Posts by Eldoryen Gammensliff

    War das ein Versuch von Widerspruch oder Zuspruch?

    Erst mal weder noch. Ich habe es mal mit meinen Worten formuliert weil ich bei deinen noch unsicher war. Offensichtlich meinen wir das gleiche. Ich denke dass das Göttliche auf jeden Fall auch ein (beseelter) Teil der "Maximalpräsenz" einer Gottheit bzw. besser eines Unsterblichen ist. Einen Dissenz haben wir erst darüber wer oder was die Makel verteilt, wenn sie nicht durch liturgisches Wirken entstehen. :blush:

    Für dich tritt jemand gegen "das Bein" des Gottes und das Bein tritt automatisch zurück. Ich sage der Gott muss erst "hinschauen" (mit dem Kopf/Gehirn/Augen/whatever) und dann "was machen". Oder modern: ich habe eine Zweifaktoridentifikation du ein (starkes) Passwort. :)


    Hesinde zum Geleit!

    Als erstes: Versucht bitte nicht gegeneinander zu argumentieren. Ihr werdet hier im FOrum nur sehr selten jemanden überzeugen eine andere Meinung anzunehmne. Wenn, dann sind es geistig flexible, hochintelligente Foristen-Menschen. Die meisten beharren auf ihren Meinungen und Argumenten. Was nicht heißt, dass alle anderen doof sind, halt nur nicht die Kombination von sowohl hochintelligent, als auch flexibel. Aber ich trete schon wieder in Fettnäpfchen. Wenigstens sind dann die Nähte der Schuhe wasser-dicht.

    ^^ Ich sehe das auch so. Und bei vielen Aspekten haben die "Parteien" schon bekundet, dass es keine abschließende Klärung gibt, oder geben kann. Und ich persönlich bin völlig fein damit. Tatsächlich hätte mich aber ganz persönlich einfach interessiert wie man bei klaren Beschreibungen was eine Religion bzw. ein Pantheon ist und wie eine Initiation damit wechselwirkt, der Aufassung wäre es stünde nicht dort. Drum habe ich es ja auch zitiert damit andere am Gedankengang partizipieren können. Und Spaß an der Diskussion kann man ja auch haben, wenn man eventuell weiß dass man nicht mit allen und allem grün wird. Immerhin präsenteren alle ihre Gedankengänge und Leute die sich irgendwann mal mit der Materie befassen können sie nachschlagen. Und je nachdem wie sie es sich geben wollen lesen sie nur bis Seite 2 oder 3 oder halt bis zum "brainfuckigen Ende".

    Wo ich dir aber widersprechen muss ist die Fixierung auf die Intelligenz. Ich finde nicht dass es eine "Selbstverständlichkeit" (oder "Vorraussetzung"; was du nicht gesagt hast) sein sollte, oder darf, dass man "bestimmt intelligent" vorraus setzt. Ich halte mich z.B. für nicht allzuintelligent (jetzt auch nicht doof) und würde mir jetzt deswegen auch nicht den Mund (a priori) verbieten lassen. Ich reflektiere gerne und setzte mich mit Dingen die mich faszinieren gerne auseinander und "gehe da gerne rein". Ich würde meinen Zugang eher als "method acting" beschreiben (deshalb auch die "Rolle" des Hesindegeweihten). Es geht hier nur um das Wort. Und was da steht kann entweder sinnvoll, oder weniger sinnvoll für einen sein, aber so eine Plattform sollte ja im Optimalfall nicht elitär oder exkludierend sein, was sie ja definitiv nicht ist - soweit ich das beurteilen kann.

    Ich stimme dir in weiten Teilen deines Posts sonst zu würde daher nur auf ein paar "strittige" Punkte eingehen. In dem Sinne: "nicht kritisiert ist gelobt genug." 8o

    Eine Räubergruppe aus Ork (Pantheon Orkengötter), Thorwaler (Pantheon Thorwal), einem Novadi (Pantheon Rastullah) und einem Mittelreicher (Pantheon 12 G) überfallen und verprügeln Rudrecht den Grünen, seinerzeichen Geweither der Zwölfe, Namentlich Rajha-Geweihter.
    Nach DSA 4 würden alle das MdF bekommen / oder mindestens einen Makel oder Frevel (ist lange her und dder genaue Wortlaut und Verregelung mE weniger Wichtig). Fakt ist: Es würde alle treffen.

    Das ist so nicht richtig. Im Prinzip hat sich zwischen DSA4 und DSA5 nichts geändert, das war ja auch der Einstieg in die ganze folgende Diskussion. Es war also schon immer so das beim Angriff/Erschlagen eins obig postulierten Rahja-Geweihten nur der 12-Götter-Initiat die "kosmische Arschkarte" gezogen hätte.

    Daher die provokante Frage: Braucht noch jemand ein MdF oder kann das weg? Grumbrak hat ein MdF in der Hand und wedelt porvokant über Mülleimer damit. Da ist das Anathema viel sinnvoller. Es ist zum Beispiel gegen Borbarad gesprochen worden...

    Ich persönlich finde es kann weg, bzw. ich habe es in meinen Abertrillionen von Jahren DSA nie gebraucht (weil meine Spieler einfach zu gute und krasse Helden sind. <3). Aber wie man an der Existenz des Regelelementes ableiten könnte brauchen es vielleicht andere. Das Anathema ist ja auch nichts anderes als ein "Seelenmakel". Irgendwie musst du ja die "Seele grabben" und sie so "taggen" damit sie dann richtig zugeordnet wird, um mal in der Sprache unserer Zeit zu bleiben. Das kann von mir aus auch im "Fluff" bleiben, logisch dass es so ein "Seelen-[tag]" gibt ist es aber allemal.

    Dann hast du natürlich die Überlegung: Eidsegen und Heilige Eide. Was würdest du machen wenn die Spieler dir einfach den Stinkefinger zeigen und "ach was interessiert mich das Geschwätz von gestern - ich diene TSA heute koch ich, morgen brau ich und übermorgen ermorde ich des Königspaares Kind", sagen? Handlungen sollten im Spiel Konsequenzen haben. Und so wie "weltliches Recht" sinnvoll für das Spiel ist, damit die Mörderhobos nicht völlig frei drehen, so ist natürlich auch "karmale Justiz" eine durchaus sinnvolle Sache. Die wenigsten Spielenden wollen "final" das ihr Charakter "der Böse" ist (sie wollen, wenn dann, "scheiße sein" und trotzdem geliebt und gefeiert werden - warum sonst ist Phex so beliebt:?:8o<X).

    Und ich denke die Regeln sollen hauptsächlich diesen "priesterlichen Aspekt der karmalen Justiz" unterfüttern. Ich denke der größte Teil aller Makels-Träger wurde durch die karmalen Mittel der derischen Geweihten erzeugt. Namentlich: Eidsegen, Heiliger Schwur, Exkommunikation (bei verurteilten Frevlern) und Anathema (bei so Kalibern wie Borbarad; was ja auch nur eine "symbolische Geste" war, da Borbarad ja durch seine Mehrfachpakte ohnehin schon ein Verdammter im Sinne der Regeln war). Den Fall dass die Götter selbst aktiv werden halte ich für seltener, aber es muss ihn geben sonst wären so Typen wie Praioslob ja nicht denkbar und darum spinnt sich immerhin ein ganzer Abenteuerplot. Also kann man da schon von einer gewissen "Relevanz" oder Notwendigkeit sprechen.

    Also abschließend finde ich WENN man ein Regelkonstrukt zu etwas macht, was auch gut in/m Fluff/Meisterhand bleiben könnte, DANN sollte man es auch GESCHEIT machen. Jetzt gibt es dieses Konstrukt schon sehr, sehr lange ( KKO 1997) - fast 30 Jahre. Wir leben damit. Jetzt ist die Frage also eher wie würde/sollte/könnte man (du, ich, anybody) es gescheit machen? Oder auf DSA5 bezogen ist es aktuell "gescheit genug"?

    Auch das sehr spannend. Ob das schon immer gilt? Haben in den dunklen Zeiten und davor schon solche (Ich widerhole mich: Sinnvollen (nein!) Regel zum MdF) gegolten? Das heißt ein Bewohner des Mittelreiches wird 250 vor BF Initiert (sagen wir von einem TSA-Geweihten) greift er in seinem späteren Leben (sagen wir in der Legion) einen Shinxir-Geweihter an bekommt er keinen Makel (anderes Pantheon) oder doch einen, aber beim Travia Geweihten in einem Dorf südlich Gareth, als das Dorf geplündert wird, bekommt er einen MdF?

    Ich finde das auch eine sehr spannende Frage. Je nach dem wie sehr die Dunkle Zeiten Box und seine regeltechnischen Implikationen noch gelten. Damals waren ja noch die "alten" archaischen Anrufungen verbreitet, v.a. für Kulte die noch nicht so "hoch entwickelt" bzw. "institutionalisiert" waren. Man könnte also gut annehmen dass es in der Frühzeit, sagen wir von "1.492" bis 950 v. BF noch ausschließlich die Anrufungen mit keinen, oder nur lockeren, Initiationsriten gab. Später, als sich dann die wichtigsten Kulte etabliert und "geordnet" hatten wird es vereinzelt Liturgien für Initiaten gegeben haben. Aber entweder war die Religion "offen"/leer und nur auf den Horas als "mittler zu den Göttern" gepolt, oder es gab für jeden Einzelkult eine Initiation (und da waren ja auch schon früher manche göttliche Entitäten als Dienerwesen unter dem eigentlichen "Hauptgott" tätig). Eine mögliche Horas-Initiation könnte also die Götter: Horas (karmal leer), Praios und Ucuri beinhaltet haben, wiewohl es auch weiterhin einzelne Ucuri- oder Praios-Kirchen gegeben haben könnte. Kurz ein Flickenteppich. Und so ist es dann auch gut zu vertreten dass Geweihte gegen Geweihte agieren konnten (in Kriegszeiten ja sowieso "makelfrei").

    Geweihte können die "Nähe" zu ihren jeweiligen Göttern Omnipräsent spüren, ergo muss es eine omnipräsente Verbindung von den Göttern zur dritten Sphäre geben.

    Ist diese Verbindung nicht erst durch eine persönliche Berührung durch die Gottheit entstanden? Die Seele des Novizen wird bei der Ordination in höhere Sphären angehoben (zur Gottheit hin) und dort von ihr persönlich berührt und verändert. Danach steht die "Leitung". Und der Priester regeneriert darüber auch sein Karma, sonst könnte die Gottheit es ja nicht persönlich abdrehen. Das Göttliche ist wie so eine Art "Wetter", bei viel Göttlichkeit ist der "Himmel klar" und man kann dadurch leichter "hoch funken". Bei wenig Göttlichkeit ist es halt schwerer. Die Götter als "Prinzipienwolken" müssen sich ja auch die ganze Schöpfung mit hunderten, oder tausenden?, Artgenossen teilen und da gibt es sicherlich ein rechtes "Götter-Wolkensuppe-Gewölle". Denn wo ein Ehemann seine Frau wahrhaftig liebt da ist Rahjas Prinzip genauso wirkmächtig, wie Travias Treue und Praios Wahrhaftigkeit und manchmal auch Phexens List wenn man beim Sex an Rohaja von Gareth, oder Raidri Conchobair denkt. Aber auch TSA wird eventuell da sein (wenn Nachwuchs entsteht), und so weiter. Die Schöpfung ist komplex und so ist es die "derische Göttlichkeitssuppe". Ganz klar bleibt aber die "scharf abgetrennte Gottheit" hoch in Alveran, oder wo sie sonst grad steckt.


    Hesinde zum Geleit!

    Jippie eine Quellenflut... und genau die Stellen die meine "These" stützen werden ausgelassen.

    Klingt jetzt für mich unterschwellig so als würdest du vermuten ich würde absichtlich etwas unterschlagen. :/ Aber es ist sicherlich kein allzugroßer Spaß Quellen zu bearbeiten, grade bei nicht digitalen Produkten heißt das für mich "tippen". Wenn ich die Quelle nenne ist es doch normal dass ich davon ausgehen dass ein Leser diese in ihrem Kontext prüfen kann und wird. Was du machst ist also einfach folgerichtig und erwartbar. Ich sitze nicht nicht und ringe meine Hände in der Hoffnung das du nicht merkst dass z.B. die Historia mehr Text hat als die paar zitierten Zeilen von mir. ^^

    Wenn den Praioten schon die als Frevler betrachteten, die einen Verdacht in ihre Richtung äußerten, was waren dann Jene denen sie die Schuld an diesem Mord zuschrieben?!

    Ja was wäre wenn? Ich wiederhole hier gerne WdG : "die Götter ziehen Grenzen auf einer anderen Ebene" und KdG: "untadelhaft im Sinne der Gottheit". Das Bodenpersonal kann gerne mal "betrachten" wie es mag. Und bigotte Priester haben schon immer, und auch in Funk und Fernsehen, gerne "Dinge betrachtet", ohne dass es die Tatsachen umgeschrieben hätte. Übrigens gibt es genau für den Fall das praiosgefällige Gerichtsverfahren und auch die Exkommunikation - auch für Geweihte. Aber an allen Enden und Ecken wird auch betont dass ein Geweihter im Regelfall um die Seelen bemüht ist und sie heim in den Schoß der Kirche zu führen. Das was die Priesterkaiser gemacht haben war nicht im Sinne irgendeiner kosmischen Ordung, außer ihrer Machtgier. Wolltest du nicht Wegelagerern wegen bloßer "Habgier" nach ein paar Silberlingen instant-Frevel-Marker verteilen? Wieso die Scheu bei den Priesterkaisern?

    Aus dem Munde selbst heutiger Praioten klingt das dann manchmal so:

    1. wüsste nicht dass wir jetzt ausgemacht haben dass quasi "inGame" Quellen irgendwelche outGame Wahrheiten stiften, vor ein paar Seiten bestandest du ja noch auf "das ultimative OT-Zitat". 2. ist dieser Umstand bestätigt für die Zeit nach dem Fall des Theaterordens. Die Rondrakirche war da schon "am Ende" und alles worüber wir hier reden schon passiert. Die Quanionsqueste ordnet das sehr gut ein indem sie beschreibt das der Frevel das Fundament des Herrschaftsanspruches der Priesterkaiser ist. Die Zeit danach ist da weniger relevant. Aber selbst da wird sich der eine oder andere zu eifrige Praiot einen Makel auf seine Seele abgeholt haben wenn er zu "handgreiflich" und vorschnell gegen Geschwister-Geweihte (Tsa, Ingerimm, Wahtever) vorgegangen ist.

    Nach der Bedeutung die du ja für Ketzer rausgesucht hast und aus der perspektive der damaligen Praioskirche:

    Wüsste nicht dass bei den Voraussetzungen für ein Seelenmakel "Verfolgung von Geweihten der eigenen Religion" dabei steht. Natürlich stehen Geweihte auch nicht über dem Recht. Und natürlich darf man sie bei Verdacht verfolgen und ihnen "nachstellen", ja sogar verurteilen (nicht umsonst gibt es explizit die sehr strenge kirchliche Gerichtsbarkeit; die Zeremonien Exkommunikation, Anathema und co.). Aber zerstückeln, metzeln und co. suchst du an dieser Textstelle vergeblich.

    Ganz nebenbei unterschlägst jetzt du ein bisschen was relevantes, sogar "mitten im Satz".

    Quote from Aventurischer Almanach S. 222

    Andersgläubige wurden verfolgt, und selbst Geweihte der Zwölfgötter nahm die Praioskirche nicht davon aus. Hexen und andere Zauberkundige wurden nach Schauprozessen auf dem Scheiterhaufen verbrannt oder vom aufgestachelten Volk gelyncht.

    Offensichtlich hat man die Geweihten (strafrechtlich?) verfolgt. Aber hingerichtet, verbrannt oder gelyncht wurden nur Hexen und Zauberkundige, was für Praiosgeweihte sicher kein Frevel ist, eher so "Morgensport".

    Auf den Rest gehe ich gerne bei Zeiten ein aber mir raucht der Schädel, hab aktuell miese Migräne.

    Du musst ja gar nicht gleich antworten (oder überhaupt) ich würde bei Migräne gar nix mehr machen außer ratzen. :sleeping: Ich kann auch meist nur Anfang der Woche schreiben, also kann auch durchaus sein dass ich ne Woche wie im Koma wirke. Ich wünsch dir auf jeden Fall ne gute Besserung und dass es schnell aufhört. Migräne ist echt ätzend. <X


    Hesinde zum Geleit! Peraine zur Genesung. :heart:

    Die Hinrichtung eines Ketzers, auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen, soll seine Seele schließlich reinigen und ihn von Frevel befreien.
    Und viele Rondra-Anhänger (nicht nur Geweihte) wurden auf Scheiterhaufen "hingerichtet".

    [...]

    es heißt NUR, das ich es so interpretiere:
    Angriffe auf Rondra-Geweihte waren per se keine "Angriffe auf Geweihte der eigenen Religion", es waren kosmologisch betrachtet Angriffe auf verurteilte Ketzer.

    Das ist genauso wie der Namenlose ein Gott des Zwölfgötterglaubens ist, aber Angriffe auf NL Geweihte kosmologisch dennoch nicht als "Angriff auf einen Geweihten der eigenen Religion" gelten, denn der Namenlose ist nach dem Zwölfgötterglauen der Gott der den Kosmos nicht beschützt, sondern vernichten wird. Deshalb ist seine Geweihtenschaft eine Geweihtenschaft von Ketzern.
    Aber der Zwölfgötterglaube spricht dem Dreizehnten nicht das "Gott sein" ab.

    Ok das ist viel "Material" auf so wenig Text. Es ist leider schneller und leichter solche Aussagen rauszuballern als sie anschließend auf ihre Richtigkeit zu überprüfen.

    Quote from Wege der Götter S. 146 f.

    Ketzer [...]

    [....]

    Ein Ketzer ist ein Angehöriger einer Religion, die in bestimmten Fragen des Glaubens von einer als orthodox ("rechtgläubig") angenommenen Lehre abweicht [...].

    [Unterstreichung von mir.]

    Quote from Wege der Götter S. 18

    In Praios' Namen - Die Priesterkaiser

    [...]

    335 BF: Erntefestmassaker: Anfang Travia richtet die Sonnenlegion unter Praioslob von Selem ein Gemetzel unter den Anhängern Rondras an. Als Anlass dient ihnen die Ermordung von Prinz Rude, die der Rondra-Kirche angelastet wird. Die Hochgeweihte der Rondra zu Gareth, Ardare, kommt bei der Verteidigung ihres Tempels ums Leben.

    [Unterstreichung von mir.]

    Quote from Historia Aventurica S. 209

    Das Erntefestmassaker
    Aldec Praiofold lässt in den folgenden Wochen und Monaten alle Rondrapriester gnadenlos verfolgen und töten, angeblich um den Mord am Thronfolger zu sühnen – vor allem aber, um die eigene Position zu stärken. Vorläufiger Höhepunkt dieser Verfolgung ist das sogenannte ‚Erntefestmassaker‘ Anfang Travia, bei dem die Sonnenlegion unter Praioslob von Selem ein Gemetzel unter den Rondragläubigen anrichtet. Die Hochgeweihte des Tempels, Ardare, erschlägt im verzweifelten Kampf mit ihrem Schwert Armalion mehrere Sonnenlegionäre, bevor sie überwunden und förmlich in Stücke gerissen wird.

    [Unterstreichung von mir.]

    Quote from Aventurischer Almanach S. 221

    Die Schreckensherrschaft der Priesterkaiser
    Als Ugdalf, der letzte der Klugen Kaiser, im Jahr 333 BF starb, war sein Sohn Rude noch zu jung, um Krone und Zepter zu empfangen. Ein Priesterrat aus Geweihten des Praios übernahm daher die Regierungsgeschäfte, bis zu Rudes Volljährigkeit. Doch dazu kam es nie, denn der junge Kronprinz wurde einen Tag vor seinem fünfzehnten Geburtstag grausam ermordet. Der Priesterrat aber blieb an der Macht. Schnell beschuldigte er die Diener der Rondra dieser Tat, auch wenn diese Anschuldigungen bis heute nicht lückenlos belegt werden konnten. Nach und nach wurden die Rondratempel geschlossen, ihre Geweihten gnadenlos verfolgt und umgebracht. So kam es 335 BF zum grausamen Erntefestmassaker in Gareth, bei dem viele Rondrageweihte von der Sonnenlegion getötet wurden. Die Zeit der Priesterkaiser war angebrochen, eine blutige Willkürherrschaft, die auch das einfache Volk bis aufs Blut auspresste.

    [Unterstreichung von mir.]

    Das sind praktisch alle relevanten Quellen dazu. In keiner Quelle wird von einem religiösen Dissens oder einer religös-rechtlichen Frage gesprochen. Es ist schlicht die grausamst-denkbare Vollstreckung eines, nicht durch einen ordentlichen Prosess abgesicherten, weltlichen Mordes/Hochverrates. Und stell dir das mal bildlich vor. Da haben ein "paar Dudes" - wahrscheinlich war es sogar nur ein Mörder - ein Verbrechen begangen und die vollstrecken einen Massenmord/Genozid an einer ganzen Kultgruppe? Selbst wenn der Mörder ein Rondrianer war, könnte man schlicht die Verantwortlichen verurteilen und gut ist. Abgesehen davon dass sich die Praioskirche lächerlich macht wenn offensichtlich Rondrasymbole oder "Löwenprankenspuren" (Grakvaloth?) spuren zu sehen sind und sie dann echt die Rondrakirche verdächtigen. (Wenn ein Polizist auf ner Leiche meine Adresse drauf tätowiert findet und bei mir angeschissen kommt und mich mitnehmen will, lache ich ihn einfach aus - und klar geh ich mit, aber halt Tränen lachend).

    Weiterhin sieht man in allen Quellen deutlich dass "Hinrichtungen" oder "Scheiterhaufen" kein Thema waren - es waren "direkte Angriffe/Gewalttaten". Ardare wurde FÖRMLICH IN STÜCKE GERISSEN. Hinrichtungen und Scheiterhaufen werden erst mit dem Ende des Theaterordens (Bogumils Hinrichtung z.B.) erwähnt und dann vornehmlich an (scheinbaren) Hexen und Zauberern (und Andersgläubigen; der Rondraglaube ist kein "Andersglaube").

    Zum zweiten Teil muss ich ein bisschen kleinteiliger ausholen:

    Nur durch den Geburtssegen, siehe die Fokusregel 'Kirchengebräuche', für DSA5 oder den Eintrag zu Geburtssegen und Initiation in DSA4.1:

    [...]

    Sonst glit man rein regeltechnisch nicht zur Religionsgemeinschaft, was bestimmte Nachteile mit sich bringt.

    [Unterstreichung von mir.]

    Du warst schon ziemlich nah dran finde ich. Wieso wir davon wieder abgekommen sind weiß ich nicht. Aber hier also noch mal in kleineren Schritten.

    Quote from Kodex des Götterwirkens S. 209

    Kirchenbräuche
    Im ersten Abschnitt erhältst du eine Übersicht zu den alltäglichen Arbeiten eines Geweihten: die Einführung in den Kreis der Initiaten, Geburts- und Todesbräuche, mehr zum Thema Eid und Schwur sowie die Klärung, was überhaupt unter dem Begriff Pantheon zu verstehen ist. Diese Grundbegriffe spielen nicht nur im Kult der Zwölfgötter eine Rolle, sondern grundlegend bei allen aventurischen Religionen.

    [Unterstreichung von mir.]

    Hier sehen wir, was nicht verwunderlich ist, der "Kult der Zwölfgötter" ist eine Religion. Also: 12G-Kult = Religion.

    Quote from Kodex des Götterwirkens S. 210

    [...] Initiation

    Ein Initiat ist ein durch die Zeremonie Aufnahme initiiertes Mitglied einer Religionsgemeinschaft. In Aventurien ist die vorherrschende Religion zwar der Zwölfgötterkult, aber es gibt weitere Pantheons, an die man sich mittels einer Initiation binden kann (siehe Kasten Pantheon). Durch die Initiation ist ein Derenbewohner nicht nur Mitglied der Religionsgemeinschaft, sondern verpflichtet sich ihr auch.

    [Unterstreichung von mir.]

    Hier sehen wir weitere Zusammenhänge. Gemeinschaft der Initiaten = Religionsgemeinschaft = Religion = Zwölfgötterkult = Pantheon = Bindungsgemeinschaft der Initiaten. Ich binde mich mit einer SPEZIFISCHEN Aufnahmezeremonie (INITIATION) an eine spezifische Religion UND GLEICHERMASSEN an ein Pantheon. Kürze ich dazwischen alles raus steht am Ende in der Gleichung schlicht: Religion = Pantheon.

    Quote from Kodex des Götterwirkens S. 211

    Pantheon
    Ein Pantheon umfasst mehrere Götter, in Ausnahmefällen ist es jedoch auch nur ein einzelner Gott. Wichtig ist hierbei, dass es sich um ein Götterkonstrukt handelt, das sich von anderen Pantheons abgrenzt. Dies ist auch im regeltechnischen Sinn wichtig, da einige Regelelemente nicht auf jeden beliebigen Kulturschaffenden wirken, sondern nur auf Initiaten eines bestimmten Pantheons.

    [Unterstreichung von mir.]

    Initiaten eines bestimmten Pantheons meint hier im Sinne des vorangestellten Textes/Gleichung "Initiaten einer bestimmten Religion(sgemeinschaft)". Regelelemente die eine Religion betreffen betreffen auch das Pantheon bzw. die "Gemeinschaft deren Initiaten" - also jenen Individuen die eine SPEZIFISCHE Aufnamezeremonie dafür durchlaufen haben.

    Quote from Kodex des Götterwirkens S. 211

    Bei mehreren Göttern in einem Pantheon stehen diese in einer besonderen Beziehung zueinander und betrachten sich innerhalb des Pantheons als Verbündete, sodass auch ihre Geweihten beispielsweise – auch wenn sie unterschiedlichen Göttern geweiht sind – einige der grundlegenden Tätigkeiten wie den Geburtssegen ausführen können, und dies im Sinne aller Pantheonsgottheiten ist.

    [Unterstreichung von mir.]

    Verbündete nicht Gegner. Ein Namenloser Gott kann also z.B. nicht TEIL des Pantheons und also auch nicht TEIL der regeltechnischen Religion sein - denn er ist das Feindbild. Er kann aber natürlich Teil der "Religiösen Überlieferung" sein. So wie Satan/der Teufel zwar ein "Teil der Geschichte/Bibel", aber kein Teil eines "christlichen Pantheons" ist (denn die Religion hat nur einen bzw. drei faltige Götter). Folgerichtig nennt der Kodex dann auch beide "Gruppen" als getrennte Pantheons:

    Quote from Kodex des Götterwirkens S. 211

    Einige der bekanntesten Pantheons, zu denen man über die Zeremonie Aufnahme eine Bindung aufbauen kann, sind

    • das Zwölfgötterpantheon (inklusive der mit ihnen verbündeten Halbgötter)
    • das Pantheon der Thorwaler (u.a. Swafnir, Travia und Ifirn, aber auch alte Götter)
    • der Namenlose
    • das orkische Pantheon (Brazoragh, Tairach, Gravesh, Rikai)

    [Unterstreichung von mir.]

    Interessant ist der letzte Absatz der ziemlich genau dem Umstand des Zitates aus WdG , dass die Götter ihre Grenzen auf einer anderen Ebene ziehen, entspricht.

    Quote from Kodex des Götterwirkens S. 211

    Solange er sich untadlig im Sinne seiner Götter verhält, wird er auch in das Paradies seiner bevorzugten Gottheit einkehren. Dies wird aber nicht geschehen, wenn ein Makel (siehe Seite 216) auf ihm liegt.

    [Unterstreichung von mir.]

    Dieser Kasten/Text verweißt direkt auf den Regelteil zu den Makeln, der dann folgerichtig den gedanklichen Kreis von der Gemeinschaft der Initiaten, der Religionsgemeinschaft und der Pantheone schließt.

    Quote

    Der Frevler-Makel wird üblicherweise [ja ich weiß!] durch die Exkommunikation oder den direkten Willen einer Gottheit auferlegt. Gründe dafür sind vor allem:

    Angriff auf Geweihte der eigenen Religion [=Gemeinschaft der Initiaten eines Pantheons; siehe KdG S. 209ff. bzw. weiter oben]

    [...]

    [Kommentare und Unterstreichung von mir.]

    Egal ob also Praioslob von Selem seine Seele anderweitig davor schon irgendwie beschmutzt hätte (wir wissen es ja nicht). Er hat seinen Makel nachweißlich nicht durch liturgisches Wirken (Exkommunikation) bekommen, da die Kriche seinen Frevel ja sogar noch vertuschen wollte. Aber klar dürfte auch geworden sein dass er spätestens beim Erntefestmassaker einen Frevel bekommen hätte - und folglich alle anderen Sonnenlegionäre mit ihm, welche einen Geweihte des eigenenen Pantheons (=Religion) angegriffen/getötet haben. Der einzige Grund warum dies nicht so sein sollte wäre, wenn diese Initiation (=regeltechnische Religions-/Pantheongemeinschaft) noch nicht existiert hätte. Und in dem Maße ist es ein sehr interessanter Denkanstoß von Satinavian: ab wann gibt es plausibel eine zwölfgöttliche Initiationszeremonie. Wir wissen es nicht. Ich persönlich gehe von der Zeit zwischen Silem-Horas und dem Fall Bosparans aus (also der Zeit der Kusliker Kaiser). Aber das wird man nicht beweisen oder falsifizieren können.


    Hesinde zum Geleit!

    P.S. nur der Vollständigkeit wegen und weil ich es aufgebracht habe, aber nicht erklärt.

    Quote from Kodex des Götterwirkens S. 123

    Die meisten Numinorugläubigen haben ihren Glauben durch Konvertiten erhalten, die ihr Wissen um Numinoru vom uthurischen Volk der Nanshemu erhalten haben. Bei den Nanshemu ist Numinoru Teil eines eigenen Pantheons, aber die aventurischen Kulte betrachten Numinoru als selbstständigen Gott und als Alternative zu Efferd, während sie die übrigen Zwölfgötter nicht verleugnen und durchaus auch als ihre Götter betrachten.

    [...]

    Die sechs Segnungen
    Priester mit der Tradition Numinoru verfügen über sechs Segnungen, die eine Verbindung ihres Gottes mit einem größeren Pantheon andeuten und für die aventurischen Anhänger des Unendlichen eines der Rätsel sind, denen es nachzugehen gilt. Die Segnungen sind: Eidsegen, Glücksegen, Kleiner Heilsegen, Stärkungssegen, Tranksegen, Weisheitssegen.

    Gemäß den oben von mir dargestellten Regeln aus KdG 209 ff. sind also die meisten Numinoru-Gläubigen (unwissentlich) in das uthurische Pantheon der Nanshemu initiert praktizieren aber eine Variante des Zwölfgötterkultes - ohne kosmologische Bindung an dieses. Jeder Numinoru-Initiat kann also "gefahrlos" (im Sinne der Regeln) einen Geweihten eines beliebigen Zwölfgottes schlagen, töten und massakriern - auch wenn er nicht weiß dass er es kann.

    Das gleiche gilt für Shinxir-Initiaten bezogen auf das myranische Pantheon der Oktade (in das sie unwissentlich initiert sind).

    Hallöchen noch mal.

    Ein Diener des Gottes von Wahrheit Recht und Herrschaft, der den rechtmäßigen Herrscher tötet und darüber lügt ? Mehr als ein Mörder würde ich sagen. So ein ganz spezieller Verrat an allem, was einem heilig sein sollte, während man die besondere Aufmerksamkeit des Gottes genießt, könnte durchaus für ein Frevlermal sorgen, Mord hin oder her.

    Ich hätte nicht gedacht dass wir hier Themen aus dem "Grundkurs DSA" wälzen müssen. Alle von dir genannten Aspekte steuern ein Grund-Regelement an das sich Prinzipientreue bzw. Moralkodex der Krichen (vgl. GRW S. 175) nennt. Wenn man also entscheidet hier das erweiterte Regelelement zu den Seelenmakeln (vgl. KdG S. 216f.) anzusteuern ist das eine "private" aber keine "zwingend objektive" Option.

    Rechtmäßigkeit ist hier auch so ein diskussionswürdiger Punkt. Recht hat wer Recht bekommt. Es gibt drei Aspekte der kaiserlichen Nachfolge (1. Macht; 2. Blutlinie; 3. Gesetz) und Punkt eins ist: Neuer Kaiser ist wer der würdigste ist und sich durchsetzt. Offenkundig haben sich die Priesterkaiser für eine Zeit durchgesetzt.

    Diese ganze Teildiskussion erübrigt sich auch für mich eigentlich, da ich persönlich nicht glaube dass Praioslob der Mörder von Rude II. ist - was man natürlich weder beweisen noch wiederlegen kann. Ich gehe auch nur drauf ein weil ihr es anscheinend für plausibler haltet als eine namenlose/dämonische gelungene Kabale: also selbst wenn es so war wie ihr postuliert, wäre es ein weltlich-politischer Mord gewesen und damit gehört er in die Abteilung der weltlichen Gesetze und nicht in die der kosmischen. Hier wären wir sonst wieder in der ewigen Diskussion um Naturrecht und co. Das ist ein extrem unangenehmer Themenbereich. Und man müsste erklären und aufzeigen warum das Verbrechen Diebstahl und Betrug (Phex) zur kosmischen Ordnung gehört, aber andere Verbrechen nicht. Immerhin gibt es so unsterbliche Schätzchen die solche Vorlieben haben:

    Ist auch klar. Es gibt auf Dere die unterschiedlichsten Spezies. Und viele haben andere Werte und Ideale. Manche Insekten fressen nach der Paarung ihre Partner, Löwenmännchen bringen die Jungen eines Rivalen um, etc. "Unnatürlich" wird es erst wenn es eine bestimmtes Maß und einen bestimmten Kontext überschreitet. Ausbeutung von Schwächeren (Leibeigenschaft) ist z.B. laut WdG ausdrücklich beim Frevel ausgenommen und die Tötung auch nur als "kosmologische Problematisch" gelabled wenn es Alte, Kinder und allgemein Schutzbefohlene sind. Auch wenn ich das (natürlich!) privat absolut nicht gut heiße muss ich es aventurisch-moralisch wohl als "relativ normalen weltlich-politischen verbrecherischen Akt" bezeichnen.

    Wenn wir über die Dämonen sprechen so begründen sie nicht das Unrecht (erst durch Belhalhars wirken gibt es überhaupt sowas wie Mord) sondern praktizieren es regellos/exstremistisch/pervertiert. Phex lügt und stiehlt, aber eben nicht schamlos und über alles und bei jedem. Und so töten auch Kor oder Rondra ( Al'Anfas Scharfrichter z.B.) andere, aber eben nicht wahllos und aus Genuss am Schlachten. Aus jedem Mörder gleich einen (minderen) Diener Belhalhars machen zu wollen geht denke ich zu weit. Es muss auch Platz für den Beruf des Meuchlers geben - da ist der Auftraggeber ebenso schuldig wie der ausführende Arm. Wenn wir das so weit fassen dann ist Aventurien ziemlich bewohnt von Frevlern die durch direktes eingreifen eines Gottes entstanden sind. Wenn wir dann im Gegensatz wieder in den Dunstkreis des "legitimen Tötens" (Verbrecher kann man ja töten oder ihnen Gliedmaßen abtrennen oder sie sich zu Tode arbeiten lassen, etc.) kommen, wie es z.B. ganz übliche "Hinrichtungen" wegen Hochverrates sind, wird es erneut sehr unangenehm. Aventurien ist kein Gummibärchenland - auch wenn man es so spielen kann.

    Ganz nebenbei, um wieder auf Praioslob zurück zu kommen, mal die Frage: gibt es eine Quelle die zweifelsfrei und unmissverständlich Praioslob als Geweihten deklariert? Eigentlich sind Sonnenlegionäre durch die Bank Akoluthen der Praioskirche und keine Geweihten. Umso wahrscheinlicher dass ein Gott erst dann drauf schaut wenn er fröhlich geweihte Menschen umbringt, da sie ja ohne Karma noch "unaufmerksamer" sind.

    Ein letzter Aspekt ist der Umstand, dass die Moralvorstellungen des Gottes nicht jenen der Kirche entsprechen müssen. Kein Mensch oder menschlicher Kult versteht eine Gottheit in ihrer Gesamtheit und dichtet ihr daher auch Aspekte, oder deren Auslegung, an, die für das irdische Leben zwar relevant sein mögen oder gut zu anderen Aspekten der Gottheit passen würden, die aber nicht wirklich der Gottheit immanent sind.

    Quote from Wege der Götter S. 309

    Kirchliche Interpretation

    Göttlicher Wille muss nicht zwangsläufig und ausschließlich das sein, was die Krichen und religösen Gemeinschaften als solchen verbreiten. Das soll nicht heißen, dass etwa das Hohe Paar keine Ahnung von Travias Ansichten hat - immerhin spüren sie in ihren Meditationen die Nähe der Gottheit. Aber letztlich wissen können es die Hochgeweihten auch nicht - wie sollten sie auch mit ihrem beschränkten Geist den Willen einer Göttin erfassen? Auch die Priester interpretieren bloß die Zeichen, die die Götter ihnen senden, und diese Auslegungen können durchaus einmal völlig unterschiedlich und auch anders sein, als der Gott sich das dachte - kümmern wird ihn das aber wohl selten. [...] Letzten Endes ist der Wille der Götter vielleicht nicht unergründlich, aber für die Sterblichen schwer verständlich [...]. [Es) ist [aber] höchst unwahrscheinlich, dass die seit Jahrhunderten etablierten Krichen und Kulte ganz und gar daneben liegen.

    Und so ist es auch zu erkären warum Praios nicht gleich Praioskirche ist und auch göttliche Ordnung differenzierter sein kann (natürlich nicht muss).

    Quote from Historia Aventurica S. 19; Kasten zu Göttern und Unsterblichen

    Praios: Feuer, Licht, Wahrheit, Gehorsam

    Praios-Kirche DSA4

    Quote from Wege der Götter S. 34

    Aspekte: Sonne, Gesetz, Herrschaft, Hierarchie, Ordnung, Gericht und Rechtsprechung, bedingungslose Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit, Zeitmessung, Magiebann, Süden

    Praios-Kirche DSA5

    Quote from Kodex des Götterwirkens S. 24

    Aspekte: Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Gesetz, Herrschaft, Hierarchie, Magiebann, Ordnung, Rechtsprechung, Sonne, Süden, Wahrhaftigkeit, Zeitmessung

    Da ist man nicht sonderlich nah dran sondern schneidet vieles nur "menschlich" an. Am umfänglichsten und exaktesten trifft man aber tatsächlich noch die Wahrheit. Interessant finde ich dass der "Herrschergott" eher ein "Dienergott" ist/war. Und wir wissen alle dass es nur einen wahren Gott der Herrschaft gibt:

    Quote
    Quote from Historia Aventurica S. 19; Kasten zu Göttern und Unsterblichen

    Goldener Gott: Herrschaft, Macht, Führung

    8)

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Dazu hätte ich gerne die Quellen!
    Ich sehe es nicht so, dass Götter so eine begrenzte Wahrnehmung auf die fünfte Sphäre besitzen. [Ich nehme an du meinst hier dritte Sphäre, oder?]
    Rahja ist überall wo Liebe ist, genau wie Travia, Peraine ist überall wo Humus und/oder Leben ist, Praios ist überall wo wörtlich, wie metaphorisches Licht vorhanden ist.
    Sie sind nicht etwas das etwas Bemerken muss um darauf zu reagieren sie sind fest in die Urenergien Sikaryan und Nayrakis verwoben und überblicken den Kosmos außerhalb von Raum-Zeit, nur limitiert durch das 'Weltgesetz'.

    [Anmerkung durch den Zitierenden.]

    Schwierig, und auch nicht ganz fair, finde ich dass ich dich jetzt mehrfach gebeten habe auf die aktuellen Quellen zu den Pantheons Numenorus und Shninxirs einzugehen, du aber, statt darauf einzugehen, dir von mir nur immer wieder Dinge wünscht und "verlangst". Könnten wir uns bitte darauf einigen, dass ich dir die Quelle(n) abtippe und du im Gegenzug auf diese aktuellen (DSA5) Quellen eingehst, die aventurische Numinoru-Gläubige und -Geweihte immer noch mit dem uturischen Pantheon ihrer "Missonare" verbunden sein lässt und nicht etwa eine neue Variante des Zwölfgötterpantheons begründet haben (was ihrer eigentlichen Glaubenspraxis entsprechen würde). Das WIDERSPRICHT doch deiner Interpretation, oder? Du hast also bereits eine sehr gute Quelle durch die wir bei unserem Dissens weiter kommen würden, oder?

    Abgesehen davon zeige ich, nicht nur dir, prinzipiell natürlich gerne Texte auf welche mich zu meiner "Ameisentheorie" bzw. generellen kosmologischen Überzeugung führen.

    Quote from Wege der Götter S. 308f.

    Die Götter sind existente und äußerst machtvolle Wesenheiten, die ohne allzu große Mühe Kaiser stürzen und ganze Landstriche umwälzen können. Aber warum sollten sie das tun? Zum einen verhindert ein selbst gewähltes Gesetz (vielleicht auch ein Naturgesetz) - das Mysterium von Kha - allzu große Einmischungen in die Welt der Sterblichen, zum anderen wird das tägliche Treiben in der Dritten Sphäre für sie auch sonst von eher nebensächlichem Interesse sein. Versuchen Sie, sich in die Rolle solch eines Wesens hineinzuversetzen: Für die Götter ist ein einzelnes Wesen unbedeutsam - bevor sie überhaupt merken, dass dieser da ist, ist er wahrscheinlich schon den Weg alles Derischen gegangen. Gehen Sie ruhig davon aus, dass für einen Gott "hundert aventurische Jahre wie ein Tag sind". Die Spanne eines Menschenlebens ist mit dem "Abend" vorbei, die Reiche Aventuriens bestehen selten länger als eine "Woche".

    Dazu kommt, das die Götter mächtig, aber nicht allmächtig sind, wissend, aber nicht allwissend, am Bestand des Kosmos und der Sterblichen interessiert, aber nicht "gut" im Sinne eines ihnen übergeordneten Prinzips. Und sie sind damit beschäftigt, den Kosmos vor dem Chaos zu schützen, sprich: die Dämonen daran zu hindern, die Welt, wie die Aventurier sie kennen, zu vernichten.

    Dennoch haben die Götter ihre ureigenen Ansichten und Motivationen - und vielleicht auch menschlich anmutende Schwächen. So mag es geschehen, dass ein einzelner Sterblicher durch seine Taten oder auch durch eine Laune eines der Himmlischen dessen Aufmerksamkeit auf sich zieht, zum Guten wie zum Schlechten. Denken Sie daran, wie Sie schon einmal einer Biene geholfen oder ein Unkraut ausgerissen haben. Und auch wenn sich die Götter nicht allzu sehr um die Belange der Wesen kümmern, mögen sie doch durchaus auch Pläne haben, die diese einschließen oder gar vorsehen.

    [Hervorhebungen durch mich.]

    Hier haben wir eigentlich alle Aspekte die ich oben angerissen hatte. Ich muss zugeben dass eine Biene und ein Unkraut nicht meiner Ameisenmetapher entspricht, aber ich hoffe ich war nah genug dran am Bild (man könnte Argumentieren dass beide zur Teilordnung der Stechimmen gehören und daher noch ins gemeinsame Bild passen). :blush:

    Und weil hier ja etwas davon steht dass die Götter doch mal hinkucken, und wir ja auch den Dissens mit den Wegelagerern hatten, hier noch mal expressis Verbis diese ausgeschlossen:

    Quote from Wege der Götter S. 309

    Göttliches Eingreifen in einem Abenteuer erfordert meisterliches Fingerspitzengefühl und vor allem die richtige Geschichte. Die Götter interessieren sich nicht für das Ausheben einer Räuberbande oder die Entlarvung eines sinistren Schwarzmagiers.

    [Hervorhebungen durch mich.]

    Dass ein Gott also irgendwelchen Wegelagerern, aus kosmologisch nichtigen Gründen, direkt und persönlich den Makel des Frevlers aufdrückt, würde ich als suboptimales Fingerspitzengefühl werten. Gut das die Wegelagerer im Beispiel NPCs sind. Als Spieler würde ich mich beschweren.

    Um das Bild zu vervollständigen möchte ich noch die "regeltechnischen-kosmologischen Grundlagen" zitieren entlang derer sich, zumindest für die 4. Edition, göttliches Wirken entspannt. Ich greife zum "Kombizitat".

    Die {...}-Klammern zeigen jene Passagen die sich nur im (neueren) DSA4-Myranor Zitat finden (und dann in Kombination mit einem "/-Slash" das aventurische Äquivalent ersetzen). Das soll auch gar nichts im eigentlichen Sinne "beweisen" sondern nur das Verständnis der "Multidimensionalität" eines so komplexen Wesens veranschaulichen und v.a. aufzeigen worin die "Eigenverantwortlichkeit" der derischen Diener der Gottheit begründet liegt. Die Prinzipien ("das Göttliche") sind quasi "Bestandteile der Schöpfung", welche die Unsterblichen selbst (als "die Gottheit") beseelen und "bewohnen". So wie Chalwen ihr Gebirge, der Flussvater und Pandlaril den Fluss bzw. See. Simia und Tsatuaria machen aber vor dass man sich dieses "Exoskelettes" durchaus "entleiben" kann.

    In diesem Kontext wäre dann eben auch interessant wer sich die "frei gewordenen Exoskelett-Prinzipien" des Namenlosen, Herrschaft und Führung, unter den Nagel gerissen hat. Durchaus plausibel dass der ursprüngliche "Dienergott" Praios heute auch de facto das Prinzip Herrschaft und Führung "bewohnt". Umso wichtiger seine Kirche zu reinigen und sauber zu halten, damit ihm nicht das gleiche Schicksal blüht wie dem Namenlosen. Ganz nebenbei wäre genau sowas ein VERY VERY VERY VERY BIG next Thing einer karmakorthäonischen Groß-Kampagne. 8o

    Wenn ich also schon, ganz hesindegefällig, vom Wandel sprechen, möchte ich abschließend auch noch einen letzten Text dazu anführen:

    Quote from Wege der Götter S. 311

    [...] Wandel der Religionen

    [...]

    Glaubenswandel: [...] Je nach Traditionsbewusstsein, Integrität und Anpassungsdruck kann sich ein Kult jedoch im Laufe von Jahrhunderten mehr oder weniger wandeln. [...] Was die Krichen niemals zugeben würden: Vielen Veränderungen scheinen die Götter recht viel Toleranz entgegenzubringen, sie setzen Grenzen auf einer höheren Ebene und spenden ihren Geweihten weiterhin Karmaenergie (was etwa auch das Dilemma der beiden konkurierenden Kulte des Boron ist). Dennoch kann es geschehen, dass sich ein Kult so weit von den Idealen seiner Gottheit entfernt, dass diese die Gläubigen nicht mehr erreichen kann oder will.

    [Hervorhebungen durch mich.]

    Hier haben wir für die entsprechende Edition der Quanionsqueste eine ziemlich klare Aussage. Hier haben wir zum einen die Aussage das zwei Kulte (explizit nicht Kirchen oder Religionen genannt) innerhalb des Zwölfgötterglaubens über die korrekte Auslegung der Gesamtreligion streiten. Zum anderen erscheint ein postuliertes kosmologisch-wirksames Lippenbekenntnis von Aldec Praiofold II. Heliodan, dass dann zum Begründen einer neuen monotheistischen Religion führen hätte sollen, als noch unwahrscheinlicher. Die Götter setzen die Grenzen auf einer höheren Ebene. Und nur weil irgendso ein "Bienen-König" behauptet Bienen essen ab heute Unkraut und keinen Nektar mehr, würden alle Bienen, wenn sie es täten, dennoch verhungern, auch wenn der "Bienen-König" weiterhin felsenfest behauptet ihr Metabolismus hätte sich durch seinen Ausspruch nachhaltig geändert. Oder kurz ohne Metapher: Die Zwölfgötter interessiert es einen Scheiß was die Priesterkaiser sagen. Wer als 12G-Initiat Geweihte eines der Zwölfgötter umbringt ist dran!


    Hesinde zum Geleit!

    Das habe ich so nie geschrieben.
    Ich glaube KEIN Sonnenlegionär hat das Mal des Frevels dafür bekommen, das er einen "Geweihten der eigenen Religion" angriff.
    Wie viele Prozent sich darüber hinaus "frevlerisch verhalten" haben, kann ich nicht abschätzen, dafür ist die Quellenlage zu dünn.

    Ich denke sogar dass kein Sterblicher einen Seelenmakel bekommt wenn er einen Geweihten bloß angreift. Siehe z.B. auch das Beispiel der Kneipenschlägerei mit dem Geweihten. Wir sehen bei den Regelungen zum Mal des Frevels aus DSA4 eine deutliche Differenziertheit. Praiosgeweihte wollen dich am liebsten exkommunizieren selbst wenn der Geweihte zuerst angegriffen hat und du dich nur verteidigst. Hier versucht man wohl das "irdische Polizeiprivileg" zu kopieren (wenn ein Polizeibeamter sich den Finger verstaucht, weil er dir das Gesicht massiert bist du unter Umständen dran weil du ihn verletzt hast). Ansonsten wirst du für einen bloßen Angriff auf einen Geweihten nur gestraft wenn sie dich auch erwischen.

    Die Frage ist also ab wann ein Gott eingreift. Denn, überleg mal, wenn es ein göttlicher Automatismus ist, der das alles regelt, dann sind EXKOMMUNIKATION und ANATHEMA die allersinnfreiesten Liturgien des Dererundes ever. Das ergibt doch keinen Sinn.

    Ich (persönlich/subjektiv) würde daher die Tötung eines Geweihten als grobe Grenze setzen. Die Seele fährt aus dem Körper und steigt in höhere Gefilde auf und kann dann dort "gesehen" werden und von dem Unrecht klagen dass ihr wiederfahen ist (vereinfacht gesagt, die Seele wird nicht wirklich "sprechen").

    Die Seele von Alrik Wegelagerer kann im nächsten Leben durch Tsa Kaiser Raul der so und so Vielte werden, Alrik Wegelagerer als "klein" und "unwürdig für göttliche Aufmerksamkeit" darzustellen empfinde ich für ein kleingeistiges Argument.

    Ich hab das nicht erfunden. Ich finde in DSA5 jetzt auf der Stelle keine bessere Quelle aber DSA4 lässt sich darüber mehr als aus dass es "hellere Lichter" und "dunklere Lichter" gibt und dass ein Gott nur dann die Chance hat auf eine bestimmte Ameise aufmerksam zu werden wenn das "Licht" sehr hell ist. Sonst ist es für ihn "Ameisensuppe". Gleiches gilt für Ereignisse. Nicht umsonst gibt es das Konzept der bedeutenden kausalen Karmalknoten. Da ist halt die regionale Schafkopfrunde wo Bauer Alrik die Bäuerin Belrike über den Tisch gezogen hat eher ein kleines Licht.

    Quote from Kodex des Götterwirkens S. 18

    Das Mysterium von Kha – das Weltengesetz – zwingt die Götter dazu, meist von direkten Einmischungen in die Angelegenheiten der Sterblichen abzusehen. Dennoch kommt es hin und wieder vor, dass die Götter ihre Gläubigen erhören. In den meisten Fällen geschieht dies bei einem Geweihten der entsprechenden Gottheit, doch es gibt auch Berichte, die besagen, dass ein ganz gewöhnlicher, aber gläubiger Bauernsohn von Peraine oder eine Ritterin von Rondra erhört wurde. Große Wunder sind ausgesprochen selten und ihre Auswirkungen liegen allein in der Hand des Meisters. Was eine Gottheit für einen Geweihten oder Gläubigen zu tun bereit ist, hängt von der jeweiligen Situation und dem Spielleiter ab. Kein Sterblicher sollte mehr als einmal in seinem Leben ein Großes Wunder erflehen und erhört werden. Karmaenergie muss ein Geweihter bei einem Großen Wunder nicht ausgeben, denn die Gottheit greift hierfür nicht auf den Vorrat des Geweihten zurück.

    Götter müssen auch abwägen. Und nicht der Stand ist wichtig sondern die Kraft des Glaubens (Intensität des Lichts). Gleiches gilt für die Wegelagerer. Da kommt es nicht auf ihrn Stand an sondern wir grausam, schrecklich und frevlerisch ihr Handeln ist und wie inbrünstig und laut das Wehklagen und (seelische) Hilferufen seiner Opfer. Und natürlich legt eine Gottheit an einen geweihten Diener größere Maßstäbe an als an Alrik Normalmensch. Ein Phex-Geweihter hat mit Habgier v.a. gegenüber Schwachen und Armen mehr Probleme als ein selbst schon "sozial" Schwacher und Armer. Wegelagerer haben selten eine Villa und bereichern sich nur noch einfach weiter. Wegelagerer haben oft selbst mehr Probleme als Lösungen. So war das gemeint nicht das sie "als Mensch" weniger Wert sind.


    Hesinde zum Geleit!


    P.S.

    Zu den Aussagen bezüglich Numinoru und Shinxir habe ich noch keine Einschätzung von dir gelesen. Wie kann es sein das Numinoru irgendwie noch mit dem Pantheon Uthurias verbunden ist, wenn doch die aventurischen Gläubigen ihn an Stelle von Efferd in den Zwölferkreis stellen? Müssten diese Gläubigen dann nicht, ähnlich dem von dir postulierten Vorgang der "Praioseingottgläubigkeit" der Priesterkaiser, ein neues Pantheon durch Willensentscheid begründet haben?

    Man kann auch nicht ausschießen das er Rude II. tötete. Wir wissen nur das Daradors Klaue durch die Seelen von "unzähligen Rondrianern" verdorben wurde, die Praioslob mit der Klinge erschlug. Aber das MdF auf seiner Seele kann zu diesem Zeitpunkt ja schon bestanden haben.
    Wenn der Tot von Rude II. ein politischer Schachzug der Praioskirche war, dann ist es höchst wahrscheinlich, dass Praioslob in diese Verschwörung gegen den Kaiserthron verstrickt war wahrschein auch Praiofold, aber das ist halt ein Mysterium, welches noch kein Autor aufgedeckt hat, auch nicht in der Quanionsquest.

    Wie gesagt wir wissen aus der Quanionsqueste dass Praioslob von Selem Aldec Praiofold II. erst überzeugen musste gegen die Rondra-Kirche vorzugehen. Wenn dann hätte Praioslob eigenmächtig gehandelt und sein einziges Motiv wäre sein persönlicher "Hass" gegen die Rondra-Kirche gewesen die ja da definitiv Teil der Zwölfgöttlichen Gemeinschaft gewesen ist.

    Das ließt sich so, als hätte man 2013 bereits DSA4.1 weit hinter sich gelassen, aber das ist nicht richtig. Erst im September 2013 wurde eine 5. Edition offiziell angekündigt und bis zur BETA ergingen dann nochmal knapp über 1,5 Jahre (Mai 2015).

    Ich meinte damit dass - Stand heute: Anno Domine MMXXVI - sowohl die Quanionsqueste als auch das Ende von DSA4 eine Weile her ist. Über 10 Jahre.

    Und das sich Praioslob wiederholt frevlerisch verhalten hat, da sind wir uns glaube ich sehr einig oder?

    Zur abschließenden Bewertung Praioslobs von Selem würde ich den offiziellen Status von Kirchen Alverans abwarten. ;) Aber bis dahin kann man ja noch Spaß haben, oder?

    So sind auch die meisten Wegelagerer und Diebe "kosmologisch" betrachtet Frevler, denn es ist ein schmaler Grad zwischen den Tugenden des Phex und den blasphemischen Motiven; Habgier, Neid und Geiz. (Deshalb bestrafe ich Gruppen, bei denen "Looten" zur ingame Motivation wird gerne mit einem MdF.)

    Ein genauso schmaler Grad ist die Nandus gefällige Neugier und das bewahren und festhalten an verbotenem Wissen.

    Das kannst du gerne so machen. Ich halte das aber für kosmologisch absurd. Du denkst dass keiner/wenige/kaum einer der Sonnenlegionäre ein Makel des Frevlers bekommen hat, aber einfachen Dieben und Strochlen verpasst du sie reihenweise? Das wäre für die Götter kein sinnvoller Mechanismus. Wir müssen hier auch zwei grundsätzliche Wege des Frevlertums abgrenzen. 1. Der Weg dass einen eine Gottheit persönlich zeichnet. Ich halte es für sehr plausibel dass das Fanal der Niederträchtigkeit das Praioslob "gezündet" hat deutlich auch in Alveran sichtbar war. Wenn sich jetzt die Götter aber um jeden Alrik von und zu Wegelagerer kümmern müssten macht das die Götter sehr klein(geistig). Definitiv keine Gottheit der ich folgen würde. Und genau hier kommt die Glaubensgemeinschaft als weltliche Gestalterin der göttlichen Ordnung ins Spiel. Sollten also besagte Wegelagerer so sehr die göttliche Ordnung gefrevelt haben wird das ein Gericht feststellen und ihn dann "ordentlich" mit der EXKOMMUNIKATION aus dem Zwölferkreis ausstoßen und als Frevler brandmarken.

    Quote from Wege der Götter S. 24

    Angriff auf die Kirche: Gemäß der Zwölfgöttlichen Ordnung ist es ein Frevel, die Häuser und geweihten Diener der Zwölfgötter (und ihrer halbgöttlichen Kinder) anzugreifen. Im Kriegsfall mögen Geweihte der Rondra oder des Kor (oder ein Angriff auf offenem Feld) oder generell ein getarnter Tempel oder Priester des Phex hier eine Ausnahme bilden. Bei letzteren ist der Angriff natürlich gleichermaßen strafbar, es können aber mildernde Umstände geltend gemacht werden, wenn der Angeklagte glaubhaft versichern kann, dass er nicht wusste, was oder wen er angriff. Explizit nicht als frevlerischer Angriff gilt eine Verteidigung gegen den Angriff eines Geweihten (auch wenn hier die Praios-Kirche deutlich anderer Ansicht ist und eine solche Verteidigung üblicherweise weltlich genauso bestraft wird wie ein Angriff).

    Hier befinden wir uns ganz klar in einer Art "Prozesssituation" und einem "juristischen Vorgang". Die Liturigien EXKOMMUNIKATION und ANATHEMA wurden ja nicht entwickelt um "einmal alle 500 Jahre" (Borbarad) benutzt zu werden sondern weil "kultistischer Bedarf" war. Also werden die meisten Makel - man spricht vom "üblichen Weg" - durch liturgisches Wirken zustande kommen. Die Frage wann also eine Gottheit persönlich eingreifen muss um einen Frevler zu zeichnen dürfte eine Frage des "Härtegrades" sein, genauso wie der "Sichtbarkeit" in Alveran. Und gemeinhin würde ich sagen dass karmale Verbindungen mit dem Göttlichen und der Gottheit deutlich sichtbarer und schwerer wiegen als der Wegelagerer deines Vertrauens. Praioslob wurde aber nicht liturgisch ausgestoßen sondern mit allerhöchsten Ehren und Titeln gefeiert. Ich schließe hier also den "juristischen Weg" aus. Praioslob wurde durch eine zwölfgöttliche Gottheit gezeichnet (oder durch göttliche Feedbackschleife, oder wie man sich das karmal vorstellen mag).

    Zu den Aussagen bezüglich Numinoru und Shinxir habe ich noch keine Einschätzung von dir gelesen. Wie kann es sein das Numinoru irgendwie noch mit dem Pantheon Uthurias verbunden ist, wenn doch die aventurischen Gläubigen ihn an Stelle von Efferd in den Zwölferkreis stellen? Müssten diese Gläubigen dann nicht, ähnlich dem von dir postulierten Vorgang der "Praioseingottgläubigkeit" der Priesterkaiser, ein neues Pantheon durch Willensentscheid begründet haben?


    Hesinde zum Geleit!

    Ich stimme dir da vollkommen zu und bin ganz deiner Aufassung. Wichtig ist dass wir an diesem Punkt nicht mehr auf Rude II. oder einen späteren Zeitpunkt im Leben Praioslobs ausweichen (können). Der Frevel Praioslobs fand in dieser frühen Phase der Machtergreifung statt und hatte mit dem Umgang der Menschen der rondrianischen Gemeinschaft zu tun. Den exakten Augenblick des Frevels kann man allein dadurch nicht eingrenzen.

    Jetzt fehlt nur noch ein gedanklicher Schritt/Schluss und wir kommen ans Ende meiner Gedankenkaskade. Nun haben wir ja 2013 (da erschien die Quanionsqueste) und DSA4 weit hinter uns gelassen. "Wir" sind Meister oder Autoren von DSA5. Wenn wir annehmen dass der Hintergrund eine Konstante in DSA ist, und wenn wir Abenteuerplots über die Editionen hinweg erhalten wollen, müsste man bei einer DSA5 Neuauflage, oder wenn wir das Abenteuer mit DSA5 meistern wollen, etwas "umdenken".

    Der Plot muss also bleiben: Praioslob war ein Frevler und seine heilige Waffe ist befleckt wegen der Untaten an der Gemeinschaft der Rondrianer. Wenn wir jetzt aber in die DSA5 Regeln kucken gibt es diesen Makel für Vergehen an der eigenen Religion (weiter oben sind ja alle aufgelistet). Von Grausamkeit, Machtgier und co. steht da nichts mehr. Es muss für so einen Makel also eine "karmale Verbindung" existieren die über das Pantheon (die eigene Religion) geht (oder eben über die Zeremonie EXKOMMUNIKATION). In DSA5 müsste ich also postulieren dass Praioslob explizit auch geweihte Rondrianer getötet hatte und diese auch "kosmologisch" weiterhin zu seiner Religion bzw. dem gleichen Pantheon zu zählen sind.

    Diesen Umstand scheinen auch die Ausführungen zu Numinoru und Shinxir zu stützen. Aventurische Numinoru- und Shinxir-Initiaten sind mit dem uturischen bzw. myranischen Pantheon verbunden, weil sie ihre Initiationen bzw. Ordinationen von dieser Glaubensgemeinschaft erhalten haben.

    Damit das Abenteuer in DSA5 weiterhin funktioniert und ziemlich genauso ablaufen kann muss in der Folge - stand aktueller Edition - Praioslob und co. als Initiat und Geweihter des Zwölfgöttlichen Pantheons gelten. Wenn sich ein Pantheon sogar bei Untkenntnis dessen erhält und "weitertransportiert" wird (siehe Numinoru/Shinxir), dann kann Aldec Praiofold II. Heliodan nicht einfach Rondra "ausgeknipst" haben.

    Jetzt weiß man natürlich immer noch nicht den exakten Geweihten oder Tempel den er geschändet haben muss, aber ich persönlich fände es am pikantesten wenn Praioslob es persönlich gewesen ist der der Heiligen Aldare die Kehle durgeschnitten hätte, nachdem sie von unzähligen Sonnenlegionären zu Boden gerungen wurde.

    Ein letzter Gedanke. In der Folge all dieser Schlussfolgerungen aus den Prämissen von DSA5 hätten natürlich auch alle anderen Praiosdiener die Hand an einen Rondra-Geweihten oder -Tempel gelegt haben den Makel des Frevlers.


    Hesinde zum Geleit!

    Gibt es einen bestimmten Grund warum du auf das Schwert Praioslobs und die Argumente bezüglich "des kleinen Praios" darin, der nicht damit einverstanden war dass Geweihte einer "anderen Religion" getötet werden, nicht eingehst?

    Gibt es einen bestimmten Grund warum du auf den Kondex der Götter und die Präzedenzfälle Numinoru und Shinxir nicht eingehst? Widersprechen sie nicht deiner Theorie der "schnell wandelbaren Religion"?

    Auf eine Sache, bezogen auf die Quanionsqueste, möchte ich aber nochmal im Detail eingehen. Du bestehst ja quasi auf den "einen Satz" der alles beinhaltet. Aber auch einzelne Sinnabschnitte können einen zusammenhängenden Kontext bieten. Ich versuche also noch einmal genau die Kausalität und den Kontext aufzuzeigen.

    Quote from Quanionsqueste; siehe oben

    Drei Tage vor seiner Krönung wird im Jahr 335 BF der designierte Kaiser Rude II. ermordet. Die Rondrakirche wird vom Lichtboten Aldec Praiofold II., dem Reichsverweser für den damals minderjährigen Rude, des Mordes bezichtigt. Er sendet die Sonnenlegion unter der Führung Praioslobs von Selem aus, um einen drohenden Umsturz zu vereiteln. Das brutale Vorgehen der Sonnenlegion geht als "Erntefestmassaker" in die Chroniken ein, zahllose Geweihte und Gläubige werden verhaftet, hingerichtet oder bei Widerstand getötet. Zwei Jahre später vernichten Praioslobs Heer die letzten verbliebenen Theaterritter. Der Weg zur Herrschaft der Priesterkaiser ist frei.

    Hier wird also der "Tathergang" bis zum Herrschaftsantritt der Priesterkaiser geschildert.

    Quote from Quanionsqueste; siehe oben

    Wer Praioslobs Frevel ahnte oder sich dessen gewiss war, musste sich einem strikten Schweigegebot unterwerfen, um die Legitimation der Herrschaft der Priesterkaiser nicht zu gefährden.

    Hier wird dann der direkte Zusammenhang von Praioslobs Frevel mit der Herrschaft der Priesterkaiser gezogen. Praioslobs Frevel war also nicht "irgendein beliebiger" späterer Frevel sondern einer der direkt mit den anfänglich genannten politischen Zusammenhängen zu tun hatte. Was und wann auch immer Praioslob gefrevelt hatte es muss mit der Legitimation und dem Herrschaftsanspruch der Priesterkaiser zu tun gehabt haben. Später wäre ein Frevel politsch nicht relevant gewesen und man hätte schlicht den Marschall der Sonnenlegion austauschen können. Statt dessen hat man ihn zum "größten Heiligen" seiner Zeit gemacht und ihn so vor jedem Zweifel geschützt. Alles andere ergibt keinen Sinn.

    Jetzt bleibt natürlich nur die strittige Frage ob der politische Mord an einem designierten Kaiser (ein 15 jähriger "Knappe" kurz vor seinem Kaisertum mit all seinen Wachen und Militärs dürfte im "Mittelalter" kaum als "wehrloses Kind" zu gelten haben) einen religiösen Frevel rechtfertigt. Zumal Praioslob nicht mal ansatzweise eine Aussicht auf den Thron gehabt hätte und er nicht davon ausgehen kann, dass nicht eher ein "regulärer Thronfolgekrieg" unter weltlichen Adligen bevor steht, statt der Beginn einer - historisch problematischen - Theokratie. Die beiden Zepter waren ja seit hunderten von Jahren strikt und voller Überzeugung getrennt. Irgendwie klingt das sehr an den Haaren herbei gezogen. Nicht umsonst sucht man bei Mordfällen so intensiv nach dem Motiv. Für den Mord an Rude II. hatte er keines, für den anschließenden Genozid an den Rondrianern aber schon (siehe Zitate: fanatische Rivalität).


    Hesinde zum Geleit

    Hallöchen noch mal.

    Meiner Ansicht nach klebst du zu sehr am Einzelsatz und an der Semantik. Selbst ein Satz wie: "Rohaja von Gareth ist Kaiserin des Mittelreichs", so semantisch perfekt er sein mag, kann ein Irrtum sein. Und zwar dann wenn die Redaktion oder Autoren und Autorinnen das so setzten/interpretieren mögen. Wichtig beim Zweifel über diesen Beispielsatz von mir ist der KONTEXT. Wer also weiß dass Yppolita und Rohaja immer mal wieder die Rollen getauscht haben wird diese Aussage nicht so 100% sicher werten, wie jemand der sich nur an der Semantik des Einzelsatzes abarbeitet.

    Quanionsqueste, Praioslob, Praioskirche, Daradors Klaue

    Wir haben hier also ein Abenteuer dass sich ausschließlich um die Freveltaten der Praioskirche an der Rondrakirche dreht. Die Praioskirche versucht in der Quanionsqueste ihr Licht und ihre Integrität wieder zu bekommen. Und das geht eben nur wenn sie sich reinigt und neu aufstellt. Da du ja die genauen Umstände dieses Abenteuers nicht zu kennen scheinst noch mal ganz kurz. Letztlich geht es darum das Grab von Praioslob von Selem zu finden und sein Vermächtnis, dass zweierlei ist: Erstens eine heilige Waffe, die beflekt und dessen Heiligkeit verdorben ist - quasi mit einem Makel behaftet ist, der sogar andere "anstecken" kann (ohne dabei dämonisch zu sein!). Und zweitens um das Wissen von Praioslob als Frevler. Das eigentliche Abenteuer endet mit dem Fund und den Erkenntnissen. Die eigentliche Reinigung der Praioskirche und der heiligen Waffe findet "zwischen" den spielbaren Abeneuern statt und wird entweder von NSCs übernommen oder von dem Spielerhelden bzw. der Spielerheldin, falls sie die Waffe gerne führen wollen würden.

    Das Schwert wird sowohl magisch als auch karmal analysiert und es findet sich keinerlei Magie oder dämonische Präsenzen, sondern nur diese verdorbene Heiligkeit und die Bindung an die ausgelöschten Leben der Rondrianer. Das Schwert hat keinerlei anderen Kontext als die Rondrakirche. Praioslobs hat Zeit seines Lebens diese Waffe geführt. Er hat mit ihr also auch alle anderen Greueltaten verübt. An Novadis, Hexen, Andersgläubigen und co. Das Schwert ist aber ausschließlich durch die Greueltaten an der Rondrakirche verdorben. Es gibt auch nicht den einen Weg wie man das Schwert reinigt, alle Vorschläge (Symbolische Geste, Zweikampf gegen Rondrianer, etc.) sind ausschließlich Vorschläge und kann daher von Gruppe zu Gruppe variieren. Das Entscheidende ist den Frevel an der Rondrakirche wieder gut zu machen. In dem Sinne gleicht es frapierend einer Bußqueste, wie sie auch Makelsträger tun müssen. Die heilige karmale Aura des Schwertes steht also stellvertretend für die "Seele der Praioskirche". Insofern bleibt die Frage warum der "kleine Praios" im Schwert es ok fand Novadis, Hexen und co. abzuschlachten er aber mit der Rondrakirche ein Problem hatte?

    Kommen wir zum "Editions-Swaping-Problem". Es ist schwierig wenn wir zwischen den Editionen hin und her hüpfen. Einmal "entschuldigst" du Praioslob mit den Mals-Vorraussetzungen aus DSA4 und dann nimmst du dann doch wieder die Religions/Pantheon-Deffinition von DSA5. Beide Deffinitionen und Regelungen sind nicht "mathematisch" genau gezogen. Sie enthalten Lücken und die DSA4 Regelung nimmt sogar das Wort "Grauzone" in den Mund. Ich würde mal sagen dass die meisten relativ unglücklich mit der Ausgestaltung der Seele und seiner "Makel behafteten Zustände" ist. Wir verstehen alle warum DSA4 so ein Konzept einführen wollte, aber es hat damals schon zu Problemen in der Plausibilität geführt die einige, v.a "Simulationisten" und "Regelfans", vor Schwierigkeiten stellte (was man so aus Foren ableiten kann). Ich als Narrativist und Schauspieler bin da ja grundsätzlich in einer entspannteren Position. DSA5 hat jetzt versucht ein paar Punkte aus DSA4 auszubügeln und macht dies auch unterm Strich an der Stelle besser, wie ich finde. Aber optimal ist es nicht. Es ist ein bisschen wie: jede Lösung wirft zwei neue Probleme auf. Und ein Problem ist eben dieses "ungenaue Pantheon-" oder "Religionskonzept", von dem wir nicht wissen wie es GENAU funktioniert. Mengbilla z.B.: sind das noch 12-G-Gläubige? Immerhin sind Praios und Pex verboten und vom Alanfaner Ritus haben sie sich auch "irgendwie losgesagt". Darf ich jetzt, sagen wir als menbillischer Hesinde-Geweihter Eldorico di Gâmosliph , einen garetischen Praiosgeweihten umbringen ohne einen Makel auf meine Seele zu riskieren? Darf eine Thorwaler Travia-Geweihte z.B. mich, Eldorico di Gâmosliph umbringen? Immerhin gehört die "horasische Schlange" nicht zu ihrem Pantheon. Offensichtlich ist dieses Problem einigen in der Redaktion/Autorenschaft aufgefallen. Der Kodex des Götterwirkens enthält einige interessante Passagen zu Numinoru und Shinxir.

    Holla die Waldfee. Semantisch kannst du dich der Sache kaum nähern, aber vom Kontext her schon. Das jeweilige Pantheon (und die jeweiligen Segnungen die man dann mit der Weihe bekommt) sind also in den fertigen "Patches", als welche "feste Liturgien" wie INITIATION und ORDINATION scheinbar gelten, verankert. Diese über eine Art "karmale Liturgiewerksatt" zu ändern ist - so nehme ich an - ein ähnlich aufwendiger Vorgang wie es bei neuen Zaubern und deren Varianten ist. Vielleicht ist es sogar überhaupt nur während einer "göttlichen Inspiration" möglich. Oft offenbaren sich ja Pantheons bestimmten "prophetischen Lichtgestalten". So wie dem Heiligen Horas für die Hexatéer, oder eben Illumnestra/Silem-Horas für das 12er Pantheon. Demnach wäre es also einem Aldec Praiofold II. Heliodan gar nicht möglich per "Dekret" oder "Lippenbekenntnis" einfach so die "kosmische OrdnungTM", welcher seine Glaubensgemeinschaft (die der 12 Götter) unterliegt, en passant zu ändern.

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    Zu den andern Sachen schreibe ich nichts (bzw. nur das bisschen hier). Es tut mir leid wenn ich dich getriggert haben sollte auch wenn ich deine Auffassung der Zusammenhänge absolut nicht teile. Du kannst dir sicher sein dass ich dich, oder andere, nicht absichtlich triggere oder provozieren will.

    Ich halte es für sinnvoll wenn man bei einer solchen Diskussion die Person, deren Gefühle (Dilemma, etc.), oder Beweggründe (gewinnen Wollen, etc.) außen vor lässt und sich auf die Sachzusammenhänge konzentriert.

    Du und ich können hier jeder Zeit ausloggen, unser Internet kündigen und das Land für immer verlassen ohne das irgendwer an irgendwen irgendwelche offenen Forderungen zu erfüllen hat. Niemand schickt dir oder mir einen gelben Brief, oder einen Räumungsbescheid.


    In diesem Sinne - Hesinde zum Geleit!

    Steht dort denn auch WAS den "wenigen Eingeweihten bekannt war", also ich meine war es vielleicht Praislob von Selem der Prinz Rude II. ermordete und mit Löwensymbolen versah? Oder steht dort ausführlich, das er wegen der Verfolgung und Ermordung der Rondrianer ein Frevler war?

    Ich habe es zitiert. Das ganze Abenteuer und die "Reinigung" der Praioskirche (immerhin haben sie ihr heiliges Licht verloren) dreht sich um die Wiedergutmachung mit der Rondrakirche auf Grund der Freveltaten von Praioslob.

    Quote from Quanionsqueste

    Die Sühne soll eine deutliche symbolische Geste sein, die den Opfern von damals, der Rondrakirche, die Möglichkeit gibt, zu verzeihen.

    Soweit ich weiß war Rude II. kein Rondra-Geweihter und Praioslob, wenn er ihn getötet hat, wäre "einfach nur" ein Mörder. Fraglich ist ob es für die Götter sinnvoll ist jeden Mörder als Frevler zu brandmarken. Wenn Praioslob ein geheimer Namenlosen-Geweihter gewesen wäre dann wäre der damaligen Kirche sicher aufgefallen dass sie es mit einem VERDAMMTEN und nicht nur mit einem Frevler zu tun hatten.

    Der Text klingt auch so als wäre Aldec Praiofold II. Heliodan kein Frevler gewesen demnach wird Praioslob auch nicht den Frevel für die Verführung zum Frevel bekommen haben. Der Text spricht überall und an allen Stellen von den Untaten im Zusammenhang mit der Rondra-Kirche. Auch die Befleckung des Schwertes - die definitiv und explizit auf die Abschlachtung von Rondrianern zurück zu führen ist - spricht hier Bände. Wäre die Rondrakirche "kosmisch" kein Teil des priesterkaiserlichen Pantheons mehr gewesen dürfte es dem Schwert egal gewesen sein. Praioslob hat auch unzählige andere "Heiden" und "Ketzer" verfolgt und abgeschlachtet. Von einer Aussöhnung mit Novadis, Thorwalern, Hexen, etc. spricht das Abenteuer mit keiner Silbe. Der Kern eines ganzen Abenteuers und der spirituellen Reinigung der Praioskirche ist ausschließlich das Unrecht an der Rondrakirche. Lassen wir mal Praioslob weg, und sagen wir er wäre Frevler geworden weil er seine praiosgeweihte Mutter umgebracht hat, dann bleibt immer noch der unleugbare Fakt dass die Praioskirche kosmische Schuld auf sich geladen hat weil sie der Rondrakirche Unrecht angetan hat und das entweihte heilige Schwert ist das Lackmuspapier dafür (irgendwie muss man es ja erfahrbar machen, die Seele von Praioslob kann man schlecht "analysieren"). Das wäre aber nicht so, wäre Rondra und ihre Priester kein Teil des Pantheons gewesen.

    Ach so, weil Praioslob von Selem den Befehl des Boten des Lichts (Aldec Praiofold II.) mit einer Heiligen Waffe umsetzte und von ihm Befehlsgewalt bekam, wurde er Frevler aber jene denen er den Befahl gab, waren geschützt, weil sie nur seinen Befehl befolgten?
    Irgendwie lückenhaft die These!

    Ich habe das mehrfach geschrieben. Wer einen Geweihten der eigenen Religion umbringt bekommt meiner Ansicht nach einen Frevel. WdG /KdG sprechen aber von unterschiedlichen "Schweregraden" eines Frevels und demzufolge auch von unterschiedlich aufwändigen Bußen. In DSA4 waren ja auch z.B. der Makel des Schwurbrechers und der Makel des Frevlers noch eine Sache. Da ist es sinnvoll, wie bei der ganzen Thematik mit differenzierten Blick drauf zu kucken und nicht mit bloßer Schwarz-Weiß-Schablone. Es wird schlicht Frevler unter den anderen Sonnenlegionären gegeben haben aber auch welche die keinen begangen haben.

    Das fordere ich nur von jenen Disskusionsteilnehmern die entweder solche Quellen von mir fordern oder ihre Interpretationen nicht als solche benennen mögen, bzw. keinen Platz für andere lassen.

    Wie es in den Wald schallt so schallt es wieder heraus...

    Ich habe von dir nichts gefordert. Und jene Aussage, bei der ich nach einer Quelle gefragt habe, oder die ich als These wahrgenommen habe, war für mich nicht als Interpretation ersichtlich. Rein physikalisch schallt es aus einem Wald auch nicht exakt so raus wie man rein ruft, dazu müsste man den Schall verstärken, bündeln oder sonst wie bewusst lenken. Nach meiner Überzeugung rechtfertigt auch eine "Untat" nicht eine andere. Sollte ich dir also unhöflich oder unfair begegnet sein, reicht es wenn du mich darauf hinweist dann kann ich mich entschuldigen. Ich bin ja kein Praiot der das für seine Stolz und seine Selbsherrlichkeit vertuschen will. :) (damit meine ich die Priesterkaiser und nicht dich!!!)

    Es ist kein Wettbewerb und es geht maximal um die heilige goldene Gurke am grünen Band.


    Hesinde zum Geleit!

    Glaube du liest dass Zitat ein bisschen seltsam. Die DAMALIGE Praioskirche wusste dass Praioslob von Selem ein Frevler war und hat DESHALB diesen Umstand vertuscht. Die HEUTIGE Praioskirche revidiert nur diese Vertuschung, setzt aber keine neue Evaluation an. Es gilt schlicht der Satz:

    Quote from Quanionsqueste; siehe oben
    Quanionsqueste; siehe oben

    Praioslobs [...] starb [...] als Frevler.

    Und dieser Umstand war so hart und deutlich dass eine dem Praios geheiligte Waffe besudelt und "seelisch/karmal befleckt" wurde. Wie muss es dann erst um seine Seele gestanden haben?

    Gemäß der üblichen Praxis reicht ein Gegenbeispiel aus um eine Theorie zu falsifizieren. Die Initiation zeigt dir welcher "karmalen Religion" du anhängst. Auch die heilige Waffe würde sich einen Dreck darum scheren wenn Hexen, Novadi und co. damit "gereinigt" werden. Der Zusammenhang wird aber EXPLIZIT auf die Rondrianer gelegt, eine Kultgemeinschaft die laut deiner Theorie eigentlich nicht Teil der priesterkaiserlichen Religion sein dürfte. Und dieser Text ist aus dem "Meister zum Geleit" also so OT wie es nur sein kann.

    Also interpretierst du, das Bekenntnis der Praios-Kirche, aus dem Abenteuer Veritas so, dass ALLE Sonnenlegionäre des Erntefestmassakers und Aldec Praiofold II. ein MdF trugen?

    Ich finde du solltest wirklich besser die Texte lesen die hier geschrieben werden. Ich habe klipp und klar dargestellt was ich denke. Ich habe explizit geschrieben dass nicht alle Sonnenlegionäre Frevler wurden. Und ich denke als verantwortlicher Anführer trägt man sogar eine besonders schwere Schuld auf sich, gerade wenn man eine heilige Waffe führt. Lege mir also bitte keinen Unfug in den Mund. Ich habe ein absolut differenziertes Bild geschildert. Ich habe nur die Aussage verneint dass KEIN Akteur der damaligen Zeit ein Makel des Frevels hatte weil "die Kriegssituation" (oder die "neue Religion") alle davon befreien würde. Ich habe auch mehrfach ausgeführt dass man das IM EINZELNEN nicht wird aufdröseln können - was ich sinnvoll finde. Ich kann dir also keine Liste mit frevelnden Sonnenlegionären (oder allgemein "Praios-Akteuren" der damaligen Zeit) geben. Ich kann dir nur sagen und aufzeigen dass es passierte. Der Skandal um diese eine Person ist auch nur deshalb so groß weil er eine prominente Person gewesen ist. Das ist ja bei uns nicht anders. Steuerhinterziehung und -betrug, um mal ein unverfänglicheres Beispiel zu nehmen, sind weit verbreitet. Aber richtig schlimm/interessant (da hat man sogar nen Film gemacht) wird es erst wenn's der Uli Hoeneß war. Und das gleiche wird auch für die priesterkaiserlichen Praiosdiener gegolten haben. Ulilob von Soelem ist halt ein "delikater Frevler", den Sonnenlegionär Alrik Niemandslicht interessiert keine Sau, aber es wird ihn, oder andere gegeben haben.

    Wenn du mir ein OT-Zitat liefern kannst, das aussagt, dass "die Praioten zur Priesterkaiser Zeit ein MdF erhielten, weil sie Unrecht an den Rondrianern begingen" dann lenke ich ein, dass keine 2te regeltechnische Religion entstand.

    Ich muss ehrlich sagen dass du wahrscheinlich die einzige Person bist die ich kenne, die auf eine Aussage wie "Alrik war ein Geweihter" mit einer krassen Forderung antwortet dass man erst nach "einem OT Zitat, dass auf Alrik korrekt und regelwirksam eine ORDINATION mit allen regeltechnischen Aspekten gesprochen wurde" akzeptieren würde, dass die Prosa"behauptung" er wäre ein Geweihter auch wirklich korrekt ist...

    Und für mein Seelenheil brauche ich es überhapt nicht dass du einlenkst. Dann ist halt die Diskussion hier zu Ende. Jeder kann deinen Kram lesen und jeder auch meinen Kram. Ich habe im Rahmen meiner Möglichkeiten das Möglichste getan um meine Meinung darzulegen und ich denke du auch.


    Hesinde zum Geleit!

    Verzeih wenn ich dir Wissen unterstellt habe dass du nur fragmentarisch hast und daher zu den falschen Schlüssen gekommen bist. Ich fange meine Quelle sehr gerne mit der bezeichnenden Überschrift an.

    und weiter

    Quote from Quanionsqueste S. 108
    Quanionsqueste - Abenteuer Veritas; !!!Lösung des Plots/Problems!!!

    Die Läuterung der Waffe

    [...]

    Bekenntnis bedeutet, dass die Praioskirche den Frevel Praioslobs von Selems eingesteht. Was vor Jahrhunderten nur wenigen Eingeweihten bekannt war, muss in das öffentliche Bewusstsein dringen.

    [...]

    Die Sühne soll eine deutliche symbolische Geste sein, die den Opfern von damals, der Rondrakirche, die Möglichkeit gibt, zu verzeihen und mögliche Rachegelüste zu beenden. Eine eindrucksvolle Geste der Demut gegenüber der Rondrakirche [...] oder ein verabredeter Zweikampf [...] mit einem hochrangigen Rondrianer (vielleicht sogar mit einem Sennenmeister oder dem Schwert der Schwerter).

    Das ist ziemlich unmissverständlich. Keine "zweite Religion" von Aldecs Gnaden. Wer Geweihte abschlachtet wird zum Frevler. Da kann man sich nicht "rausdeffinieren" weil man ja jetzt plötzlich Monotheist ist. Die Initiation gibt die Religion/das Pantheon vor. Und scheinbar waren ein paar karmale Strippenzieher (in Alveran) der Meinung dass es scheiße war was damals gelaufen ist. Oder bin ich da wieder zu "interpretatorisch veranlagt"?

    Und das selbe gilt für den al'anfanischen Ritus, in meinen Augen.

    Ganz genau. Nur zieht sowas im Puniner Ritus keiner ab. Es gibt weder Massaker, noch Strafexpeditionen noch den anderen faschistoiden Kram denn die Priesterkaiser abgezogen haben. Ich sehe, trotz aller Differenzen eher einen sehr fruchtbaren Dialog (auch Angesichts der Borbarad-Krise), der jetzt auch in einer offenen Zusammenarbeit und dem Turibulum von Palakar mündet.

    Du unterwirfst dich also der absoluten Willkür der SL (denn wer urteilt sonst über solche Verhältnismäßigkeiten) und dem rhetorischen Geschick deiner Spieler (die nach Loopholes suchen werden und Differenzierungen rhetorisch aufzeigen).
    Kann man machen.
    Das ist die Variante das die Regeln in diesem Fall bloß lose Richtlinien bieten und nicht mehr.

    Ich habe keine Angst vor Spielleiterwillkür (abgesehen davon das ich selbst der Spielleiter bin). Angst ist kein guter Berater, in meinen Augen. Gerade bei spirituellen und mystischen Dingen ist eine geiwsse Unschärfe und "dramaturgisches freies Partnertanzen" unerlässlich. Wer Glaube und Spiritualität profanisieren und mathematisieren will, wird daran scheitern. Es ist daher immer besser das Wagnis einzugehen und bei Problemen miteinander zu sprechen, oder eben seiner eigenen Wege zu gehen. Ich bin ein Spielleiter vor dem man keine Angst haben muss und ich spiele auch nur mit solchen Spielern vor welchen ICH keine Angst haben muss (dass sie z.B. "Gewinnspieler" sind). Ich bin Schauspieler und Narrativist. Und so sind es auch meine Spieler. Warum soll ich mich mit Spielern abgeben die einen Geweihten spielen wollen der um seinen Glauben und sein karmales Powerlevel feilscht?

    Abgesehen davon sind die "Regeln" in diesem Fall sehr klar. Es gibt einen Frevel wenn man Geweihte seiner Religion angreift. Und die Ausnahmen von dieser Regel sind sehr plastisch und vereinfacht mit "offenem Konflikt" und "Heimlichkeit" zuasammen zu fassen. Wüsste da nicht wo mir ein Spieler irgendwie auch nur ansatzweise einen Exploit aufschwatzen könnte. Aber wenn du Freude daran hast kannst du mir Situationen schildern und ich erkläre dir wie ich das handhaben würde.


    Hesinde zum Geleit!

    Ich interpretiere es halt als "Veränderung der Religion", wenn jemand die gesamte Geweihtenschaft, einer der Kirchen kollektiv als Ketzer und Mörder verurteilt. Proof me wrong!

    Die Erfahrung zeigt dass mir das kaum gelingen wird. Drum würde ich gerne jemand hinzuziehen dem du mehr Kompetenz zusprichst und dem du hoffentlich glauben kannst.

    In der letzten Quanionsqueste wird übrigens publik das Praoislob von Selem durchaus ein Frevler war.

    Wäre interessant wo er das herbekommen haben könnte wenn er einer "neuen Religion" anhängt, die quasi alle anderen als legitimes Schlachtvieh deklariert. Oder ging der "gute" Mann auch auf Praios-Geweihte und ihre Tempel los?

    Proof you right!
    Nach RAW heißt das Pantheon Zwölfgötter
    Aber Judentum und Christentum verehren auch das gleiche Pantheon und sind 2 verschiedene Religionen und nicht bloß "Konfessionen" der selben Religion!

    Da müsstest du mal einen Anhänger des Judentums fragen ob er findet dass Gott-Vater, Gott-Sohn, Gott-Heiliger-Geist, die Heilige Maria, unzählige Heilige und Nothelfer, die 9 Chöre der Engel und gold glitzernde Ikonen der Verehrung (goldenes Kalb?) als so "richtig monotheistisch" werten würde. Lustig finde ich den Begriff " RAW " für die Erde. Das würde ich gern mal lesen, krass dass du darin Einsicht hast. :huh:

    Aber ich sehe es war ein Fehler von mir das zu vergleichen, bringt es uns im nächsten Schritt doch sicher noch weiter ins irdische und ich möchte gedanklich nicht tiefer in den Nahen Osten eintauchen... Also sorry bleiben wir aventurisch. Mea culpa! (keine Ironie!)

    Waren für dich alle Sonnenlegionäre die am Erntefestmassaker teilnahmen mit dem MdF behaftet?
    Ist ein Golgarit der einen Geweihten der einen Geweihten des al'anfanischen Ritus angreift deiner Meinung nach mit dem MdF behaftet?

    Für mich sind alle Sonnenlegionäre mit dem MdF behaftet die einen Rondra-Geweihten abgeschlachtet haben, ja. Da ich aber von einer deutlichen Überzahlsituation ausgehe - holy shit es ist der Schwertbund! - und so ein Tempel durchaus über ein Übermaß an Laien, Novizen und Dienstleuten verfügt, will ich davon ausgehen dass nicht genug "Frevelmaterial" für alle verfügbar war...

    Wie ich das mit den Golgariten/Alanfanern sehe habe ich wirklich ausgeführlich weiter oben dargelegt. Ich habe dargelegt dass es beim Makel des Frevlers auf Verhältnismäßigkeit und Differenzierung der Situation ankommt. Was für geheime Geweihten des Phex gilt müsste z.B. auch für geheime Geweihte anderer Kulte gelten, auch wenn die von ihrer Kirche einen Dispens brauchen (oder einen Rüffel bekommen), weil sie nicht als solche zu erkennen waren (einige Kirchen haben aber geheime Abteilungen; Eiserne Schlange z.B.). Analoges müsste also auch für Kriegshandlungen gelten, oder das anschauliche Beispiel von Grumbrak mit dem Preine-Geweihten in einer deftigen Dorfkneipenprügelei (mindestens in Thorwal erwarte ich von Swafnir-Geweihten dass sie ordentlich mitmischen ohne seine Mitbrüder und -schwestern in den Frevel zu treiben). Wenn also die Golgariten gegen das alanfanische Imperium in den Krieg ziehen, oder eine Fehde austragen - oder wie auch immer man das nennt - dürfte das ok sein. Wenn man jeden Alanfaner auf Sicht erschlägt, also auch auf dem Marktplatz oder anderswo ist die Sachlage anders. Ich wüsste auch nicht wann und wo - außerhalb eines Krieges - ein alanfanischer Geweihter im Mittelreich/Horasreich als "allgemein vogelfrei" gegolten hat. Für deine Perspektive wäre das ja sonst deutlich öfter an der Tagesordnung. Leider kann ich dir für etwas, wovon ich denke dass es das nicht gibt, keine Quellen/Beweise geben, lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen. Muss ja dann auch sicher vor DSA4 gewesen sein zur Zeit als der Khôm-Krieg "en vogue" war.


    Hesinde zum Geleit!

    Ich hab kein Dilemma, abgesehen davon dass du nicht drauf eingehst wie Aldec Praiofold II. Heliodan über Nacht die Relgion verändert hat und damit die Götter überzeugt haben soll (Massen)Mord an Geweihten seiner "ehemaligen" Religion wäre eine dufte Sache. ;)

    Ich wäre vorsichtig mit "einfachen" Lösungen. Klar lassen die manches einfacher erscheinen - aber z.B. bleibt ein Krieg ein Krieg auch wenn man es "Militär-Spezialoperation" oder "Super-Soaker-Mega-Event" nennt. Etwas das sich wie eine Konfession anfühlt, wie eine riecht und wie eine schmeckt ist wahrscheinlich auch eine. Äpfel bleiben Äpfel auch wenn ca. 70 Millionen Menschen auf der Erde Pommes dazu sagen. 8o

    Und der alanfaner Ritus liegt nachweißlich falsch, egal wie viele seine Auffassung teilen. Praios ist nun mal im 11. Zeitalter der Oberste Richter und Anführer der alveranischen Gottheiten. Das kann sich aber natürlich im 12. Zeitalter/Karmakorthäon durchaus ändern.

    Die (bzw. eine) Religion auf der Erde heißt Christentum. Die Religion von Aventurien heißt Zwölfgötterglauben. Proof me wrong.


    Hesinde zum Geleit!

    Sturmkind

    Also ich zitiere dich mal nicht klein klein das führt meist in keine gute und gewinnbringende Richtung. Es geht um Pantheons. Eine Konfession ist immer noch Teil der gleichen Religion bzw. des gleichen Pantheons. Ein Ritus ist nichts anderes als eine Konfession. Auch Al'Anfaner sind "waschechte" Zwölfgöttergläubige. Woran ich das erkenne?

    Quote from Kodex des Götterwirkens S. 44

    Die Boronkirche im Überblick
    [...]
    Pantheon: Zwölfgötter
    Verbreitung: ganz Aventurien, die Puniner
    Kirche in Mittel- und Nordaventurien, die
    Al’Anfaner Kirche in Südaventurien

    Ein/e Religion/Pantheon zwei Riten/Konfessionen. Und ja eigentlich müssten daher alle die einen Geweihten der jeweils anderen Konfession erschlagen ein Mal des Frevlers bekommen. Aber hier würde ich die gleiche Einschränkung gelten lassen wie bei Rondrianern, Korjüngern und Phexjüngern. Diese "Angriffsregel" ist mit Verhältnismäßigkeit und Differenzierung nach Situation zu evaluieren. Wenn also zwei Strömungen gegeneinander offiziell Krieg führen gibt es kein Frevlermal (so weit waren wir ja alle konsensfähig). Wenn ein Golgarit aber einen alanfanischen Boron-Geweihten beim Frühstück überrascht und ihn von hinten anspringt und ihm die Kehle durchschneidet, ihn ausweidet und seinen Leichnahm in der Dorfmitte aufknüpfen lässt. Jap dann gibt es einen Makel auf seine Seele.

    (Der Crunch-Teil) einer Initiation ist keine kulturelle Sache sondern eine spirituelle. Die Zwölfgötterinitiation wurde aller Wahrscheinlichkeit von Silem-Horas (oder Geweihten in seinem Nimbus) entwickelt und hat sich seit dem über fast ganz Aventurien verbreitet. Wie die "regeltechnische Situation" vorher war wissen wir nicht. Ich vermute das im bosparanischen Reich entweder eine Vielzahl an Initiationen bekannt war oder auch gar keine. Wie gesagt man kann Geweihter sein ohne den ganzen institutionellen Aufbau einer "regulären Kirche". Das gleiche gilt auch für die Unzahl an (ur)tulamidischen Göttern. Die werden entweder zig Initiationen (wahrscheinlich dann nach Stadt-Pantheon) gehabt haben oder praktischerweise keine. Denn da war das "Götterrumschubsen" ja eine gängige Praxis und starre theologische Systeme eher hinderlich.

    Du darfst meiner Ansicht nach auch nicht den Fehler machen mit altem Hintergrund neue Regelelemente erklären/beweisen zu wollen. Umgekehrt sollte es laufen. Wir haben ein neues Regelkonstrukt (DSA5 Initiation; Pantheons, etc.) und dieses ist in Quellen und Beschreibungen hinterlegt. Und unsere "Aufgabe" ist es jetzt uns zu überlgen wie es retroaktiv in den Hintergrund passen könnte. Und in diesem Kontext sind auch die Thorwaler zu sehen. Sie hatten einfach immer schon ihre eigene Initiation denn:

    Quote from Historia Aventurica S. 211

    Hatten sich die Thorwaler inzwischen mit der Besetzung durch die Mittelreicher abgefunden, so verbietet es ihr Stolz, sich der brutalen und kompromisslosen Herrschaft der Sonnenpriester zu unterwerfen. Als 335 BF der Swafnirglaube verboten wird, hat das heftige Unruhen zur Folge, die jedoch gnadenlos niedergeschlagen werden. Der ewige Schwur auf Swafnir gilt im Volk als heilig und wird trotz des Verbotes weiterhin zelebriert, auch wenn dies drastische Strafen nach sich ziehen kann. Derweil mehren sich unter den Thorwalern die Gerüchte, dass die Praiospriester in Wirklichkeit Abgesandte Hrangars oder der verhassten Güldenländer (oder beides) seien. So kommt es schließlich immer häufiger zu blutigen Auseinandersetzungen, die mit wachsender Härte geführt werden, bis die Zustände schließlich als offener Krieg bezeichnet werden müssen.

    379 BF erringen die priesterkaiserlichen Truppen einen Etappensieg, indem sie die Gouvernements Olport und Bodironien einrichten und damit scheinbar Macht beweisen. In Myrburg herrscht der Statthalter Bodironiens zwar mit eisernem Griff, doch das Gouvernement Olport ist das Papier nicht wert, auf dem der entsprechende Erlass steht, denn immer noch ist Olport frei und unabhängig. So lassen sich die Thorwaler nur kurz einschüchtern, bevor sie ihren Kampf gegen die Besatzer wieder aufnehmen.

    Ich könnte mir also vorstellen dass in Thorwal zweitweise unterschiedliche Initiationsriten verbreitet waren. Im Süden um Thorwal eher die des Silem-Horas - und dann war man halt "Halbgott" und scherte sich wenig um die Hauptgötter. Im Norden um Olport eher die "alten Riten der Hjaldinger". Aktuell dürften die alten Riten die neuen mittelreichischen längst verdrängt haben.

    Und ein letzter Aspekt. Wäre es so "einfach" wie das Wechseln der Unterhose würde sich längst ein neues Geschäftsmodel unter den Meuchlern Aventuriens durchgesetzt haben - Geweihtenmörder:

    Ich stehe als Attentäter morgens auf, knie mich hin, lese auf meinem Zettel "Travia-Geweihte XY töten" und bete: "Im Namen der unteilbaren 11 entsage ich der falschen Götze Travia, die sich unrechtmäßig unter die heiligen unteilbaren 11 Geschwister gemischt hat! Fürderhin diene ich nur den 11 wahren Göttern. Hex, Hex!" Dann schlachte ich die Travia-Geweihte vollkommen makelfrei ab, denn ich hab ja die eine Gottheit aus meiner Religion entfernt. So klingt das für mich was du dem armen Aldec Praiofold II. Heliodan andichtest...


    Grumbrak

    Ich sehe das wie du. Verhältnismäßigkeit und Differenzierung nach Situation sind hier entscheidend. Sonst wird dieses Makels-Tool nicht zu einer Bereicherung sondern nur zu einer unhandlichen Absurdität. Und auch gefährlich für den Gruppenfrieden wenn der Meister das zu kleinlich und pedantisch anwendet. Ich finde gerade zu den Makeln, der Initiation und den Pantheons hätten sie mehr Hintergrund, Handhabe und Spiel(leit)erhilfe publizieren können. Das ändert aber nichts daran dass sicher viele Priesterkaiser und Praisdiener relativ sicher einen Makel kassiert haben dürften - natürlich nicht alle und nicht zu allen Zeiten - aber sicher häufiger als der "gemeine Praiot" heutzutage.


    Hesinde zum Geleit!

    Vergesst es

    Nein. Niemals! *muhahaha*

    Wir machen das nicht um die Welt zu retten oder weil derjenige 1.000.000 € bekommt der den DSA Hintergrund besiegt. Wir machen dass am Spaß mit dem Hintergrund. Als eine Erweiterung des "schnöden" Tischspiels.

    Uns sind diese Implikationen von dir bewusst. Wir versuchen trotzdem das vierdimensionale Puzzle im zweidimensionalen Raum zu besprechen, wenn du erlaubst. ;)


    Hesinde zum Geleit! Xeledon zum Scheitern!

    ChaoGirDja

    DSA ist halt kein Wunschkonzert. 8o Und diese Reglementierungen bezüglich der Seele nach dem Tod sind ja 1:1 (nur konkreter ausformuliert) aus DSA4 übernommen. Und wenn man sich nun mal anschaut für was es alles Makel auf die Seele gibt, kann man sich ja an zwei Händen abzählen wie "weit verbreitet" deffiniert werden muss. Weit verbreitet muss ja aber nicht in der "Überzahl" oder "Mehrzahl" bedeuten. Aber da wo Menschen zusammen leben wird gefrevelt und gesündigt. Das ist jetzt keine Erkenntnis für die man einen Dr. Titel braucht.

    Das System wurde ja nicht von den Göttern erfunden sondern von Regel-Autoren dich dachten wir Spielleiter brauchen sowas damit wir Nachts nicht so gut schlafen. Unsere Aufgabe ist es jetzt für unsere Runde und allgemein "Die CommunityTM" eine nicht ganz hirnverbrannte Lösung zu finden. Wege der Götter bringt noch eine weitere Möglichkeit ins Spiel, was mit der Seele nach dem Tod passieren kann - die Wiedergeburt. Ich würde daher das Bild der Seelenernte bemühen indem den "Seelengärtnern" aka Göttern besonders daran gelegen ist saftige, prächtige und widerstandsfähige Früchte in ihren Obstkammern aka Paradiesen zu lagern. Und diese Makel sind ein gutes Mittel die faulen Früchtchen zu markieren. Und nur deshalb gibt es dieses ganze Perpetuum Mobile: "Dere-Rethon-Totenreiche-Paradise". Selbst Frevler dürften nur allerseltenst direkt in die Niederhöllen fallen (dafür gibt es ja quasi exklusiv die Verdammnis). Und der Status als Geist auf Dere dürfte ein relativ robuster sein. Irgendwo müssen ja auch die ganzen Irrlichter, Spuke und co. herkommen die in Abenteuern vorkommen und alte Stätten von Totenmooren bis Elfenstädten bevölkern.


    Sturmkind

    Na das ist ja mal ungewöhnlich quellenarm. Wie genau ein Pantheon entsteht oder die Initiation dies "manifestiert" darüber gibt es keine detailierten Aussagen. Ist halt viel Fluff und Blabla. Wie gesagt auf dem "Knaben" Aldec von Wertlingen liegt die "übliche" Zwölfgötterinitiation. Wie genau so ein "regulärer Austritt" funktioniert und ob das überhaupt geht ohne zu freveln, ist auch nicht genau geschildert. Interessant finde ich aber durchaus den Gedanken ob z.B. der Puniner Ritus und der Alanfaner Ritus die gleiche Initiation haben. Denn es ist das exakt gleiche Pantheon mit nahezu identischen Geboten. Spannend auch für Zwerge. Es gibt nur den Xorloscher Ritus und den Angbarer Ritus. Aber theoretisch hat jedes Zwergenvolk ein anderes Pantheon. Die Erzzwerge haben eine reine Monolatrie also ein "Ein-Zwerg-Pantheon", schon die Ambosszwerge kennen Rondra als Gemalin Angroschs, die Brillantzwerge noch Fekol und Simia und für die Hügelzwerge würde ich eine Art "Zwölfgötterglauben" mit Schwerpunkt auf "Ingroschimm" annehmen. Hier wären die kosmologischen Implikationen interessant. Wie sieht es mit den Tulamdien aus? Sind die noch mit der gleichen Initiation in die Gemeinschaft einzuführen obwohl sie Phex und Rahja über die anderen Stellen? Was ist mit Aranien? Noch 12-G-gläubig? Peraine, Phex und Rondra sind deutliche Schwergewichte. Würde deine Prämisse gelten, kämen wir noch mehr in Teufels Küche als wir es mit der ganzen Initiations, Makel und co. Geschichte eh schon sind.


    Hesinde zum Geleit!

    Wie gesagt es ist schwierig die Details zu beurteilen ist es doch eine unbespielte und daher in der Detailtiefe satzungsarme Zeit. Für mich ist es ein "Hub" mit dem Spielleiter so einiges anstellen können. Ich kann daraus eine Art "3. Reich der Praiskirche" machen, genauso wie eine wahrhafte "Zeit der Reinigung und Rettung der Menschheit". Wir wissen dass irgendwie der Namenlose seine Finger im Spiel hatte und wir wissen das zumindest Teile des Theaterritterordens Dreck am Stecken hatte. Aber wir wissen nicht ob Aldec Praiofold II. Heliodan ein Heiliger oder ein Heuchler (Namenloser Diener z.B.) war. Wir wissen aber dass es für "gute Gläubige" kein Kavaliersdelikt ist wenn man Geweihte massakriert oder sich an Tempeln vergeht. Irgendwer wird da schon irgendwie Frevlermakel abgestaubt haben.

    Ich persönlich stelle mir die damalige Überzeugung der Priesterkaiser in etwa so vor wie es aktuell bei der Praios-Kirche und der "Ucuri-Kirche" ist. Den Priesterkaisern hätte es gefallen wenn es nur Praios-Geweihte gegeben hätte die dann als Götterfürst-Vertreter über die "niederen Dienergottheiten" geboten und sie mitverwaltet hätten. Quasi Praios als einziger "Vollgott" so wie der Kaiser der oberste Lehnsherr ist. Dann kommen die göttlichen Provinzherrscher (die anderen 11 Götter) von "Kaisers Gnaden" und dann die restlichen "adligen" Götter (also die Halbgötter) vergleichbar mit Grafen und Baronen. Am Ende dann die Alveraniare und Heiligen die "göttlichen Junkern, Edlen und Rittern" entsprechen. Und die Priester des Kaiser-Gottes sind die einzigen die wirklich als solche gelten können. Und das hatten sie ja bei allen anderen Kirchen auch versucht, die Rondrianer haben sich nur, naturgemäß, am heftigsten gewehrt. Wie soll sich auch die Travia-Kriche gegen Bannstrahler und Sonnenlegionäre wehren? Oder noch schlimmer die pazifistische Tsa-Kriche? Ohne den Schwertbund verliert der 12-Götterglauben seine spirituelle Wehrhaftigkeit.

    Und die ganzen Makel dürften relativ verbreitet sein, auch heute noch. Es ist schwierig in der Fläche Buch über den Seelenzustand der Bevölkerung zu führen. Und für die Erbfolge eines Adligen ist z.B. so ein Makel nicht mal ein Ausschlusskriterium. Aber der Malus ist in DSA5 schon heftiger. Er bleibt bei -3 ist aber natürlich beim "neuen" Probenmechanismus ungleich schwerwiegender. Aber auch den dürfte man nicht merken (bezahlt der Geweihte doch selbst beim Misslingen den vollen KaP-Preis) und bei so wenigen Geweihten dürfte der Karmagebrauch immer noch eine extreme Seltenheit sein, wenn es um Liturgien und Zeremonien geht umso mehr. Die häufigsten "Operationen" an der Mehrheitsbevölkerung werden Geburts-, Grabsegen, der Traviabund und die Initiation sein. Die Babies werden noch keinen Makel haben, das Grab ist ziemlich geduldig und das scheitern des Traviabundes kann auch ein Segen sein. 8o


    Hesinde zum Geleit!

    Sturmkind

    Das mit dem Krieg habe ich doch gar nicht gemeint als ich "interessanten These" geschrieben hatte. Weiß nicht warum du dich da jetzt drauf beziehst. Gemeint war Folgendes:

    Zur Zeit der Priesterkaiser wurde Rondra nicht als teil des selben Pantheons betrachtet

    Das lese ich aber offiziell nirgendwo. Und selbst wenn sie es "betrachten" ändert das nichts an der karmalen Wirkung. Sie bekommen Rondra nicht aus ihrem "Seelenpantheon" heraus "deffiniert", welches ja qua Initiation reingebrannt wurde. Sie können aber natürlich den SCHWERTBUND (also die Institution) verbieten oder ächten, aber nicht die Gottheit bzw. ihre Diener und Häuser im einzelnen. Ein Geweihter ist ein Geweihter. Ein Tempel ein Tempel. Und diese anzugreifen oder zu schänden gibt ein Frevlermal (siehe auch weiter unten).


    Zum Thema "Kriegszustand" und den "mildernden Umständen".

    Ich finde man muss hier präzise sein.

    Quote from Wege der Götter S. 24

    Angriff auf die Kirche: Gemäß der Zwölfgöttlichen Ordnung ist es ein Frevel, die Häuser und geweihten Diener der Zwölfgötter (und ihrer halbgöttlichen Kinder) anzugreifen.

    Quote from Aventurischer Almanach S. 189

    [Das] der körperliche Angriff auf einen Geweihten auch ein Angriff auf die Gottheit selbst darstellt und damit gleichbedeutend mit einem Frevel ist.

    Das ist die "Base-Line" des Themas. Wenn ich also einfach so einem Travia Geweihten mit der Faust eine auf die Rübe gebe bekomme ich ein Frevlermal. Genauso bei jedem anderen Geweihten. Also auch einem Rondrianer oder Korjünger.

    Quote from Wege der Götter S. 24

    Im Kriegsfall mögen Geweihte der Rondra oder des Kor (oder ein Angriff auf offenem Feld) oder generell ein getarnter Tempel oder Priester des Phex hier eine Ausnahme bilden.

    Quote from Aventurischer Almanach S. 189

    Ausgenommen hiervon sind natürlich Situationen wie der ehrenhafte Kampf mit einer Rondrageweihten, der Schlagabtausch mit einem Korpriester im Schlachtgetümmel oder der Angriff auf einen heimlichen Phexgeweihten.

    Ein paar interessante Dinge lassen sich daraus ableiten:

    1. Ein Angriff auf öffentlichen Tempel einer leibhaftigen Gottheit des eigenen Pantheons/Religion ist IMMER ein Frevel, ob Krieg oder Frieden, oder zur Weihnachtszeit. Das ist das Haus und die Wohnstatt einer Gottheit!
    2. Ein Kriegsfall entbindet nicht von der Regel der Verhältnismäßigkeit und Differenzierung! Krieg sollte nicht alles dürfen! Genau deshalb gibt es überhaupt Kriegsgötter die darüber wachen (wir haben da theoretisch die Genfer Konvention und die UN *hüstel*). Ein Vorgang der sich ErntefestMASSAKER nennt und einen Angriff auf einen zentralen Tempel eines Kultgeschwisters beinhaltet, löst in jedem Fall das Mal des Frevlers für alle Beteiligten aus. Auch die HINRICHTUNG von Bogumil von Arivor dürfte ziemlich sicher ein Frevel gewesen sein. Viele Dinge sind nicht im Detail überliefert, aber es ist anzunehmen dass sich die Priesterkaiser ziemlich wenig an die Übereinkunft der ZWÖLFgöttlichen OrdnungTM gehalten haben.
    3. Weiterhin ist fraglich ob die Praioskirche den Rondrianern überhaupt ordentlich den Krieg erkärt haben. Denn wäre es Krieg dann hätte Anshag von Glodenhof ihn nicht 336 BF ausrufen müssen. In der Folgezeit kann man natürlich davon ausgehen dass viele Kriegshandlungen nicht mehr frevelwürdig waren. Und auch nicht jeder Priesterkaiser oder Praiosdiener war gleich grausam, schrecklich und götterlästerlich. Das im Einzelnen aufzudröseln ist nicht möglich und dürfte je nach Auslegung und Spielgruppe anders sein. Sollte da jemals was offizielles kommen wäre man, denke ich, auch gut beraten das an vielen Stellen offen zu lassen und nur einzelne dunkle oder helle Flecken zu setzen, damit es Anknüpfungspunkte für sowohl tyrannische als auch rechtschaffene Praiosdiener gibt.

    Die Priesterkaiser aber generell vom Frevel frei zu sprechen halte ich für deutlich zu kurz und eindimensional gedacht und entbehrt, meiner Ansicht nach und gemäß der Quellenlage, jedweder Grundlage.


    Hesinde zum Geleit!