Eine Verhandlung mit Orks - eine schwierige Meisteraufgabe

  • Ahoi.


    Ich habe die Leitung eines Abenteuer vor mir, bei dem Orks eine wichtige Rolle spielen; dafür habe ich u.a. auch schon thematisiert, wie man Orks spielen kann, denn mir ist wichtig, sie möglichst differenziert darzustellen und nicht nur als Kanonenfutter für Kämpfe: Darstellung von Orks im Spiel. Eine Herausforderung


    Und genau darum soll es auch hier gehen, nur mit einem konkreten Fall, der mir größeres Kopfzerbrechen bereitet. Ich beschreibe mal die Grundsituation:


    Grundsituation – Verhandlung mit Orks

    Die Helden sind als Begleitung eines Händlerzuges auf dem Weg von Greifenfurt nach Lowangen; anders als man es oft in Abenteuern kennt, sind sie nicht von den Händlern angeheuert worden, sondern waren auf der Suche nach Guides, die die Strecke und die Gepflogenheiten der Gegend kennen, die den Helden gänzlich unbekannt sind.

    Auf der Reise passieren ein- zwei Dinge, u.a. auch ein Orküberfall, aber sie schaffen es bis kurz vor Lowangen. Hier setzt die Szenerie ein, die ich besprechen möchte:

    Das belagerte Lowangen - "Wir müssen reden"

    Sie sehen aus der Ferne schon die Lichter der Stadt, müssen aber bald erkennen, dass das ein Irrtum war; es sind nicht die Lichter der Stadt, sondern Lichter vor der Stadt. Nachdem sie das bemerkt haben, tritt eine großer Trupp schwerbewaffneter Schwarzpelze aus einem Waldstück vor ihnen (weit über 20) und versperrt die Straße. Sie greifen nicht an, sondern der Anführer tritt zu den Helden und lässt sie wissen, dass er Befehl hat, jeden Reisenden umgehend seinem Häuptling vorzuführen; er wird also verlangen, dass die Helden ihm folgen. Angesichts der Vielzahl der schwerbewaffneten Orks gehe ich davon aus, dass die Helden das machen werden (auch weil die Spieler wissen, dass dort der Plot ist; soweit vertraue ich meinen Spielern mal).

    Auf dem Weg wird den Helden klarwerden, dass die Lichter, die sie gesehen haben, Lagerfeuer sind: Die Stadt wird von einer Orkarmee belagert; etwa 1000 Orks, davon gut 200 jeweils direkt nördlich und südlich vor den Toren Lowangens. Der Rest verteilt sich auf die umliegenden Höfe und mehrere kleine Lager rund um die Stadt. Mitgebracht haben sie Kriegshunde und Flöße, aber noch kein Belagerungsgerät. Der Hintergrund sind Probleme bei der halbjährlichen Tributzahlung. Es gibt ein Ultimatum der Orks, diese doch noch zu erfüllen. Davon wissen die Helden aber nichts und davon werden sie in der folgenden Szenerie auch nichts erfahren.


    Ab jetzt brauchen die Helden Verhandlungsgeschickt, um gut durch die Situation zu kommen. Und meine Aufgabe wird es sein, diese Verhandlungen möglichst logisch und unterhaltsam zu gestalten. Und da wären wir beim Thema Kopfzerbrechen.


    Also weiter: Die Helden treffen in dem südlichen Lager, zu dem sie gebracht werden, gleich auf mehrere ranghohe Orks, die im Laufe des Abenteuers auch noch eine wichtige Rolle spielen werden. Ich beschreibe sie mal ausführlicher mit ihrem Hintergrund, weil das für das Thema Verhandlungen ja nicht unwichtig ist:

    • Urgruuzak, Häuptling der Burrkuzk, einer Sippe der Olochai, die die Tributzahlungen abwickelt. Er ist in dem offiziellen Abenteuer Von Orks und Menschen und Reich des Roten Mondes beschrieben als vergleichsweise wenig impulsiv; solange Lowangen seine Tribute zahlt, scheinen die Olochai relativ zurückhaltend zu sein. Eine feiste Erscheinung, der durch seinen Kontakt mit den Menschen zu einem gerissenen Menschenkenner geworden ist; lässt sich das aber nur selten anmerken, um menschliche Verhandlungspartner zu täuschen. Außerdem ärgert er Menschen gerne bewusst mit orkischer Lebensweise. In der aktuellen Situation muss er sich den Entscheidungen der Harrkush unterwerfen und versucht, vor ihnen Stärke zu zeigen.
    • Arikash, Schamane der Harrkush. Vor einigen Jahren von Aikar Brazoragh nach Khezzara geholt worden, nachdem er auf sein Talent aufmerksam wurde, lehrte er den Orkherrscher einige vergessene Rituale. Vorher sehr ehrgeizig ist er seitdem aber nachdenklicher geworden, v.a. weil ihm bewusst wurde, dass der Aikar ihn ausnutzte, um tiefere Einsichten zu erlangen mit dem Ziel, Grenzen auszutesten, an denen bisher noch kein Schamane gerüttelt hat. Er denkt seitdem darüber nach, die Harrkush aus dem Einflussbereich des Aikar zu lösen, fürchtet sich aber noch davor. Ausgerechnet er wurde von diesem geschickt, sich der Probleme bei den Tributzahlungen anzunehmen. Er ist für einen Ork ungewöhnlich ruhig und beherrscht; seine Macht gewinnt er nicht durch ein brutales Auftreten, sondern als Gesandter des Aikar.
    • Garrgrach Schattenauge, Häuptling der Harrkush. Erst kürzlich zum Häuptling aufgeschwungen. Sehr ehrgeizig. Brutal. Hat den letzten Häuptling im Zweikampf erschlagen, der in seinen Augen schwach war, weil er sich zumeist den Entscheidungen des Schamanen beugte. Dessen Einfluss will er unterwandern, ihm ist aber auch bewusst, dass dieser mit der Autorität des Aikar B spricht. Das Lowangen-Problem sieht er als geeignete Gelegenheit, sich beim Oberherrscher einen Namen zu machen; er hofft, dass die Menschen ihrer Tributpflicht nicht nachkommen, sodass mehr Truppen geschickt werden, um die Stadt einzunehmen – unter seiner Führung.Er ist von den drei Orks für die Helden sicher der gefährlichste; er glaubt an die göttergewollte Herrschaft der Orks über die Menschen und behandelt sie entsprechend.

    Ablauf der Verhandlungen - Grundsetting

    Bei den Verhandlungen wird zwar Garrgrach nach außen hin das Sagen haben, aber immer wieder zu Arikash blicken, um sich in seinen Aussagen bestätigen zu lassen. Das werden die Helden bemerken und wenn sie gut würfeln ggf. auch, dass Garrgrach das keinesfalls lieb ist. Der Schamane wird sich direkt gar nicht äußern, aber die Helden werden wohl merken, dass er ruhiger ist oder zumindest scheint. Wenn sie ihn direkt ansprechen, was ich nicht glaube, weil das ein Affornt wäre (denke ich) für den Wortführer Garrgrach, wird dieser antworten. Urgruuzak wird den Aussagen Garrgrachs in erster Linie zustimmen und ggf. den Helden drohen, sollte es sich anbieten.


    Ein wichtiger Punkt: Laut Abenteuer hat Garrgrach gar nicht vor, den Händlern die Einreise zu verweigern. Stattdessen will er für die Weiterfahrt nur einen entsprechend hohen Wegzoll. Das soll den Helden aber nicht sofort klar werden. Interessant sind etwa Schmuckstücke aus Kupfer, Messing, Gold, Gold/Silbermünzen, Waffen/Rüstungsteile, vielleicht ein- zwei Zugtiere, bunte Kleidungsstücke und Farbstoffe.

    Vor allem letzteres könnte interessant werden, denn ich habe mit einem Charakter aus Thalusa, ein Adliger, in dessen Welt nur alle, die viel Farbe tragen, bedeutende Personen sind. Entsprechend bunt gekleidet ist er und er hat sogar Haarfärbemittel dabei. Hose in Blau/Lila, Hemd und Wickelrock in dunklem Rot, Schärpe in goldgelb etc. Das ist zumindest seine zivile Kleidung; wenn er auf die Orks trifft, wird er wahrscheinlich eher einen Eisenmantel und blau/weißen Wappenrock tragen. Seine bunten Stoffe oder auch das Haarfärbemittel könnten ggf. Teil eines Wegzolles sein.

