Posts by Aryador

    Also was die "Steinzeit-Kultur" betrifft, verläuft die religiöse Entwicklung irdisch in der Regel vom Poly- zum Monotheismus.


    Ich verstehe, was du meinst, aber so ganz lässt sich das nicht empirisch bestätigen und ist vermutlich stark als Sichtweise davon beeinflusst, dass in unserem Land und unserer Kultur die Entwicklung eben so verlief. "Wir" als Europäer sehen den Monotheismus als "fortschrittlicher" und als eine Art Entwicklung an.


    Der Hinduismus ist keine monotheistische Religion, der Buddhismus auch nicht (weil er gar keinen Gott kennt), der Daoismus ist eine polytheistische Religion. Kurz gesagt, sehr weite Teile Süd/Ostasiens, mit einigen Ausnahmen wie Indonesien und den Philippinen, sind bis heute nicht monotheistisch geprägt.


    In China haben wir sogar ein Beispiel, wo aus einem eher monotheistischen Glauben (dem Himmlischen Herrscher, wie er zur Zeit der Shang-Dynastie verehrt wurde) ein eher polytheistisches Glaubenssystem mit dem Daoismus/Konfuzianismus entstanden ist, in dem der Himmlische Herrscher in den daoistischen Jadekaiser um-interpretiert wurde.

    Da vermischt du jetzt aber einiges und da gerät eine ganze Menge durcheinander an Halbwissen.

    Mythos

    Ich denke eine Wüste ist viel zu unwirtlich und im speziellen Fall auch noch zu klein um allerhand vielfältige Kulturen zu bekommen. Ich bin zwar kein Experte aber dürfte das irdische Pendant, die arabische Wüste, nicht gerade durch relativ homogene kulturelle Eigenschaften glänzen? Vielfältigkeit erwarte ich in Regionen wie dem fruchtbaren Halbmond (Mesopotamien) und co.

    Das Problem beginnt ja zunächst einmal damit, dass es in Aventurien eben vergleichsweise wenig Wüsten gibt, also eben nur die eine. Irdisch haben wir weite Teile der Welt als Wüste, das fällt uns nur nicht so sehr auf, weil die Industrienationen, auf die wir schauen, sich eher in fruchtbaren Gebieten entwickelt haben. Du hast die Sahara, die Arabische Wüste, die Kalahari, ein riesiges Wüstengebiet in Zentralasien mit der Karakum, du hast die Gobi in China, du hast fast komplett Australien, du hast den Westen Nordamerikas mit der Sonora und in Südamerika hast du Atacama und Patagonia. Und wenn dir (und anderen) einige dieser Namen nichts sagen, ist das schon mal ein erster Hinweis darauf, wie sehr wir im Alltag über Wüsten hinweg sehen und wie beschränkt unser Wissen darüber ist, denn vermutlich könnten die meisten Leute problemlos die zehn wichtigsten Gebirge der Welt aufsagen.


    Jedenfalls: Wer in Aventurien in einer Wüste spielen will, hat nur die Khôm, mehr nicht. Wer "europäisches Mittelalter" spielen will, hat das komplette Mittelreich plus Almada, wer Dschungel spielen will, hat so verschiedene Orte wie Chorhop, Al'Anfa, Brabak oder die Inseln oder die Dschungelregionen selbst, aber wer Wüste spielen will, hat eben nur die Khôm. Das ist vergleichsweise schade für eine Region, die so spannend und faszinierend ist, wie die Wüste.


    Irdisch leben über eine Milliarde Menschen in Wüstenregionen und deren Gesellschaften sind schon seit historischen Zeiten extrem divers, auch in ein und derselben Wüste. Du hast schon seit Beginn der Zeitrechnung unter Wüstenvölkern eine Aufspaltung in Jäger/Sammler, in Viehwirtschaft und eben auch in landwirtschaftlich geprägte Völker. Allein daraus ergeben sich Unterschiede. In verschiedenen Wüsten gibt es teilweise ganz unterschiedliche Nahrungsmittel, auf die sich Jäger/Sammler-Völker spezialisiert haben, das klassische Beispiel dafür sind in Südafrika die Mongongo-Nuss und die Nara-Samen, die sich beide auch relativ gut lagern lassen und zum Grundnahrungsmittel geworden sind. Häufig grenzen Wüsten auch an Küsten, dadurch entwickeln sich wiederum ganz eigene Kulturen von Küstenbewohnern, die sich (auch) durch Fischfang ernähren können.


