Warme Heimat (Kurzgeschichte)

Über weches Thema soll es in meinem nächsten Blog gehen? 1

  1. die Rasse, der Hayen angehört (0) 0%
  2. das Wyrmgebirge (0) 0%
  3. die magische Lampe (0) 0%
  4. die Person des Heilers (1) 100%

Sein Auge irrten im schmerzenden Weiß des Sturms herum. Der Schnee brannte in seinen alten Narben brannten noch mehr, als er wieder und wieder versuchte sich aufzurichten, um den welligen Horizont des Wyrmgebirges auszumachen. Er stemmte sich gegen die vor Kälte schmerzenden Muskeln mit dem Kriegsschrei der Schwarzen Horden, mit dem Ziel, das sie wieder herzustellen versuchten. Den Grund warum er das Artefakt die Hand der Dächer in dieser gefrorenen Hölle suchte.

"Heimat! Heimat!"

Er ging einen weiteren Schritt. Das wird mein letzter sein, dachte er nun schon zum hundertsten Male. Dann aber ging von seinem Schweif wieder die Stärke hervor und mit einem wiederholten Schrei nach der Sicherheit und dem Komfort eines eigenen Landes wollte er den nächsten Schritt machen.

Vergeblich.

Aber nicht, dass die die eiskalte Temperatur aufhielt oder sein von Schnee gefrorener Mantel. Es war ein plötzlicher Hunger, jener die wie ein Dolch in den Magen stach. Der Frost schien allmählich auch seinen Verstand erstarren zu lassen. Er hatte doch erst gegessen vor...vor... Er verlor diesen Gedanken, um mit einem weiteren Schrei noch einmal versuchen seinen Fuß zu heben. Die Pein des Magens bewegte sich nun in seinen Gedärme hinab, die aus dem Inneren seiner Bauchdecke hervorbrechen zu scheinen wollten.

"Der Weise Krieger spricht: Ein wahrer Krieger der Horde, besiegt nicht nur seinen Gegner, sondern auch seinen Körper.", murmelte er das alte Sprichwort seiner Rasse vor sich hin.

"Heimat! Heimat!"

Als sich ein Fuß vor den anderen setzte wurde ihm für eine Sekunde warm. Er hatte einen weiteren Schritt getan. Weiter dem höchsten Gipfel des Wyrmgebirges entgegen. Er musste kurz auflachen und musste deshalb rasselnd wieder einatmen. Er hielt die Luft an. Konzentrierte sich auf Nichts, als die Körperteile die nicht schmerzten, ganz so wie es ihm die Meister beigebracht hatten.

"Heimat! ..."

Der Schnee vor ihm färbte sich rot. Kleine rote Flecken wurden im nur wieder von Weiß überdeckt. Blut. Er hatte...niemanden erschlagen. Die langleibigen Bestien, die er am Fuß der Berge hatte erledigen müssen hatten schwarzes Blut gehabt, was also...? Erst jetzt fiel ihm auf, dass er den Schritt nicht getan hatte. Stattdessen hatte er jetzt das Gefühl, dass sich die Klinge des Schmerzes sich vervielfältigte und jede kreuz und quer durch seinen Körper fuhr.

Blut. Nach dem Schrei. Das Blut war aus seinem Mund gekommen. Wie war das...?

Konzentriere dich, deine Finger schmerzen nicht! Dein Herz schmerzt nicht! Die Erinnerung an deine Kinder schmerzt... Dein Kopf schmerzt nicht.

"Heimat! Heimat!"

Dieser Schritt war wirklich der Letzte. Denn als er diesen Tat entblößte sich für eine Sekunde die zerrissene Hose ein Stücken Haut. Ein abgenagtes Stückchen Haut. Und zwischen blauen in dem schwarz entzündeten Fleisch lag in einem roten Tümpel ein weißer Wurm, der gerade ins Innere verschwand. Nein, nicht ein Wurm, sondern eine ganz Horde winziger Maden die sich an seinem Inneren labten.

Dieser Anblick brachte den Krieger, der mehr Leute getötet hatte, als er zugeben wollte zum würgen. Keine Essensreste kamen hervor, nur saurer Saft. Und als dieser widerliche Geschmack seinen Mund erfüllte, musst er erkennen, dass er seinen Höhepunkt überschritten hatte. Dieser Schritt brach deshalb ein. Knickte ein.

Er würde den Schatz nicht finden, der für die Schwarze Horde Heimat bedeuten sollte. Stattdessen labten sich in ihm diese Würmer und fanden in ihm ein Platz zu leben, badeten in seinem heißen Blut. Er hatte vor nicht wenigen Tagen ihre gigantischen Vettern erschlagen, aber diese sorgten dafür, dass seine vertraute Axt aus seiner Hand in einer Spalte fiel.

So starb also Hayen der Riesenfäller von der Schwarzen Horde. Getötet vom Winzigen.

Er sah den Gipfel nur wenige Meter über sich. Sein Auge schloss sich...



… er erwachte. Der Geruch von Kräutern, verbrannt, um die Nase zu schmeicheln. Woher kam er? Der seidene Geruch erinnerte ihn an seine Frau, er hatte ihr ähnliche Kräuter geschenkt, als er um sie geworben hatte. Dann ein leiser Gesang, fremdartig, das ihn auf seltsamen Wegen an Feuer denken ließ. Dann erst wurde ihm die Wärme bewusst. Wärme, Wärme eines Frühlingstages, wie der Erste nach einem langen Winter. So, dass man sich gerne draußen aufhielt, aber selbst dann am Abend keinen Kamin entzünden musste. Eine ledrige Hand auf seiner Wange, in dieser Hand ein weiches Tuch, das eine Wunde in seinem Gesicht pflegte. Die Wunde...schmerzte nicht. Er spürte keine Schmerzen mehr. Sein Körper fühlte sich besser an, als er sich erinnern konnte.

War er von den Geistern der Berge gerettet worden? War in einem Delirium am Rande des Todes? War er in die Hände des geheimnisvollen Volkes der Elfen gefallen? Oder... Jetzt fiel ihm auf, dass ein warmes Licht durch sein Augenlid rann.

Er öffnete sein Auge und war erstaunt wie einfach ihm das gelungen war. Über ihm war jetzt der Himmel, das dunkle violett des Abends und davor...der Blizzard? Er blinzelte. Tatsächlich. Zwei Körpergrößen über ihm tobte noch der Blizzard, das war unmöglich. Dann erschien eine Silhouette vor seinen Augen. Ein Mensch, leicht zu erkennen an dem eierförmigen Schädel. Ein erleichtertes Lächeln entstand, das sein gesamtes Gesicht in eine Furchenlandschaft verwandelte.

"Du Glück.", sagte er in der Zunge der Horde. Hayen brauchte einige Sekunden ehe er Begriff, dass er ihn nicht mit einem Spitznamen anspracht, sondern nur einen sehr starken Akzent hatte. Die warmen Augen waren unter der Kapuze deutlich zu sehen, sie strahlten regelrecht vor Freude.

"Danke Elementaren. Und Handwerk meines Vaters Vater Vater." sagte der Alte und bewegte den Arm, mit dem er nicht an Hayens Wange lag.

Müde verfolgte er diesen anderen Arm um mit dem Blick wieder über sich zu enden. Und hier fing sein Blick, auf ein seltsames Ding:

Eine Laterne gewoben aus dünnen Holz, in dem drei kleine, freundliche Flammen schwebten. Sie schienen den Rauch aufzusaugen, der von den Kräutern auf dem Boden der Lampe aufsteigen. Dazu kam, der leise Gesang, der von ihnen ausging. Es war als würden Funken vor sich hinsummen und das Knistern von Holz als Instrument das alles begleiten.

"Lampe Heilung und Wärme", sagte der Alte. "Sein Heimat für Verlorene. Ich suche. Ich fand dich."

In diesem Moment schlief Hayen ein. Vielleicht war seine Queste doch noch nicht an einem Ende.





Ein großes Dankeschön an die Leute im fantasy-geschichten-forum.de, Ohne euch wäre diese Geschichte nicht entstanden. Hier geht ganz besonderer Dank an Cory Thain und Asni,