Visibili, Wolfstatze, Objectobscuro... was übersehe ich?

  • Hallo,


    meine Gruppe überlegt auf DSA5 umzusteigen. Dem entsprechend setze ich mich mit dem System auseinander. Es gab unter DSA4.1 schon einige sehr starke Kombinationen. Ein Elf mit Falkenauge (vielleicht noch einen Wipfellauf oder Axxeleratus, um für Nahkämpfer unerreichbar zu sein oder einen Chameleoni um überhaupt erst nicht entdeckt zu werden) waren schon sehr stark. Die Verwandlung in ein starkes Nahkampftier (Firunsbär oder Silberlöwe z.B.) mit zusätzlicher Unsichtbarkeit gab einem zudem sehr gute Kampfwerte ohne einen einzigen Punkt in ein Nahkampftalent oder eine SF gesteckt zu haben.


    Was soll ich sagen? Den Falkenauge wurde nahezu komplett verkrüppelt. Ich meine mal gelesen zu haben, das es im Kampf sinnvoller ist zweimal zu schießen, statt den Zauber zu wirken.


    Es geht aber auch in die andere Richtung. Ich habe meinen damaligen Meister (Baradin) mit der Kombination von Visibili und Adlerschwinge traumatisiert. 12er Aufschläge auf AT/PA (Unsichtbarkeit + DK H) waren einfach unheimlich stark bei sehr moderaten Kosten. Diesmal geht die Entwicklung in die andere Richtung. War der Zauber Adlerwolf damals vorrangig unter Elfen, ein wenig bei Magiern und ganz selten bei Hexen und Druiden (in teurer Fremdrepräsentation) verbreitet, liegt er jetzt als Allgemeingut vor. Im Augenblick erscheint mir das auch einleuchtend, denn in der neuen Version ist der Zauber so mächtig, dass es aus Balancing-Aspekten unklug wäre ihn nur einer Repräsentation zugänglich zu machen. Wobei... seit dem es keine Verbreitungsstufen mehr gibt, sind Zauber ja ohnehin viel leichter erhältlich.


    Wie dem auch sei. Der Zauber wurde nun in drei aufgespalten. Finde ich in Ordnung. Das man allerdings mit einem Zauber sämtliche Tiere einer Zuordnung herbeirufen kann, finde ich extrem mächtig. Spionage? Wozu eine Harmlose Gestalt, wenn ich als Tier alles belauschen kann (und das zum Teil wesentlich besser). Flucht? Wozu einen Hexenknoten, eine elementare Wand, einen Axxeleratus, wenn ich einfach davon fliegen/galoppieren/schwimmen kann (ok, die Ausrüstung bleibt)? Unüberwindbares Terrain? Der Fischotter schwimmt besser als jeder Mensch, die Spinne klettert senkrechte Wände empor und kommt durch jede schmale Ritze und wenn man große Vögel nimmt, bekommt man auch einiges an Ausrüstung über den reisenden Fluss oder kann lange unpassierbare Strecken recht schnell zurücklegen. Die Ausrüstung kann immer ein wichtiger begrenzender Faktor sein. Allein es bleibt sehr mächtig.


    Schließlich der Kampf. Wie zu DSA4.1-Zeiten ist ein unsichtbares Tier sehr mächtig. Nein ich korrigiere... es ist mächtiger als damals. 12er Aufschläge waren heftig, ohne Frage. Allein die Regelung für unsichtbare Gegner aus DSA5, welche ich grundsätzlich für sehr gelungen halte, senkt die PA immer auf 1 und halbiert die AT. Das Ganze nützt natürlich nichts gegen übernatürliche Wesen wie Untote, Dämonen, Elementare usw. Das Highend-Game ghört daher wahrscheinlich wieder den Profikämpfern. Gerade mit Blindkampf. Allerdings kann ich mir nicht erklären warum sich für die magischen "Nichtkämpfer" dieser Zauber nicht konstant durchgesetzt hat. Mit der Erweiterung von 2AP bekommt man bereits recht starke Großkatzen hin, welche auch ganze ohne Dunkelheit einen enormen Kampfvorteil bieten und sei es nur für den äußersten Notfall.


