Posts by Luetzow

    Ich möchte für den DSA 5 Metaplot mal eine Lanze brechen bzw. den einen oder anderen Aspekt ansprechen, der in diesem Thread noch nicht thematisiert worden ist.


    - Die Offenheit des Sternenfall-Plots, wie sie im Almanach auf S. 239 ff. beschrieben wird (die vier Möglichkeiten, mit dem Sternenfall umzugehen), finde ich klasse! Das gibt dem Meister ganz explizit sandboxartigen Spielraum, wie ich ihn zuvor nicht kannte von DSA.


    - Gut finde ich auch, dass metaplotlastige Abenteuer und Kampagnen (Offenbarung des Himmels; Theaterritter; Wächter der Feenpforte etc.) häufig bereits mit Einsteigerhelden bzw. mittelmäßig erfahrenen Helden gespielt werden können. Davor brauchte man häufig, um die richtig coolen, zentralen Ereignisse (Zug der 1.000 Oger; Löwe & Rabe; 7G etc.) am Spieltisch erleben zu können, superkrasse Helden mit entsprechendem Leumund, was in meinen Runden leider recht häufig dazu führte, dass man nicht soweit kam um sie tatsächlich auch zu spielen.


    Insofern empfinde ich die mangelnde Überregionalität von Metaplot-Elementen (bei aller berechtigter Kritik) in diesem Aspekt sogar als Vorteil: in Albernia kann eine Heldengruppe nach Abschluss eines je nach Perspektive durchaus episch anmutende Geschehnisse bietenden Wächter der Feenpforte

    allseits als die 'Helden von der Holdenhöh' bekannt sein - in Gareth schreit danach erstmal kein Hahn. Aber das ist letztlich Geschmackssache...


    - Hier im Thread wird u.a. eine mangelnde Einbindung des Metaplots in den Aventurischen Boten kritisiert, v.a. im Vergleich zu ältern Botenformaten. Ich kann durchaus verstehen, dass, wenn man z.B. Teil des legendären Briefspiels war, das u.a. viele ikonische NSCs in der Form wie wir sie kennenlernen durften hervorgebracht hat (Waldemar den Bären nicht zu mögen, ist wie Hunde Treten ;) ), das jetzige Format als oberflächlich und inhaltlich dünn empfindet. Meine ganz persönliche Meinung zu den Inhalten älterer Boten, der ich vermutlich viel mehr 'casual' bin als Viele hier: Einiges war cool, und Einiges war überflüssig, sperrig und hat sich um sich selbst gedreht.


    Ganz allgemein ist die Dichte von (Meta-)Plotaufhängern pro gedruckter Seite Bote oder Regionalspielhilfe bei DSA 5 mMn höher als davor.


    Ich persönlich hoffe einfach, dass in Zukunft vielleicht doch die Entwicklung der RSH (soweit ich weiß sieben inkl. Havena in sechs Jahren sind wirklich recht mau) ein wenig mehr auf Touren kommt - wovon hoffentlich auch der Fortschritt des Metaplot profitiert - und dass 2021 uns einen versöhnlichen Abschluss mit einem grandiosen Banner der Treue beschert.

    Das Sterben des Einzelhandels stimmt mich insgesamt wehmütig,

    aber wer kommt noch beim Bummeln durch eine Fußgängerzone zu seinem Randhobby?

    Da hast du natürlich Recht. Dennoch: mein (Bonner) Laden z.B. teilt sich das Haus mit einem Comicladen - da gibt's schon mal Leute die in der anderen Etage fremdschmökern (mich z.B.). Zudem würde ich einfach den Schweißgeruch der Trading Card-Spieler vermissen - nein im Ernst: allgemein soziale Sachen wie Spieleabende, der Plausch mit Gleichgesinnten und ein Schwarzes Brett zur Spielrundensuche sollte man nicht unterschätzen.

    An sich sehe ich in der CF-Politik nichts verwerfliches. Es wäre aber natürlich schön, wenn der Produktausstoß langsam wieder zunehmen würde und damit meine ich in Form von Büchern und nicht die Kartensets, Würfel, oder andere "kleine" Gimmicks.

    Den letzten Satz kann ich so unterschreiben, aber was auf der Ratcon so angekündigt wurde, hört sich ja dementsprechend nicht schlecht an. Was das 'Verwerfliche' von CF angeht: ich habe gerade mit dem Inhaber des Rollenspielladens meines Vertrauens gesprochen und ihn nach seiner Meinung zu Ulisses' Crowdfunding bzw. CF im allgemeinen befragt.


    Dieses hat auf keinen Fall - wie in einem Statement von Ulisses geschrieben - irgendeinen positiven Werbeefferkt oder dergleichen. Im Gegenteil: am Beispiel Pathfinder führte er aus, dass die Hälfte seiner Stammkundschaft die Produkte dann eben nicht mehr bei ihm im Einzelhandel gekauft hat, und Neukunden kamen dadurch auch nicht hinzu. CF erreicht lediglich eine bereits existente Käufergruppe.


    Ich nehme mal mich als Beispiel: Im zarten Alter von 12 Jahren die erste DSA-Box gekauft, bin ich jetzt mit Anfang 40 in einem einträglichen Beruf und muss nicht auf jeden Euro achten. Dennoch habe ich bis zum letzten Tag der Havena CF-Aktion gewartet und bin dann erst dem durch all die erreichten Stretchgoals für mich unwiderstehlichen Angebot verfallen - und ich freue mich wirklich auf das Paket!


    Dennoch wird es bis zu dem Zeitpunkt an dem man Rollenspiele nicht mehr im Einzelhandel um die Ecke kaufen kann (und ich hoffe inständig dieser Tag wird niemals kommen) mein erstes und letztes CF sein, an dem ich teilgenommen habe. Der Grund ist schlicht und ergreifend dass ich nicht möchte dass der Einzelhandel und schlussendlich auch unser Hobby selbst darunter leidet, denn ob nun Crowdfunding oder frühere Eskapaden wie von Columbia Games, die versucht haben ihre Produktpalette nur noch selbst zu vertreiben, es geht im Prinzip immer um das gleiche: Gewinnmaximierung durch die Umgehung des Einzelhandels.


    Ich kann schon nachvollziehen dass Ulisses dem Erfolg von z.B. auf Kickstarter vertriebenen Brett- und Rollenspielen nacheifert, denke aber dass dadurch mittel- bis langfristig eher keine neuen Spieler und damit Käufer angezogen werden. Digitalisierung (ich würde kein Geld für ein Rollenspielprodukt im pdf Format zahlen, als Bonus zur gedruckten Version oder als Fancontent ist es allerdings cool) und verkürzte Verkaufswege wie bei Videospielen schaden unserem Randhobby mehr als dass sie ihm nutzen, denn für mich sind Rollenspielläden ein wichtiger Teil dieser Subkultur.

    Hallo zusammen erst einmal, da dies mein erster Beitrag im Forum ist. Habe das Video gerade gesehen. Für mich bleiben allerdings zwei Fragen offen.


    1.) Betrifft das Crowdfunding nur die Havena Retrobox, eine Sammleredition inkl. aller vorgestellter Paraphernalia (Heldenbrevier, CD etc.) oder die eigentliche RSH selbst?


    2.) Im Video kommt es für mich derart rüber, als wäre man voller (positiv naivem) Enthusiasmus in die Entwicklung der Havena RSH samt Paraphernalia eingestiegen und hätte sich dann finanziell daran übernommen. Nur gab es für die beiden bereits erschienenen, sehr gelungenen RSHs mit Ausnahme des Retro Schnickschnacks und der Waffenkammerbüchlein (ist in dem Fall ja bereits durch die Siebenwindküste abgedeckt) genau das gleiche Line-up an Paraphernalia (Heldenbrevier, CD, thematisches Abenteuer und natürlich die unvermeidliche Kärtchensammlung). Daher meine ketzerische Frage aus meiner vollkommen uninformierten Perspektive: Hat sich Ulisses mit dem Zusatzartikel Overkill der letzten Jahre verkalkuliert oder ist das ganze lediglich ein Testballon um zu schauen wieviel Geld man auch bei Kernprodukten wie RSHs durch Crowdfunding akquirieren kann?


    Für jedwede Antwort oder begründete Spekulation wäre ich dankbar.