Der Narrenkarren 1.0.0

Ein DSA Gruppenabenteuer für Einsteiger Helden

“Das Abenteuer verschlägt eine Heldengruppe in den Kosch, mit seinen Landschaften und Bewohnern von rauem Charme. Vielleicht wagen die Charaktere gerade eine mühselige Passage über die mächtigen Gebirgskämme, weil sie einen Händlertross nach Havena begleiten oder einfach im Meer der Sieben Winde baden wollen. Womöglich haben sie sogar von goldenen Tannenzapfen im Farindelwald gehört und tragen sich nun mit dem Gedanken, sich den Hintern wegzaubern zu lassen.

Auf jeden Fall gerät die Gruppe in Ereignisse, denen sie sich nicht entziehen kann. Es sei denn sie ist falsch im Tagesgeschäft der Tapferkeit. Außerdem: Was nützt der edelste Held ohne schutzbedürftige Witwen und Waisen, Maiden und Memmen?”

Ein DSA Gruppenabenteuer für Einsteiger Helden


Dieser Beitrag erreichte beim Gänsekiel und Tastenschlag Wettbewerb 2006 den siebten Platz.


Regelwerk: DSA 4
Umfang: 28 Seiten
Ort und Zeit der Handlung: Kosch am Ende des Winters eines beliebigen Jahres
Komplexität (Meister/Helden): mittel
Erfahrung (Helden): Einsteiger (Stufe 1-6)
Anforderung (Helden): Interaktion, Humorverständnis


© Tobias Junge 2006

Images

  • Närrisches Einsteigerabenteuer

    Das Einsteiger-Abenteuer "Narrenkarren" zum Thema "Spott, Schalk und Narretei" beginnt mit einem adäquaten Einstiegsgag, denn auch Helden der Stufe 0 sind zugelassen. Als lockerer Plot-Aufhänger wird eine ungewöhnliche Szenerie konstruiert, in denen die Helden Teil einer Theatervorführung einer erfolglosen Gauklertruppe unter freien Himmel werden sollen. Eine nette Idee, wenngleich die Motivation zu dieser Einbettung dazu nebulös und unklar gehalten wird (Feldstudien, Psychoanalyse eines Medicus). Ab Mitte bis gegen Ende verliert sich der Plot in einigen Unklarheiten, die dem Leser hätten deutlicher dargestellt werden müssen, denn unorthodox tauchen Feenwesen auf, ein (besiegter?) Räuber wird erneut verfolgt. Die Informationen des Abenteuers sind relativ "locker" aufbereitet, so daß deutliche Meisterarbeit gefordert wird.


    Der Text ist gut lesbar, bisweilen jedoch hätten Seitenzahlen und ein wenig mehr Strukturierung gutgetan. Der Schreibstil ist flapsig, zum Teil amüsant für den Meister, zum Teil jedoch auch stimmungstötend im Abenteuer. Schön bleibt anzumerken, daß sich bemüht wurde aventurisches Liedgut anzuhängen als Ausschmückung, wenngleich das bisweilen dem Schema "Reim dich oder ich fress dich" folgt. Stellenweise neigt der Autor dazu, Schlangensätze zu konstruieren. Die Aufbereitung des Abenteuers folgt nicht der gewohnten Aufteilung in Meisterinformationen, Allgemeinen Informationen etc. Tippfehler und Formfehler kommen gelegentlich vor.


    Die Geschichte ist zwar regional beschrieben, aber relativ lose ins aventurische Weltbild eingegliedert, da jedoch auch zum Teil stark unstimmig. Es werden neue Orte kreiert, die sich obskuren langjährigen Streitereien um das größte Fass hingeben (Wilding, Wolfding und Wirdeing). Zauberei-Effekte kommen im übertriebenen Maße vor (Helden wachsen Nasen, Schweine und andere Tiere fliegen gelangweilt durch die Gegend.. sie kennen das ja schon). Allerdings ist das Vokabular der Texte und die Beschreibungen sonst recht aventurisch.


    Nette Zitate

    .. Beispiele aus der Koscher Liedertradition, denn: "Ohne Verse wandert es sich beinahe so schlecht wie ohne Ferse."


    "Wildschweine und andere Tiere schweben gelangweilt vorbei (die kennen das nämlich schon!)"


    "... Vom Rabbatzmann zu erzählen. Wie er einst das Tal leergesoffen hat, in dem zuvor noch ein See war, um es für sie bewohnbar zu machen."

    Streierein in komischen Orten um das größte Fass. "Die Leute in Wilding (haben ein Bierfass), in das zwei Ochsen passen. Die Leute in Wolfding würden sogar zwei Ochsen und ein Schaf unterbringen können. Während die Wirdinger als komplett wahnsinnig gelten, da sie zwar drei Ochsen hineinquetschen können (und sie tun es jede Woche ienmal), sie aber aus unerfindlichen (...) Gründen der Meinung sind ein Weinfass zu bauen. (...) sie nennen ihr Bier nur so, um nicht die Unsinnigkeit ihres Vorhabens zugeben zu müssen."