Posts by Salaza Lautenspieler

    Ok, wie du es für dich einstufst, ist natürlich völlig legitim. Alte Quellen die dafür oder dagegen sprechen kannte ich bis jetzt nicht, ich habe Racalla auch nicht selbst geschrieben und war deswegen da nicht bei der Recherche. Gerade habe ich dann aber doch was gefunden: Aventurischer Bote 27, Phex 14 nach Hal (1990), also 1007 BF, Seite 5. Da wird Racalla zum Arkanen Notstand befragt und im Text kommt dann der Satz:
    "Mit dieser freundlichen Belehrung und mit allen guten Wünschen für die mir bevorstehende Reise nach Rashdul geleitete mich die Erzmagierin zur Tür."
    So gesehen ist das also eine frühe Setzung aus DSA2-Zeit, als das Procedere, wenn ich es richtig sehe, eh noch nicht wirklich klar war.

    Dass da bei Rohals Erben das inkonsistent ist, sehe ich auch so. Aber: "üblicherweise" heißt halt, es gibt Ausnahmen. Die sind dann unüblich, aber eben kein Regelbruch oder per se Fehler. Auch Spielermagier müssen keine 12 Jahre Magus sein. Wäre das so, stände da eben kein "üblicherweise".
    Dass gerade jemand wie Racalla, die soweit ich es sehen kann immer als ziemlich herausragend gedacht war, hier eher zum unüblichen Part gehört, finde ich im Übrigen sehr plausibel. Es gibt im Band zur Ära keine Info dazu, wann sie Erzmaga wird, da hätte ein Satz sicher geholfen. Aber dass sie es in der Ära plausibel werden konnte, ist in meinen Augen belegt. Da wir ja hier eh über Setzungen und keine wirkliche Geschichtsschreibung reden, kann man deshalb in meinen Augen festhalten: Die getroffene Setzung könnte das Jahr ihrer Prüfung noch ergänzen, lässt sich aber mit dem Hintergrund grundsätzlich vereinbaren. Deshalb sehe ich hier nichts, was ich Fehler nennen würde.

    Was ist denn die Quelle dafür, dass man 12 Jahre Maga/Magus gewesen sein muss? Maga könnte sie ja locker bis 998 BF sein. Da ist ein Konvent und 7 Jahre später noch einer in der Hal-Zeit.

    Edit: Bei Rohals Erben (Seite 33) werden ca. 8 Jahre als Abstand zwischen Magus/Erzmagus genannt. Heißt dann auch, dass es kürzer sein kann. Demnach wäre 1005 BF für Racalla definitiv drin.

    Was ich cool fände, wäre wieder ein Stretchgoal wie bei der Winterwacht, wo fürs Kompendium ein gemeinsamer Abenteuerpitch in einem Stream entwickelt wird. Da kamen witzige Sachen bei rum.

    Das ist eine schöne Sache. Allerdings frisst das dann auch Ressourcen in der Umsetzung. Deswegen wurde dieses Mal auf sowas verzichtet, da die Abstimmung ohnehin schon recht aufwändig war - es wäre halt dann doof, wenn das dann am Ende das Gesamtpaket verzögert.

    Da das ganze bereits vor 5 Jahren als Projekt existierte, war es eher nicht als Jubiläumsband konzipiert. Aber sicher werden sie überlegt haben, als es dann irgendwann langsam fertig wurde, wann ein sinnvoller Zeitpunkt wäre, und das Jubiläum ist sicher so einer. Was die inhaltliche Recherche angeht: Viele der recherchierten Infos sind nichts, was Ulisses per se brauchen würde, auch nicht für die Rechtefrage, wie es als Frage im DSA-Forum aufkam (wenn das der Stein des Anstoßes für die Frage hier sein sollte). Ich denke, wenn man nach Motivation schaut, dann ist die Fortführung der Tradition sicher ein Punkt, also das Vorbild der Verzeichnisse im Lexikon/Almanach und in Magische Zeiten.

    Mag sein, dass die Bibliographie keinen Einfluss auf die DSA-Produkte hat und diese auch ohne die Bibliographie zu genau denselben Zeitpunkten erscheinen würden. Aber dann stimmt die Aussage halt trotzdem nicht wirklich.

    Doch, dann stimmt sie sogar genau. Wenn ohne die Bibliographie der Rest von DSA genau so gelaufen wäre, dann, sorry, ist der Kritikpunkt eben vollkommen hinfällig.

    Auch nochmal zur Einordnung: Es macht eben einen Unterschied, ob man ein Projekt fest innerhalb weniger Monate umsetzen muss und feste Termine hat, womit man dafür Ressourcen fest binden muss, oder ob man ein Projekt unter der Prämisse laufen lässt, dass es eben niedrige Priorität hat und andere Sachen im Zweifel vorgehen. Das bedeutet dann natürlich, dass das Projekt nicht Monate braucht, sondern Jahre. Meine ersten Beiträge zur Bibliographie stammen von 2019. Das war nicht der Start des Projekts, der lag vorher. Meine letzten Beiträge waren in diesem Jahr.

    Es wurde nicht gesagt, die Bände machten keine Arbeit, sondern dass die Arbeit nicht von denjenigen getan wird, die dafür DSA zurückstellen müssten.

    Wie soll das funktionieren? Selbst wenn 100 Prozent der Autoren sonst nichts zu DSA schreiben, braucht es dennoch einen Redakteur, der dadurch für andere Dinge geblockt wird, und einen Layouter, der ebenso geblockt wird, und wohl noch weitere Personen.

    Ulisses macht auch noch so diverse andere Sachen außer DSA? Nicht alle Ressourcen dort sind primäre DSA-Ressourcen und auch das Layout kann man so legen, dass jeder andere DSA-Band bei Bedarf Vorrang hat und es dennoch umgesetzt wird. Ich sehe nicht, wie das nicht funktionieren sollte.

    Ich bin mir aktuell nicht sicher, wie die Gewichtung am Band am Ende tatsächlich aussehen wird. Ich habe einen Text beigesteuert und bei der Suche nach Daten und Covern an ein paar Stellen geholfen, sodass ich einen kleinen grundsätzlichen Einblick bekommen habe. Aber wie das am Ende alles zusammenspielt, kann ich selbst nicht abschätzen. Dass das ein ziemlicher Spezialband ist, ist aber, denke ich, jedem, der dabei war, klar. Das heißt im Endeffekt auch, dass er sicher keinen so großen Käuferkreis haben wird wie die typische Kreaturenspielhilfe. Ich verstehe jede:n, der oder die sagt, dass auf Basis dessen, was man weiß, der Band für sie oder ihn nichts ist.

    Aktuell kann allerdings niemand etwas zur inhaltlichen Qualität sagen - der Band ist ja noch nicht erschienen. Natürlich hat man aber wohl eine Vorstellung vom Band, die sich aus dem bisher bekannten speist, und es ist in meinen Augen auch völlig legitim, auf Basis dieser zu diskutieren. Man sollte dabei allerdings meiner Meinung nach zwei Dinge berücksichtigen: a) Man hat eine Vorstellung, hat aber noch kein umfassendes Wissen über die konkrete Gestaltung und b) persönlicher Geschmack ist halt eine persönliche Einschätzung und damit so hinzunehmen, die Formulierung der Einschätzung kann aber schon legitim kritisiert werden.

    Wer Kritik formuliert, begibt sich damit auf die Diskussionsebene und muss damit leben, zu der Kritik Feedback zu erfahren, das nun einmal genauso legitim ist. Wer dazu Begriffe verwendet, die eher unsachlich sind und jede Menge negative Konnotationen in sich tragen, sollte sich nicht wundern, dass das Widerspruch an der Art der Kritik triggert. Wer sich rausnimmt, so zu schreiben, muss mit der Kritik am eigenen Stil leben. Kritik am Stil als vermeintliches Verlangen nach Kritiklosigkeit darzustellen, ist schließlich ebenfalls wenig hilfreich, da hier zwei Sachen vermengt werden, die nichts miteinander zu tun haben. Man kann den Stil einer Personen kritisieren, auch wenn man ihre Kritik im Grundsatz teilt, andersherum kann man den Stil einer Person absolut OK finden, obwohl man sich ihrer Kritik als solches dennoch nicht anschließt.

    Ulisses muss sich bei der Bibliographie (wie auch grundsätzlich bei jedem Produkt) gefallen lassen, dass Dinge kritisiert werden. Ich denke, dass das aufgebaute Geheimnis um den Band, das wohl auch aus der langen Entstehungsgeschichte resultiert, während der man halt nichts sagen wollte und nur Andeutungen gemacht hat, am Ende zu sehr überstrapaziert wurde und so ohne böse Absicht Erwartungen erzeugt wurden, die dann enttäuscht wurden. Ich denke, das wird man sich anschauen und versuchen, in Zukunft zu vermeiden. Dennoch finde ich, dass die Fairness es erfordert, das Projekt der Bibliographie und das Marketing für das Werk nicht in einen Topf zu werfen.

    Schlussendlich zum Thema, ob man immer klar machen muss, ob eine Aussage nur eine Meinung darstellt oder einen Faktenbehauptung. Niemand muss hier irgendwas. Aber wir sind hier auf einer rein schriftlichen Kommunikationsebene und wissen in der Regel nicht, was unser Gegenüber tatsächlich weiß und welche Hintergrundinfos Person X hat. Es schadet sicher nicht, in seinen Aussagen da klar darzustellen, was man sicher weiß und was man vermutet. Es kommt halt durchaus vor, dass präsentierte Meinungen durch Stille Post auf einmal irgendwo als vermeintlicher Fakt nachgefragt werden, was dann Verwirrung und manchmal auch Frust auslöst.