Adliger Magier und die Praios-Kirche

  • Moin,


    in meiner Gruppe ist ein adliger Schwert- und Stab-Magier, der zwar in erster Linie Rondra und Hesinde ergeben ist, aber aus seiner Kindheit als mitelhoher Adliger halt auch noch sehr Praios verbunden. Wir kommen jetzt (der CHar ist noch frisch) das erste Mal nach Khunchom und er möchte unbedingt im Praiostempel beten und wird auch versuchen, dort schwer zu erlangene Informationen zu bekommen. Die sind da nicht zu haben, der SPieler irrt hier (muahahah), aber was meint Ihr, wie sollten die Geweihten reagieren? Sie werden ja einen mittelländischen Weißmagier, der sich mit SO 9 oder so auch zu benehmen weiß, nicht rausschmeißen, oder? Reserviert? Unhöflich? Arrogant? Gleich mal zu missionieren versuchen?


    Wir spielen danach 7G, wo diese Frage ja noch öfter vorkommen wird, darum würde mich interessieren, ob Ihr spannende Ideen habt, wie so ein Gespräch ablaufen kann.


    Gruß, Martin

  • Khunchomer Priester sind in der Regel etwas offener und gelassener als Mittelreichische. Vielleicht überraschen die den Magier ja mit totaler Weltoffenheit und Freundlichkeit. Laden ihn zum Tee ein und spielen erstmal lange und ausgiebig Rote und Weiße Kamele, bis er nach 5 Stunden und ein paar Tassen tee später dann endlich seine Frage stellen darf. ^^

    There are some battles that you can never win. Trying to explain jokes is one of them.


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    Soldier: "Surrender or be annihilated!"

    Commanding Officer: "They want to surrender?"

    Soldier: "No Sir, they want us to surrender..."

    Commanding Officer: "NUTS!"


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    'Ich stimme nicht mit dem überein, was du sagst. Aber ich werde bis zum Tod dafür kämpfen, dass du es sagen darfst.' - Voltaire.

  • In der Tat dürfte hier eher mit hineinspielen, wie tulamidische Praios-Kirche zu einem Magier steht.
    Adelig spielt im mittelreichischen Tempel eine größere Rolle und S&S, wenn es schon Magie sein muss, steht im MR noch gut da durch strahlend weiß, extremen 12-Götterglaube und unbedingter Wahrheitsliebe. In den Tulamidenlanden interessieren aber genau diese Aspekte weniger, zumal dort ja generell ein anderer (wesentlich offenerer) Umgang mit Magie vorherrscht und auch die Praioskirche einen etwas anderen Stellenwert hat, wenn ich mich da richtig erinnere.


    Rauswerfen bestimmt nicht, denn man wirft niemanden hinaus, der sich benimmt und zum beten herkommt. Distanziert glaube ich auch weniger, das dürfte nicht der tulamidischen Mentalität entsprechen.

  • Jaja, die tulamieden sind da offener, die werden nen adliegen Magier nicht vor die Tür setzen, die sind ja eher prinzipialisten, also die, die denken man kann mit Magie gutes ereichen solang man die Gesetze und somit Praios Willen befolgt...


    In der 7G hält Amando laconda Da Vanya die Hand schützend über die Gezeichneten, da er ihnen von Anfang an traut. Da kommt es nur am Anfang zu Problemen, aber nachdem die Helden der Praioskirche den ein oder anderen GROßEN Dienst erwiesen haben, ist das kein Problem mehr.

  • Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass es gar keine tulamidische Praios-Kirche gibt. Es gibt nur Praios-Tempel auf tulamidischen Boden, die meist errichtet wurden, als das Gebiet von Gareth aus erobert wurde. Entsprechend toll findet die Bevölkerung die Tempel auch (Die gemeinen Priesterkaiser, die uns unterjocht und bestohlen haben). Die Geweihten in Khunchom werden sich also eher freuen, wenn man jemand ernsthaft zum Beten und nicht zum Anpöbeln kommt. Die sitzen zwischen Novadis und Maraskanern. Selbst die Tulamiden, die man 12göttergläubig bezeichnen könnte, halten Phex/Feqz für den wichtigsten Gott. Praios darf da bleiben, wo er her kommt. In Khunchom haben sie einen hübschen Tempel, aber mehr nicht. Wahrscheinlich schieben dort nur Geweihte ihren Dienst, die man gerade im Mittelreich nicht brauchen kann oder die irgendeine besondere Busse tun oder novadisches Recht studieren.
    Dann kommt da ein echter garethischer, adeliger Weißmagier, so was haben wir ja schon lange nicht mehr gesehen. Klar bekommt der Tee und Gebäck. Darf ne Frage stellen und natürlich was spenden, von irgendwas muss man schließlich leben. :gruntcool_1:

    I ♡ Yakuban.

  • 1. Ich würde auch sagen, dass hier die positiven Attribute "gelehrter Mann, adliger Abtammung, aus dem Stammland unserer Kirche" das eher neutrale bis leicht negative Attribut "Weißmagier" klar domininieren düften. Insofern dürfte man den Magier da sehr freundlich empfangen.


    2. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass da in Khunchom Mittelreicher ihren Dienst tun, die man vielleicht dort hin abgeschoben hat. Und wenn das jemand ist, der durch Fanatismus gegen Magier aufgefallen ist, könnte er natürlich auch unfreundlich gegenüber einem Weißmagier sein. Andererseits kann ich mir nicht so recht vorstellen, dass die Praioskirche einen Fanatiker in so eine insgesamt doch sehr wichtige Stadt abschieben würde. Dazu könnte er ihnen da zu viel kaputt machen. Denkbar wäre es allerdings schon, da natürlich eine starke Magieablehnung in der Praioskirche durchaus Anhänger hat und man also einen relativ wichtigen Geweihten so vielleicht aufs "Abstellgleis" gestellt hat, ohne ihn gleich in ein Kloster schicken zu müssen, so als eine Art Kompromiss zwischen verschiedenen Fraktionen.


    Wenn du dich aber für so eine Variante entscheidest, würde ich diesen politischen Hintergrund auf jeden Fall transparent machen. Denn sonst kommt sich dein Spieler möglicherweise veräppelt vor oder du schürst die typischen Praios-Vorurteile unnötigerweise.


    Insbesondere, da dein Spieler hier aber auf einer falschen Fährte ist, was den Plot angeht, würde ich eher zu Variante 1 tendieren. D.h. offene, freundliche Priester, die aber leider nicht weiterhelfen können. Denn sonst denkt dein Spieler leicht bei Variante 2, er sei eigentlich auf der richtigen Fährte und muss nur noch weiter graben.

  • Super Ideen, danke. Die Khunchomer Praioskirche ist zu diesem Zeitpunkt (Staub und Sterne) in der Tat hauptsächlich interessiert, dass Khunchon, wenn ich so sagen darf, heim ins Reich kommt. Da passt ein adliger Mittelreicher, noch dazu aus Gareth, wie die Faust auf's Auge.