCs in so einem Fall eine Willenskraftprobe ab?


    So habe ich das spontan gemacht, Willenskraftprobe erschwert um die Stufe der Furcht. Habt ihr irgendwelche andere Ideen oder Routinen?

  • Ich ziehe da gerne die Tabelle bei Furcht hinzu, wonach

    Stufe I = Beunruhigt,

    Stufe II = Verängstigt,

    Stufe III = Panisch und

    Stufe IV = Katatonisch (Handlungsunfähig)

    ist. Ab Stufe 2 fliehen bei mir die meisten, oder ergeben sich. (Immerhin ist Schmerz II oft auch der Fluchttrigger) Stufe 1 lässt vor einem Kampf ggf. jemanden schon aufgeben. Wer sich dagegen wehren will würfelt auf Willenskraft (Bedrohung standhalten), modifiziert um alle wirkenden Modifikatoren. Wer also Schmerz I, Furcht II und Betäubung I hat wird sich recht schnell trollen.

    Ich schreibe aus der Warte eines mit DSA5 eingestiegenen Aventurologen. Mein Wissensstand basiert auf 5 allein.

    „Knie nieder! - Sei ohne Furcht im Angesicht deiner Feinde, sei tapfer und aufrecht, auf das Gott dich lieben möge, sprich stets die Wahrheit, auch wenn dies den eigenen Tod bedeutet, beschütze die Wehrlosen, tue kein Unrecht, dies sei dein Eid (ohrfeigt Balian) Und das ist dafür, dass du ihn nicht vergisst.“ - Königreich der Himmel


    DSA5-Waffenstatistik

  • Weil ich niemals Lust hätte eine Probe für einen NSC im Kampf zu würfeln (Talentprobe, also nicht AT PA) (das wird mir zu viel Würfelei), würde ich einfach ab Stufe 2 überlegen, ob ich ihn fliehen lassen möchte.

    Wenn's für die Helden knapp wird, oder es für die Story wichtig ist, würde ich einfach einen W20 würfeln und bei > Furchtstufe*5 flieht der getroffene. Also 50% Chance bei Stufe2, 75% Chance bei Stufe3 +/- wie ich den Typen einschätzen würde.


    Meist würde ich aber das würfeln vermeiden.

  • Das macht durchaus Sinn. Allerdings wird dadurch der Horriphobus eine ganze Ecke besser als andere Zustandszauber und macht sogar dem Corpofesso Konkurrenz. Ich schätze es wäre schöner wenn das explizit verregelt wäre und der Horriphobus auch nach C zu steigern wäre. Naja, man kann nicht alles haben.

  • Der Einfluss von Furcht ist nunmal auch stark Abhängig von den Motiven des Verängstigten und lässt sich so nur schwer verallgemeinern.


    Ein kleiner Taschendieb flieht vermutlich schon ohne überhaupt eine Stufe Furcht zu erleiden, spätestens nach der 1.Stufe.


    Eine Bache (w. Wildschwein) wird vermutlich noch bei Stufe 3 standhaft bleiben, wenn sie ihre Jungtiere verteidigt.


    Ein Wildtier, das kurz vorm Hungertod steht, wird vermutlich ebenfalls weniger schnell von seiner letzten Möglichkeit auf Nahrung ablassen.


    Menschen haben seltener einen solch extremen Antrieb wie es in der Natur vorkommt.

  • Wenn zB ein Magier einem Kontrahenten per Horriphobus Furcht 3 verpasst, lasst ihr den dann einfach Reißaus nehmen?

    Wie Lorenz4535 schon sagte: Es kommt darauf an. Der bösartige Schwarzamgier Beschwörefix kämpft weiter bis zum Tot und flieht auch bei Furcht 3 nicht.

    Der Taschendieb wollte sowieso nicht kämpfen und flieht bei Furcht I, Der Straßenräuber ist abgebrühter.


    Verlangt ihr auch SCs in so einem Fall eine Willenskraftprobe ab?

    Je nachdem.


    Allerdings wird dadurch der Horriphobus eine ganze Ecke besser als andere Zustandszauber und macht sogar dem Corpofesso Konkurrenz. Ich schätze es wäre schöner wenn das explizit verregelt wäre und der Horriphobus auch nach C zu steigern wäre.

    Ja de rHorriphobus ist ziemlich stark, aber der Corpofresso ist ungleich mächtiger, raubt er doch "Wertetechnisch" schon bei Schmerz II die Hälfte der LP (denn hat der Gegner Schmerz II duch LP Verlust sind es schon IV und er ist Kampfunfähig...

