Im Schein des Feuers 1.0.0

Dieser Beitag erreichte beim Gänsekiel und Tastenschlag Wettbewerb 2007 den ersten Platz der Sonderausschreibung.

Umfang: 9 Seiten


© Muna Bering 2007

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  • Die Formatierung ist in der Tat ein wenig gewöhnungsbedürftig und die Handlung sehr hart (insbesondere in der Beschreibung der erlittenen Gräueltaten), aber nichtsdestotrotz ist die Erzählung sehr stimmungsvoll, mit einem passenden Ende. Ich kann verstehen, wieso dieser Text den ersten Platz beim Kurzgeschichtenwettbewerb gewonnen hat.

  • Auch wenn mir historisch bedingt häufig ein ECHTES LESEVERGNÜGEN abhanden kommt, sobald es in Geschichten darum geht, daß Kindern (oder, wenn wir schonmal dabei sind, kleinen, niedlichen Tierchen mit großen Kulleraugen - herrje!) irgendwas wirklich widerwärtiges angetan wird, gefällt mir diese Geschichte. Es ist wohl dieser Aha-ich-ahnte-doch-daß-es-sowas-sein-würde-Effekt ala SIXTH SENSE, der mir dieses wohlige Schaudern vermittelt, nach welchem ich seit früheren, Lovecraft und Poe lesenden Zeiten wohl irgendwie süchtig bin. Wie eigentlich alle Geschichten hat auch diese eine Moral. Sie lautet wohl, daß jemand, der in letzter Konsequenz sein Selbst dem Gott der Rache opfert, jegliches Maß verliert und zwangsläufig auch Leid bei denen produziert, die am persönlichen Leid des Rächenden schuldlos sind. Einmal mehr sucht hier also das Opfer den psychischen Ausgleich, indem es erlittenes Unrecht adaptiert und sich so durch selbst ausgeübte Grausamkeit zum Täter macht.

  • Servi: Wenn sich Autor, oder Autorin, so wenig Mühe bei Format und Aufteilung geben, dann weil sie gar nicht gelesen werden wollen.

  • Bis das Blut gefriert...

    Anfangs verstrickt wirkender, dann sich entlösender spannender Plot um eine Gruselgeschichte mit bestechender Spannung und einem spannendem Höhepunkt zum Ende. Der Charakter des schweigsamen, kleinen flötenspielendem Mädchens ähnelt anfangs stark dem Charakter "Flöte" aus der Elenium-Saga von David Eddings, wird aber stark verfremdet, so dass wenn überhaupt nur eine "Anleihe" gesehen werden kann.


    Hier und da wird in die bunte aventurische Welt gegriffen, aber die Geschichte funktioniert auch einwandfrei so.


    Spannend zu lesen, schön wird auch neben den beschreibenden Elementen auf die Mimik der Personen eingegangen. Keine auffälligen Tippfehler, schön leserlich. Gelungen. Stellenweise sind die Beschreibungen sehr brutal und grenzwertig, aber thematisch eingebunden passend.


    Durch das zwar klischeehafte aber gut funktionierende Bild eines "unschuldigen" Kindes, welches kontrastiert wirkt, werden Urängste ausgepackt. Geisterhafte Erscheinungen und ein spannendes Ende machen die Geschichte passend zum Thema "Bis das Blut gefriert...".