    Fragen

    Das Abenteuer schlägt vor, man solle die Verhandlungen nach Gutdünken führen, aber die Helden ordentlich schwitzen lassen. Bin ich sehr für; aber unsicher, wie ich die Orks dirigieren soll; das könnte ich noch weiter konkretisieren, aber ich will erst mal gar nicht so viele meiner Sorgen vorgeben, sondern frage mal ganz offen:

    Wie würdet Ihr das ganze gestalten? Wie würdet ihr die Orks (bzw. Garrgrach) mit den Helden verhandeln lassen? Habt Ihr gute Ideen dafür? Ich will es den Helden nicht zu leicht machen, will aber auch Situationen vermeiden, die die Helden/Spieler überfordern und ggf. die Sache eskalieren; die Helden sollen sicher in Lowangen ankommen.

  • AhiraRules

    Changed the title of the thread from “Gespräche mit Orks. "Orkdiplomatie" - ein schwieriges Terrain” to “Eine Verhandlung mit Orks - eine schwierige Meisteraufgabe”.
  • Im Grunde wollen die Orks einen ordentlichen (sprich: hohen) Wegzoll haben in Form von Dingen, die für sie wertvoll sind, und es liegt an den SC, gut zu verhandeln, um die Abgaben möglichst runter zu verhandeln.

    Auf der einen Seite sind Orks, die mit Menschen nicht genügend vertraut sind, und daher den vermeintlich stärksten männlichen Kämpfer (physische Präsenz in Verbindung mit Waffe und Rüstung oder männlichen "Schamanen" (erkennbaren Magiebegabten) als Verhandlungspartner voraussetzen. Sollte also eine Frau unter den SC sein, wird sie das Pech haben, als Verhandlungspartnerin gar nicht wahr- und ernstgenommen zu werden. Im Gegenzug mag der beste Nahkämpfer oder eine Magiebegabter gar nicht das nötige Verhandlungsgeschick mitbringen.

    Da die SC Orks nicht weiter kennen, werden sie weder wissen, was für Orks interessant/wertvoll ist und warum, noch männliche Kriegergemeinschaft weiter vertraut sein. Es könnte also interessant werden, wenn die einen nach orkischen Gesetzmäßigkeiten auftreten und die anderen nach menschlichen.

    Zusätzlich kommt es darauf, mit wie viel Selbstvertrauen oder auch nicht und mit welchem Verhandlungsgeschick um Ware, die nicht die eigenen ist, gefeilscht wird.


    Garrgrach mit seinem gebrochenen Garethi, der kurz und geradeheraus sagen wird, was er haben möchte, Urgruuuzak, der finster schaut und zustimmt, und vor allem möglichst einschüchternd wirken möchte. Dazu sitzen die Orks am längeren Hebel. Sollte zu dreist von SC-Seite aufgetreten werden, könnte der Schuss nach hinten losgehen.


    Ich würde Garrgrach seine (überhöhten) Bedingungen vorbringen lassen und dann schauen, wie sich die SC anstellen. Eine gewisse Position der Stärke von ihrer Seite aus würde sicherlich gut ankommen, weil die Orks so etwas respektieren dürften. Aber zu selbstbewusst oder "so nicht" könnte zu einer Eskalation führen, weil die Orks wissen, wer die besseren Karten in der Hand hält und sich nicht auf der Nase herum tanzen lassen werden.

    Beratschlagung untereinander könnte daher von Orks negativ aufgenommen werden, wenn sich der starke Häuptling mit einer Frau beratschlagen sollte.

    Das sind Nuancen, die aber erst herausgefunden werden müssen im Gespräch.


    Ich würde es daher davon abhängig machen, wie sich die SC Verhalten, wie sie auftreten, welche Argumente sie wir vorbringen, und darauf wiederum die Orks reagieren lassen, die am Ende halt schon ihren Schnitt machen werden.

  • Ich muss gerade irgendwie an die Klingonen denken, und wie jedes Wort, dass man als Mensch zu den Orks sagt, völlig falsch interpretiert werden kann:
    "Wie?! Ihr weichlinge seit NICHT zum Kämpfen gekommen? Wie wollt ihr denn dann eure Stärke beweisen?"
    Es sieht für mich ja schon so aus, als gäbe es auch unter den Orks unterschiedliche Fraktionen, die das ganze unterschiedlich angehen wollen. Es gibt die wilderen und burtaleren Orks, welche am liebsten gar nicht verhandeln würden, und denen Tribute schon ein Dorn im Auge ist. Dann solche, die sich nur bereichern wollen, oder denen ein Macht- oder Stärkebeweis wichtig ist, und andere, die irgendwo dazwischen liegen.
    Vielleicht können die Helden ein bisschen Eindruck machen, indem sie den Anführer fragen, ob sie Jagen gehen dürfen in dem Gebiet, oder ihn sogar zur Jagd einladen. Ganz typisch kann man auch bestimmt anders die eigenen Fähigkeiten zur schau stellen - wäre ja wohl nicht das erse mal. Und klar, wenn man einem besonders aufsäßigem Ork das Fressbrett poliert, schadet das sicher auch nicht. Ich schätze mal, die Bitte, von den Orks ihre Sprache zumindest in Ansätzen gelernt zu bekommen hilftauch.
    Ein Staatskundiger Held kann eventuell dem Häuptling auch einige Fragen beantworten, wie man mit den Menschen am besten verhandelt. Vielleicht schicken die Orks die Helden sogar nach Lowangen, um in ihrem Namen zu verhandeln.

    Along the shore the cloud waves break,

    The twin suns sink behind the lake,
    The shadows lengthen
    In Carcosa.

  • Im PC-Spiel Sternenschweif nahmen die Orks den Helden alle Waffen und Wertgegenstände ab. Aber vor magischen Dingen hatten sie Respekt; durften die Helden behalten. Weggenommen wurden auch Tränke und Kräuter.

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Sollte zu dreist von SC-Seite aufgetreten werden, könnte der Schuss nach hinten losgehen.

    Aber zu selbstbewusst oder "so nicht" könnte zu einer Eskalation führen, weil die Orks wissen, wer die besseren Karten in der Hand hält und sich nicht auf der Nase herum tanzen lassen werden.

    Genau das ist der Punkt, der mir Sorgen bereitet; die Orks sind in der klaren Machtposition und sie haben ebenso klare Forderungen. Ein Auftreten mit einer gewissen Stärke wird dazu führen, dass sie den SC als Verhandlungspartner akzeptieren, mehr aber auch nicht.

    Vielleicht können die Helden ein bisschen Eindruck machen, indem sie den Anführer fragen, ob sie Jagen gehen dürfen in dem Gebiet, oder ihn sogar zur Jagd einladen.

    Richtig beeindrucken werden sie den Häuptling nicht können und auch sicher keinen auf Buddy machen (Einladung zu Jagd; das hat der Mann (Ork) nicht nötig); das gibt schon alleine die Weltsicht der Orks nicht her, in der sie dazu bestimmt sind, über die Glatthäute zu herrschen, die keinesfalls als gleichwertig angesehen werden. Auch wenn sich die drei Orks, die ich hier vorgestellt habe im Detail unterscheiden, also mal mehr oder weniger brutal in ihrer Vorgehensweise aufgestellt sind, teilen sie diese Weltsicht untereinander und wohl auch mit den etwa 1000 Orks, die im Umfeld der Stadt lagern.

    Und klar, wenn man einem besonders aufsäßigem Ork das Fressbrett poliert, schadet das sicher auch nicht

    Und das würde eindeutig schaden; die Helden verhandeln mit Anführern der Orks; keiner wird sich zu einem Zweikampf herablassen und wenn die Helden auf sowas zusteuern wollen, wäre das in meinen Augen ein worst case, womit sich der Kreis zu meiner Eingangsbemerkung schließt (Der Punkt, der mir Sorgen bereitet): Ich frage mich, wie sollte ich damit umgehen, wenn die Helden zu stark auftreten wollen und die Sache eskaliert? Ich will ja nicht meine Helden killen (um dann von meinen Spielern gekillt zu werden), aber in dieser Situation sind ihre Handlungsspielräume klar begrenzt. Eine Kampfhandlung wäre realistischerweise ihr Ende

    Im PC-Spiel Sternenschweif nahmen die Orks den Helden alle Waffen und Wertgegenstände ab.

    Dann würden meine Spieler rebellieren; das kann ich nicht machen. Das wäre too much. Obwohl: Ich könnte das natürlich als Teil der überhöhten Forderungen machen. Denk ich mal drüber nach

    Ich würde Garrgrach seine (überhöhten) Bedingungen vorbringen lassen und dann schauen, wie sich die SC anstellen.

    Das wäre nicht seine einzige Forderung, aber ein Punkt, der mir einfällt, bei dem es um persönlichen Besitz der Helden geht: Wie findet ihr die Idee mit den farbigen Klamotten (aus den Stoffen ließe sich ja ggf. was passendes für den Häuptling anfertigen) und mit den Haarfärbemitteln?

  • Das wäre nicht seine einzige Forderung, aber ein Punkt, der mir einfällt, bei dem es um persönlichen Besitz der Helden geht: Wie findet ihr die Idee mit den farbigen Klamotten (aus den Stoffen ließe sich ja ggf. was passendes für den Häuptling anfertigen) und mit den Haarfärbemitteln?

