El Ché Teste

  • Isidia & Nof're:


    Mit einem letzten Ruck bleibt das Schiff stehen, als es - gezogen von den Hafenhelfern - gegen die Kaimauer stößt. Danach ist das mittlerweile schon vertraute Schwanken verschwunden und das Schiff wirkt schon fast wie fester Boden, wenn nicht der Maat ständig seine Matrosen auf Deck herumjagen würde, was zu weiteren, leichten, Schauklern führt.
    Ihr habt in einer besseren Gegend angelegt, wenn man auch nur einen Teil dieses Hafens als "besser" bezeichnen kann. Nun, da werdet ihr nun hindurch müssen, leider hattet ihr ja bis jetzt auch noch keine Möglichkeit jemandem von eurer Ankunft zu berichten oder sie gar anzukündigen. Nachdem die Matrosen alles vertäut zu haben scheint, berichtet euch der Junge des Kapitäns, dass ihr nun das Schiff verlassen könnt oder darauf warten könnt, dass die Waren entladen seien und wartet nun, leicht geduckt und jederzeit zur Flucht bereit, auf eure Antwort.

    Eigene Witze sind immernoch die besten!

  • Khefu Hafen


    Während Kweli ihre Herrin unter Deck, in der einzigen Kajüte des kleinen Schiffes aus ihrem Mohnschlaf erweckt und anzukleiden beginnt, atmet Camilla an Deck erleichtert auf. Endlich zuhause! An die unsagbare Schwüle hat sich die ältliche, horasische Haus- und Hofdame der uralten Familie Tethe seit Jahren gewöhnt. Doch für wohltuende Muße ist jetzt keine Zeit mehr. Mit herrischen Gesten und Aufforderungen schickt sie einen jungen Kemi zum wohlbekannten Palast ihrer Herrin, damit die Haussänfte aus Zedernholz und Schilfrohr rechtzeitig eintrifft, bis Nof´Re gänzlich erwacht ist. Sogleich werden auch vier, fünf Utulu-Träger in der für ungeübte Ohren völlig unverständlichen Landessprache angewiesen, die Schrankkoffer, Koffer und Taschen der Herrin und ihrer Diener in den Palast zu bringen. Eine Begleitung wäre zwar gänzlich unnötig, schließlich befindet man sich auf der Inselstadt und im Káhet. Im Norden war Nof´Re Tethe ´nur´ eine Magierin, Künstlerin und die Diplomatin irgendeines unbedeutenden Königreiches im Süden. Hier war sie Herrin und Vertraute der Gottherrscherin, der stummen Nisut Peri III. Niemand würde es wagen, sein Leben und seine Seele wegen eines Diebstahls aufs Spiel zu setzen. Dennoch begleitet der Tulamide Yussuf die Arbeiter. Im Norden hatte er als Kutscher fungiert, seine Dienste als Leibwächter sind nie benötigt worden. Hier aber würde er mit dem Mittelreicher Ungolf wieder als Wache des Tetheschen Palastes dienen - und er tat es gern und voller Stolz. In Mittel- und Horasreich hatte Yussuf immer den Eindruck einen stummen Griesgrams gemacht; doch lag dies einfach daran, daß er die Sprachen nicht spricht, hier aber blüht er auf und beginnt auf Gatamo sofort die Arbeiter nach allen Neuigkeiten auszufragen, die er im letzten Jahr verpaßt hatte. Auch bändelt er gleich mit einer der Trägerinnen an, er ist halt ein Schwerenöter...


    Camilla streicht sich über die Gewänder, die sie nun wieder trägt, eine einfache kurze Schürze, ein helles Brusttuch und die Haube einer hohen Bediensteten. Endlich zuhause! Hier würde sie endlich wieder den drittwichtigsten Haushalt des Smaragd des Süden führen! Hier endlich würde sie wieder gebraucht werden!


    So schaut sie den niederen Dienern nach, die das Gepäck verbringen.


    Derweil unter Deck
    Die junge Utulu Kweli öffnet die madige Tür zur Kapitänskajüte. Re-Boron, steht uns bei!, hatte sie in Brabak gefleht, als nur dieser halbe Lastkahn in dieser Woche nach Khefu aufbrach. Fast hätte ihre Herrin gefragt, ob man nicht eine Woche länger beim König von Brabak bleiben könne.
    Der schmierige Kapitan hatte zumindest seine Kajüte sofort zur Verfügung gestellt im Angesicht der Person, die diese beanspruchte. Dafür hatte er sich aber auch einiges Gold zeigen lassen.
    Die Leibzofe betritt also die Kabine, in der Hand eine Schale lauwarmen Weines, in den genau diejenige Mischung aus Kräutern und Kristallen gemischt ist, welche die géseret zum Aufwachen benötigt. Wie stets verharrt Kweli einen Moment vor der schlafenden Nof´Re in stiller Bewunderung ihrer Schönheit und mit Stolz, dieser Herrin dienen zu dürfen. Da liegt sie; das Haar in der hölzerne Formpresse, den Körper fest eingewickelt in die weichen, nach Salben durftenden Leinentücher, das dunkle Gesicht unter der Maske weißer Crèmes verborgen.


    Die Magierrobe und all die nordländischen Gewänder sind längst schon verpackt und auf dem Weg in den Palast. Denn hier, daheim, würde Nof´Re all das Theater der faszinierenden Exotin lassen. Hier tragen - abgesehen von den unzähligen Borongeweihten in ihren schwarzen Roben und den unverbesserlichen, ehemaligen Besatzern in ihren verschwitzten Kleidern, deren Gestank sie mit teuren Wässerchen duftend zu machen versuchen - alle die gleiche Kleidung; so zumindest würde es die nordländischen Barbaren sehen. Und auf den ersten Blick träfe dies auch zu. Ein jeder trägt die hellen Schürzen, die die Beine und Oberkörper freilassen, während nur die Frauen schmale Brusttücher tragen. Doch zwischen einem niederen und einem hohen Diener bestehen große und festdefinierte Unterschiede. Denn nur die hohen Diener werden von ihrer Herrschaft den Kopfbedeckungen ihres Standes oder weiteren Umhängen aus hellem Stoff ausgestattet. Und nur jene Herrschaft, zu der selbstredend jeder einzelne Re-Priester gehört, trägt einfache, offene Strohsandalen, welche die Handwerker für sie binden, selbst aber nicht tragen dürfen. Und nur die dummen Nordländern tragen festes Schuhwerk, in denen ihre Füße genauso stinken wie ihre Achseln.


