Abgabe von Paktierern im Tempel

  • Hallo Leute,


    in meiner Gruppe ist folgende Frage aufgetaucht und da ich auch spontan nichts gefunden habe folgende Frage:


    Die Helden fangen einen Paktierer, er jammert und wehrt sich und ist nicht froh das er eingesammelt wurde. Sie gehen mit ihm (Sagen wir Belkelel bei Rahja) in dem Tempel der Gegengottheit, erläutern das Problem und das sie die Seele retten wollen... was nun?

    In DSA 4.1 (wie es in DSA 5 ist weiß ich nicht, aber gehe mal davon aus, dass es ähnlich ist.), würde er viele Schmerzen bekommen , vielleicht gar vergehen (1w6 SP/KR) bevor die Helden es überhaupt schaffen dem Geweihten die Geschichte zu erzählen.

    Werden die Paktierer an einen anderen Ort gebracht zum eingesperrt sein?

    Können die Geweihten ihren Gott anflehen diesen auszunehmen (auch wenn es das Regelseitig nirgendwo gibt.) vom Schaden, vor allen wichtig beim brechen des Seelenpaktes, wäre das doch auf einen geweihte Boden doch besser.

    Weiß der geweihte Boden, dass die Helden einen Paktierer bei sich haben und deaktiviert sich von selbst?

    Oder gibt es gar andere Ideen wie man damit umgeht? Gibt es da irgendwelche Quellen, Romane oder anderes?


    Danke für eure Ideen!

    Edited once, last by Wayko ().

  • Spontan würde ich sagen, dass die wenigsten Geweihten in ihrem Tempel etwas mit einem Paktierer anfangen können. Ich könnte mir vorstellen, dass die Inquisition der richtige Adressat für das "Paket" ist.

  • Im Mittelreich wäre der Inquisitionsturm der klassische Ort. Aber auch ein irdisches Verlies kommt in Frage, denn Paktiererei ist auch ein weltliches Verbrechen. Und gegen Paktierer*innen halten alle Kirchen und die weltliche wie magischen Obrigkeiten zusammen und unterstützen sich gegenseitig. So arbeitet die Inquisition z. B. mit der Boronkirche im Falle von Nekromantie oder mit den Pfeilen des Lichts, also Magier*innen zusammen. Tempel haben normalerweise meines Wissens auch gar keine Gefängniszellen. Man sagt einfach einer Tempelgardistin oder einem Geweihten Bescheid, gerne vor dem Tor und dann wird der oder die Vorsteher*in alles Nötige organisieren. Wahrscheinlich ein Exorzismus mit Scheiterhaufen als festen Bestandteil am Ende. Das muss nicht zwingend durch die Kirche der Gegengottheit erfolgen. Gerade die Rahjakirche hat für sowas vermutlich nur wenige Expert*innen. Die Kolleg*innen bei Praios sind da besser aufgestellt. Und wie gesagt - bei Paktiererei, dem Namenlosen, aber auch Rastullahgläubigen hält man zusammen.

    Wer den Spötter belehrt, der trägt Schande davon und wer den Frevler zurechtweist, holt sich Schmach.

    Rüge nicht den Spötter, dass er dich nicht hasse, rüge den Weisen, der wird dich lieben.

    Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten, so wird er in der Lehre zunehmen.

    Spr9,7-9

  • Nicht nur Kirchen - Paktier gehen auch gegen die weltliche Ordnung vor, und sind selten alleine. Daher wird ein Tempel auch die Garde, Fürsten etc. informieren.

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterschieden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Oder die Garde einen Tempel...


    Die aranische Radschakirche hat da geschichtlich bedingt wahrscheinlich mehr Erfahrung oder eine gewisse 'Taskforce' mit anderen Kirchen gebildet. Es hängt doch wirklich sehr davon ab, wer wann wo? Oder ob man den Helden überhaupt Glauben schenkt. Oder man hat Glück und die alte Geweihte im Peraine-Dorftempel ist Ex-Paktiererjägerin! 'Bring her den Lümmel!'

    I ♡ Yakuban.

  • Tempel sind nicht so unbedingt die Orte, Gefangene sicher unterzubringen. Aber Geweihte sind die richtigen Leute, einen Paktbruch hoffentlich herbeiführen zu können. Erst Seele retten, dann den Menschen und seinen Körper bestrafen.


    Tatsächlich ist der Aufenthalt in einem Tempel beim Paktbruch allerdings vorteilhaft: "Beistand durch Freunde oder Geweihte kann diese [die MU-Probe] um bis zu 7 Punkte erleichtern, ebenso der Aufenthalt an gesegneten oder geweihten Orten." (WdZ, S. 240).


    Paktierer erhalten keinen zusätzlichen Schaden durch geweihte Waffe, wie es bei Dämonen der Gegendomäne der Fall ist, bei dem Schaden durch Empfindlichkeiten wird sich auf Dämonen und andere unheilige Wesen bezogen, nicht auf Paktierer und über Paktierer heißt es: "Wegen der dämonischen Perversion ihres Wesens scheuen sich Paktierer, geweihten Boden zu betreten." (WdZ, S. 137. Von Schaden oder auch nur Verweis auf die Schadenstabelle ist nicht die Rede. 'Scheuen' verstehe ich als 'ungern'.

    Es kann wohl passieren, dass Paktierer Empfindlichkeiten oder gar Verwundbarkeiten gegenüber geweihten Objekten haben, aber es ist nicht die Norm: "Einige Verdammte (namentlich Dämonenpaktierer) haben sich darüber hinaus Empfindlichkeiten oder gar Verwundbarkeiten gegen zwölfgöttliches Wirken zugezogen." (WdG, S. 254.

    Wie könnten Kirchen die Seelen von Paktierern retten, wenn sie nicht rein können? Wie sollten sie sich die Erleichterung für die MU-Probe des Paktbruchs holen können, wenn sie keinen Tempel betreten können? (Wie soll man als Paktierer auch einen Tempel schänden, wenn man nicht rein kann, was sie ja nur leider allzuoft tun?)


    Nach dem Paktbruch ist man im Tempel in jedem Fall gut aufgehoben, den folgenden Tag bis zum Sonnenaufgang.


    Glauben schenken oder nicht: Es helfen heiliger Schwur, und wem das nicht reicht, ein Eidsegen oder Seelenprüfung, und natürlich weitere Untersuchungen.

    Ich denke, kein Geweihter kann und sollte es sich leisten, auch nur Verdacht oder Vorwurf auf Paktierertum ohne Untersuchung abzuwinken.

  • Nach DSA5:

    Geweihter Boden macht 1w6 SP pro Minute

    zweifach geweihter Boden macht 1W6 SP pro 10 KR

    heiliger Boden macht 1w6 pro KR

    Eis ist nicht Tot, es ist Erinnerung.
    Eis will keine Starre, es will Geduld und Warten.
    Eis zerstört nicht, es bewahrt.
    Kälte bringt nicht Schmerz, sie sucht Stärke.
    Kälte ist nicht Leid, sie gebiert Hoffnung.
    Kälte fordert kein Leben, sie prüft es.
    Sein Zorn jedoch, so entfacht
    ist Tod, ist Starre, ist Zerstörung.

    Seine Strafe: Schmerz, Leid und Verderben


    33% Powergamer 38% Buttkicker 75%Tactican 33% Specialist 79% Method Actor 75% Storyteller 46% Casual Gamer

  • Nach DSA5:

    Geweihter Boden macht 1w6 SP pro Minute

    zweifach geweihter Boden macht 1W6 SP pro 10 KR

    heiliger Boden macht 1w6 pro KR

    Ist korrekt, aber bezieht sich auf Dämonen, nicht auf Paktierer. Die Frage hier dreht sich aber eben um genau jene. ;)


    Ich würde das grundsätzlich halten, wie es auch umgekehrt der Fall ist. Betreten die vermeintlichen Helden, eine Unheiligtum von XY, empfinden sie dies (oder sollten es zumindest) als unangenehm. Für den Paktierer ist aber nur der Tempel von Gott XY nun erst mal ein Unheiligtum und wird bei ihm das gleiche Unwohlsein hervorrufen, wie es ja auch umgekehrt der Fall wäre. Würde der Paktierer automatisch Schaden erleiden, beim betreten eines Tempels, würde ich den vermeintlich gutgläubigen Charakteren selbigen aufbürden, wenn sie fortan einen Tempel oder geweihten Ritualplatz der Gegenspieler betreten würden.


    Wie man es am Ende macht, ist sicherlich für jede Gruppe eine Sache der Absprache. Persönlich würde ich aber erst mal dabei bleiben, das es zu einem Unwohlsein führt. Ein Charakter der sich einem der Erzdämonen verschrieben hat, ohne bereits einen Pakt eingegangen zu sein, würde ich nur ein Allgemeines Unwohlsein auferlegen. Das würde sich vor allem darin äußern, dass man den Ort möglichst schnell verlassen möchte und auf dem geweihten Boden auch nie wirklich zur Ruhe kommt. Ich würde auch den Göttergläubigen Helden keine Gefühl der inneren Ruhe im umgekehrten Fall zugestehen. Beim Paktierer würde ich das sogar noch verstärken. Nicht nur das er nicht zur Ruhe findet, er wird auf geweihten Boden auch von seiner Verbindung abgeschnitten und das wird zu spürbaren Nachteilen führen. Wie auch umgekehrt ein Geweihter auf unheiligem Boden seinen "direkten" Draht zum Gott verliert und entsprechend Nachteile erleidet.


    Erste Anlaufstelle mit einem vermeintlichen Paktierer im Gepäck, ist grundsätzlich die erste ordnende Instanz auf welche man trifft. Das kann der nächste Tempel sein, aber auch die Stadtgarde, ein naheliegendes Kloster oder der örtliche Sitz eines Adligen. Welche davon dürfte erst mal egal sein, jedoch sollte man wirklich bei einem Paktierer die erste Station anlaufen. Dort wird man dann sicherlich erst mal euch selbst prüfen, in den seltensten Fällen wird man "unbekannten" sofort glauben. Bei weltlichen Instanzen wird man sicherlich als erstes alle befragen, auch die Helden. Zur weiteren Prüfung wird man dann aber so oder so einen Geweihten rufen. Dieser wird dann den Paktierer prüfen und unter Umständen auch die Helden noch im Anschluss.


    Wie es ab dann weiter geht, halte ich für weitestgehend flexibel und Anpassbar. Je nach Region, je nach prüfenden Geweihten oder nach dem Umfang und Hintergründen des Paktes halte ich von der Variante Abschwörung und Buße bis hin zu Scheiterhaufen alles für möglich.

  • Ich würde es auch vom jeweiligen Kreis der Verdammnis abhängig machen. Ein erster Kreis ist in all seinen Auswirkungen noch geringer als als ein höherer. Dementsprechend könnte auch das Unwohlsein unterschiedlich stark ausfallen.

    Nur echten, regulären Schaden sehe ich nicht gegeben.

  • Nach DSA5:

    Geweihter Boden macht 1w6 SP pro Minute

    zweifach geweihter Boden macht 1W6 SP pro 10 KR

    heiliger Boden macht 1w6 pro KR

    Ist korrekt, aber bezieht sich auf Dämonen, nicht auf Paktierer. Die Frage hier dreht sich aber eben um genau jene. ;)

    Doch auch:

    # Seelenpaktierer werden gegenüber karmalen Objekten und geweihten Orten wie Dämonen aus der Domäne ihres Erzdämons behandelt. Sie nehmen entsprechend Schaden durch die Berührung solcher Objekte, durch karmalen Waffenschaden und durch den Aufenthalt an passenden Orten (siehe Karmale Objekte).


    Ist leider in der Regelwiki etwas zerstreut

    Eis ist nicht Tot, es ist Erinnerung.
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    Eis zerstört nicht, es bewahrt.
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  • Killerpranke

    In der Fokusregel zum Dämonenpakt wird das so wirklich so aufgeführt. Aber es ist eben auch "nur" eine Fokusregel. Ich würde es weiterhin so behandeln wie ich es schon beschrieben habe. Auch die Fokusregel würde daran erst mal wenig ändern. Im Gegenteil, sollte eine Gruppe von mir auf diese verweisen, würde ich sie natürlich auch anwenden. Aber wie schon geschrieben, dann würde ich auch umgekehrt jeden Göttergläubigen wie einen Minderpakt behandeln und jeden Geweihten wie einen Seelenpakt sobald es dazu kommt in ein Unheiligtum zu gehen.


    In solchen Fällen überlasse ich es gerne der Gruppe, zu entscheiden wie sie es handhaben wollen. Sind diese bereit, den dadurch eventuell auch für sie entstehenden Nachteil in kauf zu nehmen, übernehme ich das nur zu gerne auch für die Umwelt.

  • Also verstehe ich das richtig: Die Helden kommen bei einer Autorität an (machen wir es einfach, uns bleiben beim Tempel), der Paktierer schreit vor Schmerz (und nach DSA 4.1 und DSA 5 bekommt er auch Schaden.), der Geweihte sagt "Er kann nicht hier bleiben, wir haben auch keinen Kerker... aber im Turm da drüben... das geht, der gehört dem Baron/Garde/Bütteln..."


    Die Schritte kann ich alle nachvollziehen, aber wie sieht es dann mit dem Brechen des Paktes aus, wenn das im Tempel geschehen soll? Die Rituale (bei DSA 5), dauern relativ lange... (Mindestens 30 Minuten, aber bleiben wir realistisch 8 Stunden werden es wohl sein.).


    Im Tempel/Heiliger-Boden wird es wohl nicht sein (sonst stirbt er, ich weiß Fokus-Regeln, aber die Darstellung der Welt sollte sich ja nicht daran Ändern ob Fokus-Regeln da sind oder nicht.) und die Boni bekomme ich nicht (Aventurische Magie S. 79) .


    Allerhöchstens wenn er es freiwillig macht (ich glaube da war keine Zeitdauer wie lange das Dauert) und ganz schnell in den Tempel hineinläuft und abschwört. Keine Ahnung wie Atmosphärisch so was ist an der Schwelle des Tempels dem Missetäter zu sagen "Gleich wird es Schmerzen, aber wenn du schnell in die Tempel reinrennst und dich vor die Statue wirfst und abschwörst... und du die Probe schaffst, dann ist alles gut..., wenn nicht verbrennst du... auch kein schlechter Deal für uns.".

  • Ich kann mir gut vorstellen, dass Anti-Pakt-Exorzismus-Liturgien früh einen Teil am Tempeltor haben, bei dem gleichermaßen Tempel und Herz der Gottheit für die reuige Seele geöffnet werden - symbolisiert durch Öffnung der Tore. Danach kann sich der Paktierer während der Dauer der unterstützdenden Liturgie einigermaßen schmerzlos im heilgen Raum aufhalten. Soll sein Pakt unfreiwillig gebrochen werden, wird sich das vermutlich eher im Inquisitionsturm abspielen - durch die Folter und Geißelungen aber vermutlich nicht weniger unangenehm. Wenn der Paktierer den Tempel betreten kann, kann das als Zeichen gewertet werden, dass seine Reue echt ist und für seine Seele noch offnung besteht. Kann er es nicht, wird das als Zeichen der Gottheit gewertet, dass die Seele verdammt ist. Quasi ein Ordal, bei dessen erfolgreichen Ausgang der Paktierer beim Paktbruch von der Hilfe der Kirche profitieren kann.


