Posts by Barbarossa Rotbart

    Wir reden hier aber nicht über D&D oder Midgard, egal welche Version, sondern über DSA.

    Ich wollte damit deutlich machen, wie ein Barbar in anderen Rollenspielen gesehen wird. Und auch, wie Barbar damals in der Regel definiert wurde.

    Und wenn es die Rolle des Barbaren bei DSA3 nicht gibt, dann liegt es meiner Meinung nach nahe, es entweder in der Gruppe so zu definieren, wie es Spaß macht oder sich an anderen Publikationen über Aventurien zu orientieren. Und da bietet sich die Profession "Stammeskrieger" aus DSA4.1 an.

    Etwas so zu definieren, wie es Spaß macht, kann schon zu ungewollten Effekten führen. Und nicht jeder wagt sich daran, Rassen, Kulturen und Professionen aus DSA4 nach DSA3 zurück zu konvertieren. Das Beste ist, sich den passensten Heldentyp auszusuchen und die Talente anzupassen, wie es schon in der MSZ-Box für etliche Kulturen gemacht wurde. Dies muss natürlich vom Meister abgesegnet werden.

    Wir entfernen uns doch jetzt eigentlich auch wieder vom eigentlichen Thema, oder?

    Dann zeig mir die Regel die festlegt das ich die Heldentypen in DSA3 so eng sehen muss wie du.

    Es steht da zwar irgends explizit, aber es wird aber durch die Beschreibungen der Heldentypen impliziert.

    Ich selber spielte einen Korgeweihten nach DSA3 und nahm die Werte eines Rondrageweihten.

    Das kann man machen, wenn man das KKO nicht hat, denn die Kor-Kirche galt damals noch als Zweig der Rondrakirche, aber mit dem KKO kamen Regeln für Kor-Gewehite heraus, die diese Notlösung ersetzten. Jetzt musste man mindestens Stufe 3 sein, mindestens MU 12, CH 12, GE 12, KK 12 und GG 4 haben und ein Nachkampftalent auf mindestens 10.

    Ob du nun das Startwerte Set des Söldners nimmst und Punkte in Wildnistalente steckst, um die eher harschere Umgebung abzubilden oder ob du einen Jäger nimmst und Steigerungsversuche für Nahkampftechnicken hernimmst, das ist jedem individuell überlassen und sollte danach bewertet werden welche Kernkompetenzen der einzelne Charakter am Ende haben soll.

    Nein, denn der Fokus eines Söldners liegt auf ganz anderen Talente als der eines Jägers. Der Heldentyp Jäger passt eher zu einem Stammeskrieger als ein goldgieriger Söldner.

    Archetyp bedeutet was anderes als Kultur, Spezies, Profession und Archetypen sind nicht durch diese Begriffe getrennt.

    Falsch. Heldentypen sind ganze spezifische Kombinationen aus Spezies, Kultur und Profession.

    Ich kann auch einen Thorwaler bauen aber die Startwerte der Seefahrerin oder Schmied nehmen, mein Thorwaler ist immernoch ein waschechter Thorwaler. Er ist dieses eine thorwalische Individuum nur näher an einem anderen Archetyp ist zu dem Zeitpunkt zu dem seine Heldenerschaffung passiert (Aufstieg von Stufe 0 auf Stufe 1).

    Und das wäre schon bei DSA3 ein Regelverstzoß, denn es gibt schließlich die Talentanpassungen für Thorwaler.


    Aber jede Gruppe hat so ihre Hausregeln ...

    Und da muss ich vehement widersprechen! Wenn Du so etwas machst, passen die Talentwerte hinten und vorne nicht. Du kannst nur die rein mittelreichischen Heldentypen (inklusive Haldelfen) an eine andere Kultur anpassen. Wenn es eine Kulturanpassung für Trollzacker gäbe, dann wären Krieger und Söldner genau genommen die falsche Wahl. Was ist ein barbar genau genommen. Wenn ich nach AD&D oder MIDGARD schaue, sehe ich dort Barbaren als Bezeichnung für Stammeskrieger, die daher neben Kampf auch auf dem Gebiet Wildnis spezialisiert sind. Da wäre dann eher der Jäger die korrekte Wahl. (Der Barbar als Berserker kam bei D&D erst mit D&D 3e auf.)

    Also würde das sowieso heißen, dass der Körperbau nicht immer etwas damit zu tun hat, was einen Charakter ausmacht, sondern sein Werdegang im Kindesalter?

    Jein. Der Körperbau spielt auch eine Rolle. Er kann einem Vorteile verschaffen.

    Wie ich schon schrieb. Deine Beispiel-Hintergrundgeschichte klingt für mich nach einer Möglichkeit, einen Exoten spielen zu können, ohne ihn wirklich zu spielen. Da heißt, dass man eine Möglichkeit sieht, die regeltechnischen Vorteile des Exoten zu bekommen, ohne die rollenspielerischen Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Das spielt bei DSA3 zwar keine Rolle, aber ist trotzdem in meinen Augen etwas problematisch. Dein Trollzacker muss schon ein Kleinkind (unter 6 Jahre) gewesen sein, als er ausgesetzt wurde. Wäre er älter, könnte er sich noch an seine Herkunft erinnern und wäre schon von ihr geprägt. Deshalb auch meine Frage, ob es ein Charakter mit einer einfacheren Hintergrundgeschichte, ohne irgendwelche exotischen Elemente, nicht auch getan hätte. Ich weiß aus eigener erfahrung, dass exotische Elemente, im Spiel gerne ignoriert werden und dann nicht emr die Rolle spielen, die sie eigentlich spielen müssten.

