Was lest ihr im Moment!?

Orkenspalter zieht sich aus sozialen Netzwerken zurück

Die Ankündigung dazu könnt ihr gerne hier nachlesen.
  • Bitte, gerne. :)


    Ich habe "In toten Sprachen" von David Wilson gestern beendet, den zweiten Band der Gralskonvent-Trilogie aus Vampire: The dark Ages". Wie schon beim ersten Band standen vor allem zwischen dem Buch und mir der fehlende Bezug zu Hintergrund und Regelwerk von V:tdA. Was die Vampire so alles können, lässt mich regelmäßig erstaunen, und manch eine Institution kommt da so grundlegend anders weg, als in den Quellenbänden beschrieben.

    Die Hauptfigur, wenn auch nicht der größte Platzhirsch, doch ein großer, aber sich ihnen immer mal wieder doch annähernd auf Augenhöhe stellend, ist bewundernswert großartig (weshalb er auch von vielen bewundert wird), die Intrigen finde ich so intrigenhaft nicht, und wenn schon das durchaus interessante Thema "Untergang der Templer" zentrales Thema ist, hätte man sich wenigstens ein kleines bisschen an historische Begebenheiten halten könne, statt sich was völlig anderes auszudenken.

    Wie im ersten Band fehlt es absolut an zeitlichen Angaben an jedweder Hinsicht, ebenso an Ortsangaben (ein Ort namens Holywell in Frankenreich hilft wenig weiter). Man kann sich aufgrund der Ereignisse grob selber zusammenreißen, wann ungefähr es spielt, aber wie man zwei Bücher lang Jahrhunderte überspannen kann, ohne einmal ein Jahr zu nennen, wie lange etwas anderes her ist, oder auch nur einen Monat, oder wie lange man von A nach B unterwegs ist, geht meiner persönlichen Pedanterie in solchen Dingen ganz entgegen.

    Immerhin war das Buch weniger zähl als Band I. Wenn ich den dritten Band günstig kriege, werde ich ihn mir auch zulegen und lesen, weil ich schon wissen möchte, wie es ausgeht, in der kleinen Hoffnung, dass zwei oder drei Sachen erklärt werden, aber ich glaube nicht, dass ich darüber hinaus lange auf den Büchern hocken werde.

    Insgesamt fand ich auch den zweiten Band enttäuschend.

  • "Rote Grütze mit Schuss" von Krischan Koch ist trotz des Titels, der vielleicht andere Assoziationen aufkommen lassen kann, ein Krimi, der in einem fiktiven kleinen Dorf mit mehr Schafen (600) als Einwohnern (176 - aber auch nur zu Beginn) angesiedelt ist.

    Der örtliche Polizist, seit Jahren bestrebt, die Kriminalitätsrate irgendwie als existierend auszuweisen, damit seine Dienststelle nicht eingestampft wird, findet sich überraschend mit einem Mord, oder auch zweien, konfrontiert und erhält Unterstützung einer Kieler Kommissarin.

    Als Leser kann man durchaus wichtige Hintergründe mit erlesen, die die beiden Polizisten erst noch herausfinden müssen, aber auch das wirft eher weitere Fragen auf und macht es spannend, als "Ach so war das - was lese ich nun weiter" auszulösen.

    Aber eigentlich geht es gar nicht um die Krimihandlung, oder nur auch, denn tatsächlich ist das für einen Krimi mit Leichen (und im Mähdrescher zerstückelt zu werden ist nun auch keine ganz unblutige Angelegenheit) recht humoristisch beschrieben und vor allem stehen die Dörfler und ihre dörflerischen Lebensweisen und Ansichten und Miteinander (teilweise recht umtriebig) im Vordergrund.

    Stilistisch finde ich das Buch nicht immer anstandslos (was mit, aber nicht nur, daran liegt, dass ich die verwendete Zeitform Präsens in Romanen nicht mag), alle Fäden und Fragen werden am Ende leider auch nicht anstandslos umfassend geklärt, aber insgesamt habe ich mich doch sehr gut unterhalten gefühlt.

    Nun habe ich gesehen, dass es der erste Band einer Reihe ist und es noch drei weitere Bände gibt - vielleicht kann ich die ja auch mal günstig auftun.

    Am Ende steht sogar der Titel im Kontext mit der Handlung.

  • "Das Buch ohne Staben" von Anonymus ausgelesen. Das hatte ich vor etwa anderthalb Jahren spontan aus einer Ramschkiste gezogen, keine Ahnung wieso, eigentlich mit der Überzeugung, dass das nichts für mich ist. Das war auch der Grund, warum es solange im Leseregal stand. Ich kann mich für blutige Gemetzel wie bei Tarantino nicht wirklich erwärmen, und Referenz zu Tarantino wurden schon im Aufdruck der Innenseite des Buchdeckels geschlagen.


    Ich habe es also gelesen, mehr, weil es endlich aus meinem Leseregal verschwinden soll. Und wurde ungemein überrascht. Nicht nur, dass die Handlung sehr wenig mit dem zu tun hat, was auf der Rückseite steht, war sie dazu noch deutlich vielschichtiger (recht viele Handlungsfäden) als erwartet, und dazu ungemein spannend geschrieben. Blutige Metzeleien gab es auch, waren aber weder so detailliert, noch so viele, wie befürchtet (Details gibt es dennoch), es gibt sogar so etwas ähnliches wie ein Happy End. Außerdem ist der stilistische Humor zuweilen ganz witzig, und die Pointe am Schluss irgendwo umwerfend komisch.


    Der deutsche Titel ist übrigens unglaublich dämlich und hat keinerlei Bezug zu irgendwas im Inhalt.



    HimigSohndesDulin : Für Interesse an einem ausführlicheren Austausch haben wir auch einen Phileasson-Thread.

  • Schattenkatze die "Das Buch..." Reihe ist super. Also find ich. Ich steh aber auch auf Tarantino und Gemetzel ;)

    Herrlich skurrile Charaktere (Elvis!) und der Humor deckt so ziemlich alle Facetten ab. Und The Bourbon Kid ist so badass :evil:

    Siehst reiten Du, jene neune? Die finster und verloren sind.


    Ash nazg durbatulûk, ash nazg gimbatul,

    ash nazg thrakatulûk agh burzum-ishi krimpatul.


  • Zuletzt gelesen habe ich "The Abyss Surrounds Us" und "Edge of the Abyss" von Emily Skrutskie. Wurde mir empfohlen als "Pokemon meets Goodzilla meets Dystopian Near Future Pirates meets diverse YA coming of age" und... ja, der Satz trifft es eigentlich perfekt, wenn man den liest und denkt "Okay jetzt will ich das lesen" dann ist das Buch auch was für einen.


    Kurz zusammengefasst: In der nahen Zukunft haben Erderwärmung, Meeresspiegel etc. die politische und soziale Weltordnung über den Haufen geworden, Seefahrt wird ein wichtiger Faktor der die Welt zusammenhält und Piraterie ein großes Problem. Um das in den Griff zu bekommen landet man bei der absolut naheliegendsten Lösung: gigantische genmanipulierte Seemonster die von hochspezialisierten Trainern ausgebildet und kontrolliert werden und die wichtige Schiff begleiten und vor Piraten beschützen. Ja, die Prämisse ist komplett Banane aber alleine das Bild von hochhausgroßen Seemonstern die in Seeschlachten mit Pseudo-Laserpointern ferngesteuert Schiffe angreifen ist so grandios dass zumindest ich bereit bin dafür über viele Bananen hinweg zu sehen :D


    Also das ist jetzt alles keine große Kunst (ist AFAIK auch das Erstlingswerk der Autorin, dafür IMO schon sehr gelungen), hab beide Bände in jeweils unter 2 Tagen nebenher weggeschnupft aber hab mich dabei auch keine Sekunde gelangweilt, in einer Rezension wurde es als "effortlessly diverse" beschrieben und das trifft es sehr gut, es hat eine halb-asiatische Protagonistin, eine Cast mit vielen Frauen, nicht-weißen und auch nicht-hetero Charakteren ohne dass da jemals ein großes Aufheben oder so drum gemacht wird.

  • Ich habe jetzt angefangen Tad Williams' Otherland ein zweites Mal zu lesen. Vor 15 Jahren hatte es mich vollkommen begeistert, heute scheint es mich nicht mehr so zu packen. Liegt vermutlich daran, dass sich die Realität seinen technischen Vorstellung nähert.


    Auf Otherland gekommen bin ich durch Ready Player One von Ernest Cline, dem Buch, auf dem der gleichnamige Film basiert. Der Anfang war fantastisch und hat mir eine ganze Reihe Nerd-Orgasmen beschert, am Ende ließ es doch nach. Dennoch: wem der Film gefallen hat, der sollte in jedem Falls das Buch lesen - es ist deutlich besser.

    Huldvoll winkend


    ---Jan van Leyden

  • Zum Geburtstag gab es u.a. "Geister auf der Metroplitan Line" von Ben Aaranovich, den neusten Band aus der Peter Grant-Reihe. Der Band kommt mit 170 Seiten (und eher großzügig konzipierten Seiten) ungewohnt schmal daher, er läuft auch ohne den übergeordneten Handlungsbogen um den "Gesichtslosen".

    Davon abgesehen ist er (natürlich) flott zwischen Tür und Angel zu lesen und wie gehabt sehr amüsant im Wortwitz und der Handlung.

  • Für den Urlaub hab ich mir nach langen Gesuche "Gute Omen" von Pratchett & Neil Gaiman zugelegt, weil ich von Neil eine gute, bös-witzige Kurzgeschichte gelesen habe ... und zu Pratchett brauche ich wohl nichts sagen.

    Was ist bisher so auf den ersten 10-20 Seiten las gefällt mir.

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterschieden.

  • Seit George MacDonald Fraser hat es nur ein Autor geschafft, ganz oben auf die Liste meiner Lieblingsautoren zu gelangen: Jasper Fforde. Ob nun die Reihe um Thursday Next (bei der der 7. Band in der deutschen Übersetzung seit Jahren überfällig ist) oder die Letzte Drachentöterin-Reihe.

    Diese ist als Jugendbuch-Reihe angegeben, was ich aber wie auch die Reihe um Skulduggery Pleasant als unpassend ansehe, so primär Jugendbuch finde ich das nicht.

    Den dritten Band, "Das Auge des Zoltars" habe ich heute ausgelesen.

    Die gute Nachricht ist: Ich dachte, es wäre eine Trilogie, ist es aber nicht, sondern es geht weiter (und der Handlungsbogen dahin wird am Ende des Bandes begonnen).

    Die schlechte Nachricht ist: Es gibt zwar einen Arbeitstitel für den vierten (und bislang letzten) Band, aber mehr auch leider nicht (und Band 3 ist von 2013).


    Wie gehabt entwickelt sich die Handlung in den Ununited Kingdoms (allein solche Schöpfungen finde ich gut) weiter mit diversen kleinen Weltgestaltungs-Ausflügen, und die Wortspielereien sind wie immer toll (in meinen Augen), allein "Zauberbarisch" etwa. Die Gefahren werden immer größer, die Gegner und Herausforderungen mächtiger, Figuren sterben, und ganz am Ende zeigt sich, dass alles nur ein Vorspiel war, weil einige Fäden und Erwähnungen und Begebenheiten der früheren Bände durchaus unerwartete Wendungen nehmen.

  • Ich lese gerade Der letzte Wunsch von Andrzej Sapkowski. Hatte ich mir schon vor ein paar Jahren gekauft, aber nur "angelesen". Im Moment spiel ich gerade The Witcher 3 und hatte deshalb doch wieder Bock weiterzulesen. Es sind Kurzgeschichten die wenig bis gar nichts miteinander zu tun haben, bis auf die Tatsache, dass der Hexer Geralt von Riva der Protagonist ist. Alles etwas "flach". Aber sehr kurzweilig.

  • Zum Geburtstag gab es u.a. "Geister auf der Metroplitan Line"

    steht bei mir auch ganz oben auf der "to read" liste.

    Habe grade Band 2 der Weitseher-Trilogie von Robin Hobb abgeschlossen und nun mit der grafic novel zu rivers of Londen #1 Body work(auf Englisch) als überbrücken bis Amazon Teil 3 liefert...

    Eis ist nicht Tot, es ist Erinnerung.
    Eis will keine Starre, es will Geduld und Warten.
    Eis zerstört nicht, es bewahrt.
    Kälte bringt nicht Schmerz, sie sucht Stärke.
    Kälte ist nicht Leid, sie gebiert Hoffnung.
    Kälte fordert kein Leben, sie prüft es.
    Sein Zorn jedoch, so entfacht
    ist Tod, ist Starre, ist Zerstörung.

    Seine Strafe: Schmerz, Leid und Verderben

  • Auch wenn die Bücher zur Phileasson Saga spitze sind, brauchte ich vor dem (aktuell) letzten Band mal eine kleine Pause.


    Darum lese ich zurzeit einen kleinen Sammelband mit verschiedenen Kurzgeschichten von H. P. Lovecraft. Zum einen entlehnen ja nicht wenige Autoren aus diesem Universum verschiedenste Dinge und zum anderen habe ich neulich einige Orkenspalter TV LPs zu Cthulhu gesehen. Da wollte ich mal reinschnuppern und mir selbst ein Bild machen.

  • Ich habe gestern nach einigen Stunden binge-reading Neil Gaimans "Norse Mythology" abgeschlossen und bin begeistert. Die Mythen wurden sehr passend aufbereitet, waren kurzweilig zu lesen und die Götter wurden mMn passend dargestellt, auch wenn (zugunsten des Leseflusses) viele Erklärungen, wer nun welcher Gott ist und weshalb er hier relevant wird, fehlen. Aber ansonsten ein sehr schönes Mythenbuch, welches zum Glück auf die ellenlangen Kampfbeschreibungen, wie sie in manchen Eddas zu finden sind, verzichtet.