    Das ist tatsächlich eine sehr gute Idee. Gerade an sich nicht sonderlich wertvoller Kram ist für Orks von Bedeutung, vor allem was bunt ist oder aus Kupfer. Mit ein bisschen Glück könnten die Helden also tatsächlich recht billig aus der Nummer rauskommen. Wenn die Abenteurer nicht ihre Heiltränke verlieren sollen, dann vielleicht ihre Alkoholvorräte? Die sind bei Orks sehr beliebt ...
    Eventuell kann einer der Helden ja auch ganz praktisch etwas, was den Orks gefällt: Zum Beispiel Tätowierungen anfertigen?

  • Nicht alle Orks sind dumm. Viele Räuber (und Seeräuber) arbeiten mit Einschüchterung und Drohungen statt direkt mit Gewalt. Das hat verschiedene Vorteile. Zum einen wird jemand, der um sein Leben kämpft, oftmals ein deutlich gefährlicherer Gegner sein als jemand, der abwägen muss, ob er für einen materiellen Wert sein Leben riskieren will. Schon der alte Sunzi hat gelehrt, das man einem Feind immer einen Ausweg lassen soll, denn wen er nichts zu verlieren hat, wird er im Kampf alles geben. Das würde das Risiko für die Orks deutlich erhöhen.

    Auch die Folgen der Tat müssen bedacht werden. Wer nur materielle Schäden verursacht wird vermutlich weit weniger gehasst als jemand, der Personenschäden bis hin zum Mord verschuldet. Man wird auch größere Ressourcen und Risiken in kauf nehmen, um Letzteren zur Strecke zu bringen.

    Schließlich weiß ein Ork auch, dass man jemanden, der noch lebt, irgendwann vielleicht noch einmal ausrauben kann und dass es für die Frequentierung einer Handelsroute besser ist, wenn man nur ein finanzielles Risiko eingeht, wenn man sie verwendet als wenn man sich in Lebensgefahr begibt.


    Was im kleinen bei Räubern gilt, gilt auch bei Eroberungszügen im Großen. Aber selbst der Aikar Brazoragh hat einmal sinngemäß gesagt: "Wie ich eure Sprache verstehe ist 'Diplomatie' das Bosparano-Wort für Lügen, richtig?"

    Auf allzu komplexe Abmachungen werden sie sich nicht einlassen. Tributforderungen können hoch sein, sollten aber das Überleben der Unterlegenen erlauben - aus den oben genannten Gründen.

    Wichtig ist auch, dass in eine Belagerte Stadt eher keine Ressourcen gelangen, die den verteidigern zu sehr helfen - besonders Nahrungsmittel, Waffen und Medikamente sind eigentlich tabu, da sie den Sinn einer belagerung eher unterlaufen, die Sache in die Länge ziehen oder sogar gefährden könnten. Das gilt z. B. auch für die Zugtiere, die wandelnde Fleischvorräte sind.

    Wenn dagegen noch mehr unbewaffnete hungrige Mäuler in die Stadt kommen, kann das den Orks sogar willkommen sein. Ein ganz geschickter Schamane könnte sogar versuchen, etwas Verderben Bringendes in den Besitz der Helden und damit in die Stadt zu schmuggeln, z. B. einen mit einer Seuche infizierten Tierkadaver z. B. einer Ratte. Oder aber eine Ratte, die mit Ergochai Tairachi zu einem Untoten Spion gemacht wurde.


    Ein interessanter Fakt ist auch, dass die Farbe rot (gerade auch als Kupfer) den Orks heilig und eher den Tairach-Priestern vorbehalten ist. Darum könnte man entsprechende Gegenstände auch "beschlagnahmen" - oder als weit wertiger einschätzen, als Menschen es tun würden und diese billiger davonkommen lassen.

  • das gibt schon alleine die Weltsicht der Orks nicht her, in der sie dazu bestimmt sind, über die Glatthäute zu herrschen, die keinesfalls als gleichwertig angesehen werden.

    Zumal auch zusätzlich, wenn ich das richtig verstehe, die SC aus ganz anderen Regionen kommen und absolut keine Ahnung von Orks haben, was denen wichtig ist und was nicht und wie die so gepolt sind. Von Orks gehört haben, dass die Marodeuere und Tiere sind (was wiederum eine Haltung ist, die bei Orks nicht gut ankommen wird), das schon, aber im Svelllttal begegnet man ihnen als langjährigen Machthabern. So gehen sind die SC diejenigen, die noch weniger über die Gegenseite wissen als umgekehrt.

