Kapitel 6 - Lettern, Papier und die Presse welche beides zusammen bringt

Da hat es Thalio doch tatsächlich einen Augenblick, aber auch wirklich nur eunen Augenblick, die Sprache verschlagen. Wie soll er seine Nachforschungen nun genau beginnen, wenn er seine Stimme wieder gefunden hat? 3

  1. Soll er sich über Bild, Künstler und Modell erkundigen? Wen sonst sollte er da fragen, schließlich war der Artikel über die Grazie mit dem Perlenschmuck ja voll des Lobes. (2) 67%
  2. Oder soll er sich nicht ganz so unverfänglich über den Mäzen, diesen Berylli, erkundigen? Der hat sich all das Lob doch sicher auch etwas kosten lassen. (1) 33%
  3. Olgers Auftrag wird ihm schon nicht weglaufen. Was Thalio nach dieser kurzen Darbietung nun gerade brennend intressiert ist, ob die beiden Schwestern sind. (0) 0%

Nun, man könnte den Verfasser des Artikels aus dieser Gazette vielleicht auch finden, wenn man die Feste abklappert, die heute Nacht noch gefeiert werden und vielleicht wüsste auch irgendjemand aus dem Kreis von Thalios Vertrauten etwas über eben jenen oder jene ya Baltari, aber die naheliegendste Anlaufstelle ist doch wohl immer noch die Redaktion dieses Schundblattes. Und selbst wenn er die gesuchte Person dort nicht antreffen sollte, könnte man ihm wohl sagen, wo er findig werden würde.


Er musste nur Acht geben welche Fragen er wie stellte. Autoren und Redakteure solcher Blätter neigten schließlich öfter dazu nervös zu reagieren, wenn man derlei Erkundigungen anstellte. Vermutlich weil nicht alles was sie druckten schmeichelhaft genannt werden konnte und auch nicht immer ganz genau der Wahrheit entsprach. Nun, mit einem gewinnenden Lächeln und ein paar klimpernden Münzen sollte es ihm trotzdem gelingen die eine oder andere Zunge zu lockern.


Zum Glück war es auch gar nicht so weit. Gewissermaßen war das Redaktionsstube doch in Simiavilla gleich um die Ecke. Nun gut, es waren wohl eher zwei Brücken und ein paar Ecken und in einer Seitengasse in einem Untergeschoss gelegen hätte man es auch leicht übersehen können, wenn nicht doch ein dekoratives Schild darauf hingewiesen hätte, welches ob seiner Aufmachung für so eine billige Gazette doch irgendwie von einem gesunden Selbstvertrauen kündete.


Durch die Tür am Ende der Treppe fiel noch Licht und wenn Thalio genau hinhörte konnte er auch Fetzen einer Unterhaltung aufschnappen. Um was es dabei jedoch genau ging wollte sich ihm jedoch nicht so recht erschließen. Es musste wohl etwas mit der Druckerpresse zu tun haben. Zumindest ließen die mechanischen Geräusche die er ebenfalls vernehmen konnte selbiges vermuten. Aber so genau wusste er es auch nicht.


Er würde wohl in wenigen Augenblicken mehr über das Druckhandwerk wissen als jemals zuvor. Vielleicht würde ihm dieses Wissen sogar noch irgendwann einmal nützlich sein. Mit einem gewinnenden Lächeln auf den Lippen stieg er die schmale Treppe hinab, klopfte einmal kurz an die nur angelehnte Tür und trat dann ein, ohne eine Antwort abzuwarten. Oder zumindest versuchte er es. So einfach wie er es sich gedacht hatte war die Sache wohl nämlich nicht.


Mit großen Augen besah er sich das organisierte Chaos, das hinter der Tür zu herrschen schien. Gleich hinter der Tür stapelte sich auf einem Hocker zu dicken Bündeln geschnürte Bögen billigen Papiers. Nur dank seiner geübten Reflexe gelang es ihm den Stapel gegen den er gestoßen war, daran zu hindern umzukippen. Die Mitte des Raums nahm eine ziemlich massive, aber auch relativ einfach gebaute Druckerpresse ein an der gerade zwei Personen mit eingespielten Bewegungen arbeiteten.


Bogen um Bogen bedruckten sie, nur um sie sogleich zum trocknen aufzuhängen. Zu diesem Zweck waren Wäscheleinen kreuz und quer durch den Raum gespannt über welche die Bögen gelegt wurden. Etwas weiter hinten, wo man jenseits dieser Stolperfalle auch noch zwei Betten erahnen konnte, waren auch Kleider über die Leinen gehängt. Es schien ganz so, als ob die Reaktionsräumlichkeiten den Mitbarteitern auch als Wohnung dienten.


Die beiden Frauen an der Druckerpresse waren zwar grundverschieden gebaut, aber trotzdem glaubte Thalio eine gewisse Familienähnlichkeit zu erkennen. Die etwas drahtigere von den Beiden hatte ihn wohl schon bemerkt aber bisher ignoriert um bei der Arbeit nicht aus dem Rhythmus zu kommen. „Ya Baltari?“, fragte er, nachdem er sich an dem Papierberg vorbei geschoben, die Tür wieder geschlossen und sich noch vernehmlich geräuspert hatte.


„Ja?“, antworteten die Zwei fast zeitgleich. Ein Familienunternehmen. Das hätte er sich eigentlich fast denken können. Nun, zumindest unterbrachen sie nun ihre Arbeit, um ihn zu mustern. „Kommt darauf an, wer fragt.“, fügte die Drahtige noch hinzu. „Nein, es kommt darauf an, warum er fragt.“, widersprach die Andere, die etwas pummeliger war. Im nächsten Augenblick schon kicherten beide nur um gemeinsam fortzufahren. „Also, was gibt es? Wir sind hier etwas beschäftigt. Die Morgendämmerung muss schließlich fertig und auf der Straße sein, wenn die Sonne aufgeht.“


Kapitel 7 - Klatsch, Tratsch und ein wenig Wissenswertes

Comments 3

  • Eigentlich hätte iches mir ja denken können, aber ich war dann doch etwas überrascht, dass bei der letzten Abstimmung zwei Optionen gleich viele Stimmen erhalten haben. Vermutlich wird das auch nicht das letzte mal gewesen sein. Dieses mal habe ich einfach die erstere der beiden Optionen gewählt. Aber wie soll das in zukunft aussehen?

    • Bei Gleichstand würfeln ^^

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    • Oh stimmt ja! Und der Würfelautmat sollte ja hier auch funktionieren! Dann wird das nächste mal, wenn es wieder Gleichstand gibt, gewürfelt!