Meinungen zum Ulisses-Crowdfunding

  • Zitat

    Die Relevanz für dieses Thema ist dabei folgende: Fans und Spieler sollten dankbar sein wenn sie ihre Verlage betriebswirtschaftlich geschickt agieren, ihr Kapital vermehren und ihre Unabhängigkeit wahren sehen.

    Business as if its 1999 ist keine Lösung.

    Lyral hat mich weiter oben passend korrigiert und ich muss im da teilweise zustimmen. Der Einzelhändler an für sich wird für Neukunden vermutlich wirklich uninteressanter. Die Zeiten sind wohl wirklich (bald) vorbei. Vor allem in so einem Nischenmarkt wie unserem Hobby. Denk man an Stuttgart Mitte/ Ende der 90er waren mir da 4+ Rollenspiel-Läden bekannt. Heute übrigens keiner mehr.


    Aber um die Brücke zum Zitat zu schlagen: Hier stimme ich nur bedingt zu. Ja es ist wichtig das der Verlag betriebswirtschaftlich agiert. Ich seh beruflich bedingt genug die hops gehen. Aber mein Verständnis hört auf wenn betriebswirtschaftlich bedeutet, daß ich die Bücher mit dopplungen und unnötigem Strecke. Das ist nicht nachhaltig.


    Bei einem kleinem Verlag oder unbekannten Systemen verstehe ich das CF grundsätzlich. Ich denke auch das es im P&P Bereich noch geht. Da ist es im PC Spiele, oder noch schlimmer im Tabletop Bereich, furchtbar (Robotech, Darklands, AvP, Prodos und x andere).


    Aber, unterschätzte ich hier Ulisses und die Marke DSA, vom deutschen Branchenprimus (Verlag und System), erwarte ich irgendwie schon das er nicht auf CFs angewiesen ist.

    Außer es handelt auch um wirkliche Nischen innerhalb des Systemes/Welt (WdV zb).

  • vom deutschen Branchenprimus (Verlag und System), erwarte ich irgendwie schon das er nicht auf CFs angewiesen ist.

    Genau. Die anderen großen Rollenspielverlage machen dies ja auch nicht.

  • Aber, unterschätzte ich hier Ulisses und die Marke DSA, vom deutschen Branchenprimus (Verlag und System), erwarte ich irgendwie schon das er nicht auf CFs angewiesen ist.

    Na ja, Wrath & Glory und Pathfinder sind vermutlich die teuersten Lizenzen, und da gibt es keinen Kickstarter (bei Wrath & Glory gibt es einen Vorverkauf …). Aver ich vermute, da lässt der Lizenzgeber so etwas nicht zu.


    Zu tsr, da hat es auch nicht geholfen, das man Jahrelang seinen Drucker nicht bezahlt hat, seine wichtigsten Buchautoren vergrault hat … Aber das war 97 und nicht 99.


    Aber das Problem war natürlich auch, dass das alles zusammen gekommen ist mit dem Zusammenbruch des Marktes. Palladium hat 1996 alle Lizenzen gekündigt, ICE hatte 97 massive finanzprobleme und ging dann 2000 Pleite und End Games 98.

    2 Mal editiert, zuletzt von Tharbad ()

  • Na ja, Wrath & Glory und Pathfinder sind vermutlich die teuersten Lizenzen, und da gibt es keinen Kickstarter (bei Wrath & Glory gibt es einen Vorverkauf …). Aver ich vermute, da lässt der Lizenzgeber so etwas nicht zu.

    Das stimmt nicht ganz, sowohl zu Pathfinder als auch zu Starfinder führt Ulisses CFs durch. Paizo selbst hingegen verzichtet darauf.

  • Um zu beurteilen, ob Ulisses´ CFs betriebswirtschaftlich notwendig waren, fehlen uns mMn schlichtweg die dafür notwendigen Informationen.

    Wenn ich die weiter oben verlinkten Auflagenhöhen sehe, scheue ich davor zurück, Ulisses als "groß" zu bezeichnen, wenngleich Ulisses größer ist als die deutsche Konkurrenz.

    ich wäre ja perfekt, wenn ich nicht so bescheiden wäre....

  • Um zu beurteilen, ob Ulisses´ CFs betriebswirtschaftlich notwendig waren, fehlen uns mMn schlichtweg die dafür notwendigen Informationen.