    Wenn man einen Paktierer bei einem Tempel abgibt, würde ich auch vermuten, dass ein paar Tempelgardisten und Geweihte die Überführung in einen Kerker übernehmen oder zumindest begleiten. Einfach allein gelassen werden die Held*innen sicher nicht.

    Wer den Spötter belehrt, der trägt Schande davon und wer den Frevler zurechtweist, holt sich Schmach.

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    Spr9,7-9

  • Bei den Regeln zum Dämonenpackt sind weiter unten auch die Regeln und mods fürs Brechen.


    Es gibt (bisher) nur drei Möglichkeiten:

    Ritual / Zeremonie Dämonenpakt beenden/brechen

    Freiwillig mit Probe auf Willenskraft.


    Heiliger Boden gibt Erleichterungen. Der Vorteil der Willenskraftprobe ist, dass sie sofort zu funtionieren scheint und nicht die 8h Ritual nach sich zieht.

    Eis ist nicht Tot, es ist Erinnerung.
    Eis will keine Starre, es will Geduld und Warten.
    Eis zerstört nicht, es bewahrt.
    Kälte bringt nicht Schmerz, sie sucht Stärke.
    Kälte ist nicht Leid, sie gebiert Hoffnung.
    Kälte fordert kein Leben, sie prüft es.
    Sein Zorn jedoch, so entfacht
    ist Tod, ist Starre, ist Zerstörung.

    Seine Strafe: Schmerz, Leid und Verderben


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  • (und nach DSA 4.1 und DSA 5 bekommt er auch Schaden.)

    Das tut er mEn nicht, wie ich in meinem Beitrag weiter oben die entsprechenden Regelstellen nach zumindest 4.1 genannt habe und für DSA 5 wurden sie auch zitiert. In DSA 5 scheint es sich um eine Fokus-Regel zu handeln, dass ein Paktierer Schaden nimmt.


    Es dürfte auf den Tempel ankommen. Bei Rondra- oder selbst auch Praios-Tempeln, wenigstens nicht zu kleinen, kann ich mir vorstellen, dass es Möglichkeiten gibt, jemanden sicher einzusperren. Aber jetzt der Peraine-Tempel auf dem Land, der kleine Rahja-Tempel irgendwo in der Stadt: glaube ich eher nicht. Natürlich gibt es noch die Möglichkeit, eine Zelle etwas zu improvisieren.

    Aber gerade bei einem Paktierer würde ich jetzt nicht mit einem schnell aufgewerteten Besenschrank (im übertragenen Sinne) kommen, Paktierer sind gefährlich und haben auch ihre Möglichkeiten (davon ausgehend, dass es sich um einen handelt, der seinen Pakt gerade nicht freiwillig lösen möchte). Oder man stellt zusätzlich Gardisten zur Bewachung in den Tempel mit ab.

    Das örtliche Stadtgefängnis, oder beim örtlichen Adligen/sonstige Autorität, da sollte/könnte es so etwas geben, und Geweihte sollten dann dorthin mitkommen und anwesend sein.

    Verantwortung ist ja nicht nur, sich drum zu kümmern, sondern auch, dafür zu sorgen, dass er nicht 10 Minuten später ausbricht, weil es in einem kleinen Tempel nichts gibt, um gefährliche Leute sicher wegzusperren. Das heißt ja nicht, dass sich ein Geweihter und/oder sonstige örtliche Autorität gar nicht mehr dafür zuständig sieht, einen Paktierer sicher unterzubringen, sondern nur, dass ein Tempel für die reine Gefangenen-Unterbringung nicht der richtige Ort ist.

    Ist es eine Stadt mit einem Inquisitionsturm: Dann ist für alles gesorgt.


    Das Brechen des Paktes, wie oben zitiert, muss nicht im Tempel geschehen. Im Tempel gibt es Erleichterungen für die MU-Probe des Paktbrechenden. Das setzt aber voraus, dass er den Pakt auch brechen möchte, und dann spricht ja nichts dagegen, dass er dazu im Tempel ist und kein Gefängnis dort braucht.


