Papst!

  • Gehen wir mal davon aus ein schwarzer (afrikanischer) Kardinal würde Papst werden. Meint ihr nicht, dass das einen Konflikt auslösen würde...? Also regelmäßig höre ich im Supermarkt, beim Friseur(nicht oft :lol: , aber heute mittag), und was weiß ich, dass es doch nicht ok wäre wenn ein Schwarzer es werden würde. Doch kamen diese Stimmen ausschließlich von alten Leuten (über 60!!!).
    Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Einerseits könnte es denen doch egal sein, da sie sowieso nichts daran ändern könnten. Andererseits, wie würde eine christliche Welt auf diesen, ich sage mal, neuen Zustand reagieren?


    Sehr verwirrend! :shocked:


    Mir persönlich ist es nicht so wichtig, wer es wird, wenn der Gewälte nicht gravierende Veränderungen hervorrufen würde. Doch kann man sowas ja nicht wissen. :-/

  • Also bi uns in Sleswig-Holstein hört man in erster Linie, dass den leuten die Berichterstattung über den Papst einfach auf den heiligen Geist geht.


    Besonders die BILD will einen ja anscheinend zwangreligiösieren, was mMn schon ziemlich gruselige Züge annimmt...

  • Ja, wer schaut sich denn auch die Titelseite der Bildzeitung an? :lol:


    Ich denke aus welcher Weltgegend der neue Papst kommt ist ersteinmal nicht so wichtig, jeder dürfte akzeptiert werden. Ich meine, manche Italiener hatten ja schon mit einem Polen am Anfang Probleme. Aber man gewöhnt sich an alles.

    Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse alles, was du sagst. (Matthias Claudius)

  • Quote

    Gehen wir mal davon aus ein schwarzer (afrikanischer) Kardinal würde Papst werden. Meint ihr nicht, dass das einen Konflikt auslösen würde...? Also regelmäßig höre ich im Supermarkt, beim Friseur(nicht oft :lol: , aber heute mittag), und was weiß ich, dass es doch nicht ok wäre wenn ein Schwarzer es werden würde. Doch kamen diese Stimmen ausschließlich von alten Leuten (über 60!!!).
    Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Einerseits könnte es denen doch egal sein, da sie sowieso nichts daran ändern könnten. Andererseits, wie würde eine christliche Welt auf diesen, ich sage mal, neuen Zustand reagieren?


    Wie sagte es der 13. Apostel Rufus in Dogma:


    "Ein Schwarzer kann vielleicht Autoradios klauen, aber niemals euer Heiland sein!"

  • Quote

    "Ein Schwarzer kann vielleicht Autoradios klauen, aber niemals euer Heiland sein!"

    - Klar gibt es auch innerhlab der Kirche (wie außerhalb) rassistische Arschlöcher. Aber solange der hypothetische afrokanische Papst sich nicht zum Heiland selbst erklärt, sehe ich da kein Problem. Die Kirche kennt ja auch diverse afrikanische Heilige, z.B. Mauritius, Augustinus & Antonius (obwohl die wohl keine subsaharischen Afrikaner waren). Außerdem ist der Generalsekretär (weltliches Papstpendant) der UN ja auch Afrikaner und hat deswegen keine Probleme.

  • Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es auch immer sehr stark auf den Schwarzen selbst ankommt. Mit Kofi Annan hat ja auch niemand Probleme, weil dieser Mann einfach eine Würde ausstrahlt, die seinesgleichen sucht. Man sollte an einen schwarzen Papst nicht mit der Gangsterrapper Mentalität rangehen, die man so aus dem Fernsehen und von seiner Straßenecke kennt. Ich denke ein schwarzer Papst wäre auch für die meisten Gläubigen kein Problem, nur ob er (er)gewählt wird, das ist die Frage.

    Wenn es sein muss, muss es auch gemacht werden. Ist nur noch die Frage, wer es macht. Ich ruh mich nämlich gerade aus.

  • Condor scherzt:

    Quote

    So'n Mist, dann muß ich demnächst auch heimlich in die Kirche schleichen und darf beim Abendmahl bloß zusehen

    .


    Leider leider war ich als Kind von einem derartigen Vorgehen meiner Elternteile betroffen, da mein Vater geschieden war als er meine Mutter heiratete und beide nun nicht mehr, entgegen ALLEN anderen Leuten im Dorf, die hl. Kommunion empfangen durften. Sie lebten sozusagen in ständiger Sünde und nur wenn sie sich wieder hätten scheiden lassen oder vor dem Pfarrer geschworen hätten , keinen Verkehr mehr zu haben, hätte er ihnen das sakrament gestattet. Und ich armer Bub war dann der einzige, dessen eltern bei meiner eigenen Kommunion nicht mit an den Altar durften......


    Solche TATSACHEN prägen und machen die Institution Kirche nicht gerade zum Freund. Ja, das ist der freie Wille des Menschen. Dass die Kirche mit ihrer ''Sündenpolitik'' in Sachen Sexualmoral ihren Schäfchen Schuldgefühle einverleibt ist ja von ihr durchaus gewollt, denn wer sich schuldig fühlt , lässt sich leichter manipulieren.


    Nochwas zum Priestertum:
    Die Verweigerung der Frauenpriesterschaft mag ja im Mittelalter und davor soziologisch und moralisch begründet gewesen sein, aber heute ist eine solche Haltung einfach überholt und geht an der gesellschaftlichen Realität vorbei. In Aventurien wäre eine solche Haltung UNDENKBAR ! :lol: Ich prophezeie, dass sich die Kirche an dieser Frage entweder spalten wird oder dass sie nachgeben muss.......Aber sie wird sich lieber spalten lassen. Wie heißt es :Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr, als dass eine Frau Priester wird.....oder so ähnlich...... :lol:

    Wir mischen uns , da `n bisschen ein - so soll es sein , so wird es sein .

  • Nunja, die Kirche hat sich schon einmal gespalten und dabei die Frage der Frauenpriesterschaft "geradegezogen". Ist also nicht unbedingt nötig, dass die katholische Kirche sich nocheinmal spaltet.

    Eigene Witze sind immernoch die besten!

  • HathumilDreikorn: Wenn Deine Abneigung gegen die Kirche durch persönliche schlechte Erfahrungen bedingt ist, werde ich Dich wohl kaum nicht davon abbringen können. Da ich selbst 1) mit vernünftigen Priestern, 2) in der Großstadt und 3) als lokale religiöse Minderheit aufgewachsen bin, wurde ich natürlich ganz anders vorgeprägt.


    Klar, daß du abgeschreckt bist. Wenn Deine persönliche Frustration allerdings soweit geht, die Kirche insgesamt als Verschwörung böser alter Männer zu sehen und alle Gläubigen als hirngewaschene Heuchler, ist das übertrieben und anmaßend.

  • Man sollte allerdings auch nicht so verbohrt sein, diese Auswüchse der katholischen Kirche als einfache EInzelfälle hinzustellen. Diese Kirche ist marode und in vielen Punkten nicht mehr zeitgemäß. Wenn man das nicht einsieht, dann ist man ein hirngewaschener Heuchler.

    Wenn es sein muss, muss es auch gemacht werden. Ist nur noch die Frage, wer es macht. Ich ruh mich nämlich gerade aus.

  • Darabrob: Ahh entwaffnende Objektivität :angst: , das ist unfair! Aber danke für das diplomatische "man"!
    Klar muß man alle Seiten sehen, oder es zumindest versuchen. Es ist nur schwer, alle Seiten gleichzeitig zu vertreten (Außerdem ist es witziger, der Advocatus Diaboli bzw. Papae zu sein :zwinker2: ).

  • Man muss ja gar nicht alle Seiten vertreten, aber aufgeschlossen für die Argumente der Gegenseite sollte man sein. Und das ist bei religiösen Themen häufig der Knackpunkt, an dem die Diskussion scheitert.

    Wenn es sein muss, muss es auch gemacht werden. Ist nur noch die Frage, wer es macht. Ich ruh mich nämlich gerade aus.

  • Hab gerade den Beitrag im Spiegel gelesen...


    Unglaublich, was da gerade abgeht. Hunderttausende stehen stundenlang/tagelang Schlange und wollen den aufgebetteten Leichnam sehen...


    Zur Beerdigung werden 3 Millionen Menschen erwartet.


    Ist fast schon fanatisch...

  • Das ist nicht nur 'fast' fanatisch. Das ist Fanatismus pur.

    Wenn es sein muss, muss es auch gemacht werden. Ist nur noch die Frage, wer es macht. Ich ruh mich nämlich gerade aus.

  • Ähm... Würden sich die drei Millionen Gewehre schnappen und auf Moslemjagdt gehen, so wäre das für mich fanatisch, so empfinde ich das als relativ normal: Der Papst ist der geistige Hirte für die katholische Kirche und somit für viele Menschen sehr wichtig. Und wenn ein Mensch stirbt, der einen etwas bedeutet, so möchte man Abschied nehmen. Was ist daran fanatisch?


    Ach, ich vergass, es ist der Papst, der darf einen ja nicht wichtig sein, weil er nicht demokratisch bestimmt wurde. Und er konservative Ansichten hatte, natürlich darf er einem dann nicht wichtig sein.


    Ich fasse meine Meinung so zusammen:


    Papst Johannes Paul war ein großer Mensch, der mich durch seinen Willen beeindruckt hat. Er war körperlich am Ende, aber er hat trotzdem weiter gemacht. Er mag Ansichten gehabt haben, die ich nicht teile, aber dennoch habe ich ihn bewundert.

  • Also ich finde es schon fanatisch, wenn man 12 Stunden ansteht, nur um 5 Sekunden auf den Leichnam eines Mann schauen zu dürfen. Ob dieser einem nun etwas bedeutet hat oder nicht.
    Aber mir war fast klar, dass ich sofort eine negative Reaktion bekomme. Dafür sind wir eben alle doch zu viel Christen. Die wenigsten hier würden wahrscheinlich zögern die Menschenmassen in Mekka als fanatisch zu beschreiben, wenn sie vor der Kabaa beten, aber bei Christen ist das natürlich was anderes... :iek:

    Wenn es sein muss, muss es auch gemacht werden. Ist nur noch die Frage, wer es macht. Ich ruh mich nämlich gerade aus.

  • Wunderbar wir sind wieder dabei, Leute, die andere Ansichtan haben als intollerante Kreuzzügler zu bezeichnen.


    Ich sehe im Pilgern nach Mekka keinen Unterschied zu dem Pilgern nach Santiago de Compostela. Aber das lässt man ja nicht gelten, ich bin katholisch, also bin ich intollerant und folglich verstehe ich andere Kulturen nicht. Kann es sein, das sich hier jemand das argumentieren verdammt einfach macht, indem er Vorurteile, die auf einige Vertreter zutreffen einfach auf alle ausweitet?


    Herje, ich hätte nicht gedacht, das ich nochmal für die Kirche Partei ergreife, nun... an sich ergreife ich für die Gläubigen Partei.

  • Dann sei doch einfach froh, dass du die rühmliche Ausnahme bist. Oder vielleicht ja sogar nur einer unter vielen. Ich wollte eigentlich auch nur darauf hinaus, dass wir, wenn es um unsere Kultur und Geschichte geht selten objektiv sind. Und genau deshalb bleibe ich dabei, dass die 3,5 Millionen Menschen, die jetzt nach Rom gereist sind Fanatiker sind.

    Wenn es sein muss, muss es auch gemacht werden. Ist nur noch die Frage, wer es macht. Ich ruh mich nämlich gerade aus.