Die Kinder des 23. Ingerimm


V. Spruch: Vom Ende des Zeitalters


Dann wird in den Kerker der feurige Blick des Weltenschöpfers fallen.

Dann wird die rote Saat der Gor aufgehen.

Dann wird die letzte Kreatur geboren und gebären.

Dann werden Löwin und Einhorn zu Zweien ins Tal der Finsternis gehen.

Dann werden die Wasser blutig und die Brunnen sauer, der Regen brennend und das Land schimmelig.

Dann wird die Brut den Boden verschlingen.

Dann wird der Rausch der Ewigkeit über die Schöpfung wehen.


—Nostria Thamos, Etherisches Geflüster, Maraskan, 740 BF


Wenn du die Sieben Gezeichneten gespielt und genossen hast, geht es dir vielleicht ähnlich wie mir und dir läuft ein wohliger Schauer über den Rücken, wenn du die Sprüche der Al’Anfanischen Prophezeiungen hörst.

Ich glaube, es ist nicht nur die Verklärung, die vieles Vergangene mit sich bringt, die einen daran zurückdenken lässt, wie großartig das damals alles war.

Der eigene Held hat die Geschichte mitgeschrieben, an der Seite von erinnerungswürdigen Meisterpersonen wie Herzog Waldemar oder Rakorium Muntagonus, hat auf dem Allaventurischen Konvent mit Kailäkinnen und Thomeg Atherion geplauscht und den Tod Rohezals und der Amazonenkönigin Yppolita - an ihrer Seite kämpfend – miterlebt.


Aber warum waren diese NSC etwas Besonderes?

Ich denke, weil man sie kannte. Der Schwertkönig, die Gabe der Amazonen, der Aventurische Bote, diverse Abenteuer ... diese NSCs tauchten einfach immer wieder auf. Man hat sie erlebt – und das ist etwas anderes, als eine halbe Seite in einer RSH oder dem Aventurischen Almanach über sie zu lesen.


Aber ... die Borbard-Kampagne ist vorbei. Aventurisch sind knapp über Zwanzig Jahre vergangen, seit der Rausch der Ewigkeit über die Schöpfung wehte. Viele großartige NSCs sind gestorben oder ihrer aventurischen Präsenz beraubt. Und gefühlt fehlt dadurch etwas.


Hier wollen wir mit unserem Projekt »Die Kinder des 23. Ingerimm« ansetzen. Wir, das sind neben mir talentierte Künstlerinnen und Autoren, die ich für das Vorhaben gewinnen konnte.


Aber zunächst noch einmal zu meinem Früher-war-alles-besser-Problem, das natürlich höchst subjektiv ist.

Dass ich mit meiner Meinung – die keine Kritik an der Redaktion ist* – jedoch nicht alleine bin, zeigt mir ein Blick ins Forum oder in diverse Rollenspielblogs. Es fehlen die Meisterpersonen, mit denen Geschichten verbunden werden und auch der Metaplot wird nicht in dem Maße bespiel- und erfahrbar gemacht, wie er es verdient – und ja, ich finde, dass das Karmakorthäon einen tollen Metaplot abgeben könnte.

Beispielhaft will ich auf den geschätzten Engor verweisen, der fragte, wo denn sein Metaplot sei und Ehny wollte wissen, wo denn all die Farben hin seien.



[*Ganz kurz: Ich schätze die Arbeit der Redaktion im Großen und Ganzen und ich spiele gerne DSA 5. Ich kann auch verstehen, dass der Verlag nicht die Kapazitäten hat, alles gleichzeitig zu stemmen, was der geneigte Fan gerne hätte. Hier will ich keine Diskussion über die Arbeit der Redaktion oder die beste DSA-Version. Danke.]




Zielsetzung des Projekts


Wir wollen wieder farbige NSCs nach Aventurien bringen und dabei den Metaplot einbinden.


Der Rausch der Ewigkeit war der Abschluss einer Ära und läutete das Karmakorthäon ein. Die ersten Kinder des neuen Zeitalters – das ja bekanntlich mit einer »Heldenzeit« beginnt – sind nun knapp Zwanzig Jahre alt. Ihnen ist dieses Projekt gewidmet.


Das Geburtsdatum bringt eine verbindende und mystische Komponente mit, die geradezu nach Plothook schreit. Was genau dieses Geburtsdatum für Effekte hat, werden wir dabei bewusst nicht festlegen. Bewahrt das Mysterium, heißt es ja so schön und nicht grundlos.



Erstes Produkt, von dem ich hoffe, dass wir es zum Jahresbeginn 2019 fertiggestellt haben, wird eine Kurzgeschichten-Anthologie mit dem Titel: »Die Kinder des 23. Ingerimm« sein.

Auch das nächste Produkt befindet sich schon in der Planungsphase. Es soll eine Spielhilfe sein, die unsere Kinder aus den Kurzgeschichten für den heimischen Spieltisch beschreibt. Sarafina wird jedem unserer Kinder ein eigenes Portrait spendieren, wofür ich ihr außerordentlich dankbar bin.

Alle Produkte werden ausführlich lektoriert, um einen hohen Qualitätsanspruch zu gewährleisten. Anbieten wollen wir sie sowohl hier im Downloadbereich als auch im Scriptorium.


Das soll es für heute gewesen sein. Nächste Woche gibt es Informationsnachschub. Motivierendes oder kritisches Feedback zu der Projektidee ist bis dahin gerne gesehen. ;)



Comments 2

  • Ich bin sicher stilistisch kein guter Schreiber (womit ich sagen will ich kann keine grossen tollen Texte beisteuern), aber mir gefällt die Idee ganz gut.


    Ich will mal einen kleinen Gedanken beisteuern:

    Es geht ja vllt dabei auch um mehr als eben nur die reiteration von bestehendem. Walpurga übernimmt für Waldemar, und geht sozusagen langsam eben in einfach eine weibliche Variante der gleichen Idee über und danach dann sonstwer.. halt Generationenwechsel, aber die Frage ist eben wie weit der Apfel vom Stamm fällt.

    Was ich gefühlt bräuchte, wären ich sag mal genügend grosse Änderungen in Aventurien um es überhaupt als was anderes wahrzunehmen. Paar geänderte Namen und Kleinigkeiten hier und da sind für ein Karmakortheon bissl wenig. Die generelle Idee des Götter kämpfen um Plätze in Alveran-Plots und Sternenfall und grossflächige Machtverschiebungen sind ja schon dabei, man siehe sich Arivor an (oder eben nicht mehr).

    Den Bezug dieser Ansätze/Überlegungen zu dem Projekt hier kam mir bei dem schicken Namen: Kinder des 21. Ingerimm. Es geht eben um Kinder einerseits, aber auch um komplett neue Dinge andererseits. Der Lehrling der eben nicht nur eine neue Iteration des Meisters ist, sondern diesen übertrumpft. Plötzlich Dinge tun kann, die für den alten Meister undenkbar waren.


    Als ein gutes, offizielles Beispiel sei da (Achtung Meisterinfo)



    DieStoryUmSaranyaMarbohauchUndDiePrimärliturgieDerSatuaria


    genannt. Plötzlich wär da jemand der Wunder im Namen einer mehr oder weniger komplett neuen Gottheit mitbringt und im Nu sich wie ein Lauffeuer unter den Hexen verbreitet, vllt zu so verwerfungen führt wie die Lichtträumer und Weltwandler-Konflikte bei den Elfen.


    Naja genug gelabert, danke für eure Bemühungen und mein wunsch wäre es eben, ihr Erdenkt euch neue Kinder des Karmakortheons (egal welchen Tages ;)) und lasst sie neue, aufregende bisher kaum denkbare Taten vollbringen.

  • Das nenne ich mal ein schönes Projekt und bin gespannt auf das was folgt. Viele der Namen sind uns (eine Gruppe unentwegter die seit 1987 DSA spielen) bekannt, vielen sind wir "begegnet", einige der Alten auch in tödlicher Umarmung - das Wohl.



    Entspannter Gruß

    Fursey