    Bei unfreiwilligen Paktierern nach DSA 4.1 braucht es den Exorzismus (oder Magieeinsatz), der aber ordentlich erschwert ist (und im Tempel wieder erleichtert).

  • (und nach DSA 4.1 und DSA 5 bekommt er auch Schaden.)

    Das tut er mEn nicht, wie ich in meinem Beitrag weiter oben die entsprechenden Regelstellen nach zumindest 4.1 genannt habe und für DSA 5 wurden sie auch zitiert. In DSA 5 scheint es sich um eine Fokus-Regel zu handeln, dass ein Paktierer Schaden nimmt.

    Wobei WdZ S. 239 beim Dämonenmal meint...

    Quote

    Mit der dämonischen Perversion ihres Wesens beginnen geweihte Gegenstände und der Aufenthalt auf geweihtem Boden Paktierern zu schaden, regeltechnisch erhalten sie eine leichte Empfindlichkeit gegen geweihte Gegenstände (Seite 232), sogar eine mittlere gegen die jeweilige Gegengottheit, leiden jedoch zusätzlich unter starken Schmerzen, so dass sie statt des dort erwähnten Schadens das doppelte der genannten Werte als SP(A) erleiden.

    und nach WdS S. 56 werden SP(A) zur hälfte von den LE abgezogen. Das beschreibt also das Regelbuch mMn wohl anders...


    Für die Darstellung der Welt währe es schön, wenn es unabhängig der Fokusregel ist. Ich kann nicht sagen "Wir benutzten Fokusregeln, deswegen darf der Paktierer nicht im Tempel behandelt werden", und in der nächsten Gruppe "Wir benutzen die Fokusregeln nicht und bei uns können Paktierer dadurch im Tempel behandelt werden" (jede Gruppe darf es natürlich machen wie es Lustig ist). Aber wenn ich mit anderen DSA Spielern rede, will ich schon wissen wie die offizielle Setzung dazu aussieht.



    Aber vielleicht ist es wirklich so wie es Windweber beschreibt, das mit dem beginn des Karmalen-Paktbruches der Paktierer in den Tempel darf...,zumindest würde das viele Probleme beheben.

  • Stimmt, bei der Aufzählung zum Dämonenmal steht das, da hatte ich gestern aufgrund der Überschrift nicht weiter nachgelesen. Das ist natürlich eine Aussage in die ganz andere Richtung.


    Ich weiß nicht, ob ihr mit allen Fokus-Regeln spielt, oder gemeinsam beschlossen wird, welche nicht oder doch, aber in der Tat, wenn diese Fokus-Regel für euch gilt, dann kann der Paktierer nicht für lange in den Tempel.


    Ich für meinen Teil finde aus schon genannten Gründen, dass es richtig und sinnig ist, dass Paktierer in einen Tempel können (mit Unbehagen und sich nicht wohl fühlen), schon, um ihnen dort den Paktbruch zu ermöglichen (und weil im Gegenzug, wie Ectheltawar schon darauf verwies, im Gegenzug von Geweihten ja auch ein Unheiligtum betreten werden kann), und auch, um sie ggf., so es die Möglichkeit gibt, dort in Verwahrung zu halten.

  • ich für meinen Teil sehe es genauso wie du, dass deswegen (weil sie Pakt brechen wollen) die Paktierer auch in den Tempel gehen sollten.. aber offiziell (ohne Regelwerk, einfach mal eine Beschreibung), kenne ich leider nichts... (und hart nach Regeln geht es in DSA 4.1 wohl nicht und in DSA 5 nur wenn man Fokus-Regeln nicht nutzt) deswegen hoffe ich auf euch, die Community.

    Wayko falls du es nicht gesehen hast, weil du gerade selbst einen Beitrag verfasst hast. Ist zwar alles etwas hart interpretiert aber...

    Vielleicht ist es auch interessant zu beachten, dass Tempel wie Geweihte nicht durch Menschen, sondern die Gottheit selbst geweiht sind.

    "Durch die Liturgie wird ein zu Ehren der Gottheit hergerichteter Bau oder Ort mit einem ‘karmalen Feld’ versehen.

    Dieses stellt praktisch eine Bitte dar, die Gottheit möge das Haus beziehen, das ihre Kirche ihr errichtet hat. Die eigentliche Weihe geht also von der Gottheit aus und ist damit fast ein Großes Wunder." (WdG 256 zur Konsekration)

    "Ein Tempel ist nicht etwa nur ein Versammlungsort oder Bethaus der Gläubigen - er ist wirklich das Haus der Gottheit, ein Ort, an dem sie ihren Besuchern besonders nahe ist und wo sie tatsächlich ‘lebt’. Dass sie in vielen Tempeln zugleich anwesend ist, ist für eine Gottheit ja keine Schwierigkeit, denn in spiritueller Hinsicht stellt ein Tempel eine Pforte nach Alveran dar. Die Geweihten des Tempels sind insofern auch nichtseine Besitzer, sondern nur die Dienstboten des unsterblichen Hausherren, während der Tempelvorsteher sein oberster Stellvertreter ist" (WdG 22)


    Zudem gilt:

    "Da Karmaenergie als Aspekt des Nayrakis aber keine chaotischen Effekte, sondern nur eine Erhöhung der Ordnung bewirken kann, entscheidet der Meister, ob eine und welche spezielle (mindere) Auswirkung eintritt." (WdG 242)

    "Das durch eine Liturgie hervorgerufene ‘Wunder’ hat stets einen ordnenden, keinesfalls einen chaotischen Effekt. Es gibt keine Liturgien, die einfach chaotische Zerstörung hervorrufen - selbst nach Firuns Eissturm liegen keine Trümmer wüst verstreut in der Gegend herum." (ebd.)


    Dass die Seele des Paktierers nicht in die Niederhöllen fährt, liegt im Interesse der Gottheiten. Der Nayrakisfunken sowie der Astralleib würden der Schöpfung verloren gehen und das Chaos stärken. Der Tod eines Paktierers, der einen Paktbruch begehen will, wäre ein "chaotischer Effekt". Er minderst die Ordnung und mehrt das Chaos. Anders als der Paktbruch, der die Ordung erhöht und dem Chaos Macht entzieht.

    Gerade weil die Weihe des Tempels nicht von einem Sterblichen vermittelt, sondern tatsächlich direkt göttlich ist, würde ich ihr da eher noch eine höhere "Intelligenz" und "Erkenntnis von Ordnung und Chaos" zugestehen, als es ohnehin schon bei Liturgien der Fall ist. Vor allem, da man sie auch als "Anwesenheit der Gottheit selbst" interpretieren kann. Zum Zwecke des Paktbruches würde ich die Nebenwirkung/mindere Wirkung des Schadens auf Paktierer aussetzen. Ein Paktierer, der zu anderen, höchstwahrscheinlich sinisteren Vorhaben den Tempel betritt, bekommt aber den Schaden ab, weil in diesem Fall die Ordnung vor dem Chaos, dem er dient, geschützt wird. Einen reuigen Paktbruchwilligen einfach langsam zu töten wie jeden anderen Paktierer würde ich als "chaotische Zerstörung" einordnen. Es würde einfach das Leben ausgelöscht ohne zu beachten, ob damit die Ordnung gemehrt/geschützt oder gemindert/geschädigt wird. Selbst Praios ist diese Art von Vertragsbruch wohlgefällig. Und eine Gottheit kann in meinen Augen entscheiden, wer ihr Haus betreten darf, um vor sie zu treten, sich reumütig niederzuwerfen, um Vergebung und um Hilfe bei der Rückgängigmachung des Paktes zu bitten.


    "Es steht außer Zweifel, dass in dem speziellen Fall eines Dämonenpaktes die Kriche des Herrn Praios von ihrem üblichen pacta sunt servanda entschieden abweicht und diese Form eines Vertrages als rechtlich nichtig betrachtet. So wie ich als theologischer Laie es verstehe, wird damit weder gelehrt, dass sie ohne üble Folgen für die Seele des Paktierers seien noch von der Meinung abweichen, dass der Abschluss eines solchen Kontraktes ein schwerwiegender Frevel sei - doch einen solchen geschlossenen Pakt zu erfüllen ist eben auch keine löbliche Tat in den Augen des Herrn Praios als Beschützer der Vertragstreue."


    Ich fände es paradox, wenn die Gottheiten einem Paktbruchwilligen die Hilfe ihrer Häuser versagen würden. Jemand aber der verstockt ist und unwillig umzukehren, den trifft ihr ganzer Zorn. Da hört selnst bei Rahja oder Phex der Spaß auf.

    Wer den Spötter belehrt, der trägt Schande davon und wer den Frevler zurechtweist, holt sich Schmach.

    Rüge nicht den Spötter, dass er dich nicht hasse, rüge den Weisen, der wird dich lieben.

    Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten, so wird er in der Lehre zunehmen.

    Spr9,7-9

    Edited once, last by Windweber ().

  • Stimmt, bei der Aufzählung zum Dämonenmal steht das, da hatte ich gestern aufgrund der Überschrift nicht weiter nachgelesen. Das ist natürlich eine Aussage in die ganz andere Richtung.


    Ich weiß nicht, ob ihr mit allen Fokus-Regeln spielt, oder gemeinsam beschlossen wird, welche nicht oder doch, aber in der Tat, wenn diese Fokus-Regel für euch gilt, dann kann der Paktierer nicht für lange in den Tempel.


    Ich für meinen Teil finde aus schon genannten Gründen, dass es richtig und sinnig ist, dass Paktierer in einen Tempel können (mit Unbehagen und sich nicht wohl fühlen), schon, um ihnen dort den Paktbruch zu ermöglichen (und weil im Gegenzug, wie Ectheltawar schon darauf verwies, im Gegenzug von Geweihten ja auch ein Unheiligtum betreten werden kann), und auch, um sie ggf., so es die Möglichkeit gibt, dort in Verwahrung zu halten.

    Wir spielen DSA 4.1, aber wie gesagt ist die Frage für welches System nur zweitrangig... ich für meinen Teil sehe es genauso wie du, dass deswegen (weil sie Pakt brechen wollen) die Paktierer auch in den Tempel gehen sollten.. aber offiziell (ohne Regelwerk, einfach mal eine Beschreibung), kenne ich leider nichts... (und hart nach Regeln geht es in DSA 4.1 wohl nicht und in DSA 5 nur wenn man Fokus-Regeln nicht nutzt) deswegen hoffe ich auf euch, die Community.

  • Aber wenn ich mit anderen DSA Spielern rede, will ich schon wissen wie die offizielle Setzung dazu aussieht.

    DSA und sein Kontinent Aventurien ist sicherlich eine der detailreichsten Fantasywelten, die mir bekannt ist, trotz allem gibt es auch hier bei weitem nicht für alles eine offizielle Setzung. Viele Dinge sind und bleiben am Ende bewusst schwammig, damit Spieler hier sehr unproblematisch die eigenen Schrauben so festziehen können, wie sie das wollen. Für den besagten Fall hier, hast Du ja nun einige Vorschläge bekommen und ich erachte alle genauso richtig, wie auch falsch, je nachdem wie Du das gestallten willst.


    Ich persönlich hatte ja bereits geschrieben, wie ich das behandeln würde und daran halte ich fest. Unabhängig von irgendwelchen Fokusregeln, arbeite ich in DSA5 eher mit den Zuständen. Ein Paktierer der einen Tempel betritt, erhält vielleicht erst mal eine Stufe Verwirrung und wird diese auch nicht los, wahlweise wäre da sicherlich auch Furcht kein falscher Zustand. Damit kann man sicherlich besser arbeiten, als direkt Lebensenergie abzuziehen.