    Nietzsche und Amazeroth - Also sprach Zarathustra (zweiter Teil):


    Was erschrak ich doch so in meinem Traume, dass ich aufwachte? Trat nicht ein Kind zu mir, das einen Spiegel trug?

    "Oh Zarathustra - sprach das Kind zu mir - schaue Dich an im Spiegel!"

    Aber als ich in den Spiegel schaute, da schrie ich auf, und mein Herz war erschüttert: denn nicht mich sah ich darin, sondern eines Teufels Fratze und Hohnlachen.

  • (Bei Schmerz IV wird auch gerne vergessen, dann kann mittels Selbstbeherrschung (Handlungsfähigkeit bewahren) weitermachen kann.)

    Ich schreibe aus der Warte eines mit DSA5 eingestiegenen Aventurologen. Mein Wissensstand basiert auf 5 allein.

    „Knie nieder! - Sei ohne Furcht im Angesicht deiner Feinde, sei tapfer und aufrecht, auf das Gott dich lieben möge, sprich stets die Wahrheit, auch wenn dies den eigenen Tod bedeutet, beschütze die Wehrlosen, tue kein Unrecht, dies sei dein Eid (ohrfeigt Balian) Und das ist dafür, dass du ihn nicht vergisst.“ - Königreich der Himmel


    DSA5-Waffenstatistik

  • (Bei Schmerz IV wird auch gerne vergessen, dann kann mittels Selbstbeherrschung (Handlungsfähigkeit bewahren) weitermachen kann.)

    Ja das stimmt, danke für den Hinweis. ISt aber auch nicht ganz leicht die SB -4 Probe zu schaffen...

    Nietzsche und Amazeroth - Also sprach Zarathustra (zweiter Teil):


    Was erschrak ich doch so in meinem Traume, dass ich aufwachte? Trat nicht ein Kind zu mir, das einen Spiegel trug?

    "Oh Zarathustra - sprach das Kind zu mir - schaue Dich an im Spiegel!"

    Aber als ich in den Spiegel schaute, da schrie ich auf, und mein Herz war erschüttert: denn nicht mich sah ich darin, sondern eines Teufels Fratze und Hohnlachen.

  • (Bei Schmerz IV wird auch gerne vergessen, dann kann mittels Selbstbeherrschung (Handlungsfähigkeit bewahren) weitermachen kann.)

    Ja das stimmt, danke für den Hinweis. ISt aber auch nicht ganz leicht die SB -4 Probe zu schaffen...

    Ist das so? Meine öfter gelesen zu haben, dass 4Stufen Schmerz nicht ignoriert werden können (also 1Stufe). Oder war das nur bei bestimmten Sonderfertigkeiten und Vorteilen, wo man eine Stufe ignorieren dürfte und nur bei Stufe 4 zählte das nicht mehr?

  • Fahles Bei der Zustandsbeschreibung steht das dabei. Es gibt aber reichlich SF, die dafür sorgen, dass man Abzüge der geringeren Stufen ignorieren darf. Aber bei Stufe 4 wird man immer Handlungsunfähig, solange man eine normal modifizierte (heißt mindestens -4 wegen Schmerz IV) nicht besteht. Und wenn man die besteht, wirken halt auch die SF nicht, weil Stufe IV sich immer voll auswirkt.

    Ich schreibe aus der Warte eines mit DSA5 eingestiegenen Aventurologen. Mein Wissensstand basiert auf 5 allein.

    „Knie nieder! - Sei ohne Furcht im Angesicht deiner Feinde, sei tapfer und aufrecht, auf das Gott dich lieben möge, sprich stets die Wahrheit, auch wenn dies den eigenen Tod bedeutet, beschütze die Wehrlosen, tue kein Unrecht, dies sei dein Eid (ohrfeigt Balian) Und das ist dafür, dass du ihn nicht vergisst.“ - Königreich der Himmel


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  • Man kann auch die Fokusregel Panik-Regeln verwenden wenn man NPC unter 'Furcht' unberechenbarer agieren lassen möchte.

    Ist aber ein u.U. ein ziemlicher Würfel aufwand, den ihr Multitasken solltet (verdeckt ausführen während ihr die Szene beschreibt oder schon der nächste Spieler seine KR ausführt), sonst verliert ihr schnell die Spannung!

  • Ich finde das Thema sehr spannend und würde nochmal die Perspektive wechseln.


    Wie spielt ihr Furcht bei SCs aus? Lasst ihr die Spieler reagieren? Beschreibt ihr konkret, wie sie sich verhalten und baut abseits von Regeln z.B. Charaktereigenschaften mit in die Handlungsbeschreibung ein?


    Z.b. wie spiele ich die Reaktion eines SC auf die erste Sichtung eines Zantim aus, wenn dieser regeltechnisch weder Schreckgestalt hat noch einen Horriphobus-ähnlichen Effekt wirkt.

    Oder wenn Gildenmagus Pacificus Friedvoll das erste Mal mit einem profanen Kampf konfrontiert wird.


    Dem Spieler frei überlassen oder z.B. bei Furchtstufen die Handlungen vorgeben: "Pacificus, du nässt deine Robe ein und fliehst...die nächsten 15 KR kannste dir ne Pizza machen..."


    Finde persönlich psychologische oder Adrenalin-Effekte und Überlegungen immer recht schwierig umzusetzen, gerade bei den "heldentypischen" Aktivitäten.

    "Pertinatia sapientiaque ad cognitionem cursus sunt."

  • Ich lasse die Helden ihre Stufen so ausspielen, wie sie es für richtig halten. Merke ich, dass ein Spieler seine Stufen nicht gut darstellen kann, versuche ich ihm nach der Sitzung einen Tipp zu geben bzw. rede mit ihm darüber.


    Möchte ein Held nicht die Stufen darstellen, ist das für mich in einer gamistischen Runde in Ordnunh; nicht in einer Rollenspiel-Runde. Meine gamistischen Runden habe ich mittlerweile größtenteils verlassen, da ich selbst mehr in Richtung Rollenspiel tendiere (mit der Zeit).

  • Bevor man einem SC sagt "Du fliehst", muss man ihm immer zumindest noch eine Willenskraftprobe zugestehen, mMn. Wenn die dann fehlschlägt ist es auch leichter für den Spieler sich damit abzufinden, da er ja seine faire Chance hatte aber sein Charakter wohl einfach nicht abgebrüht genug war.


    Darüber hinaus denke ich sollten Spieler ihre Furcht selbst ausspielen. Dass sie schlechter performen ist ja durch die Regeln eh schon abgedeckt.

  • Ich handhabe es prinzipiell wie Natan und benutze die Fokusregel, falls Spieler von sich selber aus nicht wissen wie sie die Angst, in der jeweiligen Situation ausspielen wollen.

    Bei mir bekommt jeder Held außerdem eine personalisierte Panik-Tabelle, bei der die Spieler Mitspracherecht, bei der Heldenerschaffung erhalten.

  • Ich finde (alle) Zustand-Stufen sehr geeignet, um Charaktere in die Knie zu zwingen, ohne sie zu töten. Das gilt für NSC und SC gleichermaßen. IV ist RAW + RAI handlungsunfähig, es sei denn ein Held bzw. Spieler stemmt sich mit Anstrengung dagegen. Wenn er das allerdings tut, muss er auch keine Gnade erwarten.

    Die Erschwernisse sind die Mahnung des Systems und des Meisters an die sich verdunkelnden Überlebens-Chancen.

    Wer die Signale nicht hören will, muss das nicht - vielleicht ist er oder sie... äh... sozusagen ein Held. :)

  • Dem Spieler frei überlassen oder z.B. bei Furchtstufen die Handlungen vorgeben: "Pacificus, du nässt deine Robe ein und fliehst...die nächsten 15 KR kannste dir ne Pizza machen..."

    Das würde ich nie tun. Einem Spieler beschreiben, was sein Charakter explizit denkt, fühlt oder macht halte ich für nicht gut und für einen Eingriff in die "Oberhoheit" eines Spielers bezüglich seines Charakters (und mag ich auch gar nicht, wenn das andere SL bei mir und meinen Charakteren machen).*

    Anmerken, dass etwas vielleicht erschreckend wirken könnte ist ja legitim, dann kann sich dann jeder entscheiden, wie es aussehen soll.

    Wenn gar nichts kommen sollte, kann ja, wie schon geschrieben wurde, immer noch das mal eben kurz angesprochen werden.

    Klare Zustände geben zudem recht deutlich vor, in welchem Rahmen sich was bewegt.


    * Es gibt ganz seltene Ausnahmen, in denen ein SC gewissen Einflüssen unterliegt (Beherrschung durch einen Geist z.B.), in denen sein Handeln wenigstens tatsächlich Vorgaben durch den SL unterliegt, aber die spätere Reaktion darauf, wenn SC wieder Herr seiner selber ist, obliegt dann wieder dem Spieler.

  • Ich denke auch das die Regeln immer nur tools für Meister als auch Spieler sein sollten, um kreative Blockaden zu vermeiden oder einzureißen.

    Spieler sollten kreativ frei über ihren Charakter entscheiden können, die Regeln sollten sie dabei unterstützen und inspirieren und nur selten Kontrollfunktion annehmen.

    Allerdings hängt es auch immer von der Rundendynamik und dem Spieler selber ab!