Lanzenangriff

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  • EDIT Schattenkatze: Dieses Thema wurde aus den Kleinigkeiten ausgegliedert.


    Sehe ich das richtig, dass ich in DSA5 Lanzenangriff brauche um überhaupt in Erwägung ziehen zu können eine Lanze zu benutzen?

    "Möchte der Reiter einen Gegner mit einer Lanze angreifen, muss dazu der Befehl Lanzenangriff erteilt werden."


    Oder kann man Lanzen auch ohne Lanzenangriff vom Rücken eines Reittieres verwenden?

    Das Ritterpaket kommt zwar mit einem Ktw. von 10 in Lanzen aber ohne Lanzenangriff (10 AP) daher. Dafür braucht man jedoch Berittener Kampf (20 AP) und das wiederum verlangt Reiten 10. Da der Ritter aber nur 8 in Reiten hat müsste man das erstmal steigern (4 AP).

    Ich zähle also 34 AP, die man erst investieren müsste, um ein aufgezwungenes Kampftalent verwenden zu können.

  • Zäumen wir des Pferd mal von hinten auf.


    Alle bisher in DSA5 enthaltenen Ritter-Professionen (Ritter, Ritter der Streitenden Königreiche, Distelritter) haben FW 8 in Reiten, obwohl FW 10 die Voraussetzung für Berittener Kampf sind. Dies wird deshalb so gehalten, da durch bestimmte Kulturpakete sich der FW des Talent Reiten noch erhöhen kann. Und in der Reihenfolge der Heldenerschaffung ist ja Auswahl der Kultur vor der Auswahl der Profession. Daher könnte hier unter Umständen der benötigte Wert von 10 erreicht werden.

    Als nächstes ist Berittener Kampf nötig, dieser kostet in der Tat 20 AP und verlangt die FW 10 in Reiten, aber Berittener Kampf ist nicht nur für Lanzenangriff erforderlich, sondern berechtigt auch für diverse andere Manöver (Niederreiten/Sturmangriff). Somit sind die 20 AP mitnichten nur für den Lanzenangriff!

    Zu guter Letzt brauchst du Lanzenangriff (MU13 / Berittener Kampf) für 10 AP und ja nur durch dieses Spezialmanöver bist du in der Lage mit einer Lanze zu Pferde zu kämpfen.

    Deine Argumentation bzgl.

    aufgezwungenes Kampftalent

    kann ich nicht nachvollziehen. Wer zwingt dich denn mit einer Lanze zu kämpfen? Wenn du als Ritter, als welchen Gründen auch immer, gar nie vorhast mit einer ins Feld zu ziehen, dann rechne die 4 Punkte (Ktw. 6 Standard + 4 = Lanzen 10) doch einfach raus aus den Kosten? Somit wird der Ritter um 8 AP (4x2, da Kategorie B für Lanze) billiger.


    Und ja insgesamt 32 AP (ich gehe davon aus ohne Kulturboni auf Reiten) ist ein Haufen Holz, aber wenn du einmal einen erfolgreichen Lanzenangriff gegen egal was für einen Gegner durchgeführt hast, dann wirst du merken wie mächtig dieser ist ;)

    Da kommen mit Leichtigkeit +26 TP aufwärts zusammen (2W6+6 + 2TP + GS Pferd / 2, da nur im Galopp möglich ist die GS also 24 (Warunker Pferd GS 12))

    Somit: 6 TP (durch 2W6 durchschnitt 3 TP pro Würfel) + 6 TP (Kriegslanze) + 2 TP (erfolgreicher Lanzenangriff) + 12TP (GS/2 des Pferdes) = 26 TP minimalst Schaden!

    Danach steht nichts mehr was annähernd humanoid (Orks,Zwerge,Elfen;Menschen etc) ist. Selbst einen Oger oder Troll schmerzt es dezent wenn auf einen Schlag 1/2 bzw. 1/4 der LeP weg sind. Die aufgewendeten AP stehen ja fast im Verhältnis 1:1 zu den gewonnen TP. Bei welcher anderen Waffe hast du solch einen Effekt? Die DSA Publikationen werden auch nicht müde immer wieder die verheerende Wirkung einer schweren Kavallerieattacke (Ritter mit Lanze) zu beschreiben/erwähnen ;)

    Siehst reiten Du, jene neune? Die finster und verloren sind.


    Ash nazg durbatulûk, ash nazg gimbatul,

    ash nazg thrakatulûk agh burzum-ishi krimpatul.


  • ich finde den Talentaufbau an sich recht logisch. Es beißt sich aber natürlich mit der Vorstellung eines abendländischen Ritters, der zum Ritterschlag natürlich im Turnier mit der Lanze kämpfen können sollte.


    Was die Lanze jedoch unattraktiv macht ist die Tatsache, dass im normalen Heldendasein die "Lanzenkämpfe" spärlich gesät sind. Dungeon? Nein. Gebirge? Nein. Stadt? Nein. Hinterhalt (egal auf welcher Seite)? Nein. Wald? Nein.


    "Nichts dringt in mein Hirn vor! Meine Reflexe sind zu schnell!"

    Drax, Guardians of the Galaxy

  • Was die Lanze jedoch unattraktiv macht ist die Tatsache, dass im normalen Heldendasein die "Lanzenkämpfe" spärlich gesät sind

    Ich kann dir für jede Waffe X Gründe und Situationen aufzählen wann diese "nutzlos" ist ;) Zumal ich auch spontan schon drei von deinen aufgeführten Locations entkräften kann.

    Stadt? Doch klar, ist sogar sehr effektiv, reite mal ne Straße/Gasse entlang, das ist wunderbar, wohin wollen die Gegner denn abhauen?^^

    Gebirge? Hochalpin nicht, aber in den Allgäuer Koscher Voralpen? Sicherlich.

    Wald? Je nach Dichte und Bewuchs am Boden auch sehr gut möglich.

    Du siehst, wie so oft gibt es bei DSA keine grundlegende Allgemeingültigkeit :)

    Wenn man nach der allgemein am nützlichsten, da am häufigsten einsetzbaren, Waffe sucht, so landet man eh immer wieder beim Schwert... *gähn*

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  • Man kann das auch einfach hausregeln:


    Streicht Lanzenreiten als Kampftalent und verwendet dafür Stangenwaffen.


    Lanzen sind Stangenwaffen. Tatsächlich ist Lanze nur ein anderes Wort für Speer. Es dient lediglich der Zuordnung, damit man weiß ob der Kerl mit dem Spieß jetzt auf einem Pferd sitzt oder eben nicht. Schonmal von der Lanze des Longinus gehört? Mir wäre neu das der einen Lanzensturmangriff auf Jesus geführt hätte...

    Jeder Ritter der vom Pferd mit der Lanze kämpfen kann beherrscht auch die gleichen Techniken mit anderen Speer- und Stangenwaffen und setzt diese auch genauso ein, wenn er möchte. Alles was lang genug ist und eine Spitze hat kann zum Lanzengang verwendet werden. Ebenso wird eine Reiterlanze im Kampf mitunter wie ein gewöhnlicher Speer geführt, manchmal sogar im hohen Stoß und gelegentlich sogar geworfen!

    Die darin investierten Punkte sind dann zu keiner Zeit vergeudet oder hochspezialisiert gebunden, der Charakter ist vielseitiger und insgesamt glaubwürdiger. Der wesentliche Unterschied zwischen einem Fußsoldaten und einem Ritter ist dann regelmechanisch nur noch das der Ritter Reiten 10+ hat und Berittener Kampf.


    Damit hat man dann auch gleich alle leichten Formen von Kriegslanzen, sowie deren Sekundärverwendungsmöglichkeiten abgedeckt, denn wenn man mit denen nicht gerade einen Lanzensturmangriff durchgeführt hat waren das einfach nur stinknormale Speere. Leichte Lanzen sind obendrein einfacher zu transportieren, vielseitiger einsetzbar, leichter zu ersetzen und damit auch für reisende Protagonisten häufiger einsetzbar. Zumal man sie eben auch zu Fuß verwenden kann.

    Kein Zitat ist so genial, dass man es jeden Tag wieder und wieder lesen müsste.

  • Ich finde das eine ganz gute Idee, allerdings ist der Lanzenangriff grundsätzlich anders als der Speerkampf (selbst beritten). Man könnte das Lanzentalent auch in A einordnen das man es eben so selten anwendet. Ein Speer als Ersatzlanze ist aber sicher wesentlich praktikabler als mit einer Kriegslanze durch die Wildnis zu stapfen.

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  • allerdings ist der Lanzenangriff grundsätzlich anders als der Speerkampf (selbst beritten)

    Danke.


    Das Lanzen als extra Talent abgebildet werden ist durchaus angebracht. Schließlich wird ein Ritter ja extra in dieser Tugend geschult und auch für Ritterturniere ist die Lanze ein elementarer Bestandteil. Mit einem Speer kann jeder X-Beliebige Hanswurscht umgehen, darum war der Speer ja auch eine der häufigsten Waffen (gut, er war auch billig ;)). Einen Speerkämpfer aufs Pferd zusetzen macht aber jetzt keinen Ritter draus. Hausregeln sind ja durchaus sinnvoll, aber doch nicht wenn wie hier die vorhanden Regularien passen und angemessen sind... Nur um sich dann paar AP Punkte zu sparen. Entweder es ist einem der Lanzenkampf wert, dann hat man auch die Punkte zu investieren oder man lässt es eben bleiben.

    Zu viel

    Zwei mal Drei macht Vier

    Widdewiddewitt und Drei macht Neune
    Ich mach' mir die Welt
    Widdewidde wie sie mir gefällt...

    finde ich persönlich schwachsinnig und verkompliziert unter Umständen (noch) mehr als das es hilft.

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  • Anders, ja. Aber grundsätzlich genug?


    Der Kampf mit einer Lanze unterscheidet sich weit weniger vom Kampf mit einem Speer, als sich der Kampf mit einem Kriegshammer vom Kampf mit einer Barbarenstreitaxt unterscheidet, oder der Kampf mit der Hellebarde vom Kampf mit der Zweililien. Dennoch sind beide das jeweils gleiche Talent.


    Das was ein Lanzenreiter beim Sturmangriff mit der Lanze macht ist letztlich exakt das gleiche was ein Fusskämpfer tut wenn er einem Reitersturmangriff mit der Pike gegenhält. Deshalb trainierten Ritter das auch die meiste Zeit zu Fuß. Geht einfacher, braucht weniger Platz und ist weniger gefährlich. Sicheren Stand finden (oder auf einem Bock im Sattel sitzen) und die Lanze auf das Ziel halten ist eine der grundlegendsten Trockenübungen.


    Spätestens mit der Dschadra ist das ganze sowieso ad absurdum geführt.


    Es ist auch in sofern ein wenig unfair als das alle anderen Kampffertigkeiten ja nicht auch noch einmal speziell erlernt werden müssen, nur um vom Pferd aus verwendet zu werden.


    Wenn ein berittener Armbruster sich mit einem Lanzenreiter duelliert benutzt er schließlich die gleiche Armbrustfertigkeit wie zu Fuß und der Lanzenreiter wird seine Lanze lustigerweise dabei die halbe Zeit als Speer in Hochführung benutzen. Von einer Parität der Waffen kann da dann sowohl regelmechanisch, als auch tatsächlich keine Rede mehr sein. 8o


    So wie es ist funktioniert es, bildet aber nichts besonders plausibles ab und schafft eine Zwangslage die sich einfacher umgehen ließe. Mir fällt es ohnehin bereits bei der Definitionsfrage auseinander: Was ist eine Lanze? Scheinbar alles von Speer (Dschadra) bis zur schweren Kriegslanze. Also alles was hinten lang und vorne spitz ist?

    Kein Zitat ist so genial, dass man es jeden Tag wieder und wieder lesen müsste.

  • Anders, ja. Aber grundsätzlich genug?

    Definitiv. Du suchst nach einer Definition für Lanzen? Dann schau dir mal die Länge an. Die Kriegs- und Turnierlanze (300 HF) sind doppelt so lang wie ein Holzspeer (150 HF) und immer noch 1/3 länger als ein Speer (200 HF). Mit einer doppelt so langen Waffe kämpft es sich wohl grundlegend anders.


    Es ist auch in sofern ein wenig unfair als das alle anderen Kampffertigkeiten ja nicht auch noch einmal speziell erlernt werden müssen, nur um vom Pferd aus verwendet zu werden.

    Falsch. Zweihandwaffen musst du über eine SF "freischalten".

    Siehst reiten Du, jene neune? Die finster und verloren sind.


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  • Hier möchte ich einwerfen, dass das Talent "Pike" mit relativ geringer Wahrscheinlich seinen Platz im DSA5-Regelwerk finden wird und diese ist immerhin 350+ HF lang. Selbst in DSA4 war diese mit dem Talent Speere zu führen. Und ob ich nun eine Pikespitze in Position halte oder eine Lanzenspitze ist mMn nicht soooo der große Unterschied. Oder zumindest nicht annähernd so groß wie der Unterschied in der Führung eines Dreizacks und eines Pailos, die in DSA5 ja auch mit d m selben Talent geführt werden. Und wenn das geht, sollte da auch die Lanze noch reinpassen.


    Ringgeist schrieb:

    Falsch. Zweihandwaffen musst du über eine SF "freischalten".

    Das mag zwar stimmen, trotzdem sind die 5AP für den zweihändigen Reiterkampf ein Schnäppchen verglichen mit dem Zwang, ein komplett neues Talent steigern zu müssen.


    Ich denke die Lanze ist deshalb mit Lanzenreiten zu führen und nicht mit Speeren, um zu verhindern, dass der Lanzenreiter alle Stangenwaffen-SFs nutzen darf, denn der Kriegslanzen-Todesstoß mit Lanzenreiten und dem oben bereits genannten Schaden wollte man wohl nicht im System haben.

  • Hier möchte ich einwerfen, dass das Talent "Pike" mit relativ geringer Wahrscheinlich seinen Platz im DSA5-Regelwerk finden wird und diese ist immerhin 350+ HF lang.

    GRW Seite 235, ich bin so frei und zitiere:


    Lanzen

    Besonders von den Panzerreitern des nördlichen Mittelreiches geführt, ist die Lanze eine besonders gefürchtete Waffe.

    Zu Pferd wird sie üblicherweise einhändig geführt, während Infanteristen sie zweihändig als recht unhandliche Pike führen können.



    Und ob ich nun eine Pikespitze in Position halte oder eine Lanzenspitze ist mMn nicht soooo der große Unterschied.

    Ach echt? Als Infanterist, häufig zusammen mit anderen, eine Pike/Spieß im sicheren Stand am Boden aufzurichten ist also vergleichbar mit auf einem Pferd im vollen Galopp, durch die Helme häufig in der Sicht drastisch eingeschränkt, mit einer Hand die Lanze führend und dann noch versuchen den Gegner zu treffen?!?


    Deshalb war die Tjost ja auch nur die Königsdisziplin bei Turnieren, weil jeder Bauerntölpel mit einem Speer das auch konnte. Sport für die breiten Massen, jeder darf mal mitmachen!

    Was braucht es da schon eine Jahre lange Ausbildung zum Ritter wo es doch so einfach ist mit einem Speer oder Lanze oder Holzstock Leute von Pferden zu schubsen....

    Wo ich so drüber nachdenke, meine Ausbildung war auch völlig für die Katz, auf nen Rechner einhämmern und fluchen kann ja auch jeder =O

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  • GS Pferd / 2, da nur im Galopp möglich ist die GS also 24 (Warunker Pferd GS 12)

    Wo steht eigentlich, welche Geschwindigkeit im Galopp erreicht wird? Und ändert sich dadurch tatsächlich der Wert GS? Ein sprintender Mensch hat ja weiterhin GS 8, nur dass die zweimal pro KR zurückgelegt wird.

    Und ja insgesamt 32 AP (ich gehe davon aus ohne Kulturboni auf Reiten) ist ein Haufen Holz, aber wenn du einmal einen erfolgreichen Lanzenangriff gegen egal was für einen Gegner durchgeführt hast, dann wirst du merken wie mächtig dieser ist

    Gleichzeitig sehnst du dich dann allerdings auch den restlichen Kampf nach dieser Macht - schließlich muss man die Lanze nach dem Erstschlag auch direkt fallenlassen.

    Naja, dass die Lanze die am seltensten einsetzbare Waffe bei DSA ist (Belagerungsgeschütze ausgenommen), finde ich schon sehr schwer bestreitbar. Wo du kein Pferd hast, fällt sie raus. Wo du mit dem Pferd nicht auf Tempo kommst, fällt sie raus. Wo du nicht den sperrigsten Gegenstand deiner gesamten Ausrüstung mitführst, fällt sie raus. Wo Wälder eher in Richtung unberührter Urwald statt modern bewirtschafteter Nutzwald tendieren, fällt sie raus. Wo Straßen nicht geleckt aussehen wie im früheren Wehrheim, sondern eher mal hier ein Karren, da eine Kiste, dort eine Garküche und drüben eine Schar Nonnen Geweihte steht, fällt sie raus.

    Das Lanzen als extra Talent abgebildet werden ist durchaus angebracht. Schließlich wird ein Ritter ja extra in dieser Tugend geschult und auch für Ritterturniere ist die Lanze ein elementarer Bestandteil. Mit einem Speer kann jeder X-Beliebige Hanswurscht umgehen, darum war der Speer ja auch eine der häufigsten Waffen (gut, er war auch billig ;)). Einen Speerkämpfer aufs Pferd zusetzen macht aber jetzt keinen Ritter draus.

    Stangenwaffen sind Steigerungskategorie C, Lanzen Kategorie B. Und nach Lernschwierigkeit zu trennen, finde ich auch eher schwierig - der schlanke Amazonensäbel und das fette Barbarenschwert werden auch nur begrenzt ähnlich in der Nutzbarkeit sein, dennoch bildet DSA5 sie als Schwerter ab. Und mit der Lanzenangriff-SF hat das System ja sowieso eine weitere Zugangsbeschränkung. Insofern fände ich es schon sinnvoll, die Kriegslanze einfach unter Stangenwaffen zu führen, mit einzig nutzbarem Manöver Lanzenangriff.



    Also, nicht falschverstehen: Ein Lanzenangriff ist eine feine Sache. Ich erinnere mich noch daran, wie (unter DSA4.1 mit Initiative zur Rettung der Kavallerie) nach der gescheiterten Infitration samt Gefangennahme der Krieger meiner Gruppe fluchte, dass die Gegner jetzt seine Ochsenherde hatten und seine schwere Rüstung und überhaupt er jetzt in den Kampf ziehen müsste nur bewaffnet mit den Sachen, die er am Pferd gelassen hatte: Langschwert und ... *aufleuchtende Augen* Kriegslanze ... Es wurde dann ein sehr kurzer Kampf.

    Aber man sollte sich schon sehr bewusst sein, dass die Anzahl der Möglichkeiten zum Lanzengang eher gering ist und vor allem davon abhängt, wie die gespielte Kampagne eigentlich aufgebaut ist.

    Jeder Mensch ein Magier!
    Avatar by Tacimur

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  • Der Kampf mit einer Lanze unterscheidet sich tatsächlich nicht von dem mit einem Speer - wenn man sie (normal zu Fuß) wie einen Speer benutzt. Das war im Mittelalter durchaus üblich wenn Ritter abgesessen sind (oft wurden dann die Schäfte gekürzt). Andersherum kann man einen handelsüblichen Stoßspeer beritten genau so wie eine Lanze benutzen. Tatsächlich hat sich hieraus ja erst die hochmittelalterliche Lanze entwickelt, da diese Speere immer weiter verlängert wurden.


    Trotzdem unterscheidet sich der Lanzenangriff selbst grundsätzlich vom Speerkampf. Man muss dabei über die Steigbügel die Angriffswucht des Pferdes auf die Lanze übertragen - weshalb ein solcher Stoß ja auch so verheerend ist - dabei das Pferd unter Kontrolle halten, möglichst in Formation bleiben (bei einem guten Lanzenangriff ritten die Reiter Knie an Knie), dabei noch das Ziel treffen, ggf rechtzeitig loslassen um sich nicht selbst aus dem Sattel zu katapultieren. Das alles hat insofern relativ wenig mit dem Speerkampf zu tun das bei diesem der Stoß ja mit den Armen geführt wird, was eine wesentlich geringere Wirkung aber höhere Kontrolle der Waffe ermöglicht (und man sitzt nicht auch noch auf einem Pferd). Eine defensive Position bei dem man den Speer am Boden abstützt unterscheidet sich ja noch stärker, da man den Speer hier nur als Barriere benutzt und nicht aktiv ein Ziel anvisiert und treffen will. Der Unterschied ist hier mindestens so groß als bei anderen Kampftalenten.


    Es kommt mehr darauf an wie die Waffe benutzt wird und weniger was für eine Waffe es genau ist. Ein Kontos beispielsweise ist länger als ein Speer wie ihn die Goten oder Franken verwandt haben, wurde aber beritten zweihändig eher wie ein Stoßspeer zu Fuß eingesetzt, während jene späten Germanen (teilweise) den Speer unter dem Arm wie eben die spätere Lanze benutzten (bzw. diese sich ja hieraus erst entwickelte).

  • Definitiv. Du suchst nach einer Definition für Lanzen? Dann schau dir mal die Länge an. Die Kriegs- und Turnierlanze (300 HF) sind doppelt so lang wie ein Holzspeer (150 HF) und immer noch 1/3 länger als ein Speer (200 HF). Mit einer doppelt so langen Waffe kämpft es sich wohl grundlegend anders.

    Mitunter nicht. Dafür sorgen das Gegengewicht, der Schwerpunkt und der Lanzenhaken. Der Holzspeer ist zudem kein Vergleich für gar nichts. Das ist eine Steinzeitwaffe. Bleiben wir beim Speer. Und grundlegend anders kämpft es sich tatsächlich nicht. Speere und kurze Piken werden praktisch identisch verwendet.


    Aber viel wichtiger ist das die Mechanismen des Lanzensreitens bei der Dschadra anfangen, die durch die Hintertür exakt das gleiche tut was die Kriegslanze auch tut, inklusive +2TP und +(GS)/2 TP. Damit beginnt das Lanzenreiten dann nicht bei der Kriegslanze mit 300 HF, sondern bereits bei der nur 200 HF langen Dschadra, was zufälligerweise exakt dem Speer entspricht. Auch sonst entspricht die Dschadra so sehr dem Speer das es fragwürdig ist in welchem Aspekt sie sich von ihm unterscheiden könnte. Am Ende ist aber nur der Effekt maßgeblich, wodurch die Spannweite bei der Dschadra und damit bei einem mikrominimal normabweichendem Speer anfängt und das obere Ende ihrer Glockenkurve in der Kriegslanze findet. Da zudem wahrscheinlich erscheint das Kriegslanzen nach oben weniger Luft haben als nach unten wäre das auch logisch und würde die Kurve nach oben hin etwas wuchtiger ausfallen lassen, mit steilem Abfall jenseits 300 HF. Die meisten realen Lanzen die mir bekannt sind bestätigen das und bewegen sich allesamt zwischen 200cm und 320cm. Längere habe ich zumindest ohne größere Recherche nicht gefunden. Bei den längeren Lanzen ab 270cm ist aber zu bedenken das sie nur praktisch länger werden, nicht jedoch effektiv. Zusätzliche Länge fließt nämlich da in Gegengewicht und Halterung, wodurch sich die effektive Gefechtsreichweite bei einem Mittel von 220-260 einpendelt.


    Ach und zur Pike: Die Pike wurde im Normalfall nicht einfach nur irgendwie schräg, deppert auf den Boden aufgestützt und hochgehalten. Pikenkampf hat nichts mit Bauerndeppen zu tun. Der Kampf mit der Pike ist eine der Königsdiziplinen und erfordert, Kraft, Ausdauer, Koordination und Teamwork. Bauerndeppen kämpfen mit dem Speer und mit Speeränlichen Instrumenten. Das die Pike da anders ist kann man auch gut daran erkennen wer sie wann und wie genutzt hat, sowie dadurch das jene die es taten durch diesen spezifischem Umstand historische Anerkennung und Bekanntheit erlangten. Schottischer Schiltron und Schweizer Gewalthaufen waren nichts für unerfahrene und unerprobte Kämpfer.

    Kein Zitat ist so genial, dass man es jeden Tag wieder und wieder lesen müsste.

  • Die ersten Piken wurden wenn ich mich recht erinnere von niederländischen Städtern eingesetzt. Nicht so übermäßig effektiv, aber es gibt mehr solche Beispiele. Die kennt man aus offensichtlichen Gründen nur nicht so wie die Schweizer oder Landsknechte.

  • Die Pike ist so eine ON/OFF Waffe der Geschichte, die es seit der Antike mal gibt und dann verschwindet sie wieder, taucht tausend Jahre später bei den Flamen und Schotten wieder auf und verschwindet wieder, nur um in der Renaissance wieder von Süddeutschland her erneut aufzutauchen und danach endgültig der Muskete zu erliegen. Das Problem mit der Pike ist, dass sie nur in der Masse gut funktioniert und das sie wiederum nur dann gut in der Masse funktioniert, wenn man eine große Zahl disziplinierter und eingespielter Kämpfer hat. Obendrein ist sie billig. Wenn man also arm aber fest entschlossen ist hat die Pike einen hohen Kampfwert. Das hat sie auch mit der Lanze zu Pferd gemein, denn die meisten Lanzen unterscheiden sich ohnehin nicht vor Piken. Die Pike ist dabei jedoch insgesamt eine nur schwer genau definierbare Waffe. Pike, Speer, Spieß, Lanze,... Je nach Verwendung ist das alles das Gleiche, oder völlig verschieden und spezifisch. Modern betrachtet ist die Lanze mehr oder minder definiert als "Das lange Ding zum Stechen, das der Reiter da unter dem Arm hat". Ob das mit Haken geführt wird oder nicht, Gegengewicht oder Ausgleichschaft hat, oder welche Spitze aufgesetzt ist, das spielt alles keine Rolle. Ein Reiter der sich einen Spieß reichen lässt macht den Spieß damit zur Lanze.

    Kein Zitat ist so genial, dass man es jeden Tag wieder und wieder lesen müsste.

  • Meine Schwierigkeit in der Nützlichkeitsbeurteilung einer Lanze ist eher in der Logistik der Waffe zu finden.

    Das Ding ist sperrig, unsere Gruppe spielt es aus nicht ständig mit großem Gepäck unterwegs zu sein. Wie soll ich denn rechtfertigen ständig eine Lanze parat zu haben?

    Und dann ist es eine Einweg-Waffe; die benutzt man nur so lange bis man trifft.

    Dann lässt man sie los. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist die dann auch Schrott.

  • Rattazustra : wie oben bereits erwähnt kommt es nicht auf die Waffe an sondern auf die Handhabung. Und die ist beim Lanzengang und Speerkampf doch deutlich unterschiedlich.


    Ricordis : genau dieses Problem habe ich auch. Von daher ist die Variante einen Speer als Leichte Lanze zu benutzen eigentlich die praktikabelste. Und man kann das ja dennoch mit Speerkampf kombinieren.


    Das Grundproblem ist eigentlich das aufgeteilte Kampftalentsystem von DSA bei dem man alles separat erlernen muss, darum kommt man aber halt nicht drum herum. Den Lanzengang per Hausregel irgendwie interessanter zu machen finde ich aber sinnvoll.

  • Mich deucht das die grundlegende Intention während der Diskussion abhanden kam...

    Oh nein doch nicht, Goltron hat es erfasst.

    wie oben bereits erwähnt kommt es nicht auf die Waffe an sondern auf die Handhabung. Und die ist beim Lanzengang und Speerkampf doch deutlich unterschiedlich.

    Trotzdem unterscheidet sich der Lanzenangriff selbst grundsätzlich vom Speerkampf


    Wo steht eigentlich, welche Geschwindigkeit im Galopp erreicht wird? Und ändert sich dadurch tatsächlich der Wert GS? Ein sprintender Mensch hat ja weiterhin GS 8, nur dass die zweimal pro KR zurückgelegt wird.

    Im GRW? In der Tat nirgends. Aber wenn eine Mensch eine Standard GS 8 hat und ein Pferd GS 12 hat, ist doch anzunehmen, dass GS 12 dem Schritt beim Pferd entspricht. Und korrekt, ich habe den Galopp analog zum Sprint angesetzt, dabei ist es aber egal ob ich die GS x 2 / 2 oder einfach GS /2 + GS / 2 rechne, das Ergebnis bleibt 12.

    Gleichzeitig sehnst du dich dann allerdings auch den restlichen Kampf nach dieser Macht - schließlich muss man die Lanze nach dem Erstschlag auch direkt fallenlassen.

    Ganz ehrlich? Nö. Die meisten Gegner sind danach sowie außer Gefecht. One-Hit-Wonder. Wenn man mit einer Lanze kämpft muss man das in Kauf nehmen. Alles hat Vor und Nachteile.

    Naja, dass die Lanze die am seltensten einsetzbare Waffe bei DSA ist (Belagerungsgeschütze ausgenommen), finde ich schon sehr schwer bestreitbar. Wo du kein Pferd hast, fällt sie raus. Wo du mit dem Pferd nicht auf Tempo kommst, fällt sie raus.

    Habe ich denn je was anderes behauptet? Ich erinnere mich dunkel geschrieben zu haben....

    Wenn man nach der allgemein am nützlichsten, da am häufigsten einsetzbaren, Waffe sucht, so landet man eh immer wieder beim Schwert... *gähn*

    Jedoch ist der Einsatz einer Lanze mitnichten so selten wie er hier stellenweise dargestellt wird. Wer dazu mehr wissen will, der Regionalband Die Streitenden Königreiche Nostria & Andergast befasst sich stark mit dem Thema, da gerade Ritter der streitenden Königreiche Lanzen häufig nutzen.

    Schottischer Schiltron

    Stimmt, die Schotten war auch alle ausgebildeten Soldaten. Keine Highlanderclan-Mitglieder die eigentlich Bauern/Handwerker waren ;)


    Das Grundproblem ist eigentlich das aufgeteilte Kampftalentsystem von DSA bei dem man alles separat erlernen muss, darum kommt man aber halt nicht drum herum. Den Lanzengang per Hausregel irgendwie interessanter zu machen finde ich aber sinnvoll.

    Dann aber bitte sinnvoll. Und mit Verlaub, das Abschaffen der Kampftechnik Lanzen ist nicht sinnvoll. Viel sinnvoller wäre es z.B. alles so zulassen wie es ist, aber man gestattet bestimmten Stangenwaffen (Speere/Holzspeere etc.) für den Lanzenangriff nutzbar zu sein. Ist viel einfacher und entspannter.

    Hausregel sagt: Du darfst auch Speere als Lanzen im Berittenen Kampf führen.

    Und nicht andersrum, Lanzen werden zu Speere...

    Siehst reiten Du, jene neune? Die finster und verloren sind.


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