    Auch die Optimierer sind Teil der Spielerschaft.

    Bei dir kommt es so ein bisschen rüber als wären es zwei getrennte Gruppen. Und das sind sie eben nicht.

    Sie sind in der Regel nur eine Minderheit und nie die Mehrheit. Das ist selbst bei Rollenspielen so, wo das Optimieren des Charakters quasi zum Feature geworden ist, wie z.B. D&D (ab 3e) und Pathfinder.

    Aber ich glaube, mit dieser speziellen Nebendiskussion kommen wir immer weiter von der eigentlichen Fragestellung dieses Threads weg.

    Deshalb habe ich auch geschrieben gehabt, dass für mich diese Diskussion beendet ist. Nur konnte es jemand anderes einfach nicht lassen ...

    (Waaas?! Ist dir noch nie ein Zwerg begegnet der bei Elfen aufwuchs; bartlos, benutzt Stelzen und trägt falsche spitze Ohren, und ja, er ist völlig Weltfremd ^^ Aber soweit ging noch nicht einmal Pratchett ;) Etwas Humor dürfte diese barbarische Diskussion bestimmt vertragen.)

    (Mir ist schon mal eine Elfe begegnet, die bei Zwergen aufwuchs, das war zwar D&D , aber immerhin. Nein, sie hatte keine falschen Bart und musste sich auch nicht auf Knien fortbewegen. D&D-Elfen sind auch kaum größer als Zwerge ...)

    Man sollte sich bei jeder Hintergrundgeschichte auch immer fragen, ob die einzelnen Elemente der Geschichte überhaupt notwendig sind. Wenn ich jetzt das Beispiel von Der Wandererbetrachte, frage ich mich, ob es überhaupt eine Rolle spielt, dass der Charakter in einem Trollzackerstamm geboren wurde, aber dann in einer anderen Kultur aufwuchs. Geht es nur darum, eine Möglichkeit zu haben, einen exotischen Charakter zu spielen ohne einen exotischen Charakter zu spielen? Wäre es vielleicht nicht sogar stimmiger, wenn die Hintergrundgeschichte einfacher wäre?

    zakkarus arus hat da vollkommen recht. Wenn der Held so jung ist, wurde er von seiner ursprünglichen Kultur nicht mehr geprägt. Das einzige, was ihn von anderen Mittelreichern unterscheidet, ist sein Aussehen. Würden wir über andere Spezies reden, wie z.B. Ork, Goblin, Zwerg usw., sähe es anders aus.

    (Kino und TV sind voll von Beispielen seltsam zurechtgedrehter Hintergründe…)

    Und viele wollen genauso deshalb genau solche Charaktere spielen, selbst wenn diese eigentlich nicht in die Spielwelt passen.

    Wer entscheidet, ob eine Kombination zulässig ist? Das Regelwerk. Was nicht verboten ist, ist erlaubt - oder steht unter Meistervorbehalt. Also wieder die Spielrunde.

    Da kann man sich wirklich streiten: Ist alles verboten, was nicht explizit erlaubt ist? Oder ist alles erlaubt, was nicht explizit verboten wurde?

    Klar, aber so wie ich das hier verstehe wird es ja anscheinend sehr ausgenutzt. Vielleicht bin ich da eigen, aber mir würde das dann irgendwann weniger Spaß machen, wenn ich mir nur einen Charakter erstelle aufgrund seiner Vorteile usw.

    Leider gibt es davon viel zu viele. D&D 5e wurde u.a. wegen solcher Spieler umgebaut, da es viele gab, die bestimmte Rasse-Klasse-Kombinationen nur deshalb gespielt haben, weil sie sich besonders gut ergänzten. DSA3 ist leider auch nicht besser. Gerade Gildenmagier mit persönlicher Lehrmeister sind ein ernstes Problem. Was mir da schon als Hauszauber untergekommen ist, war nun wirklich nicht mehr schön.

    Ich finde, das ist der Charme von DSA 4. Da ist jegliche Kombination von Rasse, Kultur und Profession möglich. Die Al'Anfaner Nivesin (von einer nivesischen Sklavin geboren), in den Sklavenpferchen zum Rastullahglauben bekehrt, entkommen und nun Kamelzüchterin in der Khom. Unwahrscheinlich, aber möglich. Lässt sich alles abbilden.

    Das kann man so machen, aber, wie Goltronund ich schon schrieben, wurde dies bei DSA4 einfach viel zu oft missbraucht.

    Eigentlich kannst Du bei der Hintergrundgeschichte machen, was Du willst. Sie sollte nur zu den Werten passen. Eigentlich ...

    Es gibt leider genug Spieler, die hier übertreiben und die Hintergrundgeschichte verwenden, um ihren Helden Sachen zu geben, die eigentlich unpassend sind. Die was bei DSA4 besonders schlimm. Hier wurden zum Teil R/K/P-Kombinationen gewählt, die eigentlich nicht vorgesehen waren und durch die Hintergrundgeschichte begründet wurden.

    Deshalb sollte man gerade Helden, die nicht 08/15 sind, mit dem Meister absprechen, denn solche Exoten können viel zu leicht die Kampagne sprengen.