Geigen in Aventurien

  • Die schöne Göttin zum Gruße!


    Ich lese gerade die Phileasson-Romane von Bernhard Hennen und Robert Corvus und bin beim achten Teil , Elfenkrieg" über ein Detail gestolpert: Auf Seite 12 ist eine Geige zu hören, was mich zu der Frage führt, ob es Geigen in Aventurien überhaupt gibt, da das Instrument laut Wikipedia erst im 16. Jahrhundert erfunden eurde. Dazu habe ich bereits diesen Thread gefunden (Kleine aventurische Instrumentenkunde - DSA-Forum), in dem die Geige nicht erwähnt wird. Handelt es sich schlichtweg um einen kleinen Weltenfehler des Romans oder gibt es tatsächlich Geigen in Aventurien?

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  • Bei uns gab es keine Elfen, die 'Erfinder' der Musik auf Dere. Sie sind großartige Instrumentenbauer, die vieles inspiriert haben in dieser Richtung. Warum nicht auch etwas, dass ein Vorgänger der Geige gewesen sein könnte...


    Rekki

  • 16. Jahrhundert ist ja auch nicht so abwegig. Mindestens das Horasreich passt ja in die entsprechende Epoche. Ob in einer offiziellen Publikation eine Geige erwähnt wird kann ich nicht sagen, aber in mehreren meiner Runden tauchte bereits eine auf.

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    Hab jetzt versucht eine offizielle Quelle zu finden und in Reich des Horas auf Seite 71. wird die Violine/Geige als Instrument aufgeführt, dass in der höheren Gesellschaft bekannt ist.

  • Hab jetzt versucht eine offizielle Quelle zu finden und in Reich des Horas auf Seite 71. wird die Violine/Geige als Instrument aufgeführt, dass in der höheren Gesellschaft bekannt ist.

    Vielen Dank für deine Mühen, also existieren Geigen schon in Aventurien. Ich war lediglich verwirrt, weil das Inventar des Grundregelwerks sie nicht als kaufbare Instrumente auflistet und sie auch sonst in keiner mir bekannten Quelle erwähnt wurden. Wie bewertest du die Wahrscheinlichkeit, dass Geigen in der höfischen Musik anderer Settings, die Renaissance/Barock-Vorbilder nutzen, wie z.B Garetien oder Almada, verwendet werden?

  • Ergänzend zu arcCaptainAlpha : im Abenteuer "Die Gunst des Fuchses" wird (u.a. auf S. 42) der "Hexengeiger", ein Violinist namens Vermis Lezzolo, erwähnt. Es scheint sogar unterschiedliche Arten von Violinen und bekannte Instrumentenmacherfamilien zu geben, handelt es sich bei seiner Violine doch um eine wertvolle "Vardari".

  • Die Fidel ist ebenso ein legitimes Traditionsartefakt für Zauberbarden. Inwiefern Fidel und Geige sich unterscheiden, weiß ich als Laie nicht, aber über die allgemeine Verfügbarkeit solcher Instrumente sagt es schon etwas aus.

  • Mit Fidel werden gewissermaßen mittelalterliche Vorformen der Geige bezeichnet, die ähnlich wie diese gehalten und mit einem Bogen gespielt werden. Da es allerdings eine ganze Reihe von Instrumenten gibt, die Fidel genannt werden, ist ein allgemeiner Vergleich mit der Geige gar nicht so einfach. Und bis ins 20. Jahrhundert kamen immer mal wieder neue auf. ich persönlich würde die Geige vor allem im Horasreich, vielleicht auch in Almada oder fortschrittlicheren Gegenden des Mittelreiches vermuten, ansonsten verschiedene "Entwicklungsstufen" der Fidel. Wobei reisende Barden oder reiche Leute in den verschiedensten Ländern freilich auch anderswohin mal eine oder mehrere Geigen importieren könnten. Ein aranischer Adelsspross mit Hang zur Musik und zum Extravaganten, ein alanfaner Grande, der mal etwas anderes hören mag oder ein weidender Graf, der sich besonders kultiviert geben will - kann ich mir alles vorstellen.

    Und wenn man die doch meist anthagonistischen Orks schon an das reale Volk der Mongolen anlehnt, könnte man ihnen eigentlich auch eine mongolische Violine verpassen. Das wäre mal was erfrischendes - Kehlgesang und melancholische Lieder bei den Schwarzpelzen.;)

  • Hab jetzt versucht eine offizielle Quelle zu finden und in Reich des Horas auf Seite 71. wird die Violine/Geige als Instrument aufgeführt, dass in der höheren Gesellschaft bekannt ist.

    Vielen Dank für deine Mühen, also existieren Geigen schon in Aventurien. Ich war lediglich verwirrt, weil das Inventar des Grundregelwerks sie nicht als kaufbare Instrumente auflistet und sie auch sonst in keiner mir bekannten Quelle erwähnt wurden. Wie bewertest du die Wahrscheinlichkeit, dass Geigen in der höfischen Musik anderer Settings, die Renaissance/Barock-Vorbilder nutzen, wie z.B Garetien oder Almada, verwendet werden?

    Kein Ding. Selbst in Büchern wie Handelsherr&Kiepenkerl hab ich sie nicht mit Preis aufgeführt gefunden, was mich auch etwas stutzig gemacht hat und meine eigene Neugier weckte. In Herz des Reiches Seite 131 wird die Fiedel als klassisches Alamdanisches Instrument aufgeführt. In der Geographia Aventuria aud Seite 176 sogar als fast aventurienweit bekanntes Instrument. Damit sollte sich die Verbreitungsfrage wohl geklärt haben :)

  • Das wäre mal was erfrischendes - Kehlgesang und melancholische Lieder bei den Schwarzpelzen. ;)

    Da muss ich irgendwie an "Satinavs Ketten" denken... Wahrscheinlich wird es bei solchen Liedern (wieder einmal) darum gehen, ob zuerst Brazoragh oder Tairach irgendwen zu Mus zerquetscht... ;)

    Bin dafür!


    Zurück zum Thema, die Fiedel ist tatsächlich eine Art Vorform, wird aber heute oft Synonym verwendet. In Schottland und Irland ist die "fiddle" ja ein sehr wichtiges Instrument beispielsweise.

  • In einem Land wo regelmäßig Opersaison ist, wo die höfiische Musik (RdH67, 1996) mit einem Holforchester mit min. 28 Musikern etc. aufwartet, darf wohl die Geige nicht fehlen - aber nur dort. Einen Geigenwerkstatt ist mir nicht bekannt. Daher zählt dieses "adlige" Instrument eher zu den Ausnahmen im HR ...

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)