Beiträge von C.HAMAELEON

    Schon ist es geschehen: Die möglicherweise endgültige Inkarnation vom ersten Felian-Band, DIE DREI HERRJE, befindet sich nun im Archiv dieses Forums und kann ab jetzt – nach erfolgter Prüfung und Freigabe – durch Klick auf den Link in meiner Signatur oder in meinem Nutzerprofil gelesen und heruntergeladen werden.


    R. EISSWOLF


    DIE DREI HERRJE

    EINFACH IRGENDWAS MIT DREI


    Auftaktband zur aventurischen Romanreihe um Felian und seine Gefährten

    Ca. 580.000 Zeichen auf 298 Seiten




    Willkommen im hinterwäldlerischen Andergast, Fremder, belächelt dieses verschlafene Städtchen – so lange Ihr es noch könnt!

    Und dies erwartet Euch:


    Andergast im Traviamond des Jahres 1022 BF.

    Die durch den Thronraub und der darauf folgenden Kö­nigslosen Zeit entstandenen Wirren gehen zu Ende, die Situation im Reich beginnt sich nach der Inthronisierung von König Efferdan wieder zu normalisieren. Für eine Handvoll Leute hingegen verliert das Leben jeglichen Rest von Normalität und droht ins Chaos abzu­tauchen.

    In der Königsstadt:

    Ein sehr mäßig begabter Kampfmagier, frischer Absol­vent der Magierakademie, sucht verzweifelt nach seinem Zauberstab. Ein stets schmutziges Straßenmädchen und ein junger Trunkenbold, beide bereits mit mehr als ge­nug eigenen Problemen beladen, sind genötigt, ihm dabei zu helfen.

    Alle drei müssen sie sich der entscheidenden Frage stel­len: Wel­cher Weg muss gegangen werden, um seine eige­ne Bestimmung zu erfahren und erfüllen zu kön­nen?


    In diesem Roman kommen wahre Schurken vor!

    Auch solche Personen, welche möglicherweise bestrebt sind, wah­re Schurken zu sein, sind hier zu finden.

    Die Suche nach wahren Helden hingegen dürfte sich als schwierig erweisen.




    Zu Fuß durch die Archiv-Seiten wühlend oder aber gleich von hier aus geht es dann hoffentlich auch:

    HIER KLICKEN




    Bald schon, zum nächsten Monatsanfang, wird hier dann hoffentlich zum zweiten Felian-Roman Vollzug gemeldet werden können.

    Muss ich mir Gedanken um dein Wohlbefinden machen, C.HAMAELEON ?

    Darfst du gerne tun – wenn dir denn danach ist und du es kaum noch bändigen kannst. ;-)


    Hmmm… Und Glück gehabt. Denn: Wäre ich Moderator müsste ich dich jetzt wohl doch daran erinnern, dass auch dieser Faden hier ein Thema hat und du – nicht zum ersten Mal – den Besuchern dieses Threads einen Beitrag schuldig geblieben bist. ^^


    Wir können uns aber auch diesen hier teilen:


    SAILS OF CHARON


    :whistling: Als das Ding rauskam hatten sogar wir zwei noch nicht diese zerknitterten Visagen, die wir jetzt so durch die Welt tragen, was?

    Nicht gerade heimelig hier


    MYSTERIÖSE ORTE, Anthologie

    Verlag der Schatten



    13 Kurzgeschichten und ein Gedicht über Orte, die deutlich – und noch deutlicher – anders sind, als sie eigentlich sein sollten.

    Achtung: Es ist nicht ganz auszuschließen, dass man nach Lesen dieses Bandes zu erhöhter Schreckhaftigkeit tendiert und eventuell auch dazu übergehen wird, an einstmals für sicher befundenen Orten unspezifische Geräusche zu hören und am äußersten Rand des Blickfelds plötzliche Bewegungen wahrzunehmen.

    Die gute Nachricht: Das vergeht wieder.

    Die weniger gute: Weil einfach alles irgendwann wieder vergeht.

    Zumindest ist dies weitverbreitet wissenschaftlicher Kanon. Allerdings ist fraglich, ob Wissenschaftler auch wirklich schon unter jede in dunkle Keller führende, laut knarrende und ächzende Treppe geschaut haben. Und stets auch wieder von dort zurück kamen, um von ihren Beobachtungen berichten zu können…


    Doch versuchen wir es wieder etwas sachlicher.

    Lokalität ist also der große Oberbegriff, unter dem sich die in diesem Band publizierte Belletristik versammelt. Es sind Orte mit ganz spezieller Charakteristik, die die Handlungsstätten der hier niedergeschriebenen Geschichten und des Gedichts darstellen. Der Titel dieses Bandes lässt ahnen, in welche Richtung es gehen wird. Und tatsächlich: Es wird nicht unbedingt immer gruselig, in jedem Fall aber unheimlich, mysteriös. Denn ganz gleich, ob es sich bei dem Ort der Handlung um eine archäologische Ausgrabungsstätte handelt, um eine verfallene Ruine, einen stillgelegten Vergnügungspark, ein altehrwürdiges, lange schon verlassenes Luxushotel oder gar um eine Bohrinsel, einen Zug, ein komplettes Dorf auf einer Insel – allen diesen Orten ist gemein, dass sie anscheinend für ungewöhnlich lange Zeit menschenleer waren. Und wie das mit solchen vereinsamten Orten manchmal eben so ist, könnte es wirklich gute Gründe dafür geben, ihnen auch weiterhin fern zu bleiben.

    Aber Mensch wäre nicht Mensch, würde er nicht so häufig den mehr oder minder deutlich lesbaren Warnhinweis vor solchen Orten ignorieren.


    Und so eröffnet sich dem Leser mit diesem Band ein bunter, abwechslungsreicher Reigen mit Geschichten, welche man im Idealfall auch nicht etwa in der überfüllten U-Bahn sondern wirklich lieber an ruhigen, einsamen Orten liest um in den Genuss des vollen Programms zu kommen, inklusive den Gänsehautmomenten und dem bei gehetztem Kichern einsetzenden Nachdenken über die Ursachen verschiedener nächtlicher Geräusche, wie etwa dem bis gerade eben ganz sicher noch nie zuvor vernommenen Knackgeräusch in dieser Wand dort oder dem schrittgleichen Knarren von der zum Schlafzimmer hinauf führenden Treppe. Brrr…

    Sie kommt vor in diesem Band: Die klassische, tragische Geistergeschichte um eine zu erlösende Seele; ebenso findet sich der gute, alte Familienfluch, den es endlich auf einem alten Anwesen zu brechen gilt; die Clique neugieriger Jugendlicher ist dabei, die sich wegen einer Mutprobe auf unheilvolles Gelände wagt und dort den ultimativen, absolut tödlichen Horror erfährt; Rachsucht über den Tod hinaus lauert mancherorts; aber auch weniger ätherisches sondern eher an verschiedene wissenschaftliche Grenzbereiche angelehnte Phantastik kommt vor, welche sich unter anderem durch Sprünge durch Raum und Zeit äußert, und sogar in den Nicht-Raum, in die Nicht-Zeit, ins buchstäbliche Nichts also führt ein Weg, und dieser ist selbstverständlich Einbahnstraße…


    Auch für diese Rezension gilt dass ich nicht für alle Geschichten, die es verdient hätten, die erforderliche Zeit aufbringen kann um mich mit ihnen hier zu befassen und ich mich somit auf diese beschränken muss, die meinen ganz persönlichen Geschmack am meisten treffen. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, und somit mögen die Bestenlisten anderer Leser völlig zu Recht gänzlich anders aussehen.

    Folgende Stories – in nicht wertender Reihenfolge gelistet – sagen mir am meisten zu.


    DAS DACHZIMMER IM KOPF, von Daniel Huster

    Zwei Erzählebenen, die wie auf einer einzelnen Spur fahrende Züge aufeinander zurasen, dazu zwei Protagonisten, die bei dem was sie tun vollkommen glaubhaft und echt wirken. Sehr schön ebenfalls, wie der Autor mit der Energieanzeige des Laptops als Metapher auf die Endlichkeit der Dinge verweist und mit ihr wie mit einer runterzählenden Uhr Stress erzeugt und auch den Leser unter Druck setzt. (Drei, zwei, eins.) Eigentlich mag ich ja keine Geschichten in denen Schriftsteller als Protagonisten vorkommen. (Und jetzt ist Schluss?) Aber diese hier ist anders. (Stirn abwischen.) Ganz anders sogar. (Und ja, jetzt ist Schluss.)


    DIE MEERJUNGFRAU (Ruben Brüstle)

    Eine Bohrinsel in der Nordsee. Bei Erreichen ist sie menschenleer, niemand weit und breit zu sehen. Einzig anhand eines aufgefundenen Tagebuchs kann der Leser sich Vorstellungen darüber machen, was sich hier schauriges zugetragen haben dürfte.


    HEIM DER KATZEN (Johannes Harstick)

    Ein altes, verlassenes Haus am Rand der Ortschaft, Gerüchte von schlimmen Menschenexperimenten gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Und ein wirklich armer Kerl, der jetzt, in der Neuzeit, bei Einbruch der Abenddämmerung in genau dieses Haus hinein muss…

    Eine dieser Geschichten, die Leuten ohne Angst vor Dunkelheit eine solche durchaus begreiflich machen können. Dabei gibt es natürlich kaum vernünftige Gründe, Dunkelheit zu fürchten. Es sollten eher jene Dinge sein, die sich in solcher Dunkelheit befinden könnten, welche zu fürchten sind.

    Ich muss gestehen, dass ich seit dem Lesen dieser Geschichte eine Überempfindlichkeit an Füßen und Waden entwickelt habe; selbst ein leichter Luftzug, der meine Knöchel wie ein Hauch umspielt, wenn ich mich nachts mal ins Badezimmer begebe, lässt mich oftmals zusammenzucken und hektisch den Boden um mich herum absuchen. Sollte ich dabei jemals schnelle, klopfende Geräusche vernehmen, wie sie etwa klingen könnten, wenn jemand – eher etwas – auf seinen Ellenbogen eilig durch die Dunkelheit auf mich zukrabbelt, werde ich mich schreiend umdrehen und rennen, ganz egal wohin, nur weg.


    Die folgenden Geschichten nun sind für mich nicht nur aufgrund ihrer Seitenzahl die Schwergewichte dieses Bandes.

    Beide Stories sind ziemlich nah an 100.000 Zeichen dran und somit um ein mehrfaches größer als die anderen Geschichten. Ihre Autoren belegen eindrucksvoll und überzeugend, dass sie ihr Handwerk beherrschen, denn sie nutzen geschickt jede zusätzliche Zeile, um ihren Stories mehr Farbe, mehr Gestalt und somit mehr Leben zu verleihen, so dass das Lesen dieser Geschichten aufgrund der großen Ausdruckskraft ihrer Autoren zu einem durchaus genussvollen belletristischen Ereignis wird.

    Beide Geschichten im einzelnen:


    GRAND HOTEL (Julia Annina Jorges)

    Der Harzburger Hof, seit Jahren leerstehendes Luxushotel bei Bad Harzburg, soll endlich wiedereröffnet werden und eine Architektin macht sich daran, Grundstück und Gebäudezustand für ein Gutachten zu dokumentieren. Dabei häufen sich so nach und nach die Anhaltspunkte, dass irgendetwas hier mit diesem Gebäude ganz und gar nicht in Ordnung ist, verdichten sich schließlich die Hinweise zu einem sehr konkreten Bedrohungsszenario, in dessen Finale es um Leben und Tod geht…

    Diese Geschichte hat sehr viel von jenem gewissen Etwas, welches dafür sorgt, dass man sich auch Jahre später noch gut und vor allem gerne an sie erinnern wird.

    Was sie neben den phantastischen Elementen, die in einem Band wie diesem eigentlich auch ziemlich sicher kommen müssen, zu einer wirklich phantastischen, zu einer tollen Story werden lässt sind vor allem die vielen Einzelheiten, die ich mit großer Begeisterung aufnehmen konnte.

    Der Hintergrund dieser Geschichte ist real, das Gebäude des Harzburger Hofs, welches tatsächlich über Jahrzehnte hinweg ein Nobelhotel und sogar ein Spielcasino beherbergte, wurde erst vor kurzem, in der zweiten Jahreshälfte 2017, endgültig dem Erdboden gleichgemacht; unter anderem deshalb, weil es nach wiederholten Bränden in neuerer Zeit als einsturzgefährdet galt.

    Die Autorin liefert mit dieser Story hier eine phantastische Erklärung dafür, was zu den Bränden in den letzten Jahren geführt haben könnte und warum die bisherigen Versuche, den Betrieb wieder aufzunehmen, scheiterten. Es würde innerhalb einer phantastischen Welt auf phantastische Weise wirklich gut passen. So entstehen Mythen.

    Man merkt dieser Geschichte die sehr gründliche Recherche und auch die umfassenden Ortskenntnisse, das ausgiebige Hintergrundwissen der Autorin an. Die Schilderungen wirken allesamt sehr authentisch und erzeugen beim Leser schnell die Gewissheit, dass da jemand genau weiß wovon er schreibt. Man fühlt sich beim Lesen von kundiger Führung an die Hand genommen, die Beschreibungen erzeugen beinahe greifbare Substanz, fast meint man wirklich da zu sein und durch die Räume und Gänge zu gehen; es verkommt dabei nie zu einer trockenen Aufzählung von Historie, Inventar oder dem nüchternen Schildern eines Bauplans sondern bleibt stets lebendig erzählt, wird so miterlebbar. Vor allem geschieht dies alles elegant nebenher, ist nicht erzählerischer Mittelpunkt sondern dient, ebenso wie die gleichfalls sehr gelungene Zeichnung der in der Geschichte vorkommenden Figuren und deren Beziehungen zueinander, der Schaffung einer Atmosphäre, die erstmal Normalität vermittelt, welche mit Fortschreiten der Geschichte, dem sich anhäufenden Wissen bei Protagonistin und Leser aber mehr und mehr als trügerisch erkannt wird, da immer weitere und immer beunruhigendere Details aufgedeckt werden, die letztlich jene sogenannte Normalität aufbrechen und irreparabel beschädigen.

    Wirklich starke Geschichte, ein großes Vergnügen – nicht gerade für die Protagonistin, sehr wohl aber für die Leser.


    NACH UNS DAS NICHTS (Tobias Habenicht)

    Vermutlich die allermeisten haben irgendwann schonmal die Erfahrung gemacht, dass ihnen ihr Webbrowser mittels eines Fehlers 404 mitteilt, die gewünschte Verbindung zu der vielleicht lange schon nicht mehr aufgesuchten Website könne nicht hergestellt werden; und oftmals bewahrheitet sich die bei solchem Ereignis sofort aufkommende Ahnung: Diese Website ist deshalb unauffindbar weil sie nicht mehr existiert. Auch kennen wir die manchmal große Geduld erfordernden Phasen – etwa wenn die Datenübertragung nicht verlässlich im gewohnt hohen Tempo sondern sehr deutlich langsamer stattfindet – in denen wir am Bildschirm zusehen können bzw. müssen, wie sich dort so nach und nach etwas aufbaut, Grafikelement für Grafikelement geradezu träge kriechend seinen Platz findet, für lange Zeit nichts wirklich sinnvolles angezeigt wird, das ganze lediglich wie ein sich manchmal monströs anmutender, hinkender Schritt zwischen einem Vorher und einem Nachher von was auch immer darbietet, wir mit den Fingern unruhig auf dem Tisch zu trommeln beginnen, während wir aus einer Schachtel kommend das klägliche Miauen von Schrödingers Katze zu vernehmen meinen, bis dann endlich die Darstellung am Bildschirm so steht wie sie sein sollte und der Rechner wieder bereit ist, auf irgendwelche Eingaben von uns zu reagieren.

    Was nun, wenn es sich mit der Wirklichkeit, der greifbaren und erlebbaren Realität außerhalb von Bits und Bytes also, ganz ähnlich verhielte? Wenn jenes Phänomen, welches wir als Realität bezeichnen, nun so langsam aber sicher vor allem aufgrund der in den letzten Jahrzehnten so sprunghaft und exponentiell angehäuften Erkenntnisse, die die Menschheit ansammelte, an die Grenzen des Darstellbaren geraten ist, der Cache-Speicher des Erlebbaren mittlerweile seine Kapazität erreicht hat und die Wirklichkeit dazu übergeht, immer öfter Teilbereiche dieser Realität nachzuladen und andere Teilbereiche, welche schon länger irgendwie ungenutzt waren, also nicht mehr erlebt wurden, aus dem sie bis dahin schnell wieder verfügbar machen könnenden Cache gelöscht werden und fortan ebenfalls bei Wiedergebrauch nachgeladen werden müssen – so sie dann denn noch wiederzufinden sind und deren erneuter Aufruf keine 404 produziert…

    Tobias Habenicht hat sich über solche, hier von mir nur als Annäherung und dazu unzureichend verbildlichte Dinge Gedanken gemacht und liefert als Produkt solcher Gedankengänge mit NACH UNS DAS NICHTS eine überaus packende Story über eine keinesfalls harmonische Gruppe von Freelancern, welche – von nicht all zu genau erwähnten Auftraggebern finanziert – weltweit äußerst beunruhigenden Vorgängen auf der Spur ist. Was als globale Forschungsreise beginnt, während der an den verschiedensten mysteriösen Orten Daten erhoben und Tests durchgeführt werden, gestaltet sich mit jeder weiteren erreichten Station immer mehr zu einem wahren Horrortrip mit nicht mehr bestimmbarem Zielort… »wo alles möglich ist.«

    Das Ding saß, und zwar die ganze Story, von Anfang bis Ende.



    Fazit:

    Ein ordentlicher Band, der den meisten Freunden dieses Genres gut gefallen dürfte. Abwechslungsreiche Beiträge von Autoren, die mehr als bloß lesbar schreiben können, herausgegeben von einem passend zum Verlagsnamen anonym im Dunkeln befindlichen Team welcher Art und Gattung auch immer.

    Kaufempfehlung? Aber klar doch. Für mich persönlich sind im Nachhinein betrachtet bereits die beiden vor allem stilistisch bärenstarken Beinahe-Novellen von Julia Annina Jorges und Tobias Habenicht Rechtfertigung genug für den Erwerb dieses Buchs.

    Ich hätte trotzdem gern noch ein paar Filme mehr mit ihm gesehen, idealerweise natürlich mit Aykroyd an der Seite.

    :-D

    … uuund autsch!

    Bei diesem so leichtfertig dahingeworfenen Satz scheint der uralte Echs ja wirklich versucht gewesen zu sein, den Leser mit den allermeisten der Deutungsmöglichkeiten, die die deutsche Sprache so hergibt, an den falschen Ausfahrten abbiegen zu lassen.

    ^^

    Gemeint war natürlich, dass ich gern noch ein paar Filme mit ihm mehr gesehen hätte, dass es also noch ein paar Filme mehr mit ihm als Darsteller geben würde, nicht etwa, dass ich mir zusammen mit John Belushi gern noch irgendwelche Filme anschauen wollte. Dem bin ich persönlich auch nie begegnet, glaube ich, es kam also auch nie dazu, dass wir uns gemeinsam mal irgendwelche Filme ansahen.

    Und auch das eventuell bei dem einen oder anderen Leser im Kopf erzeugte Bild, ich würde mir irgendwelche John-Belushi-Filme ansehen und dabei in Dan Aykroyds Armen liegen oder dieser in den meinen, oder gar wir beide würden gemeinsam mit John Belushi irgendwelche Dinge tun während im Hintergrund irgendwelche Filme laufen, war keinesfalls von mir beabsichtigt.

    Aber nun genug davon. Auch heute ist wieder einer dieser schrecklich heißen, trockenen Tage und nicht all zu weit von mir zirpen ein paar Grashüpfer; ich verschwinde also besser. Das Unersättliche Echsenwesen ist auch längst schon viel zu alt für dies alles hier… Schabenbiss und Rattenschiss, was tun die mir neuerdings in den Kaffee?

    Holli :-) Ach ja, der gute, alte John.

    Musste so zumindest nicht die gesamte Reagan-Ära ertragen… Ich hätte trotzdem gern noch ein paar Filme mehr mit ihm gesehen, idealerweise natürlich mit Aykroyd an der Seite.*

    Und wow: 30 Millionen Klicks hat das Stück mittlerweile!


    MY BRAIN IS HANGING UPSIDE DOWN




    NACHTRAG:

    * Eine vielleicht wünschenswerte Klarstellung gibt es HIER zu lesen.

    Eric Reed Boucher – Jello Biafra – zum 60sten.

    Alles in allem scheint er sich treu geblieben zu sein; ob einst mit den Dead Kennedys oder in neueren Zeiten mit der Guantanamo School of Medicine: Immer noch der bitterböse Spott in seinen Texten, der schwarze Humor und das Zeigen auf den unter den Teppich gekehrten Schmutz, dessen bloße Existenz von manch anderen weiter eifrig geleugnet wird.

    Wahrscheinlich kann er gar nicht anders.

    Kleiner Streifzug durch sein musikalisches Schaffen…



    Mit den Dead Kennedys


    KILL THE POOR (1980)

    WE’VE GOT A BIGGER PROBLEM NOW (1981)

    BLEED FOR ME (1982)

    THIS COULD BE ANYWHERE (1985)



    Mit Al Jourgensen von Ministry als Lard:


    BALLAD OF MARSHALL LEDBETTER (2000)



    Jello Biafra with The Melvins:


    SIEG HOWDY (2005)



    Jello Biafra and the Guantanamo School of Medicine:


    WEREWOLVES OF WALLSTREET (2013)

    2016 live beim Altavoz Fest in Medellin

    Dem Basis- und dem Experten-Set lagen damals jeweils ein Satz Würfel bei, die man erst noch mit einem Wachsstift ausmalen musste. Der Kunststoff ist von schlechter Qualität, die Würfel haben schnell ihre Ecken eingebüßt.

    Ich erinnere mich, dass vor allem der W20 im Knobelbecher den wohl leisesten Sound machte, den ich je erlebt habe. War sehr angenehm zu würfeln, fand ich.

    Hast du etwa auch noch die Charakterbögen aus der roten Box? Die hatten eine spezielle Beschichtung oder sowas, wenn ich mich richtig erinnere. Konnte man nahezu endlos dran rumradieren, ohne dass es zu irgendeiner nennenswerten Abnutzung des Bogens zu kommen schien.

    Mich würde echt interessieren, in welchem Zustand die nach dreieinhalb Jahrzehnten mit Sauerstoffkontakt noch sind.


    Schöner Thread hier! *NOSTALGISCHES LÄCHELN*

    DAS LETZTE GEFECHT




    Immer noch Gareth.

    Nach nunmehr zwei Wochen Aufenthalt, dem Enthüllen geradezu unerhörter verschwörerischer Geheimnisse, dem stets sehr knappen Bestehen zahlreicher Gefechte sowohl mit Waffe als auch mit Wortwitz ist es den Helden schließlich gelungen, den Oberschurken, einen wirklich in fast jede aventurienweit stattfindende Sauerei verstrickten Ränkeschmied skrupellosester Sorte, zu enttarnen und ihn gesellschaftlich praktisch zu vernichten.

    Nun soll es zum finalen, großen Gefecht gegen den Untergetauchten und seine letzten Getreuen kommen. Es stellt sich heraus, dass Oberschurke und letzte Getreue nicht etwa längst über alle Berge und weg sind sondern sich in einem geheimen Gemäuer direkt unter seinem Patrizierhaus inmitten Gareths versteckt halten. Da eine erneute Flucht befürchtet wird warten die Helden nicht das Eintreffen der sie unterstützenden Stadtgarde ab sondern dringen auf eigene Faust in Anwesen und Haus ein, finden schließlich den Zugang zu den geheimen Kellergewölben und erreichen letztlich den großen Saal, die tief unter Gareth gelegene Halle für den letzten Akt.


    Eine schwere, doppelflügelige Tür verschafft den Helden Zutritt zu diesem Saal mit beinahe zyklopischen Ausmaßen. Unmittelbar vor sich haben sie nun einen sehr protzigen Treppenabstieg, welcher die bestimmt sieben Schritt vom Eingang bis zum ebenen Boden des Saals hinabführt: Die erste Hälfte geht diese sehr breite Treppe an der Wand entlang, an welcher sich, neben Treppe und Saal nur mäßig erhellende Öllampen, auch zahlreiche Banner, Schilde, Helme, Waffen und sogar komplette Ritterrüstungen befinden; dann folgt ein 90 Grad von dieser Wand wegführender kleiner Absatz, der dann in wiederum im rechten Winkel weiterführende Treppe übergeht, deren Wand – die Unterseite der oberen Treppe – ebenfalls massenhaft metallisches, kriegerisches Deko-Zeugs enthält. Man hat also von der Tür bis nach unten quasi eine Rechtskehre von 180 Grad zu gehen, um unten im Saal anzukommen, welcher von einer langen, hufeisenförmigen Tafel für bestimmt 50 Leute dominiert wird.

    Diese ist allerdings weitestgehend verwaist, denn unser Oberschurke ist – hoffentlich – am Ende seiner Schurkenlaufbahn. Nur noch er und eine Handvoll letzter, bereits ziemlich abgekämpfter Getreuer sind dort.


    Noch oben an der Tür stehend schätzen die Helden die Lage ein. Dann zieht ANDERGASTER RITTER in großer Geste sein Schwert, lässt dieses – sein typisches einleitendes Ritual für einen Kampf – langsam und wie zum Schärfen über seinen Schild schleifen und ruft dann, mit der Schwertspitze auf Oberschurke zeigend, in Eins-A-Heldenmanier laut aus: »Seid Ihr bereit für Euren letzten Waffengang? Dies ist Euer Ende, Elender!« Dann begibt er sich als erster die Treppe hinab – wo er es sogleich auch schon bei Stufe Nummer Drei vollbringt, irgendwie mit seinen schweren Stiefeln an der Teppichleiste hängenzubleiben!

    Erst Stolpern, dann Stürzen, fast schafft es ANDERGASTER RITTERS Schild, sich kurz bei zwei diagonal gekreuzten Zweihändern an der Wand verhakend, den Sturz zu beenden, dann aber werden die Waffen scheppernd mitgerissen und das unfreiwillige Purzelbaumschlagen abwärts geht weiter; linkes Bein von ANDERGASTER RITTER reißt erste Ritterrüstung an der Wand mit, die wiederum stürzendes Eigenleben entwickelt und lawinenmäßig beginnt, die Wand leerzufegen… Kurz: Mit in diesem Saal wahnsinnig laut nachhallendem Geschepper, Gepolter, Geklapper und Getöse* stürzt ANDERGASTER RITTER in einer wahren Flut aus Schilden, metallischen Waffen und Rüstungsteilen bis ganz nach unten ans Ende der Treppe.

    Dort aber gelingt es ihm in einer wahnwitzigen Konsequenz aus Akrobatik sowie Körper- und Selbstbeherrschung, aus dem letzten Schwung seines Treppensturzes heraus purzelbaumschlagend in eine aufrecht gehende Vorwärtsbewegung zu kommen. Mit mehreren Knochenbrüchen, aber völlig gleichgültiger Miene macht er ein paar lässige Schritte vorwärts, in die Weite des Saals hinein, weist dann wie vollkommen selbstverständlich mit der deutlich sichtbar verbogenen Spitze seines Schwertes hinter sich auf die dortigen teilweise auseinander gefallenen Ritterrüstungen und dem sonstigen dort am Treppenende liegenden Kram von über einem Quader Gesamtgewicht – wären auch noch Blut und ein paar Körperteile zu sehen gewesen hätte man es womöglich für ein völlig verrücktes Schlachtfeld halten können.


    ANDERGASTER RITTER, hat sich bei seinem Sturz auch heftig den Kopf eingehauen: »Die da haben trotz ihrer schweren Metallpanzer erst gar nicht versucht sich zu wehren. Wussten sofort, wie sinnlos dies gewesen wäre. Nun aber zu Euch, Herrschaften!«

    Völlig ungläubig dreinschauende Gesichter der Schurken, fragende Blicke untereinander. Hier macht der erste sich irgendwie absetzen wollend vorsichtige Schritte rückwärts, dort lässt einer sein Rapier fallen und hebt mit gesenktem Haupt beide Hände weit hoch…

    Als dann auch noch endlich die restlichen Helden unten angekommen sind – wobei NOSTRISCHE MAGIERIN entgegen ihrer eigentlichen Natur zur Krönung des Finales äußerst theatralisch und eindrucksvoll mit einem NIHILOGRAVO mit entrückter Miene und laut eine dramatische Melodie summend halbgöttinnengleich herab schwebt – ist diese letzte Schlacht entschieden und gewonnen. Selbst der Oberschurke, der in den vergangenen fünf aventurischen Jahren in über einem halben Dutzend Abenteuern den Helden das Leben immer wieder schwer gemacht und sich zu einer scheinbar kaum zu bewältigenden Bedrohung entwickelt hatte, streckt zutiefst erschüttert und an allem, woran er einst glaubte, zweifelnd die Waffen.


    Als die Stadtgarde schließlich eintrifft muss sie diese Leute nur noch der Form halber einkassieren.

    Ein noch sehr junger und unerfahrener Leutnant hierbei, als er oben durch die Tür herein kommt und mit weit offenem Mund auf den metallischen Trümmerhaufen am Treppenende blickt, ohne sofort erkennen zu können, dass es sich dort lediglich um herumliegende Waffen und Rüstungsteile statt um irgendwelche Leichen handelt: »Oh ihr Götter, welch unglaubliche Schlacht muss sich hier zugetragen haben!«

    Die Helden nicken sich wissend doch schweigend zu: In der Tat, man müsste die Geschichte des Triumphs über diesen Schurken ein klein wenig anders erzählen, damit es jemand glauben könnte… und es dabei auch ein ganz klein wenig heldenhafter wirken würde.

    ;-)



    * OT trockene Anmerkung SPIELER NOSTRISCHER JÄGER: »Und so hielten dann wohl Punk Rock und Heavy Metal Einzug in Aventurien, was?«

    Larwain Das macht schwermütig. *SEUFZ*


    Aber wieso wummert eigentlich in den letzten Wochen beim Anblick irgendwelcher Zeichentrickfiguren stets dies hier durch mein Bewusstsein? Kommt etwa 1983 nochmal zurück? Oder vielleicht sogar *GRUSEL* Walt Disney? Immer diese Ahnungen… :cry: