Was lest ihr im Moment!?

  • Hui hui, auch schon mein dritter in Folge hier.^^


    Nichtsdestotrotz möchte ich gerne meinen persönlichen Überraschungshit des Sommers "Ein dreckiger Job" von Helmut Barz nennen. Ich wollte auch was von F&S kaufen, der klang ganz interessant, wenn auch mit Vorbehalt, weil was mit Warnung vor ekligen, gewalttätigen Szenen bei stand.


    Nun, einige äußerst gewalttätige und eklige Szenen gibt es tatsächlich, aber alles in allem doch weniger stark, als ich gedacht habe (vielleicht bin ich da auch zu vorsichtig^^). In Präsens ist es auch noch geschrieben, das mag ich eigentlich auch nicht so gerne.

    Und nach hinten heraus fand ich es mit seinen 350 Seiten zu kurz.

    Ich hätte furchtbar gerne eine Fortsetzung. Oder mehrere.


    Es geht um eine Wesenheit, die von sich selber glaubt, sie sei ein Dämon und die schwarze Seelen (also die richtig, richtig böser Menschen, die meist auf äußerst unschöne Art und Weise andere Menschen ermorden) einsammelt, um sie der Hölle zukommen zu lassen. Um an die schwarzen Seelen zu kommen, müssen deren lebende Körper natürlich getötet werden.


    Aber eines Tage begegnet unser Dämonen einer Menschenfrau, für die er anfängt, schwer etwas über zu haben, und es geschehen Morde in Frankfurt auf Arten und Weisen, die ihm doch recht bekannt vorkommen, und in ihm kommen ihm nicht erklärbare Träume oder Erinnerungen oder Visionen auf.


    Die Geschichte bewegt such auf zwei Ebenen, einmal ist Eshr'el/Ludwig, der nach der Haupthandlung in Afrika in der Ich-Perspektive sitzt und die Geschehnisse aufschreibt, in Begleitung des Engels Maria, die ihn, sein Vorhaben und das, was er schreibt kommentiert und Einwürfe macht, die so manches, was noch geschehen wird, vorwegnehmen/vorweg erklären/andeuten (und die ihm mehrmals sagt, er sei kein Dämon), und eben Eshr'el/Ludwig, wie er die Ereignisse rückwirkend ebenfalls in der Ich-Perspektive überhaupt erst erlebt.


    Alles in allem treffen sich in diesem Buch Krimi, Thriller und Fantasy, das sich für mich sehr spannend und interessant liest, mit einigen interessanten Ansätzen und Andeutungen. Die (eigentliche) Geschichte ist am Ende fertig erzählt, und doch finde ich, gibt es einige kleine Andeutungen oder Ansätze, die mich wünschen lassen, es möge noch mindestens eine Fortsetzung geben, außerdem natürlich, weil es einige interessante Figuren gibt.

  • Steife Prise, Scheibenwelt-Romane von Terry Pratchett


    Ich habe schon viele Scheibenwelt-Romane gelesen und dieser sticht tatsächlich deutlich hervor, da er unerwartet Düster und Ernst ist.

  • Blut der Götter von Karl-Heinz Witzko habe ich jüngst verschlungen. Eine düstere, spannende Geschichte, in einer Fantasywelt, die einerseits vertraut wirkt, andererseits immer wieder Neues und Überraschendes bietet. Der Protagonist ist eine Person mit vielen Facetten und bewegt sich in einem gut durchdachten, innerweltlich logischen Hintergrund. Er interagiert mit vielen verschiedenen, liebevoll ausgearbeiteten oder überzeugend skizzierten Nebenfiguren. Der Wechsel zwischen der eigentlichen Geschichte, die vom Protagonisten und anderen vorangetrieben wird, sowie Hintergrundinformationen ist gut balanciert. Der Spannungsbogen wird in Ruhe aufgebaut, das Ende ist überraschend. Trotz des - schon im Titel erkennbaren - blutigen Themas blitzt immer wieder Witzkos Humor auf. Einer der vergnüglichsten Fantasykrimis der letzten Jahre.

    ich wäre ja perfekt, wenn ich nicht so bescheiden wäre....

  • Blut der Götter von Karl-Heinz Witzko habe ich jüngst verschlungen. Eine düstere, spannende Geschichte, in einer Fantasywelt, die einerseits vertraut wirkt, andererseits immer wieder Neues und Überraschendes bietet. Der Protagonist ist eine Person mit vielen Facetten und bewegt sich in einem gut durchdachten, innerweltlich logischen Hintergrund. Er interagiert mit vielen verschiedenen, liebevoll ausgearbeiteten oder überzeugend skizzierten Nebenfiguren. Der Wechsel zwischen der eigentlichen Geschichte, die vom Protagonisten und anderen vorangetrieben wird, sowie Hintergrundinformationen ist gut balanciert. Der Spannungsbogen wird in Ruhe aufgebaut, das Ende ist überraschend. Trotz des - schon im Titel erkennbaren - blutigen Themas blitzt immer wieder Witzkos Humor auf. Einer der vergnüglichsten Fantasykrimis der letzten Jahre.


    Danke für die Einschätzung, dann werde ich mir das KHW Buch noch schnell kaufen...

    Nietzsche und Amazeroth - Also sprach Zarathustra (zweiter Teil):


    Was erschrak ich doch so in meinem Traume, dass ich aufwachte? Trat nicht ein Kind zu mir, das einen Spiegel trug?

    "Oh Zarathustra - sprach das Kind zu mir - schaue Dich an im Spiegel!"

    Aber als ich in den Spiegel schaute, da schrie ich auf, und mein Herz war erschüttert: denn nicht mich sah ich darin, sondern eines Teufels Fratze und Hohnlachen.

  • Ich habe jetzt Jonathan Strange & Mr. Norrell von Susanna Clarke durch. Eigentlich Fantasy, doch ziemlich ungewöhnlich:


    Während früher, bis etwa ins 14. Jahrhundert, Magie in England gang und gäbe war, ist sie heute (1806-1817) verschwunden; es gibt nur noch theoretische Magier, die jedoch nicht zaubern können. Mr. Norrell führt die "neue englische Magie" ein, die sich im Gegensatz zu den Gepflogenheiten früherer Magier, keiner Feenpakte bedient. Er und etwas später sein Schüler Jonathan Strange arbeiten an der Anerkennung der Magie, wobei sie sich vor allem in den Napoleonischen Kriegen beweisen. Und später geht dann so einiges schief...


    Interessant wir das Buch durch den Stil von Susanna Clarke. Es liest sich wie ein Gesellschaftsroman des frühen 19. Jahrhunderts, etwa von Jane Austen, Charlotte Bronte oder William Thackeray. Der Aufbau ist gemächlich, viele Nebenfiguren werden eingeführt, alltägliche Dinge werden geschildert.


    Klare Empfehlung für jeden, der einmal Fantasy abseits des üblichen lesen und sich auf ein kleines stilistisches Experiment einlassen möchte.

    Huldvoll winkend


    ---Jan van Leyden

  • Außer natürlich viel DSA-Kram und -Romane lese ich zur Zeit auch den 7. Fall von Peter Grant, also "Die Glocken von Whitechapel" von Ben Aaronovitch.

    Kann ich nur empfehlen. Fantastische Kriminalkrimis, mit Humor gewürzt und architektonisch untermalt.


    Ansonsten kann ich noch den "Eisernen Druiden" empfehlen, obwohl die Covers etwas kitschig wirken.

    "Schick doch die Maraskaner, die werden wiedergeboren"

    Ausspruch Helme Haffax bei der Eroberung Medenas im Efferd 1029 BF

  • Phönix und Affe von Judith C. Vogt (Splittermondreihe, Band 3). Flüssig zu lesen, es fiel mir nicht schwer, mich auf die Splittermondwelt einzulassen. Vogt schreibt im gewohnt gekonnten Stil, beschreibt Hintergrund, Haupt- wie auch Nebenakteure überzeugend. Die beiden Protagonisten kämpfen sich durch eine an China angelehnte Fantasygegend, reisen viel, man lernt nebenbei noch "Land und Leute" kennen. Klare Leseempfehlung für asiensettinginterressierte Leser.

    ich wäre ja perfekt, wenn ich nicht so bescheiden wäre....

  • DSA-Kram und -Romane

    Welche Romane hast du denn gerade in Arbeit?

    Hab gerade die letzten beiden Al'Anfa-Romane "Rabenerbe" und "Rabenbund" und "Kurs Südmeer" gelesen und werde wohl bald mit der Reihe "Blut der Castesier" beginnen.

    "Schick doch die Maraskaner, die werden wiedergeboren"

    Ausspruch Helme Haffax bei der Eroberung Medenas im Efferd 1029 BF

  • Al'Anfa-Romane "Rabenerbe" und "Rabenbund"

    Warst du zufrieden mit Heike Wolfs Arbeit?

    War sehr zufrieden, fand die 2 Romane sehr stimmungsvoll, die Charaktere sehr gut dargestellt und ich steh einfach auf das Setting.

    "Schick doch die Maraskaner, die werden wiedergeboren"

    Ausspruch Helme Haffax bei der Eroberung Medenas im Efferd 1029 BF

  • Habe jetzt "Rheanne" von Anne Troja gelesen. Ein Fantasy-Krimi, Mord auf einem Schiff. Liest sich ganz flüssig.

    Allerdings stört mich etwas:

    Ganz schlechte Krimis offenbaren als Täter auf der letzten Seite jemanden, der bis dahin nie in Erscheinung trat. Um das zu umgehen, drehen manche Autoren das einfach komplett um und präsentieren den Täter als ersten. Wenn man das weiß, ist die Überraschung weg.

  • Im Februar mit der Reihe angefangen, habe ich heute Band 22 der Amelia-Peabody-Reihe (mal wieder^^) von Elizabeth Peters ausgelesen.

    Damals wie heute gilt für mich, dass mir etwa die ersten 2/3 Bände dieser Krimi-Reihe im meist ägyptischen-Exkavationsumfeld zwischen 1884 und 1922 besser gefallen. Die sollte man zwar alle nicht lesen, wenn man an vorwiegend ausgefeilten Krimi-Plots interessiert ist, sondern wenn man wunderbare Figuren mag im Krimi-Plot, aber die späteren Bände sind mir immer noch etwas zu zäh, zu viel anderes nebenbei, zu wenig/seichter Plot (und Ramses' Agenten-Plots finde ich persönlich ohnehin nicht so spannend) und haben dann mit die meisten Seiten. Zum Ende hin wird es wieder besser, gerade die 21 kommt mit einer recht straffen Handlung, bei der ich öfter lachen konnte, daher.