Fragen zu einem Dämonologen

  • Hallo an Alle,


    nach mehr als 10 Jahren Abwesenheit von DSA möchte ich mit Freunden mal wieder eine regelmäßige Runde aufziehen und haben uns dafür entscheiden nach DSA 4.1 zu spielen.


    Ich möchte auf jeden Fall einen Magier spielen, da ich den magischen Hintergrund von DSA einfach sehr gerne mag und mein Wissen gerne in das Spiel einfließen lassen möchte. Bei der Wahl der Ausrichtung stehe ich aber noch vor einen schwierigen Problem.


    Ich würde sehr gerne einen Magier spielen, welcher seinen Schwerpunkt, in der Bekämpfung der Mächte der 7. Sphäre, sowie forensischer Magie finden soll. (Aufklärung magischer Phänomene, Bewertung im Konzept der Kosmologie, Eventuell Eingriff zu Gunsten der Welt, natürlich alles gemäß seines subjektiven Empfindens und vorgeschobener objektiver Argumente ;-)


    Ich finde es unfassbar reizvoll zu diesem Zweck einen Dämonlogen zu spielen, da sich wohl kaum jemand sonnst der Gefahr der 7. Sphäre so bewusst sein dürfte wie dieser. Außerdem finde ich Dämonenbeschwörungen deutlich spannender als Elementarbeschwörungen, da in der Gefahr welcher durch diese ausgeht für mich ein großer Reiz liegt. Man muss sich wirklich bewusst machen, warum man sich und die Welt einer solchen Gefahr aussetzt bevor man einen Dämonen ruft.


    Das Problem das ich habe ist die Rechtslage in Aventurien. So wie ich das lese ist ein Dämonologe in einer Gruppe eigntlich nicht spielbar, da jeder rechtschaffende Char diesen nach einer Beschwörung sofort den Autoritäten ausliefern würde, wo ihn wahrscheinlich ein schreckliches Schicksal erwartet. Ich möchte aber auch nicht nur im geheimen Beschwören (Zumindest die Gruppenmitglieder sollten davon wissen) da ich die so entstehenden Diskussionen und moralischen Fragestellungen spannend finde. (z.B. "Nunja ich könnte eventuell eine Entität rufen die die Nachricht rechtzeitig zum Fürsten bringen kann um so sein Leben zu retten...")


    Gibt es irgend eine Möglichkeit um das Problem zu lösen? z.B. indem man die Sprielrunde zeitlich vor Borbarad ansetzt als die Gesetzgebung noch laxer war? (Dann wäre es interessant zu wissen wie sie damals genau aussah) Oder ist es einfach so das ein solcher Char nicht dafür gedacht ist gespielt zu werden?



    LG

  • Beschwörer sind regeltechnisch ein schwerer Brocken für einen DSA-Anfänger, das gleich mal als Warnung. Es gibt wenig was so umfassend ist wie die Beschwörungsregeln - abgesehen von Artefakten, aber die Erschaffungsregeln dafür benötigt man selten ad-hoc am Spieltisch.



    Was du anstrebst sieht nach einem Puniner Magier aus. Theoretische Forscher aller Lebenslagen, und sehr verkopft. Leider auch "Stubenhocker".

    Das große Problem an der Dämonenbeschwörung hast du schon selbst entdeckt: in allen Zwölfgöttlichen Landen ist sie streng verboten und kostet dich schnell den Kopf. Du kannst es aber auch grundsätzlich so angehen, dass du einen Exorzisten und Entschwörer spielst, also jemand der Dämonen wirklich bekämpft ohne in den Abgrund zu rutschen. Da bist du eh wieder bei Punin, alternativ bei einer der Reichakademien, Perricum glaube ich.


    Alternativ: wie wäre es mit einem Elementar-Beschwörer? Elementarismus ist - nach göttlichem Wirken - sowieso das Mittel der Wahl gegen Dämonen. Braucht allerdings noch mehr Vorbereitung - auch ingame - und ist nicht ganz so direkt. Dämonen gibst du fest definierte Befehle (allein schon, um dich selbst abzusichern), Elementare bittest du um Hilfe. Allerdings sind Elementare allen natürlichen Lebenwesen zugetan und wollen dir prinzipiell nichts Böses (anders als Dämonen), und wenn es gegen Dämonen geht sind die auh etwas zuvorkommender; da gehen die meist sogar von selbst gegen vor, bevor du sie lieb drum bitten kannst.

  • Hallo Danke für die Antwort,


    über Elementare habe ich schon nachgedacht, diese aber ehrlich gesagt ziemlich langweilig. Ich sehe da kein moralisches Spannungsfeld, welches das Spiel bereichern könnte. Bei Elementaren habe ich immer den Eindruck, dass man sich nur mehr Zauber (Alle elementaren) für weniger AP Kosten (Die Anrufung) einkauft.

  • Es gibt auch entsprechende Anti-Magie-Akademien, wie die in Kuslik. Oder in Gareth. Damit könntest du dann nicht nur gegen Dämonen und deren Beschwörer sondern auch gegen alle anderen Magier, die dir oder deiner Gruppe böses wollen, etwas ausrichten. Musst du aber aufpassen, da Anti-Magier, besonders wenn sie noch ein Tick auf Hellsichtmagie gehen, schnell den Plot sprengen.

  • Willkommen auf dem Orki, Kalman. :)


    In der Tat, vor Borbarad war im MR die Rechtslage zu Dämonenbeschwörungen laxer.


    In den Tulamidenlande stand man jedoch damals wie heute offen dem gegenüber.


    Allerdings kann es natürlich in beiden Fällen und auch in prä-Borbarad-Zeiten durchaus möglich sein, dass die anderen SC nichts mit einem bekennenden Dämonologen zu tun haben möchte, der grundsätzlich kein Problem darin sieht, einen Dämonen zu beschwören, und sei es, Feuer mit Feuer zu bekämpfen. Das müsstest Du mit Deiner Gruppe besprechen, wie die Spieler das sehen, und wie da ihre SC zu stehen werden.


    Die Brabaker Akademie ist ja auch erlaubt, grundsätzlich landet man nicht vor Gericht, wenn man sagt, man sei ein Beschwörer, sondern wenigstens im MR, wenn man tatsächlich einen beschwört.


    Entschwören ist dagegen auch im MR in der Gegenwart kein Problem, gerade auch, wenn der Charakter seine Möglichkeiten auch nie dazu nutzen würde, einen Dämonen zu beschwören.

    Dazu passende Akademien wurden ja schon genannt.

  • Punin hat leider ein ziemlich madiges Professionspaket. Wenn du wirklich jemanden von dort spielen willst, dann solltest du das vielleicht etwas anpassen. Aber so wie es jetzt ist, gibt es dir alleine 64 GP in automatischen Nachteilen und dafür kannst du ganz viele Sprachen und Zauber, die kaum spielrelevant sind.

    "Er hat die Grenzen der Unwissenheit erweitert. Im Kosmos gibt es vieles, von dem wir überhaupt nichts ahnen."
    Die beiden Männer sonnten sich in dem herrlichen Gefühl, weitaus weniger zu wissen als gewöhnliche Leute, die nur von gewöhnlichen Dingen nichts wussten.

  • Tatsächlich hätte ich auch eher an Brabak oder Rashdul gedacht. :-) und dann beide durch zukaufen um den forensischen Aspekt erweitert. Besonders Geisterruf und Nekropathia finde ich für einen Forscher sehr spannende Zauber.

  • Gibt es irgend eine Möglichkeit um das Problem zu lösen?

    Im Prinzip reicht es schon, wenn ihr Euch Regionen zum Spielen aussucht, in denen man Beschwörungen offen gegenüber steht. Welche Regionen das sind, sieht man leicht am Vorhandensein entsprechender Akademien.


    Während man durchs Mittelreich (oder ähnliche Regionen) zieht, ist es nun mal nichts mit Dämonendienern für jeden Zweck. Aber auch mit dem Blutkult der Barbaren, Sklavenhalterei und vielen anderen Gepflogenheiten kommt man dort nicht weit. Sprich auch andere Fremde müssen sich dort eben anpassen. In der Zeit vor Borbarad gab es zwar weniger strenge Auflagen, aber auch damals schlenderte man nicht mit seinem Dämon über den Marktplatz oder reiste mit einer Golemtruhe im Gepäck und auf einem Sklelettgaul durch die Gegend.


    Wenn ihr wirklich so spielen wollt, müsstet ihr schon in den schwarzen Landen spielen. Dort interessiert sich aber vermutlich keiner für Forschungsgebiete, wie Du sie im Sinn hast und eine moralische Zwickmühle gibt es erst Recht nicht. Das ist auch das grundlegende Problem anderer "spielbarer" Regionen (z.B. der tiefe Süden), in denen man Dämonen "ordentlich" nutzen kann. Es ist sowieso "ok" und entsprechend kräht auch kaum ein Hahn danach. Der Konflikt entsteht ja erst gerade dadurch, dass es eben nicht "ok" ist.


    Gleiches gilt im Prinzip auch für den Beschwörer selbst. Sie kommen von Orten, wo Dämonen Werkzeuge und kein Grund über Moral nach zu denken sind.

    Wobei ich einen Dämologen, der seinen Hauptzweck in der Bekämpfung eben jener sieht schon wenig nachvollziehbar finde. Nicht weil er es nicht kann (darin sind sie wirklich gut!), sondern weil er in der Regel keine entsprechende Motivation haben dürfte. Insbesondere ein junger Dämologe der gerade am Anfang seiner Laufbahn steht (sprich ein unerfahrener Held ist).


    Die Gruppe ist das kleinere Problem. Hier reicht es, wenn Deine Mitspieler einfach Helden spielen denen ein Dämon und sein Herr nichts ausmacht. Wenn die Mitspieler keinen Lust darauf haben, wird es auch nichts mit dem Dämologen (der Hexe, dem Praiosgeweihten, dem Schelm, dem Barbaren, dem Zuckerbäcker...).


    Mein Vorschlag:


    Eine tolerante Region (z.B. tiefer Süden), eine locker eingestellte Heldengruppe (das müssen deshalb noch lange keine Dämonenfans sein!) und ein paar Abenteuer vor Ort, die den Magier zum akzeptierten Gruppenmitglied machen. Schnell dürften die Mithelden dann merken, dass ein Dämon auf der eigenen Seite sehr nützlich sein kann.


    Von den eigenen Leuten akzeptiert und gedeckt, kann man sich dann auch in weniger tolerante Gebiete begeben, um Abenteuer zu erleben.

  • Wenn ich ebenfalls zu etwas raten darf, dann rate ich dir zu einem Schüler des Rafim Bey (zu finden im Wege der Helden S.200 und Stätten Okkulter Geheimnisse S.180-182). Dieser bildet seine Schüler zu Tulamidischen Be- und Entschwörern aus und sieht Dämonen lediglich als Werkzeuge. Dein Magiersiegel (deine Legitimation) kannst du an den Akademien Fasar (schwarz) und eventuell nach Absprache mit deinem Meister in Al'Anfa(schwarz), so du das irgendwie erklären kannst.

    So lernst du Hellsicht, Beschwörung und hast keine Skrupel, beides für deine Ziele zu gebrauchen.

    Die Legitimation kannst du dir praktisch nur in deinem Abenteurerleben beschaffen; was sich aber auch als Langzeit-Motivation für Abenteuer anbietet. Denn was wäre schöner als unbehelligt von Autoritäten Zaubern zu können? Sich deshalb als Leibmagier zu verdienen, dem Reich (oder bei einer Kampagne in anderen Gebieten der dortigen Regierung) zu dienen und irgendwann einen derartigen Dispens oder das komplette Vertrauen eines Machthabers zu bekommen, welche dir erlauben, deine Kunst für moralisch gerechtfertigte Ziele zu verwenden.

    Gerade als Tulamide bietet sich hier natürlich die Phexkirche als "moralische Instanz" an, auf die man sich beruft, um Mitreisenden oder Anderen das eigene Vorgehen schmackhaft zu machen. Ebenso böten sich auch die Tulamidenlande als Schauplatz an, da dort die Kunst der Invokation weder verboten, noch verpönt ist, Rafim Bey ist ja selbst Magokrat (und somit Herrscher) und gleichzeitig Praktizierender Dämonologe.


    Kurzum: Ich rate zu einem Schüler das Rafim Bey, der nach kurzer Studienzeit in Al'Anfa in die Heimat zurückkehrt um an Geld und somit Macht zu kommen.

    So hast du einen Dämonologen, profunde Hellsichtkenntnisse und die Berechtigung, Dämonen zu beschwören.

    Lediglich eines gibt es zu beachten, nicht jeder mag das Setting und der Meister sollte "Im Land der Ersten Sonne" aufmerksam gelesen haben. :thumbsup: