Exotenvölker. Wie geht ihr damit um?

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  • Ich bin der Meinung, dass die meißten Abenteuer keine Exoten erlauben.


    Die Stimmigkeit der Spielwelt ist für mich einer der wichtigsten Aspekte an DSA und Exoten verkomplizieren nahezu jedes Abenteuer - oder schlimmer. Wenn ein orkischer Held in einem weidener Dorf aufgeknüpft wird oder ein Achaz in Fasar kaum über die Straße gehen kann, so ist man als Meister gezwungen, die Situation entweder eskalieren zu lassen oder sie deutlich herunter zu spielen.

    Ersteres führt in der Regel dazu, dass der SC aus dem Abenteier ausscheidet (Flucht, Versteckspiel, Kerker, Tod), sodass die Gruppe sich nicht auf das Lösen des eigentlichen Plots konzentrieren kann oder zumindest deutlich behindert wird. Letzteres wird dem Exoten nicht gerecht und verfehlt damit den Sinn des Ganzen; ein Achaz wäre dann im Extremfall nur noch ein Held mit anderen Spielwerten, der ab und zu schief angeguckt wird, wenn es das Abenteuer gerade erlaubt.


    Bei konsequenter Spielweise sind bereits die gesellschaftlich akzeptierten Exoten, also Zwerge und Elfen, eine Herausforderung an Spieler, Meister und Gruppe. Wer spielt schon die ganze Zeit über eine elfische Weltsicht aus? Wer berücksichtigt schon konsequent die andere Perspektive, die Zwerge schon aus Gründen ihrer Körpergröße und ihres Alters auf die Welt haben?

    So etwas äußert sich ja auch im Interesse der Exoten an einem potentiellen Auftrag: so könnte ein Goblin keine Lust darauf haben, einen Brief in die Khôm zu tragen (zu warm im Winterfell), ein Achaz lehnt einen Tempelbesuch ab (die H'Ranngar der Menschen könnten ihn sehen), ein Shakagra möchte den Sklaven nicht befreien (wo ist das Problem?), ein Elf versteht das Konzept eines betrügerischen Großhändlers nicht (das Pferd gehört Jemandem?) und ein Fjarninger kann die horasische Intrige nicht nachvollziehen (Sollen sie das doch selbst auskämpfen).


    Dazu kommt natürlich noch das Standardargument, das Exoten grundsätzlich mehr Screentime beanspruchen, sodass alle anderen Spieler etwas zurück stecken müssen. Das ist ja auch nicht schön, obwohl sich wohl noch nie ein Mitspieler deswegen gegen einen Exoten-SC ausgesprochen hat.

  • D&D Shintaro89 D&D :zwinker:

    Aber aus Deinen genannten Gründen und als jemand, der viel DSA gespielt hat, greife ich bei D&D gerne tiefer in die exotische Rassen Kiste. In einer der ersten Runden hatten wir uns gleich für Planescape (AD&D) entschieden und uns fröhlich am BLUTKRIEG, BLUTKRIEG beteiligt - natürlich auf der richtigen Seite. Mit Blu Bärentöter das Scheusal verbannte Succubus, ihrem Tieflingkater Maunz, der eigentlich Gelbauge hieß und dem Halbriesen Kumpel hatten wir eine Menge Spaß, wenn auch eher nicht die klassischen Abenteuer...


    Auch die D&D 3.5 Gruppe mit Dunkelzwerg, Dunkelelfe und Dunkelhalbling (ein ganz normaler Halbling, der aber Necromant werden wollte) harmonisierte sehr gut miteinander. Natürlich haben sie heldenhaft der kleinen Stadt bei der Untotenplage geholfen, nicht aus Nettigkeit, sondern weil die Untoten sie genervt haben... schlurfen immer überall rum und stinken und so.
    Und so ein Dieb kam doch echt auf die Idee einen von uns zu beklauen... was glaubt ihr, was mit ihm und seiner Gilde passiert ist?


    Unser Spielleiter haben allerdings die Gruppen schlicht laufen lassen, es ergeben sich da genügend Sachen, sodass man kein Kaufabenteuer braucht.

    Von meinem 104-Tasten Desktop PC gesendet.

  • Oh, tatsächlich. D&D. Ich muss mich noch an die Forenreform gewöhnen :D


    Na gut, für D&D gilt letztlich auch, was ich oben sagte - nur ist die Definition eines "Exoten" eben eine andere. Ein Elf, Zwerg, Halbling oder sogar Halbork mag hier nicht als Exot gelten, wer jedoch als untoter Drachling durch Niewinter läuft, der stößt dennoch auf problematische kulturelle Barrieren. High Fantasy mit einer entsprechenden Durchmischung aller Völker ist ja an sich nichts schlechtes, jedoch basieren auch bei D&D soweit ich mich damit auskenne viele Konflikte letztendlich auf Rassentrennungen. Oder wie viele Orks leben in einem typischen Zwergenstollen?

  • Ich bin ein sehr gutmütiger SL, der keine Probleme mit Exoten hat - ja darunter fallen im D&D andere Völker als beim DSA ;-)


    Besonders gutmütig muss ich derzeit sein. Ich habe eine Kampagne mit meinen Kindern angefangen. Und die Jungs wollten unbedingt Tielfling und Drachengeborener spielen.


    Kurz: Es kommt auf die Gruppe an.


    In meiner ersten Karriere als SL (während des Studiums) habe ich die Exoten streng ausgespielt. Das führte dazu, das der Kristalldrache schonmal als Haustier getarnt vor der Kneipe angebunden warten musste. Mit meinen Kindern sehe ich darüber hinweg, dass sie eigentlich mit Mistgabeln aus dem Dorf gejagt werden müssten.


    Aber ich hoffe demnächst eine "Erwachsenengruppe" aufmachen zu können. Dann kommt der Mob...


    Gruß

    Orbis Stahlauge vom Clan Hammerfels