Diskussionsrunde: Übersetzungen bei D&D

  • Ich möchte an dieser Stelle mal sagen, dass ich nach Lektüre der Einsteigerbox sehr angetan bin. Alles hat sich flüssig und verständlich lesen lassen, ich persönlich habe jetzt kein Wort gefunden, an dem ich mich gestört habe (bin allerdings auch kein Übersetzungsfuchs und kenne die englischen Bände nicht).


    Mal eine inhaltliche Frage... was ist der Unterschied zwischen Magier und Zauberer? Zum einen klassentechnisch und zum anderen bzgl. der Übersetzung? Da muss es ja als original auch einen Grund geben...

  • Ein Magier ist ein gelehrter, der durch ein Lebenlanges studium gelernt hat, die Arkanen Kräfte, die der Welt innewohnen zu nutzen.

    Der Zauberer hingegen wurde mit einer besonderen Gabe gebohren, vielleicht war irgend einer seiner Vorfahren ein Engel oder ein Teufel... der hat es quasie im Blut zu Zaubern, er muss nicht Jahrzehnte lang Bücher wälzen dafür. Anderseits ist das Potential seiner Magie durch sein Erbe auch in einem gewissen Sinne beschränkt.

    Und hier ist um ehrlich zu sein auch meine Hauptkritik an der Übersetzung. Der Zauberer hiess in Pathfinder noch 'Hexenmeister'. Jetzt haben sie den in 'Zauberer' umgetauft und eine komplett neue Klasse 'Hexenmeister' genannt. Das ist ja gar nicht verwirrend. ;) 

    My diplomacy equals roll for initiative.

  • Nur weil eine schlechte Übersetzung nicht übernommen wurde, würde ich es nicht als Kritikpunkt sehen.
    Der Hexenmeister (Warlock) ist jetzt die Klasse, die er sein soll.

    Damals (3.0) wurde der Sorcerer von Amigo leider so übersetzt und dies wurde dann später (3.5) eben von Feder und Schwert und nochmal später (3.75) von Ulisses übernommen - vermutlich genau aus dem Grund keine Verwirrung zu stiften.


    Sorcerer wäre auf deutsch wohl das kaum verwendete "Quellenmagier", was sich doch recht unelegant anhört.

    Eventuell hat sich Ulisses nun für 5.0 beim deutschen Herr der Ringe orientiert, wo der Zauberer ein übernatürliches Wesen ist - witzigerweise heisst der dort im englischen Wizard, was wiederum der Magier bei D&D ist ;) - gar nicht so einfach die Übersetzerei.

  • Der Begriff Wizard ist meines Wissens mit Wisdom verwandt, so dass wir hier eher wieder den Gelehrten als Idee haben - dass die Zauberer bei HdR was ganz anderes sind, steht auf einem anderen Blatt. Hexenmeister für Warlock finde ich treffend, bei Warlock habe ich eigentlich sofort die Assoziation eines Bündnisses mit einem übernatürlichen Wesen, was wiederum gut zu Hexen passt.

  • Es ist ja auch schwer, sowas treffend zu übersetzen... ich mein für die längste zeit waren diese Begriffe eh synonyme für 'jemand der auf den Scheiterhaufen gehört'. Heute assoziere ich mit dem Zauberer halt den Typen mit dem Zylinder und den Spielkarten und der zersägten Jungfrau...

    Aber ehrlich, ich meinte dass jetzt nicht als superharsche Kritik, ich weiss auch nicht, wie man das besser lößen könnte.

    My diplomacy equals roll for initiative.

  • Was ich persönlich noch ein interessantes Streitgespräch (Debatte) finden würde, wäre ob man Magier und Zauberer nicht hätte tauschen sollen.

    Gedankenspiel: Zauberer beschäftigen sich intensiv mit dem Wirken und dem ausarbeiten von Zaubern, während Magier intuitiv die Magie nutzen die in ihrem Blut steckt.


    Aber eigentlich war dieses Thema, im alten Forum, mal als Gegenpol zu Diskussionen gedacht, welche die Schwächen der Übersetzung als Fokus hatten - man sollte zusätzlich zur Kritik, auch mal sagen was einem gefällt.

    Da diese Diskussionen aber mittlerweile irgendwo untergegangen sind, werde ich bei Bedarf dieses Thema in etwas allgemeines wie "Eure Meinungen zur Übersetzung" oder so ändern.

  • Ne, Magier ist gut übersetzt. Das Wort 'Magier' kommt von dem griechischen Wort Μάγοι (Magoi) welches reisende Gelehrte aus Persien und noch weiter aus dem Osten bezeichnete, welche Mathematik, Philosophie aber auch Kosmologie in den Mittelmeerraum brachten. Also ja, dass sind gelehrige Leute.

    My diplomacy equals roll for initiative.

  • Ach ich finde, "Sammelsurium" ist ein wirklich zauberhaftes Wort. Gut, es ist nicht episch, aber es evoziert so ein Kuriositätenkabinett, mit Vitrinen und Schränken voller eigenartiger Gegenstände, und kaum ist man um zwei Ecken gebogen ist schon wieder Abend, aber es spielt keine Rolle, weil man ohnehin nicht mehr herausfindet.

  • br0adsw0rd

    A changé le titre de la discussion du forum de “Positives zur Übersetzung von Ulisses und neue Begriffe” à “Diskussionsrunde: Übersetzungen bei D&D”.
  • Also mir gefallen die deutschen Namen der Bücher bisher. Mir fiele auch ehrlich gesagt keine so "epische" Übersetzung für "Xanathars Guide To Everything" ein. Das einzige was rankäme wäre "Xanathars Leitfaden zum Leben, dem Universum und Allem" aber ich kann mir vorstellen, dass das Lizenzprobleme gäbe. Mal ganz zu schweigen von der Länge des Titels... " Xanathars Sammelsurium" finde ich toll, weil es, ähnlich wie LittleLuis es schrieb, ein bisschen mysthisch klingt. Und wenn man sich mal anschaut, was da drin steht, passt "Sammelsurium" in meinen Augen schon.

  • Wie schon im anderen Post geschrieben, ich wäre für Xanathars Allerlei (von Everything)... Aber mit Übersetzungen ist es manchmal das Beste wenn man einfach macht, wenn es erstmal gedruckt ist finden sich die Leute mit der Übersetzung ab (z.B. ich mit Übung. Spreche es mittlerweile sogar aus). Bis dahin hat jeder seinen persönlichen Geschmack, den er in seine Meinung einbringt (was ja auch völlig in Ordnung ist).

    Bin ehrlich gesagt erstaunt, dass ich für meine Übersetzungen der Vorschauartikel nicht zerrissen wurde.


    Finde es trotzdem vorbildlich von Ulisses hier zumindest in einem vernünftigen kleinen Rahmen über die Kritik nachzudenken.