    Wenn ich die weiter oben verlinkten Auflagenhöhen sehe, scheue ich davor zurück, Ulisses als "groß" zu bezeichnen, wenngleich Ulisses größer ist als die deutsche Konkurrenz.

    Da fällt aber auf, dassdie deutsche Konkurrenz fast vollständig auf CFs verzichten. Es gibt keine Cfs zu Midgard, Splittermond, Space 1889 usw.

  • Hm, der Elsa Franke Verlag (und andere kleinere Verlage) haben auch nicht die Veröffenlichungsrate von Ulisses. Space 1889 war ein Kickstarter und Uhrwerk macht ausserhalb von Splittermond ja auch andere Kickstarter.


    Zum anderen muss man ein CF auch personell stemmen können. CF ist keine Gelddruckmaschine, sondern macht auch sehr viel Arbeit.

    2 Mal editiert, zuletzt von Tharbad ()

  • Ulisses witzelt auf jeden Fall selbst, dass sie mit D&D kaum Gewinne machen wegen Lizenzgebühren und schneckenlangsamen Lizenzgeber.


    Ulisses ist eine Amsel unter Spatzen. Größer aber nicht groß. :)


    Solange die CF-Produkte immer auch in den regulären Markt kommen, bin ich entspannt. Und das war bis auf Gimmicks bisher immer so bei Ulisses.


    Edit: Man bin ich langsam.

    Uhrwerk hat durchaus schon CFs gemacht.

    Und Prometheus auch mit gemischten Ergebnis.

  • Hm, die haben aber auch nicht die Veröffenlichungsrate von Ulisses, Space 1889 war ein Kickstarter und Uhrwerk macht ausserhalb von Splittermond ja sehr wohl Kickstarter.

    Bei Space 1889 war nur die englische Version ein Kickstarter. Und bei den anderen Kickstartern vom Uhrwerk Verlag handelte es sich um "gute Kickstarter", also um CF-Projekte, mit denen man feststellt, ob es überhaupt ein Bedarf für ein bestimmtes Lizenzprodukt gibt. Bei keinen dieser Kickstarter handelte es sich um eine deutsche Entwicklung, sondern um Lizenzen von Modiphius, die selbst ihre Projekte gerne über Kickstarter vorfinanzieren.

  • Siehe auch den Beitrag von Patric Götz im Tanelorn vom Oktober letzten Jahres:
    https://www.tanelorn.net/index…4547040.html#msg134547040


    Ein Zitat daraus:

    Zitat

    Was ich schon irgendwo öfter vor einiger Zeit mal gesagt habe war, dass wir kein Crowdfunding anfangen, bevor das nächste nicht abgeschlossen ist. Das mussten/wollen wir allerdings ein wenig relativieren. Die Marktentwicklung hat CFs für uns so wichtig gemacht, dass wir da mehr machen müssen, insofern haben wir uns dazu entschlossen, ein neues CF nur zu beginnen, wenn es keine offensichtlichen großen Probleme bei den vergangenen CFs gibt und/oder das neue CF selber sehr schnell abgeschlossen werden kann.

    Egal, wie man zu CF steht, es ist sehr wahrscheinlich, dass da in Zukunft generell mehr kommen werden. Die Plattformen sind halt anscheinend auch als Vetriebs- und Marketingwege immer wichtiger. Wer sich dem verweigern würde, schießt sich als Verlag am Ende halt wohl ins eigene Bein.

    Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen. -- Peter Ustinov

  • Egal, wie man zu CF steht, es ist sehr wahrscheinlich, dass da in Zukunft generell mehr kommen werden. Die Plattformen sind halt anscheinend auch als Vetriebs- und Marketingwege immer wichtiger. Wer sich dem verweigern würde, schießt sich als Verlag am Ende halt wohl ins eigene Bein.

    Bzw. wird der Markt das teilweise auch selbst regulieren. Die Anzahl und das Volumen von Backern ist ja auch begrenzt. Wenn es ein Überangebot gibt, dann werden einige CF nicht mehr ausreichend finanziert, und das bei recht umfangreichen Auslagen.

  • Tharbad  
    Ja, das wird sicher irgendwann passieren. Wobei ich nicht glaube, dass da momentan schon insgesamt das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Aktuell denke ich, dass da eher die Arbeit limitierend ist, die die Verlage in ein CF stecken - das ist ja auch nicht gerade wenig, was da an Planung und Präsentationsmaterialien zu machen ist.

    Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen. -- Peter Ustinov