    So legt Kweli die einfachen Leinengewänder zurecht und den Streifenkragen aus Gold, Silber und Kupfer heraus, den wiederum nur die höheren Priester und Angehörigen der Alten Familien tragen dürfen, und beginnt die Gesichtspaste vorsichtig abzuwischen. So löst sie auch die ersten Tücher um den Körper, um erst dann Nof´Re zu wecken. Nach einer Weile öffnet diese müde die grünen Augen, woraufhin Kweli ihren Kopf soweit anhebt, wie die Haarpresse es zuläßt, und flößt ihr das Weingemisch ein. Während die Leibzofe nun die Zwingen löst, bewirkt der Trank, daß die Hofmagierin aus ihrem zweitägigen Schlaf erwacht.
    Als dieser seine Wirkung soweit getan hat, richtet sie ihre Herrin auf, ´entkleidet´ den unsagbar schlanken Körper vollends aus den ebenhölzern durftenden Tüchern und beginnt Nof´Re einzukleiden. Kemsche Gewänder, kemsche Strohsandalen und der Herrinnenkragen bilden nun einen ungeheuren Kontrast zu dem Bild, daß die Diplomatin im letzten Jahr geboten hat. Doch ihre Schönheit und Eleganz, die lotgerade Haltung ihres hohen, über 190 Halbfinger großen Körpers, die Bewegung ihrer göttingesegneten, unfaßbar zartgliedrigen Hände, die Ausdrucksstärke ihres schmalen Gesichts, ihrer grünen Augen, all dies blüht gleichsam um ein vielfaches in dieser ´schlichten´ Kleidung auf. Verstärkt wird dieser Einduck zudem von den uralten, erst vor wenigen Jahren wiederentdeckten kemschen Augenzeichnungen. Nof´Re steht aufgrund ihres Ranges eine doppelte Augenlinie zu, die ihre Leibdiener aus einer geheimen Mixtur gekonnt aufbringt.
    Zuletzt flechtet Kweli das modsilberne Diadem in die bodenlangen, schwarzen Haare mit den grauen Strähnen. Und wie stets, wie jeden Morgen ist die Utulu beim unausweichlich folgenden Schauspiel erneut überzeugt, daß Nof´Re die Macht Re-Borons hold ist. Als der letzte hauchdünne Faden ins Haar gewebt ist, taucht sich der gesamte Körper der Herrin in leuchtend-blaues Licht. Das Haar baut sich von selbst zu genau der Frisur auf, die zu den Gewändern paßt, welche gerade getragen werden. Zudem lösen sich aus den Kleidern stets auch die kleinsten Staubkörner und Verschmutzungen, sogar kleine Risse oder ähnliches verschwinden wie von Gotteshand.


    An Deck


    So angetan, seit einem Jahr zum ersten Mal wieder ohne die helle Schminke, die ihre dunkle Hautfarbe, aber auch die kleinen Fältchen des Gesichtes überdeckt hatte, verläßt die géseret Nof´Re Tethe die Kajüte und tritt an Deck.


    Dort atmet sie die schwülheiße Luft des jahreszeitenlosen Káhet tief ein. Daheim! Den Kapitan läßt sie von Camilla entgüten und wendet sich selbst ihrer ´Entdeckung´ zu, der begabten, jungen Gauklerin aus dem Norden, mit der sie seit zwei, drei Monden gemeinsam gereist ist und das ein oder andere Abenteuer erlebt hat, und spricht sie in ihrer dunklen, weichen Stimme auf Garethi an:


    "Re-Boron soll dich segnen, liebe Isida. Schau den Smaragd des Südens! Er mag in deinen Augen noch nicht so funkeln, wie du es vielleicht erwartest hast, aber sein Strahlen wirst du erkennen."


    Dabei weist ihre rechte Hand in einer umfassenden Geste über die Stadt im singenden, farbenprächtigen Dschungel, den gelben Strom, die Inselstadt mit den Palästen, Alt-Khefu mit seinem riesigen alten Re-Boron-Tempelareal, dem nahen winzigen Praiostempel, die weitenfernten Hütten der Ärmsten, die näheren der Echsenmenschen, den schwimmenden Markt mit seinen Schilfbooten, ... eben über den im heißen Licht der Boronscheibe strahlenden Smaragd des Südens, während die linke den grünenenden Magierstab hält.

  • Nun war es also so weit. Das Ziel ihrer langen Reise wäre nicht mehr fern und auch wenn sie als Gauklerin viel umherreiste, so war dies doch etwas, was sie ansonsten nie im Leben gesehen hätte. Alleine der Gedanke daran auch anderen von all den Erlebnissen, die hier sicher warten würden, zu erzählen lässt Isida sich innerlich wie ein Kind freuen. Etwas was aber ohnehin zu ihrem Wesen gehört. Ebenso wie auch eine gewisse Ehrfurcht vor dem was nun kommen würde, denn solche Echsen konnte sie sich kaum vorstellen und etwas Furcht machten sie ihr dann auch.


    Aber glücklicherweise war sie ja in der richtigen Gesellschaft. Auch einmal auf der anderen Seite und nicht mit der Perspektive immer buckeln zu müssen und sich herumschubsen zu lassen, wie es dem fahrenden Volk meistens so ging. Erhaben war ihre Position natürlich keinesfalls, denn sie war ja nur Anhang, aber dennoch ist es natürlich eine große Ehre solch bedeutende Personen begleiten zu dürfen.


    Und eine noch größere Ehre wäre es gar vor ihnen aufzutreten. So wie es nun bald anstünde und wofür sie die letzten Wochen und Monate auch schon geübt hat. Ein guter Auftritt galt noch viel mehr als alles andere unter Gauklern und den wollte sie darbieten. So haben alle, die an Deck waren oder sie bei den Landgängen mal beobachtet haben vielleicht schon einen etwas genaueren Eindruck was schlussendlich zu erwarten ist. Etwas was Isidas normalen Auftritten nur wenig entspricht, denn sie war Jahrmarktskämpferin und nur sekundär auch in der Akrobatik bewandert. Glücklicherweise ließen sich aber ein paar Dinge verbinden und ein trainierter Körper sowie generell ein Talent sich zu bewegen machten zusammen mit genügend Zeit einiges möglich.


    So fand man sie des öfteren dabei wie sie gewisse Muskelgruppen trainierte, was meist eher während der Schiffspassagen geschah - Das Schwanken des Schiffes war zwar kein großes Problem für sie, aber dabei auch noch Sprünge zu vollführen war doch extrem schwierig -, während an Land dann eben eher diese, sowie die ganze Choreographie anstanden. Es sollte perfekt werden. Zumindest soweit wie sie dies in dieser Zeit erreichen könnte.


    Das Klima macht die ganze Sache aber nicht gerade leichter. Sengende Hitze war ihr schon bekannt von einem kurzen Ausflug in die Tulamidenlande und auch Almada war in den Sommern sehr heiß, aber je weiter sie gen Praios kamen, desto mehr musste auch Isida erkennen, dass dies etwas ganz anderes ist. Die Kleidung klebt schnell am Körper, das Atmen fällt schwer ob der großen Luftfeuchtigkeit und sofern man nicht unbedingt auf See unterwegs ist, lernt man auch eine nicht unbedingt angenehme Fauna kennen.


    Schnell wandern daher auch ihre Gewandungen, wie das weiße Rüschenhemd mit Glöckchenbesatz in den Rucksack, ebenso wie die lederne Hose. Ersteres ist schnell nass, während letzteres einfach unerträglich auf der Haut ist. Zumindest sobald man nach wenigen Minuten so stark schwitzt, dass die Schwüle außerhalb angenehmer, als die unter dem Leder ist.


    So trägt sie schon seit einigen Tagen das, was sie ansonsten für ihre Auftritte benötigt, wenn sie eben weiter im Süden unterwegs sind. Zwar nicht ganz das was in dieser Gegend getragen wird, aber relativ nah daran, denn Brust und Scham sind ebenfalls fast das einzige was verdeckt wird. Brustschalen und ein kurzes Höschen aus Leder mögen zwar noch immer nicht das ideale Material sein, aber besser als das andere ist es auf jeden Fall. Für ihre Kämpfe war es ideal, da zumindest ein kleiner Schutz vor Schlägen auf die Brust vorhanden war und das kurze Höschen beim Ringen wenig Chancen gab, sie zu ergreifen. Nun ja. Ein ebenso wichtiger Grund dieser Kombination war wohl, dass sie viel nackte Haut zeigte, was in den richtigen Gegenden das Geschäft auch anzukurbeln weiß, wie ihr die anderen ihrer Truppe geraten hatten und wie sie bei der Umsetzung dann auch merkte. Jetzt war es zumindest ganz praktisch das eben eher weniger vom Körper bedeckt war. Bis auf Insektenstiche.


    So kommt man dann auch ob der –mangelnden- Kleidung nicht umhin ein genaues Bild über ihren Körper zu bekommen. Mit knapp über 9 Spann ist sie zwar relativ groß, aber keinesfalls auffällig. Das wird sie hier eher sein, da ihre Züge verraten, dass sie aus dem Mittelreich stammt, auch wenn die Haut sich in den letzten Monaten unter der Sonne nun auch deutlich brauner gefärbt hat. Dennoch kein Vergleich mit den Einwohnern dieser Region. Schwarzes Haar, meist und auch momentan zum Pferdeschwanz gebunden, fällt etwas über die Schultern bis auf den Rücken und braune Augen lugen aufmerksam umher. Nur etwas scheu gesellt sich noch hinzu, wenn Unbekanntes oder einfach Herausragendes auftaucht.


    Die Gesichtszüge wirken noch erstaunlich Mädchenhaft, was ihr Wesen noch unterstreicht und wäre ihr Körper nicht schon ansehnlich weiblich gerundet, so würde man sie wohl noch jünger einschätzen, als man es ohnehin schon tut. Irgendwie süß wirkt sie einfach.


    Ein Eindruck von dem sie oft profitiert, denn so manch einer unterschätzt sie deshalb. Dabei sieht man es ihr durchaus an, dass sie sehr athletisch ist. Geschmeidige, wenn auch nicht riesige, Muskeln spielen in Armen und Beinen, wenn sie sich bewegt und zeichnen sich am Bauch leicht ab. Zusammen mit den geschmeidigen Bewegungen eine durchaus ansehnliche Erscheinung. Zumindest wenn man diesen Typ Frau mag.


    Als nun das Ufer sichtbar wird, kehrt auch sofort die Spannung und Neugier bei Isida wieder zurück und auch wenn sie in der Tat mehr erwartet hatte, so mag sie auch vor den Worten von Nof’Re sich schon ausmalen, dass da noch vieles sein kann. Alleine das man hier lebt findet sie schon erstaunlich und so etwas wie den Dschungel kennt sie ja auch nur aus Erzählungen.


    Als Nof’Re dann zu ihr tritt, kann sie zumindest nicht mehr die Anstrengungen der letzten Tage und Wochen bei Isida erkennen, so voller Tatendurst ist sie. Bei den Worten nickt sie dann auch in freudiger Erwartung. „Ich bin schon so gespannt euer Exzellenz“, antwortet sie und nimmt sich aber auch erst einmal Zeit Nof’Re zu bewundern. So hatte sie sie noch nie gesehen und ohnehin war sie ja eine Augenweide. Selber sah sie zwar keinesfalls schlecht aus, aber würde sich auch nie in die Nähe von Frauen wie Nof’Re -oder auch Celtara, mit der sie im Horasreich zusammen reisten- stellen.


    „Ich hab es ja immer nur in den Geschichten gehört...“ beginnt sie dann und erzählt ein paar Teile aus abenteuerlichen Sagen über den Dschungel, die sicherlich jeden der diesen genauer kennt schmunzeln lassen. Eine der üblichen Mischungen, die sich beim Weitertragen von Informationen ergibt. Wenn selbst eine etwas größere Bachforelle im nächsten Dorf fast so groß wie ein Pottwal ist.


    „... aber so ist es ja doch noch etwas ganz anderes!“, schließt sie dann aber auch. „Wo ist denn euer Heim?“ fragt sie dann aber schon bald nach und ihr fällt es schwer nicht den Dienern und anderen gleich nachzulaufen, die entweder schon unterwegs sind, oder noch instruiert werden.

  • Und so tritt auch ein Schmunzeln in die Augen Nof´Res, als Isida in schillernden Farben die romantischen Harmonien des Dschungellebens beschreibt, denen selbst die geschilderten gruseligen Schrecken nichts anhaben können. Daß dies mit dem harten Überlebenskampf, der unzählige Meilen weit täglich um die Stadt herum herrscht, natürlich nichts gemein hat, weiß die Magierin sehr wohl, doch auch nur aus Geschichten. Ihre einzige Dschungelreise liegt Jahre zurück, als sie einen wichtigen Handelszug in den Norden begleiten mußte.


    Doch wie dem auch sei, sie würde der jungen Frau die Geschichten lassen; diese werden sich ganz von selbst an die Realität anpassen. Daß Nof´Re tatsächlich amüsiert ist, kann man ob des neuen Aussehens auch wirklich ihren Augen ablesen, da sich die kleinen Fältchen in den Winkel vertiefen. Isida mag dies beinahe als Gefühlsexplosion im Vergleich zu den letzten Monden ansehen; und tatsächlich: Mehr als diese feinen Nuance des Mienenspiels wird man nie bei ihr sehen.


    "Deine ungeduldige Erwartung freut mich sehr. Sieh, dort!"


    Die grazile Hand weist nach Westen, den Fluß hinab, am Ufer der Palaststadt mitten im Astarôth entlang, auf hellbraune, einfach scheinende Lehmmauern, die ein recht großes Areal eingrenzen, welches die gesamte Spitze der Insel umfaßt. Und in Nof´Res Stimme legt sich dunkles Timbre, als sie das Wort erneut ergreift, um etwas in Worte zu fassen, das nur wie ein zweigeschoßiges, einfaches, wenn auch sehr großes Lehmhaus aussieht, das mehr als zur Hälfte auf Holzpfählen in den schlammigen Fluten steht.


    "Dort, der Palast unserer Familie. Nein, nicht die Paläste aus Stein. Dort, das Gebäude auf den Pfählen. Und dorthin werden wir nun gehen!"


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    Derweil erreicht, von eben dort kommend, eine schlicht wirkende, offene Sänfte den Hafen. Getragen von zwei muskulösen, großen Utulu schwebt das Gestell aus Zedernholz und Schilfgeflecht mit Strohdach leicht wippend heran, während eine junge Kemi einen riesigen Federwedel hinterherträgt. Am anderen Ufer, zwischen den Schilfbooten haben sich einige Schaulustige versammelt. Die Unterschiede zwischen den Menschen hier und dort ist erst auf den zweiten Blick sehr groß. Ihre Schurze sind dreckig und löchrig, ihre Köpfe unbedeckt. Auf den ersten Blick aber strahlen sie den gleichen Stolz aus wie die Arbeiter am ´Hafen´ der Inselstadt. Man scheint ein stolzes Volk zu sein - oder auch mehrere, denn neben den vielen Kemi, finden sich dunkelbraune ´Moha´, schwarze Utulu, hellerhäutige Nordländer, hellbraune Novadi und Tulamiden ... und nun könnte Isida auch schon ihren ersten Echsenmenschen aus der Ferne sehen, der ebenso wie die Menschen neugierig die Rückkehr irgendeiner Frau aus den Alten Familien aus starren Augen betrachtet. Sobald das nächste schilferne Fährschiff von der Inselstadt nach Alt-Khefu übersetzt, wird sich die Kunde der Rückkehr der Hofmagierin verbreitet haben.
    Doch auf am dieseitigen Ufer haben sich etliche Leute versammelt, Diener zumeist, aber auch ein Schreiber, der mit dem Kapitan nun über die Frachtabschreibung verhandelt, zwei, drei Borongeweihte, die stumm Ihrer Exzellenz Respekt zollen, und eine unglaublich dicke, puterrote Frau in weitem Reifrock, die in einer Sänfte vorbeigetragen wird und unaufhörlich damit beschäftigt scheint, sich mit einem Fächer den letzten Atemzug ihres Lebens zu verschaffen.


    Camilla, die Haus- und Hofdame Ihrer Exzellenz, zieht milde lächelnd eine Augenbraue hoch, offenbar kennt sie die fette Frau und hat keine gute Meinung von ihr. Doch sofort besinnt sie sich wieder auf ihre Aufgaben, nämlich mit eiserner Miene exakt abgezählte Ch'rysk'ls und Trümmer an die Träger zu verteilen, die kurz nach Eintreffen der Sänfte ebenfalls gerade wiederkehren.


    Aus dem Unterdeck kommt nun auch Kweli heraus und grüßt Isida kurz, aber sehr freundlich. "Gefallen es dir?"


    Währenddessen haben die beiden schwarzen Sänftenträger ihre kleine Last abgestellt, warten, bis ihre Herrin Platz genommen. Sie haben keine Mühe, die große Frau auf ihre Schultern zu heben und sich langsam in Richtung Palast aufzumachen. Das Kemimädchen geht derweil nebenher und wedelt ihr Luft zu, dabei aber keineswegs unterwürfig auftretend, sondern im Gegenteil sehr freudig und munter etwas zu erzählen, dem Nof´Re auch aufmerksam zuhört, verständlich aber nur für Kenner.


    Der Weg führt über die Insel, vorbei an horasischen Palazzi und mittelreichischen Wehrbauten, sogar ein tulamidisches Kuppeltürmchen ist zu sehen. An ´einfachen´ Lehmbauten findet sich nach jahrhunderten der Besatzung nur noch wenig, da sich selbst die Alte Familie Pâestumai eine Art Sommerschloß auf die Insel haben bauen lassen, obwohl ihre Residenz in Alt-Khefu der Stammsitz ist. Aber Besatzer sind eben Herren, denen man entgegenkommen sollte, wenn man sich über Wasser halten will.

  • Auch wenn es die Sicht kaum verbessert, so stellt sich Isida noch auf die Zehenspitzen, als ihr Blick der Hand Nof’Res folgt. In der Tat hätte sie wohl eher einen pompösen Steinbau erwartet, doch vorschnell will sie nicht urteilen. Alleine das ein Gebäude auch über dem Wasser teilweise erbaut ist, ist etwas was sie in Erstaunen versetzt, was man ihr bei solchen Dingen sofort ansieht. „Über Wasser?“ fragt sie dann auch erstaunt nach. Im Schiff konnte sie zwar auch schlafen, aber bei einem Palast fand sie das doch merkwürdig, auch wenn die Frage rein unwissend und nicht kritisch klingt.


    Ansonsten ist nun erst einmal Zeit all die verschiedenen Menschen hier staunend zu begutachten. Von den meisten Völkern hatte Isida zwar schon einmal jemanden gesehen, aber die verschiedenen Waldmenschen sah man nur extrem selten und die Echsenmenschen sind ihr erst recht unbekannt. Etwas furchtsam blickt sie so auch noch zu ihnen herüber, aber die anderen Leute scheinen ja keine Furcht vor ihnen zu haben. Dennoch würde sie vorsichtig sein!


    So betrachtet sie erst einmal die beiden Utulu Träger genauer mit fachlichem Blick, denn sie sind ja schon recht beeindruckende Erscheinungen. Wie es aber anscheinend ohnehin diesem Volk etwas im Blut liegt. Soweit sie es zumindest gerade sehen kann, im Vergleich zu den anderen Bewohnern. Vor den Geweihten des Herrn Boron zeigt sie natürlich Respekt, auch wenn sie nicht ihre bevorzugte Gottheit, sondern sogar fast schon den Gegenpart vertreten mit ihren eher wenig gezeigten Gefühlen. Die dicke Frau hingegen schaut sie mit einer gewissen Skepsis an, versucht sich das aber nicht so sehr anmerken zu lassen. Sie wäre ja sicher sehr wichtig, wenn sie auch so eine Sänfte hat.


    Als Kweli dann schließlich kommt, nickt sie mit einem fröhlichen Lächeln zu ihrer Frage. „Ohh. Ja. Es ist noch viel interessanter als in den Geschichten hier!“ bestätigt sie und seufzt einmal zufrieden, ehe sie sich dann der Karawane zum Palast anschließt. Fleißig weitere Eindrücke sammelnd. Von den Bauten, aber viel mehr noch von der Kultur, die sie so überhaupt nicht kennt.

  • Die Inselstadt selbst zeigt ein sonderbares Gemisch aus allen Stilen, vor allem aber jenen der beiden großen Kaiserreiche des Nordens. Von der eigentlichen kemschen Kultur ist hier nur wenig zu sehen, sieht man von den einheimischen Trägern und Dienern einmal ab. Und so verwundert es auch nicht, daß vor den Wehrbauten der Mittelreicher Gardisten in blinkender Rüstung und mit der Hellebarde in der Hand, die Toren bewachen, während livrierte Pagen in den wenigen Schatten vor den horasischen Palazzi stehen - beiderlei schwitzend und kaum einer Bewegung fähig, da die Diplomaten und Handelsherren der ehemaligen Besatzer noch immer versuchen, ihre Kultur nach allen Seiten zu zeigen.


    Einige Zeit folgt man der Sänfte der fetten Frau, bis diese irgendwann in einen Steinweg einbiegt, der zu einem jener Palazzi führt. Dort läßt sich die fette Dame bis an die Stufen des Hauses tragen, wo sie gleichsam den Eindruck macht, aus der Sänfte rollen zu müssen, um diese zu verlassen.


    Camilla schüttelt nur den Kopf über das Verhalten ihrer ´Landsfrau´. Mit einem Nicken weist sie Kweli auf diese lächerliche Situation hin. Und die junge Utulu kichert zu Isida hinüber: "Fette Dienerfrau kennen Cam´ija. Dienerfrau sein von Nordfrau, fett, gefährlich." Erklärend fügt Camilla hinzu: "Sie ist eine Zofe, stellt sich an wie ein Püppchen und was Kweli mit gefährlich meint, ist einfach nur, daß die einen Tag unter der Sonne nicht überleben würde." Ihrer Stimme ist die starke Abneigung gegen den Hochmut und die Uneinsichtigkeit ihrer Landsfrau zu entnehmen.


    Nach eine Weile aber erreicht man endlich eine übermannshohe, hellbraune Lehmmauer, an der Nordwestspitze der Palastinsel. Vom breiten Weg aus, sieht man, daß die kürzere, etwa 35 Schritt lange Mauer nach rechts zum Fluß hinunterläuft, aber noch eine Biegung macht, deren Ende vom Weg aus nicht einzusehen ist, da man der längeren Mauer folgt. Diese erstreckt sich sicher 75 Schritt weit in Flußrichtung, also etwa von Ost nach West, und endet kurz vor dem Ende der Insel.
    In der Mitte dieser Mauer befindet sich eine einfaches, aber robust wirkendes Holztor, welches zumeist offensteht, so wie auch jetzt.


    Das Mädchen neben der Sänfte Nof´Re, kaum älter sechs oder sieben dürfte sie sein, löst sich ein paar Schritt von der Gruppe. Fast hat es den Anschein, als wolle sie ungestüm vorlaufen, doch ein Räuspern der Magierin hält sich zurück. Langsam schwenkt die Gruppe in den Hof hinter dem Tor.


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    Kurze Beschreibung des Palastes:
    - Gleich rechts neben dem Tor steht das Handelshaus, welches die Außenmauer des Hofes als fensterlose Rückwand nutzt.
    - Vor den Geschäftshaus, fast in der Mitte des Hofes befindet sich das einzige Steingebäude hier, das Brunnenhaus.
    - Dem Tor gegenüber wiederum erhebt sich als einziges, zweistöckiges Haus der eigentliche Palast, dessen Außenmauern auch den einzigen äußerlichen Schmuck aufweisen: geometrische Linien, die so etwas wie einen ein Schritt hohen Sockel zeichnen.
    - Links vom Tor aus sieht man das Dienerhaus, davor zum Tor hin eine seltsame Behausung, die Schlammgrube von Schrizzz, der echsischen Baumeister der Tethes.
    - L-förmig grenzt das Herrinnenhaus an den Dienertrakt an, ist vom Tor aus aber nicht zu sehen.
    = Alle Gebäube - mit Ausnahme des Brunnenhauses sowie der Hütte der Echse, die aus Schilf errichtet ist - sind aus dem hellbraunen, gelblichen Flußlehm des Astarôth erbaut und weisen sehr dicke Mauern auf.
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    Im Hof bietet sich ein in seiner Schlichtheit eindruckvolles Bild. Recht stehen drei Männer, zwei Kemi, der eine jung, der andere älter, und ein greiser Tulamide, die Sandalen an den Füßen und die Kappen des Schreiberstandes auf dem Kopf tragen. Diesen Schreibern gegenüber steht eine Echse neben nicht weniger als sechs Menschen, darunter Yussuf neben einem Mittelreicher, einer Tulamidin, einem dicken Kemi, einem großgewachsenen Utulu und einer kleinen ´Moha´.


    Sie alle schauen auf den Boden, ihre zurückgekehrte Herrin in stiller Freude begrüßend.


    Neben dem Brunnenhaus, direkt im Blickfeld des Tores hat sich die vielköpfige Familie Tethe versammelt, wobei sicher anzunehmen ist, daß aufgrund der unangekündigten Rückkehr diese neun Kemi dort nicht alle sein werden.
    Eine große, sehr alte, weißhaarige Frau bildet den Mittelpunkt der Familie; die über 50jährige Frau links neben ihr dürfte eine Tochter, der Mann rechts ein Enkel sein, wie man aus dem hohen, schlanken Körperbau und den ähnlichen Gesichtszügen folgern kann. Neben dem etwa 35jährigen Mann allerdings steht eine kleine, kräftige Mittelreicherin, ihrem Körperbau zu folgen wohl eine ehemalige Kriegerin, die ein zweijähriges Mädchen an der Hand hält, während ein ältere Junge aufgeregt von einem Fuß auf den anderen tritt.


    Isida kann nun auch eine deutliche Ähnlichkeit zwischen diesen beiden Kindern und dem jungen Mädchen mit dem Palmwedel feststellen; zweifelsfrei sind diese drei Geschwister und die Kinder des Ehepaares.


    Hinter der Alten sieht man zwei weitere Enkel, beide jünger als ihre Geschwister. Der eine ist jünger, wirkt kaum älter als Isida, trägt aber einen ebenso stolzen Ausdruck im schönen Gesicht wie die übrige Familie. Das Alter des anderen ist eher schwierig zu bestimmen, da er neben dem schwarzen Gewand auch das geschorene Haupthaar eines einfachen Boronpriesters zeigt.


    Da Isida hinter der Sänfte läuft, sieht sie Nof´Re zu Dienern und Schreibern huldvoll nicken, während die beiden Utulu sie weitertragen und drei, vier Schritt vor der Familie absetzen. Nof´Re steigt aus, die alte Frau kommt näher, bis beide kaum einen Schritt auseinanderstehen, beide heben die Hände, die sich leicht berühren. Nur mit wenigen Worten begrüßen sie sich, wobei Isida von beiden jeweils ein Wort hören kann, daß nach Tessa klingt. Von Emotionen ist nichts zu sehen, wohl aber zu hören, wenn die beiden dunklen Stimmen ihre freudige Erregung ausdrücken. Selbiges Schauspiel wiederholt sich bei den anderen Personen, wobei die Tochter der Alten zuerst begrüßt wird, dann die übrigen. Letztere legen auch eine größere Demut in ihre Gesten als die Alte und ihre Tochter.



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    Mikeister :
    Haushalt im Palast der Familie Tethe


    Familie:
    = = Asta´Re (71, Großmutter, Handelsherrin), verheiratet mit Keburzak Al´Plâne (verstorben, Großvater, kemscher Händler)


    = Sehka (53, Tochter, Händlerin), verheiratet mit Nas´Re Pâestumai (55, nisutlicher Hofschreiber)*
    - - Sethos (35, Enkel, Brunnenbeauftragter)*, verheiratet mit Dythlinde Westfal von Ehrenstein (42, in zweiter Ehe, Kriegerin)
    - - - - Sethos d. J. (8, Urenkel)*
    - - - - Ne´Re Dela (7, Urenkelin)*
    - - - - Morlanai (2, Urenkelin)
    - - Nof´Re (32, Enkelin, (theor.) Familienoberhaupt, Hofmagierin, -künstlerin, -diplomatin)
    - - Nezaket (29, Enkel, Borongeweihter)*
    - - Om´Re (23, Enkel, Händler)*


    = Masiar (55, Sohn, Pflanzenkundler), liiert mit Mhanachfried Al´Plâne (39, Händler), die beiden leben in Alt-Khefu



    Schreiber:
    - Sulef al-Alam (62, tulamidischer 1. Schreiber)*
    - Isherak Alezar (43, kemscher 2. Schreiber)*
    - M´roth Zer´Unmar (17, kemscher 3. Schreiber)



    Diener:
    - Camilla (51, horasische Haushofdame)
    - B´Reto (49, kemscher Koch)*
    - Anhe (49, mohische Leibdienerin Asta´Res)
    - Kalwalombo (34, utulischer Leibdiener)*
    - Kweli (20, utulische Leibdienerin Nof´Res)
    - Ungolf Angbarer (35, mittelreichischer Söldner)
    - Yussuf (30, tulamidischer Söldner und Kutscher)*
    - Huka und Re-Sche (28 und 23, utulisch-mohische Sänftenträger)*
    - Riftah (21, tulamidische Putzfrau)*
    - Schrizzz (ausgewachsen, echsischer Baumeister)*


    [Ich hoffe, dieser Teil des Stammbaumes sowie die Diener reichen; die mit * versehenen könntest du einfach so benutzen, bei den anderen gäbe es noch ein paar Hintergründe, die ich schicken könnte!]
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    Plan des Palastareals:
    http://img354.imageshack.us/im…9/palastnofretethe0pr.png

    Legende:
    Türen sind mit ´offenen´ Strichen gekennzeichnet, Fensteröffnungen mit geschlossenen; innerhalb der groen Gebäude gibt es nur sehr selten Türen, damit die Luftzirkulation stetig ist.


    = Palast:
    - Neza: Unterkunft des Borongeweihten Nezaket als Hüter des sehr großen Re-Boron-Schreines im Hauptraum
    - Gast: Hier könnte ein höchstrangiger Gast in einem großen Raum untergebracht werden (z. Z. leer)


    = Herrinnenhaus:
    - A: Zwei große Räume für Asta´Re und ihre Dienerin Anhe
    - Essen: Speiseraum der Familie
    - N: Zimmerflucht Nof´Res
    - Nas: Zimmer Nas´Res (hier schläft natürlich auch seine Frau zumeist
    - S: Sehkas Raum
    - S&D: Raum von Sethos und Dythlinde
    - Kind: die drei Kleinen wohnen und schlafen hier


    = Dienerhaus:
    - B: B´Retos Küche
    - C: großer Raum Camillas, von wo aus sie den Haushalt organisiert und fast immer anzutreffen ist.
    - K&K: großer Raum für die Geschwister Kweli und Kalwalombo
    - U: Raum Ungolfs
    - Y: Raum Yussufs


    = Handelshaus (hier sind die Räume sehr, sehr groß, da sie als Wohn-, Schlaf-, Arbeits- und Lägerräume zugleich dienen):
    - 1.: 1. Schreiber Sulef (hier sind auch zumeist Asta´Re oder Sehka anzutreffen)
    - 2.: 2. Schreiber Isherak
    - 3.: 3. Schreiber M´Roth
    - Om: hier wohnt, schläft und arbeitet Om´Re


    = Br.: Das Brunnenhaus

  • Da Isida der Sinn der zur Schau gestellten Kultur der Diplomatenhäuser verschlossen bleibt, ist ein Stirnrunzeln erst einmal nur die einzige Reaktion, denn auch wenn der Anblick für sie vertrauter als die normale Umgebung hier ist, hatte sie ob der Hitze doch auch schnell umgeschwenkt.


    Das aber diese fette Frau gar eine Zofe wäre, hätte sie noch weniger vermutet. Werden hier sogar die Diener getragen und was konnte so jemand tun, wo sie doch kaum aus der Sänfte herauskam? „Sie arbeitet als Zofe?“ fragt sie noch einmal kopfschüttelnd bei dem Gedanken und wo die Worte Kwelis und Camillas schon eine Abneigung verraten, kann sie sich dem ja auch mal anschließen. Zuvor hielt sie sich lieber zurück, bevor man jemand wichtigen noch beleidigt.


    Sonst betrachtet Isida aber mehr die vollkommen unbekannte Umgebung, als sich noch viel weiter zu unterhalten und bald tritt man ja auch schon auf den Hof. Auch hier wird alles genauestens beäugt und auch wenn es prunkvolleres in anderen Ländern geben mag, findet Isida die Vielzahl der Gebäude, die Größe und die Anzahl der Diener doch schon recht beeindruckend. Für jemanden, der sonst alles selber machte und dessen einziges Dach über dem Kopf alle paar Tage ein Schlafsaal oder ein großer Wagen war, war die Perspektive schon ganz anders.


    Wo sie all die Leute sieht wird Isida aber doch auch gleich wieder nervös. Erst recht, als sie die Echse erblickt. So lugt sie auch öfters einmal in diese Richtung, auch wenn sie sich ansonsten versucht wenig anmerken zu lassen. Sie muss ohnehin erst mal die Lage sondieren. Ob die Aufstellung etwas mit ihren Aufgaben und den Häusern zu tun hat? Zumindest die Familie erkennt sie dann ja recht schnell und es ist eine große Familie. Etwas was sie selber nicht kennt in dieser Form, war doch ihre Truppe nur so etwas ähnliches.


    Gerade die Mittelländerin und die anderen, die etwas herausfallen schaut sie sich dann noch einmal genau an. Zwar sähe bei ihr ein Wiedersehen auch emotionsvoller aus, aber bei Nof’Re hatte sie sich ja schon etwas daran gewöhnen können. So hält sie sich etwas hilflos im Hintergrund in der Hoffnung, dass ihr alle vorgestellt werden und auch sonst noch der ein oder andere Wink kommen würde, damit sie nichts falsches macht.


    [Hat Nof'Re Isida schon etwas eingewiesen?]

  • [Ich sage, einfach mal: Nein, nicht sehr genau! Weil Satinav bis zum 16. eh nicht kann und wir daher genug Zeit haben]


    Auf dem Weg zum Palast


    Kweli grinst einmal und zuckt mit den Schultern, während Camilla auf Isidas Frage mit einem Kopfschütteln antwortet. "DAS möchte ich dann doch mal bezweifeln, Isida!" Dann schwenkt sie zu einem anderen Thema. "Im Palast wirst du dich an Kweli halten können. Die Herrin wird wahrscheinlich vom Palast begrüßt empfangen werden, so daß sich vielleicht erst später am Abend die Möglichkeit ergibt, dich der Familie vorzustellen." Dem fügt die junge Utulu freundlich hinzu. "Ja, Kweli zeigen Häuser und Menschen für Isida! Isida sein gut [im Sinne von ´einverstanden´]?"



    Im Hof


    Im Hof angekommen, klärt sich auch die Frage der kürzeren Mauer. Nach rechts blickend erkennt Isida, wie die Mauer in sanfter Biegung in den Hof hineinläuft, um einige Schritt neben dem Palast den Hang zum Fluß hinunterzulaufen und somit der Strömung des Astarôth weniger Angriffsfläche bietet.


    Nof´Re ist nun von ihrer Familie in Beschlag genommen und Isida scheint fürs erste vergessen.
    Aus der Schar der Diener löst sich die ältere Moha und der große Utulu, um der Familie voran ins Herrinnenhaus zu gehen, wo es wahrscheinlich in größerer Runde ein Essen oder ähnliches geben wird.


    Kweli bleibt bei der Jahrmarktskämpferin und zeigt nacheinander auf die einzelnen Menschen.
    "Anhe sein Dienerfrau von Asta´Re, Muttermutter von Herrin!" [die ältere Moha und die alte Großmutter!]
    "Kalwalombo sein Diener von Menschen! Sein Bruder von Kweli!" [Der Utulu, bei der Nennung ihres eigenen Namens faßt sie sich an die Brust!]


    Und weiter kommt sie auch gar nicht, da die Familie nun im Haus verschwindet und die Diener die beiden jungen Frauen umringen. Von den rechts stehenden Schreibern aber schaut nur der jüngste herüber und besonders aufmerksam zu Ida, während auch er sich dann den beiden älteren anschließt, die offensichtlich höheren Standes als die Diener sind und ins rechte Haus gehen, um ihrer Arbeit nachzugehen, die von der Ankunft Nof´Res unterbrochen wurde.


    Die beiden Sänftenträger lassen das Gefährt erstmal an Ort und Stelle stehen und sind als erstes bei Kweli, die sie in einer dunklen, kräftigen Sprache ungestüm begrüßen und herzen. Der mittelreichische, blonde und kräftige Mann aber geht mit einem offenen Lächeln auf Isida zu und mustert sie kurz: "Na, sei gegrüßt. Ich bin Ungolf, Wachmann hier! Und wer bist du, Kollegin?" Und mit einem weiteren Blick auf die Kleidung. "Eins aber gleich: Das schicke Amazonenröckchen wird dir auf die Zeit ziemlich hinderlich!" Dann reicht er ihr die Hand.


    Bis auf die ´nackten´, recht kleingewachsene Echse, die auch herangetreten ist und mit seiner Zunge Witterung aufzunehmen scheint, tragen hier all die gleiche Kleidung, wobei nur - abgesehen von der Familie - der griese Schreiber Strohsandalen getragen hat.

  • Hmm. Einerseits versteht Isida natürlich die Wiedersehensfreude, aber andererseits fühlt sie sich als Nof’Re mit ihrer Familie verschwindet doch etwas unbehaglich im ersten Moment. Kweli fand sie zwar auch ganz sympathisch, aber so genau kannte sie hier einfach niemanden. Aufmerksam schaut sie sich ansonsten um, lächelt kurz nickend, als Kweli Isida so auch ihren Bruder vorstellt.


    So ist es vielleicht gar nicht schlecht, dass mit Ungolf jemand der zumindest optisch einigermaßen vertraut für Isida ist zu ihr kommt und seine freundliche Art ist wohl auch das richtige für die Jahrmarktskämpferin. Freundlich lächelt sie so zurück. „Ich bin Isida. Freut mich dich kennen zu lernen. Ihre Excellenz und ich haben uns im Horasreich kennen gelernt, aber das ist eine längere Geschichte. Sie hat mich nun eingeladen hier aufzutreten und weil sie mir ihre Heimat zeigen wollte“, verkündet sie dann aber stolz und ergreift die Hand Ungolfs. Sie hat recht kräftige Hände als Ringerin und Akrobatin, wenn auch folglicherweise daher nicht sonderlich weich, sondern leicht schwielig, ob der Beanspruchung, die das mitbringt.


    Zu der weiteren Bemerkung grinst sie, aber muss erneut nicken. „Ich weiß ... beziehungsweise merke es. Aber meine anderen Sachen wären wohl noch schlimmer gewesen. Es ist aber auch warm und feucht hier!“ stimmt sie dann zu. Zumindest reibt das Leder doch etwas unangenehm, auch wenn es sicher besser war, als sich ganz in Kleidung einzuhüllen.


    Da zumindest die anderen vor der Echse ja wirklich nicht zurückschrecken ist der Punkt erst einmal wieder in den Hintergrund getreten.

  • Die Echse wird tatsächlich wie jede andere Person hier behandelt. Isida wird sich durchaus vorstellen können, daß nicht alle Menschen in Khefu Echsen als ihresgleichen behandeln, ganz einfach weil sie nicht ihresgleichen sind, aber in diesem Haushalt scheint neben der selbstverständlichen Hierarchie (wie die Trennung der drei Gruppen nahelegt) eine große Toleranz, großer Respekt für die jeweiligen Arbeiten des anderen zu herrschen.


    Während sich die übrigen Diener nun langsam um Camilla scharen, die in der Landessprache beginnt, Nachrichten einzuholen und erste Anweisungen zu geben, reagiert Ungolf mit einem kurzen Zusammenziehen der Brauen, scheint sich dann aber auf seine Menschenkenntnis zu verlassen. "Exzellenz? Hm? Ach, so, ach so! Du meinst die géseret n`nisut, tja, dann nochmal willkommen. Du bist kein hoher Gast, oder?"
    Nach ihrer Antwort: "Na, dann! Wenn du keine Wache bist, würd´ ich mich schon freuen, dir den Palast zeigen zu dürfen."


    Derweil weist Camilla auf die Gauklerin, woraufhin sich die Köpfe der anderen zu ihr wenden. In dem folgenden Satz der Haushofmeisterin hört Isida deutlich ihren Namen, wenn sie auch sonst kein Wort versteht, wobei auch so deutlich wird, daß sie gerade vorgestellt wurde. Auch Kweli nickt zu Camillas Worten. Schon im nächsten Moment kommen die Diener und begrüßen Isida.
    - Als erstes, der voluminöse, schwarzhaarige Koch. "B´Reto. Krondaro, men let?" Im Hintergrund räuspert sich Camilla, doch Ungolf springt sofort ein. "B´Reto, unser alle Speisewart, hat dich gefragt, was du gerne ißt."

  • Handlung von Nof´re:


    Gleich nach dem Begrüßungsritual geht die ganze versammelte Familie - erst Asta´re, dann Nof´re, dann Sethos und dahinter die anderen Familienmitglieder - in das Herrenhaus.
    Dort ist es gleich viel kühler und damit dies auch so bleibt wird sofort nachdem alle in den Raum eingetreten sind die Tür wieder von Kalwalombo, der sie auch schon aufgemacht hatte, geschlossen. Innen stellen sich die Familienmitglieder in einem Halbkreis um den Boronschrein auf, um in stiller Andacht Boron der Rückkehr von Nof´re zu danken. Die Laute der Stadt draußen dringen durch diese dicken Wände nicht hindurch und das erste Mal seit über sechs Monden hörst du mal wieder wirkliche Stille.

    Eigene Witze sind immernoch die besten!

  • In der Residenz


    Und Nof´Re genießt die Ruhe, atmet tief den Duft der lehmigen Wände und des Ebenholzes, aus dem der Rabe gefertigt ist. Und so kehrt die letzte Ruhe in ihr Herz.


    ~gatamo"Ich bin daheim und grüße unseren Herrn!", spricht sie leise und stolz im Kreise ihre Familie...

  • Als Borongeweihter löst Nezaket schließlich als erster die Stille und nachdem er ein kurzes Gebet gesprochen hat, löst sich der Halbkreis auf, Asta´re sagt schließlich, dass wohl ein wenig Speise nicht falsch wären und gleich öffnet Kalwalombo die Tür zum Speisezimmer, in dem ein kleinerer Bereich abgesteckt ist und ein Tisch schon gedeckt. Ihr setzt euch hin, du neben Asta´re und Sethos.
    "Nun, gibt es etwas zu erzählen?" eröffnet Asta´re das Tischgespräch, worauf sich die anderen Familienmitglieder etwas lockerer hinsetzen. Es wird wohl noch eine kurze Zeit dauern, bis es etwas zu essen gibt und du weißt auch, dass es eher eine Höflichkeit denn eine wirkliche Speise sein wird, gegessen wird später, dann wird es gewiss ein kleines Festmahl geben. Jetzt ist es Zeit, Neuigkeiten auszutauschen.
    Es ist an dir, zu antworten.

    Eigene Witze sind immernoch die besten!

  • Nof´Re läßt sich auf die flachen Schilfhocker am flachen, aber breiten Tisch aus Mohagoni nieder. Ihr ist nicht ganz klar, warum die Großmutter hier im Festsaal zur Speise gebeten hat, aber dies tut die géseret als Freude über die Rückkehr ab und beginnt, von ihrer Reise in die Länder des Nordens zu erzählen...


    Nach einer halben Stunde dann faßt sie das eben gesagte noch einmal zusammen.
    "Unser Haus könnte also Vorteile in Bezug auf den Edelsteinhandel mit der Kirche der Hesinde im Horasreich einsetzen, Tessa. Dies obliegt natürlich gänzlich dir, wobei ich von einem engen Handel als Monopol abraten würde, da derlei Kontakte mit fremden Kirchen einen schlechten Ruf innerhalb des Káhet hervorrufen könnte. Erfolgreich waren auch die Unterhandlungen mit dem Puniner Kult, in deren Verlauf zwar eine Duldung der Nisut nicht ausgeschlossen wurde; gerade letzteres ist aber wohl auf die politischen Kontakte des Káhet mit beiden Kaiserreichen zurückzuführen. Sowohl die Garether Staatskanzler, als auch unsere Vertretung in Vinsalt haben ausgewiesen, daß Kaiser und Horas die Freundschaftsverträge mit dem Káhet ratifizieren werden. Gerade im Reich der Horas ist dies durch jene Ereignisse, in die ich verwickelt gewesen bin, und die Dankbarkeit der Hesindekirche nochmals abgesichert, während ich im Raulsreich die Herzoginmutter in einem Land names Weiden für die Freundschaft mit unserem Land gewinnen konnte.


    Zuletzt wäre somit noch auf meinen Besuch bei König Mizirion zu sprechen zu kommen. Die Feinheiten der Hochzeit zwischen den Thronerben sollen in Brabak abgesprochen werden, wobei die Organisation in Händen Khefus liegt. Ich würde vorschlagen, unser Haus als Lieferanten von Holz und Edelstein zu positionieren. Doch auch dies liegt in euren Händen, Großmutter Tessa, Mutter!"

  • Während du erzählst, hört Asta´re die ganze Zeit aufmerksam und in gerader Haltung zu und zeigt nur durch kleinste Gesichtsbewegungen, was sie von dem erzählten hält. Sehka hört zwar die ganze Zeit zu, aber die gleiche Aufmerksamkeit wie Asta´re zeigt sie nur bei Dingen, die sie interessieren und in ihren Aufgabenbereich fallen. Dagegen scheinen Sethos und Dythlinde eher halbherzig interessiert und ihre Kinder scheinen sich schon nach den ersten Minuten, in denen sie noch auf eine gute Geschichte gehofft hatten, in Gedanken schon etwas anderem zugewandt zu haben, dennoch harren sie noch aus, es gilt schließlich, die tante zu begrüßen. Doch jetzt, wo du erst einmal geendet hast, erlaubt Sethos ihnen, wieder zu gehen, was sie auch sofort tun. "Das lange Sitzen mögen sie noch immer nicht so." sagt er fast entschuldigend. Asta´re wartet geduldig, bis wieder Ruhe eingekehrt ist und antwortet dann auf deine Frage, danach gibt auch Sehka noch ihre Meinung ein und schließlich gibt Nezaket noch einiges zu bedenken. So ist nun schon eine ganze Stunde vergangen und Anhe kommt mit einem kleinen Krug Sirup und einem großen Krug Wasser und Trinkschüsselchen für euch alle. Sie gießt euch ein ohne, dass ihr das Gespräch unterbrechen müsstet.
    "Du willst sicherlich morgen noch zu unserer Nisut.", setzt Nezaket schließlich an und guckt dich an. Er erwartet deine Zustimmung nur noch, um die etwas wohl wichtiges zu erzählen und die anderen Mitglieder der Familie sehen aus, als hätten sie tief Luft geholt. Was geht da vor?

    Eigene Witze sind immernoch die besten!

  • Nof´Re nickt die Entscheidungen der beiden Händlerinnen ab. Zwar ist sie aufgrund ihrer Stellung zwar nominelles Oberhaupt der Familie, doch Großmutter und Mutter führen die lange Tradition der Händler fort, so daß die Magierin sich in diese Belange überhaupt nicht einmischt - auch weil die Nachfolge der beiden durch Nof´Res jüngsten Bruder Om´Re gesichert ist, auch wenn die größere Hoffnung des seit Generationen von Frauen geführten Handelshauses in der Ausbildung der Nichte Ne´Re Dela liegt.
    Daß Nof´Re ihre Reise in spannenden Worten darlegt, war nicht zu erwarten gewesen, auch hatte sie die verstörenden Ereignisse in Weiden und auf den Zyklopeninseln nur angerissen und nicht ausgeführt, da sie dies weder für die Ohren der Alten, noc hder der Jüngernen für geeignet hält.


    Als dann aber Nezaket die Frage nach Amte der géseret n´Nisut stellt, ist sie ein wenig überrascht, ohne daß man ihr dies ansehen würde. "Ja, Bruder!", ist auch ihr einziger Kommentar, in Erwartung dessen, was der Geweihte nun zu sagen hat. Die Stimmung der Familie aber ist Nof´Re keineswegs entgangen, schließlich gehört solcherlei zu ihren ureigensten Aufmerksamkeiten.

  • "Nun, die Nisut will schon länger eine wissenschaftliche Expedition von größter Bedeutung in den Urwald schicken. Sie möchte, soweit ich den Worten Wádsh´nehems trauen kann, dich mit auf diesen Zug schicken, weil sie den Wissenschaftlern nicht traut. Wahrscheinlich ob der Wichtigkeit nicht trauen kann.", er fährt fort: "Sie wollte dich eigentlich schon vor zwei Monden losgeschickt haben. Sie", Nezaket wird bei diesen Worten sehr vorsichtig, "ist sehr begeistert von ihrer Idee. Sehr begeistert, so jedenfalls sagt Wádsh."
    "Das heißt, dass du uns schon sehr bald wieder verlassen musst.", sagt Sehka mit leichter Traurigkeit in der Stimme.

    Eigene Witze sind immernoch die besten!

  • Nof´Re zieht die Augenbraue um ein winziges nach oben. Der Idee einer Expedition in den Dschungel kann sie rein gar nichts abgewinnen, doch sie würde sich den Wünschen der Gottherrscherin ohne Zögern beugen. Hingegen wünscht sie nun einer Erklärung über die Art der Vermittlung durch Nezaket. Ihr scheint mehr dahinterzustecken!


    "Du sprichst weniger durch deine Worte als durch deinen Blick von den Zweifeln, die dich plagen, Neza!", lautet ihre indirekte Aufforderung, die Sachverhalte deutlicher zu formulieren.





    [OT: Wer ist Wádsh?]

  • "Nun, es erscheint mir nicht sehr sinnig, soviel Aufwand zu treiben, schließlich soll dieser Zug nicht eine wichtige magische Erscheinung erkunden, sondern nur eine Sorte Viehzeug prüfen, ob diese dem Klima hierzulande gewachsen ist. Es muss entweder mehr dahinter stecken - dass hieße, die Nisut würde dies als großes Geheimnis hüten - oder einer der Berater der Nisut hatte einen schlechten Einfall. Merkwürdig ist allerdings auch, dass ich diese Informationen schon erhalten habe, Wádsh würde nie eine Information weitergeben, wenn er denkt, dass die Nisut dies nicht wünschte, also muss ich davon ausgehen, dass ich gezielt informiert worden bin. Oder dass diese Information als nicht besonders wichtig angesehen wird. Als ich Wádsh dazu befragte, sagte er bloß, es wäre sicher gut, wenn ich dich schon vorab informieren würde, damit du schon eine Vorstellung hast, wenn du auf dem rechten Wege davon erfährst. Außerdem wolle er sicher gehen, dass diese Nachricht dich schnellstmöglich erreiche."



    [OT: Wádsh ist ein mit Nezaket befreundeter Borongeweihter, jedoch ein wenig näher der Nisut]

    Eigene Witze sind immernoch die besten!

  • Nof´Re denkt erst nach - natürlich tut sie dies. Sie wägt die Worte gegeneinander ab und sucht aus diesen möglichst viele Informationen zu gewinnen.


    "Eine gewisse Dringlichkeit läßt sich nicht verleugnen. Hingegen stellt sich mir die Frage nach meiner Person. Als géseret gehört es wohl kaum zu meinen Aufgaben, Studien der Fauna zu betreiben... Nun, wie dem auch sei! Irgendjemand wird etwas dabei gedacht haben..." Von dieser Aufgabe wenig angetan, schwingen in ihren letzten Worte durchaus die Konsequenzen mit, die demjenigen blühen, der diesen "schlechten Einfall" hatte, sollte er sich als ein solcher entpuppen. Im Tempelareal stand schon die ein oder anderer besonders schöne Pflanze, die einmal ein unvorsichtiger Spion oder intriganter Hofschreiber gewesen war. Nun, ja, Nof´Re hatte ihre eigenen Methoden, sich solcher Dinge anzunehmen, denn die übliche Krokodilsfütterung hatte einen Nachteil: Sie war endgültig!


    "Gut, dann werde ich morgen früh in den he n´Nisut zurückkehren. Unsere göttliche Königin wird mir ihre Befehle antragen. Ich selbst habe nun ja auch einiges zu berichten." Gerade als Nof´Re zu einem anderen Thema kommen möchte, scheint ihr noch eine andere Frage einzufallen. "Um welche Tiere handelt es sich denn?"