Hexennacht (Abenteuerbericht #6)

Es wurde das Abenteuer Hexennacht von der Spielgruppe mit zwielichtiger Gesinnung gespielt. Die Helden haben davor ein von mir selbstgeschriebenes Abenteuer erlebt.


Diana sah am nächsten Tag schon viel besser aus, aber sie war noch immer schwach. Am meisten ärgerte sie das ihr Besen weg war. Es war noch etwas Zeit bevor sie nach Gareth zum großen Turnier gehen mussten. Diana schrieb einem Hexenzirkel in der Nähe ob sie bei ihrem Hexentreffen zur Sommersonnenwende teilnehmen durfte. Draco und Rafim verbrachten die meiste Zeit damit Abschriften der gefundenen Schriftrollen und Bücher zu machen. Draco übertrug auch das Dokument mit den zwei Fratzen darauf in sein Buch. Dieses könne er nun mit der Übersetzungstabelle aus dem Buch für die Gimaril-Glyphen deuten. Rafim erstellte sich Abschriften von dem Buch über Dämonen und Chimären. Auch von den Seiten die Draco raus gerissen hatte erstellte er welche. Die Sprache konnte auch er nicht lesen, aber es handelte sich wohl um Chrmk, die Schriftzeichen der Echsenwesen. Die Zeichnungen darin ließen aber vermuten das es sich auch bei diesen Schriften um Chimären handelte. Das Monster, welches sie angegriffen hatte, war wohl auch eine Chimäre der schlimmsten Sorte.


997 BF neigte sich langsam dem Ende zu und alle Helden feierten ihre Tsatage in den Namenlosen Tagen. Nur Daleone nicht, denn sie konnte sich nicht erinnern wann sie ihren Geburtstag hatte. Ihre Tsatage war ein weiterer Grund warum sie von anderen gemieden wurden. Rafim verließ die Helden wieder um die neu gewonnen Informationen zu studieren. Diana ging es schon viel Besser und sie hatte eine Antwort von der Hexe Stina erhalten. Sie durften am Hexentreffen im Blautann teilnehmen. Sofort brachen die Helden auf, denn es war bereits der 5. Namenlose Tag angebrochen. Dort wo der Finsterbach in den Blautann floss trafen sie Stina. Sie war eine schlanke, junge Frau mit dunkelbraunen langen Haaren. Eine seltsame Anziehungskraft ging von ihr aus, sie wirkte zugleich sympathisch und unheimlich. Die Helden folgten ihr in den Wald.


Stina führt die Helden zu einer Lichtung. Dort erblickten sie viele Menschen, die fleißig arbeiteten. Einige sind dabei, ein hölzernes Podest aufzubauen, andere richten einen Steinkreis in der Mitte der Lichtung als Feuerstelle her, manche sammeln Reisig, und wieder andere sind dabei, eine lange Tafel mit leckeren Speisen zu decken. Den Helden fällt auf, dass hier fast nur Frauen sind. Viele Katzen laufen durch die Menge, alles außergewöhnlich große und schöne Tiere. Sie sehen auch einige Kröten, und in der Luft kreisen vier Raben, zu denen sich auch Dianas gerade gesellt. Ihr Rabe war viel größer als die anderen. Am Rande der Lichtung war ein Zelt aufgebaut, aus dem die Anwesenden hin und wieder Werkzeug und Geschirr holten.


Stina brachte die Helden zu zwei Zelten, in denen sie schlafen würden. Die Zelte waren mit vielen Fellen ausgelegt und äußerst bequem. In jedem Zelt hatten mindestens vier Personen Platz. Dexter und Daleone gingen in eines und Draco und Diana in das andere. Sie legten ihr Gepäck ab und kamen wieder vor das Zelt wo Stina sie zum Essen herrichten mitnahm. Die Helden setzten sich an einem Tisch wo sie das restliche Gemüse für das Festessen nachher schneiden sollten. Stina setzte sich neben Draco und reichte Diana, die auch neben Draco saß, ein Messer. Dabei stütze sie sich mit der linken Hand sehr weit oben auf Dracos Oberschenkel ab. Beim zurückbeugen ließ sie ihre Hand einige Sekunden dort liegen und blinzelte Draco dabei zu. Auf der anderen Seite hüpfte eine Kröte auf die Bank neben Dexter und Daleone. Die Kröte sah Dexter an und er streichelte ihm über den Kopf und sagte zu Daleone, dass sie ihn küssen müsse damit er ein Prinz wird. Die Helden lachten und schnitten weiter das Gemüse. Nach einer Zeit kam eine sehr hübsche blonde Hexe zu ihnen an den Tisch. Sie nahm die Kröte, die noch immer bei Dexter saß, auf und sagte: „Na, was hast du denn da Hübsches für mich gefunden“ und blickte dabei Dexter und Daleone an. Sie stellte sich mit dem Namen Permine vor. Stina sagte zu den Helden das sie hier fertig seien und dass sie sich nun in ihren Zelten auf die Nacht vorbereiten könnten.

Nach zwei Stunden wurde vor den Zelten Musik gespielt. Langsam kam wieder Bewegung in das Lager und immer mehr verließen wohl ihre Zelte. Auch Draco und Dexter kamen jeweils mit ihren zwei Frauen aus den Zelten. Alle sechs waren noch nackt so wie alle anderen im Lager auch. Die letzten Sonnenstrahlen schienen über den Wipfeln der Bäume und Daleone schaute nervös zum Himmel. Sie fragte Permine wie die Nacht verlaufen würde und die erklärte ihr das alle Hexen einen Tanz aufführen würde und das traditionell die Flugsalbe gebraut wird. Die Gäste dürfen dabei zuschauen aber nicht mitmachen. Dabei zeigte sie auf ein offenes Zelt, das extra aufgebaut wurde. Daleone atmete durch, weil das Zelt so stand das dahinter das Madamal aufgehen würde. Sie wäre also die Hälfte der Nacht vor dem für sie tödlichen Licht geschützt. Draco, Dexter und Daleone nahmen im Zelt Platz und Diana gesellte sich zu den anderen Hexen um das Lagerfeuer.


Die versammelten Hexen begannen sich langsam im Rhythmus der Musik zu wiegen. Stimmung kam auf, und immer mehr begannen zu tanzen, bis die Menge wild durcheinanderwirbelt. Es war ein atemberaubendes Schauspiel wie sich all diese wunderschönen nackten Körper bewegten. Einige Raben und Eulen fliegen in die Bäume hinter den Helden und krächzen im Takt, eine fette Kröte hüpft auf das Podium und quakt im Gegentakt. Die Stimmung steigt, und die Helden hörten häufig lautes Lachen. Gelegentlich brachte eine Hexe den Helden einen Becher Wein oder etwas zu essen.


Nach längerem Beobachten fällt den Helden auf, dass alle Anwesenden auf etwas oder jemanden zu warten scheinen. Ihre Köpfe drehen sich häufig zum Himmel empor, und die Helden fangen Gesprächsfetzen auf wie: „...wo sie nur bleibt...“ und „...sonst nie zu spät...“. Gegen Mitternacht hören die Helden aufgeregtes Murmeln, und alle Hexen hören zu tanzen auf. Sie bilden eine Gasse, durch deren Mitte sich ein sehr großer, grauer Kater auf die Mitte des Festplatzes schleppt. Sofort sammeln sich die Leute um ihn und bilden einen Kreis. Der Kater blutet aus mehreren Wunden. Im Maul trägt er eine Schriftrolle. Permine nahm die Schriftrolle heraus, während sich Stina um seine Wunden kümmert. Permine beginnt, den Inhalt der Rolle laut vorzulesen: „An alle Hexen! Ich habe Luzelin in meiner Gewalt! Wenn Ihr meinen Anweisungen nicht genau Folge leistet, wird sie eines unschönen Todes sterben. Als Beweis für die Wahrheit meiner Behauptung schicke ich Euch ihren Kater Pallikratz. Übergebt mir in einer Stunde auf der Lichtung im Norden, beim Hexenkreis, den magischen Kessel. Schickt die fremden Menschen, die heute bei euch zu Gast sind, zur Übergabe. Weh Euch, wenn eine Hexe dort in der Nähe ist... Wenn Ihr versucht, mich zu betrügen, trägt Luzelin die Folgen Eures Verrates. Gez. Achaz saba Arataz“.


Plötzlich reden alle durcheinander. Es bricht leichte Panik aus. Permine kam mit Diana auf die Helden zu. Sie sagten zu den anderen das sie unbedingt Helfen müssten. Die Helden erklärten sich dazu bereit die Übergabe des Kessels zu machen. Permine beschrieb Luzelin als eine 40jährige, große, schlanke Frau mit langen, schwarzen Haaren und einer weißen Locke. Der Kater Pallikratz sollte sie zur Lichtung führen. Die Helden liefen zu ihren Zelten während sich Stina noch um den Kater kümmerte. Dexter dachte kurz das sich auf Daleones Haut Brandblasen bildeten aber im Zelt zog sie sich ganz normal ihre Ausrüstung an. Er hatte sich wohl getäuscht. Daleone bereitete sich wohl auf einen Kampf vor, denn sie setzte sogar ihren Helm auf, der die Form eines Wolfkopfes hatte.


Als die Helden wieder aus den Zelten kamen stand Permine schon mit einem Kupferkessel da der über und über von Hieroglyphen bedeckt war. Auch Pallikratz stand da und bedachte die Helden mit einem kurzen Blick. Dann drehte er sich um und humpelte in den Wald. Er sieht sich einige Male um, um festzustellen, ob die Helden ihm folgen. Nach einer halben Stunde erreichen sie eine Runde Lichtung, an deren Rand ein Kreis aus grünlichen Pilzen wächst. Pallikratz setzt sich nieder und scheint zu warten. Nach einiger Zeit schiebt sich ein Schatten vor den Mond. Als die Helden aufblicken, sehen sie ein Fass über die Wipfel fliegen. Es kommt von Norden. Im Fass stehen eine hässliche alte Frau mit einem Raben auf der Schulter und neben ihr eine jüngere gutaussehende Frau, auf die die Beschreibung von Luzelin passt. Luzelin ist gefesselt und geknebelt. Die Alte kichert hämisch und ruft: „Na, wo ist der Kessel? Her damit!“. Die Helden Antworten das sie zuerst Luzelin haben wollen. Achaz lacht nur bösartig. Draco schlägt dann vor das sie Beides zugleich austauschen sollen. Achaz verlangt daraufhin das nur ein Held mit dem Kessel in die Mitte der Lichtung kommen soll. Dexter nimmt den Kesser und geht in die Mitte. Achaz landet mit ihrem Fass und steigt mit Luzelin aus, welche sie an den Haaren hält. Sie verlangt das Dexter schwört, den Tausch zu vollziehen. Dexter schwört bei Rondra und verlangt von Achaz auch einen Schwur abzulegen. Achaz antwortet darauf mit „Ich schwöre bei Satuaria, diese hässliche Ziege freizulassen, sobald ich den Kessel habe!“. Dexter kommt langsam mit vorgestrecktem Kessel auf sie zu, in dem Moment, in dem Achaz mit einer Hand den Kessel greift, lässt sie Luzelin los.


Achaz steigt zurück in ihr Fass und fliegt bösartig kreischend nach Norden davon. Die Helden befreien Luzelin von ihren Fesseln, doch die steht nur völlig stumm da. Pallikratz wagt sich langsam auf die Lichtung und rennt freudig auf seine Herrin zu. Plötzlich stoppt er, sein Fell sträubt sich, und er faucht laut auf. Erschrocken müssen die Helden zusehen wie Luzelin mit enormer Geschwindigkeit altert. Ihre Haare werden grau und fallen aus, tiefe Runzeln ziehen sich über ihr Gesicht, und sie schrumpft, erst langsam und dann immer schneller, zusammen. Schließlich liegt nur noch eine eingetrocknete Wurzel auf dem Waldboden. Achaz hat sie betrogen!


Pallikratz schnuppert an der Wurzel. Daraufhin dreht er sich dreimal im Kreis herum und hält an, als er in Richtung Norden blickt. Er miaut auffordernd und beginnt langsam in diese Richtung zu gehen. Diana meinte das der Kater sicher gerade den Zauber: „Hexe finden“ angewandt hat und dass sie ihm nur folgen müssten, um Luzelin zu finden. Nach vier Stunden Marsch kamen die Helden zu einem Fluss. Dahinter lag ein Ausläufer des Finsterkamm-Gebirges, der einen Wald auf der anderen Seite des Flusses einschloss. Auf einem schroffen Felsen über dem Wald stand ein seltsames Haus. Während die Helden es noch betrachteten, kam aus dem Schornstein etwas herausgeschossen. Sie erkannten den Umriss von Achaz in ihrem Fass, als sie gen Osten in die aufgehende Sonne davonflog.


Diana ärgerte sich das sie noch keinen neuen Besen hatte. Nun mussten sie Rüber schwimmen. Diana schwamm als erste und spannte ein Seil womit die anderen rüber klettern konnten. Pallikratz blieb auf der anderen Seite des Flusses. Nach einem kurzen Marsch durch den Wald kamen die Helden zu einem verwitterten Pfad. Dieser war sehr steil und voller Geröll, an einigen Stellen war er ganz unter Schutthalden verschwunden. Hier ging wohl nie jemand zur Hütte hinauf die etwa 50 Schritt hoch in der Bergwand lag.


Das Haus stand auf einem Vorsprung, dahinter war die Bergwand sehr steil. Es hatte zwei Stockwerke, doch das zweite reicht nur über die Hälfte des ersten. Auf dem Dach des ersten Stockes scheint ein Garten angelegt worden zu sein, über dem zweiten Stock lag ein Giebeldach. In der Nordwand des Hauses befand sich eine hölzerne Eingangstür, außerdem sahen die Helden mehrere Fenster.


Daleone schlich zum Haus und schaute durch eines der Fenster. Sie konnte eine Bibliothek sehen mit Bücherregalen bis zur Decke des Raumes. Plötzlich hörte sie ein Klacken um die Ecke der Hausmauer. Sie schlich hinüber und sah wie Dexter einfach die Eingangstür aufgemacht hatte. Dieser schaute sie an und sagte: „Guck, war gar nicht verschlossen.“. Daleone überdrehte die Augen und die vier Helden gingen in das Haus.


Sie durchsuchen den ersten Raum und es scheint niemand da zu sein. Im nächsten Raum entdecken sie mehrere Käfige wo Tiere eingesperrt sind. Es handelt sich um Rotkehlchen, Drosseln, Eichhörnchen, Dachse, Wildkatzen, Feldmäuse, Marder, Hasen und sogar ein Wolf ist dabei. Diana beschließt kurzer Hand die Kinder des Waldes frei zu lassen und diese stürmen geradewegs hinaus.


Draco fand Aufzeichnungen von Achaz und es sah so aus als ob sie hier für ein Jugendserum geforscht hatte. Er packte die Aufzeichnungen ein und genehmigte sich ein Paar von den Nüssen die wohl für die Eichhörnchen als Futter gedacht waren.


Die Helden gingen weiter in die Bibliothek welche Daleone durch das Fenster gesehen hatte. Diana und Draco schauten die Bücher durch. Dexter untersuchte den Schreibtisch. Plötzlich erhob sich eine hässliche Kröte aus Bärenstein und wurde immer größer. Dexter schlug sofort mit seinen Schwertern zu. Eines der Schwerter blieb stecken und das andere schien glatt durch die Kröte durchzuschneiden. Daleone meinte sofort das dies wieder eine Illusion sein musste und tatsächlich, kaum berührte sie die Kröte mit ihrer Hand verschwand diese.


Dexter regte sich auf das sie viel zu wenige richtige Kämpfe und zu vielen Illusionen begegneten. Diana kam zum Tisch und las die Briefe, welche Achaz wohl geschrieben hatte, vor. Es waren Entwürfe für einen Leserbrief an die Redaktion von „Hexenwissen“, in denen Achaz die Gegner von Experimenten mit lebenden Tieren wüst beschimpfte. Draco sagte darauf sarkastisch „Natürlich, mit Lesebriefen verändert man die Welt. Aber ich muss ihr zustimmen, ohne Forschung gibt es auch keinen Fortschritt.“. Diana meint darauf entrüstet, dass dafür doch keine unschuldigen Tiere benutzt werden können. Dexter sagte darauf lachend: „Ja genau, nehmt lieber Orks dafür!“.


Draco fand in der Zwischenzeit gebundene Sammelmappen von „Spiegel der Schwarzmagie“ und „Hexenwissen“ der letzten 50 Jahrgänge. Auch diese packte er in seinen schon Recht vollen Beutel. Die Helden gingen weiter und kamen in die Küche. Diese benutze Achaz wohl nie, weil auf allen Gegenständen hatte sich eine Staubschickt gebildet. Daleone öffnete einen kleinen Nebenraum und schloss ihn wieder blitzschnell. Im Nebenraum konnte man es rumpeln und poltern hören.


Die Helden gingen weiter in den nächsten Raum und fanden einen langen schwarzen Tisch vor. Daneben stand ein eiserner Ständer mit einem schwarzen Samtkissen wo ein menschlicher Schädel die Helden angrinst. Auf dem Tisch liegen drei verdeckte Karten.


Diana deckte die erste Karte auf und sah auf ihr ein bewegtes Bild von schwarzgrünen Gewitterwolken, die schnell ihre Form änderten. Im Hintergrund erkannte sie einen dunklen Punkt, der langsam größer wurde. Er nahm die Gestalt eines Raben an, der mit starken Flügelschlägen direkt auf sie zuflog. Eine zerbrochene Puppe hang aus dem Schnabel des Vogels, nein, als er näherkam, erkannte Diana einen schrecklich zermalmten menschlichen Körper. Bei Satuaria, der Rabe muss die Größe einer Galeere haben! Als er sie fast erreicht hatte, verschwand das Bild, und die Karte wurde wieder weiß.


Draco drehte die zweite Karte um. Ein völlig verängstigtes Eichhörnchen lag, mit seidenen Fäden gefesselt, in einem Pentagramm. An den Spitzen des Pentagramms standen Tierschädel, auf denen schwarze Kerzen klebten. Plötzlich entflammten alle Kerzen. Das Eichhörnchen begann wild zu zappeln und zu strampeln. Langsam wich alle Lebenskraft aus dem Tierkörper, es lag still da. Doch dann begann das Eichhörnchen allmählich zu wachsen, es wurde größer und größer, die seidenen Fäden rissen und es richtete sich vorsichtig auf. Als es Menschengröße erreicht hatte, hörte der unnatürliche Wachstum auf. Es drehte behutsam den Kopf, bis es Draco anblickte. Als es die Zähne fletschte, erkannte er, dass dem Eichhörnchen ein Wolfsgebiss gewachsen war. Wirbelnde Farben überdeckten das Bild, und die Karte wurde wieder weiß. Draco sagte zu den anderen das er dieses Ritual äußerst interessant fand.


Daleone deckte die letzte Karte auf und sie sah eine schneeweiße Taube, in deren Brust eine silberne Nadel steckte. Aus der schrecklichen Wunde floss Blut, trotzdem schien die Taube noch zu leben. Die Konturen der Taube verschwammen und formen das Bild einer gutaussehenden Frau mit langen, schwarzen Haaren und einer weißen Locke, die ihr in die Stirn fiel. Ihr Gesicht war schmerzverzerrt, und ihre Lippen bewegen sich mühsam, als ob sie Daleone etwas mitteilen wollte. Auf einmal glühte die Nadel rot auf, die Frau schrie, und das Bild verschwand.


Diana packte die drei Karten ein und die Helden gingen weiter. In diesem Stockwerk hatten sie alle Räume durchsucht also gingen sie die Treppe hinauf. Sie gingen in den ersten Raum, welcher keine Fenster hatte und vollkommen schwarz ausgemalten war. Achaz hatte hier wohl mit roter Kreide auf ein großes Pentagramm auf den Boden gezeichnet. An den fünf Spitzen des Pentagramms lagen Tierschädel, auf die schwarze Kerzen geklebt waren. Draco meinte zu den anderen das dieser Raum exakt so aussieht wie das was er auf der Karte gesehen hatte. Das bedeutete also das hier irgendwo ein riesiges tollwütiges Eichhörnchen herum läuft.


Die Helden gingen in den nächsten Raum und Daleone schaute aus dem Fenster und sagte zu den anderen: „Es gibt sogar sechs von diesen abscheulichen Eichhörnchen und sie gärtnern auch noch!“. Leise durchsuchten sie die restlichen Räume aber fanden nur mehr ein Ankleidezimmer und ein Schlafzimmer in denen nichts Besonderes war. Draco meinte das er noch einen Aufgang zum Dachboden im Vorraum gesehen hatte. Sie gingen zurück und machten die Lucke nach oben auf aber weit und breit war keine Leiter zu sehen. Die Helden entschlossen sich den Garten zu „erkunden“.


Mit gezogenen Waffen gingen sie hinaus. Die ersten zwei Eichhörnchen fielen sofort. Dexter war ganz vorne und eines dieser Biester verbiss sich in seine Rüstung an der Schulter. Daleone erlegte das dritte Eichhörnchen mit einem Pfeil. Draco zündete zwei der Eichhörnchen mit einem Ignifaxius an. Diana schlitze dem letzten Eichhörnchen die Kehle auf welches sich in Dexters Schulter verbissen hatte. Der Lederriemen an Dexters Rüstung war durchgebissen und deswegen hielt der Arm fast nicht mehr.


Die Helden fanden im Garten nichts Interessantes außer eine Leiter, mit der sie endlich auf den Dachboden gehen konnten. Dexter ging als erster nach oben und er hatte sich noch nicht Mal richtig umgesehen da wurde es im schwarz vor Augen. Er stolperte nach vorne und viel über einen großen Gegenstand. Daleone kam schnell hinten nach und auf sie kam ein 3 Schritt großes Wesen zu. Es hatte den Kopf eines Hirsches, ist in ein zerfetztes weißes Gewand gehüllt und griff mit langen, dünnen Klauen nach ihr. Komischerweise konnte sie kein Sikaryan bei dem Wesen spüren. Sie griff nach dem weißen Fetzen und zog ihn davon. Es war nur ein Besenstiel darunter. Sie schaute zu Dexter und sah wie er sich einen großen Hut vom Gesicht zog. In der Ecke kicherte etwas.


Mittlerweile waren alle Helden am Dachboden und vor ihnen stand ein 50 Finger großer Kobold, der sie fragte: „Habt ihr mir Honig und Kuchen mitgebracht?“. Die Helden ignorierten seine Frage und wollten von ihm Wissen ob er etwas von Luzelin oder dem Verbleib des Kessels wusste. Der Kobold kicherte jedoch nur und sagte: „Ich würde euch ja gerne weiterhelfen, mag die alte dumme Hexe selbst nicht, aber ich bin so hungrig. Ihr habt nicht zufällig etwas Kuchen dabei? Oder ein Löffelchen Honig? Dann könnte ich euch schon ein paar Tipps geben.“.


Die Helden baten ihm etwas von ihrem Reiseessen an, jedoch bestand der Kobold auf Kuchen oder Honig. Sie gingen zurück in die Küche und schauten was da noch so war. Keiner von ihnen konnte gut kochen aber sie Probieren es. Mühselig suchten sie brauchbare Zutaten zusammen und mixten alles zusammen. Dexter flog die Backform auf den Boden als er sie in den Ofen schieben wollte und schnell packte er wieder alles rein ohne, dass es die anderen mitbekamen. Er pustet noch etwas Staub vom Teig und schob die Backform in den Ofen.


Draco las ein bisschen in den Schriften, die er eingesteckt hatte und holte den Kuchen etwas zu spät raus. Die obere Schicht des Kuchens war verbrannt und schnell schabte er diese mit einem Küchenmesser ab bevor es jemand mitbekam. Diana und Daleone suchten im Garten noch Zutaten für den Kuchen. Diana fand nur drei Erdbeeren, die noch ganz waren nach dem Kampf und diese waren mit Eichhörnchenblut bespritzt. Sie putze diese am Fell eines toten Eichhörnchens ab, weil sie ihre Kleidung nicht besudeln wollte und ging dann runter in die Küche. Daleone hatte eine Hand Blaubeeren gesammelt und wollte gerade gehen da sah sie eine wunderschöne silberne Glockenblume. Sie roch daran und nieste direkt auf die Beeren. Sie versuchte es notdürftig abzuwischen aber ging dann runter in die Küche, um den Kuchen endlich fertig zu machen. Die Helden platzierten noch die Erdbeeren und Blaubeeren. Der Kuchen sah gar nicht so schlecht aus aber keiner der Helden wollte kosten. Dexter meinte er sei noch satt obwohl sie heute noch gar nichts gegessen hatten. Diana sagte sie wolle auf ihre Figur achten. Draco meinte er habe eine Allergie gegen Kuchen wobei ihn alle komisch anschauten. Daleone redete sich darauf raus das Elfen keinen Kuchen essen.


So brachten die Helden dem Kobold den Kuchen ohne das ein einziger von ihnen probiert hatte. Der Kobold nahm den Kuchen dankend an und haute rein. Schmatzend stellte er sich als Fitz vor und lobte die Helden für diesen vorzüglichen Kuchen. Die Helden schauten sich verlegen an. Dann fragten sie ihn nochmal wegen Luzelin und dem Kessel. Fitz dessen Gesicht ganz verschmiert war vom Kuchen antwortete, dass Achaz ihre Schätze nicht in diesem Haus aufbewahrte. „Sie hat eine Hütte im Wald unten, widerliches Ding, völlig ohne Rumpelkammer. Die Hütte heißt Hühnerbein und scheint auf gesprochene Befehle zu hören. Allerdings glaube ich, dass sie nur Gedichte versteht." sagte Fitz.


Mehr weiß Fitz wohl nicht und die Helden schauen sich noch genauer am Dachboden um, während der Kobold weiter den Kuchen isst. In der schrägen Decke der Ostseite war ein großes Fenster. Ein Teleskop füllte fast den gesamten Raum aus, unter dem Fenster standen noch ein Tisch mit Papieren darauf und davor ein einfacher Stuhl. Daleone schaute durch das Teleskop und konnte nach einer kurzen suche im Wald ein Hausdach entdecken. Es schien so als ob es sich bewegen würde. Draco untersuchte die Papiere. Auf einem Stand „Escriba“ und daneben lag eine silberne Feder. Er berührte die Feder und plötzlich machte sie sich selbstständig. Diana zog ich zurück und sagte: „Pass auf“. Zu ihrer Verwunderung schrieb die Feder das gesprochene auf. Draco unterhielt sich mit Diana darüber welch ein Zauber das sein könnten und währenddessen schrieb die Feder jedes einzelne Wort mit. Als Diana fragte was wohl Escriba bedeutete flog die Feder aufs Papier und bewegte sich nicht mehr. Die Helden baten Fitz um einen kleinen Behälter für die Feder und dieser brachte ihnen eine kleine Holzschatulle. Diana packte die Feder ein, weil in Dracos Beutel kein Platz mehr war.


Die Helden wollten grade aufbrechen, doch Daleone fragte Fitz ob er sie begleiten wollen würde. Fitz fragte ob es im Haus der Helden eine Rumpelkammer gab. Daleone antwortete: „Wir habe noch kein Haus aber sobald wir eines finden bekommst du dort deine eigene Rumpelkammer wo immer ein Glas Honig stehen wird.“. Mit funkelnden Augen schaute Fitz einen Helden nach dem anderen an und dann packte er seine sieben Sachen und folgte ihnen.


Daleone führte sie in die Richtung wo sie das Hausdach gesehen hatte. Dexter fand komische Fußspuren. Für ihn sah es so aus als ob hier ein riesen Huhn im Wald herumlief. Sie folgten den Spuren und konnten nicht glauben was sie dann sahen.


Die Helden konnten am Rande einer Lichtung auf eine äußerst merkwürdige Hütte blicken. Sie ist von einfacher Bauart, ganz aus Holz, aber mit einem gemauerten Kamin. Aus ihrem Boden scheinen zwei 4 Schritt lange Hühnerbeine zu wachsen, die sie wie Stelzen tragen. Von der Hütte ging ein Stöhnen aus. Die Helden können beobachten wie Achaz in ihrem Fass angeflogen kommt. Sie trägt einen großen Sack und saust in den Kamin. Kurze Zeit später kommt sie ohne Sack wieder herausgeschossen. Sie kreist dreimal um die Hütte und ruft dabei mit krächzender Stimme: „Höre Hütte Hühnerbein, lasse niemanden herein!“. Dann braust sie gen Süden davon.


Nach einer kurzen Zeit ging Dexter auf die Hütte zu und sagte: „Höre Hütte Hühnerbein, bleib da stehen!“. Die Hütte blieb wirklich stehen und drehte sich zu Dexter um. Dieser ging zielstrebig auf eines der Hühnerbeine zu, um daran hoch zu klettern. Bevor er das Bein überhaupt berührt hatte holte es aus und kickte ihn mit großer Wucht davon. Dexter flog sicher 4 Schritt nach hinten und landete unsanft. Dexter kroch zu den anderen zurück und fragte Fitz warum das Haus nicht auf ihn hörte. Der Kobold antwortete, dass die Sprüche sich reimen müssen. Dexter fragte entrüstet warum er ihnen das nicht früher gesagt hatte. Fitz meinte drauf nur: „Ihr habt nicht danach gefragt.“.


Dexter probierte es wieder und sagte diesmal: „Höre Hütte Hühnerbein, lass mich bitte rein!“. Diesmal blieb die Hütte so stehen wie sie war. Dexter wollte gerade die Beine hochklettern da kam ihm Daleone nach und sagte: „Höre Hütte Hühnerbein, knicke deine Beine ein.“ und die Hütte kniete nieder. Die Helden gehen in die Hütte und sehen an der einen Wand einen Holztisch mit Kolben, Brenner und gewundene Glasröhrchen die zu seltsamen Versuchsaufbauten zusammengefügt wurden. In einer Ecke des Raumes hängt von einem Dachbalken ein kleiner Vogelkäfig, in dem eine weiße Taube sitzt. Auch ein offener Kamin ist zu sehen, vor dem der runenbedeckten Kessel zu sehen ist. In der Mitte des Zimmers steht ein eiserner Ständer, auf dem, in ein schwarzes Samtkissen gebettet, ein menschlicher Schädel ruht. Auf dem Schädel hockt ein überaus großer, schwarzer Rabe der aber auch Merkmale eines Adlers hatte. Mit drohend gespreizten Flügeln krächzt das Ungetüm die Helden an. Seine Flügel hatten sicher eine Spannweite von 3 Schritt.


Dexter schlug dem Vieh sofort eines seiner Schwerter in den linken Flügel. Dianas Fingernägel wurden zu Klauen und sie stürzte sich auf den rechten Flügel. Das Monster verletzte sie mit seinem Adlerartigen Schnabel am Hinterkopf. Draco schoss einen seiner größten Ignifaxius auf den augenscheinlichen Chimär zwischen Raben und Adler. Sein Gefieder verbrannte an Brust und Hals. Daleone schoss einen Pfeil direkt in seine Brust. Das Monster schrie ohrenbetäubend auf.