    Das was wir Mitteleuropäer klassischerweise popkulturell als "Wüstenvolk" assoziieren, nämlich Völker wie die Beduinen, sind ja Herdentier-Bewirtschafter, die vor allem an den Wüstenrändern leben und sehr mobil sind. Also schon mal gar nicht die klassischen Jäger/Sammler-Völker. Da gibt es aber auch eine riesige Varietät, die Mongolen, viele Turkvölker, die Drokba, die Tuareg... auch hier wieder gibt es Namen, die würden wie erfunden klingen, weil wir meistens nur sehr selektiv Wüstenvölker wahrnehmen. Wer Herdentiere bewirtschaftet muss sich meist sehr stark an den Gegebenheiten und der Umgebung anpassen, dadurch entstehen in der Tat sehr unterschiedliche Gesellschaften, je nachdem, welche Umgebung du hast. Je nachdem wo sie ihre Weidegründe haben, können Beduinen teilweise sehr unterschiedliche Lebensweisen haben.


    Dann wiederum gibt es Gesellschaften oder Völker, die Kanalsysteme entwickelt haben und Bewässerung nutzen. Das verändert selbstverständlich ebenfalls deren Gesellschaftsmodelle, Glaubenssystem und Kultur radikal im Vergleich zu Pastoralisten (Herdentier-Bewirtschafter) oder Sammlerkulturen. Und je nachdem, welches System du entwickelt hast, beeinflusst das auch wieder. Die terrassenbauförmige Jessr-Landwirtschaft in Tunesien ist was völlig anderes als das Fogarra-System mit unterirdischen Kanälen; beides aber in der nördlichen Sahara. Von den Systemen in Persien, Südamerika, China fangen wir jetzt gar nicht erst an.


    Also: Nein, Wüstenregionen müssen nicht "homogen" sein, kulturell und gesellschaftlich, und waren und sind es irdisch gesehen auch nie, auch nicht ein und dieselbe Wüste. Sie sind uns nur aus unserer mitteleuropäischen Sicht so fern, dass wir die Vielfalt gar nicht wahrnehmen, mal ganz abgesehen davon, dass diverse "Wüstengeschichten" halt so einflussreich und stilprägend sind, dass dahinter die realen Wüsten völlig verblassen. So wie ja bis heute das Bild der Apachen vor allem durch Karl May geprägt ist, der nie einem Apachen begegnet ist. In unseren Schulen lernen wir jedenfalls (fast) nix über Wüstenvölker und Wüstenkultur. Siehe oben, die Namen der größten Wüsten der Welt.


    Jetzt ist alleine der Teil schon so lange geworden, ich arbeite hier mal weiter und sage eventuell zu dem ganzen Komplex rund um Gleichberechtigung später noch was...


    Ich halte Aranien prinzipiell für eine sehr schöne Region, um dort einzusteigen. Wie schon hier im Thread angeklungen halte ich aber auch nichts von der Idee von "Einsteigerregionen", denn am Ende kommt es darauf an, worauf die Gruppe Lust hat. Solltet ihr allerdings vor allem auf Kauf-Abenteuer setzen, dann gibt es zum Beispiel aktuell für die Dampfenden Dschungel deutlich weniger als eben für viele mittelreichischen Regionen.


    Aranien hat aber auch insgesamt eine sehr schöne und sehr stimmige Regionalspielhilfe bekommen, in der die gesamte Region auch gut abgedeckt ist. Und man ist von dort auch tatsächlich nicht weit bis Fasar, kann also Abstecher dorthin unternehmen.


    Sonderlich "radikal" ist das Matriarchat in Aranien übrigens nicht. Es besteht vor allem daraus, dass durch verschiedene Umstände deutlich mehr Frauen in öffentlichen und wichtigen Ämtern sind, was eben wiederum die Gesellschaft insgesamt prägt. Im Grunde kann man sich das durchaus so vorstellen, wie Deutschland: Männer werden nicht "unterdrückt", sie sind auch nicht "weniger wert", aber wenn es darum geht, eine Person zur Anführerin oder für politische Aufgaben zu wählen, fällt die Wahl dann den meisten Leuten doch lieber auf eine Frau, weil von denen weiß man einfach, dass die das können und Männer sind ja bekanntlich "so schnell von ihren Emotionen gesteuert", das ist halt immer etwas riskanter. Außerdem weiß man ja, dass Männer gar nicht so gerne in einflussreichen Positionen sitzen, das sieht man ja alleine schon daran, dass es eben mehr Frauen in wichtigen Ämtern gibt. Das muss doch einen Grund geben, warum das so ist, nicht wahr?


    So in etwa würde ich das jedenfalls darstellen und mir (und den Spielern) erklären.


    Die irdischen Anleihen sehe ich übrigens eher in Persien, Indien, teilweise auch im Maghreb, als jetzt in "Arabien". Wobei man allein an der Auflistung dieser drei Regionen auch schon merkt, wie verschwommen teilweise irdische Anleihen auch sind. Aus meiner Sicht sollte sowas eher eine Gedankenstütze sein, weil dazu Aventurien insgesamt auch zu verschiedenartig ist.

    Zum dritten Absatz:

    Richtig hat es nicht aber im Vergleich zur Realität weiß man auf Dere ja zu 100% das Götter existieren.

    Daher kam mir der Gedanke warum ein Mensch eine göttliche Strafe in Kauf nimmt.


    Ich glaube du unterschätzt hier aus deiner Sicht eines Menschen des 21. Jahrhunderts, der vermutlich damit aufgewachsen ist, "dass Götter nicht existieren" oder zumindest die Wissenschaft die Existenz von Gott nicht beweisen kann, wie sehr Menschen früher (und teilweise auch noch heute) davon überzeugt sind, dass Götter existieren. Insbesondere vor der Zeit der Aufklärung stand es völlig außer Frage, dass göttliche Wesen existieren. Und wenn du daran gezweifelt hast, hast du das auf eigenes Risiko getan, denn niemand konnte dir "wissenschaftlich" darlegen, dass Gott nicht existiert. Was also, wenn doch?


    Und selbstverständlich hat auch dieses "Wissen" damals Menschen nicht davon abgehalten, Straftaten zu begehen. Die allerallerwenigsten Menschen sehen sich selbst als "böse". Denk mal an deinen letzten Streit zurück - warst du da der Meinung, dass du im Unrecht bist? Oder war die andere Person im Unrecht? Menschen, die stehlen, reden sich ein, dass sie ja "nur von Menschen stehlen, die eh zu viel haben" oder "nur von Menschen stehlen, die hartherzig sind" oder "das nur machen, weil sie gar keine Wahl haben, irgendwie muss man ja überleben."


    Menschen, die morden, reden sich ein, dass das Opfer ja irgendwie da auch selbst daran schuld ist, es hätte ja einfach das Geld rausrücken können, oder es hätte nicht provozieren dürfen oder oder oder...


    Und natürlich gibt es da noch zusätzlich den Ausweg, dass die Götter vielleicht in dem Moment gar nicht so genau hinschauen. Das tun sie ja offenkundig auch nicht, denn es gibt ja Leid und Elend und Straftaten im Land. Und bis zum Tod und bis zum Paradies ist noch lange, lange hin. Wer weiß, was dann ist? Vielleicht existieren zwar die Götter, aber ob das mit dem Paradies so stimmt? Ist ja bislang noch niemand zurückgekommen und hat darüber berichtet. Und so weiter. Es gibt haufenweise Ausreden, die man sich selbst einreden kann. Machen wir alle übrigens auch, täglich. Raucher wissen auch, dass sie statistisch ziemlich sicher kürzer leben. Aber wirklich ärgern tut sie das meist erst dann, wenn sie im Sterben liegen. Wir wissen alle, dass wir eigentlich Raubbau an unserer Erde betreiben, und dass das zu Problemen führen wird, aber sich im Alltag wirklich ändern und umstellen... "das kann ich auch noch morgen." Genauso werden Menschen in Aventurien denken, wenn sie freveln, sündigen oder Straftaten begehen. Sie leben erstmal im Jetzt und was irgendwann nach dem Tod kommt, ja, das wird man dann sehen...