    Das wäre nicht seine einzige Forderung, aber ein Punkt, der mir einfällt, bei dem es um persönlichen Besitz der Helden geht: Wie findet ihr die Idee mit den farbigen Klamotten (aus den Stoffen ließe sich ja ggf. was passendes für den Häuptling anfertigen) und mit den Haarfärbemitteln?

    Das wird ja sogar explizit im AB genannt.

    Als halbwegs guter Feilscher (oder vielleicht auch als Gierkopf) stellt man erst mal zu hohe Forderungen. Bisschen Glück haben und der andere stimmt aus Furcht oder weil er nicht feilschen kann zu, kann man immer.

    An sich muss man sich bei der Feilscherei darauf einigen, was und wie viel jeweils am Ende bei rumkommt. Wobei die Orks laut AB halt durchaus auch an wertvollen Dingen wie Geld und Schmuck interessiert sind, dann aber auch an natürlich Kupfer (das nicht wertlos ist, aber für Orks einen größeren Wert besitzt als für Menschen) oder bunter Kleidung.

    Also, wenn man es haben möchte, stellt man Forderungen. Wie sich die SC dann anstellen, müsste sich zeigen.

    Im Zweifelsfall gibt es ja die Möglichkeit, wenn sie bei den Verhandlungen nicht so erfolgreich sein sollten, dass der Schamane es ihnen am Ende als Dank wieder gibt im Falle von persönlichen Besitztümern. Dann sind sie nur das AB ohne das Besitztum unterwegs, bekommen es aber wieder.


    Wichtig ist auch, dass in eine Belagerte Stadt eher keine Ressourcen gelangen, die den verteidigern zu sehr helfen - besonders Nahrungsmittel, Waffen und Medikamente sind eigentlich tabu, da sie den Sinn einer belagerung eher unterlaufen, die Sache in die Länge ziehen oder sogar gefährden könnten. Das gilt z. B. auch für die Zugtiere, die wandelnde Fleischvorräte sind.

    Tatsächlich haben die Orks in dem AB gar nicht die Absicht, irgend jemanden davon abzuhalten, Lowangen zu betreten, oder etwas in die Stadt zu bringen. Sie nehmen auch nicht einfach alles weg (was sie könnten), sie wollen einen hohen Tribut und lassen dann weiter fahren. Was es mit der plötzlichen Umzingelung der Stadt auf sich hat, muss halt erst noch rausgefunden werden und führt tiefer ins AB.

  • Zumal auch zusätzlich, wenn ich das richtig verstehe, die SC aus ganz anderen Regionen kommen und absolut keine Ahnung von Orks haben, was denen wichtig ist und was nicht und wie die so gepolt sind. Von Orks gehört haben, dass die Marodeuere und Tiere sind (was wiederum eine Haltung ist, die bei Orks nicht gut ankommen wird), das schon, aber im Svelllttal begegnet man ihnen als langjährigen Machthabern. So gehen sind die SC diejenigen, die noch weniger über die Gegenseite wissen als umgekehrt.

    Das muss ich noch schnell klarstellen: Ja, die SC kommen aus anderen Landesteilen und haben null Erfahrungen im Svellttal und mit Orks; aber die Händler haben diese Erfahrung. Und da sie zwei Wochen zusammen reisen, dürften die SC zumindest schon einige Sachen aufschnappen, aber v.a. bei den Verhandlungen ergibt sich vielleicht die Gelegenheit, dass die Händler mit den Helden auf dem Weg zu den Anführern der Orks darüber reden, wie man sich jetzt am besten verhält.

  • Das muss bedacht werden, die Orks leben ha auch von jeden Reisenden der nach Lowangen will; sie wollen diese nicht abschrecken. Es ist dann wie auf dem Markt, wo der Händler hochfeilscht, aber dabei den Kunden nicht vergraulen will.

    Und diese Orks machen dieses Spiel schon länger. ;)


    PS: Ja, die Händler werden viel zu erzählen haben; teils auch von Hörensagen; und trichtern die Helden mit Vorurteilen voll.

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • An sich muss man sich bei der Feilscherei darauf einigen, was und wie viel jeweils am Ende bei rumkommt. Wobei die Orks laut AB halt durchaus auch an wertvollen Dingen wie Geld und Schmuck interessiert sind, dann aber auch an natürlich Kupfer (das nicht wertlos ist, aber für Orks einen größeren Wert besitzt als für Menschen) oder bunter Kleidung.

    Also, wenn man es haben möchte, stellt man Forderungen. Wie sich die SC dann anstellen, müsste sich zeigen.

    Das ist richtig; wie gesagt, ich habe halt die Sorge, dass sie sich etwas zu robust geben; natürlich möchte ich meine Helden nicht umlegen. Wobei: wenn wir ehrlich sind, ist die Möglichkeit zum Feilschen und Verhandeln doch sowieso ein wenig unlogisch, oder? Wenn ich mal so tue, als wäre Aventurien die Realität, enke ich, hätten sich die Orks einfach die Wagen mit den Waren genommen und die Glatthäute umgelegt. Fertig. Denn es ist ja gerade eben nicht so:

    Das muss bedacht werden, die Orks leben ha auch von jeden Reisenden der nach Lowangen will; sie wollen diese nicht abschrecken. Es ist dann wie auf dem Markt, wo der Händler hochfeilscht, aber dabei den Kunden nicht vergraulen will.

    Und diese Orks machen dieses Spiel schon länger.

    Die Orks, die in dieser Situation das Sagen vor Ort haben, sind keine, die sonst an der Abwicklung der Tributzahlungen beteiligt sind und - siehe die Charakteristika der Anführer oben - dem Wortführer ist an einer Einigung mit Lowangen eigentlich nicht gelegen; der wünscht sich einen Angriff auf die Stadt. Und selbst wenn dem nicht so wäre, glaubt ihr, die Lowanger würde eine gütliche Einigung mit den Orks sausen lassen, nur weil ein paar Händler umgebracht wurden? Wohl kaum.

    Ich versuche mir die Bereitschaft zur Verhandlung so zu erklären, dass es für Garrgrach eine Art Spiel ist, eine kleine Herausforderung, auch mit dem Ziel, die Glatthäute zu demütigen (was er natürlich auch hätte, wenn er sie umbringen lassen würde). Das ist mit einer der Gründe, warum ich mich ein bisschen schwer damit tue, die Verhandlungsposition der Orks zu verstehen und einzunehmen. Aber am Ende, ja, werde ich das wohl genauso vertreten, wie im Abenteuer und auch hier vorgeschlagen: Das beste beim Verhandeln raushauen anstatt die Helden umzuhauen^^

    Ich vermute, das dürfte den Spielern mehr Spaß machen, auch wenn es (in meinen Augen) etwas unrealistisch ist ;)

    S: Ja, die Händler werden viel zu erzählen haben; teils auch von Hörensagen; und trichtern die Helden mit Vorurteilen voll.

    Ich sehe die Händler eher als ziemlich besonnen in Bezug auf die Orks und etwas ängstlich sicher auch; aber da sie die Strecke 2x/Jahr fahren und regelmäßig Waren in Lowangen verticken, können sie die Schwarzpelze gar nicht schlecht einschätzen; soweit ein Mensch das halt kann.

  • Es sind Verhandlungen über die Höhe des Tributs. Die Händler führen diese selber (laut AB halt nicht, weil Adnan spontan verunsichert ist), oder es machen die SC.

    So oder so kann man eine eigenen Position der Stärke zu sehr vertreten, aber dazu müsste schon eine ziemliche Verkennung der Umstände her, denn schlussendlich sind ja noch mehr SC und NSC im Raum, um einem Wortführer ins Wort zu fallen, wenn da jemand meinte, er könne ja die beiden anwesenden Führer zum Duell darüber fordern oder etwas in der Art. Oder auf der Gegenseite ist der designierte Wortführer zu eingeschüchtert, aber auch da kann von der Seite aus interveniert werden, oder aber der Wortführer feilscht gut.

    Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Verhandlung von den SC nicht überlebt wird, sehe ich als sehr gering bis unwahrscheinlich an, denn dazu müsste schon mehr als viel falsch laufen.



    Den orkischen Anführern dürfte klar sein, dass ein (zusätzlicher) Tribut bein einer sich so bietenden Gelegenheit eine Sache ist, aber alle Reisende, die gerade nach Lowangen wollen (sehr viele) komplett berauben und umbringen wohl ein zu großer Zündfunke wäre. Die Orks wollen ja etwas Bestimmtes, das ist ihr eigentliches Interesse, und das zu bekommen wird umso schwieriger, je mehr Leute sie umbringen.

