Posts by Barbarossa Rotbart

    Powergaming und schlechtes Balancing ist eine Sache, die ziemlich orthogonal zur Exotik-Thematik ist. Natürlich gibt es in allen Rollenspielen ab einer gewissen Komplexität Dinge, die zu gut oder zu schlecht sind. Und natürlich gibt es spieler, die sie dann genau deshalb nehmen. Aber exotische Dinge sind nicht automatisch stärker.

    Häufig sind sie es aber.

    oder D$D3.x mit "Menschen haben Bonusfeat und Bonusfertigkeitspunkte", dann ist das schon deutlich stärker als fast alles andere und der High-Op Spieler wird oft zum Menschen getrieben.

    Nein! Hier achten jene doch eher darauf, dass die Eigenschaftsboni am besten zur gewünschten Klasse passen. Und dann achten viele auch noch darauf, dass die speziellen Fähigkeiten auch noch zur Klasse passen. Das Menschen bevorzugt wurden, hatte man eher bei AD&D, wenn man hochstufige Kampagnen spielte, weil nur sie diese Stufen überhaupt erreichen konnten. Gerade bei D&D ist es eher die Regel keinen Menschen zu spielen. Mit 5e und der jetzt wegen der "Rassismus im Rollenspiel"-Debatte in den USA eingeführten (Zusatz-)Regel, dass die Eigenschaftsboni freiwählbar sind, wird das sogar noch schlimmer, da entsprechende Spieler jetzt eher auf die speziellen Fähigkeiten achten. Und da Menschen in 5e keine haben, sind sie trotz ihres Bonus von +1 auf alle Eigenschaften uninteressant geworden, Exoten mit besonders einzigartigen Fähigkeiten hingegen besonders interessant.

    DSA4 ... Ja, Mittellände und Tulamiden stinken ab gegen Thorwaler, Waldmenschen, Utulus, Nivesen und Norbarden. Das sind aber auch alles Menschen. Und alle beseser als Achaz und erst recht Goblins. Natürlich sind Halbelfen und Elfen noch mal besser. Das war schon alles großer Murks.

    Dafür hatten aber diese Rassen eine größere Auswahl an Kulturen. Wenn man sich aber nicht an jene Vorgaben hält, dann ist es auch kein Wunder, dass Spieler zu überoptimierten exotischen RKP-Kombinationen greifen. In meinen Augen ist DSA5 durch seine absolut freie Heldenerschaffung noch viel anfälliger für überoptimierte Helden, aber das ist jetzt ein anderes Thema.

    Zurück zu DSA5: Hier werden keine Exoten als Helden vom Regelwerk unterstützt. Das bedeutet also, dass die Redax nicht will, dass solche Charaktere gespielt werden.

    Ich bin auch kein Fan von Exoten - schon gar nicht bei DSA.


    Dennoch ist ein "nicht unterstützen" kein ein eindeutiger Beweis, dass etwas nicht gewollt ist.

    Der einzige Eineindeutige Beweis wäre eine Aussage dazu.

    Das ist jetzt das typische Dilemma: Ist alles erlaubt, was nicht explizit verboten ist, oder ist alles verboten, was nicht explizit erlaubt ist?

    Auch wenn der Artikel zu Exoten noch von der DSA4-Redax stammte, kann man doch davon ausgehen, dass sich die Meinung der Redax nicht groß verändert hat. Das werden wir aber vielleicht erst dann erfahren, wenn die Rdax es schafft, Bücher zu den regionen zu veröffentlichen, in denen die "normalen" Exoten keine Exoten sind.

    Nein, die Wahrscheinlichkeit ist nicht null. Ich habe aber auch keine Probleme damit, wenn der Fall eintritt und ein Spieler etwas spielen will, das mir personlich zu exotisch ist. Solange es keine anderen Gründe gibt, die dagegen sprechen (inkompatibel mit Rest der Gruppe, Balance-Probleme, Motivation am Abenteuer teilzunehmen...), ist der Charakter willkommen.

    Sagte ich das nicht? Und hast Du da nicht den wichtigsten Grund vergessen? Das wichtigste sollte doch sein, ob dieser Charakter überhaupt in die Kampagne passt, ohne dadurch die Kampagne massiv zu stören.

    In Planescape sind Engel und Dämonen nun wahrlich keine exotischen Charaktere.

    Als SCs eigentlich schon. Es gab für AD&D zwar mit Warriors of Heaven einen Band, der das Spielen von Engeln ermöglichte, aber nichts für Dämonen als SCs. Dies kam erst mit D&D 3e, aber da gab es Planescape offiziell schon nicht mehr.

    Ja. Ist für mich einer von vielen Gründen, kein DSA5 zu spielen.

    Für mich sind es eher die Regeln und die Redax, weshalb ich kein DSA mehr spiele, aber das ist ein ganz anderes Thema.

    Nur weil Dir so etwas noch nicht untergekommen ist, bedeutet dies nicht, dass es auch nicht gemacht wird. In einer Hinsicht hast aber schon recht: Je "unmenschlicher" der Exot, desto unwahrscheinlicher ist es, dass er gespielt wird. Aber die Wahrscheinlichkeit wird nicht null, denn, wenn so etwas von den Regeln angeboten wird, gab es bestimmt auch eine entsprechende Nachfrage, ob man so etwas nicht spielen könnte. (Mir sind übrigens bei SR schon freie Geister als SCs untergekommen und bei D&D sowohl Engel als auch Dämonen (in einer Planescape-Kampagne).)


    Zurück zu DSA5: Hier werden keine Exoten als Helden vom Regelwerk unterstützt. Das bedeutet also, dass die Redax nicht will, dass solche Charaktere gespielt werden.

    Ich bin der Meinung, dass Rollenspiele, in denen NSCs den gleichen Regeln folgen wie SCs und daher die Charaktererschaffung auch die Erschaffung von so ziemlich allen NSCs gestattet, gerade zu zum Spielen von exoten einlädt. So etwas hatten wie z.B. bei DSA4, D&D 3e, Pathfinder usw. Sobald die Regeln ermöglichen, NSCs wie SCs erschaffen, gibt es auch Spieler, die die eigentlich für NSCs vorgesehenen Rassen, Klassen/Professionen, Fertigkeiten, Zauber etc. für ihre eigenen Charaktere nutzen wollen. Diesen Spielern geht es dabei aber nie um die rollenspielerische Herausforderung des Spielens von Exoten, sondern eher darum etwas Besonderes zu spielen oder um die Macht die der Charakter durch die eigentlich für NScs vorgesehenen Elemente erhält.

    Gleiche Regeln sorgen dafür, dass das Spielen von Exoten viel weniger Aufwand ist, da man nicht erst ein ausbalanciertes Hausregelpaket dafür entwerfen muss. Mit den Gründen des Spielen von Exoten hat das aber eher wenig zu tun.

    Sorry, aber es hat leider sehr viel damit zu tun. Es begünstigt das Spielen von exoten, weil man nicht Hausregeln entwickeln muss. Es ist schließlich schon alles vorhanden, was man braucht. Natürlich kann man ein Hausregelpaket entwickeln, um irgendwelche Exoten spielen zu können. Aber wer macht das schon. Wenn aber die Regeln das Spielen von Exoten gestatten (auch wenn dieser Teil der Regeln nur für NSCs gedacht ist), ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass jemand einen Exoten spielt. Er hat schließlich keine zusätzliche Arbeit.

    Ich bin der Meinung, dass Rollenspiele, in denen NSCs den gleichen Regeln folgen wie SCs und daher die Charaktererschaffung auch die Erschaffung von so ziemlich allen NSCs gestattet, gerade zu zum Spielen von exoten einlädt. So etwas hatten wie z.B. bei DSA4, D&D 3e, Pathfinder usw. Sobald die Regeln ermöglichen, NSCs wie SCs erschaffen, gibt es auch Spieler, die die eigentlich für NSCs vorgesehenen Rassen, Klassen/Professionen, Fertigkeiten, Zauber etc. für ihre eigenen Charaktere nutzen wollen. Diesen Spielern geht es dabei aber nie um die rollenspielerische Herausforderung des Spielens von Exoten, sondern eher darum etwas Besonderes zu spielen oder um die Macht die der Charakter durch die eigentlich für NScs vorgesehenen Elemente erhält.


    Wenn man Exoten spielen will, sollte dies nicht nur mit dem Meister, sondern auch mit dem Rest der Gruppe abgesprochen sein. Aber dies sollte eigentlich für alle Charaktere gelten.

    Weil man immer damit rechnen muss und man wissen will, wie andere damit umgehen würden.


    EDIT: ich sollte vielleicht anmerken, dass wir damals DSA3, AD&D u.ä. spielten, wo Exoten von den Regeln her schon einmal nicht vorgesehen waren oder uns die entsprechenden Regeln fehlten. Wir hatten aber in unserer MERS-Kampagne doch mal einen Exoten, einen (Halb-(?))Ork, der als Scharfrichter/Leibwächter unserers gondorianischen Adligen auftrat. Er war immer so verhüllt, dass man seine Herkunft nicht erkennen konnte. Der damalige SL hat ihn zugelassen.

    Wie gesagt, die gesamte Gruppe hatte sich auf das Genre und das Setting der Kampagne geeinigt, inkluisve des Spielers, der dann mit einem umpassenden Charakter angekommen ist.

    Und, was hast du dann gemacht? Zugelassen oder nicht?

    Es war eine hypothetische Frage. Bei uns hat bisher keiner so etwas gewagt.

    Ansonsten finde ich schon exotische Professionen oft zu wenig immersiv, da müssen es nichtmal exotische Spezies sein.

    Es müssen ja nicht unbedingt exotische Professionen sein. Es reicht schon, wenn die betreffende Profession für die Kampagne ungeeignet ist, wie z.B. ein weidener Ritter in einer südaventurischen Piratenkampagne.

    Und Schwupps wollte einer der Spieler einen Zwerg spielen, der Magier ist.

    Wobei ein Zwergenmagier nun wirklich kein Exot (mehr) ist ... ;)


    Wenn es nicht passt, dann passt es nicht und dem Spieler sagen, dass ist nicht Kampagne dafür. Dann würde ich bitten, sich eine passenden SC zu basteln. Wenn er dann immer noch unbedingt den Exoten spielen, muss man ihm vielleicht sagen, dass das nicht die passende Gruppe ist und sich die Wege zumindest für diese Kampagne trennen.

    Wie gesagt, die gesamte Gruppe hatte sich auf das Genre und das Setting der Kampagne geeinigt, inkluisve des Spielers, der dann mit einem umpassenden Charakter angekommen ist.


    Gäbe es für DSA so etwas wie die Pathfinder Society (Pathfinder) oder die Adventurers' League (D&D), dann würde sich die Frage nach der Zulassung von Exoten nicht stellen, denn sie wären automatisch verboten.

    Wobei der Text halt ziemlich klar sagt, dass das Spiel solcher Charaktere eben durchaus möglich ist und beschreibt, welche Regionen sich für welchen Exoten besser und schlechter eignen und warum.

    Aber in einem solchen Fall sind es dann nicht wirklich Exoten. Außerdem ist zu bedenken, dass der Artikel nur jene Exoten abdeckt, die von den Regeln als Spielercharaktere vorgesehen sind.

    Und klar passt nicht jeder Exot in jedes Subsetting. Aber normalerweise haben Spieler ja auch mitzureden, was genau für ein Subsetting bespielt und da wird ein Exotenliebhaber wohl eher für etwas votieren, wo sein Wunschcharakter funtioniert. Wie alle anderen auch.

    Was aber, wenn man sich auf ein bestimmtes Subsetting und Genre geeinigt hat, und dann der Exotenliebhaber mit einem für dieses Setting ungeeigneten Charakter ankommt? Ein Beispiel: Alle sind für eine Horasreich-Kampagne im Stil der drei Musketiere, aber dann kommt einer mit einem Ork-Schamanen an, der nun wirklich nicht in die geplante Kampagne passt. Soll der SL einen solchen Charakter trotzdem zulassen?

    Grundsatzdiskussionen darüber zu führen, was in einer Fantasy-Welt, die jeder für sich auch nochmal ganz anders interpretiert, möglich ist und was nicht, finde ich ich schwierig.

    Falsch, denn dies wird von der Weltbeschreibung vorgegeben. Deshalb kann man in Wege der Helden (DSA4.1) den Artikel Wie exotisch darf ’s denn sein? (S.297ff) finden. Der beschreibt sehr gut, was aus der Sicht der damaligen Redax möglich ist und was nicht.

    Ich kann verstehen, weshalb einige unbedingt Exoten spielen (wollen), aber häufig genug funktioniert dies nicht. In meinen Augen ist die Existenz von Charakteren wie Raistlin Majere oder Drizzt Do'Urden, die beide in ihren jeweiligen Welten wirklich Exoten sind, Schuld daran, dass so viele unbedingt Exoten spielen wollen. Aber wie einer mal es so treffend formuliert hat, wenn die Kampagne am Hofe von Ludwig XIV. spielt, kann man keinen Ninja spielen. Der Charakter muss nicht nur in die Welt passen, sondern auch in die jeweilige Region und auch Epoche.

    Egal um welches Rollenspiel es sich handelt, ich bin immer dagegen, dass Exoten gespielt werden. Als SL lasse ich solche Charaktere aus Prinzip nicht zu. Der Grund ist ganz einfach. Exoten werden nie richtig dargestellt, besser gesagt, die Reaktion der Umwelt auf solche Exoten wird nie richtig dargestellt. Würde man diese richtig darstellen, würden sich alle Abenteuer der Gruppe nur noch um den Exoten drehen, der, weil er ein Exot ist, immer automatisch im Mittelpunkt steht.

    In einem der DSA4-Bände (Wege der Helden) gab es einen sehr interessanten und daher auch sehr wichtigen Artikel zum Thema, der deutlich machte, dass selbst die damalige Redax nicht viel vom Spiel von Exoten hielt, auch wenn (Halb-)Orks, Goblins und Achaz damals spielbare Rassen waren.