Im Drachenhort

  • Unsere Geschichte beginnt in Kuslik. Anerkannt als größte Stadt des Lieblichen Feldes, lange Zeit verpönt als Vorposten Gareths, geliebt und beargwöhnt als eine der freiesten zivilisierten Städte - und nicht zuletzt eine Hochburg universeller Gelehrsamkeit, wofür nicht nur der größte Hesindetempel unserer Welt mit seiner unvergleichlichen Bibliothek zeugt, sondern auch ganze drei gildenmagische Institute, die Halle der schönen Künste, das magische Theater und... doch ich gerate ins Plaudern.


    An einem klaren, rosigen Morgen im schönen Rahjamond des Jahres 10?? nach Bosparans Fall sitzt die ehrwürdige Geweihte Hesiana Mirindion nach einer langen Nacht noch immer über ihren Büchern. Kann es möglich sein? Immer wieder ist sie in den letzten Wochen bei der Lektüre scheinbar zufällig an einer bestimmten Stelle in den "Annalen des Götteralters" hängengeblieben. Auch diese Ausgabe aus der Kusliker Hesinde-Bibliothek lenkt ihre Aufmerksamkeit auf die bekannte Passage. Ein göttlicher Fingerzeig?


    Doch just betritt Fafnir Feuerstrahl den Lesesaal (wie ist er wohl zu dieser Stunde als Laie hier hineingelangt?). Zwichen den endlosen Regalen halten er und eine kleine Drachin (Tiere jeglicher Art, besonders jedoch magische, sind hier strengstens verboten!) nach seiner Gefährtin Ausschau.

  • Grübelnd sitzt Hesiana über der Passage und kann sich kaum einen Reim darauf machen, warum sie immer an dieser einen Stelle hängenbleibt. Mit den Ellenbogen aufgestützt sitzt sie an ihrem Lesepult und liest sich den Absatz nun schon zum fünften Mal durch, es muss doch möglich sein, dahinter zu kommen warum sie hier nicht weiterkommt?
    Die junge Geweihte will den Text gerade zum sechsten Mal lesen, als sie bemerkt, wie jemand den Lesesaal betritt.


    Es handelt sich um ihren mittlerweile guten Reisegefährten und Freund Fafnir zusammen mit Funkelviel, der kleinen Funkeldrachin. Als sie der Zwei gewahr wird ist sie zuerst sehr erfreut und lächelt den beiden zu, dann jedoch weicht ihre Freude einem starken Gefühl der Überraschung. Wie sind die Zwei denn überhaupt jetzt hier hereingekommen? Fafnir wird sich doch wohl nicht einfach hereingestohlen haben? Doch nein, das traut sie ihm dann auch wiederum nicht zu, sicher wird ihre Fürrede dafür gesorgt haben, dass er Einlass bekommen hat. Sodann steht sie auf um ihren Freund zu begrüssen.


    "Hesinde zum Gruße, lieber Fafnir! Du kommst genau richtig, ich komme hier einfach nicht weiter. Vielleicht ist es besser erst einmal davon abzulassen. Doch sag, was musstest du tun um zu dieser Stunde hier in die Halle der Weisheit zu gelangen?", bei diesen Worten ziert wieder ein sympathisches Lächeln ihr doch recht müde aussehendes Gesicht.

    Das ist das Schöne auf Reisen
    dass auch das Gewöhnliche
    durch Neuheit und Überraschung
    das Ansehen eines Abenteuers gewinnt
    (Goethe)

  • Es ist noch recht früh am morgen, zu früh eigentlich für Fafnir, der gerne einem jeden Tag wenn möglich etwas weniger früh entgegen tritt.
    Doch er war mit Hesiana zum Frühstück verabredet und nachdem sie auf sich warten ließ, machte er sich selber auf den Weg zu ihr, um sie abzuholen.


    Während er sich durch den Lesesaal bewegt, betrachtet er durchaus interessiert und auch mit Respekt und einem gewissen Verlangen die vielen Bücher, Folianten und Schriftrollen, sie so unglaublich viel Wissen bergen ...


    Dabei sticht dieser junge Mann außerordentlich hervor in diesem Raum, sebst wenn er voll wäre mit Gelehrten, Geweihten, Wissenschaftlern und strebsamen Magiern.
    Türkisfarbenes Haar leuchtet auf seinem Haupt, an den Seiten hin kurz geschoren und manch arkanes oder auch nur fantasievolles Zeichen ist hineinrasiert. Das tiefrote Hemd sticht dagegen stark ab, während die Schärpe um die Hüfte wiederum farblich zum Haarschopf paßt. Die engsitzende Hose, die die geradezu grell bunte Kleidung vervollständigt, ist königsblau mit gold-gelben Längsstreifen.


    Doch ist es nicht seine Kleidung, die ihn von den meisten Menschen, besonders hier in Kuslik, abhebt. Auch sein übriges Erscheinungsbild trägt da zu bei, ihn zu einem Blickfang zu machen, hat er doch eine braune Haut, die einen Stich ins rötlich-kupferne aufweist, und auch die Form seiner Wangenknochen, die Stellung der samt-braunen Augen, seine recht eleganten Bewegungen, der nmit gerade mal einem Schritt und dreieinhalb Spann nicht besonders hoher Wuchs und sein, wie auch durch die Kleidung erkennbar ist, schöner und graziler Körperbau weisen ihn als Waldmenschen aus.


    Am rechten Ohr baumelt ein kleiner Ohrring, der die Form eines Blitzes hat, an den Ringfingern beider Hände sitzt je ein Ring. Der an der rechten Hand ist aus Messing, kleine Steinsplitter glänzen in ihn eingelassen und dort sind arkane Symbole eingraviert, während der andere zwar aus Silber, aber sonst schmucklos ist bis auf eine leichte Zickzack-Musterung.
    An seiner linken Seite baumelt üblicherweise ein Florett, ganz im horasischen Stile, könnte man meinen (doch beim Betreten des Tempels hat er es abgelegt), an seinem Gürtel befindet sich neben Gürteltasche und Beutelchen ein etwa ein Spann langes und silbernes Zierstilett, das in einer fein bestickten Scheide steckt. Der Griff ist dem in Kleid gehüllten und schlanken Körper einer Frau nachgebildet, deren fallendes Haar sich in die Klinge dreht. Sie hat die Hände hinter dem Kopf im Haar vergraben und die Füße sind wie bei gehen auf eine Linie gesetzt. Das Stilett ist von außerordentlich detaillierter und hoher Kunstfertigkeit.


    Die Gesichtszüge dieses eher noch jungen Mannes, denn er scheint sich gegen Mitte der zwanzig Götterläufe zu befinden, sind von außerordentlicher Anmut und Gleichmäßigkeit. Das Lächeln, das sich auf einem Gesicht ausbreitet, als er erst bewundernd und suchend durch die Reihen geht und dann Hesiana am Pult entdeckt, zeugt von natürlichem Charme und einer Freude am Leben, an allem allgemein und nichts im besonderen und aus seinen Augen sieht Aufgewecktheit und Lebenslustigkeit, zuweilen auch der pure Schalk.


    Der Anblick der Kleidung und des Haares mag zwarauf so manche so bunt wirken, daß es fast in den Augen weh tun kann, aber Fafnir Feuerstrahl trägt sie mit Selbstverständlichkeit und stillem Vergnügen und sein Charme kann recht schnell darüber hinweglenken und auch seine nicht unbeträchtliche Ausstrahlung sollte verhindern, daß er als eher oder nur als alberne Gestalt erscheint oder abgetan wird.


    Doch kommt Fafnir nicht allein hierher, denn auf seiner Schulter sitzt ein kleiner Drache. Zumindest, wer sich vorstellen kann, daß es so kleine Drachen - oder überhaupt Drachen - gibt, könnte in dem blau schillerndem Wesen mit dem jetzt angelegten, durchscheinenden Schwingenpaar und den vier klauenbewehrten Beinen, dem langen, beweglichen Schwanz und dem ebenso langen Körper einen Drachen vermuten.
    Die Kreatur hat den Schwanz um den Hals des jungen Mannes geringelt, um so besseren Halt zu finden und schaut sich aus lidlosen Augen aufmerksam, oder vielmehr, aufrichtig interessiert um.


    "Hesinde und Aves mit dir, Hesiana." Er blickt lächelnd zu dem aufgeschlagenen Buch vor der Geweihten. Er spricht ein fließendes Garethi, ohne horasischen Zungenschlag, das dem Kundigen eine Herkunft aus dem Herzen des Mittelreiches verraten würde. "Ich sehe schon, was dich von unserem Frühstück abhielt. Tsts", macht er gespielt ernst, "sprachen wir nicht davon, daß es mehr gibt als nur Bücher, so wunderbar sie auch sein mögen? Ich komme da ja wohl gerade rechtzeitig, dich von hier zu entführen."

  • Als sie ihr Missgeschick bemerkt, wird sie ganz blass und scheint sich sehr zu schämen. "Oh nein, ich habe dich und unser Frühstück ganz vergessen. Das tut mir wirklich leid, lieber Fafnir! Doch wenn ich über einem Problem brüte vergesse ich immer so leicht die Zeit. Ich habe die ganze Nacht über dieser Passage gesessen und bin doch genauso weit wie ganz zu Anfang, doch nun genug davon, ich will dich damit nicht langweilen. Laß uns etwas frühstücken. Ich lasse mich jetzt liebend gern von dir entführen." Dabei schaut sie Fafnir mit einem strahlenden Lächeln an. "Wo wollten wir noch hingehen?"

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    (Goethe)

  • "Na, wenn du es bedauerst, dann ist auch noch Leben in dir", erwidert Fafnir gutgelaunt und tritt neben sie an das Pult. "Wir wollten zur "Quelle" gehen. Zumindest hast du mir dieses Etablissment gestern noch wärmstens empfohlen.
    Ach ja, wie ich tun mußte, um herein zu kommen... Ich ging einfach durch die Tür, natürlich, und niemand fragte mich nach meinem Begehr - ich traf nämlich niemandem auf den Weg hierher - oder trug Sorge, daß Funkelviel in den Büchern ein Zielobjekt für ihren", er senkt die Stimme zu einem düsteren Tonfall für das folgende Wort, " 'Feueratem' sehen könne statt einen Hort des Wissensd, den sie als Drache durchaus zu schätzen weiß. Gerade den Hort", kann er sich nicht mit einem Seitenblick auf den Funkeldrachen verkneifen.
    Funkelviel wendet den Kopf, sieht ihn an und wendet sich dann hoheitsvoll ab und springt mit einem Satz auf Hesianas Schulter, wo sich der schuppenbewehrte Kopf dann herabsenkt, um einen Blick auf das Buch zu werfen. Hesiana kann das Gefühl von Belustigung von der Drachendame empfangen.
    "Zeig einmal, was dir so den Schlaf raubt", fordert er Hesiana auf, einmal einen Blick hinein werfen zu dürfen.

  • "Ach ja, in die Quelle, du hast recht. In dieser Taverne kann man gut disputieren, überhaupt finde ich es dort wirklich schön. Ja, das lass uns hingehen."


    "Niemand war zu sehen auf deinem Weg hierher? Das ist einfach unglaublich! Hm, da muss ich mich später einmal drum kümmern ...."


    Als Funkelviel auf Hesiana's Schulter springt, erschrickt sie sich ein wenig, muss aber gleich darauf über sich selbst lachen. Als sie bemerkt, dass Funkelviel sich über sie amüsiert, tadelt sie sie:" Das ist ganz und gar nicht lustig, meine Dame, ich komme hier einfach nicht weiter.", dabei deutet sie auf die, auf dem Pult liegende Ausgabe der "Annalen des Götterzeitalters". Sie schiebt Fafnir das Buch hin, so dass er folgendes lesen kann:



    Für Fafnir bestimmt.
    [!--SpoilerBegin--][/span][table border=\'0\' align=\'center\' width=\'95%\' cellpadding=\'3\' cellspacing=\'1\']MEISTERINFO [td id=\'MI\'][!--SpoilerEBegin--]"...manche sagen aber auch, das Prisma, jenes denkwürdige Glasspiel, das Praios' Licht in Tsas Farben verwandelt, sei keine Schöpfung Simias, sondern eine Eingebung des Hesinde-Sohnes Xeledon. Von diesem sollen viele Wunderwerke erhalten sein, welche die gewohnte Ordnung auf den Kopf stellen, auf das die Menschen das bis dahin für wahr und selbstverständlich gehaltene Angenommene hinterfragen und ihrer eigenen Unvollkommenheit gewahr werden. Seine Prismen vermögen den Narren zu bannen, den Eitlen zu blenden und selbst (so ist es überliefert) den alten Zaubermeister zu belehren!"[!--SpoilerEnd--][span class=\'postcolor\'][!--SpoilerEEnd--]

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  • Funkelviel legt bei Hesianas Worten zu ihr den Kopf schräg und blickt die Geweihte an. Obwohl sich in dem Gesicht tatsächlich nichts ändert, hat Hesiana vor ihrem inneren Auge das Bild einer Funkelviel, die etwas irritiert aussieht.
    Dann schüttelt der kleine Funkeldrache tatsächlich den Kopf. Mit einer schnellen Kopfbewegung weist Funkelviel zu Fafnir hin und wieder übeträgt sie das Gefühl von Belustigung und Amüsiertheit an Hesiana.


    "Aber wir gehen dort nicht zum diskutieren über den Inhalt eines dieser Bücher hin! Sondern zum frühstücken und zum reden über alles mögliche", schlägt Fafnir vor, dabei blitzen seine Zähne hell in seinem dunklen Gesicht auf, als er lächelt.
    "Nun, ich habe niemanden gesehen und wollte nun auch nicht hier herum laufen, schließlich suchte ich ohnehin schon eine Mentorin. Außerdem", fügt er verschmitzt hinzu, "fanden sowohl Funkelviel als auch ich, daß das eine gute Gelegenheit war."
    Dann jedoch schaut er in das Buch, das Hesiana ihm hingeschoben hat und liest die Passage, auf die die Geweihte weist.


    "Hm", macht er, "das klingt ja interessant. Das gefällt mir! Und erinnert mich an etwas ..." Er fährt sich mit einer Hand über sein glattes und bartloses Kinn, während er kurz nachdenkt und versucht, sich etwas bestimmtes in Erinnerung zu rufen.

  • "Oh, entschuldige, Funkelviel. Da habe ich dir wohl Unrecht getan, du hast dich über Fafnir amüsiert? Da stimme ich dir auch zu, das hatte er auch verdient." Bei ihren letzten Worten lächelt sie Funkelviel freundlich an und zwinkert ihr, mit einem Seitenblick zu Fafnir, zu.


    "Hm, nein?" Hesiana wirkt einen kleinen Moment enttäuscht, doch das legt sich sofort wieder. "Okay, wir essen und du wählst unsere Gesprächsthemen, in Ordnung?"


    "Okay, ich werde es dabei belassen, schließlich habe ich so ja auch mein Versprechen eingelöst, dafür zu sorgen, das ihr zwei hier noch einmal eingelassen werdet." dabei zwinkert sie nun beiden vergnügt zu.


    Als sie sieht, wie Fafnir tatsächlich etwas zu der Passage einfällt und er am überlegen ist, ist mit einem Male sämtliche Müdigkeit von Hesiana wie fortgespült. " Wirklich, du hast dazu eine Idee? Oh, Hesinde sei gepriesen, schön, dann war meine nächtliche Grübelei ja vielleicht doch nicht umsonst! Du bist ein Schatz! " Sie springt Fafnir bei den letzten Worten regelrecht an den Hals, so dass Funkelviel, so sie denn noch auf ihrer Schulter sitzt, aufpassen muss nicht von selbiger zu fallen.

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  • Während sich bei Funkelviels Augen tatsächlich nichts ändert, zwinkert ein vermitteltes geistiges Bild von ihr Hesiana einmal zu, und Funkelviel nickt einmal bestätigend und dann noch, mit einem Seitenblick zu Fafnir, ein zweites Mal.


    "Ja, ihr Frauen verbündet euch gegen mich armen Mann, ja?" Fafnir nimmt diese 'Verschwesterung' gelassen-gutmütig hin.
    "Ach so, da hast du es dir aber leicht gemacht", schmunzelt er dann.


    Daß Hesiana ihm dann um den Hals springt, läßt ihn unter dem Schwung dieses Ansturmes einen Schritt zurückmachen, während er dennoch die Gelegenheit nutzt, Hesiana einmal zu umarmen, während Funkelviel unwillkürlich ihre Krallen etwas hefiger in Hesianas Schulter bohrt und die Schwingen kurz ausbreitet, um das Gleichgewicht zu halten.


    "Ich habe nichts, was helfen könnte, dies zu verstehen", stellt er dann aber richtig, nachdem auch Hesiana wieder auf ihren Füßen steht. "Eher etwas, daß so ähnlich geht. Auch etwas mit einem Kristall oder vielmehr Prisma. Warte, ich habe es gleich ..."

  • "Mit so etwas musst du bei uns weblichen Wesen immer rechnen." sagt sie, bezogen auf ihr soeben geschlossenes "Bündnis".
    "Hm, und ich dachte immer ich würde zu kompliziet denken, das sagte man mir zumindest oft während meines Noviziats." Bei diesen Worten grinst sie Fafnir unverblümt an, ihre gute Laune ist heute wirklich ansteckend, wobei Fafnir je ohnehin immer guter Laune ist.


    Nachdem Hesiana auffällt, das sie Fafnir nun vielleicht doch ein wenig zu nahe getreten ist, tritt sie schnell wieder einen Schritt zurück, schaut sich kurz um, ob vielleicht in der Zwischenzeit jemand den Saal betreten hat und blickt dann die auf ihrer Schulter sitzende Funkelviel entschuldigend an. Sie bietet für einen kurzen Moment einen wahrhaft komischen Anblick, scheint sie doch offenkundig nicht zu wissen, was sie jetzt sagen soll, doch dieser Moment ist schnell wieder vorüber, sie lächelt Fafnir mit einem süssen Lächeln an und geht einfach darüber hinweg.


    "Hm, schade, doch lass uns nun endlich in die Quelle gehen, bestimmt fällt es dir auf den Weg dorthin wieder ein. Ich verspüre mittlerweile doch ein recht starkes Hungergefühl." Sogleich fast sie Fafnir an seiner Hand und zieht den bestimmt verblüfften Fafnir einfach mit sich in Richtung Ausgang.

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  • "Ja, das merke ich schon", erwidert Fafnir und hebt in gespieltem Eingeständnis einer Niederlage beide Hände. Dann lächelt er charmant. "Aber Damen wie dir ergebe ich mich gerne. Als Beweis dafür lade ich auch gerne zum Frühstück ein." Ihr Grinsen erwidert er, sich daran erfreuend, daß sie sich freut.


    Als sie dann nach der gegenseitigen Umarmung, an der er nun so gar nichts auszusetzen hat, ihn so wunderbar anlächelt, lächelt er zurück, ebenfalls nicht weiter darauf eingehend, da er merkt, daß es ihr etwas unangenehm ist.
    Funkelviel ihrereseits hebt in einer betreten wirkenden Geste eine Tatze und stupst sanft und wie entschuldigend auf Hesianas Schulter mit der Schnauze. Sie weiß wohl, wie scharf ihre Krallen sind, immerhin reißt sie damit ihre Beute.


    Fafnir läßt sich gerne an der Hand nehmen und geht mit Hesiana hinaus.

  • Wenig später sitzt das ungleiche Paar, oder sollten wir lieber sagen: Trio, im efeuumlaubten Restaurant-Garten der "Quelle" - ein recht akademisch geprägtes, stilvolles Lokal in der Nähe des Hortes der Weisheit. Der schon in die Jahre gekommene Wirt bietet ihnen selbst einen Tisch an und serviert kurz darauf eine Morgenmalzeit nach Art des Hauses: frisch gebackenes Brot, eine kleine Karaffe Öl, Früchte, Rosenblütentee und je ein hartgekochtes, auf der Spitze stehendes "Ei des Commodore".

  • Als sie beide ihr wohlduftendes und auch sehr reichhaltige Frühstück vor sich haben, schaut Hesiana zu Fafnir hinüber und fragt ihn: "Na, habe ich eine gute Wahl getroffen? Hier ist es einfach gemütlich und das Essen ist wirklich wunderbar."


    Hesiana greift wie beiläufig zu ihrem Ei und beginnt es mit ihrem Löffel zu essen. Nachdem sie dann etwas von ihrem Tee getrunken hat, wendet sie sich wieder an Fafnir. "Ich versprach dir hier nicht von meinen Studien zu sprechen. So denn, über was wollen zwei uns denn nun unterhalten." Sie schaut auf diese Worte folgend noch einmal mit einem scherzhaft triumphierenden Lächeln zu Fafnir, bevor sie sich weiter ihrem Frühstück zuwendet.

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  • Als sie den Lesesaal verlassen und gen Ausgang gehen, begegnet ihnen wieder kein Geweihter oder Tempeldiener. Hesiana zeigt sich einverstanden mit der Einladung.
    Bis zur "Quelle" ist es nicht weit zu gehen. Unterwegs verläßt Funkelviel Hesianas Schulter und erhebt sich in die Lüfte. "Auch sie sucht sich jetzt etwas zu essen", erklärt Fafnir und blickt der Drachendame kurz nach, die als saphirfarbener Punkt schnell verschwindet.


    Über dem frischen Brot schnuppert Fafnir genußvoll und beschließt, sein Ei als Nachtisch zu essen. "Ja, es ist recht lauschig", sagt er. "Und angenehm ruhig, ich gehe einen Morgen gerne geruhsam an."
    Er schneidet eine Scheibe Brot ab und beginnt, es mit Käse zu belegen.
    "Wann brechen wir auf nach Punin? Hast du schon Bescheid, wann du von deinem Tempel frei gestellt wirst? Und ich glaube, ich weiß jetzt wieder, so in etwa, an was mich diese Textstelle von dir erinnert hat. Ich habe sie von Meister Jinan, denke ich, oder vielleicht auch gelesen - ich habe nämlich auch schon recht viel Zeit im Lesesaal eines Hesinde-Tempels verbracht, so ist das ja nicht." Er schmunzelt etwas.
    Für Hesiana
    [!--SpoilerBegin--][/span][table border=\'0\' align=\'center\' width=\'95%\' cellpadding=\'3\' cellspacing=\'1\']MEISTERINFO [td id=\'MI\'][!--SpoilerEBegin--]"Es geht ungefähr so, daß man nicht verzweifeln soll, weil sich manch 'Zauberding' - interessante Bezeichnung, findest du nicht? - einer Analyse widersetzen würde. Namentlich wurde da der sogenannte Hexenkristall genannt, an dem schon viele, die ihn untersuchen und erforschen wollten, gescheitert sind.. Kristalle können ja, je nachdem, wie sie geschliffen sind, auch Prismeneffekte haben und dieser Hexenkristall ist sogar ein Prisma, glaube ich."[!--SpoilerEnd--][span class=\'postcolor\'][!--SpoilerEEnd--]

  • Zur selben Zeit, einige hundert Schritt entfernt, entspinnt sich ungeahnt ein weiterer Faden unserer kleinen Erzählung: Gerade beendet Sindar Baerensen, derzeit Gastdozent für Elbische Semiotik an der Halle der Metamorphosen, seine Frühvorlesung zum Thema "Fehlende Kasusfelektion - Diatopie oder elfische Variante des Nullmorphems?" mit dem klassischen "Quod erat demonstrandum!". Kaum hat er die Pergamentseiten seines Manuskripts zusammengeschoben, da kommt auch schon ein bereits ergrauter Seniorenstudent auf ihn zu:
    "Gelehrter Herr, darf ich noch ein paar Fragen an Euch richten?"

  • "Ja, nicht? Ich finde die gesamte Atmosphäre hier einfach toll. Und wie gesagt, hier kann man auch durchaus interessante Dispute führen."


    Nachdem sie ihr Ei verzehrt hat, greift auch sie zu einer Scheibe des so lecker duftenden Brotes, bestreicht es mit ein wenig des beigestellten Öl und isst es ohne weiteren Belag. Zuweilen greift sie auch zum Obst.


    "Wenn ich das nur wüsste, es hat sich da jetzt wohl noch etwas ergeben, was unsere Abreise verzögern könnte, mir wurde bisher jedoch noch nicht gesagt, um was es sich da genau handelt. Doch wenn die Zeit reif ist, werde ich bestimmt informiert. Deshalb wird sich unsere Abreise leider noch etwas verzögern, es tut mir leid."


    "Oh, du glaubst gar nicht, wie sehr mir das weiterhilft. Jetzt sehe ich um einiges klarer, danke, lieber Fafnir. Und ich habe nie behauptet, dass du nicht belesen wärest. Im Gegenteil, ich halte dich für einen intelligenten Mann."

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  • "Dafür sind wir aber nicht hier", erinnert Fafnir, vergnügt lächelnd.
    Er ißt genußvoll, aber nicht hastig, mit soweit tadellosen Tischmanieren, sein Brit und etwas von den Früchten.


    "Ach?" , macht er etwas enttäuscht bei Hesianas Nachricht, daß sich die geplante der Reise der beiden ins prächtige Punin im schönen Almada, wohl verzögern wird.
    "Und dir wurde so gar nicht gesagt oder zumindest angedeutet, worum es geht?
    Sag, inwieweit hilft dir diese Stelle über diesen Kristall mit dem wahrlich interessentan Namen weiter bei deiner Passage in dem Buch? Was für ein Buch war das eigentlich?"

  • Die Quelle


    Soeben bringt der Wirt das letzte Bestandteil des Frühstücks nach Art des Hauses: eine frisch gedruckte Ausgabe des Kusliker Kuriers. "So, perdona, der Zeitungsjunge ist gerade erst gekommen."


    Die Schlagzeile des Blattes titelt in großen Lettern: "RÄTSEL UND KABALE UM SHAFIR-GESANDTSCHAFT"; darunter die Zeilen: Alle Nominierungen nach wie vor offen - Kaiserhaus dementiert dreiste Forderung an Kaiserdrachen - Lähmen Intrigen Entscheidung der Magiergilden?

  • Sindar ist offenkundig erfreut ueber das Interesse, dass ihm und seiner Vorlesung ueber ein ihm derart am Herzen liegendes Thema entgegengebracht wird. Er laechelt froehlich, was ihn gleich zehn Jahre juenger erscheinen laesst. Sein waehrend der Vorlesung muehsam beherrschter bornlaendischer Akzent bricht voll durch, als er erwidert:


    "Selbschtvrschtendlich, mein Herr. Wie kann i ihna helfa?"


    [ot] Ich gebe "bornlaendisch" hier mit "schwaebisch" wieder, dem einzigen Dialekt, mit dem ich wirklich vertraut bin (und den ich somit auch halbwegs konsequent durchhalten kann). [/ot]

  • Auf Fafnir's freundlichen Hinweis, reagiert Hesiana gespielt schmollend. "Ja, du hast ja Recht, du bestimmst heute unsere Gesprächsthemen."


    "Ja, es tut mir leid, aber man sagte mir, das eine Sache von großer Wichtig- und Dringlichkeit der Grund sei. Dem muss wohl auch so sein, wenn man mir die zuvor schon zugesagte Genehmigung einfach wieder entzieht." Bei diesen Worten schaut sie nun ernst zu Fafnir hinüber.


    "Die Passage war aus den Annalen des Götterzeitalters. Nun ich sehe den Zusammenhang vor allem in der Erwähnung der Prismen. Diese gottgewollte Erschwernis der Analyse dieser Prismen sehe ich als eine Art Prüfung für uns. Der, der es dennoch schafft hinter dieses Geheimnis zu kommen erlangt bestimmt zu immenser Weisheit und Wissen. Dank deiner Hilfe habe ich nun zumindest einen Anhaltspunkt, an dem ich für meine weiteren Studien ansetzen kann. Wenn du doch nur wüsstest, woher genau dieses Wissen stammen mag."


    Hesiana wird durch den ankommenden Wirt unterbrochen, bedankt sich bei ihm und greift sich den Kurier. Als sie die Überschrift liest, wölbt sie überrascht die Augenbrauen und reicht Fafnir die Zeitung. "Schau dir das an. Ob das die wichtige Angelegenheit ist, von der Ihre Ehrwürdige Exzellenz Haldana von Ilmenstein redete?"

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