    Ein Tribut für Durchlassen ist für die Orks, die ja mit anderer Intention da sind, ein zusätzlicher Gewinn, für den sie keine großen Folgen tragen werden.

  • Nunjja,m auf S.18 steht ja was die Okrs so alles begehren könnten - aber mit Sicherheit nicht bekommen. ^^

    Da werden die Helden entscheiden müsen was mehr Werft ist, ein Helm (gehörte einem Drachentöter aus dem Rielsand; mögen die Orks glauben ;) ), das Lieblingschwert oder paar Dukaten?

    Hierbei mögen phexfähige Helden gut sicher herausreden können :)

    Ja, und einiges kommt für die Händler auch unterwartet.

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Ich habe mir übrigens, wie ich finde, einen netten Turn überlegt, sollten die Helden auf die Idee verfallen, ab einem gewissen Punkt zu sagen, na ja, wir müssen ja nicht unbedingt nach Lowangen rein; nicht allzu wahrscheinlich, allerdings haben wir ein- zwei Spieler, die auf Forderungen der Orks ggf. bockig reagieren könnten; wie gesagt, nicht sehr wahrscheinlich, aber auch nicht unmöglich.


    Da eine Macht, die ich hier nicht benennen will (wäre mir zu viel Spoiler), ebenjene Helden mit den Zeitsprüngen in ihr Spiel holt, werde ich das dann so machen: Sollten die Helden sich entschließen, sehen wir gar nicht ein, dann reisen wir halt nach Greifenfurt zurück (denn sie wissen ja auch nicht, was sie in Lowangen erwartet), dann werde ich sie immer wieder an die Stelle katapultieren, als die Verhandlungen mit den Orks beginnen. Und ewig grüßt das Murmeltier ^^


    Aus der Nummer komme ich mit diesem Twist ganz gut raus, denke ich; worüber ich mir jetzt aber nochmal Gedanken gemacht habe, umso näher der Spieleabend rückt:

    Es bleibt die Möglichkeit, dass einer der Helden den Orkhäuptling herausfordert. Wie oben geschrieben, denke ich, dass dieser sich darauf nicht einlassen würde, nicht weil er Angst hat, sondern weil er das für ihn unter seiner Würde ist. Wenn er das auf Ologhaijan für die Umstehenden übersetzt, wird es zornige Unmutsbekundungen geben und Drohungen aufgrund dieser Anmaßung. Wie gesagt, die Orks sehen sich als natürliche Herrscher über die Glatthäute.

    Sollten meine Helden bei dem Punkt aber insistieren, wäre ggf. eine Möglichkeit, dass der Häuptling einen der (zornigen) Krieger gegen den Helden kämpfen lässt, der in der Nähe steht. Um der Glatthaut eine Abreibung zu verpassen; wobei ich denke, die Orks würden das wohl als Kampf auf Leben und Tod ansehen, sodass der Held natürlich gewinnen muss und wird (aber nach möglichst schwerem Kampf). Und sollte der Held den kämpfenden Ork nicht töten, wovon ich ausgehe, wird der Häuptling das dann machen (Versager); das wäre für die Spieler eine Lektion zur Weltsicht der Orks.
    Was haltet Ihr von dem Ansatz? Wenn ihr das sinnig findet, wäre für mich v.a. noch die Frage: Ich glaube nicht, dass die Orks die Helden dann ohne Wegzoll in die Stadt lassen würden; sie würden ihn aber reduzieren. Oder?


    Ach Mensch, verstehe einer der Orks^^

  • Entweder die Orks lachen die Menschlinge aus, die kämpfen wollen, obwohl sie so in der Unterzahl sind und das aus orkischer Sicht wie das Kläffen eines kleinen Hundes aufgenommen wird; oder aber sie erringen sich damit ein Mindestmaß an Respekt (was nichts daran ändert, den Tribut zahlen zu müssen und drum zu feilschen, im Sinne von 'Ich finde es gut, dass du drum kämpfen möchtest, das würden wir Orks an deiner Stelle auch tun, aber ihr seid in der Unterzahl, du hast ausreichend gezeigt, dass Du nicht drein geben möchtest, und jetzt zahle'; oder aber wie Du es vorgeschlagen hast, soll einer der Unterlinge antreten.

    Ein Kampf auf Leben und Tod birgt natürlich ein gewisses Risiko, wenn einer tot sein muss, der andere nicht völlig unfähig ist und Würfel mitunter sehr neutral und launisch sein können.