Posts by Windweber

    -Kröten kommen im hohen Norden selten vor, vielleicht wäre eine Schwanzlurch auch passend für Krötenhexen aus der Region

    Vielleicht auch der Rubinsalamander, der in den Elfenlanden vorkommt, also ziemlich weit nördlich. Ein Moorfrosch könnte auch passen. Vielleicht auch die Blauunke.

    Wildkatzen kommen in Aventurien übrigens fast überall außerhalb Maraskans vor. Das Firunsbärchen wäre eine typische Katze für Nordaventurien. Auch die Nuala sind eine nordaventurische Katzenrasse. Aber auch die "klassische" Hexenkatz ist in Nordaventurien zu finden. Ebenso die Scheunenkatz und in Thorwal der Thorwaler. Mit Firnluchs und Schneeleopard gibt es auch potentielle machtvolle Vertraute. Ich will dir auf keinen Fall ausreden, noch eine coole Katzenrasse zu erfinden. Es kann nie genug Katzen geben! Aber dringenden Bedarf sehe ich da nicht.

    Da die Seherinnen von Heute und Morgen in ganz Aventurien verbreitet sind, nehme ich an, dass das auch für ihre bevorzugten Seelentiere, die Raben, gilt. Aber es schadet sicher nicht, noch ein paar Unterarten zu erfinden, da ist DSA dünn aufgestellt, das stimmt. Anders als viele andere Gottheiten des Zwölfgötterkultes hat Boron übrigens nur ein heiliges Tier und das überregional. Noch ein Hinweis, dass der Rabe weit verbreitet und überall bekannt ist.


    Bei einer nivesischen Hexe würde ich allerdings oft das Seelentier Wolf erwarten - immerhin können Nivesen sogar tatsächlich von Wölfen abstammen und mit ihnen fruchtbare Nachkommen zeugen und sich teils ohne Ausbildung in solche verwandeln - gerade solche mit Magiebegabung, die dann Hexen werden könnten. Ich weiß jetzt nicht, ob das zu viel des Guten wäre, aber eigentlich fände ich eine Wolfshexentradition ganz interessant.

    "Aus dem Namen bereits ersichtlich handelt es sich bei den Al’Drakorhim um Anhänger eines urtümlichen Drachenkultes, der sich dem Kampf gegen ‘bösartige Magie’ verschrieben hat. Die religiösen Zeremonien sind jedoch im Laufe der Zeiten verschwunden, so dass die Mitglieder als Söldner auftreten, die sich bevorzugt als Drachenjäger verdingen. Im Raschtulswall und in Mhanadistan liegen kleine Klöster der Al’Drakorhim, die als Zeichen ihrer Ordensmitgliedschaft eine Drachentätowierung auf der Stirn tragen." (Wege der Helden S. 233; DSA4.1)


    "Manche Hadjinim-Bruderschaften im Raschtulswall gelten als Krieger im Namen Famerlors, wohingegen sich die Al'Drakorhim aus dem Raschtulswall und Mhanadistan von Drachenkultisten zu Drachenjägern wandelten" (Wege der Götter S. 152)


    "Mit der zunehmenden Verweltlichung des Ordens ziehen die Krieger als Söldner durch die Lande" (Auf gemeinsamen Pfaden S. 64)


    AgP 61 nennt Abstinenz, Ehrenhaftigkeit, Härte gegen sich und dem Feind, Treue und Gehorsam sowie Verfolgung dunkler oder echsischer Magie als wichtige Ordensregeln. Einig sind sich aber alle drei DSA4-Quellen, dass der Orden sehr verweltlicht ist. Daher wird da kultisch nicht mehr viel los sein, was auch das Schweigen in Aventurisches Götterwirken erklären würde.

    Die meisten Kirchen lassen sogar nur willenstarke, besonders fromme Geweihte die Bibliotheken und Archive verwalten.

    Dafür werden sie dann aber nicht frisch Ordinierte kurz nach dem Noviziat einsetzen, sondern langjährig verdiente Priester*innen, die eben diese Qualitäten auch bewiesen haben.


    EDIT


    Wenn schon beim Phexi gilt:


    "Ein Phex-Geweihter ist jedoch immer in erster Linie Priester und erst in zweiter Linie Händler, Dieb, Betrüger oder ähnliches." (WdH 220)


    Wie sehr erst bei anderen Geweihten, die nicht auf ihre Tarnung achten müssen? Auch ein Hesinde-Geweihter, der in einer Bibliothek arbeitet ist in erster Linie Priester und dann erst Bibliothkar.


    "Alle Formen von Moralkodex beinhalten, wenn nicht ausdrücklich anders erwähnt, die Pflicht, den Glauben an die eigene Religion in der Bevölkerung zu festigen, das Lob der Gottheit zu predigen, Frevel gegen die Gottheit und ihre Prinzipien zu verhindern, Ratsuchende zu beraten, Frevler zur Umkehr zu bewegen und, wenn sie Reue zeigen, ihnen die Beichte abzunehmen." (WdH266)


    Wenn ein Hesinde-Geweihter in seiner Bibliothek sitzt und nicht den Glauben an Hesinde festigt, ihr Lob predigt, Frevel gegen sie verhindert, Leute berät, Frevler zur Umkehr ruft und als Beichtvater zur Verfügung steht, verstößt er gegen seinen Moralkodex. Mit allen Konsequenzen.

    (II) Ein anderer Novize der gleichen Kirche tritt, nach seiner Weihe, in einer Bibliothek zum Dienst als Schreiber/Zeichner an. Er ist ebenfalls schüchtern und arbeitet fast jeden Tag alleine an den Kopien von Schriftstücken. Irgendwann wird er zum Archivar und schließlich zum Bibliothekar befördert, jedoch besteht selbst dann seine größte zwischenmenschliche Interaktion darin Schriftstücke herauszugeben oder zur Stille zu ermahnen. Wenn er kann nimmt er an Predigten teil und bricht nie einen seiner Eide oder begeht Frevel.

    Warum sollte sich jemand weihen lassen, um dann als Bibliothekar statt als Geweihter zu arbeiten? Warum sollte Hesinde oder eine andere Gottheit ihn mit KE ausstatten? Warum sollte seine Kirche das anstreben? Meiner Meinung nach würde ein solcher frommer Bursche, der einen solch Hesinde-gefälligen Beruf anstrebt vielleicht Akoluth werden oder in einen Laienorden eintreten. Aber die Ordination würde er gar nicht wollen. Wäre nicht sein Weg. Wie nach Meinung der Salutaristen ein Magier Rondra auf seine eigene Art sehr gut dienen kann, kann auch dieser junge Mann Hesinde dienen. Aber in beiden Fällen halt nicht als Geweihter. Eine Ordination strebt man ja nicht an, um sich mit der Entrückung zu "bekiffen", mit Mirakeln besonders schwarf "pssst" sagen zu können oder besonders gelungene Kaligraphien für die eigene Wohnung anzufertigen. Die wird verliehen, um den Ruhm der Gottheit in der Bevölkerung zu mehren - und ja, dafür muss man mindestens gelegentlich mit Einzelpersonen und/oder großen Gruppen in Kontakt treten. Und ja - das machen auch Firun- und Boron-Geweihte. :)

    Kuhdung ist gar nicht so schlecht als Brennstoff. Gerade in Hochgebirgen wurde und wird er teils noch zum Heizen und sogar zum Kochen verwendet. In Afrika dient er teils mit Lehm und Stroh vermischt als Baustoff, in manchen Gegenden Indiens macht man gerade den Fußboden der Küchen aus gestampften Kuhdung. Siehe auch die Ditten, die noch in den 60-ern auf abgelegenen Inseln unter anderen für Kochfeuer dienten. In der Mongolei werden teils noch heute Pferdeäpfel verfeuert.


    Bei diesen reinen Pflanzenfressern ist der Dung relativ unbedenktlich, vor allem nachdem er über sehr lange Zeit (teils Jahre) gründlich getrocknet wurde. Allerdings ist er als Dünger wertvoller, darum suchte man in jüngerer Vergangenheit vermehrt nach Alternativen.


    Vermutlich riecht ein Dung- sogar angenehmer als ein Torffeuer, das einen sehr intensiven und eigenwilligen Geruch verströmt. Außdrücklich abraten will ich vom Verfeuern von Fleisch- oder Allesfresserkot wie Hunde, Schweine oder Menschen. Bei Pferden und Rindern sieht das für uns "verwöhnte" moderne Mitteleuropäer komisch aus, ist aber eigentlich gar nicht so daneben.

    Ja gut, da stehen den Aventuriern wieder Mittel, die wir missen müssen. Eine Ölheizung mit ewigem Öl würde diverse Probleme lösen (aber vermutlich auch neue schaffen). :D

    Und gut - Festum ist berühmt für seine Alchimisten. Wer weiß - vielleicht wird so manches reiches Patrizierhaus gewärmt, ohne je neuen Brennstoff zu brauchen? Die allermeisten werden meiner Meinung nach aber auch in ihren Wohnhäusern auf dicke Kleidung, noch dickere Bettdecken (die außen am Morgen knistern, weil sie gefroren sind) und körperliche Nähe setzen müssen, um weniger zu frieren. Oder auf Winderpelze - wir wollen die goblinischen Bürger ja nicht vergessen.

    Vielleicht ist es eine Bereicherung, einfach mal einen Blick über das Eherne Schwert hinauszuwerfen? Hier im Orkenspalter kann man einige Publikationen des Rakshazar-Projektes kostenlos herunterladen:https://www.orkenspalter.de/fi…file-list/13349-thorus84/

    Auf Memoria Myrana gibt es noch mehr.


    Ist überwiegend in Stein- bis Bronzezeit angesiedelt, hat aber auch Kulturen mit dem Geheimnis des Stahls. Es gibt High-Fantasy-Elemente und auch düstere. Aber insgesamt ist es recht bodenständig. Wenig Magie und Götterwirken. Ist halt direkt kostenlos verfügbar und funktioniert nach dem euch ja bekannten DSA-System.

    Aber auch bei primitiven Kohlekesseln sollte man nicht annehmen, dass die Bevölkerungsmehrheit es sich leisten kann, jeden Tag den ganzen Tag das ganze Haus zu heizen. Auch Kohle kann überwiegend für den Herd gedacht sein. Und Kohle kann ganz schön stinken, wenn der Abzug nicht optimal funktioniert und gefährliche Gase können sich im Haus sammeln. Da muss alles sehr gut gebaut und in Schuss gehalten werden. Und auch hier gilt, dass die primitiven Heizungen eine geringe Effizienz aufweisen - viel Wärme geht einfach zum Kamin raus. Zudem sind die Häuser nicht gut gedämmt. Man braucht darum viel mehr Kohle, als es in einem "modernen" Kohleofen in einem einigermaßen modernen Haus. Da ist so ein Kohlekeller schnell voll, ohne einen warmen Winter zu garantieren. Vor allem, wenn man noch kochen will. Man macht sich keinen Begriff davon, in welchem Luxus wir heutzutage schwelgen. ;)

    Wobei auch Kachelöfen selbst in wohlhabenden Bauernhäusern oft nur wenige Tage im Jahr, z. B. zu Weihnachten, befeuert wurden. Brennstoff war sehr zeit- und kraft- oder aber kostenintensiv zu beschaffen und was man hatte, brauchte man für die Küche, die dadurch nebenbei gewärmt wurde - als einziger Raum im Haus. Der Kachelofen in der guten Stube war etwas für besondere Anlässe.

    Warum lässt man sich Kor weihen? Für die Ekstase des Kampfes und ein Leben, das so korgefällig wie möglich ist, wäre die Weihe absolut überflüssig. Das Jahr im Noviziat bedeutet ja erstmal keine Schlachten mehr. Es heißt die Schulbank drücken und Menschenkenntnis, Überzeugen, Götter/Kulte, Kriegskunst, Lesen und Schreiben und Heilkunde: Wunden lernen. (Quelle: WdH227). Der Bonus für Infanteriewaffen +1 ist bei dieser Ausbildung übrigens ziemlich zu vernachlässigen. Das ist eine Geweihten- keine Kämpferausbildung (natürlich auch, weil eine einigermaßen kompetente Kampfkunst schon Grundvoraussetzung ist. Aber auch nur drei bewaffnete Nahkampf-Talente auf 7, damit beeindruckt er niemanden).


    Warum legt man gerade auf Götter/Kulte so gehobenen Wert bei Kor-Geweihten? Meiner Meinung nach, weil sie eben als Religionslehrer tätig sind und das Wissen um die Zwölfe und ihre Kinder auch in den hintersten Winkel der Söldnerlager und die letzte Ecke der Gladiatorenschule tragen, wo kaum eine andere Geweihte sich hin verirrt. Sicher, dabei ist nicht an Schulklassen zu denken mit Pult, Tafel und Federkiel. Eher an Gespräche, die man abends am Lagerfeuer führt, nach denen man sich gar nicht bewusst hat, wie viel man gelernt hat. Aber ja, auch ein Kor-Geweihter ist auf seine eigene merkwürdige Art ein Religionslehrer.

    "Iloinen Schwanentochter, die als leibhaftige Tochter Ifirns und Enkelin des Himmelswolfes Reißgram gilt, kämpft nun mit dem Ifirns Rudel, einer Gemeinschaft aus Wölfen, Wolfsmenschen, Elfen und Hexen, gegen die Schrecknisse des Nagrach-Eises und hat ihre Aufgaben als Vorsteherin des Festurner Wintertempels anderen Geweihten übergeben." (Wege der Götter S. 102)


    "Ifirn wurden Vierlinge aus Schwaneneiern geboren, die Silberschwäne. Die erste war Nidari, die älteste und Tochter des HimmelswolfesGorfang, Wächterin über das alte Gesetz der Jäger, nicht unrecht zu töten" (WdG101)


    Das Ifirnsrudel dürfte eine perfekte Brutstätte für Synkretismen sein. ^^

    Mada ist da sicherlich ein interessantes Thema:


    “... von den Elfen als größte der Lichtelfen verehrt, von den Nivesen als erster Mörder verflucht, von den Tulamiden und Almadanern, aber auch manchen Hexen, als Bringerin der Träume und der Magie angesehen, sind die Verehrungsformen der Hesindetochter Mada höchst widersprüchlich...” (Kirchen, Kulte, Ordenskrieger S. 107)


    "Eher gefürchtet und als erster Mörder verflucht denn geliebt wird Mada der Mörder bei den Nivesen. Er tötete die Kinder der Himmels wölfin Liska und beendete so aus Neid und Habgier das gemeinsame Leben von Bruder Wolf und Schwester Mensch. Die Wölfe heulen in Vollmondnächten sein Mal der Schande an, das angeblich die erschlagenen Welpen auf einer silbernen Schale zeigt. Parallelen dieser Geschichte zu den zwölfgöttlichen Legenden über den Namenlosen werfen ein unheiliges Licht auf Mada- trotzdem ist auch er eine Gestalt, die den Menschen geben wollte, was den Göttern zustand (ein Kernthema aller Mada-Mythen)- und als solche auch in den Mythen der Borbarad-Kirche wiederzufinden." (Wege der Götter S. 151)


    Das halte ich aber auch für durchaus anknüpfungsfähig - es gibt ja Parallelen zum Zwölferkult.


    Zur Firun-Kirche heißt es in Wege der Götter S. 96: "Toleranz gegenüber Andersgläubigen: mittel, insbesondere gegenüber Nivesen"

    Diese Kirche hat die Gottheiten der Nivesen, die Himmelswölfe, ja als Alveraniare in Firuns wilde Jagd integriert. Ein interessanter Anknüpfungspunkt. Illoinen Schwanentochter ist eine schöne Verbindung beider Welten - eine Enkelin des Firun und Tochter Ifirns, aber auch Penttus, einem Sohn der Himmelswölfe.


    Und die Toleranz wird erwiedert: "Am Feuer eines einsamen Jägers oder umherstreifenden Nivesen wird ein Firun-Geweihter ein gern gesehener Gast sein." (WdG 99)


    Naturlich ist auch der Ifirn-Kult anknüpfungsfähig: "Toleranz gegenüber Andersgläubigen: groß, insbesondere gegenüber Nivesen und Elfen" (WdG 100)


    Interessant mögen heilige Orte der Himmelswölfe sein.


    "Auch Natur- und Geistergläubige wie Nivesen, Waldmenschen, Ferfyinas und andere Völker pflegen kein spezielles Pilgerwesen; dennoch kennen auch sie ausgewiesene Orte, an denen die Kräfte der Elemente und der Ahnen stärker sind als anderswo." (WdG 300)


    Solche Plätze mögen Pilgerorte für Firun- oder Ifirn-fromme Leute sein, die dort auch auf Nivesen treffen, sich austauschen und gegenseitig bereichern.


    Vielleicht auch interessant:


    "Dass dem Aventurier die Götter real erscheinen, schließt nicht aus, ja erlaubt es sogar, auch ‘Ungläubigen’ die Existenz ‘ihrer’ Götter zuzugestehen, auch, wenn man sie als nicht verehrungswürdig oder die darauf aufbauende Religion als grundfalsch ansieht: [...] Und da nicht überall kompetente Analysemagier oder Hesindegeweihte zugegen sind, hat auch eine Kaskju der Nivesen einen Anspruch darauf, dass ihre Heilungen als göttliches Wirken angesehen werden." (WdG 306; schlägt natürlich in eine ähnliche Kerbe wie die Sache mit den Alveranianen).


    Vielleicht auch ein interessanter Fakt: Der Kaiser des Mittelreiches hat traditionell den Titel "Protektor der Nivesen und Norbarden" (siehe z. B. hier). Im Mittelreich genießt eine nivesische Hexe damit vielleicht noch einmal einen besonderen Schutz, der in mancher Situation wertvoll sein könnte.



    Die Diversität, innerhalb der einzelnen Kirchen, ist schon so hoch. Dass es hier kaum eine allgemeingültige Schnittmenge gibt.

    Es gibt in meinen Augen sehr wichtige Schnittmengen aller Geweihter - sie wurden von einer Kirche oder einem Kirchenvertreter ausgebildet und haben Karmaenergie nach einer Ordination (Liturgie eines hochrangigen Geweihten) durch eine Gottheit erhalten.

    Außerdem gibt es 2 Besonderheiten in DSA die ebenfalls eine Verallgemeinerung schwierig machen:

    Die Spätweihe und Auserwählte.

    Das macht meiner Meinung nach die Sache nicht schwieriger. Spätweihe bedeutet halt, dass ein Spätberufener erst in höheren Alter in Amt und Stand eingetreten ist und vielleicht noch andere Fähigkeiten mitbringt, die er mehr oder weniger weiter nutzen kann. Am Amt und Stand ändert das nichts. Erwählte sind eben genau das: Erwählte und keine Geweihte. Eine andere Baustelle, die man gerne an anderer Stelle diskutieren kann.

    Ein Hesinde Geweihter kann sich als Lehrer verstehen, als Zensator, als Chronist, als Historiker und alles sonst was einen wissenschaftlichen akademischen Hintergrund bietet. Die allgemeingültige Schnittmenge aller Hesindegeweihter ist also "Akademiker"?! Nein – auch nicht zwangsläufig, denn Kunst ist ebenfalls ein Aspekt der Allweisen, also gibt es nicht nur die Gelehrten innerhalb der Kirche, sondern auch die handwerklichen Künstler.

    In allererster Linie wird er sich als Priester verstehen. Tut er das nicht, wäre er kein Geweihter geworden. Er wäre Zensator, Chronist, Historiker usw. geworden, also ein Gelehrter, kein Geweihter. Den Berufstand gibt es ja auch. Wäre er dazu besonders fromm gewesen, wäre er vielleicht Akoluth geworden oder in einen Laienorden eingetreten. Aber ein Geweihter wäre er in meinen Augen nicht geworden. Man wird ja auch nicht Pfarrer, um sich mit historisch-kritischer Exegese zu beschäftigen und ignoriert das Gesamtpaket, das am Pfarramt dranhängt. Man wird sich mit der modernen Bibelauslegung natürlich intensiv beschäftigen. Aber das Amtsverständnis wird doch weiter gehen als nur Exeget. Ansonsten hätte man halt eine akademische Laufbahn eingeschlagen, wäre Doktorant, Assistent und schließlich Professor geworden, aber doch kein Pfarrer. OK, es gibt durchaus Pfarrer, die in die Wissenschaft gehen, aber die würde man wohl nicht als solche erkennen, wenn man es nicht weiß. :D In höheren Rängen werden die klassichen "priesterlichen" Aufgaben natürlich immer mehr durch Verwaltungs- und Führungspflichten ersetzt. Einen Erzprätor wird man wohl nur noch zu besonderen Anlässen predigen hören.

    Wenn sich ein Spieler einen Hesindegeweihten bauen möchte, der sich selber als Maler begreift und auf Abenteuer geht, um sich "von den Wundern Aventuriens persönlich inspirieren zu lassen" aber insgeheim nach Ruhm strebt. Wollt ihr dieses Konzept verbieten, weil der Spieler nicht einsieht Punkte in "Heilkunde (Seele)" oder "Bekehren & Überzeugen" zu investieren?

    Nein, würde ich nicht verbieten. Dieser junge Priester wäre für sein Amt offensichtlich (noch) ungeeignet, aber dass Hesinde ihn akzeptiere zeigt, dass das wohl noch werden wird. Vielleicht muss er in die Welt hinausziehen, seine Hörner abstoßen und kann dann in den Dienst treten, wenn er etwas reifer und erfahrener ist? Wenn er aber nach seinem eigenen Ruhm statt des Ruhmes Hesindes strebt, würde es ihm langfristig(!) bei mir ähnlich ergehen wie Rhuane von Lowangen und ich würde ihm den Karmahahn zudrehen. Karma wird nicht zum persönlichen Vergnügen oder Eigenutz des Geweihten verliehen, sondern um die Gottheit zu ehren.

    An sich fände ich das Konzept aber gerade durch seine Abweichungen von der Regel interessant und spielenswert.

    Wer sich definitv als Seelsorger versteht, sind die Noenoiten.

    Ne, die verstehen sich eher als Seelheilkundige. Seelsorger und Psychater/Psychologen/Psychotherapeuten sind verschiedene Dinge (obwohl manche Leute beide Gebiete beherrschen und verbinden). Zudem ist es wichtig, Seelsorge nicht zu eng zu fassen. Schon irdisch hat sie über verschiedene Zeiten, Religionen und Konfessionen tausend Gesichter gezeigt und aventurisch ist das natürlich erst recht so. Der knallharte Kor-Geweihte, Söldnerhauptmann und Militärseelsorger hat sicher einen völlig anderen Ansatz als die verspielte Tsa-Geweihte. Wenn man Seelsorge zu eng fast, als Vier-Augen-Gespräch mit dem Pfarrer im Büro mit Termin (übrigens trifft dieses Klischee nur in einem geringen Prozentsatz der Seelsorgegespräche zu), wird man weder das eine noch das andere als Seelsorge erkennen. Diese Art von Ansatz wird man in Aventurien vermutlich auch eher selten sehen. Dort wird wohl Beichte und Bußleistungen eher das Mittel der Wahl sein, das man am häufigsten antrifft.

    Die Noioniten haben auch eine ganze Menge Laien in ihren Reihen - bis hin zu Hexen. Das sind nicht nur Geweihte.

    Wer sich definitiv als Respektsperson und Autorität versteht, sind die (bis zu 132) ordentlichen Inquisitionsräte.

    Darüber, ob alle Geweihte sich auch zwingend so verstehen, wurde ja keine Aussage gemacht. Wäre auch Quatsch. Tsa-Geweihte sehen sich wahrscheinlich oft eher als Kumpels. Eine Rahja-Geweihte empfindet diese ständige Verbeugerei und "Euer Gnaden, Euer Gnaden" vielleicht sogar eher lästig, weil die attraktiven Gläubigen diese Hürde erstmal überwinden müssen, um mit ihr in Harmonie Rahja zu huldigen. Der grimmigen Firun-Geweihten ist das Verhalten vielleicht schlicht egal.

    Das ist etwas, das von außen an sie herangetragen wird und ihrem Selbstverständnis entsprechen kann, aber nicht muss.

    Es gibt ja sogar in bestimmten Strömungen und Orden, deren Geweihte es ablehnen sich mit der menschlichen Gesellschaft groß zu beschäftigen.

    (Firungeweihte und Borongeweihte als Beispiel)

    Aber auch sie sind da, wenn man sie wirklich braucht. Auch irdisch gab und gibt es eremitische Priester*innen und "heilige Leute", die sich grundsätzlich zurückziehen und von Gläubigen in der Not oder aus anderen Anlässen mühsam aufgesucht werden müssen. Die allerersten Seelsorger der Christenheit waren genau das: Die Wüstenväter, die sich in die Wildnis zurückzogen und von Gläubigen aufgesucht und um Rat gefragt wurden. Genau so sehe ich viele Firung-Geweihte (wobei es auch unter denen Tempelpriester*innen in Städten gibt). Um diese Wüstenväter bildeten sich dann einige der ersten Klöster.

    absolute Respektsperson impliziert für mich mehr Respekt/Autorität als andere Respektspersonen. Und da stimme ich halt nicht zu.

    Absolut bedeutet "ganz und gar", nicht "höchste" oder "einzige".

    aber man muss schon ein ziemlicher Niemand sein, um überhaupt keine Privilegien zu haben.

    Mindestens 2/3 aller Aventurier dürften solche "Niemande" sein.

    Und warum schreibst du dann, dass du denkst, man dürfe sich nicht gegen Golgariten verteidigen ? Ich behaupte, man darf das sehr wohl. Golgariten sind eben kein Polizeiäquivalent, die dürfen (außerhalb der Rabenmark) nicht mehr als die Bannstrahler,

    Die Bannstrahler dürfen eine ganze Menge.


    "Die Ordensmitglieder [...] folgen dem Moralkodex der Praiospriesterschaft, als seien sie selbst Geweihte. Sie halten sich an sämtliche Vorschriften der Geweihtenschaft und legen diese teilweise deutlich genauer und strenger aus, als es manche Priester der gemäßigteren Richtungen tun, die eher versuchen, den Sinn hinter den Buchstaben zu ergründen." (Orden und Bündnisse S. 14)


    "Du bist wie jeder Geweihte der Zwölfe zum Gehorsam der Gottheit und den Vorgesetzten gegenüber verpflichtet, aber darüber hinaus darfst du als Praios-Geweihter niemals fragen oder auch nur zögern. (Anmerkung: Dass dies einen Praios Geweihten sehr wohl vor Probleme stellen kann, wenn sein gesunder Menschenverstand ihm eingibt, dass es Zweifel an einer Entscheidunggeben könnte, ist eine der Herausforderungen beim Spielen eines Geweihten des Sonnengottes.) [...]Du darfst dich in geistlichen Belangen keinen Befehlen außer den göttlichen und kirchenherrlichen beugen - in rein weltlichen Belangen aber gehört Gehorsam gegenüber weltlichen Autoritäten zur göttlichen Ordnung. [...] Du musst jeden Bruch eines Gesetzes beurteilen und, wenn nötig, ahnden (sofern das Gesetz nicht gegen Praios’ Willen gerichtet ist). [...] Neutralisiere Magie, wo immer möglich, und ahnde ihren Missbrauch. Das Gildenrecht hast du jedoch zu achten." (Wege der Götter S. 40 zum Moralkodex der Praiot*innen)


    "Doch die Gesetze binden jeden - insbesondere die Diener Praios'. So ein Magiewirker sich innerhalb der weltlichen Gesetze bewegt, sein Gildenrecht einhält und sich nicht gegen Götterrecht versündigt, ist sein Tun hinzunehmen." (OuB)


    Die Bannstrahler verfolgen ständig "Hexerei, Echserei und Ketzerei", halten sich aber immer strikt und Buchstabengetreu ans Gesetz.Sie mögen es biegen und dehnen, aber sie brechen es nicht.


    Aber wie gesagt: Darum geht es hier nicht. Wenn das Thema "Kirchen und Justiz" oder das Thema "weltliche und kirchliche Obrigkeit" weiter diskutiert werden soll, dann bitte in einem eigenen Thema. Ich bin gerne bereit, meine Meinung dazu zu vertreten, aber das gehört hier nicht her.

    Respektspersonen ja, absolut jedoch ganz sicher nicht. Gibt genug andere Schichten, die ebenfalls solche Privilegien genießen oder ähnlich respektiert sind.

    Niemand behauptet, dass sie die einzigen absoluten Respektspersonen wären.

    Auch erstreckt sich der Schutz, den ein Geweihter genießt, nicht auf seine Begleiter.

    Niemand hat das Gegenteil behauptet oder auch nur angedeutet.

    ...juristisch privilegiert, aber auch verpflichtet


    Ja, schon. Ist aber ziemlich nichtssagend, weil das irgendwie für jeden gilt.

    Ein Privileg, das für jeden gilt, ist per Definitionem kein Privileg.

    ...Mitglied einer komplizierten, großen Familie


    Nicht wirklich. Fast alle Kirchen erstrecken sich bis in Gebiete, die nicht zwölfgöttergläubig sind und haben entsprechend auch Mitglieder, die ebenfalls nicht an all die anderen Götter glauben.

    Das ist ein Grund, warum die Familie so kompliziert ist. ;)

    ...jemand mit einer besonderen Identität


    Das mit dem Namen gilt für Magier auch. Auch sonst kommen Namenswechsel häufiger in Aventurien vor, insbesondere, da das Konzept von Nachnahmen nicht überall etabliert ist.

    Hat ja auch niemand behauptet, dass das nicht auch auf andere Gruppen zutreffen würde.

    ...eine besondere Herausforderung für die ganze Gruppe


    Nicht wirklich. Sehr sehr viele andere Konzepte sind genau so herausfordernd.

    Hat ja auch niemand etwas anderes behauptet. Es geht hier aber um Geweihte, nicht um andere ebenso herausfordernde Figuren.

    Ich würde sogar fast sagen, jeder Charakter, der es wert ist, gespielt zu werden, sollte mit so viel Hingabe und Feingefühl mit Leben gefüllt werden und entsprechend berücksichtigt werden.

    Ja, aber das dürfte hier jedem klar sein. Geweihte haben dennoch ihre ganz eigenen Tücken, die nicht jeder andere Held hat. Sie sind etwas Besonderes und etwas Besonderes ist per Definitionem nicht jeder. ;)


    Also die Inquisition hat im Mittelreich haufenweise Sonderrechte, die sie quasi zu staatlicher Gewalt macht. Außerhalb sind sie es jedoch nicht. Die Golgariten sind es eigentlich generell nicht, außer in der Rabenmark so lange es diese gab. Die exekutive Befugnis der Magiergilden, welche von ihren Orden wahrgenommen wird, erstreckt sich ebenfalls ausschließlich auf Mitglieder genau der gleichen Gilde.

    Es hat ja auch niemand behauptet, dass z. B. die Militärpolizei im zivilen Bereich agiert.

    Und natürlich lässt der Text auch generell aus, dass staatliche Organe im Rahmen hoheitlicher Aufgaben sehr wohl auch gegen Geweihte vorgehen dürfen wie z.B. die Geschichte mit Nandus in Garethien eindrucksvoll zeigt.

    Das lässt der Text nicht aus, es hat schlicht keine Relevanz für ihn. WdG behandelt die Beziehungen von weltlicher und geistlicher Macht an anderer Stelle zu Genüge. Das ist aber nicht Thema dieses Threads. Man kann aber gerne einen eigenen dafür eröffnen - es ist durchaus ein komplexes und interessantes Thema.

    "Gemäß der Zwölfgöttlichen Ordnung ist es ein Frevel, die Häuser und geweihten Diener der Zwölfgötter (und ihrer halbgöttlichen Kinder) anzugreifen. Im Kriegsfall mögen Geweihte der Rondra oder des Kor (oder ein Angriff auf offenem Feld) oder generell ein getarnter Tempel oder Priester des Phex hier eine Ausnahme bilden. Bei letzteren ist der Angriff natürlich gleichermaßen strafbar, es können aber mildernde Umstände geltend gemacht werden , wenn der Angeklagte glaubhaft versichern kann, dass er nicht wusste, was oder wen er angriff. Explizit nicht als frevlerischer Angriff gilt eine Verteidigung gegen den Angriff eines Geweihten (auch wenn hier die Praios-Kirche deutlich anderer Ansicht ist und eine solche Verteidigung üblicherweise weltlich genauso bestraft wird wie ein Angriff)." (WdG 24)


    Zunächst einmal ist generell der Angriff auf Geweihte verboten (wenn auch mit Ausnahmen, wie von Schattenkatze dargestellt), die Verteidigung kann erlaubt sein. Dazu ist aber anzumerken, dass es auch in Aventurien ein Gewaltolygopol gibt, wie es irdisch i zwivilisierten Ländern ein Gewaltmonopol des Staates gibt. Gegen Gewalt, die innerhalb eines gewissen rechtlichen Rahmens von Exekutivorganen des Staates (z. B. einer Stadtgarde oder einem Büttel), der Magiergilden (z. B. die grauen Stäbe, Rohalswächter und Pfeile des Lichts) oder eben der Kirchen (z. B. Inquisition und Golgariten) ausgeübt wird, darf man sich meiner Meinung nach nicht einfach wehren - so wie es auch Widerstand gegen die Staatsgewalt und eine Straftat wäre, sich gegen Polizisten zu wehren, die den rechtlichen Rahmen einhalten.

    Grundsätzlich müssen sich Geweihte, ja gerade Geweihte, aber an die Regeln des irdischen und kirchlichen Gesetzes halten, sonst verlieren sie ihre Privilegien (wie ihren unantastbaren Status) und müssen mit mindestens(!) so harten Konsequenzen rechnen wie jeder andere auch.

    Das wäre meine Einschätzung.