    Gibt es eigentlich irgendwo einen Kasten oder Haken, um die WdV-Inhalte komplett auszublenden? Ich sehe zum Beispiel bei den Vor/Nachteilen diverse Möglichkeiten des Finetunings, aber keine Möglichkeit, die WdV-Sachen von sichtbar auf unsichtbar zu verschieben.


    Bei den Zaubern zum Beispiel ist die Option mit dem Sieben richtig gut gelungen, das wird richtig schön übersichtlich, wenn man zum Beispiel sagt, man möchte sich einen gildenmagischen Hellsichtmagier erstellen. Und wenn einem dann noch Zauber fehlen, holt man sich die anderen Bereiche jeweils dazu.


    Bei Sonderfertigkeiten oder Vorteilen ist das leider nicht ganz so möglich. Das mag natürlich auch daran liegen, dass die SF sich weniger gut kategorisieren lassen.


    Was ich zum Beispiel sehr charmant fände, wäre die Möglichkeit, die Zauber/Liturgie-Erweiterungen, die sich ja in den SF verbergen, per Schalter/Auswahl einzeln anwählen zu können. Dann könnte ich mir die Liste einmal komplett leeren, die Zauber-Erweiterungen reinpacken und die dann direkt anwählen, die brauche ich nämlich am häufigsten, und sie sind echt schwierig in der Liste zu finden.


    Gleiches gilt übrigens für die Erweiterungen selbst. Gibt es da keine Möglichkeiten, die Auswahl zu beschränken auf jene Zauber, die man tatsächlich im Repertoire hat? Das wäre extrem hilfreich. :)

    Ich möchte an dieser Stelle eigentlich nur die großartig kreative, verschrobene und liebenswürdige Idee abfeiern, ein Heldenwerk als Oper zu präsentieren. Es ist ja jetzt nicht grundsätzlich neu, dass klassische Stoffe und Themen in Rollenspiel-Abenteuern verarbeitet werden, aber wie cool ist das denn im AB 212 gelungen, mit künstlerischer Darbietung der Redaktion inklusive? :)

    Gerade klingelte der Postbote.


    Das Banner ist da! :D


    edit:


    Erster Eindruck, so als Print: Das ist schon ne ganz schöne Menge an Produktionsarbeit. Stadtpläne, Landkarten, etc., alles wohl neu angefertigt. Und der beigelegte Stadtplan von Vinsalt ist im Posterformat. War das vorher bekannt? War mir gar nicht bewusst...

    Es wird in drei unterschiedliche Regionen gehen, und es wird kein Faust-aufs-Auge-Abenteuer dabei sein, bei dem man in irgend einer Weise irgendwie einen Krieg nachspielt, der dann mit friedlichen Mitteln gelöst wird. (Das würde auch aus meiner Sicht der Realität nicht gerecht.) Und es werden drei recht unterschiedliche Abenteuer sein. Und ich glaube, drei ziemlich coole. :)


    Und das Rad des Metaplots wird jetzt nicht episch und spektakulär voran rattern, aber es wird alles im offiziellen Aventurien stattfinden, mit offiziell etablierten NSC innerhalb des existierenden Metaplot-Settings. Es soll nicht belanglos sein, sondern durchaus auch etwas Relevanz haben. Und es heißt übrigens auch nicht, dass gar keine Kämpfe innerhalb der Abenteuer stattfinden.


    Also sprich, nein, ich glaube, es wäre nicht gut, an dieser Stelle inhaltliche Details zu verraten, und das Privileg gehört dann doch auch am Ende dem Verlag. :)

    Hast du eigentlich Interesse daran, über das Thema zu sprechen, oder möchtest du lieber weiter den Usern, die auf deine Diskussion einsteigen, erklären, was sie tatsächlich gemeint haben und darüber dann diskutieren?


    Ich erkläre es dir gerne auch noch ein letztes Mal, aber dann bin ich raus, weil mir ehrlich gesagt meine Zeit für sowas zu schade ist: Für dich sind die Schattenlande Normalität. Sie waren da, als du angefangen hast. Es ist verständlich, wenn du das schade findest, dass sie verkleinert werden. Es ist sicherlich nicht dein einziger Grund (das habe ich auch nirgendwo behauptet). Für Leute, die mit DSA5 oder DSA1 einsteigen, sind die Schattenlande in ihrer riesigen Ausbreitung keine Normalität. Vermutlich werden viele davon deswegen es deutlich weniger tragisch finden, wenn sie nicht so groß sind.


    Wir können sehr gerne weiter darüber diskutieren, ob das sinnvoll ist, was das für DSA bedeutet, was das für Konsequenzen und Auswirkungen hat und wie die idealen Schattenlande aussähen. Aber bitte hör auf, mir zu erklären, wie ich Dinge gemeint habe. Dankeschön.

    Zu glauben dass mir die Schattenlande nur gefallen weil ich eben in der 4.1.Edition eingestiegen bin halte ich für einen ziemlichen Trugschluss.


    Das habe ich doch überhaupt nicht behauptet. Ist das alles, was du aus meinem Beitrag mitnimmst?


    Du fragst, warum die Schattenlande verkleinert wurden und argumentierst damit, dass du das für eine Design-Fehlentscheidung hälst. Du beschreibst, wie wichtig dir persönlich die Schattenlande sind, wie wohl du dich als Spieler darin fühlst. Das ist alles völlig nachvollziehbar, aber letztlich eben eine persönliche Sicht von vielen. Ich führe die Diskussion fort, indem ich meine persönliche Sicht der Dinge schildere, bei der ich ein zwiespältiges Verhältnis zu den Schattenlanden habe, und zwar über die Jahre hinweg. Ich sehe Vorteile, ich sehe Nachteile.


    So wird es vielen Spielern gehen. Jeder Spieler hat seine eigene persönliche Beziehung zu jeder einzelnen Region Aventuriens. Es ist schön, wenn man sich darüber austauschen kann. Es erklärt aber auch, warum manchmal redaktionelle Entscheidungen getroffen werden, die man selbst nicht nachvollziehen kann.


    Wie heißt es so schön? Alle Erfindungen, die passieren, bis du 15 Jahre alt bist, sind "normal", alles was passiert, bis du 30 bist, ist interessant und spannend, und alles, was erfunden wird, nachdem du 40 bist, ist unnützes, neumodisches Zeugs, das niemand braucht.


    Sprich: Man wird natürlich immer geprägt, durch die "Normalität", wie sie sich einem bietet.


    Das ist eben bei dir der Fall. Für dich sind die Schwarzen Lande in der Version "Start von 4.1" normal (auch wenn du viel später eingestiegen bist). Ich spiele DSA seit den 1990ern und für mich war die Einführung der Schwarzen Lande damals mit ein Grund, warum ich mich zeitweise von DSA entfernt hatte. Ich fand diese Plot-Idee damals absolut grauenhaft und im Übrigen auch sehr platt marketingstrategisch ausgerichtet. Das war gefühlt gerade die Zeit, wo Systeme wie World of Darkness populär wurden, also wollte die Redaktion von DSA auch ihr "megacooles, böses Setting" haben. Das war mir gleichzeitig zu kitschig, zu übertrieben und außerdem hat es den Status-Quo kaputt gemacht, der "mein" Aventurien war.


    Ich sehe das wohlgemerkt heute anders, ich mag die Schwarzen Lande durchaus, ich finde eine riesige Region, die von "bösen, bösen Menschen" bewohnt wird, allerdings auch keine gute Designentscheidung. Das passt schon, wenn es nicht zu viel Raum einnimmt. Mir machen im Spiel besonders Charaktere und auch Begegnungen Spaß, die weder gut noch böse sind, sondern grau, schattiert, zwiespältig, mit allen Schwächen und Unzulänglichkeiten, die Menschen eben haben. Sowas lässt sich am besten darstellen in Settings, die genauso widersprüchlich, unterschiedlich und vielfältig sind, wie unsere Realität es eben ist.


    Vieles, was in den Schwarzen Landen mir als funktionierendes, logisches Gesellschaftssystem präsentiert wird, halte ich für fragwürdig. Warum genau fliehen Menschen nicht? Und so weiter. Das kann man sich alles zurecht erklären, das macht auch Spaß, aber es braucht an vielen Ecken dann doch eben die übliche Suspension of Disbelief: Man muss sich ein Stückweit darauf einlassen, die Illusion einfach zu glauben, weil es mehr Spaß macht.

    Hm.