Plötzlich kam Achaz durch den Kamin. Sie spukte Dexter an und dort wo er getroffen wurde brannte es. Dexter stach nochmal auf den linken Flügel ein. Der Chimär zog seine Flügel ein und wankte zurück zu seiner Herrin. Achaz murmelte etwas, doch Daleone traf sie mit einem Pfeil an der Schulter. Diana rannte auch auf sie zu mir ihren Krallen an den Fingern. Schnell packte Achaz ihr Vertrautentier und hüpfte ins Fass zurück. Fluchend und Rache schwörend verschwand sie durch den Kamin.


Diana schaut nochmal sicherheitshalber in den Kamin ob Achaz wirklich weg war und Daleone ging zum kleinen Vogelkäfig. Darin lag eine reglose, schneeweiße Taube. Ihre Federn waren mit getrocknetem Blut beschmutzt, in ihrer Brust steckt eine silberne Nadel. Daleone öffnete den Käfig und holte die Taube vorsichtig raus. Sie entfernte die Nadel und plötzlich beginnt das Gefieder schwach zu glühen. Eine schillernde Aura legte sich um den Vogel und dehnte sich langsam aus. Die Aura nahm menschliche Gestalt an, und nach wenigen Sekunden lag eine 40jährige, beeindruckende Frau mit edel geschnittenem Gesicht und ernsten Zügen vor den Helden. Daleone zauberte einen Balsam Salabunde und heilte ihre Wunden.


Luzelin blickte sich erstaunt um, wie von einem langen Schlaf erwacht. Sie dankt den Helden für die Rettung. Während sich Daleone um die anderen und ihre Wunden kümmerte ging Draco nach draußen. Er sagte: „Höre Hütte Hühnerbein, bringe mich zum Flusse heim!“. Die Hütte stand auf und lief in den Wald. Immer wieder kam ein Stöhnen von der Hütte. Die Helden durchsuchten alles aber fast nichts mehr war nach dem Kampf heil geblieben. Dexter machte eine Truhe auf und fand darin 150 Dukaten, drei Alraunen-Wurzeln und ein goldenes Halsband. Luzelin nahm den Kessel an sich.


Am Fluss angekommen kletterten die Helden mit Luzelin zurück auf die andere Seite. Pallikratz wartete dort noch immer und sprang seiner Herrin laut schnurrend auf die Schulter. Gemeinsam gingen sie zurück zum Festplatz wo sie schon sehnsüchtig erwartet wurden. Alle Hexen waren überglücklich das ihre Oberhexe Luzelin und der Kessel gerettet wurden. Besonders Stina und Permine freuten sich das die Helden ohne größere Verletzungen zurückgekommen sind.


Dexter und Daleone gingen in ihr Zelt, um ihre Rüstungen auszuziehen. Danach machte sie Daleone an die Heilung der Wunden die Dexter von den ganzen Kämpfen davongetragen hatte. Da kam Permine rein und sagte zu ihnen das sie mit ihr kommen sollen. Draußen waren die Vorbereitungen für das Fest schon wieder auf Hochtouren. Permine führte sie in ein anderes Zelt wo eine Riesige Holzwanne stand.

Die Helden wurden beim erneuten Hexenfest als Ehrengäste behandelt. Sie wurden noch mehr verwöhnt und hatten einen riesen Spaß. Dieses Mal lief alles nach Plan und die Hexen konnten die Flugsalbe brauen. Diana bestrich einen nagelneuen Besen so wie viele andere auch aber einige benutzten auch Fässer oder sogar Mistgabeln. Eine nach der anderen erhob sich in die Luft und die Stimmung war sehr ausgelassen. Permine kam nochmal zu Dexter und Daleone und schenkte ihnen jeweils einen Ohrring mit einer Rabenfeder dran. Sie sagte zu ihnen: „Bitte nehmt dieses Geschenk von mir an als Zeichen meiner Dankbarkeit. Ich sehe eine starke Verbundenheit zwischen euch. Keine aufleuchtend helle wie eine Sternschnuppe, die vorüberzieht, sondern eine massive dunkle die Beständig ist. Ich denke das ist etwas sehr Gutes für euch Zwei und die Ohrringe sollen euch dran Erinnern, wenn euch die Feder im Wind am Hals kitzelt.“. Dexter und Daleone dankten ihr für das Geschenk und legten die Ohrringe jeweils am rechten Ohr an. Die Helden feierten mit den Hexen noch bis tief in die Nacht.


Weiter geht es im nächsten Abenteur Die Verschwörung von Gareth.

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