    Das beste Kommt aber noch. DSA4.1 hat versucht der Gefahr der Überlegenheit "unsichtbarer" Kämpfer stets entgegen zu wirken, in dem man das Problem der Kleidung ins Spiel brachte. In DSA5 kann man diese nun Mitverwandeln, dafür aber keine Waffen. Das halte ich für OK, wenn auch abseits der Eisenproblematik logisch schwer zu erklären. Da man nun mit Raufen auch richtige TP austeilt, kann man damit schon etwas mehr wehtun, als früher. Richtig gefährlich ist es allerdings (besonders bei Gegnern mit Blindkampf) nicht. Gerade eben musste ich jedoch feststellen, dass der Objectobscuro keine Begrenzung mehr hat, was die Bewegung angeht. Halleluja! Ein Kämpfer der nicht zu parieren ist, aber wie ein Vollkämpfer austeilen kann. Ist das so gewollt?


    Ich will hier nicht Schwarzmalen. Vielleicht übersehe ich ja auch etwas. Aber in meinen Augen ist das nicht nur ein ziemlich krasses Retcon, sondern auch eine extreme Machtveränderung, welche sich nur schwer ausbalancieren lässt.


    Scoon

  • Auch wenn es uns anders kommuniziert wird, ist dsa für den typischen Sonntagssieler (vgl. Sonntagsfahrer) gedacht, der sich ohne groß Nachzudenken oder mit der Materie zu beschäftigen mal bespassen will und nicht - oder besser gesagt weniger - für die, die sich ernsthaft mit dem Hobby auseinander setzen. Von daher übersiehst du nichts

  • Visibili ist ein Elfenzauber.

    Objektobskuro für Scharlatane.

    Zaubererweiterungen von Fremdzaubern können nicht erlernt werden.

    Beide sind ohne Zaubererweiterung aufrecht zu erhaltende Zauber, inkl. Abzüge.

    Unsichtbare Kleidung ab Visibili FW16 (also nur in eigener Tradition oder in Gildenmagie überführt) verbietet dann keine Kleidung aber RS>0.


    Im Idealfall hat ein Charakter (es muss ein Gildenmagier sein, der Visibili als Fremdzauber inauguriert und den Scharlatanzauber erschwert wirkt) beide Zauber, trägt bei allen Verrichtungen des Heldenlebens nur RS 0. Dann verzaubert er sich und seine Waffe. Seine Waffe ist... gefährlich und aus Eisen... naja, wir gehen von einem Helden aus, dem Abzüge nicht mehr wehtun.


    Für 30-minütige Unsichtbarkeit mit den tatsächlich teuflisch guten Kampfauswirkungen bezahlt er 8AsP+8AsP, modifiziert 4+4. Die Waffe braucht 8AsP Verzauberung (keine Modifikation zulässig) und 4AsP pro 5min (keine 30-min-Zaubererweiterung zulässig). Adhoc kann er das schwerlich, denn der Zauber braucht 4 Aktionen und dann noch einmal mindestens 2 KR zum wegschimmern.


    Fazit: es lässt sich ein gefährlicher Nahkampfzauberer erschaffen.

    Aber Aufwand und Effekt stehen für mich in keinem surrealen Verhältnis.

    Vielleicht begegnet uns der erste gefährliche (aber nackte) Scharlatan unseres Rollenspielerlebens.

    Das wäre dann tatsächlich so etwas wie ein Retcon :)


    Die unsichtbare Kampfkatze hab ich nicht groß durchleuchtet.

    Die Zauber können aus naheliegendem Grund nur in der Reihenfolge unsichtbar - Verwandlung gezaubert werden.

