Die Gezeichneten – Band 2 – Zweites Buch 1.0.0

Dies ist der letzte Teil des Romans um die sieben Gezeichneten

Am Morgen des 2. Rahja wirbelte ein Jahrhundertsturm über den Thuransee in Andergast. Der grimme Atem Efferds zerriss die Stille der Wasser im Zentrum des Sees, zerfetzte Segel und brachte ganze Schiffe zum Kentern, ließ aber die Ufer wie durch ein Wunder unberührt. Im nur wenige Meilen weiter westlich gelegenen Salza erwachten die Geister der Verstorbenen und trugen Spuk und Schrecken in die Straßen und Gassen. Die thorwalschen Besatzer der Stadt sahen darin ein Zeichen des Unmuts ihres Walgottes Swafnir und verließen Salza daraufhin fluchtartig.
Dreizehn Tage später riegelte der Orden des heiligen Bannstrahls große Teile der Reichsmark Sichelwacht entlang des Goblinstegs ab, während sich der Sonnenzug des Herrn Jariel auf dem Rückweg von Festum nach Weiden befand. In den ersten Monden des neuen Jahres begab sich eine Expedition der Academia Sholaque Arcania Puniensis auf ihren Weg ins nordöstliche Weiden, um die Ursache dessen zu finden, das eine einst fruchtbare Landschaft in eine Wüste aus grauem Staub verwandelt hatte. Etwa zur selben Zeit saß Baron Nemrod in seinem garether Büro in einem bequem gepolsterten Sessel am Schreibtisch und vermerkte in einer Akte die Zahl von 507 Toten.
Noch in derselben Nacht stieß Dschelef ibn Jassefer auf den Umstand, dass die kabablysche Summe aus Tag, Mond und Jahr der Nacht des 2. Rahja im Jahre 22 nach der Zeitrechnung des Mittelreichs gleich 36 war; also gleich dem Produkt aus den mystischen Zahlen ‚Neun’ und ‚Vier’. Die Neun galt dem Götzen der Wüstenbewohner als heilig und damit einem Wesen, das jenseits des Kreises der Zwölf stand. Gleichzeitig stand die ‚Vier’ für die vier großen Winde, und damit für Bewegung und Unordnung, war aber ebenso aus den sechs Element zu bilden, wenn man diese um zwei verminderte – doch um welche zwei? Dieser Umstand alleine wies nach der Lehre der tulamidischen Kabablyoth bereits auf einen wichtigen Nodix der Geschichte, war aber ohne einen weiteren Hinweis noch nicht wirklich beunruhigend.
Aber bedeuteten die ‚Vier’ und die ‚Neun’ vielleicht noch mehr? Ihre Summe war Dreizehn. Doch erst sieben Jahre später, als ihm die legendären Gezeichneten von der Zahl der Toten in jener Nacht berichteten, erkannte er diesen Zusammenhang: ‚507’ war das Produkt der Zahlen ‚Drei’ und der mit sich selbst multiplizierten ‚Dreizehn’, der dreimal verfluchten Zahl des Namenlosen Gottes! Dreifach war das Übel, das dieser in jener Nacht auf die Menschen herab beschworen hatte und gleich doppelt die Grausamkeit seiner Tat.


Dies ist der letzte Teil des Romans um die sieben Gezeichneten.
Umfang: 146 Seiten


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  • Sternenläufer: Hey, würde auch gerne mehr lesen! Einer der besten Romane, die ich in der DSA-Reihe gelesen habe. Großes Lob und mach unbedingt weiter. Die Geschichte ist ja längst nicht zu Ende. Wundert mich ehrlich, dass hier nicht mehr Clicks und Kommentare existieren. Also bitte, lass dich nicht irritieren und mach weiter

  • Ja, das mit dem „Weiter so!“ lässt tatsächlich ein wenig auf sich warten. Zwischenzeitlich habe ich einen anderen Roman fertig gestellt (in enger Abstimmung mit der Redaktion, nachdem dann aber die halbe Redax ausgetauscht wurde, wollte man den Roman auf einmal nicht mehr haben), da leidet die Motivation verständlicherweise ein wenig. Nun weiß ich noch nicht, was ich mit dem fertigen Roman anfangen werde… vielleicht geht es ja im Anschluss daran mit der Reihe der Gezeichneten weiter. Falls sich ein paar Schreibwütige finden, die gerne schreibend mittätig werden möchten, könnte man sich ein Gemeinschaftsprojekt vorstellen… Meine Emailadresse steht für alle Fälle unten.

    • Travi: Toll, da bin ich dabei! Auch wenn ich mir die Abstimmung in einem Mulit-Autorenprojekt schwierig vorstelle. Aber mit ein bisschen good will aller Beteiligten… also an alle Hobbyautoren: vereinigt euch!


      Nebenbei bemerkt, ziemlich ätzend von der Redax, dich erst die ganze Arbeit machen zu lassen und dann wegen Personalwechsel wieder zurückzuziehen. Aber so ist das heute halt. Stell doch diesen Roman notfalls hier auf dem Forum zur Verfügung, bevor er im Regal vergilbt

  • Boronius: Das mit dem „Weiter so!“ lässt offenbar ein wenig auf sich warten. WÜrde mich jedenfalls sehr freuen, wenn die Reihe fortgesetzt wird. Vielleicht kann man den Autor ja unterstützen? Auf jeden Fall zählt diese Reihe mit zu den Top Ten der besten DSA-Romane, die ich bisher gelesen habe. Also bitte: weiter so ;-)))

  • Yasinthe: Ups, wollte ich eigentlich hier platzieren, weil auf alle drei Bände bezogen… *peinlich*… dann eben nochmal: „Echt klasse geschrieben! Gut gestartet, stark fortgeführt und fulminant geendet. Sogar spannend, obwohl man den Plot bereits kennt. Dickes Lob und weiter so!“