    Jetzt muss ich mich noch erinnern, ob ich über 150 Euro bestellt habe, aber ich meine mich dunkel zu erinnern, dass ich da ziemlich viel Geld gelassen hatte. :D

    Ich meine, es gibt doch Aventurisch Ingame Bücher

    Bei einem existierenden Ingame-Namen erwarte ich allerdings ein innerweltliches Fluff-Buch, so wie beim Rahjasutra.


    Ich gehe mal davon aus, es spielte außerdem auch eine Rolle, dass die ganzen Kreaturen-Bände bislang auf -um endeten. Animatori-um, Bestiari-um, etc. Da verstehe ich als Nutzer doch sofort, dass das Nekronamthä-um Teil exakt dieser Reihe ist und was ich davon erwarten kann. Der Aufbau ist ähnlich bis identisch.

    Danke für den Hinweis. Ergänze ich. :thumbup:


    Es ist allerdings kein "Tempel des Numinoru", wie du jetzt getextet hast, sondern es ist ein Tempel, in dem sowohl Efferd, Numinoru als auch Charypthoroth verehrt werden, beziehungsweise vor langer Zeit verehrt wurden. Numinoru hat also eine "Präsenz", aber es ist keine eigene Domäne auf Dere. Nebenbei bemerkt würde ich beim Konflikt der Meeresgötter auf jeden Fall noch Charypthoroth mit aufnehmen. Es ist ja seit der Historia etabliert, dass sie früher einen Platz in Alveran hatte und nicht immer eine Erzdämonin war.

    Der Satz taucht einzig und alleine als Untertitel auf.

    Das lieber Aryador ist doch nun wirklich kein Argument dagegen.

    Das ist so als wenn cih sage: Die Argumente wurden doch nur logisch und verständlich hergeleite. Daher sind sie nicht richtig... *schüttelt den Kopf.


    Wenn man so sehr in seinem Schwarz-Weiß-Denken von Dingen verhaftet ist, dass jedes Argument zwangsläufig nur eines "dafür" oder "dagegen" sein kann, dann hast du natürlich völlig recht und fegst mich mit dieser glanzvollen Argumentation nicht nur vom Tisch, sondern quasi von der Erde, während um dich herum jubelnde Menschen- (oder Ork-)massen brüllen und klatschen.


    Ich ticke da nur leider komplett anders. Mein Satz war weder "dafür" noch "dagegen", er war einfach ein Hinweis. Und ein Fingerzeig für die Diskussion, wo sich dann andere Leute gerne "dafür" oder "dagegen" positionieren können, wenn sie das unbedingt wollen. Ich finde es bemerkenswert, dass die Tagline, die auch ich selbstverständlich noch im Kopf habe und die sich im Gedächtnis so sehr mit dem Titel verknüpft hat, im Trailer überhaupt nicht erwähnt wird und der Inhalt des Trailers auch gar nichts in die Richtung sagt. Was uns allen übrigens auch schon damals hätte auffallen können. Es ist im Nachhinein und mit dem Wissen, das wir heute haben, ziemlich offensichtlich.


    Deswegen ja auch mein Hinweis, dass der Satz offenkundig missverständlich ist. Schließt sich halt die Frage an, wo der Satz her kam, und warum er dort stand. Vielleicht wurde er auch nur wegen des Wortspiels mit dem Begriff "Treue" gewählt? Werden wir als Außenstehende wohl nicht lösen können, müssen wir aber eigentlich auch nicht, denn am Ende ist es natürlich gleichzeitig auch irgendwie egal, ob irgendwelche Werbemaßnahmen falsche Erwartungen geweckt haben.


    Am wichtigsten ist das eigentlich sogar für Ulisses und deren Marketing. Die wollen ja schließlich was mit ihrer Werbung erreichen. Für uns als Konsumenten bleibt nur die Erkenntnis, dass ein Filmtrailer manchmal ganz anders ist, als der Kinofilm und Vorankündigungen manchmal anders, als das Produkt, und Buchtitel manchmal irreführend sein können. Das wissen wir aber hoffentlich alle schon spätestens, seit wir erwachsen sind, und gehen dementsprechend vorsichtig an solche Dinge heran.

    Wenn ich diesen Trailer sehe, dann gehe ich schon davon aus, dass diese Aussage sich auf das Abenteuer bezieht und nicht auf irgendwas hypothetisches was eventuell nach diesem Abenteuer ist und anhand der Beiträge in diesem Faden, war dass schon eine Vermutung von einigen.


    Ich habe mir den Trailer jetzt extra nochmal angesehen. Tatsächlich fasst er eigentlich das Abenteuer ziemlich gut zusammen, und im gesamten Trailer fällt auch kein einziges Mal der Satz "Wem wirst du die Traue halten?", und die Beschreibung weist auch an keiner Stelle darauf hin, dass die Helden sich für irgend eine Seite entscheiden müssen. Der Trailer ist eine ziemlich sinnvolle und präzise Kurzfassung des Abenteuers. (Nebenbei bemerkt inklusive des Artworks, das offenbar vor einem Jahr bereits final vorlag.)


    Der Satz taucht einzig und alleine als Untertitel auf.


    Ich würde zustimmen, dass der Satz an sich in diesem Zusammenhang eher missverständlich ist. Frage mich aber sogar, ob das nicht so ein Fall ist, wo die Marketingabteilung sich irgendwas Schönes ausgedacht hat, basierend auf dem Titel "Banner der Treue" (was nebenbei bemerkt ja ein sehr passender Titel ist, wenn man das Abenteuer gelesen hat).

    Engors Rezension wird sicherlich noch eine Weile auf sich warten lassen, er bespricht ja aus gutem Grund nur Werke, die offiziell erschienen sind. Und "ausführlicher" als deine sehr detaillierten Absätze wird sie sicherlich auch nicht sein (die Hälfte seiner Beiträge sind ja immer erst einmal Zusammenfassungen und deskriptive Details, damit sich potenzielle Käufer ein Bild machen können, bevor er dann tatsächlich in die inhaltliche und kritische Auseinandersetzung geht). Insofern danke von meiner Seite für diese Besprechung deinerseits, Shahynrox, weil ich das tatsächlich sehr erhellend finde, was du geschrieben hast. :)

    Wie lange betteln die Leute jetzt schon um Neues zu Myranor, Tharun, Uthuria und co? Da könnte man sich dann wirklich mal aussuchen, was man haben/kaufen will und was nicht. Kann mir auch keiner erzählen, dass die als CFs nicht laufen würden. Geht aber leider nicht, weil es fehlen ja noch ca 7 Rüstkammern und Aventurische Magie IV. Vielleicht dann In 5 Jahren mal. Ach ne, dann kommt DSA 6.....


    Die Frage ist jetzt, wer sind "die Leute"? Es gibt Personen, die wünschen sich heiß und innig ein Update zu Myranor. Korrekt. Es gibt aber genauso Stimmen, die wünschen sich heiß und innig endlich eine RSH zum Bornland, endlich eine Stadtbeschreibung von Gareth, endlich bitte, bitte was zu den Zwergen und wann kommen endlich mehr Regeln zu XY?


    Insofern finde ich Vorwürfe an einen Verlag, er bringe die falschen Sachen raus, weil es nicht die Sachen sind, die gekauft werden, ein wenig bizarr, denn man kann davon ausgehen, dass jeder Verlag selbstverständlich daran interessiert ist, Dinge herauszubringen, die gekauft werden. Möglicherweise ist aber das, was ich kaufen möchte und alle meine Dutzend Rollenspielbekannte kaufen möchten, gar nicht wirklich das, was 5000 andere Leute kaufen wollen.


    Die Zerstückelung in Magie I-III finde ich als Spieler auch nicht ideal. Aber sie folgt halt dem Konzept, das man sich für DSA5 vorgenommen hat. Was genau wäre denn die Alternative? Nach Magie I zu sagen, ach, komm, wir bringen jetzt Magie III ganz anders raus, wir werfen das komplette Konzept über den Haufen, wir beschreiben keine Archetypen mehr oder wir packen da keine Zauber mehr rein oder gar keine Sonderfertigkeiten? Wie viele Leute hätten denn dann aufgeschrien, dass der 3er Band plötzlich so anders ist, und dieses fehlt, was noch in 1&2 drin war, etc.? Oder wäre es sinnvoller gewesen, zu sagen, wir blähen jetzt den zweiten Band auf die doppelte Menge auf und verlangen entsprechend den doppelten Preis, damit wir keinen Band 3 mehr haben? Wie viele Proteste hätte es dann gegeben, dass der Preis für einen Einzelband so teuer ist?


    Ich sehe einfach nicht, wie man jetzt sinnvoll vom Konzept abweichen soll, und das Konzept wurde eben unter die Idee beschlossen, dass Neueinsteiger sich nicht direkt 4-5 Bücher kaufen müssen, sondern mit einem einzigen Buch (bzw. zwei) starten können und sich dann selbst rauspicken sollen, was sie haben wollen.


    Nebenbei bemerkt sind ja 2021 überhaupt keine Regelbücher herausgekommen, sondern stattdessen unter anderem die RSH Sonnenküste und halt ein paar Kreaturenbände, von denen einige meines Wissens nach als die besten jüngsten Publikationen gefeiert wurden (Transmutarium).


    Was die Rüstkammern angeht, sind die aus meiner Sicht so mit die missverstandenste Produktlinie von allen. Seltsamerweise glauben sehr viele Spieler, die Rüstkammern seien Regelwerke. Aus meiner Sicht sind die Rüstkammern pure Fluff-Erweiterung für die Regionalbände. Die beschreibenden Texte zu den Waffen sind für mich viel wertvoller und sinnvoller, als die paar Zeilen Sonderregeln. Und genau unter dem Aspekt finde ich sie auch sinnvoll. Anstelle eines "Hier alle Waffen aus Aventurien"-Buchs, dessen Sinn und Zweck ich ehrlich gesagt fragwürdig finde, gibt es eben ergänzende Flair-Bücher zur Region XY, falls man plant, länger in Region XY zu spielen, oder einfach besonders tief da eintauchen möchte.

    Das einzige was mich wirklich stör an der Serie, das sie im Eiltempo durch die Geschichte rasen, und dabei sehr viel Atmosphäre verloren geht...


    Das müssen sie auch, denn niemand kann sich erlauben, eine Serie auf 14 Staffeln zu planen. Jetzt mal abgesehen davon, ob irgendwann den Produzenten das Geld oder die Geduld oder der Erfolg ausgeht, geht das schon deswegen nicht, weil auch die wenigsten Schauspieler sich so lange an eine Produktion binden wollen. Viele wollen kein One-Trick-Pony sein, oder sich auf Gedeih und Verderb einem einzigen Projekt ausliefern.


    Insofern werden sie Wheel of Time vermutlich auf irgendwas zwischen 4-7 Staffeln planen müssen, und damit werden sie erheblich viel von dem unglaublich großen Fundus an Text kürzen und streichen müssen. Das geht gar nicht anders.


    Film und Buch sind zwei unterschiedliche Genres. Das ist halt so, und mein Eindruck ist häufig, dass viele Leser/Zuschauer sich das zu wenig bewusst machen. In einem Buch kann ich seitenweise packende Monologe haben, die durch den Kopf des Protagonisten rauschen. In einem Film geht das nicht. In einem Buch kann ich beschreiben, wie sich jemand fühlt, in einem Film muss das der Schauspieler mit einem einzigen Blick ausdrücken. In einem Buch brauche ich dafür aber zwei bis vier Seiten, um die Grandiosität, das Detailreichtum eines Ortes zu beschreiben und darin einzutauchen. In einem Film reicht mir eine einzige Einstellung, bei der ich die ganzen Details sehe.


    Davon abgesehen finde ich übrigens gar nicht, dass die Handlung aktuell durchrauscht. ich habe Folge 6 noch nicht gesehen, aber bis einschließlich Folge 5 folgte das ja schon mehr oder weniger dem ersten Buch, das ja im Übrigen in ähnlicher Weise ziemlich gesprungen ist, von den Two Rivers nach Shadar Logoth und nach Caemlyn, und huch, da gibt es noch Whitecloaks und Tuatha'an, und Wölfe, und einen Ogier und geheime Pforten, und schwupps sind wir plötzlich an einem ganz anderen Ort zum großen Endkampf... "Eye of the World" war alles andere als ein langsames Buch. Das kam ja erst später, als sich RJ in seiner eigenen Welt und seinem eigenen Plot verloren hat, und ein einziges Buch geschrieben hat, in dem nur ein einziger Tag vergangen ist...