Posts by Hina

    Salman Rushdie: Quichotte

    Absolute Leseempfehlung

    Ich habe das Buch sehr genossen, aber dennoch hat es mir beinahe das Herz gebrochen, vom sonst so liebevollen, menschlichen, lebensbejahenden Autor des magischen Realismus ein so Pynchonesques, geradezu zynisches Werk der Metafiktion zu lesen. Ich komme nicht umhin mich zu fragen, ob seine wiederholten schlimmen Erfahrungen doch sein Menschenbild beeinflusst haben (wer koennte es ihm verdenken).

    Darum geht es ja in meiner Frage nicht. Ausgehend von der Diskussion in disesm Thema haben wir bereits die Torsionswaffen durch ihre jeweiligen Feuerwaffenpendants ersetzt. Meine Frage bezieht sich darauf, eine gute Mischung aus Realismus und Balance fuer die Balestrina (irdisch eine fruehe Pistole a la Radschlosspuffer) zu finden, die dabei ob ihrer extrem geringen Ladezeit, die sich meines Wissensstandes nach physikalisch nicht erklaeren laesst, etwas aus dem Rahmen faellt. Darum wollte ich den augenscheinlich bewanderten Goltron nach seinem Urteil fragen.

    Skelettarius!

    Goltron : Mich wuerde Deine Meinung zu Pistolen interessieren. Ich fahre ebenfalls ganz gut mit den Werten der Torsionswaffen, mit jeweils verdoppelten Reichweiten-TP+ (inklusive der Negativen) um die Point-Blank-Eignung von Feuerwaffen darzustellen, und einer angepassten Patzertabelle. Natuerlich sind sie viel guenstiger und verbreiteter. Ausgeglichen wird das dadurch, dass es eine ganz schoen riskante Sache ist, eine Lunte entzuendet zu halten, also nur sehr teure Radschlossmodelle den urspruenglichen Vorteil der Torsionswaffen behalten, ueber laengere Zeit sofort einsatzbereit gehalten werden zu koennen. Die Ladezeiten der groesseren Modelle gemaess AvAr entsprechen dem historischen 2-3 Schuss-pro-Minute Konsens fuer Luntenschloesser in etwa, aber die Balestrina faellt da mit ihren 4 Aktionen extrem aus dem Rahmen. Sie aber als einzige zu schwaechen, ohne im Gegenzug einen Vorteil einzufuehren, saehe mein Pistolero in der Gruppe wohl ungern. Gibt es tatsaechlich einen Grund, warum eine Pistole dergestalt einfacher zu laden waere, als eine Muskete vergleichbaren Entwicklungsstandes? Der Grundvorgang des doppelten Ladens (Munition und Pulver) bleibt ja bestehen.

    Mal einfach so in den Wald hinein: Ich faende eine Funktionalitaet richtig lustig, bei der man sich Statistiken zu Spielen anzeigen lassen kann, also z.B. Auf welches Talent wurde am haeufigsten gewuerfelt? Wer hatte die meisten Patzer? Keine Ahnung, ob das ueberhaupt realisierbar waere. In jedem Fall noch einmal vielen Dank fuer die kontinuierliche Weiterentwicklung des Programms.

    Kannte die Nanduskirche eigentlich vor Borbarads Wiederkehr ihn als Alveraniar des Verbotenen Wissens? Oder wurde diese Assoziation erst in deren Zuge bekannt? Irdisch vor der G7 nicht, das ist mir klar, aber per Retcon aventurisch? Ich frage deshalb, weil sonst da das Anathema in RV wenig Sinn ergibt bzw. gar nicht erst notwendig waere, wenn nicht zumindest gewisse gebildete Schichten einen Alveraniar des Verbotenen Wissens kennen und Borbarad fuer dessen Inkarnation hielten.

    -Den Schwarzen Barden sekundiere ich von Herzen!

    -Das Hexalogicon und der Wolkenturm allgemein: eine bestimmte, atmosphärisch-tiefe und gleichzeitig wissenschaftlich-analytische Herangehensweise an die aventurische Magie a la Römer wurde da wunderbar ausgebaut.

    -Das Borbarad-Projekt mit seiner unschätzbaren, alle Eventualitäten abdeckenden Materialsammlung zur wohl intensivst beschriebenen Fantasy-Kampagne überhaupt.

    -Dere Globus: Wenn auch nie wirklich zur Vollendung gebracht ist die schiere Ambition des Projekts unübertroffen, und bis heute entdecke ich beim Erkunden dort bislang unbekannte Ideen oder Zusammenhänge.

    -Die Regionalbriefspiele und im Besonderen ihre jeweiligen Fanzines: Nichts leitet eine Spielsitzung stimmungsvoller ein, als den Spielern einen der bespielten Zeit entsprechenden Darpatischen Landboten (Bosparanisches Blatt, Fantholi, etc.) auf den Tisch zu legen und im Charakter erst einmal beim Stammtisch die letzte Zeitung zu besprechen.

    Ich muss ehrlich sagen, dass mich bei allem Respekt vor den unentgeltlichen Muehen Eures Teams das neuere Konzept zu Vesayama nicht wirklich abholt. Der draeuende Schatten einer Duesternis, vor welcher die imperialen Vesai entweder geflohen... oder von der sie ausgesandt wurden, der in den urspruenglichen Beschreibungen angedeutet wurde, fehlt mir etwas. Ich haette es interessant gefunden, ein im Gegensatz zu Draydalan "zivilisierteres" doch dabei nicht minder furchteinfloessendes Reich des Namenlosen zu beschreiben, das damit auch die Rolle dieses Gottes ein wenig mehr ins Graue rueckt. Dafuer haben wir nun das imperiale Meralis der Chrysotheos, aber dass dieses eher als Unterdruecker der Vesai statt "gone native" beschrieben wird, sehe ich als verpasste Gelegenheit.

    Ich für meinen Teil fände es ja irgendwie unterhaltsam, wenn redaktionell festgelegt wird, dass Rastullah eine Maske des Namenlosen ist und die Novadis also den Namenlosen verehren, ohne es zu wissen. Aber wünschen tue ich es mir nicht wirklich, nein. Zu heftig in den Auswirkungen auf Aventurien, denke ich.

    Das ist bei mir schon immer headcanon. Passt einfach zu gut.

    Das er ein Ea'Myr hat wir die Bildersuche wieder schwieriger gestalten. Und es ist nicht anzunehmen das er die bescheidene Demut und Scham besitzt es zu verdecken, eher noch in Szene zu setzen.

    Genau, darauf hoffte ich. Fuer Myriana als Herrin der Scherben z.B. habe ich ein sehr passendes gefunden, aber das war wohl ein Gluecksgriff. So etwas aehnliches in Albino-Juengling zu finden gelingt zumindest mir mit Google leider nicht.

    Myriana Sarostes Herrin der Scherben.jpg

    Ueberhaupt koennte man den Hintergrund der beiden Funkentraeger verknuepfen. Tionnin war ja als Tassilo Ziehkind der Malerin Daria Vindest, die in Methumis an den Bunten Mauern gearbeitet hat. Sie koennten sich also durchaus als Kinder ueber den Weg gelaufen sein.

    Verrueckter Gedanke, aber wie waere es mit einem Shingwa-Hebamme-Archetyp naechstes Mal? Der Tsaglaube, die generelle Kindlichkeit und (Achtung jetzt geht's ans Eingemachte) die Saugzunge zur gegebenenfalls notwendigen Vakuumextraktion praedestinieren unsere bunten Freunde doch geradezu fuer diese Rolle im Imperium. ;)

    Adliges Erbe muss ja nicht heissen, dass sie die Haupterbin einer so einflussreichen Bronnjarenfamilie wie der der Notmarks z.B. ist. Sie kann ja auch die Nichte des Grafen und damit Erbin des Gutes eines Familienzweigs sein, der mit jenem vom Patriarchen fuer die einen oder anderen Dienste belohnt wurde.

    Sehr seltsam uebrigens, dass Herold einen hoeheren SO erlaubt als Hofdame. Ein Herold ist ja per definitionem ein Ministerialer, waehrend die Profession Hoefling eher alles von der Leibzofe zum Erben abdecken sollte.