    Großkatzen, und Bären allemal, sprengen das Gewicht eines Menschen deutlich. Weil eine Verzauberung bei mehr Gewicht aber proportional mehr AsP kostet, ist die erste Frage, die sich mir stellt, ob der Tiger noch durchsichtig ist.

    Für kleinere fiese Tiere fällt mir im Moment kein Argument aus dem Ärmel, aber unterm Strich würde ich denken:

    Es ist DSA. Du übersiehst ganz bestimmt etwas :P

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    Edited 2 times, last by E.C.D.: Nachtrag: unsichtbare Adlerschwinge Hammerkatze... ().

  • Die unsichtbare Kampfkatze hab ich nicht groß durchleuchtet.

    Die Zauber können aus naheliegendem Grund nur in der Reihenfolge unsichtbar - Verwandlung gezaubert werden.

    Großkatzen, und Bären allemal, sprengen das Gewicht eines Menschen deutlich. Weil eine Verzauberung bei mehr Gewicht aber proportional mehr AsP kostet, ist die erste Frage, die sich mir stellt, ob der Tiger noch durchsichtig ist.

    Das ist in der Tat ein interessanter Punkt, der aber aus meiner Sicht scheitern muss, aus einem simplen Grund: Wieviel kostet es, sich per Wolfstatze in einen Bären zu verwandeln? Tatsächlich nur einen AsP mehr als in ein menschengroßes Tier. Das heißt, in die Verwandlung selbst sind die Preise für die Verzauberung von größeren Gewichtsklassen auf jeden Fall nicht eingerechnet. Bist du nun der Meinung, dass man für die Verwandlung in ein großes Tier den AsP-Aufschlag entrichten sollte, der dem Gewicht entspricht? Bei einer Verwandlung in einen 500 kg schweren Bären müssten sich im Prinzip die Kosten des Wolfstatze versechsfachen. Damit wären wir dann bei 84 AsP für die bloße Verwandlung plus 24 AsP pro Stunde.

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    Avatar by Tacimur

  • E.C.D.

    Sicher, das sind zwei Zauber aus unterschiedlichen Repräsentationen, aber ich glaube das stellt nicht wirklich ein Hindernis dar. Ich habe leider nirgends finden können, dass bei Fremdzaubern die Zaubererweiterungen nicht genutzt werden können. Sollte dies wirklich der Fall sein, wäre dies in der Tat eine wesentliche Einschränkung (bitte nenne mir dazu nochmal die Quelle). Wobei Gildenmagier sie umgehen können und Elfen ebenfalls gute Chancen auf einen sinnvollen Einsatz haben. Zusammen mit Artefaktmagie, welche ja nun mittlerweile jedem zugänglich ist (was ich grundsätzlich gut finde) fallen auch die lästigen Wartezeiten weg. Ich denke da weniger an den Magier selber, als viel mehr an den Gefährten oder den im Kampf bewanderten Elf. Damit lassen sich schon wirklich viele profane Gegner wegmetzeln, immerhin ist fast jede erfolgreiche AT auch ein Treffer!


    Was die Frage nach der Kombinatiuon von Visibili und Tatzi angeht, hatte ich in der Diskussion "Streifall Affe" diese Frage gestellt und dort wurde mir aus mehrfachen Munde beteuert, dass die Kombination regelkonform sei. Aber gehen wir davon aus, dass man dem entsprechend mehr investieren müsste. Ein Jaguar wiegt zwischen 80 und 130kg. Ein männlicher Tiger zwischen 90 und 310. Je nachdem wie stattlich man es haben möchte ist das alles noch bezahlbar. Mit Modifikation sogar sehr gut.

  • Ich habe leider nirgends finden können, dass bei Fremdzaubern die Zaubererweiterungen nicht genutzt werden können. Sollte dies wirklich der Fall sein, wäre dies in der Tat eine wesentliche Einschränkung (bitte nenne mir dazu nochmal die Quelle).

    AM I, S.111


    Wenn ein Charakter so angelegt ist, dass er sich am Kampf virtuos kämpfend beteiligen kann, ist mir das wesentlich weniger unangenehm als der alte Zauber "BOSSGEGNER BUMM - WER KRIEGER SPIELT IST DUMM".

    Und ich glaube eben nicht, dass die Kombinationen noch rasch aus dem Regal mitgegriffen werden können und dass sie in AsP-Kosten zu günstig ist.


    Quote from Cifer

    Das heißt, in die Verwandlung selbst sind die Preise für die Verzauberung von größeren Gewichtsklassen auf jeden Fall nicht eingerechnet. [...] Bist du nun der Meinung, dass man für die Verwandlung in ein großes Tier den AsP-Aufschlag entrichten sollte, der dem Gewicht entspricht?

    Nö.

    Ich würde behaupten sie resultierenden Größen sind in den Zauberkosten absolut eingerechnet!


    Das bedeutet aber nicht, dass man schmerzfrei darüber hinweggehen kann, dass zwei Zauber bei gleichem Endergebnis unterschiedliche gemeinsame Kosten haben, je nachdem in welcher Reihenfolge man sie wirkt.


    Ich bin nicht einmal entschieden dagegen dass so etwas geht, ich mochte aber darauf hinweisen, dass die Kombinationen nicht so trivial und 'nobrainer' sind, wie Sconn es dargestellt hat.

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    Edited once, last by E.C.D. ().

  • Scoon: Erst einmal bekommst du von mir ein * für kreative Ideen im DSA5-Zaubersystem. Da beschweren sich so viele Spieler, dass die Magier schwach geworden sind und du zeigst auf, dass es auch anders geht. ;)


    Ich finde im Übrigen, dass man als Meister da durchaus Mittel finden kann. Wenn es regnet oder schneit, sind Fuß- bzw. Tatzenspuren sichtbar. Führen die Gegner Hunde bei sich, könnten die anschlagen, weil du ja immer riech- und hörbar bist. Als Flugwesen ist das natürlich schwieriger. Auch da könnte man aber durch einen Zauber wie "Oculus Astralis", der als allgemein verbreitet gilt, Unsichtbare sehen und somit Abhilfe schaffen. Und was macht man eigentlich, wenn ein gegnerischer Magier sich auch einmal dieser Möglichkeiten bedient? Steht ja nirgends geschrieben, dass nur Heldencharaktere diese Zauber beherrschen sollten. 8o


    Regeltechnisch kann ich keinen Verstoß erkennen, wenn jemand beide Zauber kombiniert. Das aber sollte aufgrund der oben durch meine Vorredner benannten Gründe nur Elfen und Gildenmagiern effektiv möglich sein, was das ganze ja auch nochmal in einer Spielrunde beschränken sollte.


    Mich würde interessieren, wie das rollenspieltechnisch aussieht. Dein Magier oder dein Elf laufen ständig als unsichtbare Katze oder unsichtbarer Vogel herum? Das persönliche Instrument, der persönliche Bogen etc. tragen dann die Mitspieler in der Gruppe oder haben Elf und/oder Gruppenmagier ständig Artefakte bei sich, die die beiden Zauber spontan auslösen? Selbst dann dauert es ja z.B. beim Visible noch 20 – (QS x 3) Kampfrunden, bist du unsicherbar bist, zusätzlich der Zauberdauer für den Wolfstatze.

  • Regeltechnisch übersiehst du nichts aber ich weiß nicht, wie es mit dem Hintergrund aussieht. In "Horte magischen Wissens" heißt es bei der Beschreibung der Zauberschule von Sinoda (welche wohl als eine der führenden Verwandlungsakademien gelten darf), dass man sich jede Tiergestalt eigens aneignen muss und für jede eigene ZfW hat. Ob das ganze auch RAW in DSA4 so gestüzt ist, weiß ich nicht, aber ich als Meister habe mit meinen Spielern geklärt, dass ein Zauberer jedes Tier separat steigern muss.

    Das senkt natürlich die Möglichkeiten des Zaubers und scheint mir als die Beste Lösung, das Problem des Unsichtbaren Tieres für jede Situation.

  • Bei einer schlecht balancierten: zu mächtigen Kombination die Sub-Spezialisierung auf exakt diese Kombination zu erzwingen, löst in meinen Augen das Problem nicht. Und so ist es in DSA5 ja auch nicht. Man muss halt Flie/wa/tüüt einzeln steigern, nicht jedes Tier.


    Aber hier - bei den Predator-Katzen - sehe ich das Balance-Problem ja gar nicht. :S

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  • @E.C.D

    Ich glaube Du hast mich da missverstanden. Ich betrachte diese Kombination nicht als Nobrainer, sondern für eine außergewöhnliche starke Machtspitze, welche sich ein wenig der Spielbalance des Systems entzieht. Deine Quellenangabe kenne ich, hatte aber den vorletzten Punkt überlesen. Danke für den Hinweis! Ich glaube jedoch nicht, dass er die Kombination grundsätzlich wesentlich verschlechtert. Natürlich kostet die Kombination auch etwas, aber ich frage mich wieviele gleichstarke Möglichkeiten für andere SCs es gibt dies zu erreichen. Besonders in frühen Stufen dürfte es in meinen Augen konkurenzlos sein. Gegenfrage: Empfandest Du es in DSA4.1 zu schwach, dass es nicht möglich war, obwohl man sich dort gegen unsichtbare Gegner besser verteidigen konnte? Verstehe die Frage bitte nicht als Provokation.


    @Erastäus

    Du hast natürlich recht. Wie gegen jede magische Anwandlung gibt es durchaus Gegenmaßnahmen, wie beispielsweiße ein antimagisches Feld. Als Meister habe ich grundsätzlich genügend Mittel und Wege dem entgegen zu wirken, auch wenn ich sagen muss, dass ich die Spielwelt in ihrem Potential dieser Option anpassen muss. Früher gab es keine Unsichtbaren humanoiden Kämpfer gegen die man sich zur Wehr setzen musste, jetzt schon. Es ist eher eine Frage, wie sich die anderen Spieler fühlen, wenn sie dieser Kombination so massiv nachhängen. Darum geht es mir.

    Was die Frage nach der Anwendung angeht. Das sind keine Zauberkombinationen für Hinterhalte (zumindest am Anfang nicht, wenn man die Kombination nicht besonders hoch hat). Aber häufig genug geraten die SCs nicht vollkommen überraschend in einen Kampf und dann wird es schwer, gerade in frühen Stufen mit dieser Kombination mitzuhalten.


    @Topic

    Versteht mich nicht falsch. Grundsätzlich gefällt mir der Gedanke von unsichtbaren Kriegern (gerne auch in Form von Predatortarnungen), aber ich habe die Befürchtung das erstens der Adlerwolf nicht eine nette Facette für Verwandler und den ein oder anderen Zauberer wird, sondern zu einem Must-Have wird, weil er einfach so überragend effizient ist und zum anderen, dass diese Kombinationen andere Spieler gerade in frühen Leveln in den Schatten drängen (ebenfalls von der Seite der Effiziens betrachtet).

  • Nö.

    Ich würde behaupten sie resultierenden Größen sind in den Zauberkosten absolut eingerechnet!


    Das bedeutet aber nicht, dass man schmerzfrei darüber hinweggehen kann, dass zwei Zauber bei gleichem Endergebnis unterschiedliche gemeinsame Kosten haben, je nachdem in welcher Reihenfolge man sie wirkt.

    Wie gesagt: Bereits der Wolfstatze selbst ist ein ziemlich deutlicher Beleg dafür, dass Zauber nicht im Nachhinein ihre Kosten ändern. Und was unterschiedliche Zauberreihenfolgen mit unterschiedlichen Kosten angeht, ist das nun auch nichts neues - wenn man auf das 3-LeP-Ziel in 4.1 zuerst den Fulminictus und dann den Balsam spricht, kommt was anderes raus, als wenn man die Reihenfolge umkehrt. Meist dürfte sich das sogar um 1 pAsP unterscheiden.


    Scoon: Erst einmal bekommst du von mir ein * für kreative Ideen im DSA5-Zaubersystem. Da beschweren sich so viele Spieler, dass die Magier schwach geworden sind und du zeigst auf, dass es auch anders geht.

    Das Problem dabei ist das Wie. Ja, es ist möglich, mit DSA5 starke, sogar überstarke Zauberer zu bauen.

    Nimm einen Beschwörer, der extrem mächtige Wesen Tage vor dem Abenteuer herbeiruft und bindet.

    Nimm einen Lowanger/Sinodaer/Elf als unsichtbaren Verwandler, der als Tiger oder Bär Gegner ohne Chance auf Gegenwehr zusammenfaltet.

    Nimm einen Puniner Magier oder Zauberweber, der alle Zauber bis zu 8 AsP stattdessen für 1 AsP zaubert.

    Nimm einen Heilmagier oder Elf, der mittels Ruhe Körper und Meditation binnen einer Nacht statt 3 AsP 20 regeneriert.


    Aber das sind extrem spezifische Kombinationen. Du willst was anderes spielen? Tja, Pech, dann bist du leider potenziell scheiße. Hättest ja Verwandler werden können.

    Einzelne überstarke Kombinationen sind nicht die Art, auf die Balancingprobleme gelöst werden sollten.

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  • Ich halte es für sehr, sehr unwahrscheinlich, dass du bei den vielen Möglichkeiten und Facetten, die DSA seit DSA3 bietet, diese "Balancingprobleme" völlig ausschließen kannst. Scoon hat doch schon in seinem Eingangsbeitrag gezeigt, was in DSA4.1 möglich war. Mit jeder weiteren Fokusregel und jedem weiteren Zauber/Ritual/usw. wird das Balancing schwieriger. Man sollte sich mal große Online-Spiele anschauen, wie oft dort gepatcht werden muss, weil einzelne Charakterklassen von bestimmten Synergien zu stark profitieren. Einen Patch wird es hier aber so schnell nicht geben und ist so für ein Tischrollenspiel wohl auch eher nicht vorgesehen. Ich sehe also nicht, dass es hier alsbald eine für alle zufriedenstellende Lösung geben wird und so leite ich zum nächsten Absatz über:


    Mir ging es darum praktische Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man als Meister auf solche Situationen reagieren kann. Ich persönlich finde es nicht schlimm, wenn meine Helden auch mal in einer Situation obsiegen, weil sie geschickt Synergien ausnutzen. Solange das (rollenspielerische) Konzept hinter dem Charakter stimmig ist, würde ich dem Spieler das erlauben. Das aber sollte man gemeinsam in der Gruppe entscheiden. Es macht keinen Sinn, wenn ein einzelner Spieler solch eine Mächtigkeit entwickelt und andere Gruppenmitspieler sich zurückgesetzt fühlen. Das darf und sollte nicht sein.


    Ich finde deine Wortwahl auch zu extrem, tut mir Leid. Niemand ist "scheiße", weil er nicht einen deiner Beispielcharaktere auswählt. Ich zumindest habe noch in keiner einzigen Runde gespielt, wo man schief angeguckt wurde, wenn man nicht alles optimiert hatte. Ich muss aber zugeben, dass ich auch noch keine reine Fluff-Gruppe hatte, wo dann der Zuckerbäcker neben dem Fleischer und dem Bauer auf Abenteuer auszog. ;)


    Man kann denke ich trotzdem effektiv oder der Gruppe nützlich sein, wenn man nicht alles optimal optimiert hat. Im Notfall kann der Meister mehr AP vergeben, damit effektive Zauber für den jeweiligen Helden schneller beherrschbar sind, auch ohne bestimmte Synergien zu berücksichtigen oder man passt die jeweiligen Kämpfe an. Es gibt doch unzählige Möglichkeiten eine für alle am Spieltisch tragbare Lösung zu finden.

  • doof gefragt: Aufrechterhaltung -> was ist mit Konzentration zur Aufrechterhaltung? ich meine da gibt es auch regeln zu.

    Eis ist nicht Tot, es ist Erinnerung.
    Eis will keine Starre, es will Geduld und Warten.
    Eis zerstört nicht, es bewahrt.
    Kälte bringt nicht Schmerz, sie sucht Stärke.
    Kälte ist nicht Leid, sie gebiert Hoffnung.
    Kälte fordert kein Leben, sie prüft es.
    Sein Zorn jedoch, so entfacht
    ist Tod, ist Starre, ist Zerstörung.

    Seine Strafe: Schmerz, Leid und Verderben


    33% Powergamer 38% Buttkicker 75%Tactican 33% Specialist 79% Method Actor 75% Storyteller 46% Casual Gamer

  • doof gefragt: Aufrechterhaltung -> was ist mit Konzentration zur Aufrechterhaltung? ich meine da gibt es auch regeln zu.

    Guter Punkt, aber mit der richtigen Zaubererweiterung gelten beide Sprüche als nicht aufrechterhaltend.

  • Gibt es, die sind aber eher unbedeutend - aufrechterhaltene Zauber erschweren weitere Zauber um 1. Allerdings hat Wolfstatze keinerlei Parameter, die von der QS abhängen und die um 1 (2 mit Kosten sparen) erschwerte Probe ist nicht gar zu schwer machbar.

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    Avatar by Tacimur

  • ah wusste doch da war was. Bei uns (Hausregel *hust*) würde der SL verbieten das jemand 1-2 Zauber Aufrechterhält UND noch kämpfen will.

    Ach ja: Warum Visibili und nicht Chamaelioni? Für nen Schützen glaub ich besser als der Visibili

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  • doof gefragt: Aufrechterhaltung -> was ist mit Konzentration zur Aufrechterhaltung? ich meine da gibt es auch regeln zu.

    Ja, sicher gibt es da etwas zu.

    Pro aufrecht erhaltenem Zauber werden alle weiteren um 1 erschwert, deshalb erwähnte ich es.

    Es allein ist für Phantomas-Cat noch ist kein Desaster.

    Dass die Zaubererweiterungen aus Fremdzaubern nicht gehen, dass Fremdzauber nicht hoch gesteigert werden können und deshalb wahrscheinlich moderate QS erzeugen, dass man verwandelt keine weiteren Zauber mehr sprechen kann, dass man Fremdtraditionszauber nicht modifizieren und deshalb keine Kosten sparen kann,... alles keine schwerwiegenden Argumente. Nur in der Summe eben doch ausreichend, dass ich diesbezüglich ganz angstfrei die Statistik zu Zaubererausrichtungen 2020 in die Hand nehmen werde.


    Uh! Es gibt immer die Leute, die auf dem Reißbrett die absolute BAM!-Kombination ausmendeln, vermutlich sogar nur aus akademischem Interesse. Und dann gibt es die Leute, die sich im Internet informieren und für die nur BAM! in Frage kommt. Die haben doch auch eine Art Fantasy zu spielen und lasst die doch gewähren und tut doch nicht so, als könnte nicht jeder Durchschnittsmagier mit einem seiner Standardzauber einen Bossgegner einfach umrotzen...

  • Nur als Elf oder Magier. Denn nur in der Eigenrepräsentation kannst Du die Variante nutzen, welche Dir die Bewegung und die Verwendung der Waffen erlaubt. So gesehen können wirklich nur Elfen von diesem Zauber im Fernkampf sinnvoll profitieren. Eure HR gefällt mir überhaupt nicht, da sie Magie-Kämpfer-Hybriden wegregelt, welche ich bevorzugt spiele. Aber mit dieser Regelung beseitigst Du natürlich einige Probleme von Machtauswüchsen und förderst die Zusammenarbeit in der Gruppe.


    @E.C.D

    Zaubererweiterungen brauchst Du für das gegebene Beispiel nicht. Fremdzauber kannst Du sehr wohl hochsteigern. Weitere Zauber brauchst Du für das Beispiel auch nicht sprechen. Fremdzauber kann man modifizieren, wenn man die entsprechende Merkmalskenntnis hat und somit kann man auch Kosten sparen. Mir geht es wie gesagt nicht darum, dass Spieler das Spaß machen könnte (solles doch, so lange es niemanden stört), sondern das es anderen den Spaß nehmen könnte. Ich hinterfrage an dieser Stelle das Balancing. Mir erscheinen die Zauber, insbesondere ihre Kombination etwas zu stark und in unteren Leveln zu konkurenzlos.

    Edited once, last by Scoon ().


  • @Erastäus

    Du hast natürlich recht. Wie gegen jede magische Anwandlung gibt es durchaus Gegenmaßnahmen, wie beispielsweiße ein antimagisches Feld. Als Meister habe ich grundsätzlich genügend Mittel und Wege dem entgegen zu wirken, auch wenn ich sagen muss, dass ich die Spielwelt in ihrem Potential dieser Option anpassen muss. Früher gab es keine Unsichtbaren humanoiden Kämpfer gegen die man sich zur Wehr setzen musste, jetzt schon. Es ist eher eine Frage, wie sich die anderen Spieler fühlen, wenn sie dieser Kombination so massiv nachhängen. Darum geht es mir.


    Ja, ein Mehraufwand ist klar vorhanden und natürlich muss man das mit seiner Gruppe besprechen: Ist jedem klar, dass es diese Kombinationen gibt und somit bestimmte Charaktere, vor allem im Kampf, sehr mächtig werden können? Ist jedem in der Gruppe, der das nutzen möchte, klar, dass der Meister Meisterpersonen mit ähnlichen Sprüchen ausstatten kann und es dann auch für die Helden schwierig werden kann?


    Wichtig ist natürlich, dass der Spielspaß für alle Beteiligten im Vordergrund stehen sollte, ganz klar! Es wäre sehr schade, wenn später einzelne Spieler feststellen, dass ihnen sozusagen die Show von einem anderen Spieler gestohlen wird.


    Quote from Scoon


    Was die Frage nach der Anwendung angeht. Das sind keine Zauberkombinationen für Hinterhalte (zumindest am Anfang nicht, wenn man die Kombination nicht besonders hoch hat). Aber häufig genug geraten die SCs nicht vollkommen überraschend in einen Kampf und dann wird es schwer, gerade in frühen Stufen mit dieser Kombination mitzuhalten.


    Das ist so, keine Frage. Da aber wäre dann wiederum euer Meister gefragt, mögliche Begegnungen anzupassen, um so eventuell trotzdem einen interessanten Kampf stattfinden zu lassen. Was ist z.B. bei einem Kampf mit mehreren Gegnern oder schickt dann die Gruppe nur noch den unsichtbaren Waldlöwen in die Stadt, das betreffenden Haus, die Höhle und der soll erst einmal "aufräumen"?


    Ich will hier aber nochmal deutlich schreiben: Ja, es ist nicht optimal und manche Zauber bieten in der Tat Balancing-Schwierigkeiten, die die Redax so wohl nicht auf dem Schirm hatte.