"Die dunkle Seite"

Orkenspalter Downloads - Rezensionswettbewerb
Derzeit läuft ein Rezensionswettbewerb bis Ende Mai. Zu gewinnen gibt es eine Hardcover-Vollfarb-Variante des "Großen Orkenspalter Kochbuchs Band II". Details gibt es hier. Wer nicht weiß, was er bewerten soll: im Download-Bereich sind rechts Infoboxen, was zuletzt bewertet wurde, aber auch wo noch Rezensionen fehlen!
  • Solo-FAB.


    SL: Kennin
    Spielerin: Schattenkatze.




    Es ist ein regnerischer Sommertag in der Großstadt Andergast. Der Wind trägt Kälte mit aus dem Norden. Wenn man nicht besser wissen würde, gläube man es sei Boron und mit nichten Rondra.


    Heute ist wie jede Woche am gleichnamigen Tag Markttag, aber ob des derben Wetters haben lange nicht alle Händler den Weg zum Marktplatz gefunden, und auch die Kundschaft scheint weniger zu benötigen als an anderen Tagen und die wenige Bürger die dennoch den Markt gefunden haben, eilen von einem Stand zum Anderen und versuchen schnell diesen Ort der Trübnis zu verlassen und alsbald wieder die warme, heimische Stube zu betreten.


    Aber gerade jetzt ist der Markt eine Fundgrube für die echten Helden, da jetzt viele Schnäppchen geschlagen werden können, als seien es Erzschurken.

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    Sinjoor Elegast Vandervenga, ehem. Kuslik-Galahan
    Oberst des Ordens des zweifach geheiligten Famerlors.


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  • Bernado, Leibdiener von Sinan, Gräfin di Vega Eichberg von Aldesin, geht, mit einem Korb in der linken Ellenbeuge, über den Markt. Natürlich hat die Gräfin genügend Personal in ihrem Stadthaus, das mit den Einkäufen beauftragt wird, aber zuweilen hat sie besondere Wünsche und dann schickt sie ihren Leibdiener, dem sie völlig vertraut, genau das Gewünschte zu finden.
    Zwar ist Bernado taubstumm, doch versteht er es geschickt, sich durch einfache Gesten versändlich zu machen und die meisten Händler und Bürger erkennen auch die Livree mit dem Wappen derer zu Aldesin, eine güldene Krone, in die ein kunstvoll verschnörkeltes A eingewebt ist.
    Manche Leute flüstern hinter seinem Rücken, denn er wird zuweilen für einfältig gehalten, da er nicht sprechen und hören kann, doch andere munkeln, daß er von Lippen ablesen könne. So sind die Reaktionen zuweilen recht unterschiedlich auf ihn, doch auf den ersten Blick wirkt Bernado gar nicht auffällig: Er ist Anfang oder Mitte der dreißig Götterläufe, von schlanker, leidlich kräftiger Statur und flinken Bewegungen, hat braunes Haar, grüne Augen und ist stets glatt rasiert. Sein Benehmen als Leibdiener und persönlicher Kutscher ist tadellos.
    Im Moment steht er vor einem Stand und untersucht kritisch die dort angebotenen Früchte- und Gemüsesorten. Für die Gräfin kommt nur das Beste in Frage.

  • Die roten Äpfel sehen etwas zu unreif aus, und haben beiweilen auch Druckstellen.
    Zwei grüne Äpfel sehen jedoch einwandfrei aus.
    Ferner findet sich auch eine leckere Gurke (die Letzte), einige Portionen Salat und akzeptabele Tomaten.


    Die Händlerin, eine feiste Zwanzigerin mit einer dicken Warze auf der Nase aber eine auffallend sauberen Schürze preist die Waren an:


    "Bestes Gemüse! Nur das allerbeste Gemüse! Kommet nur daher und staunt!
    Schaut Euch die hübschen Äpfel an, der Herr!" wechselt sie den Gesprächspartner von Alle auf Bernado.

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    Sinjoor Elegast Vandervenga, ehem. Kuslik-Galahan
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  • Vor Bernados kritischen Augen finden nur die beiden grünen Äpfel und die Gurke Gnade, sowie vielleicht noch die eine oder andere Tomate. Die Äpfel wird er wohl auf jeden Fall nehmen, bei den Salatzutaten überlegt er noch.
    Einen der Äpfel dreht er abwägend in der Hand und schaut die Händlerin fragend an, den Apfel hochhaltend.

  • "Ah, der Herr kennt sich aus!
    Eine sehr gute Wahl, wenn ich so dreist anmerken darf!
    Für Euch nur zwei Kreuzer. Den Zweiten bekommt Ihr dazu für Einen!" lächelt die unhübsche Verkäuferin zahnlos und kümmert sich kurz um die paar Kreuzer die ihr eine Küchenmaid eines reichen Hauses zusteckt für einige Salate.
    Sofort danach schaut sie Bernado wieder fragend an...

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    Sinjoor Elegast Vandervenga, ehem. Kuslik-Galahan
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  • Bernado nickt zusagend und legt den Apfel, dem dann bald auch der ander grüne folgt, in den Korb an seinem Arm und greift sodann in eine Innentasche seiner sauberen Livree, um einen ledernen Geldbeutel hervorzuholen.
    Er holt drei kupferne Kreuzer hervor und reicht sie mit einem dankenden Nicken, begleitet von einem höflichen Lächeln, an die Händlerin, bevor der Beutel wieder an seinen Platz geschoben wird und er sich vom Stand abwendet.
    Seine grünen Augen wandern stets aufmerksam herum, denn da er sich nicht auf sein Gehör verlassen kann, muß sein Sichtsinn einen guten Teil davon wettmachen.

  • Plötzlich schiebt sich ein Gedanke in Bernados Kopf...
    War da gerade nicht eine Topf voller köstlich eingelegter Heringe im Korb die er sich für kommenden Praiostag genehmigt hatte?

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    Sinjoor Elegast Vandervenga, ehem. Kuslik-Galahan
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  • Bernado stutzt mitten im Schritt, als ihm die plötzliche Überlegung in den Sinn kommt. Sollte tatsächlich ... oder hat er gerade eine falsche Assoziation?
    Er macht einen Schritt zur Seite, um nicht mitten im Weg zu stehen - angerempelt zu werden, ist nicht eben schön, wenn man vorher diesbezüglich keine Warnung hören kann - und blickt in seinen Korb, um zu sehen, ob ihn seine Erinnerung getäuscht hat oder nicht, oder die Heringe noch da sind oder tatsächlich fort.

  • Fort... ganz einfach... fort...
    Dabei hat er sie doch erst vor einigen dutzend Lidschlägen erstanden, hier auf dem Markt...

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    Sinjoor Elegast Vandervenga, ehem. Kuslik-Galahan
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  • Bernado runzelt die Stirn, als er nachdenkt. Ein weiteres nachschauen im Korb erspart er sich, er ist sicher, daß das Behältnis nicht mehr drin ist. Statt dessen überlegt er, wann er es gewiß noch im Korb hat liegen sehen, und ob er er einen Zusammenstoß mit jemanden gehabt hatte, was nun eine gute Gelegenheit für einen Taschendiebstahl gewesen wäre.
    Unwillkürlich überfliegen seine Augen das Treiben auf dem Markt.

  • Tja, da war das Gespräch mit der Feisten Gemüseverkäuferin, und die drei süsse kleine Mädel die ihm beim Ballspielen im kalten Regen angerempelt hatten...
    Die Dragonderin steht noch an ihrem Marktstand, die drei Gören sind nirgens mehr zu sehen...

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  • Da die Marketenderin auf der anderen Seite ihre Standes stand, vermutet Bernado in ihr jedoch weniger die Diebin von eingelegten Heringen, als ein paar Kinder.
    Er hustet einmal und hebt dabei seine freie Hand an den Mund und dreht sich dabei halb um. Die Hand, an deren zugehörigen Arm der Korb hängt, tastet dabei einmal unauffällig nach dem Geldbeutel, durch den eingedrehten Oberkörper und den Korb dadurch sichtgeschützt. Dieser ist natürlich noch da.
    Die Kinder suchen macht wenig Sinn, zumal er mit diesen ohnehin nicht reden könnte. Es ist schade um die Heringe, aber soll ihm eine Lehre sein. Zwar wird die Gräfin davon nicht angetan sein, aber so schlimm ist der Verlust von ein paar Heringen auch wieder nicht. So ist Bernado nun noch gewahrer für 'zufällige' Rempeleien, als er seinen Weg fortsetzt, um die Heringe neu zu kaufen.

  • Während er zum Fischstand zurückkehrt, erspäht er das aufgeregte Gespräch einer Wächterin mit einer Textilhändlerin, die durchaus Schwestern sein könnten.
    An dem Gebärden zu sehen, ist es etwas Ungeheuerliches das dort besprochen wird, auch wenn es sich eindeutig um nichts Geheimes handelt.

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    Sinjoor Elegast Vandervenga, ehem. Kuslik-Galahan
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  • Bernado, gewiß nicht frei von der bei Bediensteten häufig zu findenden Neugier und gerne besser informiert, als die meisten Leute ihm zutrauen würden, lenkt seine Schritte gemächlich so, daß er an den Textilienstand gelangt, ohne dabei besondere Eile oder Zielgerichtung an den Tag zu legen. Die Bewegungen der Frauen - und mit der Interpretation von Gebärden kennt nun er sich besser aus als die meisten Menschen - haben sein Interesse erweckt.
    Er senkt seinen Kopf etwas, als sich seine Finger prüfend über Stoff bewegen, richtet seine Augen unter den Wimpern hervor jedoch auf die beiden Frauen, oder vielmehr auf deren Gesichter.

  • Ein kurzer Blick der Beiden unterbricht das Gespräch nicht, im Gegenteil. Weiterhin ausser sich fuchtelt die Wächterin mit den Händen umher und stört somit ab und an den Wortschwall für Bernados Augen.
    Aus den Bruchteilen der Litanei kann er einige Fetzen verstehen: "Nachtwind... Bauer... lächelnd verhaftet... auf dem Markt... um Hilfe bettelnd..."

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  • Bernados Hände wandern weiterhin über den Stoff, betastend, aber doch etwas abwesend, auch wenn man, um diesen Eindruck zu gewinnen, ihm doch mehrere Herzschläge dabei auf die Hände schauen müßte. Aber eigentlich ist er als Diener einer hochgestellten Persönlichkeit des kleinen Königreiches eine recht unauffällige und auf dem Markt nicht gänzlich unbekannte Erscheinung, so daß er wenig Aufmerksamkeit erregen dürfte, außer vielleicht als "der Stumme und Taube".
    Er ändert seine Position etwas, unter dem scheinbaren Vorwand, anderen Stoff zu untersuchen, aber tatsächlich, um vielleicht einen besseren Blickwinkel zu bekommen.

  • Nach den Worten "... wieder zum Dienst, zum Schandturm. Ich muss diesen irren Bauern bewachen. Morgen kommt er ans Rad und hinterher an den Pranger. Bis bald, Schwesterherz!" dreht sich die Wächterin um. Die letzte Silbe errieht Bernado mehr als dass er sie wirklich sehen konnte, nicht dass das soviel aus macht.

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  • Leider ist das Gespräch dann aber auch schon zu Ende. Bernado nimmt ein Stück Stoff hoch und untersucht die Qualität gegen das Licht, legt es aber nach ein paar Herzschlägen wieder weg, offenbar nicht zufrieden damit und wendet sich ab.
    Er geht weiter über den Markt, an dem einen oder anderen Stand haltend und die dort ausgestellte Ware prüfend und sich dann auch den Topf Heringe noch einmal zu kaufen, aber auch unauffällig darauf achtend, ob er Hinweise auf Aufregung entdecken kann. Wenn hier jemand festgenommen worden war, könnten darauf ja immer noch Hinweise darauf in Gestiken oder Gruppenbildungen zu finden sein.

  • Zu allem Unglück hat die Fischhändlerin gerade eben erst die letzten Heringe verkauft. Und der Fischhändler vom anderen Stand hat mit gutem Grund kaum Kundschaft, so wie es dort "duftet".


    Zu seinem Verdruß bekommt Bernado weiter auch nichts Neues mehr zu hören von der Verhaftung.


    Und der erbarmungslose Firunswind peitscht ihn lange Regentropfen ins Gesicht...

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  • Zu bedauerlich, keine Heringe mehr ... Das ist ja dann alles in allen ein mehr als schlecht verlaufender Marktbesuch: Erst bestohlen werden ohne es zu merken und dann die gestohlenen Heringe nicht einmal ersetzen zu können. Dann muß er vor dem nächsten Praiostag noch einmal los, wie es aussieht.
    Über einen verhafteten, gar 'irren' Bauer scheint jnicht geredet zu werden, offenbar scheint es gar kein beegendes Thema zu geben, so weit Bernado das beurteilen kann.
    Als der kalte und regnerische Wind ihn trifft, zieht Bernado unwillkürlich die Schultern etwas hoch. Aus Loyalität ist er den Geschwistern di Vega nach Andergast gefolgt, als König Efferdan von Hussbek-Galahan zum dortigen König wurde aufgrund der rein männlichen Erbfolge, weil er der Ehemann der ältesten Tochter König Wendolyns war. Bernado war schon getreuer Diener des alten Barones di Vega gewesen, des Vaters der Zwillinge, und da selber ohne Familie im Horasreich, war er dann mit nach Andergast gegangen, als die soldatische Pflicht Diego di Vega aufrief, Efferdan zu folgen und auch, weil der junge Baron zwar ein schneidiger Offizier, aber auch ziemlich mittellos war und für seine Schwester Sinan sorgen mußte und er im rückständigen Andergast dafür bessere Aussichten gesehen hat als im Horasreich.
    Doch das launische Wetter, der viele Regen und der daraus resultierende Matsch und Dreck in den Straßen und die zuweilen wirklich für einen Horasier erschreckende Rückständigkeit machen Bernado immer wieder zu schaffen und ihn fast mit Sehnsucht an die frühere Heimat denken.
    Doch dann reist er sich zusammen, da er hier schließlich seine Aufgabe hat. Er könnte ja jederzeit gehen, doch ist es seine freie Entscheidung, hier zu bleiben. Wenn nur das Wetter etwas freundlicher wäre ...


    So eilt er sich nun, das Stadthaus der Gräfin zu erreichen, das immerhin einen der elitären Plätze in der Stadt direkt am Marktplatz hat. Er tritt sich sorgfältig die Füße ab, bevor er eintritt, innen aber dennoch sofort aus den dreckigen Schuhen schlüpft und in ein paar saubere, bereit stehende steigt.