Der Ehrenkodex der Rondrianer - seine Ausprägungen

  • Das Problem mit der (für die meisten Leute) unblutigen Beilegung von Kriegen durch Duelle wäre, dass man damit ein Recht des Stärkeren einführt. Irgendwann herrscht dann der beste Duellant über alle anderen, obwohl er womöglich gar nicht der fähigste Regent ist.


    Allerdings würde ich es auch als stimmiger ansehen, wenn die Taktikberatung ein Betätigungsfeld der Hesindekirche wäre, die dadurch sicherstellen will, dass der Klügere nicht nachgibt, sondern gewinnt.


    Vielleicht will hier die Rondrakirche ihr Revier behaupten, weil sie befürchtet, dass ihr die Taktiken der Hesindekirche nicht gefallen würden? :/



    Ehrenhafter Kampf ist ja im Grunde so eine Art Sport: Mit jemandem, bei dem man sich drauf verlassen kann, dass er ehrenhaft kämpft, könnte man auch gleich verhandeln. Duelle haben dann höchstens als Göttinenurteil eine Berechtigung, wenn die Argumente auf beiden Seiten gleich gut sind.


    Und sobald man es mit Ungläubigen, Orks oder gar Dämonenpaktierern zu tun hat, ist "Oh, der hat einen fairen Kampf gewonnen, ja, dann überlass ich ihm mal eben diese Stadt" sowieso keine moralisch vertretbare Option mehr.


    Mal mit Blick auf's Tierreich: Die Rondrakirche ist eigentlich zu männlich geprägt, dafür, dass sie die Leuin anbeten. Der "nette" Kampf bei dem man den Gegner nicht mit allen Mitteln zu töten versucht, kommt im Tierreich nämlich hauptsächlich bei Männchen vor. Eventuell noch bei revierbildenden Großkatzen auch beim Weibchen (wobei man das in Naturdokus auch irgendwie nie sieht) aber Löwinnen jagen ja gemeinsam.


    Und die Löwin die ihre Jungen verteidigt ... hält sich sicher nicht zurück.


    Insofern ist es auch durchaus stimmig, wenn Rondrageweihte mit Armbrüsten auf Dämonen schießen.

    Ich fände da eine Subgruppierung der Rondrakirche, die sich die Verteidigung der Gläubigen zum Ziel setzt, und wirklich nur gegen Orks, Paktierer und Konsorten kämpft, dann aber mit wirklich allen Mitteln, eigentlich gar nicht mal so unpassend. Wäre zumindest eine Philosophie, die man haben könnte. :/

    (Möglicherweise waren die Amazonen sogar mal eben dieses - Bögen haben sie ja, die Armbrust war vielleicht noch gar nicht erfunden als sie sich ihre Regeln gesetzt haben. Und allzu große Verluste ("selbstmörderisch") können sie sich, mal ganz ketzerisch realistisch gedacht, als reine Frauengesellschaft auch nicht erlauben. Auch mit stark herabgesetzter Müttersterblichkeit durch gesunde aventurische Luft bleibt der Fakt, dass jede Amazone im Schnitt zwei Kinder in die Welt setzen muss bevor sie den Löffel abgibt, sonst schrumpft die Bevölkerung.)

  • Das Problem mit der (für die meisten Leute) unblutigen Beilegung von Kriegen durch Duelle wäre, dass man damit ein Recht des Stärkeren einführt. Irgendwann herrscht dann der beste Duellant über alle anderen, obwohl er womöglich gar nicht der fähigste Regent ist.

    Normalerweise finden Duelle, egal ob Gerichtskampf oder persönliche Herausforderung, von Regenten, zwischen ihren 'Champions' statt. Den sogenannten "Streiter".

    Und nur selten wird bis zum dritten Blut (bis zum Tode) duelliert.

    Der Angreifer würde durch die Niederlage und das daraus resultierende Götterurteil, jegliche Ansprüche verlieren, die er mit dem Krieg zuerst durchzusetzen versuchte. Gegen dieses Urteil zu verstoßen, würde bedeuten dem Willen der Götter zuwider zu handeln, was wohl kaum durch Verbündete unterstützt wird und gerne mit dem Tod bestraft wird.


    Und ja, der beste Duellant des der 12 Götterlande kann mit so gut wie jedem Verbrechen davon kommen, was einem "Gesetz des Stärkeren" schon sehr nahe kommt.

    Ein Götterurteil muss auch nicht immer mit blanken Waffen ausgefochten werden. (AAL S. 143)

    Kha schrieb:

    Hiermit verurteile ich @Sturmkind für 13 Äonen zum Spielleiter und nehme ihm seinen Namen, als Strafe hier einfach ungefragt geistiges Eigentum anderer zu zitieren.:zwerghautelf:

  • Die Rondrianer*innen scheinen nicht auf Selbsterhaltung zu achten - weder auf die eigene, noch die ihres Ordens, noch die ihrer Kirche.

    Jein, würde sich sagen, Wenn es um eine wichtige Sache geht, um die Ideale, dann ist das. Ganz allgemein aber nicht, denn ich bin der Überzeugung, dass Rondra keine sinnlosen, unnötigen Tote zu sich einlädt. Der eigene Tod ist das größte Opfer, aber für eine Sache, die es wert ist, und wenn es keine andere rondrianische Möglichkeit gibt.


    Insofern ist es auch durchaus stimmig, wenn Rondrageweihte mit Armbrüsten auf Dämonen schießen.

    Jein, wieder.^^ Gegen Dämonen wäre das zwar eine Option, die nicht ehrenrührig ist, aber der Ronnie tut sich mit der Armbrust, mit der er nicht umgehen kann und auf die er aufgrund der horrenden Abzüge eigentlich nicht mirakeln kann, eigentlich keinen Gefallen.


    Was die Kriegskunst angeht: Da das in DSA 4 ein Mirakel Plus-Talent ist, sehe ich darin schon mehr als "kenne dich mit Taktiken aus, damit du weißt. was man damit unehrenhaftes anstellen kann". Sie sind halt nach hinten heraus schon etwas limitiert in den taktischen und strategischen Möglichkeiten, und sie bevorzugen das 1:1, aber sie können und dürfen mehr als 1:1.


    Krieg ist ein Übel und es ist mit an den Rondrianern, im Krieg ein Beispiel für Verantwortung, Ungnade und Menschlichkeit zu sein, zu zeigen, dass auch im Krieg das Beste im Menschen gezeigt werden kann, statt nur das Schlechteste.

  • Was die Kriegskunst angeht: Da das in DSA 4 ein Mirakel Plus-Talent ist, sehe ich darin schon mehr als "kenne dich mit Taktiken aus, damit du weißt. was man damit unehrenhaftes anstellen kann". Sie sind halt nach hinten heraus schon etwas limitiert in den taktischen und strategischen Möglichkeiten, und sie bevorzugen das 1:1, aber sie können und dürfen mehr als 1:1.

    Magiekunde ist in DSA4.1 auch ein mögliches Mirakel+-Talent für Praios-Geweihte. Von daher kann man die Kriegskunst bei den Rondra-Geweihten so oder so sehen. ;)

    Wer den Spötter belehrt, der trägt Schande davon und wer den Frevler zurechtweist, holt sich Schmach.

    Rüge nicht den Spötter, dass er dich nicht hasse, rüge den Weisen, der wird dich lieben.

    Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten, so wird er in der Lehre zunehmen.

    Spr9,7-9

  • Rondra-Geweihte sind Menschen mit einem Hang zum Mystischen. Sie neigen dazu, jeder Handlung einen tieferen Sinn zuzuerkennen – ob es dazu nun Anlass gibt oder nicht. Sie sind Ritter ohne Furcht und Tadel, bedingungslos loyale Freunde, die einem Gefährten selbst in hoffnungsloser Lage zur Seite stehen. Und sie sind nervtötende Moralapostel, die die einfachsten Situationen unnötig verkomplizieren

    oder unendlich viel Zeit damit verbringen, ihre eigenen Taten (und leider auch die ihrer Gefährten) zu hinterfragen. (RV, S.141)

    Also nichts anderes als die Helden im Marveluniversum, oder Robin Hood oder die Ritter der Tafelrunde. ;)

    Der Rondra-Glaube ist uralt, seine Wurzeln liegen in der Wiege der Menschheit, und in kaum einer anderen Profession lassen sich die Elemente klassischer Fantasy – Kampf und Mystik, das stete Ringen von Gut und Böse, Freundschaft und Feindschaft, Triumph und Tragödie – so konsequent vereinen wie im Spiel eines Rondra-Geweihten. (S.141)

    Ohne Frage: Ein Rondrianer in der Gruppe kann einem den letzten Nerv rauben. Er zerhaut selbst Mitstreitern die Armbrust und hat dafür nicht einmal eine befriedigende Erklärung parat. Er ist unfähig, Kleinigkeiten zu übergehen, wenn sie in seinen Augen ehrenrührig sind. Tricksereien und Winkelzüge teilt man ihm besser nicht mit, wenn man ein Problem zügig lösen will. Und er zieht einen Kampf langwierigen Verhandlungen in der Regel vor, meist indem er selbigen einfach beginnt und die Möglichkeit jeder Verhandlung damit im Keim erstickt – freilich ohne darin einen Fehler zu erkennen. (S.143)

    Herausforderung: Das Universalmittel! Selbst wenn eine Herausforderung nicht würdig ist, es reizt einen Rondra-Geweihten, sie anzunehmen. Herausforderungen liegen in allem, nicht nur im Kampf. Sie

    müssen sie nur beim Namen nennen. (S.145)

    Es gibt die L. des Ehrenvollen Zweikampfs ... aber auch Geburts- und Grabsegnungen. :)

    EHRE (S.82f): Die Maxime, der wir dabei folgen, fußt auf vier Säule:1. Absolute Ehrlichkeit, 2. & 3. Verantwortung und Verpflichtung und 4. Kampf

    Ehrenvoller Kampf, u.a.: Als Waffe ist stets eine solche zu wählen, die der des Gegners ebenbürtig ist (S.84).

    Herausforderungen können einem Kampf vorausgehen oder ihn begleiten. Nicht immer muss dies ein Ringen auf Leben oder Tod, allein um Sieg oder Niederlage sein. Oftmals liegt der Sinn einer Herausforderung darin, deine eigenen Fähigkeiten an denen deines Gegners zu erproben. Es ist dir auferlegt, keine Herausforderung auszuschlagen oder ohne Antwort zu lassen. In jeder Herausforderung, die du annimmst, muss jedoch Würde liegen ebenso wie die Möglichkeit, deiner Ehre zu genügen oder den Ruhm der Göttin zu mehren. (S.85)

    Auch wenn die Lage aussichtslos scheint, ist der Freitod kein Weg, der dir offen steht, denn damit entziehst du dich der Herausforderung des Leides. Dein Tod aber ist das letzte Opfer, das du Rondra darbringen kannst, demgemäß sollst du ihn aufrecht und stolz empfangen und nicht schwach und verzagt. (S.86)

    Strafe der Verhöhnug: Doch halte das rechte Maß dabei. Ein Waldmensch kennt die Gebote der Unbesiegten nicht, hier hast du durch das Wort zu strafen – und zu lehren, wie es deiner Verantwortung und Würde wohl entspricht. Andere suchen dich zu verderben, indem sie dich in ausweglose Situationen bringen – doch niemals bist du allein, denn Rondra ist stets mit dir und in deinem Herzen. (S.91)

    Gehorche deinen Oberen, zögere jedoch niemals, Bedenken zu äußern, denn du trägst Verantwortung für deine Ehre – und darüber hinaus für die Ehre des Bundes. (S.92)










    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterschieden.