Geod*innen und Geschlecht im Spiegel der Editionen

  • Oh Mann, dieser Thread landet sowas von im Kastenstand...


    Darum würde ich Angroschs Kinder und Wege der Zauberei, die da recht radikal sind, nicht zu absolut setzen, zumal mit DSA5 bei Zwergen wie bei der Magie die Karten noch einmal ganz neu gemischt wurden. Z. B. gibt es jetzt Geodinnen, die in DSA4 noch recht deutlich ausgeschlossen wurden.

    Was mMn ein OT politischer Ratcon ist. Einschränkungen der Spielerinnen aufgrund ihres Geschlechts ist heutzutage sehr fraglich (zu Recht!). mMn hätte die Redax denoch zur Welt von DSA stehen können. Nach dem Motto: "Ja wir wissen, dass die Unmöglichkeit weiblicher, zwergischer Magieanwender ist Sexistisch. Das zu ändern wäre allerdings ein sehr großer Bruch mit der Lor. Daher sehen wir davon ab, es in offiziellen Quellen zu ändern. Es steht natürlich jedem frei, das in der eigenen Gruppe zu ändern..."

    Also ganz ehrlich in der Fantasy Welt gibt es bitte keine weiblichen Geoden bei den Zwergen. Dann spiel doch als Frau einen männlichen Zwerg. Darf ich dann auch keine Vorurteile gegenüber Frauen in DSA haben? Das macht echt die komplette Zwergen Darstellung kaputt.

    als absolute Ausnahme. Wahrscheinlich weil Alice Schwarzer eine spielen wollte. Ja Ausnahmen gibt es immer wieder, aber ich glaube ich würde das als Meister nicht erlauben ^^ oder diese Kreatur wider Praios Willen wird eben ein schnelles Ende im Lichte ( Feuer )der Bannstrahler finden.

    Was genau stört euch daran? Ich muss sagen, ich empfinde diese Retcon als eine der kleinsten nur denkbaren. Die Geburt mit einer Magiegebabung hängt nach meiner Interpretation schon in DSA4 nur bei Goblins am Geschlecht. Bei den Zwergen wird angegeben, dass Frauen keine Geodinnen werden können, weil sie stets als Einzelgeburt zur Welt kommen und männliche Zwerge ihren Zwillingsbruder verlieren müssen, um als Magiebegabter entdeckt zu werden. Man(n) kommt wegen dieses für Zwerge besonders schweren Traumas in die Obhut der Seelenhirten, die einen therapieren und bei passender Begabung und Neigung bei sich behalten und ausbilden. Nun wird aber teilsweise angedeutet, dass auch ein anderes Trauma dafür in Frage kommt.

    "Nur wenn der Bruder vorher stirbt und der jugendliche Zwerg deswegen in die Obhut eines seelenheilenden Geoden übergeben wird, oder wenn es infolge eines (anderen) gefühlsaufwühlenden Ereignisses zu einem unübersehbaren Ausbruch von Magie kommt, kann dieses Verkümmern rechtzeitig aufgehalten werden." (WdZ 314)

    Auch eine Zwergin kann also mit einer Magiebegabung geboren werden und nach einem schweren Trauma zu den Seelenhirten gebracht werden. Sicher, das wäre äußerst selten. Aber genau so wird es in DSA5 doch auch beschrieben. Die Erklärung in DSA4, warum es überhaupt keine Geodinnen gibt, ist schlicht unzureichend. Warum macht das die komplette Zwergendarstellung kaputt? Zwerge sind zwar etwas paternalistisch, aber sonst nicht sexistisch. Auch die Schule in Xorlosch bildet in jedem Jahrgang eine Angroscha aus. Zwerginnen müssen sich bei gefährlichen Vorhaben vielleicht etwas stärker durchsetzen, weil man(n) sie beschützen will, aber am Ende dürfen sie alles, was Männer auch dürfen.

    Und überall sonst gibt es ja auch Schlupflöcher: Druidinnen sind nicht nur möglich, sondern wegen ihrer ausergewöhnlichen Begabung oft sogar besonders angesehen. Die Novadi haben ihre Achmad*Sunni, bei den Ferkina kann die Tochter eines sohnlosen Ferkina kurzerhand als Junge erzogen werden und, während sie weiter Frau ist und als solche angesehen wird, das soziale Geschlecht eines Mannes annehmen. Bei den Orks kann man ausdrücklich eigene Stämme gestalten, in denen die Frauen großen Einfluss ausüben und mit Kupfermond gibt es sogar ein sehr konkretes Beispiel. Das kategorische Ausschließen der Geodinnen war eine große Ausnahme im sonst so offenen DSA-Hintergrund. Selbst in den patriarchalsten Kulturen gibt es schon lange "Hintertürchen" für Frauen. Also warum ausgerechnet bei den eigentlich weitestegehend egalitären Zwergen nicht?

    Wer den Spötter belehrt, der trägt Schande davon und wer den Frevler zurechtweist, holt sich Schmach.

    Rüge nicht den Spötter, dass er dich nicht hasse, rüge den Weisen, der wird dich lieben.

    Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten, so wird er in der Lehre zunehmen.

    Spr9,7-9

  • Nuuuun ... dass ich die Achmad'sunni und ähnliche Konzepte bei den Ferkina nicht als "Hintertür für Frauen" ansehe, habe ich ja schon andernorts erläutert: Diese Konzepte sind nicht "für Frauen" ersonnen worden, sondern für die patriarchalische Gesellschaft, die eben im Fall der Achmad'Sunni nicht auf ihre Blutrache verzichten will und im Falle der Ferkina nicht auf das Sozialprestige, einen Sohn zu haben.


    Insofern kann das nur als Hintertürchen für Spielerinnen gelten, denn die können ja nach Belieben entscheiden, dass ihre Heldin eben keine Brüder hat. Inneraventurisch ist es aber nicht die Entscheidung der Frau, sonst wäre Aventurien von Achmad'Sunni überlaufen. (Okay, wenn eine Novadi es schafft, ihre gesamte männliche Familie zu ermorden und es aussehen zu lassen als wäre es ein Fremder gewesen ... hm ... wäre auch mal ein Charakterkonzept.)


    Aber gut, darum geht es ja eigentlich nicht. Zum Thema:


    Zur Geodin vertrete ich die Ansicht, dass sowieso schon angedeutet war, dass so einige Zwerge mit magischer Begabung geboren werden, die ihnen dann aber durch zu viel Eisen abhanden kommt, falls sie nicht vorher von einem Geoden entdeckt werden. Und der Verlust des Zwillings eigentlich eher zufällig eben meistens dazu führt, dass ein Kind einem Geoden in Obhut gegeben wird.


    Will man unbedingt den verstorbenen Zwilling als Bedingung für das Geodentum haben, so lässt sich auch bei Zwerginnen ein Zwilling andichten. Man hat schon Pferde kotzen sehen, und es gibt zweiköpfige Kälber - warum also keine weiblichen Zwergenzwillinge? Offenbar kostet ein weibliches Baby die Mutter mehr Kraft, weswegen das fast immer Einzelgeburten sind ... aber was, wenn etwas schiefgelaufen ist, und sich die Eizelle nochmal zellgeteilt hat? Vielleicht war der Zwilling außergewöhnlich klein und schwach und ist kurz nach der Geburt gestorben. Wofür sich dann wieder die Heldin verantwortlich fühlen kann -> Trauma, der Eingriff eines Geoden wird nötig, fertig ist die Geodin.


    Dass weibliche Zwergenzwillinge eigentlich nicht vorgesehen sind, erklärt dann auch, warum so gut wie immer WENN es doch mal vorkommt, der frühe Tod eines Zwillings eintritt.



    Da gibt es in DSA 5 noch ganz andere Änderungen, die mir wesentlich mehr Kopfschmerzen bereiten.

  • Will man unbedingt den verstorbenen Zwilling als Bedingung für das Geodentum haben, so lässt sich auch bei Zwerginnen ein Zwilling andichten. Man hat schon Pferde kotzen sehen, und es gibt zweiköpfige Kälber - warum also keine weiblichen Zwergenzwillinge?

    Es gibt weibliche Zwillinge sogar offiziell - aber sehr, sehr selten. Ein Artikel in einem aventurischen Boten hat darüber mal berichtet. Aber dass 1. eine Zwergin in einem Jahrhundertereignis als Zwilling zur Welt kommt, 2. dazu noch Magiebegabt ist und 3. Ihr Geschwister vor der Feuertaufe verliert ist dann doch eine sehr gewollte Konstellation. :)



    Bei den Novadi können wir auch gerne den Stamm der Szelemjati statt der Achmad'Sunni nehmen. Wobei ich schon überzeugt bin, dass diese Instituation eingeführt wurde, um gleichberechtigte Novadifrauen spielen zu können. Ob die Lösung elegant ist, ist eine andere Frage, aber die Spielerinnen in meinen Gruppen, die Ferkinafrauen und Achmad'Sunni gespielt haben, wirkten damit immer recht zufrieden, muss ich sagen. :/ Egal, es ist hier ja nicht Thema.


    Gerade bei den magischen Traditionen sind die Geschlechtsvorraussetzungen ja eher selten absolut - auch in DSA4. Zibiljas können durchaus mal männlich sein (wenn auch extrem selten), Druidinnen, Hexer, auch die Magier*innen der Akademie zu Mherwed, Ferkina-Besessene... Nur bei den Zaubertänzer*innen und Derwischen gibt es von offizeller Seite keine Möglichkeit (und ein paar schamanistische Traditionen wie Orks oder Goblins, bei denen es aber auch an Kultur und Religion hängt). Und da werden Frauen schon benachteiligt - es gibt Zaubertänzerschulen, die beide Geschlechter oder nur Männer aufnehmen, aber kein rein weibliches Gegengewicht zu den Derwischen. Bei den Geoden finde ich die Einschränkung aber völlig überflüssig. Bei den Derwischen - ok, halt eine konservative Gruppierung innerhalb einer patriarchalen Kultur. Die sind halt doof, aber das waren die Belkelel-Priesterinnen Orons auch. Es muss auch doofe Sachen geben, die von Helden überwunden werden können. Aber die Geoden sind eine Gruppierung außerhalb(!) einer im Grunde egalitären Kultur.

    Dass Zwerge ihre Magiebegabung durch den Verlust des Zwillings erhalten, liest man gelegentlich in Foren, meiner Meinung nach ist es aber eine Missinterpretation. Vermutlich trifft es auf 99% aller Geoden zu, dass ihnen das widerfahren ist, darum wird es bei Geoden auch recht konsequent erwähnt, aber wie gesagt - es gibt duraus auch theoretissch die Möglichkeit eines anderen Traumas.

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  • Dem alten Zwerg stellt sich eine Frage vorweg: Kann nur ein Zwerg Geode werden, weil er seinen Seelenbruder/schwester verloren hat, oder weil er durch den Verlust des Seelenbruders/schwesters zum Geoden gegeben wurde und durch die unzwergische Lebensweise seine magische Begabung behalten hat?

  • "Aufgrund des häufigen Umgang mit verarbeiteten Metallen sind Magiedilettanten unter Zwergen faktisch unbekannt. Nur die Geoden bilden die wenigen Zwerge aus, deren Gabe aufgrund ihres eigenen Schicksals nicht verkümmert ist." (WdZ 36; DSA4.1)


    "Traditionsbewusste Geoden behaupten, es sei der göttliche Wille Angroschs, dass jeden Zwerg, der die Gabe in sich trägt, das gleiche wundersame Schicksal ereilt: Obwohl Teil eines Zwillingspaares, verliert er seinen geliebten Bruder noch vor der Feuertaufe (dem Mannbarkeitsritual zur Feier des 35. Lebensjahres). Nach zwergischem Glauben aber teilen sich Zwillinge eine gemeinsame Seele, die durch den Tod eines der beiden auseinander gerissen wird. Um diesen Schlag in so jungen Jahren zu bewältigen, wird der durch seelische Einsamkeit geschlagene Zwerg meist zu einem Geoden gegeben. Nicht selten geschieht es, dass ein derart in die Obhut der Geoden gekommener Zwerg bei dem Seelenhirten bleibt und sein Schüler wird. Aber dieser Zögling wechselt meist auch mehrmals seinen Lehrmeister innerhalb des Zirkels, dem er nun angehört. Pragmatischere Magietheoretiker behaupten hingegen, dass die meisten der ohnehin wenigen magiebegabten Angroschim auch die letzten Reste von astrale Kraft verlieren, sobald sie im Rahmen der Feuertaufe in dauerhaften intensiven Kontakt mit Metall kommen: so etwa durch das bei vielen Zwergenvölkern übliche Kettenhemd, das sie als Zeichen ihrer Mannbarkeit erhalten und wochenlang ständig tragen. Nur wenn der Bruder vorher stirbt und der jugendliche Zwerg deswegen in die Obhut eines seelenheilenden Geoden übergeben wird, oder wenn es infolge eines (anderen) gefühlsaufwühlenden Ereignisses zu einem unübersehbaren Ausbruch von Magie kommt, kann dieses Verkümmern rechtzeitig aufgehalten werden. [...] Was auch immer der wirkliche Hintergrund des Zusammenhangs zwischen magischer Begabung und dem Tod des Zwillingsbruders sein mag, er hat auch zur Folge, dass es ausschließlich männliche Geoden gibt (denn eine Angroschna kommt stets als Einzelkind zur Welt)." (WdZ 315f)


    Hier kann man sich bis zum Erbrechen darüber informieren.

    Wer den Spötter belehrt, der trägt Schande davon und wer den Frevler zurechtweist, holt sich Schmach.

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    Spr9,7-9

  • Danke für das Zitat - wenn die pragmatischen Magietheoretiker Recht haben, und das scheint mir impliziert, dann ist es eigentlich nur konsequent, Geodinnen als etwas häufiger anzusehen.


    Selbst wenn die Zwerge eine Friede-Freude-Eierkuchenkultur wären, vergleichbar den Hobbits aus Herr der Ringe, und dort niemand jemals schlimme Verbrechen beginge ... dass der Verlust des Zwillings das absolut einzige ausreichend schlimme Trauma sein soll, das Zwergen je zustößt, zeugt ja von einem Mangel an Fantasie.


    Der Verlust beider Eltern wäre z.B. für ein kleines Kind wohl schlimm genug um der Seelenheilung zu bedürfen, und könnte auch durch einen Unfall passieren.


    (Ist mit dem Teil von wegen "... wenn es zu einem unübersehbaren Ausbruch von Magie kommt" nicht eh schon impliziert, dass eine Geodin eben auf diese Art und Weise aufgefallen sein könnte?)


    Für mich sieht das aus als wäre da schon die Intention gewesen, Leuten die eine Geodin spielen wollen eine Möglichkeit zu eröffnen, wie sie das tun können ohne die Logik der Gesamtwelt zu zerstören.


    (Bei der Achmad'Sunni bin ich mir dagegen nicht sicher, ob die Intention war, das Spielen weiblicher Novadi möglich zu machen, oder ob man das einfach aus Realismus so gesetzt hat, weil in den Kulturen an die man die Novadi angelehnt hat, entsprechende Konzepte üblich - und für das Funktionieren der Gesellschaft zwingend nötig - sind. Ich finde die Achmad'Sunni also keineswegs unelegant - ich bin nur alles andere als sicher, dass man sie den Spielerinnen zuliebe als "Hintertürchen" erfunden hat.)

  • Im Link von Windweber wurde es ja schon bis zum erbrechen diskutiert, deshalb von mir nur eine kleine Zusammenfassung.


    Ich stelle mal die steile These in Raum, dass bei den ZWergen die Magiebegabung nicht angeboren ist, sondern erst durch den Pakt mit den Elementar Herren zustande gekommen ist, der durch die Geoden dann erneuert wird.

    Denn warum sollte ein Volk 5000 Jahre lang keinen Magiebegabten hervorbringen, dann plötzlich von einem gemeinsamen Traum/Vision erfasst werden (bei einem Volk, dass nicht träumen kann) und dann gerade nur die paar duzend Zwerge gleichzeitig als MAgiebegabte herausstellen, die diesen Traum gefolgt sind und zu den Elementar Heeren gefolgt sind und damit die ersten Geoden geworden sind (Quelle: Angrosch Kinder).


    Theoretisch wären dann auch weibliche Geoden möglich, wenn das Ritual dies zulässt. Allerdings würde sowas immer einen Schock unter den ZWergen auslösen, den in deren Kultur sind Geoden Aussenseiter, die weiblischen ZWerginnen hingegen die größten Schätze, die zu behüten sind (weil diese so selten sind).


    Das würde übringends auch Erklären, warum Angrosch Geweihte (Erz-/Feuer-)Elementare herbeirufen können und Ingerimm Geweihte nicht.


    Für mich persönlich finde ich diese kulturellen Besonderheiten in DSA genau das Interessante an dieser Welt und finde den Trend der ehutigen Zeit, alles glatt zu Bügeln deshalb auch etwas Schade. Allerdings kann jede Runde mir ihrer Welt machen, was sie am besten findet.

  • Am Ende dreht sich die Diskussion ja auch um diese Passage:


    "Die seltenen Zauberkundigen der Angroschim, unter denen es keine Frauen gibt, werden Geoden genannt, 'Kundige der Erde'. Kein Zwerg wird jedoch als Geode geboren, sondern wird dies durch einen herben Verlust: Den Tod seines Zwillingsbruders vor der gemeinsamen Feuertaufe. Das Ereignis ist so erschütternd, da das Seelenband von Zwllingen erst in der Feuertaufe von alten und kundigen Geoden so weit gelockert wird, dass der Tod eines Bruders überhaupt zu ertragen ist. Ein junger Rogartumlar ('Zwillingswitwer'), der die Feuertaufe noch nicht erfahren hat, bedarf jedoch der Zuwendung eines erfahrenen Seelenhirten, wie sich die Geoden der Angroschim nennen - und machmal wird ein solcher Jungzwerg bei diesem als Schüler aufgenommen." (Angroschs Kinder S. 126; DSA4)


    WdZ 6 definiert wie folgt:

    "Als Zauberkundige (auch: Magiekundige, Magiebegabte, Zauberer) bezeichnen wir all jene Helden und Meisterpersonen, die über ein gewisses Maß an Astralenergie verfügen und/oder in der Lage sind, Astralenergie zu manipulieren."

    AG 118 formuliert:

    "Saldor, Sohn des Sablon aus der Sippe der Foslarin

    Selten geht ein zauberkundiger Angroschim [sic!] nicht zu den Druiden seines Volkes, sondern an eine gildenmagische Akademie."


    Das könnte man tatsächlich so lesen, dass die Magiebegabung nicht angeboren wird, sondern dass man zum Zauberkundigen/Magiebegabten durch den Verlust des Zwillings wird. Ich persönlich halte das aber für die unwahrscheinlinere Interpretation, wenn ich andere DSA4-Quellen danebenlege. Aber ja, dann würde sich ein Problem für Geodinnen ergeben, da Angroschax nur alle paar Jahrhunderte als Zwillinge zur Welt kommen und so wohl behütet werden, dass eine Zwillingsverwitwung fast nie vorkommen dürfte. Aber wie im anderen Thread dargelegt, komme ich bei Betrachtung aller mir vorliegenden Quellen zu einem anderen Ergebnis: Die Magiebegabung bei Zwergen ist meiner Meinung nach wie bei allen anderen Spezies auch angeboren und verkümmert, wenn sie nicht aufgrund eines schweren Traumas (in den allermeisten Fällen wohl der Verlust des Zwillings) von den Geoden rechtzeitig entdeckt wird. Aber ansonsten wäre eine massive Retcon nötig, um Geodinnen (und zwergische Gildenmagierinnen sowie Magiedilettantinnen) zu ermöglichen. Keine, die mich groß stören würde, aber größer als die, die ich tatsächlich annehme. :)

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    Spr9,7-9

  • Dann hat ja niemand was gegen meine männliche Amazone?

    Weil könnte ja sein, dass die mal ein männliches Kind gefunden haben und fanden das halt so süß und haben es aufgezogen. Die Ziehmutter hat dann eben alles möglich gemacht, damit die wahre Herkunft nicht zu tage kommt.

  • Ein paar Damen auf ein paar Burgen stehen dem wahrscheinlich nicht so offen gegenüber, sag ich mal.
    Hat aber mit Geoden und der Frage der weiblichen Geoden nur am Rande zu tun.

    Die Frage ist eben, was man für sich schwerer gewichtet. Die Rolle des Eisens in der Zwergenkultur, die Rolle der Geoden, den Einfluß eines Elementarherren oder den Verlust des Zwillings vor der Feuertaufe. Und dazu kommt dann auch nochmal die Stellung der Zwergenfrauen in der zwergischen Gesellschaft.
    Ja nachdem, wohin man sich wendet, beeinflußt das massiv, als wie realistisch man weibliche Geoden ansieht.

    ROMANES EUNT DOMUS !

  • Ein Achmad'Sun, Achmad'Ben, Achmad'Ibn... Why not? Wie es so schön auf der Rückseite fast jeder DSA4-Publikation heißt: "Alles ist möglich im Land des schwarzen Auges." Und nach den harten Verlusten in den letzten Jahren muss frau ja die Reihen dringend wieder füllen - man nimmt ja schon halbwüchsige Bauerntöchter auf aus lauter Verzweiflung. Und frau hat an der Seite vieler tapferer Männer gekämpft, die gezeigt haben, dass nicht alle Männer sind wie Izlavo Wolkenstein. Und einfacher an würdige Väter für die Töchter, die frau ihrem Volk ja gebären muss, käme man auch. Und frau müsste nicht auf die Hälfte aller Kinder verzichten und sich schmerzlich von ihnen zu trennen. Ja, vielleicht wird es Zeit für ein solches Experiment! ^^

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    Spr9,7-9

  • Naja, also der weibliche Geode ist wie oben schon erwähnt ganz schön gewollt. Genauso wie mein Gegenbeispiel.

    Bei Geoden ist es so, dass Ihr Zwilling stirbt. Weibliche Zwerge haben keinen Zwilling.


    Die seltenen Zauberkundigen der Angroschim, unter denen es keine

    Frauen gibt, werden Geoden genannt, 'Kundige der Erde'. Kein Zwerg

    wird jedoch als Geode geboren, sondern wird dazu durch einen herben

    Verlust: den Tod seines Zwillingsbruders vor der gemeinsamen Feuertaufe.

    Dieses Ereignis ist so erschütternd, da das Seelenband von Zwillingen

    erst in der Feuertaufe von alten und kundigen Geoden soweit

    gelockert wird, dass der Tod eines Bruders überhaupt zu ertragen ist.


    Ersten Satz mal außen vor. Welches tragische Schicksal könnte denn so herb sein, dass man eine Geodin bekommt und dann noch ein Geode da ist um überhaupt zu ermöglichen?

    Das einzige was mir einfallen würde, wäre, dass die Zwergin bei den Amazonen ein männliches... lassen wir das ^^


    Gibt es überhaupt Geoden die einem weiblichen Zwerg das Geodinnen sein beibringen würden? Zwerge legen doch wert auf Tradition.


  • Annahme: Zwerge von Geburt an magisch begabt

    Frühzeit der Zwerge --> alle Magie verkümmert wegen Lebensweise/Feuertaufe?

    Zwerge mit verkümmerter Magie gehen a.d. Oberfläche und erhalten die Befähigung Magie zu wirken zurück (Pakt)

    Neuere Zeit: Zwerge die ihre Magiebegabung nicht verlieren werden Zauberer


    Dann müsste aber bei Zwergen ohne typische Lebensweise die Magiebegabung nicht verkümmern.

    Frage: Sind Brobim-Geoden Zwillingswittwer? Das habe ich nicht auf dem Schirm, wenn sie das nicht zwangsweise sein müssen, würde das die Hypothese aber bestätigen.


    Zur Amazone mänlich: Gibts bei mir nicht, denn durch die Religion der Amazonen verbietet das von selbst.

  • Welcher RetCon? Wo stand das Spielerhelden sich je an den bekannten Hintergrund halten müßten. Wer tat denn je so was ^^

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterschieden.

    Edited once, last by zakkarus ().

  • Nach Aventurische Magie III S. 30 (DSA5) wird ja nur alle paar Jahrzehnte(!) eine Zwergin mit magischer Begabung geboren. Und deren Gabe verkümmert oft unentdeckt.


    "Geoden sind sehr selten, da nur sehr wenige Zwerge mit dem Funken der Magie geboren werden. Es scheint so, als ob Zwerge einfach eine Art natürlichen Wiederstand gegen Zauberei aufweisen, der sich auch in der Seltenheit von Magiebegabung in ihrer Spezies äußert. Laut den Legenden der Zwege hängt das magische Erbe mit dem Tod des Zwilliungsbruders eines Geoden zusammen. Ob diese Legende stimmt, ist bei vielen menschlichen Gelehrten umstritten.

    [...]

    Für die meisten Zwerge und Menschen sind alle Geoden männlich. In der Tat sind die meisten Geoden Männer und es passt zur Legende, wie Zwerge zu ihrer Magiebegabung kommen. Zwerginnen kommen, so bisher bekannt, immer nur als Einzelkinder zur Welt und können damit keine Zwillingsschwester haben. Dennoch gibt es alle paar Jahrzehnte den Fall, dass eine Zwergin mit magischen Kräften geboren wird. Oft wird dies nicht bemerkt und die Gabe verkümmert, aber hin und wieder hat sich einer solchen Zwergin auch ein Geode angenommen und sie ausgebildet. Geodinnen sind aber selbst dunter den Zwergendruiden eine absolute Ausnahme."


    Kein Wunder - nach der Redaktion werden Zwerge ohnehin schon seltener als Menschen mit einer solchen Begabung geboren. Unter dem Sternenpfeiler (DSA4 Myranor) S. 94 beziffert die Magiebegabung auf eines von fünfhundert Kindern und benennt sie ausdrücklich als angeboren. Und nur eines von vier Zwergenkindern ist eine Angroscha. Damit ist der Pool für Magiebegabte bei Frauen noch einmal kleiner. Wir reden hier nicht davon, dass Geodinnen plötzlich alltäglich werden. Wir reden davon, dass es sie nicht nie, sondern fast nie gibt. So wie es männliche Zibilja fast nie gibt. Welchen Schaden nimmt Dere oder unsere Welt davon?


    Wege der Helden (DSA4.1) S. 34 besagt:

    "Magie nur bei Männern. [...] Zwerginnen, die ihre Sippe verlassen, müssen ausgesprochen stur sein (MU mindestens 12)."


    Haben diese EInschränkungen für Heldinnen im Vergleich zu DSA5 wirlich einen Mehrwert oder sind sie nicht vielleicht doch eine überflüssige Gängelung?

    Wer den Spötter belehrt, der trägt Schande davon und wer den Frevler zurechtweist, holt sich Schmach.

    Rüge nicht den Spötter, dass er dich nicht hasse, rüge den Weisen, der wird dich lieben.

    Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten, so wird er in der Lehre zunehmen.

    Spr9,7-9

  • Das Ding ist, ich sehe Zwerge eher wie Andergaster oder (etwas verschärft) Novadis). Also schon etwas paternalistisch-autokratisch, wenn es um die Frauen geht. Sicher wird einer Zwergin nicht wirklich viel verboten, aber auch die Zwergin die in Xorlosch ausgebildet wird hat die Erwartung mehrerer Generationen im Rücken, daß sie im Laufe ihres Lebens (also noch vor dessen Ende) das zwergische Volk zahlenmäßig nach vorne bringt, die 'Chancengleichheit' ist hier also mit einem sozialen Kredit erkauft, der der demographischen Gestalt des Zwergenvolkes geschuldet ist. Das ist eher sozialer Druck als expliziter Zwang, aber den würde ich nicht unterschätzen. Das die Zwerginnen alles dürfen, ist insofern ein bißchen die Karotte, die den Damen hingehalten wird, um aufzuzeigen, daß sie zumindest die theoretische Möglichkeit haben. Daß die Zahl der Möglichkeiten bei weitem nicht für alle passend eingestellten Zwerginnen ausreicht, ist ebenso klar, wie unwichtig. Ein bißchen wie der Lottogewinn frei nach Volker Pispers.

    'Alle können im Lotto gewinnen. Aber nicht jeder."

    Bezüglich Gängelung: Ich finde es gut, wenn es Konzepte gibt, die herausstechen, weil sie viel vom Charakter verlangen und eben IT rar sind. Das gilt für Hexer ebenso wie Geodinnen, zwergische Gildenmagier oder ähnliches. Was das angeht, finde ich den Anspruch 'Jeder muß alles dürfen' für individuelle Gruppen okay, aber im offiziellen Aventurien fehl am Platze. Da würde einfach was fehlen, an dem man sich bei Bedarf reiben kann.

  • Wir hatten unter DSA3 unsere erste Geodin, die ist auch noch auf einem Pony geritten! Und war damit so große wie meine Thorwalerin, die nebenher lief...


    Ich fand es schon damals vom Hintergrund nicht sehr störend. Eine Zwergin muss sich überlegen, warum sie überhaupt nicht mehr zu Hause ist, da ist Geodin sein schon gleich ein guter Grund, oder nicht? Hexer gibt es dennoch mehr. :D