Posts by Lorion

    x76 Sehr interessant, dass bei euch die Kämpfe in der Regel mit Kampfpaarungen beginnen. Es mag an den Bodenplänen liegen, die wir in eigentlich jedem Kampf nutzen, da könntest du Recht haben. Ein „klassischer Kampfbeginn“ ist bei uns:


    Die Helden stehen einer Gruppe potentieller Feinde gegenüber. Irgendein Auslöser sorgt dann dafür, dass Verhandlungen vom Tisch sind. Der Meister sagt: Gut, dann würfelt mal eure INI aus, wir wechseln ins KR-System.


    Oder auch: Die Helden werden überfallen. Dann beginnt das KR-System mit dem ersten Schuss aus dem Gebüsch.


    Oder auch: Die Helden erreichen den Ort, an dem sie das Ritual aufhalten wollen. Der Nekromant schaut auf und gibt seinen Schergen ein Zeichen, dass diese sich um die lästigen Helden kümmern sollen. Der Kampf beginnt dann in dem Augenblick.


    Es ist in diesen Fällen (wie m.E. auch fast allen anderen) wichtig, dass der Kampf schon beginnt, da es SFs wie Schnellziehen usw. gibt, denen nicht ausreichend Rechnung getragen würde, wenn man dann einfach beschlösse, dass alle schon mit ihren Waffen voreinander stehen. Auch eine sehr hohe GS und eine sehr hohe INI sollte in einer solchen Situation ein Faktor sein.


    Ich würde sogar soweit gehen, dass mir kaum eine Situation einfiele abseits von ganz spezifischen Sondersituationen, in der der Meister erst dann sagt, dass „der Kampf beginnt, wir wechseln ins KR-System!“, wenn sich alle Kämpfer schon in Nahkampfreichweite befinden. Das würde m. E. viel zu viel nehmen vom Kampf.




    Eine kleine Anmerkung zum „Wegrennen“:

    Wegrennen ist eine der drei Möglichkeiten, sich vom Gegner zu lösen. Das wäre schon eine schräge Taktik. Aber ein gezieltes Ausweichen ist definitiv kein „Wegrennen“. Und ob RAI sein sollte, dass man dadurch eine enger gefasste Kampfsituation zurücksetzen kann, ist für mich schwer zu beantworten. Ich sehe für beide Seiten Argumente.


    Ich versuche in solchen Situationen immer (auch wenn es nicht immer klappt in einem Rollenspielsystem) zu überleben, was denn genau mit einer Regel abgebildet wird.


    Was unterscheidet das initiale DK-Bestimmen eines schnellen Kämpfers vom Wechsel der DKs innerhalb eines Kampfes? Man könnte sagen: Nichts, es ist nur eine Regel, um einem schnellen Kampfstil zu Beginn einer Auseinandersetzung einen kleinen Vorteil zu geben (oder zumindest eine Möglichkeit, den eigentlichen Nachteil auszugleichen, da wir ja bei der höchsten DK beginnen…). Solche Antworten finde ich immer unbefriedigend. Was könnte also die Entsprechung der Regel in einem Kampf sein?

    Der Gegner nutzt das Sich-Nähern an einen Gegner und ist es gewohnt, sich geschickt und schnell sehr nah an seinen Gegner zu positionieren. Um hier von einer gewöhnlichen DK-Verkürzung unterscheiden zu können, fiele mir als einziges ein, dass es an der Bewegung liegt, die meist umfangreicher ist als nur ein freier Schritt wie beim DK-Verkürzen. Es könnte einen Unterschied machen, „mit Anlauf“ an einen Gegner heranzutreten als im Rahmen eines laufenden Nahkampfes. Und in einem solchen Fall, wenn man die Regelentsprechung (die ich alles andere als elegant finde) so sieht, wäre es ein taktisches Element, sich zu Lösen, um den Gegner dann erneut „anzuspringen“ und wieder nah bei ihm zu sein. Mit Wegrennen hat das herzlich wenig zu tun, eher mit einem sehr verspielten Kampfstil.


    Langsam drängt sich mir der Verdacht auf, dass mir die komplette Regel zum DK-Verändern des schnelleren Gegners bei Kampfbeginn nicht gefällt, weil mir die Unterscheidung „DK-Verkürzen im Kampf vs. DK-Verkürzen am Anfang des Kampfes“ sehr holprig vorkommt und wie eine rein mechanische Lösung erscheint, die kaum mit einem entsprechenden Vorgang im Kampf abgebildet werden kann.

    "Kampfbeginn

    Ein Kampf beginnt in der Distanzklasse, die vom Kämpfer mit der höchsten Initiative gewünscht ist." (WdS, S. 79) Das erste ist die Überschrift, die da "Kampfbeginn" lautet, dann folgt der zitierte Satz.

    Unter dem Absatz folgt das Unterkapitel, in dem auf DK-Veränderungen, verlängern und verkürzen, eingegangen wird. Es wird mit Kampfbeginn begonnen, dann auf DK-Veränderungen (im laufenden Kampf) eingegangen.

    Ich würde ergänzen, dass die Expertenregeln etwas vom zitierten Satz abweichen. Der Kampf beginnt in der höchsten DK und das kann dann vom Kämpfer mit der höheren ggf. geändert werden. Aber prinzipiell ist das ja schon klar.

    Nur ist mein Problem, dass abseits einer expliziten Duellsituation die meisten Kämpfe (weiter gefasst) dann beginnen, wenn noch keine Gegner aneinander stehen. Jedenfalls war das bei mir in allen Runden (die auch völlig unabhängig voneinander existierten) so. Das heißt, dass beim eigentlichen Kampfbeginn (weiter gefasst) noch keine sinnvolle DK-Einstufung möglich ist, sondern erst beim ersten Aufeinandertreffen nach dem Kampfbeginn (in der Regel in der ersten oder zweiten KR, je nach Kampf).


    Dann zu sagen, dass die DK-INI-Regel eben so gut wie nie greift, empfinde ich als ziemlich unbefriedigend.


    Etwas spitzfindig, aber m.E. dennoch erwähnenswert (und vermutlich der Tatsache geschuldet, dass das Regelwerk nicht mit eindeutigen Keywords arbeitet) ist es, dass im weiteren Folgeabschnitt dann beim Thema "Sich lösen" durchaus davon die Rede ist, dass man sich dadurch "aus dem Kampf zurückziehen" (S. 79) kann. Mir scheint hier noch immer sowohl eine weiter gefasste als auch ein enger gefasste Definition von "Kampf" mitzuschwingen. Ebenfalls würde ich anmerken, dass sich unter "Kampfbeginn" der Text m.E. so liest, als ginge es um einen Zweikampf und nicht um einen weiter gefassten Kampf mit mehreren Beteiligten, der in der Regel deutlich vor dem Aufeinandertreffen der Kämpfenden vom Meister eingeleitet wird.


    Alles folgt der großen Überschrift "Distanzklassen". Dann wird unter "Kampfbeginn" beschrieben, wie die Kampfsituation am Anfang aussieht. Dann wird beschrieben unter "Veränderung der Distanzklasse", wie es sich während der Auseinandersetzung verhält. Anschließend und abschließend gibt es dann noch unter "Sich vom Gegner lösen" die Regeln, wie man sich "aus dem Kampf zurückziehen" kann, wie man dieser Situation also entfliehen kann.

    Das alles liest sich für mich nach einem etwas enger gefassten Kampfbegriff.

    Ja, die Regel würde selten zum Zuge kommen.


    Das halte ich aber nicht für ein Problem oder für etwas, das zu ändern wünschenswert wäre. Höhere Reichweite soll vorteilhaft und an Leute heranzukommen, die einen auf Abstand halten wollen, schwierig sein. Und es soll dafür gefälligst das Prozedere für AT zur Distanzklassenänderung benutzt werden. Dass Jemand mit sehr hoher INI ausnahmsweise einmal pro Gefecht das umgehen darf und an einen Gegner herankommt, bevor dieser verstanden hat, dass ein Kampf beginnt, ist zu verschmerzen. Eine Kampfstrategie, in dem Jemand während des Kampfes immer in die Nähe seiner Gegner teleportiert, wenn sich Kampfpaarungen ändern, ist aber zu vermeiden.

    Aus der Balance heraus begründet stimmt ich dir zu. Allerdings scheint es mir offensichtlich zu sein, dass das Regelwerk hier nicht von einer sehr seltenen Ausnahme ausgeht. Nein, es regelt eigentlich, in welcher DK begonnen wird (mit Bevorzugung der längeren DK, da das ja der Ausgangspunkt ist). Das passt so leider nicht wirklich zusammen.

    Prinzipiell stimmt das, aber alle Probleme umgeht man dann m.E. keinesfalls. Denn diese Situation ist (zumindest in unseren Runden) in der Regel zu einem Zeitpunkt, an dem noch keine Kampfpaare gebildet sind. Das würde dann bedeuten, dass die DK-INI-Regel so gut wie nie zur Geltung kommen würde abseits einer isolierten Duellsituation, in der zufällig der vom SL bestimmte Kampfbeginn auch mit dem Aufeinandertreffen zweier Kämpfer einhergeht.


    Man könnte sich natürlich helfen und beschließen, dass die DK-INI-Regel „beim ersten Aufeinandertreffen nach Kampfbeginn“ greift.

    Gezieltes Ausweichen kostet die Reaktion (also 1 Aktion), ist um den doppelten Modifikator der DK-erschwert, und um eine eventuelle Finte, und etwaige weitere Gegner.

    Genau so sind die Regeln. Aber da gibt es ja auch kaum Klärungsbedarf.


    Der Zurückweichende könnte so auch jedesmal einen Sturmangriff seines Gegners Provozieren.

    Klar, der Zurückweichende könnte auch selbst der sein, der wieder heranstürmt. Alles möglich.


    Der Gegner könnte auch mit Schnellziehen den Zurückweichenden einen Wurfdolch oder eine Wurfaxt hinterherwerfen.

    Auch eine Option.



    Versteht mich nicht falsch, mir geht es nicht darum, Optionen zu finden, die in diesem abstrakten Beispiel dafür sorgen könnten, dass es doch nicht so klug wäre, sich zurückzuziehen. Es geht mir lediglich darum, wie "Kampfbeginn" definiert ist. Hierzu möchte ich das Beispiel noch etwas überspitzter darstellen:


    Kämpfer A (INI 32, GS 10)

    Kämpfer B (INI 18, GS 6)


    Ein Konflikt bahnt sich an, die Heldengruppe ist in ihren diplomatischen Bemühungen gescheitert. Der Meister lässt den Satz fallen: Ich hätte nun gerne eure INI. Ab sofort wird alles in KR gemessen.

    Neben anderen Kämpfenden nähern sich A und B einander an. Einer von beiden tritt mit freien Aktionen an den Gegner heran. A bestimmt durch höhere INI die Distanzklasse H.


    Jetzt zum eigentlichen Beispiel:


    Kampfrunde beginnt.

    A greift B an, B pariert.

    B greift A an, A weicht gezielt aus und löst sich vom Kampf. A macht auch noch drei freie Aktionen "Schritt"


    Resultat: Beide Gegner befinden sich außerhalb ihrer Waffenreichweite. Sie gelten als gelöst. Sie stehen sich also außer Reichweite so gegenüber, wie sie es auch vor KR 1 standen. A könnte natürlich noch weiter weggehen, warum nicht 10 Schritt (seiner GS entsprechend) am Anfang der nächsten KR. Regeltechnisch dürfte es aber keinen Unterschied machen, ob er noch weiter geht oder nicht. A und B sind aktuell nicht in einer Nahkampfsituation (was ja auch für andere Belange wie etwa im Fernkampf relevant sein kann).


    In einer späteren KR (ob der nächsten oder einer danach, ist ja erst einmal egal) nähern sich A und B wieder. A möchte das auch. Sie treten wieder aneinander heran. Eigentlich dürfte diese Situation sich nicht vom ersten Aufeinandertreffen unterscheiden und regeltechnisch müsste hier ein neuer "Kampf" entstehen.


    Problematisch ist m.E., dass das Regelbuch hier nicht differenziert. Ist mit "Kampfbeginn" immer nur der Beginn eines weitergefassten Kampfes gemeint? Oder ist das Aufeinandertreffen bzw. der Kampf zweier Kontrahenten innerhalb eines solchen weiter gefassten Kampfes jeweils ein eigener enger gefasster Kampf. Eigentlich müsste es Letzteres sein, denn wenn es das Umfeld nicht geben würde, wäre der Kampf ja auch erst einmal vorbei, wenn beide Meter weit voneinander weg stünden und sich erst einmal wieder genauso nähern müssten, wie es am Anfang tun mussten.


    Ein weiteres Problem mit einem "Kampfbeginn" im Sinne des einmaligen Beginns eines weiter gefassten Kampfes wäre, dass (zumindest in unseren Gruppen) das in der Regel geschieht, bevor sich überhaupt Gegner gegenüberstehen. Und das würde bedeuten, dass die "INI-DK-Regel" so gut wie nie greifen würde.

    Phex zum Gruße,


    ich habe eine Regelfrage bzw. eine Frage zur Auslegung:


    1. Bei Kampfbeginn kann sich der Kämpfer mit deutlich höherer INI (4 oder mehr) näher am Gegner positionieren, ohne dafür eine Probe würfeln zu müssen.

    2. Es gibt Möglichkeiten, sich vom Gegner zu lösen ("aus dem Kampf zurückziehen", WdS, S. 79): Gezieltes Ausweichen, langsames DK-Vergrößern, Wegrennen.


    Soweit ist die Regellage klar. Wenn ich diese Regeltexte beim Wort nähme, dann wäre eine konkrete Kampfsituation beendet, wenn einer der Kämpfer sich vom Gegner erfolgreich löst. Das hieße, dass, wenn die beiden dann erneut aufeinandertreffen, wieder die DK-Regelung für den Kampfbeginn herangezogen werden müsste. Das eröffnet folgende Möglichkeit:

    Ein sehr schneller Kämpfer, der in H kämpfen will weicht gezielt aus, kombiniert das mit einer freien Aktion "Schritt" und löst sich vom Kampf. Vielleicht macht er noch ein paar Schritte, aber das ist eigentlich egal. Er hat sich gelöst, das Kampfgeflecht ist aufgelöst, beide befinden sich nach Regeln außer Waffenreichweite. Nun möchte er aber keinesfalls fernbleiben. Nein, er eröffnet wieder den Kampf (evtl. mit freien Schritten oder er lässt den Gegner kommen) und darf sich dann wieder direkt in die DK H begeben.


    Das ermöglicht es, sehr schnellen Kämpfern mit hohen Ausweichen-Werten, relativ zuverlässig die DK H zu erzwingen, ohne dafür wirklich entsprechende Proben machen zu müssen.


    Wie seht ihr das?

    Wenn du als Freier vor einem Gericht etwas einfordern willst und kein Straftatsbestand vorliegt, aufgrund dessen ein Inquisitionsprozess durchzuführen wäre (bspw. ein Verbrechen wie Diebstahl, etc.), dann musst du einen Schaden geltend machen, für welchen du Ausgleich verlangst. Vertrag hin oder her.

    Und mir fällt gerade sehr schwer mir vorzustellen, inwiefern dein SC geschädigt wäre und wofür er überhaupt Ausgleich verlangen möchte.

    Ich bin ehrlich, ich glaube, aufgrund des Sachverhalts gibt es absolut nicht, was du geltend machen könntest. Und ebenso liegt m.E. kein Verbrechen vor, welches einen Inquisitionsprozess rechtfertigen könnte.

    Ich denke auch, dass der SC das wohl so wird erleben müssen.

    Tja, da beide Spieler nicht im Forum sind, wird sich die Frage nach der Rechtskunde wohl nicht beantworten lassen.


    Ich weiß doch durchaus die Werte der Helden meiner Spieler... Die Rechtskunde ist bei beiden nicht sonderlich ausgebaut.


    Der Horasier könnte sich ja in seiner Ehre verletzt fühlen - wie wäre es mit einem Duell? :D (Ist übrigens auch im MR "erlaubt".)

    Mitten im Krieg gegen die Nordmarken und im Krieg gegen die Schwarzen Lande? Gareth wurde vor kurzer Zeit fast plattgemacht, ein untoter Kaiserdrache drohte, bald zurückzukehren.... Meines Wissens nach ist da ein Duell auch nicht in Anführungsstrichen erlaubt sondern schlicht verboten. Aber ich habe gerade nicht die Quelle dazu parat, Schattenkatze erwähnte ja sogar, das Duelle generell verboten seien (Stand 1028 BF?). Hast du dafür eine Quelle? Ich glaube dir gerne, mich interessiert sie nur.



    1. Die Definition einer Interessensgemeinschaft muss doch nicht definiert werden, ihr Zweck wird ja beschrieben. Und bei den Vergehen, die der Horasier der Bäuerin vorwirft, spielt diese auch keine Rolle. Da sollte man es inneraventurisch erst einmal beim Wort nehmen und davon ausgehen, dass es sich um eine Gemeinschaft handelt, die ein gemeinsames Interesse verfolge, welches im Vertrag ganz klart genannt wird.

    2. Was heißt hier, es "muss" ein Ablaufdatum darauf stehen? Wenn du Quellen hast, in denen inneraventurische Privatverträge derart genau beschrieben sind, dann gerne her damit. Ich kenne keine. Ansonsten kann, in Aventurien nicht unüblich, die Ablauffrist auch mit dem im Vertrag genannten Zielen als gegeben betrachtet werden.

    3. Natürlich hat der Vertrag einen Kopf und auch eine Zeile mit Unterschriften. Es ist also völlig klar, wer zur IG gehört.


    Ein (eher unbedeutender) Vertragspunkt wurde geschlossen, doch die im Vertrag als wichtig und vorrangig genannten Ziele nicht.

    Du meinst "gebrochen", oder? Ja, genau so ist es.


    Und tatsächlich scheint es dem Horasier sogar weniger darum zu gehen, irgendeinen Schaden ersetzt zu bekommen. Er möchte wohl rein aus Prinzip der Bäuerin deutlich machen, dass man nicht leichtfertig mit Verträgen umgehen sollte. Neben der Tatsache, dass das peinlich kleinlich ist und bei vielen Mittelreichern, die gerade andere Sorgen haben, eher Gelächter hervorruft, liegt da doch ein eher modernes Rechtsverständnis zugrunde, bei dem es nicht mehr um einen konkreten Schaden an einer Person geht, sondern um das Vergehen selbst (ein Unterschied zwischen Schieds- und Inquisitionsverfahren). Ich schätze Albernia so ein, dass hier oft noch das Schiedsverfahren angewandt wird. Noch ein Grund, warum der Horasier meiner Einschätzung nach auf Unverständnis stoßen wird.

    Warum sollte es? Weil es (irdisch) so etwas wie eine Aufbewahrungspflicht diverser Dokumente gibt?

    Die gibt es irdisch ausschließlich für Dokumente, in die ein Amt Einsicht haben muss, um seine Arbeit zu machen. Z.B. wenn eine Steuerprüfung ansteht. Das ist kein Normalfall, sondern die Ausnahme. Und wenn aventurische Ämter weniger Papier bewegen, dürfte dergleichen dort noch viel seltener vorkommen. Für einen privaten Vertrag zwischen privaten Individuen, bei dem weder Geld noch amtlich relevante Güter bewegt werden und auch sonst kein Bezug zu irgendwelchen herrschaftlichen Rechten besteht, ist eine Aufbewahrungspflicht völlig ausgeschlossen.

    Gut, aber dennoch darf ich nicht einen Vertrag eines anderen Menschen verbrennen gegen seinen Willen. Das wäre dann zumindest Sachbeschädigung.

    Hm, den einzigen Beweis für einen eingegangenen Vertrag zu zerstören, soll nicht rechtswidrig sein? Interessant, das war mir nicht bewusst.

    Das Vernichten an sich ist nicht rechtswidrig, warum sollte es. Allerdings entbindet die Vernichtung, die Bäuerin nicht vom Handel. Deshalb gibt es bei Verträgen normalerweise immer für jede Partei ein Original.

    Warum sollte es? Weil es (irdisch) so etwas wie eine Aufbewahrungspflicht diverser Dokumente gibt? Das mag in Aventurien anders aussehen und auch irdisch muss sicher nicht alles aufgehoben werden. Aber so abwegig ist der Gedanke doch nicht, da es immerhin Dokumente gibt, die aufgehoben werden müssen. Und wenn dem nicht nachgekommen wird bzw. sogar aktiv eine Vernichtung stattfindet, ist das doch eine Pflichtverletzung .


    Wenn der Horasier eigentlich bloß wollte, dass die Heldengruppe ihn trotz seiner, wie es sich anhört, nervtötenden Kleinkariertheit respektiert, dann dürfte er (und mutmaßlich auch der Spieler) nicht unbedingt begeistert davon sein wie sich die Sache entwickelt, wenn ein Gericht die Sache ernst nimmt und die Maximalstrafe verhängt.

    (Ich glaube nicht, dass ein/e unparteiische/r RichterIn wirklich zu dem Schluss kommen könnte, dass man der Bäuerin die Zunge herausschneiden sollte, aber dieser Idealzustand herrscht ja nicht immer)


    Falls von allen gewünscht ist, weiterhin zusammenzuspielen, wäre ein allzu durchschlagender Erfolg der Anklage eher nicht wünschenswert ...

    Ich bin selbst gespannt, wie der Horasier in der nächsten Sitzung gespielt werden wird. Aktuell geschieht alles auf sein Bestreben hin, da sonst niemand ein Problem damit hat, nicht auf ihn zu hören. Wir versuchen OT-Argumente ("Wir wollen doch zusammen spielen.") weitgehend außenvor zu lassen und sind prinzipiell auch geübt darin, Konsequenzen IT auszuspielen. Der Horasier ist außerdem eine Figur, die (daher kam sie nachträglich dazu) einen anderen SC ersetzt, der für eine Weile verhindert ist. Es gibt also nicht einmal einen OT-Zwang, zu einem Ende zu kommen, bei dem der Horasier voll integriert wird. Aktuell scheint es mir eher darauf hinauszulaufen, dass sich die Wege des Horasiers und der Heldengruppe nach Beendigung der Ermittlung trennen. Und das ist ja auch völlig in Ordnung (für alle von uns). Mich würde es schütteln, wenn aus OT-Gründen andere Resultate erzwungen werden würden.


    Ja, es scheint nur darum zu gehen, dass die Entscheidungsgewalt nicht berücksichtigt wird und die Verwahrung nicht beim Horasier selbst liegt. Ob die primären Ziele erreicht werden, ist noch offen. Natürlich würde der Horasier sagen, dass Person B auch hier etwas entgegenwirkt, weil er seine Wege zum Ziel ja als zielführender erachtet.


    Ich persönlich glaube ja auch nicht, dass daraus viel erwachen würde. Mir gefällt die Idee von Artemis500 :


    Die weltliche Gerichtsbarkeit sagt ihm, dass er einen Fürsprecher braucht [Anmerkung: Ist bereits geschehen, jedenfalls wurde gesagt, dass er als Nicht-Bürger keine Anklage erheben kann!], weil er kein Bürger ist. Also geht er zum Praiostempel und legt einem Geweihten die Sache dar.


    Der Geweihte merkt, worum es dem Horasier eigentlich geht (und ich nehme an, dass der eigentlich nur sein mickriges Ego streicheln will indem er den Anführer spielt, und nicht will, dass der Bäuerin die Zunge rausgeschnitten wird ...), und führt ein Seelsorgegespräch und redet eventuell auch der Bäuerin mal ins Gewissen (wobei er durchaus die haarsträubend hohen möglichen Strafen für Betrug erwähnen könnte, und, dass er den Horasier überzeugen konnte, von einer Anzeige abzusehen), und die Gruppe rauft sich zusammen.

    Das finde ich eigentlich recht stimmig. Ich werde ein entsprechendes Gespräch vorbereiten und versuchen, dass es sich zu hoher Wahrscheinlichkeit realisieren lässt. Mehr als eine Mahnung, dass nicht leichtfertig mit schriftlich zugesicherten Loyalitätsbekundungen umzugehen ist, wird am Ende vermutlich kaum dabei herumkommen (auch etwas davon abhängig, wie sich Person B so verhält - sie hat gelegentlich durchaus eine gewisse Sprengkraft im Gespräch mit Autoritätspersonen...).

    Das mit der länge war auch Augenzwinkern. Aber mal ein Beispiel, ich habe mal jemanden circa 500€ verliehen, damit ich das Geld auch wieder bekomme habe ich kurz im Netz geschaut und einen Rückzahlungsvertrag gemacht. Der Inhalt sollte sein: "Person a gibt Person b Geld, Person b gibt das geld innherhalb von X Monaten zurück"


    Das ganze wurde dann einen Zinslosen Darlehnsvertrag mit 10 Unterpunkten und erstreckte sich über 3-4 Seiten (Handschriftlich auf Karopapier geschrieben).

    --- (Einschub ende) ---

    Ja, ich denke auch, dass der Horasier mindestens daraus lernen wird, hier gründlicher zu sein in Zukunft. Und während man in Winhall m.E. noch weit entfernt ist von einer von dir beschriebenen Bürokratie (gerade in dieser Zeit), könnte es im Horasreich da schon durchaus anders sein.


    (Das die Redax die noch nicht als Ingame Bücher heraus gebracht hat wundert mich tatsächlich)

    Das wäre doch ein passendes CF-Projekt! Oder halt auch 20 Projekte...

    Spaß bei Seite.. Sie liegen OT nicht vor, IT ja aber durchaus. Und da werden Zuständigkeiten ja auch geregelt sein. Aber zumindest in der Stadt hat der Horasier hier ja ohnehin kaum eine Chance.




    P.S.: Hier der Wortlaut:


    "Die Interessengemeinschaft setzt sich als primäres Ziel, die Todesumstände von Herrn Rondrik Lassan zu klären. Sekundäres Ziel ist die die Gewährleistung des sorgenfreien Weiterlebens der Witwe Lassan. Die Mitglieder verpflichten sich, alle Hinweise und sonstige Entdeckungen, die zum Erreichen der gesetzten Ziele gesammelt werden, zu verwahren. Die Verwahrung dieser Dinge obliegt allein der leitenden Person der Interessengemeinschaft. Als Leiter der Interessengemeinschaft wird einstimmig Herr Boranti bestimmt. Die oben genannten Personen verpflichten sich zu respektvollem und ehrlichem Miteinander und versuchen die oben genannten Ziele mit bestem Wissen und Gewissen zu erreichen."

    Hast du dazu eine Quelle? Weil den Straftatbestand eines Betrugs gibt es im Mittelreich durchaus. Und auch ohne angegebene Konsequenz dürfte ein absichtlicher Vertragsbruch als Betrug gewertet können.

    Mein Gesunder Menschenverstand.

    Danke. Meiner Erfahrung nach ist aventurische Rechtsprechung nicht immer mit unserem (zumindest nicht mit meinem) Menschenverstand zu erklären.


    Ich vergleichs einfach mit dem Eidsegen, was ja ähnlich funktioniert. Der Eidsegen besagt, das man den Sachverhalt darlegen muss und eine Konsequenz welche passiert, wenn der Eid gebrochen wird. Wenn man keine Konsequenz ausspricht dann gilt derjenige der den Eid gebrochen hat "nur" als Eidbrecher und ansonsten folgen keinerlei Konsequenzen daraus.

    Ein Eidsegen ist halt eine andere Sache, da geht es ja explizit um einen Eid, der auch einseitig sein kann. Es ist etwas Anderes als ein Vertrag. Und "nur" als Eidbrecher zu gelten, ist in meinen Augen eine weitaus höhere Konsequenz als die, die mir für Person B (wenn überhaupt) vorschwebt.


    Ich verstehe tatsächlich nichteinmal wie die Bäuerin den Vertrag gebrochen hat. Bzw. wie man überhaupt diesen Vertrag brechen kann?.

    Wenn man vertraglich zusichert, dass die Entscheidungsgewalt für eine Unternehmung bei einer Person liegt, dann wäre ein eigenmächtiges Handeln ein Verstoß. Beispiel aus meinem Alltag: Der Caritasverband plant eine Mehrtagesfahrt ins Gebirge mit Wohnungslosen. Alle Teilnehmer unterschreiben, dass der verantwortliche Sozialarbeiter weisungsbefugt ist und dass sie auf Anweisungen im Rahmen der Mehrtagesfahrt hören müssen. Ein Zuwiderhandeln wäre ein Verstoß gegen diese Vereinbarung, die unterschrieben wurde.


    Als Meister hätte ich beim schließen eines Vertrags zwischen zwei Spielern erstmal gefordert, das der Vertrag einmal schriftlich ausformuliert irgendwo niedergeschrieben werden soll, damit man genau solche Probleme später nicht hat.

    Der Vertrag liegt vor, den kann ich später heraussuchen. Und "Probleme" (wenn es welche sind) gibt es auch nicht aufgrund der Unklarheit, was der Inhalt ist. Problematisch ist nur, dass nicht gänzlich klar ist, wer hier ggf. zuständig ist.


    Und wenn so ein Vertrag weniger als 5 Seiten hat, dann ist es sowieso kein Ernstzunehmender Vertrag.

    Das halte ich nun wirklich für ziemlich falsch. Die reine Quantität sollte nicht über die Ernsthaftigkeit entscheiden.

    Ich denke auch, dass es eine Konsequenz geben sollte/dürfte/könnte über den gebrochenen Vertrag. Nur eine äußerst geringe (die auch schwer festlegbar sein dürfte), weil niemand zu Schaden kommt und es um nichts von finanziellen bewertbaren Wert geht.

    Sollte der Horasier etwa beim Praiostempel aufschlagen und Person B irgendwie auch dort sein, dann wird es auf jeden Fall eine Ermahnung geben. Aber auch da denke ich nicht, dass hier wirklich ein groß angelegtes Suchen nach Person B eingeleitet wird. Wir werden sehen... Ich bin selbst ein wenig gespannt, was dem Horasier noch so alles einfallen wird, um der Bäuerin eins auszuwischen.

    Exakt.

    Ich habe im Magistrat der Stadt Winhall und bei der Stadtgarde den Sachbearbeiter bzw. den Garde-Oberst erst einmal so gespielt, dass sie es nicht wirklich so ernst nehmen. Letzterer hat den Horasier fast schon ausgelacht.

    Aber neben solchen Dingen, die die Praxis in Aventurien mit sich bringt, interessiert(s) mich dann doch auch der theoretische Bilderbuch-Weg. ;)

    Auch in D ist die Zerstörung von Verträgen keinesfalls verboten (Gewisse Aufbewahrungsfristen für amtliche Bedürfnisse mal außen vor.). Man bewahrt die auf, weil man sie vielleicht noch braucht. Ich glaube auch nicht, dass das im Mttelreich verboten sein könnte.


    Ich weiß, dass du dem Spieler gern irgendeinen Erfolg geben willst, allerdings sehe ich so gar keine Chance, das plausibel zu tun. Außer du gehst über einen korrupten Richter oder so.

    Hm, den einzigen Beweis für einen eingegangenen Vertrag zu zerstören, soll nicht rechtswidrig sein? Interessant, das war mir nicht bewusst.


    Und nein, ich möchte dem Spieler nicht unbedingt ein Erfolgserlebnis geben (Person B ist ja auch ein Spieler). Ich möchte es nur möglichst konsequent und "realitätsnah" weiterspinnen und suche daher Rat, damit ich abschätzen kann, wie ich es weiter ausspielen werde und wie ich auf bestimmte Schritte des Horasiers reagieren werde.

    Danke auf jeden Fall für eure ganzen Einschätzungen!