Längst nicht vergessen

Orkenspalter Downloads - Rezensionswettbewerb
Derzeit läuft ein Rezensionswettbewerb bis Ende Mai. Zu gewinnen gibt es eine Hardcover-Vollfarb-Variante des "Großen Orkenspalter Kochbuchs Band II". Details gibt es hier. Wer nicht weiß, was er bewerten soll: im Download-Bereich sind rechts Infoboxen, was zuletzt bewertet wurde, aber auch wo noch Rezensionen fehlen!
  • Kühl ist der frühe Abend des 29. Peraine im weidener Frühling. Leichte Winde lassen das frische grüne Laub in den Bäumen rascheln, und lange Gräser sich wiegen. Die vergehende Praiosscheibe taucht den Horizont in diffuses Orange, durchzogen von violetten und dunkelroten Wolken. Über dem Dorf sind schon einige Sterne zu erkennen, nicht mehr lange, und es wird dunkel sein. Zwitschernde Vöglein schweben dicht über den Feldern, auf der Suche nach Saatgut und Käfern, oder sitzen in Bäumen und auf strohgedeckten Häuserdächern. Orangenes Zwielicht taucht das kleine Dorf Mühlbach in warmen dunkelkupfernen Glanz, irgendwo muhen einige Rinder.


    Auf den Straßen des vielleicht 200 Seelen zählenden Dorfes spielen einige kleine Kinder, auf den Feldern nah und fern Wandeln gestalten die ihre Saat ausstreuen, um welche die Krähen sogleich zu zanken beginnen. In der Mitte des Dorfes stehen Fuhrwerke auf dem Platz, zu welchem die Hauptstraße dort wird. Dort steht auch das wohl größte und dominanteste Gebäude dieses Örtchens, das Gasthaus „Weidengrund“. Es ist zwar nicht gerade das luxuriöseste Haus, aber die Küche ist solide, die Zimmer rustikal aber sauber. Ihm gegenüber steht ein sehr längliches Haus, der Krämerladen, welcher durch seine Länge ebenfalls ins Auge sticht, wenn schon nicht durch seine Höhe.


    Das ganze Dorf strahlt ruhe und Idylle aus, so wie der alte Hotzenploz auf einem Stuhl vor seinem Haus in der Sonne sitzt, eine junge Maid mit braunen Haaren, die unbekümmert bei der Mühle am Bach ihre Haare wäscht, und den Kindern die auf dem Platz und zwischen den Fuhrwerken Fangen spielen. Selbst das schlagen des Schmiedehammers auf dem Amboss scheint das Ambiente eher zu untermalen denn zu stören.


    Lediglich im südosten des Dorfes steht ein Monument der Verwahrlosung. Ein einzelnes Haus, nicht besonders groß, doch die Fenster sind vernagelt. Löcher sind in das Strohdachgerissen und Lehmputz ist aus dem Wänden gebröckelt ohne geflickt zu werden. Die Türe steht weit auf, innen ist es dunkel wie in einem Schlund. Große Äxte und Hämmer stehen an der Wand direkt neben der Tür, doch kein Mensch ist dort zu sehen, während überall sonst hier und da jemand zwischen den Häusern umhergeht.


    Die Reichsstraße wäre sicherlich schneller zu bereisen gewesen, doch wäre man nicht auf einen so schönen flecken Erde getroffen. Die halbwegs intakt gehaltene Straße macht das Reisen auch nicht unangenehm. Dies ist einer der vielen Wege der Viehtrecks die durch Weiden reisen, und zugleich eine beliebte Strecke, ist doch bisher nur Gutes und Angenehmes über die Dörfer auf der Straße, deren Gastfreundschaft und Bewohner zu hören. So entscheiden sich auch viele Durchreisende gern dazu, ihren Marsch früher zu beenden und mit den Dörflern zu schwatzen und es sich gut gehen zu lassen.


    [Es steht euch frei bereits früher im Dorf angekommen zu sein, oder auch erst einzureisen. Das Umland ist von Feldern mit Scheunen, Bauernhöfen und Weideland durchzogen, nur im Nordosten gibt es einen größeren Wald, der sich weiter zu erstrecken scheint, und in weiter ferne wohl auch links wie rechts das Dorf umarmt. Es ist ungefähr 18:30]


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  • Auf der Straße, etwas über eine Meile ostwärts von Mühlbach


    Kaum zu übersehen trottet der Kriegsmann des Weges daher – gemeinhin das Idealbild eines rondrianischen Kriegers: Stark, groß, breitschultrig. Wo man aber jetzt das kurze hellblonde Haar so vieler stilisierter Recken auf Bildern und aus Erzählungen kennt, da wird man enttäuscht. Schwarze, lange Haare fallen in leichten Locken ungebunden über die breiten Schultern herab und enden kurz unter den Schulterblättern. Derzeit scheinen sie zwar sauber, aber nicht sonderlich gepflegt. Der Recke war offenbar schon länger unterwegs und hatte nur ab und an mal ein Bad genommen. Auch die Augen entsprechen eher dem landestypischen Durchschnitt denn den Rodrastandbildern aus den Tempeln: Braun und lebhaft funkeln sie in der Gegend umher. Das dazugehörige Gesicht ist breit, offen und freundlich, noch verunziert keine (sichtbare) Narbe die leicht vom Ritt geröteten Wangen. Oftmals sieht man die Mundwinkel sich leicht zu einem leisen Grinsen verziehen. Lauthals lachen kommt eher selten vor, doch dann füllt das laute, volltönenden Stimmorgan mitunter auch mehrere Minuten die Umgebung bis der Krieger sich wieder beherrschen kann. Blickt man vom Gesicht an abwärts, so bleiben des öfteren Männer wie Frauen gleichermaßen an starken Schultern und Oberarmen hängen – die einen aus Neid, die anderen mit rahjagefälligen Gedanken. Vor allem dann, wenn man den Krieger beim Baden überrascht oder in anderen Situationen ungerüstet erblickt. Dann jedoch erblickt man auf dem Rücken auch eine große, hässlich schwarz ausgefranste Narbe von doppelter Handlänge in Rippenhöhe. Was immer auch da am Werk war, ein normales Schwert jedenfalls nicht….
    Wie auch der Rest des Körpers sind die Beine durchtrainiert, jedoch üblicherweise hinter weichem, leichten Leder verborgen. Anhand der schweren Stiefel kann man jedoch erahnen, welche Größe die dazugehörigen Füße haben müssen und beneidet den Schuster, der es gewiss bei der Anfertigung von Schuhwerk nicht leicht haben mag.
    Gewandet ist der Krieger ist ein sauberes, gut gearbeitetes dünnes Leinenhemd, dass zumindest nach dem Waschen weiß ist. Darüber liegt das feinmaschige Kettenhemd, dass dem Recken bis hinab an die Oberschenkel reicht, die Knie aber zwecks besserer Agilität unbedeckt lässt. Ist es kalt oder herrscht schlechtes Wetter, liegt darüber eine lederne Jacke – zum Schutz des metallenen Hemdes wie auch vor einer Erkältung. Auf eine Kopfbedeckung wird verzichtet, das Haar liegt offen. Auch protzigen Schmuck sucht man vergebens. Einzige Zierde sind der Siegelring am Finger mit dem Familienwappen und ein breites, schimmerndes Silberband um den Hals, dessen Großteil mit dem Ende allerdings nicht zur Schau gestellt wird, sondern das mitsamt dem Ende stets unter dem Hemd liegt.
    Die Bewaffnung des Adeligen hingegen ist auffällig: Ein breites, durch sorgfältige Pflege stahlblitzendes Langschwert hängt in einer mit silbernen, typisch albernischen Symbolen verzierten schwarzen Schwertscheide am breiten Waffengürtel, daneben der unverzichtbare Langdolch und andere unverzichtbare Utensilien, wie Dukatenbeutel oder noch wichtiger: Der eng gerollte, vor Wasser und Schmutz geschützte Kriegerbrief in einem sehr schmalen Fach im Inneren des Gürtels. Am Sattel ist das zweite Symbol der Kriegerwürde zu begutachten – ein mächtiger Bihänder, wie das Langschwert in einer schwarz-silbernen Scheide. Wird es herausgezogen, so erkennt man auf der langen Klinge linienförmige Gravuren, die im einfallenden Sonnenlicht das Schwert in einen eigenartigen Glanz schimmern. Am festen, schwarzen, lederumwickeltem Griff ist wieder der grüne Zweig auf an der Stelle freiliegendem Stahl auszumachen.
    Nicht minder auffäliig ist auch sein Reittier: ein starkes Ross, bei dem auch der Fachmann einige Schwierigkeit hat, die genaue Rassenzugehörigkeit festzulegen – man findet Merkmale eines Trallopers, doch zumindest haben auch Warunker Ahnen ihren Teil hinzugegeben. Es gehorcht aufs Wort und ist in allererster Linie sehr stark, gut behaart mit einer dichten, zotteligen Mähne und ausdauernd.
    Schon von weitem auf dem schwarzen Fell sichtbar ist die hellgraue, fast weiße Satteldecke, auf der beiderseits groß das Albentrutz-Hohenfelser Wappen prangt: Grüner Zweig auf schwarz-silbernem Grund.


    #Komplette Charbeschreibung, auch wenn ihr das eine oder andere erst später seht. Hier findet man es aber auch später schnell wieder. Auf ein gutes Spiel!#

  • Unweit Mühlenbachs


    „Hadumar, du bist echt der dümmste Kerl, den ich je kennengerlernt habe! Ich hätte dich in deinem Hinterwäldler-Dorf versauern lassen sollen! Aber ich habe dir die Chance gegeben die Welt zu erleben, zu reisen!“ Hagens Miene ändert sich von verärgert zu vertrauensvoll. „Bin ich dir nicht immer ein guter Freund gewesen? Warum lässt du mich so im Stich?“ Der ansonsten unauffällige Hagen war sich der Wirkung seiner Baritonstimme stets bewusst. Er beherrscht alle Nuancen und Timbres der Sprachmodulation um den gewünschten Effekt zu erreichen. Besonders stolz war er darauf, sich seine Fähigkeit selber beigebracht zu haben. Ob sanft und schmeichelnd, zischend und wütend, kehlig und rau – er beherrscht alles. Einmal war er in Trallop sogar einer schauspielernden Gauklertruppe begegnet, die ihm vom Fleck weg engagieren wollte – für einen „Reisenden Medicus und Wunderheiler“, wie Hagen sich selber nannte, zwar unter seiner Würde, doch war ein gewisses Schauspiel-Talent allerdings äußerst hilfreich... Ja, die Wirkung von Hagens Stimme auf Menschen ist sicherlich umwerfend – auf seinen Maulesel Hadumar zeigt sie jedoch keinerlei Wirkung!
    Richtig übel nehmen kann der Medicus das seinem treuen Begleiter eigentlich nicht. Auch wenn die Beiden selber von Regen verschont geblieben sind, der Boden ist seltsamer Weise recht feucht. Die Hufe eines Maulesel kommen mit dem mitunter feuchten Wetter Weidens schlecht zurecht und neigen zur Bildung von Rissen und Löchern, die tief in den Huf hineinreichen können und dort Fäulnisherde bilden. Hagen ist zwar in einem solchen Fall recht gut ausgestattet, wäre ja auch ein Armutszeugnis seines Handwerks wenn nicht!, doch die letzten Tage seiner „Tour“ durch das Weidener Hinterland waren recht strapaziös gewesen: Hadumar war schwer mit Paketen beladen, und Hagen trägt selber noch einen Rucksack. Er beschließt im nächsten Dorf eine längere Rast einzulegen. Mühlenbach! Genau so hieß es! Es konnte nicht mehr allzu weit sein, die Bewohner des letzten Dorfes („Ober-, Oger-, nein, nein Ochsenweide, dass war’s!“) hatten ihm dankbar für seine Hilfe den Weg genau beschrieben.
    Zum Glück kann Hagen Hadumar dann doch zum weitergehen motivieren, und auch schon kurze Zeit später erscheint auch schon der idyllisch aussehende Weiler Mühlenbach vor seinen Augen. „Da ist es auch schon Hadumar! Du kriegst ´ne besonders große Möhre, versprochen!“ Der Medicus hatte sich schon einiges an Schätzen angeeignet und so überschlug er: 200 Einwohner, davon mindestens 30, eher aber 40 im Greisenalter. Dazu noch die üblichen Fälle des Zahnausreißens... Zufrieden nickt Hagen. Sein Beutel sollte ordentlich klingeln, vor allem wenn man bedenkt, dass Mühlenbach abseits der Reichsstraße liegt und demnach sicherlich eher selten Besuch von Heiler empfängt.
    Neben dem Göttergeschenk seiner Stimme wusste Hagen auch auf andere Weise zu beeindrucken. Ihm war bewusst, dass sein Aussehen alleine niemanden positiv aufstoßen würde: Straßenköterblondes strohiges Haar, trübe braune Augen und seine Neigung zur Dicklichkeit waren kein Markenzeichen, welches Zuschauer beeindruckt. Daher versucht Hagen dieses Manko über sein Auftreten zu beheben. Selber ein Kind Weidens, weiß er genau welche Kleidung und welches Gebaren hier auf fruchtbaren Boden fällt.
    Zwar wirkt seine Kleidung abgewetzt und gebraucht, doch war sie ohne Zweifel gut verarbeitet und durchaus teuer gewesen. Über seinem braunen, mit blauen Nähten abgesetzten Wams trägt er einen blauen, mit 2 Finger großen weißen Eulen bestickten, knielangen Umhang. Seine braunen Hosen enden in Stiefeln aus feinem schwarzen Leder, welche im Moment jedoch mit Dreck und Matsch verschmiert sind. In seinem Ledergürtel prangt in einer verschmückten Scheide ein langer, dünner Dolch mit einem silbernen Griffstück und feinen Ziselierungen und ein Geldbeutel. Komplettiert wird seine Kleidung durch einen braunen Filzhut, auf dem fröhlich eine Fasansfeder wippt.
    So also betritt Hagen Mühlenbach und wendet sich zu dem zweistöckigem Haus am Platz, welches offensichtlich das Gasthaus ist. Dort angekommen spricht er eines der spielenden Kinder an. „Wie heißt du mein Kind?“ „Elgor“, antwortet der wohl siebenjährige Junge. Der Medicus kramt ein paar Kupfermünzen hervor und gibt sie dem Jungen in die Hand. „Schön Elgor! Von den Münzen gibt’s noch mehr, wenn der Gasthof heute gut gefüllt ist! Erzähl allen, dass Meister Hagen, reisender Medicus aus Vinsalt zu Besuch gekommen ist!“

  • Der Wind ist jetzt nicht heftig, wenn er auch noch nach-winterliche Kälte mit sich bringt und läßt die entknospenden Äste rascheln, statt sie zu peitschen.
    Der Mond, bereits schwach am Firmament zu erkennen, wirkt ohne meergleiche, schnell dahin getriebene Wolkenfetzen weniger wie ein verlorenes Geisterschiff als vielmehr wie ein Ankerpunkt für das Auge. Die Straße ist ein Band, das über die für den Moment purpurn anmutende Landschaft führt.


    Ein Mann reitet die Straße entlang. Pferd und Reiter zeigen Spuren des zurückgelegten Weges und damit verbundener Anstrengungen.
    Kein Hut bedeckt das Haupt des Reiters und wenn der offen getragene Mantel - als Zugeständnis an die heute vergleichsweise angenehme Temperatur des kommenden Frühjahrs und des vergehenden Winters - auch von doch guter Qualität und Machart ist, zeigt er, daß er in letzter Zeit viel getragen und wenig gewaschen worden ist, jedoch mit mehr Zuwendung als Möglichkeiten in Stand gehalten wird. Die darunter sichtbare Kleidung, naturfarbenes Hemd und braune Hosen, beide aus Wolle und ausgebleicht, hingegen ist zwar robust, aber noch abgetragener als der Mantel und ganz deutlich von anderer und weniger guten Herkunft als dieser. Auch hier zeigen einige gesetzte Nähte und grobe Flicken, daß sich ihr Träger mit bescheidenen Künsten und Mitteln um ihren weiteren Fortbestand bemüht.
    Die Stiefel zeigen ebenfalls starke Gebrauchsspuren, das Leder ist zerkratzt, die Sohlen sind abgetragen und Weidener Frühlingsmatsch ist bis zu den Hosenbeinen hinauf gespritzt.


    Alles in allem also eine äußerlich gar nicht elegante Erscheinung, ohne Schwung in der Haltung und ohne Anzeichen, daß Geld für die Ausrüstung vorhanden wäre.


    Auch der Reiter selber verstärkt diesen Eindruck: seine wenn auch an sich nicht schmächtige, so auch nicht besonders starke Gestalt sitzt zusammengesunken im Sattel, die Schultern hängen leicht herab. Sein schwarzes Haar ist etwas zu lang und zu ungerade gewachsen, um als gepflegt bezeichnet zu werden, auch wenn es wohl am Morgen notdürftig gekämmt worden ist.
    Tagealte Bartstoppeln bedecken Wangen und Kinnlinie, graue Schatten sind darin zu finden, wie auch in dem Haar bereits vereinzelte graue Haare sich befinden, sollte jemand genauer danach schauen. Der Mann selber scheint jedoch noch gar nicht so alt zu sein, daß dieses erste Grau bereits nur Altersgründen gerechtfertigt wäre.
    Er hat einen dunklen Teint, der ihn zusammen mit dem schwarzen Haar und den braunen Augen südländisch wirken lässt, obwohl seine Gesichtszüge nicht darauf schließen lassen.
    Sein Gesicht ist abgehärmt, seine Statur eindeutig zu leicht und zu dünn für seine Größe von etwa einem Schritt und viereinhalb Spann. Dennoch ist er, oder war vielmehr und könnte wieder dazu werden, ein gutaussehender Man, doch fehlen ihm dazu mehrere Stein Gewicht, körperliche Pflege und das Verschwinden von Spuren der Nöten und Entbehrungen, die die sich auf seinem Gesicht, in seiner Haltung und dem Ausdruck seiner Augen eingegraben haben, die es zusammen mit dem Grau im entstehenden Bart schwierig machen, sein Alter genauer zu bestimmen, doch scheint es bei um die dreißig Götterläufe oder auch knapp darüber zu liegen.


    Einziges Gepäck scheinen die zerkratzten und schon sichtlich so manchen Götterlauf überstandenen Satteltaschen, die hinter dem dem ebenfalls alten Sattel gebunden sind, zu sein. Sie sind zwar etwas ausgebeult, doch in Anbetracht des Umstandes, daß dort nicht nur die Besitztümer des Mannes, sondern auch die nötigen Utensilien für das Pferd sich drin befinden müssen, sieht es doch nach sehr wenig Hab und Gut aus.
    In einem Sattelholster vor seinem rechten Bein steckt ein länglicher, komplett in die Überreste einer alten Decke eingewickelter Gegenstand, über den sich nur sagen läßt, daß er wohl etwa einen Schritt lang sein mag, leicht gebogen und recht schmal ist.


    Bewaffnung führt der Mann gar nicht mit sich, zumindest ist nichts derartiges an ihm zu entdecken, wenn man mal von einem Jagdmesser an seinem Gürtel absieht, das neben einem ledernen Beutel hängt, der vermutlich selbst angefertigt wurde, wie die grobe und einfache Machart vermuten läßt.


    Sein Pferd ist ein schwarzer Warunker Wallach, dessen beste Zeiten wohl schon beginnen, hinter ihm zu liegen und der ebenso wie sein Reiter Zuwendung und Futter gebrauchen könnte, doch ist ihm anzusehen, daß, wenn die Wahl zwischen Wohl für Pferd oder Reiter zur Debatte steht, er gegenüber seinem Reiter den Vorzug bekommt.



    Die beiden nähern sich Mühlbach von Süden und obwohl der Anblick des Dorfes den Mann nicht überraschen dürfte, zügelt er den Wallach und schaut sich das Dorf unter der Abenddämmerung aus der Entfernung einmal kurz an.
    Dann tätschelt er den schwarzen Hals des Pferdes, ein leichtes Seufzen entfleucht seinen Lippen und er treibt den Warunker wieder an.
    Müde sind sie beide, doch bei dem Reiter scheint die Müdigkeit tiefer zu sitzen und nicht nur dem Umstand verdanken zu sein, bereits eine ganze Weile unterwegs zu sein. Er hustet einmal trocken und heiser, als er in Mühlbach einreitet.
    Dumpf hallen die beschlagenen Hufe auf der hölzernen Brücke wider. Pferd und Reiter werfen einen dunklen Schatten nach rechts im letzten purpurnen und orangen Licht der Praiosscheibe, bevor sich bald die Dunkelheit endgültig herabsenken wird, nur noch erhellt vom Schein des Madamals.
    Die Ohren des Rappen spitzen sich nach vorn, als er nach einem überdachten Unterstand und vor allem Futter und anderen Pferden wittert.


    Das Ziel des Reiters ist das große Gasthaus, sichtbarer Mittelpunkt des Dorfes. Ein Mann in etwas abgewetzter, aber ehemals durchgehend guter Kleidung, der einen Esel am Zügel führt, spricht gerade mit einem Jungen.
    Der schwarzhaarige Mann schaut kurz zu den beiden hinüber, ehe er den Rappen vor dem Gasthaus, dessen Schild es als "Weidengrund" bezeichnet, zügelt.
    Mit etwas steifen Gliedern steigt er ab, knotet die Zügel um die Haltestange und zieht dann den eingewickelten länglichen Gegenstand aus seinem Holster, ihn in der linken Hand tragend, ohne daß die Umhüllung etwas über den Inhalt preisgeben würde.
    Sein Rappe wendet seinen Kopf interessiert in Richtung des Esels und zieht schnaubend den Atem durch die Nüstern ein.
    Bevor der Mann eintritt, stampft er einmal mit den Füßen auf, in dem höflichen, wenn auch sinnlosen Bemühen, etwas Straßendreck draußen zu lassen.
    Innen verharrt er ein oder zwei Herzschläge, um sich kurz zu orientieren und einen Überblick über die Örtlichkeit zu verschaffen, bevor er auf Wirt oder Wirtin zugehen würde.

  • Ortsrand von Mühlbach


    Leuchtend roter Sonnenuntergang, kühle Anbendbrisen - nichts von alledem vermögen den Adelsmann zu schnellerem Tempo ermutigen. Im Gegenteil, der große Schwarze scheint gemächlichst von selbst zu trotten - genau wissend, dass irgendwann am Ende des Weges würzig-frisches Gras und Heu wartet. Im selben Trott wie die von der Feldarbeit heimkehrenden Bauern mit ihren Pflugochsen kommt man dem kleinen Dörfchen mit den typischen weidenern Holzhäusern und -Scheunen näher. Der Reiter ist tief in Gedanken versunken, er achtet scheinbar weder auf den grob gepflasterten Weg, noch auf die Bauersleute rings um ihn. Auch das in der Dämmerung versinkende Ziel scheint gegenwärtig wenig Bedeutung zu haben, lediglich das Ross verspürt Vorfreude auf den warmen Stall und beschleunigt nahezu unmerklich das Tempo. Wäre nicht der weithin leuchtende Umhang des Pferdes mit dem Wappen darauf gewesen, die Dörfler hätten sich sicher an all die Geschichten vom schwarzen Reiter auf dem dunklen Teufelsross erinnert, die es in abgewandelter Form wohl in jedem Weiler zu hören gab.
    Am Rande des Dorfes erwacht der fremde Krieger aus seinen Gedanken und sieht sich prüfend um. Seine braunen Augen sind nun recht wach und auch wenn die letzten Strahlen Praios' gerade den Platz am Firnament räumen sieht man sie zwischen den Gebäuden aufmerksam umherwandern. Am großen Steinhaus in der Dorfmitte bleiben sie hängen, auf den langsam nach Hause aufbrechenden Kindern, auf den anderen Reittieren. Langsam wandern Pferd und Reiter mit hallenden, klappernden Tritten heran, bevor sich der Hüne auf der linken Flanke des Rosses heruntergleiten lässt. Kurz betastet er das gegenüber dem Warunker und erst recht gegenüber dem Esel mächtigen Tier und fühlt nach Schweiß unter der hellen Decke. Danach beginnt der Krieger abzusatteln und lehnt Sattel und Satteltaschen alsbald neben die Tür. Das Pferd wird locker angebunden, danach tritt der Kriegsmann ins Innere des Gasthauses. Ein prüfender Rundblick, dann schreitet er gemächlich zum Tresen hinüber.

  • Rauert Sandström Hat es sich in dem Gasthaus gemütlich gemacht.
    Früher wäre er bis zum Einbruch der Dunkelheit weitermarschiert und hätte unter freiem Himmel kampiert, wie es sich gehörte- doch das Bein hatte nicht mitgemacht. Wie immer, wenn er es stärker belastete fühlte es sich nach einer Weile wieder an, wie damals, als der Knochen von einem dieser verdammten schweren Pfeile zerschmettert worden war- das Bein hatte das Wundfieber bekommen, und später gar noch die Schlachtfeldseuche, aber der Herte Hauptmann hatte es überlebt. Nur ein wenig hatte er gehumpelt.
    Doch seit einem- nein zwei Jahren meldete sich die alte Verletzung wieder regelmäßig, mit derselben Penetranz, mit der sich auch die zusammenfallenden Schultern und unangenehme Verdauungsstörungen bemerkbar machen.
    Das Haar ist grauweiß, und die Haut bildet fast schon komisch wirkende Lappen um den dürren Körper- sicherlich war Rauert entweder einmal sehr Fettelibig oder muskulös und breitschultrig gewesen...
    Neben dem alten, der in praktisches Wildleder gewandet ist lehnt eine ehemals prächtige Partisane- man sieht dem Gerät an, dass es längere Zeit nur als Schmuckstück diente und offensichtlich erst vor Kurzem wieder poliert wurde.
    Kriegskunde/Waffenkunde
    [!--SpoilerBegin--][/span][table border=\'0\' align=\'center\' width=\'95%\' cellpadding=\'3\' cellspacing=\'1\']MEISTERINFO [td id=\'MI\'][!--SpoilerEBegin--]die Waffe ist wohl um die 40 Götterläufe alt (der Schaft scheint jüngeren Datums), eine Partisane, deren Stiel offensichtlich aus der Garethischen Armee stammt (das entsprechende Signum spricht von schwerer Infanterie, welche einheit genau kann man wegen einer verbrannten Stelle nicht entziffern). Der Waffenkopf ist aber nur vom äußeren Design den in Manufakturen hergestellten MAssenproduktionen für uniforme Bewaffnung der regulären Einheiten angelehnt und zeigt das Zeichen eines in der Kaiserstadt ansässigen Schmiedes[!--SpoilerEnd--][span class=\'postcolor\'][!--SpoilerEEnd--]
    Der Kaiser-Alrik-Bart (jüngeren Leuten ist nichteinmal bewusst, dass soetwas einmal in Mode war!) ziert ein ein wie gegerbt wirkendes von 2 kleineren Narben verunstaltetes Gesicht, aus dem dem Beobachter zwei wache Augen entgegenstarren- nein, mustern! Ein vergänlicher Hauch von Autorität liegt in dem Blick, der zu der unwillkürlich befehlend wirkenden Stimme passt.
    In Gedanken sitzt der Alte über einem Bier, eine Schale deutet darauf hin, dass er sein Abendessen- einen Brei offensichtlich schon zu sich genommen hat. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass der Mann wohl nicht mehr alle Zähne im Mund hat.

  • Vor dem Gasthaus, etwas früher


    Mit gerade zu leuchtenden Augen nimmt der Junge die Münzen entgegen. "G'wiss hoher Herr, werd's all'n sag'n", antwortet er, und rennt fort.


    In dem Gasthaus


    Das Gasthaus scheint von aussen eine beachtliche Grundfläche zu haben, so verwundert es wenig, das die Schankstube tatsächlich so groß ist. Ein langer Tresen aus dunklem Eichenholz thront rechts vom Eingang, lang genug das vermutlich ein duzend Leute davor sitzen können. Lange Tische mit Bankreihen sind ebenso vertreten wie normale Tische, welche Platz für vier bis sechs Personen bieten. Erstere stehten vorallem an den Wänden, letztere füllen die Mitte aus. An der dem Eingang gegenüberliegenden Wand ist eine art Podium, gerade mal einen Spann hoch, doch aussrecheind um aufzufallen. Seine Grundfläche mag 4 mal 4 Schritt messen, doch nimmt es einen klein wirkenden Teil des Raumes ein. Dort steht ein Hocker, offenbar kann hier gespielt, als auch getanzt werden. Der Boden wirkt abgenutzt, aber instand gehalten, Ornamente und Jagdtrophäen zieren die Wände, Fackeln und Kerzen erhellen den Raum im dämmerigen Licht.


    An einem Tisch sitzen zwei Händler, offenbar norbardischer Abstammung, und sind in ein fröhliches Gespräch vertieft, einen Tisch weiter sitzen 4 Söldlinge - drei Männer und eine Frau -, möglicherweise der Begleitschutz, und spielen Karten. Vier Bauern umrunden einen Tisch, Würfeln und trinken gut gelaunt Bier. Zwei ältere Männer sitzen an einem Tisch, und betrachten den Schankraum, wobei sie gelegentlich ein paar Worte wechseln. Noch ist es leer, doch möglicherweise mochte sich das Ändern, denn noch war es ja nicht völlig dunkel.


    [Wo ihr gerade seid, bzw. wer wen wo sieht müsst ihr ausmachen]


    Die beiden alten Männer sehen auf, als kurz hintereinander mehere Leute die Stube betreten, einer sagt etwas, worauf beide zu lachen beginnen. Der Wirt, ein Mann um die 30 Sommer mit roten Haaren scheint gerade in ein Gespräch vertieft gewesen zu sein, doch nun sieht er auf, und lächelt. "Travia zum Gruße die Herrschaften, wie kann ich behilflich sein?", begrüßt er euch höflich. Sein Lächeln wirkt einladent und freundlich, insgesamt ist er eine sympathische Erscheinung.


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  • Mit müdem, wenn auch eine gewisse Aufmerksamkeit nicht entbehrenden Blick schaut der Fremde sich kurz um, jedoch nicht auffällig lange, dann geht er, einmal allgemein mit einem Nicken in den Raum hinein grüßend, gen Theke, wo er den Wirt ausgemacht hat. Seine Stiefel pochen leise auf dem hölzernen Boden.


    "Travia auch mit Euch", grüßt er höflich zurück. "Mein Name ist Talon Hubrecht und mein Pferd und ich haben heute so manche Meile zurück gelegt. Ich würde uns beiden gerne einen Platz im Stall und etwas zu essen erarbeiten, so Ihr oder vielleicht auch jemand anderes in Mühlenbach eine anpackende Hand gebrauchen könnt."


    Auch wenn er recht abgerissen aussieht und mehr Straffheit in seine Haltung legen könnte, so ist er nun auch keine als schwächlich einzuschätzende Erscheinung zu nennen. Seine Anfrage bringt er ruhig vor, ihm ist keine Beschämtheit darüber anzumerken, offenbar ist er gewohnt, solches vorzuschlagen.

  • Zurberan Espada stammt offenkundig aus dem Süden Aventuriens und scheint viel Wert auf sein Äußeres Erscheinungsbild zu legen. Dem Al’Anfanischen Kulturkreis zugehörend nicht unbedingt verwunderlich. Ebenfalls daraus resultiert auch, dass er Frauen wie auch Männern zugetan ist. Man lebte schließlich nur einmal und er war gewiss der letzte Mensch, der sich von irgendwelchen sittlichen Zwängen von etwas abhalten ließ. Sein durchaus schön zu nennendes Gesicht ist umrahmt von seinem schulterlangen, pechschwarzen Haar und einem „Drei-Tage-Vollbart“, der mit großer Sorgfalt auf diesem Stadium gehalten wird. Annähernd schwarze Augen, die sich nur bei näherem Hinsehen als braun entpuppen, vermitteln eine gewisse Ausstrahlung von Intelligenz. Das passt auch gut zu seinem mit feinen Ornamenten versehenen, silbernen Stab, der ihn als Magier kennzeichnet. Seiner Profession entsprechend ist auch seine Statur. Gewiss hatte er mehr Zeit über Büchern verbracht, als sich in körperlicher Ertüchtigung jenseits eines Badehauses zu üben. Er entspricht nicht ganz den Anforderungen, den der Codex Albyricus an die Gewänder eines Magiers stellt, aber wo kein Kläger ist, da auch kein Urteil. Sein Gewand, das aus gefalteter, schwarzer Seide besteht, reicht gerade einmal bis zum Knie. An den Borden und am Saum ist er umgekrempelt, so dass das türkisene Futteral erkennbar ist. Irgendwelche arkane Symbolik sucht man vergebens. Auffällig ist, dass er selbst im Sommer schwarze, lederne Handschuhe trägt. Trotz der milden Temperaturen ist er in einen knöchellangen, schwarzen Ledermantel gehüllt. Da er gänzlich andere Temperaturen gewöhnt zu sein scheint, schwitzt er dennoch nicht. Um seine Schultern ist eine schlichte, lederne Umhängetasche gelegt. In seiner Nähe kann man einen dezenten Duft von Rosenöl wahrnehmen. Ohne es in seinem Äußeren wirklich konkret festmachen zu können, scheint ihn der Nimbus einer gewissen Morbidität zu umgeben.


    Für die Landschaft um ihn herum hat Zurberan wenig übrig. Ihn interessiert nur, ein Bett zu finden. Da in seiner leicht verwöhnten Sicht die Reichsstraße sich so gut wie gar nicht von den anderen „Trampelpfaden“ hier zu unterscheiden scheint, hat es ihn in das Dorf Mühlbach verschlagen, das für ihn genau so uninteressant wie der Rest dieses Landes zu sein scheint. Lediglich das verfallene Haus lässt ihn kurz verharren, während er es ausgiebiger mustert. Natürlich fällt ihm das Gasthaus ‚Weidengrund’ auf und er hoffte inständig dort so etwas, dass einer gepflegten Schlafstatt wenigstens im Ansatz nahe kam, zu finden.


    In jener Herberge gab es dann zu seiner Überraschung neben den erwarteten Landstreichern noch jemand anderen. Bunte Bilder … oder besser Wappen auf den Kleidungsstücken waren in dieser Gegend ein Zeichen hohen Standes. Respektvoll nickt er also jenem breitschultrigen Menschen zu während er die anderen weitgehend ignoriert. Am Tresen dann wartet er, bis er die alleinige Aufmerksamkeit des Wirtes hatte, der gerade mit irgendeiner abgebrochenen Gestalt im schwartigen Ledermantel palaverte. Er malte sich in Gedanken aus, was wohl für eine Schindmähre zu so einem heruntergekommenem Typen gehören könnte. Eine Vorstellung, die ihm ein leichtes Lächeln entlockt.

  • Im Gasthaus Weidengrund


    Gerade will der Kriegsmann sich an einem Landstreicher vorbei zum Wirt zuwenden, da knarzt hinter ihm die Tür. Gemächlich dreht sich der Adelsmann um und lässt seinen gerade im Beginn stehenden Auftrag an den Wirt bleiben. Was er erkennt ist eindeutig ein Magier, auch wenn der typische Mantel fehlt. Irgendetwas scheint dem Krieger zu missfallen, doch er beendet seine Musterung schweigend. Woher mochte er wohl stammen? Es war weder ein Einheimischer noch kam er aus seiner Heimat. Ob er auch von der Front kam? Der Adelige beendet seine Musterung und nicht dem Zauberer dann leicht zu. Ob sie wirklich zufriedenstellend ausgefallen ist, kann man nicht genau erkennen. Jedenfalls wird Zurberan in reinem Garethi gefragt:


    "Ein Magier, sieh an. Travia zum Gruße. Woher des Weges?"

  • Im Gasthaus Weidengrund


    "Ich grüße Euch, ich bin Binsbart Kieselgrund. Ich fürchte das wir zumindest in der Küche niemanden brauchen, doch vielleicht könnt ihr spielen?", fragt der Wirt freundlich, und blickt kurz zu dem einsamen Hocker auf dem kleinen Podium.



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  • Travia war doch diese ewige Treue einfordernde Spießerin mit dem Speck auf den Hüften, den Hängebrüsten und dem gebärfreudigen Becken aus dem die Kinder nur so herauspurzelten. Zurberan hasste es, mit ihr gegrüßt zu werden, was er natürlich tunlichst tief in sich verborgen hält. Kurz überlegt er, ob er lieber die Rastullah-Nummer oder die zwielichtsche Hesindeaffinität hier durchziehen sollte. Einiges sprach ja für letzteres, wo man ihm bisher in diesem Landstrich nicht unbedingt mit Freundlichkeit begegnet war, wenn er ersteres versuchte. “Hesinde zum Gruße, achtbarer Herr. Adeptus Zurberan Espada zu eurer werten Verfügung“, entgegnet der Magier und muss zwangsläufig daran denken, was alles der feine Herr Zwielicht, dieses Monster von Mensch, schon alles in Hesindes Namen getan hatte. Viel konnte ihr Name also nicht bedeuten. Zurberan lächelt freundlich und einnehmend. “Gen Donnerbach … nach Norden … in finstren Zeiten einen Freund besuchen“, sagt er dann auf des Kriegers Frage hin. An diesem Konvent von pazifistischen Weicheiern konnte wohl kaum jemand, der rechtschaffen war irgendetwas auszusetzen haben. Natürlich hat der Magier bei allen Worten das vertrauenswürdigste Gesicht, dass man sich von ihm nur denken kann aufgesetzt.

  • Im Gasthaus Weidengrund


    "Hergolan von Albentrutz-Hohenfels mein Name, Adeptus. Doch wir sollten hier nicht in der Tür plaudern. Ihr seid beritten?"


    Weniger eine Frage denn eine Feststellung, sahen des Magiers Stiefel doch nicht nach Schlamm und Staub aus. Höflich wartet er dennoch auf eine Antwort des Zauberkundigen. Dabei wird ein kurzer, schneller Blick auf dessen Handschuhe geworfen. Der Adelsmann wirkt recht freundlich, doch noch immer hat Zurberan das Gefühl, eindringlich gemustert zu werden.

  • “Nein, hochgeborener Herr von Albentrutz-Hohenfels …“, entgegnet Zurberan. “Ich fuhr einen Teil des Weges mit der Kutsche und bin nun auf Schusters Rappen zur nächsten Kutschstation unterwegs. … Habe ein wenig die Straße aus den Augen verloren und bin nun hier gelandet in diesem schönen Stückchen Land. … Euer Land?“, fügt er dann fragend und vorsichtig hinzu. Am Rande bekommt er mit, dass man der ausgemergelten Gestalt wohl anbot, hier zu singen oder zu spielen. Na hoffentlich würde das nicht eine Strafe für die Ohren werden.

  • Talon folgt dem Blick des Wortes kurz, doch bevor er antworten kann, treten kurz nacheinander zwei weitere Gäste ein. Kurz blickt er zu ihnen hin: ein großer, breitschultriger Kämpfer und ein schwarz und edel gekleideter Mann, der Magier zu sein scheint, wie der Stab vermuten läßt.
    Dann wendet er sich wieder Kieselgrund zu. "Nein", antwortet er und muß einmal kurz und trocken husten, dabei hebt er die freie rechte Hand kurz an die Lippen. "Ich kann Holz hacken, oder einen Stall ausmisten ... spielen kann ich nicht."

  • Ein Grinsen breitet sich über den recht gutmütigen Zügen aus:


    "Nein, ich bin genau wie ihr auf der Durchreise. Doch ich muss unseren Plausch kurz unterbrechen. Wollt ihr euch nicht setzen? ch muss erst mein Pferd versorgen, entschuldigt mich derweil, Adeptus....Maior?" Fragend blickt der Adelsmann den Zauberkundigen an.
    Kurz nach dessen Antwort wendet sich Hergolan dem Wirt zu:


    "Travia zum Gruße, Wirt. Kann man mir den Weg zum Stall weisen, bevor ich zu speisen gedenke?"


    Abwartend steht Hergolan vor dem Tresen. Zwar ist sein Anliegen als Frage formuliert, doch stellte sie eher eine Aufforderung dar, von der der Adelige gewohnt war, dass sie befolgt werden würde. Bis der Wirt reagiert, wendet sich der Krieger zur Tür, wo der überaus schwere, weil vollenSattel mit den großen Taschen und der Bihänder liegen. Zunächst wird nur der Bihänder in seiner aufwendigen Hülle die Hand genommen, die Satteltaschen müssten sperat getragen werden. Sie sahenwohl zu Recht zu schwer für eine Hand aus.

  • “Minor … euer Hochgeboren“, korrigiert ihn Zurberan und nickt, als der Adelige sich dem Wirt zuwendet. Zusammen mit dem Krieger hatte er zuvor über seine Fehleinschätzung, es handle sich um den hiesigen Lehnsherren, gelacht. Erst mal wollte er selbst jedoch ein Zimmer für die Nacht, ehe er sich hier irgendwo in auf eine der wanzenverseuchten Bänke setzte und einen vermutlich ungenießbaren Brei zu sich nehmen musste, um nicht zu verhungern. Außerdem behagte ihm nicht, wie der Krieger ihn da so „scheinbar“ unauffällig aushorchte. Bislang war es immer eine gute Strategie gewesen, sich jemand Ortskundigen in solchen Fällen zur Unterstützung hinzu zu holen. Kaum ist der Gedanke gefasst, da schreitet er auch schon zur Tat. Er tritt vorsichtig zu Talon hin und lächelt diesen freundlich an. Da der Wirt gewiss Hergolan mit der Bedienung vorziehen würde, wendet er sich an den nunmehr wartenden Talon. “Guten Abend, mein Herr … Adeptus Zurberan Espada mein Name.“ Kurz lässt er Zeit, dass auch sein Gegenüber sich vorstellen kann. “Verzeiht, wenn ich euch so einfach anspreche, aber ich kam gerade nicht umhin, mitzubekommen, dass ihr Arbeit sucht. Vielleicht hätte ich Arbeit für euch … wenn ihr euch in diesem Lande etwas auskennt.“

  • Bevor der Wort antworten kann, spricht der Kriegsmann ihn an. Talon mustert sein bei der Eingangstür liegendes Gepäck und den großen Zweihänder. Er will schon ansetzen, zu fragen, ob er nicht das Gepäck übernehmen kann - nicht direkt eine Arbeit, für die ein Essen herausspringen kann, aber eine, die seinen guten Willen zum anpacken und auch für niedrige Arbeiten demonstriert -, als der vermutliche Magier zu ihm tritt.


    "Guten Abend, gelehrter Herr", erwidert Talon, möglicherweise zur Überraschung seines Gegenübers, denn bei seinem Aussehen ist Talon nicht unbedingt die korrekte Rede eines Magus zuzutrauen. "Talon Hubrecht."
    Sein Tonfall verrät, daß er kein Weidener ist, denn er verfügt nicht über den für Weiden typischen Dialekt.


    "Ich bin mit der hiesigen Gegend durchaus etwas vertraut", antwortet er dann. "Um was geht es denn?"

  • “Ah …“, raunt Zurberan anerkennend und lächelt gleich noch einmal freundlicher. Dass dieser scheinbar so heruntergekommene Mann die richtige Anrede zu verwenden weiß, hatte er in der Tat nicht wirklich erwartet. Dass er nicht im weidener Dialekt sprach, kann Zurberan jedoch nicht mit Talons Abstammung in Verbindung bringen. Für ihn war es nur ein weiterer Ausdruck von Höflichkeit, denn das hiesige Kauderwelsch war für den Magier immer nur wie tobrische Dörfer. “Ich bin hier auf der Durchreise und stamme aus dem fernen Süden, weshalb ich immer wieder mit Verwunderung feststellen durfte, wie wenig ich doch eigentlich über hiesige Sitten und Gebräuche weiß. Ein Umstand, der schnell zu recht unerquicklichen Missverständnissen führen kann, wie ihr euch denken könnt. Es wäre mir also ein tiefes Bedürfnis, jemanden an meiner Seite zu wissen, der es versteht, dieses Manko im Falle des Falles auszugleichen. Des weiteren ist es mit meiner Orientierung nicht so weit her, wie ich es gerne hätte. Und Landmarken, die mir etwas sagen würden, gibt es hier auch nicht unbedingt zu Hauf. Meine Schritte würde ich dennoch gern nach Donnerbach lenken, einen alten Freund dort zu treffen. Wenn ihr also für diese Probleme der richtige Mann wärt, dann wäre ich auch im Gegenzug bereit euch Unterkunft und Verpflegung nebst eines kleinen Obulus für eure Mühen zu zahlen.“

  • Der Wirt wirkt etwas enttäuscht, doch zu einer antwort kommt er nicht, denn Talon blickt zu Tür. Gerade will er fragn, was denn sei, da wird er vom Krieger angesprochen. "Aus der Tür zu Eurer Linken werdet ihr einen Stall finden", erklärt Binsbart höflich.
    Der Krieger wendet sich bereits wieder seinem Gepäck zu. Oft kommt er nicht in Berührung mit hohen Herrschaften, aber sehr eigenwillige Sitten scheinen sie zu haben. Binsbarts Küche verfügte über mehr Speisen, als nur das Gericht des Tages. "Wenn Ihr mir noch mitteilen wollt, was ihr zu speisen gedenkt?", fragt er in den Rücken des Adelsmannes.


    Dorfregister

    Of course she's gay!


    Mod-Mode Farbe