Posts by Salaza Lautenspieler

    Geron Sturmkind
    Ja, Magie ist der Joker, aber das schrieb ich ja schon:


    "Grundsätzlich kann man an solchen Überlegungen sicher Spaß haben und versuchen, diese irgendwie im Spiel kreativ zu nutzen oder sie abzufedern, aber spätestens bei letzterem wird die Antwort dann in der Regel kauten: Tja, es ist Magie (Fliegende Drachen, lebende Riesen, etc.)! In der Summe sollte man sich da mMn keine Illusionen machen: Man wird das gängige Bild vom elementaren Aufbau in der Realität bestenfalls oberflächlich halten können und selbst dann muss man da massiv Abstriche machen, denn aventurisch haben wir nun einmal sechs grundsätzlich verschiedene Formen der Materie (sprich: Elemente) und nicht einen Satz Elementarteilchen, der alle Materie aufbaut. Das irdische Atomsystem wirklich zu übernehmen ginge nur, wenn man den Elementarismus der Spielwelt kippen würde."

    Wenn man bei allen Problemen sagt, dass das halt durch Magie gelöst wird, kann man das sicher machen. Empfinde ich selbst aber halt nicht als echte Lösung des Problems. Was Masse der Luft angeht: Nö, das kann man halt auch über elementare Wirkungen erklären und dabei den Impuls ignorieren (kann, nicht muss!). Wenn man erstmal anfängt, Naturgesetze zu brechen, gibt es keinen zwingenden Grund mehr, diese ansonsten für sacrosankt zu erklären.

    Geron Sturmkind
    Das mit dem Limbus verändert aber nicht, dass du quasi sofort am Ort des Starts aus der 3. Sphäre verschwindest und am anderen Ort wieder in der 3. Sphäre ankommst. Damit verschwinden auch deine Atome im Endeffekt von der 3. Sphäre und hinterlassen immer noch ein Loch vor Ort und müssen bei Wiedereintritt in die 3. Sphäre am Ziel immer noch wieder die vorhandene Luft verdrängen. So gesehen sehe ich nicht so richtig, wie der Limbus das Problem behebt.

    Allgemein sollte man bedenken, dass es sehr schnell sehr kompliziert wird, wenn man versucht, tatsächliche Naturgesetze im Spiel immer zu befolgen. Weswegen sie gerne ausgesetzt werden bzw. man einfach nicht zu genau drüber nachdenkt.

    Beispiel Teleportation:

    Wenn ich mich von einer Stelle zu einer anderen teleportiere, dann treten, will man irdische Naturgesetzt beachten, verschiedene Punkte auf, die im Spiel keine Rolle spielen, aber eigentlich nicht ignoriert werden dürften:

    Verschwindet mein Körper schlagartig und taucht am Ziel einfach auf, dann müsste es bspw. am Ort meines "Abflugs" einen Implosionsknall geben, wenn die Luftmoleküle in das schlagartig auftretende Vakuum fließen, am Ort meiner Ankunft müsste ich schlagartig Luft verdrängen, was kurzfristig einen lokalen Überdruck erzeugen müsste, der sich bspw. auf Ohre und Längen schädlich auswirken würde. Alternativ tauscht mein Körper mit dem Material, das ich verdränge, den Ort. Dann müsste man aber thematisieren, dass man bspw. Gerüche oder gar giftige Dämpfe am Ort des "Abflugs" wahrnehmen kann, je nachdem, wo die Reise hingeht.

    Verläuft der Übergang nicht schlagartig, sondern in kurzer Zeit (bspw. 1 KR), dann ist der Vakuum/Druck-Effekt vermutlich nicht so wild, aber: ich transportiere nun ja nun nach und nach meine die Elementarteilchen meines Körpers über die Distanz - dabei bleibt es nicht aus, dass ich kurzfristig Verbindungen molekularer Art oder mindestens zwischenmolekularer Art breche und wiederherstelle. Ich müsste also erstmal ordentlich Energie reinstrecken (kann man natürlich erklären, dass die aus der Magie kommt), die dann in meinem Körper bei erneuter Bildung der Bindungen wieder freigesetzt wird. Das dürfte eine deutliche Erhöhung meiner Körpertemperatur zur Folge haben.

    Dann müsste man auch die Impulserhaltung beachten - dazu müsste man dann noch klären, ob Dere eine Kugel oder Scheibe ist, oder zumindest, wie weit entfernt man auf der jeweiligen Breite von der Drehachse entfernt ist und in welche Richtung diese liegt, da der Gesamtimpuls des Systems "Ich und Dere" ja konstant bleiben muss. Ist der Vektor meines Impulses an Ort X aber nicht passend zu Ort Y, dann würde das in der Regel zu leichten bis schweren Bewegungsanomalien in Bezug auf meinen Körper führen.

    Grundsätzlich kann man an solchen Überlegungen sicher Spaß haben und versuchen, diese irgendwie im Spiel kreativ zu nutzen oder sie abzufedern, aber spätestens bei letzterem wird die Antwort dann in der Regel kauten: Tja, es ist Magie (Fliegende Drachen, lebende Riesen, etc.)! In der Summe sollte man sich da mMn keine Illusionen machen: Man wird das gängige Bild vom elementaren Aufbau in der Realität bestenfalls oberflächlich halten können und selbst dann muss man da massiv Abstriche machen, denn aventurisch haben wir nun einmal sechs grundsätzlich verschiedene Formen der Materie (sprich: Elemente) und nicht einen Satz Elementarteilchen, der alle Materie aufbaut. Das irdische Atomsystem wirklich zu übernehmen ginge nur, wenn man den Elementarismus der Spielwelt kippen würde.
    Schaut man in Regelantworten in Boten oder im Compendium Salamandris, dann findet sich die Problematik halt auch schon früher und die Antwort war dann meist, dass Phantastischer Realismus heißt, die Naturgesetze gelten halt nur solange, wie sie das Spiel bereichern. Beispiel:
    Compendium Salamandris S. 107, zum Thema Caldofrigo:

    "Oder anders formuliert: Werden Objekte innerhalb des Wirkungsbereiches des Umgebungszaubers schlagartig und bis in ihre innersten Bereiche gleichmäßig auf die neue Temperatur verändert, oder geht die Temperaturveränderung langsam (mit einer gewissen Trägheit/Verzögerung) vor sich? Beispiel: Ein Magier will die Umgebung eines Hauses im Wirkungsbereich des Spruches auf niederhöllische Kälte kühlen. Durchdringt nun der Zauber schlagartig das Mauerwerk und wird die atomare Struktur bis ins Innerste der Mauer plötzlich schockgefrostet, oder widersteht die Mauer kurzfristig und kühlt sich nur langsam ab (die Temperatur ändert sich nur schleichend, abhängig von der Wärmeleitfähigkeit des Objektes) ?

    Tja, da es in Aventurien weder atomare Strukturen noch Wärmeleitfähigkeiten gibt ... Wie oben erwähnt, ist die Antwort: schlagartig; d.h., dass man damit Steingut mit einer heißen Suppe drin sicherlich zum Platzen bringen kann. (Das ist ein verständlicher und allen bekannter Effekt, der natürlich eintreten sollte, weil man ihn erwartet — auch wenn er natürlich ohne Wärmeleitfähigkeit/thermische Spannungen nicht erklärbar ist ...)"

    @Nandus Wenn Dinge in der Historia klar formuliert sind, sollte man als Autor dies auch als bindende Setzung sehen. Das war für uns beim Nandus-Vademecum auch eine klare Grundlage. Was man aus der Tatsache "Nandus teilt sich" zur Identität ableitet, ist aber unserer Sicht nach längst nicht so eindeutig, wie mancher sich das vorstellt. Deswegen die verschiedenen Ansätze dazu im Vademecum, die sich unserer Ansicht nach alle mit der Setzung vereinbaren lassen.

    Wenn du das neue Sternbild oder den konkreten Sternenfall meinst - was soll da konkret kommen? Auf der Meta-Ebene gesprochen sind das doch schlicht Omen, die ingame als göttliche Zeichen gedeutet werden können. Ich erwarte da keine konkreten Angaben, welcher Unsterblicher da was gemacht hat - ich sähe da jetzt auch konkret keinen Vorteil für das Spiel, da das aventurisch eh nicht zu klären wäre und so das Wissen für das Spiel selbst im Endeffekt nicht nutzbar wäre.
    Was die Planungen des Shinxir-Kults angeht - Ich verstehe, die Wünsche, aber das wird ziemlich sicher aus anderen Gründen nicht passieren. Vergangene festere Planungen für die weitere Geschichte bei DSA haben sich bisher als nicht funktionierend erwiesen, da es zu oft nicht dazu gekommen ist, diese dann auch alle konkret umzusetzen. Im ersten Moment klingt es sicher nach einer sinnigen Planung, wenn man schreibt: "In den nächsten drei Jahren wird das passieren, in den nächsten fünf Jahren das etc.", aber: Es kommt fast immer zu Umständen, die Planungen verschieben oder verändern. Hat der Verlag aber schon recht konkret vorgestellt, was passieren soll, und muss dann zurückrudern, dann führt das praktisch jedes Mal zu Frustration in den Reaktionen. Ich bin mir recht sicher, dass es durchaus konkrete Ideen gibt, was weiter passieren soll. Aber als Lehre aus der Vergangenheit werden inzwischen eigentlich nur noch halbwegs konkrete Angaben gemacht, wenn die Umsetzung absehbar ist. Das ist bei Planungen über drei bis fünf (geschweige denn 15-20 Jahre) im Entstehungsprozess von DSA-Werken aber nicht seriös zu machen. Selbst wenn es solche Angaben gäbe, wäre es für viele von denen in der Praxis sehr wahrscheinlich, dass sie nicht gehalten werden können, weil die Umstände sich zwischendurch ändern. So gesehen werden wir wohl damit leben müssen, dass es eine grobe Richtung gibt (die ist im Abenteuer drin), aber nichts wirklich konkretes.

    Im Band wird angerissen, wie es in etwa mit den Plänen des Shinxir-Kults weitergehen wird. Dies ist ja Teil des Sternenfalls als Hintergrund. Weitere, feste Infos würde ich im Meisterset nicht erwarten. Der Sternenfall wird sicherlich wie im Almanach beschrieben die Hintergrundthematik bleiben, aber halt nicht im Stil eine Kampagne oder etwas ähnlichem, da er in aventurischer Zeit durchaus einige Jahrzehnte andauern dürfte. Ich würde nicht erwarten, in meiner irdischen (!) Lebenszeit das Ende des Sternenfall-Settings noch zu erleben.

    Im Endeffekt steht Banner der Treue doch in der Folge des Karmakorthäons. Man mag das schön oder doof finden, aber seit in der G7 die Weltzeitenwende eingeläutet wurde, ist die Thematik des "Kampfes um Alveran" halt Teil des aktuellen Hintergrunds. Für einen solchen Kampf braucht es dann halt auch göttliche Herausforderer. Ich fände es zumindest langweilig, wenn es keine Aussichten dafür geben sollte, dass das 12G-Pantheon ernsthaft gefordert werden könnte. Und zu einer ernsthaften Forderung gehört mMn auch die perspektivische Etablierung von neuen bzw. erneuerten Gemeinschaften in Aventurien. Da ist das Abenteuer mMn ein guter weiterer Stein für einen Kult, der ja bereits in DSA4 als Geheimgesellschaft im Horasreich platziert wurde.

    Jap, der im Abenteuer vorgestellte Plot sieht es nicht vor und man müsste es sich selbst erarbeiten. Grundsätzlich kann man das mit Hilfe des Anhangs sicher anpassen und auch die grundsätzlichen Elemente (Durchsuchen von Alt-Bosparan, Recherche in Vinsalt, finaler Kampf) dabei verwenden. Durch den Perspektivwechsel muss man aber die Ziele definitiv neu interpretieren, bspw: statt Suche nach dem Grab Aufdecken des Wissenstands der "Gegner", statt Recherche in Vinsalt Vertuschung der eigenen Pläne bzw. Suche der gegnerischen Spezialisten, statt Zurückschlagung des Angriffs Verhinderung der Warnung der Gegner und Kampf gegen die Rondrianer. Der Plot wäre dann aber nur für eine recht spezielle Gruppe denkbar, die sich direkt aus den Myrmidonenumfeld rekrutiert.

    Im Normalfall ist Zerzal weiblich, ist auch weiter unten im Klappentext so ("in die Stadt der Zerzal"). An und für sich ist das Geschlecht bei Gottheiten durchaus nicht felsenfest (sie sind ja nicht an bestimmte körperliche Formen gebunden) und bei Elfen mit ihrem eher androgynen Äußeren doppelt. Aber: Es sollte in einem Text natürlich einheitlich sein. Die Stelle habe ich anscheinend leider im Lektorat überlesen - habe gerade nochmal nachgeschaut, ich hatte sie auch nicht angemerkt. Ich gehe deswegen von einer unbeabsichtigten Widersprüchlichkeit aus.

    Die Fähigkeit zur Formulierung von Rätseln ist auch in einem anderen Bereich sehr hilfreich: der Tarnung von Wissen. Manchmal ist Wissen nicht für alle Augen bestimmt – das trifft auf die Feinde der göttlichen Ordnung zu, aber auch auf solche, die unseren Bestrebungen, den Unfreien und Armen einen Weg zur Erkenntnis zu weisen, ablehnend oder gar feindselig gegenüberstehen. Viele der Prinzipien, die wir für die Erstellung eines Rätsels nutzen, können wir auch für die Verschleierung von Schriften und Informationen einsetzen.

    Ich denke, dass jene, die DSA5 gut finden, die Probleme von DSA5 nicht sehen wollen oder können, während jene, die DSA5 ablehnen, Ulisses und erst recht der Redax grobe Fehler vorwerfen und das Ende von DSA voraussagen.

    Ein solcherart undiffereziertes Schwarz-Weiß-Denken scheint mir das Problem dieser Diskussionen zu sein. Wer DSA gut findet, sieht also keine Probleme oder will sie nicht sehen? Sorry, das ist entlarvend.

    Edit: Nur um das klarzustellen: Deine Beschreibung derjenigen, die DSA5 ablehnen, ist in meinen Augen genauso schlimm.

    Dass DSA vor allem von den sammelnden Alleskäufern leben würde, kann natürlich niemand letztendlich belegen oder widerlegen. Mir persönlich scheint das als Argument vor allem dann zu kommen, wenn jemand, der DSA(5) nicht gut findet, sich nicht vorstellen kann, dass es genügend andere Personen gibt, die diese Sicht nicht teilen. Von den Zahlen her sehe ich die These aber wenig belegbar:
    Beispiel Rohals Erben: 1656 Unterstützer:innen, davon haben gerade mal 304 das Vollpaket mit allem genommen - also das, was Alleskäufer machen würden. Anteil: Unter 20%. Über 80% der Leute hat nicht das Vollpaket gewählt. Im weiteren Verkauf werden die Alleskäufer vermutlich einen noch geringeren Anteil haben - die sind ja meist eher intensiv beim Spiel und gut informiert und nehmen deswegen am CF Teil, da es sich für sie auch finanziell besonders lohnt.
    Anderes Zahlenbeispiel: Die selbstrechnenden Heldenbögen, die ich mache, wurden bei DriveThru inzwischen etwas mehr als 30.000 Mal "gekauft". Das meint nicht alle Downloadvorgänge (das sind mehr), sondern die reine Zahl der Kaufvorgänge. Wenn jemand doppelt kauft, da er/sie da Geld geben möchte, ist das vermutlich auch doppelt drin, da der Anteil derjenigen, die Geld geben, aber eine deutliche Minderheit ist, ändert das ziemlich sicher nichts an der Größenordnung. Ich bin mir dabei sicher, dass nicht jede:r DSA-Spieler:in die Bögen bei DriveThru "gekauft" hat - nicht drin sind die, die nur Papier nutzen, die nur die anderen Ausgaben der digitalen Bögen nutzen (deren digitale Funktion ich zwar auch betreue, deren Abrechnung ich aber nicht kenne) und auch nicht die, die den Optolithen benutzen. Die Bögen sind übrigens nur "Gold-Seller" - der Optolith als großartiges Programm ist sogar "Platinum-Seller", der steht also wohl sogar noch besser da (zu den Stufen mit Überischt). Die Zahl der Leute, die DSA5 im deutschssprachigen Raum spielen, kann man mMn also mit guter Berechtigung mit mittlerer fünfstelliger Zahl als Untergrenze sehen. Im wesentlichen Alleskäufer? Fällt mir wirklich schwer zu glauben.


    Ein Punkt noch zum Begriff "Wale": Wale sie großartige Tiere, ich persönlich finde es allerdings kritisch, wenn man anfängt, Gruppen von Menschen mit Begriffen zu belegen, die sich eben nicht auf Menschen beziehen. Das ist für mich der Versuch, diese durch Entmenschlichung negativ darzustellen. Ich würde es sehr begrüßen, auf solche unnötige Begriffe in der Diskussion zu verzichten, da sie meiner Meinung nach den Hauch des Kampfbegriffs tragen und wenig zur Diskussion beitragen