Posts by Windweber

    Vielleicht einigen wir uns erstmal genau darauf, was wir unter dem irdischen Waffenknecht verstehen? Ein Vorschlag:



    Waffenknecht (auch Helm, Spiess oder Gleve; engl. man-at-arms, armsman oder coistrel, franz. Homme d’armes) war eine Bezeichnung, die vom Hochmittelalter bis zur Renaissance genutzt wurde, um einen Soldaten, fast immer einen gut im Gebrauch von Waffen trainierten Krieger, der als voll gepanzerter schwerer Reiter diente, zu zeichnen. Der Begriff könnte sich auf Ritter oder Edelmänner, und ihr Gefolge oder Söldner unter ihren Hauptmännern beziehen. Solche Männer konnten gegen Sold oder durch eine feudale Pflicht dienen.

    Also: Soldat, schwerer Reiter. Es können auch Söldner sein. Damit sprechen wir aventurisch vom Soldat in der Variante Schwere Reiterei oder vom Söldner in der Variante Schlachtreiter.

    Gebe ich den Begriff "Waffenknecht" in der Wiki-Aventurica ein, komme ich dagegen auf sehr verschiedne Treffer.

    Der Begriff kann einen Rang des Ordens des Gehörnten Drachen bezeichnen.

    Er kann einen leichten Andergaster Fußsoldatden bezeichnen.

    Er kann ein Mitglied einer mittelreichischen Lanze mit den von Schattenkatze beschriebenen Aufgaben bezeichnen.

    Er kann einen Rang der Bannstrahler bezeichnen.

    Die Bedeutung hängt damit hochgradig vom Kontext ab. Zu beachten ist auch, dass er einerseits zwei Berufe, andererseits zwei Ränge innerhalb zweier Berufe bezeichnen kann.


    Ähnlich vorsichtig muss man übrigens beim Wort "Krieger" sein, das zwar meist, aber nicht immer für Akademiekrieger steht. So heißt es in WdH 117:

    "Im folgenden Text finden Sie die Krieger unterschiedlicher Stammeskulturen eingehender beschrieben."

    Hier sind natürlich Stammeskrieger gemeint.


    Weitere Beispiele:

    "Die meisten jungen Krieger brauchen etliche Anläufe, um ein Gift mit ausreichender Wirkung herzustellen, und es kommt auch vor, dass ein unerfahrener und unvorsichtiger Krieger bei der Herstellung eines Giftes selbst den Tod findet." (S. 118)

    "Wie soll ich Dir den Krieger beschreiben, der mir da wortkarg und in Felle gekleidet gegenüber saß?" (ebd.)

    "Diese prägt sich zwar erst über die Jahre (weswegen wir sie unten nicht im Talentspiegel repräsentiert haben), aber es ist schon früh deutlich, welche Kriegerin Wollnashorn folgt und welcher Krieger Hirsch – und es ist selten, dass das Band zu einem Odûn gelöst und zu einem anderen neu geknüpft wird." (ebd.)

    "Hierzu wird sie in die Obhut eines erfahrenen Kriegers aus einer befreundeten Sippe gegeben, der sie ausbildet, als sei sie ein Mann. [...] Benutzen Sie die gleichen Werte wie bei dem herkömmlichen NovadiKrieger." (S. 120)

    "Wenn ein solcher Krieger in die Fremde zieht, dann vielleicht um eine Vision der Schamanin zu erfüllen oder eine Bluttat an seinem Volk zu rächen." (S. 121)

    "Als Krieger steht er in der Hierarchie seines Stamm ganz oben und ist sich dessen auch voll und ganz bewusst." (ebd.)

    "Bei den Stämmen, die im Orkland leben, halten die Krieger die Schwarzpelze auf Distanz." (ebd.)

    "In manchen Stämmen gibt es sogar Krieger, die die große Echsische Axt einzusetzen verstehen und darum unter ihresgleichen höchsten Respekt genießen." (ebd.)

    "Die Abschlussprüfung eines Derwisch besteht in aller Regel darin, dass er für eine kleine Gruppe Krieger die Segnung Rastullahs herabruft, während er diese auf einem Zug gegen verfeindete Stämme, Echsen oder fremde Eindringlinge begleitet." (S. 158)

    "Ein thara ist die Waffe, die sie ziehen, wenn es notwendig ist. Sie sind unerbittliche, harte Krieger für ihr Volk." (S. 164)

    "Krieger vom Orden des Schwarzen Raben" (S. 215)

    "Der geheimnisumwitterte Stamm Dervez ist kein Novadi-Stamm im engeren Sinne, sondern ein Sammelbecken für besonders entschlossene Krieger, und so verstehen sich die Beni Dervez auch als geistliche und kriegerische Stoßlanze Rastullahs." (S. 232)

    "Häufig werden Hadjinim mit persönlichen Missionen betraut, die bisweilen Jahrzehnte, manchmal gar bis zum Tod des Kriegers dauerten." (S. 233)

    "Dabei gilt die rechte Seite als Welt der Krieger und die linke als die der Geister." (S. 234)

    "Jede Frau, die in einer Amazonenburg aufwächst, erhält eine kämpferische Ausbildung. Nur wenige entscheiden sich dann, eine andere Profession als die einer Kriegerin zu wählen – nicht umsonst gelten bei Außenstehenden eigentlich nur die Kriegerinnen als wirkliche Amazonen. Und wo Disziplin und Gehorsam zum amazonischen Alltag gehören, bestimmen sie bei den Kriegerinnen das Leben in noch größerem Maße." (S. 96)

    "Insgeheim hoffen sie, sie könnten als echte Krieger berühmt werden." (S. 100, Anm. Schaukämpfer)

    "Der klassische maraskanische Krieger-Stil wird gern auf die Buskure (Königskrieger) Dajins des Frommen zurückgeführt, ist aber wahrscheinlich älter." (S. 112)

    "Daneben gehören natürlich auch die Anrufung der Geister großer Krieger, dierituelle Entseelung überwundener Gegner sowie die Austreibung von Besessenheit und Krankheit oder die Beherrschung von Geistern zu ihren Aufgaben." (S. 239)

    "Sollte ein Rikai-Priester nicht mehr das Gefühl haben, dass die Krieger seiner Sippe nicht mehr in der Lage sind, ihm den nötigen Schutz zu gewähren, sollten sie in blinder Blut- oder Kriegslust versinken oder von ihm aus anderen Gründen nicht mehr für die Gaben Rikais würdig erscheinen – dann wird er nicht zögern, sie ihrem Schicksal zu überlassen und seiner Wege zu gehen." (S. 240)


    Auch aventurisch hat der Begriff "Krieger" also ein breites Bedeutungssprektrum für alle möglichen kämpfenden Professionen - meist aber Akademie-, Stammes-, oder Ordenskrieger. Aber auch den maraskanischen Schwertgesellen wird ein klassischer maraskanischer Krieger-Stil zugesprochen und die elfischen Thara dürfen wohl als Stammeskrieger im weiteren Sinne gelten. Doch auch die Amazonen, die "hauptberuflich" kämpfen, werden als Kriegerinnen bezeichnet. Wie beim Begriff Waffenknecht kommt es auf den Kontext an. Wenn es aber unklar ist und man "Akademiekrieger" rät, hat man vermutlich meistens recht. :D

    Ich kann mir tatsächlich vorstellen, dass ein Korgeweihter ein Kind als Knecht annimmt und in kor-gefälligen Tugenden und Fähigkeiten unterweist. Wenn dieser Knecht alt genug ist, wird er ihn zunächst in die Schlachtreihen oder als Gladiator in die Arena packen und, wenn er sich dort beweist und als würdig erweist, in das eigebtliche Noviziat nehmen. Die Kor-Geweihtenschaft ist ja sehr dezentral, die Geweihten sind Individualisten. Einer mag ein solches Vorgehen ablehnen, ein anderer aber als ideale Methode sehen, einen guten Nachfolger zu finden. Im Grunde könnte er sich die Ritter mit ihren Pagen und Knappen zum Vorbild nehmen (freilich ohne es auch so zu nennen!) oder die Firun-Geweihtenschaft.


    "Die Geweihten der Zwölfgötter sind (neben ihrer hauptsächlichen Funktion als persönlich von den Göttern auserwählte Verkünder und Mittler zwischen Sterblichen und Göttern) Religionslehrer, Seelsorger und Ratgeber. Gesellschaftlich werden sie als die direkten Stellvertreter der höchsten Mächte im ewigen Kampf gegen das Chaos, das Böse und das Unrecht angesehen. Ihr Handeln sollte davon bestimmt sein" (Wege der Götter S. 22, DSA 4.1, Hervorhebung durch mich)


    Meiner Meinung nach hat auch ein Kor-Geweihter einen Lehrauftrag. Freilich wird jeder Geweihte diesem ein bisschen anders nachkommen, aber der von mir beschriebene ist in meinen Augen ein möglicher.


    Regeltechnisch würde der Junge wohl als Gladiator oder Söldner erzogen werden und dann eine sehr frühe "Spät"-Weihe erhalten.


    EDIT


    "Hierarchie innerhalb des Kultes: gering (nur wenige hochgestellte Geweihte, jeder einzelne Geweihte des Kor ist sein eigener Herr)" (WdG 54)


    "Die kleine Gemeinschaft der Brüder des Blutes weist für eine quasimilitärische Gruppierung eine erstaunlich offene Hierarchie aut an deren Spitze der Richter der Neun Streiche steht, der Herr des Fasarer Haupttcmpels." (WdG 55)

    Das aventurische Kriegswesen entspricht in vielerlei Dingen eher der frühen Neuzeit als dem Mittelalter. Das Söldnerwesen ist meiner Meinung nach sehr von dem aus dem 30-jährigen Krieg inspiriert. Man geht dorthin, wo es "Arbeit" gibt und wenn die andere Seite besser zahlt oder zu weit überlegen ist, läuft man auch mal über. Gerade Krieger und Schwertgesellen sind nicht per se einem bestimmten Herrn unterstellt und müssen auch nicht ein Leben lang demselben dienen - das ist ähnlich wie bei den Söldnern. Allerdings haben Schwertgesellen und Krieger einen umfangreichen Ehrenkodex, der ein Überlaufen eher nicht möglich machen sollte und anders als Söldner wohl auch eine höhere Loyalität zu ihrer Heimat. Da liegt wohl ein wichtiger Unterschied: Der Söldner frönt in erster Linie dem Gold, der Soldat dem Reich, der Krieger der Ehre, der Schwertgeselle dem Ruhm, der Rondrianer seiner Göttin. Jedem kann alles davon sehr wichtig sein, aber die Prioritäten sind verschieden. Also bitte nicht missverstehen: Dem Rondrianer ist die Ehre natürlich auch sehr wichtig und alle genannten müssen essen und brauchen etwas Geld.


    "Dennoch wird der Krieger, der sich mit seinem Kriegerbrief ausweisen kann, im einfachen Volk oft höher eingeschätzt als der Offizier einer Armee, wohl, weil er nicht einem Adelshaus oder einem Reich, sondern in erster Linie seinem umfangreichen Ehrenkodex verpflichtet ist" (WdH 103)


    "Wo Söldner nur das Gold sehen und Krieger den Erfolg eines Kampfes, ist dieser für die Rondra-Priester gleichsam ein heiliger Akt." (WdG 50)

    Das mit der Familientradition oder einem Ziehvater/Mentor habe ich überlegt weil ich irgend eine Idee brauche warum ein unerfahrener Held in frühen Jahren ohne große Kampferfahrung ein Korgeweihter wird.

    Hm... :/ Vielleicht hatte er auch eine Art Berufungs- oder "Gewitter-"erlebnis? Also z. B. einen Traum über einen Mantikor oder eine große Not, in der er Kor einen Eid leistete, um gerettet zu werden (so Martin-Luther-Style)? Oder er wurde als Oblat von seinen Eltern als eine Art Menschenopfer der Kor-Geweihtenschaft übergeben, die sich dadurch Schlachtenglück erhofften?

    Wieso ist da kein Krieger bei der Liste?

    Ein Krieger ist für mich nichts, was ich einen Knecht nennen würde. "Knecht" impliziert meiner Meinung nach eine Abhängigkeit und eine gewisse Unfreiheit.


    "Die niederen Stände und die Unfreien haben nur dann das Recht, eine Waffe zu tragen, wenn ihnen dies durch ihren Herrn ausdrücklich gestattet ist, beispielsweise im Dienst einer Bauernmiliz zur Verteidigung einer Baronie oder als bewaffneter Schutz einer Warenlieferung. In diese Kategorien fallen auch die gemeinen Soldaten, die ihrem Waffen nur im Dienst ihres Herrn führen dürfen." (Aventurisches Arsenals S. 130)


    Ein Krieger hat per se das Recht, eine Waffe zu tragen, ein Soldat benötigt dafür aber - je nach genauem Stand - die Erlaubnis eines Herrn. Sie sind von diesem Herrn also abhängig. Ein Soldat, der zugleich Reichsbürger ist, also ein städtisches Bürgerrecht besitzt oder zu den seltenen Freibauern gehört, hat aber auch das Recht, eine Waffe zu tragen. Ein Krieger ist in meinen Augen sein eigener Herr und kein Knecht. Natürlich kann er sich in den Dienst eines höheren Herrn stellen - aber halt freiwillig. Ein Knecht hat diese Freiheit nicht, er wird in den Stand geboren.


    Funfact: Wenn man "Landsknecht" in der Wiki-Aventurica eingibt, landet man automatisch beim Söldner.


    In Mittelaventurien spielen die Knechte wohl eher eine Statistenrolle. Und in einer solchen wird man nicht prominent. Aber in den Tulamidenlanden und Südaventurien sind die Söldner die Tonangebenden. Und in den modernen Gebieten Horasreich, Garethien, Almanda müssen die traditionellen Professionen den Söldnern immer mehr Platz machen. Gerade im Horasreich haben die Schlachtreiter (Söldner) den Rittern längst das Feld abgerungen.

    Das erinnert mich auch wieder dass im Reigen der Begrifflichkeiten hier noch etwas fehlt: Der Waffenknecht.

    In Aventurien gibt es drei Möglichkeiten für einen Ritterersatz durch "Knechte", würde ich sagen.


    Als "Ritter" ohne Schwertleite:

    "Ein Knappe, dem die Ehre der Schwertleite nicht zu Teil wird, trägt die Bezeichnung Edelknecht. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Edelknecht bis an sein Lebensende niemals die Ehre der Schwertleite erfährt." (Schild des Reiches S. 8 )


    Als Söldner:

    "Eine Besonderheit horasischer Heere sind die schwer gepanzerten Schlachtreiter einiger Condottieri, die sich damit von den Milizen der Städte und Einheiten kleinerer Konkurrenten abheben – und die höchsten Preise verlangen dürfen." (WdH 115)


    Als Soldatin:

    "Kaum einen Anblick kann derart beängstigend sein wie der frontale Sturmangriff der Reiterei im vollen Galopp, in schwerer Rüstung und mit gesenkten Lanzen. Da es sehr kostspielig ist, eine solche Truppe auszustatten und zu unterhalten, und ihre Effizienz sehr vom Gelände abhängt, besitzt nicht jedes Heer eine Schwere Reiterei. Die Kämpferinnen der Schweren Reiterei blicken nicht nur auf das Fußvolk herab, sondern fast ebenso verächtlich auf die Leichte Reiterei, die in der Regel vom Niederadel gestellt wird." (WdH 113)


    Aventurisch gibt es die (langsam schwindenden) stehende Heere mit Soldat*innen, Söldner*innen die bei Bedarf angeheuert und Landwehrhaufen, die bei Bedarf ausgehoben werden (meist wenig ausgebildete Bäuer*innen und Handwerker*innen). Um solche Trupps zu führen gibt es unter anderem Fähnriche von Kadettenanstalten, die aber im Schwinden begriffen sind.


    "Ein jeder Lehensnehmer hat die Pflicht, im Falle eines Krieges ein zuvor festgelegtes Quantum an Bewaffneten zur Verfügung zu stellen und dieses aus seinen eigenen Mitteln zu unterhalten. Er darf dazu in Übereinstimmung mit den ihm verliehenen Rechten seine Untertanen rekrutieren oder Söldner anheuern.[...]


    Die niederen Stände und die Unfreien haben nur dann das Recht, eine Waffe zu tragen, wenn ihnen dies durch ihren Herrn ausdrücklich gestattet ist, beispielsweise im Dienst einer Bauernmiliz zur Verteidigung einer Baronie oder als bewaffneter Schutz einer Warenlieferung. In diese Kategorien fallen auch die gemeinen Soldaten, die ihrem Waffen nur im Dienst ihres Herrn führen dürfen." (Aventurisches Arsenals S. 130)


    EDIT


    Ergil Arnhoff – Wiki Aventurica, das DSA-Fanprojekt

    Alrik Binsen – Wiki Aventurica, das DSA-Fanprojekt


    Demnach dürften Waffenknechte über die Profession Soldat abgedeckt werden.

    Ich sehe einen Ritter, der der Schwertleite für würdig befunden wurde (nicht jeder Knappe bekommt die Schwertleite, oder auch nur sofort mit Ende seiner regulären Knappenzeit) als Meister an, da es über dem Ritter nichts ritterliches mehr gibt in seiner "Sparte", aber Lehrling (Page) und Gesellen (Knappe) unter ihm.

    Der Vergleich hinkt halt meiner Meinung nach insofern, dass ein Geselle seine Ausbildung abgeschlossen hat. Es mag sein, dass er vor der Meisterprüfung nochmal ordentlich üben und lernen muss, aber er hat eine vollständige und vollwertige Ausbildung. Das Schwertgesellentum orientiert sich ja daran, insbesondere am Wandergesellen auf der Walz, der zwar seine Fähigkeiten bei verschiedenen Meistern seiner Zunft noch weiter verfeinert, aber sehr wohl auch schon praktiziert. Der Knappe ist aber noch fest an den "Betrieb" seines "Meisters" gebunden und nicht wie ein Geselle, sei es ein Handwerks- oder Schwertgeselle, freigesprochen.


    Man könnte die "Würdigkeit" des Ritters natürlich auch über das Raubrittertum zu erklären versuchen.


    "Nicht jeder Ritter befolgt die Tugenden und Werte, die er während seiner Knappenzeit gelernt hat. Statt die Armen, Schwachen und das Eigentum anderer zu beschützen, tun sich die als Raubritter bezeichneten Männer und Frauen durch Straßenraub und Plünderungszüge hervor. Die Gründe, warum ein Ritter zum Raubritter wird, sind vielfältig. Eine Möglichkeit ist schlichte Geldgier. Mancher Dritt- oder Viertgeborene, der keine Aussicht hat, jemals etwas zu erben, mag sich keinem anderen Adligen unterordnen. Stattdessen strebt er schnellen Reichtum an, ohne Rücksicht auf seine einstigen Eide zu nehmen." (Schild des Reiches S. 14)


    Ein solcher Ritter wird sicher nicht als würdig erachtet, Pagen und Knappen auszubilden.

    Fahrenden Rittern fehlen vermutlich schlicht die nötigen Ressourcen für die Ausbildung - Trainingsgerät, Unterbringung für den Schüler usw. Um als Lehrmeister tätig zu sein, wird man wohl erst ein Lehen übernommen haben müssen. Wieder andere sitzen auf ihrem Lehen, sind aber vielleicht zu alt, gebrechlich oder versehrt um Pagen und Knappen ordentlich unterweisen zu können.

    Für sich genommen reicht sicher keiner dieser Punkte, um den Mangel an "würdigen" Rittern zu erklären, aber in der Summe dürfte es am Ende doch an einigen fehlen.

    Das halte ich für eine sehr moderne Sichtweise.

    Wenn man die Ausbildung beendet hat, kann man es, und dann ist man soweit, es weiter geben zu können. Der Schmiedemeister muss ja auch nicht erst noch Jahre warten und solange alleine arbeiten, bis er einen Lehrling annehmen kann.

    Der Schmiedemeister hatte seine Ausbildung beendet und war dann Geselle. Als solcher hat er einige Jahre praktiziert - als fertiger, vollwertiger Schmied - und dann durfte er als Meister selbst Lehrlinge ausbilden. ;)

    Solche Geweihten-Dynastien sind eher selten, da es bei der Ordination und Prüfung durch die Gottheiten sehr auf das Individuum, seine Einstellung und sein Glauben, ankommt. Aber so etwas ist nicht beispiellos. Die Familie ab Djugan'Kaij scheint genau das zu sein. Völlig undenkbar ist es also nicht, aber halt eine Schneeflocke - aber welcher Held ist das nicht? ;)

    Um dem Kor geweiht zu werden, muss er aber als Individuum voll auf Kor eingestellt sein. Da stimme ich Ridetianer zu. Es wäre passender, wenn jemand, der eher geistig veranlagt ist, hart an sich arbeitet, um der Familientradition gerecht zu werden, als dass er schon von Beginn geweiht ist. Kor-Geweihte sind ja oft als Söldneroffizere tätig und für die ist Kryptographie durchaus ein interessantes Themenfeld, um Botschaften sicher zu versenden. Ganz unpassend ist das also nicht, auch wenn man vielleicht erstmal einen nandusgeweihten Strategen dahinter vermuten würde. Aber diese erste Intuition muss selbstverständlich nicht immer zutreffen.

    Ich würde vermuten, dass eine Ritterin erst ein paar Jahre in ihrem "Beruf" tätig sein muss, bevor sie selbst ausbilden darf. In welchem Gewerbe darf man denn direkt nach Abschluss der eigenen Ausbildung schon selbst Lehrlinge aufnehmen? In diesem Jahren könnte man freilich schon versehrt oder gar getötet werden und so als Ausbilderin ausfallen. :/


    In der jüngeren Geschichte spielen sicher Orkensturm und borbaradianische Invasion wichtige Rollen - sie dürften durchaus ein Vakuum an würdigen Ritterinnen erzeugt haben. :/

    Gerade die Akademie zu Baliho könnte man als eine aus der Not geborene Einrichtung zur Ritterausbildung sehen.

    "Dennoch kann nicht jeder Landadlige seine Zöglinge in die exklusive Lehre eines Ritters zu geben, dazu gibt es schlicht zu wenig Ritter, die würdig wären, einen oder mehrere Knappen auszubilden. Daher hat das Herzogenhaus zu Baliho schon vor geraumer Zeit eine eigene Kriegerschule gestiftet, in der die Tradition des edlen Kampfes mit Schild und Lanze noch hochgehalten wird. An dieser Schule müssen die Söhne des Weidener Adels (selten einmal auch der umliegenden Länder) in einer langen und harten Ausbildung ihren Wert beweisen: nicht nur im rondragefälligen Kampf mit Schwert, Axt und Hammer, sondern vor allem im Umgang mit dem Pferd werden sie gründlich geschult. Schon zu Beginn der Ausbildung erhält der Zögling der Akademie ein ‘eigenes’ Pferd zugeteilt und muss lernen, dessen Launen zu erkennen und zu meistern." (WdH 104)


    Die Kriegerakademie zu Neersand nimmt sogar nur Adlige auf und kann wohl als eine Art Kaderschmiede der Bronnjaren gelten. Es gibt also durchaus Kriegerakademien, die sich (primär) an den Adel richten. Die Krieger als bürgerliches Äquivalent zu den adligen Rittern, wie Wege der Helden es selbst an einer Stelle darstellt, haut also nicht ganz hin.

    Auch bei den Schwertgesellen gibt es solche, die eine adlige Abstammung zur Vorraussetzung machen: Adersin z. B. Aber auch der almadanische Caballero nach Dom Talfans. Andere Ausbildungsstätten sind dagen natürlich durchaus bürgerlich geprägt. Das Thema ist facettenreich und komplex.

    "Globulen sind eigene, große Welten und haben jeweils einen eigenen Kosmoskern – eine Erste Sphäre –, in der ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten wie der Lauf der Zeit, das Verhältnis der Räume, die Strömung der Kräfte und die Natur der Dinge festgelegt sind. Eine Störung dieses Weltenherzes kann die Globule verändern, verderben oder vernichten." (WdZ 361)


    "Von den Globulen unterschieden sind die Minderglobulen oder Nebenwelten, die unselbständig, weniger stabil und Blasen derselben Ordnung sind wie die Sphäre und Globule, aus der sie einst entstanden. Ihre räumliche Ausdehnung reicht von Haus- bis Weltengröße, und auch sie enthalten einen Kosmoskern, der ihre Eigenschaften festlegt. So ist etwa das entschwundene Zze Tha eine Minderglobule mit starker Beziehung und Ähnlichkeit zu der Dritten Sphäre der Globule, in der Aventurien liegt." (WdZ 361)


    Also es gibt Minderglobulen, die einst von einer anderen Globule (oder den sechs uns so vertrauten Sphären) abgetrennt wurden und die Eigenschaften der Mutterglobule weitestgehend teilen. Und es gibt 'echte' weitestgehend unabhängige Globulen mit eigenen Regeln, die sich stark von den Naturgesetzen anderer unterscheiden können. Einen Kosmoskern, ein Weltenherz, ein Weltengesetz, einen Urgund der Welt, einen Thesiskern des Kosmos, oder wie auch immer man es nennen mag, haben aber alle von ihnen. Zumindest nach meiner Interpretation.

    Sumus Griff, die Schwerkraft, hat auf Dere übrigens nicht die erste, sondern die zweite Sphäre als Quell, auch wenn die Gesetzmäßigkeiten, denen sie folgt, zweifellos Kha entstammen. Tharun wird aber seine ganz eigenen Regeln haben, da es wohl als eigene Globule gelten darf. Würde es den Regeln der uns vertrauten sechs Sphären folgen, müsste man zur Mitte der Hohlkugel in die Sonne fallen, nehme ich an. :/

    Die de facto schlechten Werte des Ritters waren aber meiner Ansicht nach keine Absicht - man hat nur die eigenen Mechaniken nicht durchschaut. :D

    Die Ritterin erhält drei Talente auf +7 und drei +5. Das ist schon recht herausragend. Extrem unglücklich ist natürlich, dass Adlig eine Vorraussetzung und kein automatischer Vorteil ist. Leider sind im DSA4.1-Generierungssystem Talente ja auserordentlich teuer, Vorteile und Sonderfertigkeiten aber günstig - darum gewinnen Schwertgesellinnen und Krieger da eindeutig, die davon prifitieren. Aber wie gesagt - ich halte das für ein unglückliches Versehen, das den Hintergrundbeschreibungen ja auch nicht gerecht wird. Ich habe darum an Ritter*innen Interessierten gerne empfohlen, einfach das Professionspaket einer ritterlich ausgerichteten Kriegerakademie zu nehmen und trotzdem "Ritter" auf den Heldenbogen zu schreiben und auch die Hintergrundgeschichte eines Ritters zu verfassen. So lässt sich das Problem umgehen. Ist nicht zu 100% sauber, aber sonst ist es auf jeden Fall doof.

    aber warum könnte "intere" ein Problem darstellen?

    Bisweilen wird "inter" als Kurzform von "intersexuell" verwendet. Das ist das I in LGBTIQ. Es bezeichnet Menschen, die sowohl weibliche als auch männliche körperliche Geschlechtsmerkmale haben. Der Begriff ist aber egentlich nicht abwertend, dass man ihn entfernen oder austauschen müsste. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, wo in diesem DSA-Buch er hätte fallen sollen. Darum überzeugt mich die Theorie nicht, dass es aus Gendergerechtigkeitsgründen passiert ist. Zumal um eine solche Ersetzfunktion einzusetzen, wie es hier wohl passiert ist, müsste man damit rechnen, dass der Begriff öfter fällt. Dass "inter" allein sehr umgangssprachlich ist, macht das auch nicht gerade wahrscheinlicher.

    Natan das stimmt selbstverständich. Aber dieser Unfall deutet nicht darauf hin, dass eine solche bessere Methode verwendet wurde, oder irre ich mich da? Bisweilen ist es erschreckend, wie wenig sich eigentlich beruflich damit Arbeitende mit Programmen auskennen und was für einen Murks sie verwenden. :-/

    "Inter" ist ja auch keine ungewöhnliche Buchstabenkombination. Kommt ja auch in International, Interreligiös usw. und nicht nur in Intersexuell vor. Und wenn man da fürchten würde, jemandem auf den Schlips zu treten, würde man doch mit der Suchfunktion jeden Fall betrachten, wo das vorkommt, um entsprechend umformulieren zu können, wo es nötig scheint. Man entfernt doch nicht pauschal ein Wort vollständig aus einem Text. Und selbst wenn ich "Moha" durch "Waldmensch" ersetzen wollte, müsste ich doch wegen Kasus und Numerus jeden Fall einzelnd betrachten. Sonst habe ich statt "Mohas" ja "Waldmenschs".

    Ich vermute, da hat sich schlicht jemand verklickt - "inter" gesucht und versehentlich auf "ersetzen" bei leere "Ersatzzeile" geklickt. Da muss man in meinen Augen nicht gleich irgendeine böse Ideologie reininterpretieren. Unfälle passieren.