Reise nach Punin...

Orkenspalter Downloads - Rezensionswettbewerb
Derzeit läuft ein Rezensionswettbewerb bis Ende Mai. Zu gewinnen gibt es eine Hardcover-Vollfarb-Variante des "Großen Orkenspalter Kochbuchs Band II". Details gibt es hier. Wer nicht weiß, was er bewerten soll: im Download-Bereich sind rechts Infoboxen, was zuletzt bewertet wurde, aber auch wo noch Rezensionen fehlen!
  • Praiostag, 17. Travia 21 Hal, Ragathien


    Es ist ein warmer, beinahe heißer Praiostag. Die Sonnenscheibe hat den Zenit ihres heutigen Laufes schon überschritten. Wenige Meilen südlich der Stadt zur Wacht der Almadaner Pforte führt ein Seitenweg der Reichsstraße nach Osten, weg vom Quellfluß Yaquir und leicht hinauf auf einen der unzähligen Hügel, die überall von Windmühlen gekrönt sind. Die Flügel drehen sich inmitten abgeernteter Getreidefelder. Die Heugarben sind frisch gebunden, viele in Form von Kegeln. Doch auch Stuten aus Heu und Gänse aus Gras erfreuen Auge und Herz des Betrachters. Ein leichter, warmer Wind weht über die nahen Weinberge, welche hier noch nicht so üppig vorhanden sind wie weiter im Süden.


    Der kleine Weg ist säuberlich hergerichtet, die Fahrspuren mit Kies aufgefüllt. Zypressen und kleine immergrüne Lebensbäumchen zieren die Allee. Und zwischen ihnen stehen Holzkübel mit Apfelbäumchen und Weinstöcken, alle festlich geschmückt mit roten und arangenen Bändern; hie und da blitzen auch blauen Farben auf. Kleine Holztierchen hängen in ihren Zweigen und Reben. Alles ist geschmückt, um die Ernte zu feiern und die Göttinnen zu preisen.


    Auf diesem Weg steht ein Ochsenwagen, ein zweispänniges Fuhrwerk, auf dessen Ladefläche sich sechs Stapel von je vier Holzstühlen befinden. Nur einer von diesen Stapeln weist drei Stühle auf. Auf der hinteren Wagenfläche liegt eine robuste, ältliche Frau mit Kopftuch auf der Seite – schlafend, ein Tuch ist über ihr Gesicht gestreift. Den Eindruck eines geruhsamen Nachmittagsschläfchens machen jedoch die fünf anderen Gestalten zunichte, welche um den Wagen herumstehen und sich zu schmücken versuchen; zu schmücken versuchen für das Fest, das im etwa 200 Schritt entfernten Dorf am Fuße der Hügel gefeiert wird. Und dem Gesang der Dörfler und dem Geruch von Gebratenem scheinen die zwei Zwerge, die beiden Frauen und der Mann mit dem zerzausten Haar nicht zu widerstehen können.

  • Engerim, der größere der beiden Zwerge, streicht noch einmal sein dunkelgraues Brokatgewand glatt, ehe er das grobe Tau um seine Hüften schlingt. Sein großes Beil legt er jedoch, genau wie den Rest seines Gepäcks auf besagtem Karren ab. Noch einmal kurz fährt er sich durch Bart und Haar, um dies zu ordnen. "Also, was ist nun? sei ihr endlich fertig euch wie einen Gockel herzurichten? So langsam glaube ich, dass die Zeit zum Essen gekommen ist."

    ct2.gif[br][br]"Keuscheit ist die unnatürlichste aller sexuellen Perversionen."
    [br]"Das Wesen eines Genies besteht zu 5 Prozent aus Inspiration und zu 95 Prozent aus Transpiration." [Albert Einstein]

  • Auch Kerry - nicht besonders groß, braunhaarig und mit einem durchschnittlich-hübschem Gesicht - hat sich mittlerweile umgezogen. Ihre einfache, wenn auch saubere und in Stand gehaltene Leinenkleidung hat sie gegen ein Seidenhemd und eine Hose aus dem gleichen Material eingetauscht. Die seidene Schärpe bildet einen angenehmen Kontrast, ihre Stiefel blitzen und blinken und der Hut mit der roten Feder sitzt keck auf ihrem offen getragenem, langem Haar.
    So kommt sie hinter einem Busch hervor. Ihre abgelegte Kleidung trägt sie als Bündel in der Hand, in der anderen Florett und Hakendolch. Geschwind, aber darauf achtend, mit der Seide an keinem Splitter hängenzubleiben, klettert sie auf die Ladefläche des Wagens, wo sie die Kleidung und den Dolch in ihrem Rucksack verstaut und das Florett draußen fest bindet.
    Belustigt grinsend sieht sie dann auf die andere Frau, die gerade dem zweiten Zwerg ausgeredet hat, bunte Bänder von einem Busch zu nehmen und zur eigenen Verschönerung zu benutzen.
    Doch auch der andere Zwerg bietet in Grau nicht gerade einen fröhlichen und erheiternden Anblick.
    Kerry blickt auf ihn, auf der Ladefläche stehend, aus großer Höhe herab. "Dort ist ein fröhliches Fest", sagt sie mahnend, aber noch immer offensichtlich amüsiert, "was Euch fehlt, ist eine passende Farbe", nimmt sie den Faden auf, den sie während ihers umziehens bereits Noionas Worten entnehmen konnte.

  • "Junges Mädchen", erwidert der nunmehr an die neunzig Götterläufe zählende Zwerg. Ein Alter, welches ihm erlaubt, diese Floskel nahezu durchgängig für Menschenfrauen zu verwenden. "Ich bin schon auf fröhliche Feste gegangen, da wart ihr noch nicht einmal dem Schoß eurer Mutter entsprungen. ... Ich bin die Ausgeburt der Fröhlichkeit. ... Also erklärt mir nicht, wie man fröhlich ist. ... Wenn man keine bunten Bänder braucht ... um so besser ..."

  • Engerim, dessen weißes Haar und ebenso gefärbter Bart in klarem Kontrast zu dem dunkelgrauen Brokatgewand stehen, das er nun trägt, runzelt die Stirn. "Ich verstehe nicht, was es für einen Sinn haben soll sich in schreiende Fraben zu kleiden.", erklärt er. "Aber wo wir dabei sind: Ich finde dieses Gewand ist angemessen. Der Stoff sieht sehr schön aus, wenn ich dass hinzufügen darf. Sehr kleidsam, wie ich finde. Das trage ichs eit meinem fünfunddreißigsten Lenbensjahr auf allen feierlichen Anlässen. Was sagt ihr nun?"

    ct2.gif[br][br]"Keuscheit ist die unnatürlichste aller sexuellen Perversionen."
    [br]"Das Wesen eines Genies besteht zu 5 Prozent aus Inspiration und zu 95 Prozent aus Transpiration." [Albert Einstein]

  • Bei Cendraschs Worten wird Kerrys Grinsen noch etwas breiter. Ihren derzeitigen extrem großen Höhenunterschied voll auskostend, erwidert sie: "Mit Verlaub, als ein 'Ausbund an Fröhlichkeit' seid Ihr mir bisher nicht erschienen. Und Ihr", wendet sie sich an Engerim, "solltet, was schreiende Farben angeht, besser Noiona fragen. Hier bei uns werden Feierlichkeiten halt auch dadurch Ausdruck verliehen, wie man sich kleidet und gibt."

  • Noiona hat ihre Kleider nun gegen ein beiges weites Hemd und eine olivgrüne Hose aus leinen getauscht. Ein paar Blumen hat sie in ihre Haarsträhnen eingeflochten, mehr konnte sie nicht tun, da ihr Reisegpäck nicht auf eine solche Feierlichkeit ausgelegt ist. Kopfschüttelt betrachtet sie wie die beiden Zwerge sich in trite Fröhlichkeit ereifern.


    "Es mag sein das Zwerge grau und schwarz als 'fröhlich' empfinden, bei den Menschen liegt das ganz anders. Was Angroschgefällig ist, ist auf einem Fest der schönen Herrin deplaziert. Oder kommt Ihr auch stets im Trauergewandt zu einer Hochzeit?" Sie wölbt fragend die Brauen und zupft ihre Kleider zurecht.

    Of course she's gay!


    Mod-Mode Farbe

  • Moriatio hat in seiner kleinen Tasche leider nur noch eine dunkle Leinenhose, die zwar etwas passender als die speckige Lederhose von zuvor ist, doch im Gegensatz zu dem weißen Hemd mit seinen zahlreichen Rüschen weitaus unpassender ist. Glücklich wirkt er so nicht gerade, als er das Hemd zumindest um eine rote Blume in der Tasche erweitert, die einen kleinen Farbklecks bietet und das Haar etwas glatter als sonst streicht.


    Aber einem Forscher wird man etwas Zerstreutheit vielleicht ja auch zugestehen, obwohl er Almadaner ist. Er wirkt ebenfalls etwas belustigt ob der beiden Zwerge und stimmt in den Tenor der Menschen mit ein. "Seht euch alleine die Farben der lieblichen Herrin Rahja an, zu deren Ruhm auch dieses Fest hier veranstaltet wird und wie stark und warm diese erscheinen, im Vergleich zu euren Gewändern. Ich bedaure es auch, leider keine passendere Kleidung dabeizuhaben, aber spätestens demnächst solltet ihr euch daran orientieren." stimmt er Noiona und Kerry zu.

  • "Ihr könnt mich mit eurem Gehabe mit diesem Gott dies und jenem Gott das nicht umstimmen. Ein echter Zwerg braucht nicht mehr als zwei Gewänder: Eines für die Zeit des Alltags und des Handwerks und eines für die Zeit des Feierns. Mehr nicht.", brummt Engerim und scheint die Diskussion so für beendet zu erklären.

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    [br]"Das Wesen eines Genies besteht zu 5 Prozent aus Inspiration und zu 95 Prozent aus Transpiration." [Albert Einstein]

  • "Dann würde ich vorschlagen das Ihr hier wartet während wir uns der Gesellschaft anschließen. Wenn Ihr so wenig auf nicht-Zwergische Traditionen und Kulturen gebt, dann ist es doch bestimmt nicht schlimm wenn Ihr nicht mitkommt", witzelt Noiona und grinst vor sich hin. "Aber interessant, nicht wahr? Zwerge feiern nur Trauerfeste, keine fröhlichen Gewänder." Sie kichert, und schaut dann an sich herab, sich dabei kritisch begutachtend.

    Of course she's gay!


    Mod-Mode Farbe

  • "Aber nicht doch!" wirft Kerry aus ihrer erhöhten Position aus ein. "Es ist Tradition, daß sich zu einem Fest entsprechend gekleidet wird - und dazu gehören auch Farben!"
    Sie stemmt die Arme in die Hüften und grinst frech hinab.

  • "Was ist daran falsch, dass ich es nicht für nötig erachte, mich so zu behängen, dass ich aussehe, als wäre ich in einen Topf Farbe gefallen? Die Einzige Farbe, die der Zierde eines Zwergen würdig ist, ist die der getanen Arbeit. So, und jetzt gehen wir. Wie ich bereits sagte, ist die Essenszeit gekommen, und nicht die Zeit des Redens, des müßig Herumstehens und der Widerholungen.", erwidert Engerim hitzig.


    Schließlich setzt er aber dennoch abermals nach: "-Und übrigens, nur weil ich euch vielleicht nicht in die Augen sehen kann und ein paar jugendliche Jährchen mehr auf meinem Buckel habe, so bin ich noch lange nicht senil, und ihr müsst mich deswegen nicht verspotten, ja?-"

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    [br]"Das Wesen eines Genies besteht zu 5 Prozent aus Inspiration und zu 95 Prozent aus Transpiration." [Albert Einstein]

  • "Verspotten? Wer? Wir? Ich habe niebehauptet das ein Zwergischer Prunkgewandtschneider nach der Arbet Schmutziggrau aussieht, so das sich alle danach kleinden wollen", bemerkt Noiona nachdenklich und zuckt dann mit den Schultern. "Ich kenne jedenfalls auch Arbeiten nachdenen man nicht braun oder schmutziggrau mit silberstreifen gefärbt ist", stellt sie noch fest. "Schneider, Bäcker, Gradist, Schreiber, Händler..." Sie schaut zu Kerry und lächelt.

    Of course she's gay!


    Mod-Mode Farbe

  • Mit einem flinken Satz springt Kerry von der Ladefläche herab, ihren Rucksack dort liegend lassend.
    "Tradition ist scheinbar nicht immer gleich Tradition", raunt sie ihrer Freundin halblaut etwas hämisch (und durchaus noch vernehmbar) zu. "Aber bei Tag sind eh alle Zwerge grau", flüstert sie ihr dann wirklich zu und zwinkert einmal. "Im Zweifelsfall behaupten wir, wir wären uns gerade erst begegnet", fügt sie ebenso gedämpft hinzu. Sie pfeift ein paar Takte kurz vor sich her.
    "Das war mein Ernst!" ruft sie dann Engerim laut und kurz entschlossen zu. "Das mit der Tradition!"

  • Cendrasch schüttelt den Kopf ... "Menschen", murmelt er leise in seinen weißen Bart. Die würden sich auch einem Haufen Scheiße angleichen, wenn es gerade Mode wäre. Er geht herüber zu seinem 'Landsmann'. "Dann wollen wir mal ..."

  • Mysterio scheint zwar nicht alle Spitzen der beiden Damen wahrzunehmen, da er wieder einmal zwischenzeitlich etwas in Gedanken versunken scheint, doch den Anstand leiser zu sein, wenn er manche Dinge sagt ist ihm wohl zu fern und so stimmt er während sie sich langsam in Richtung des Festes bewegen an Engerim gewandt den beiden Frauen zu. "Aber werter Herr. Ich sehe die Logik wirklich nicht darin, dass ihr manche Dinge nicht haben wollt, weil sie angeblich einer Tradition wiedersprechen, aber andere wiederum mit Füßen tretet. Das ist ein ganz klarer Antagonismus."

  • Vom Dorfe her ertönt aus den fröhlichen Bauernweisen heraus plötzlich ein hohes Kreischen! Da das Dorf zwischen den Hügeln liegt, erkennt man zwar hie und da ein paar laufende Personen und zwei, drei Häuser, doch eben nicht die Festgemeinde.

  • Engerim setzt zu keinerlei Antwort an, in seiner Absicht nicht weiter darüber zu reden, sondern verschränkt wortlos die Arme vor der Brust.


    Als er ein Kreischen aus Richtung des Dorfes vernimmt, wendet er sich überrascht lieber diesem zu, sich konzentrierend, ob er nicht etwas genaueres zu hören vermag.

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    [br]"Das Wesen eines Genies besteht zu 5 Prozent aus Inspiration und zu 95 Prozent aus Transpiration." [Albert Einstein]

  • "Wieder mal typsich", raunzt Cendrasch. "Von all den hundert Festveranstaltungen erwischen wir diejenige, die sich gerade auflöst." Nach diesen Worten hält er schnurstracks auf das Kreischen zu. Nicht, ohne jedoch vorher eines seiner Wurfbeile vom Kutschbock mitnimmt. Wenn alle Stricke reißen und dort doch nur ausgelassene Heiterkeit ist, könnte man jenes auch unter dem Lederzeug verbergen.

  • Wieder ertönt das Kreischen - und es kommt näher.


    Schon biegt etwa ein Dutzend Kinder vom Dorf aus auf den Weg und läuft in Windeseile auf den Ochsenkarren zu. Ohne Scheu und Zurückhaltung rennen die Jungen und Mädchen im Alter von etwa 3 bis 12 Götterläufen mit lauten Rufen "Guckt mal, Zwerge!" "Oh, Zwerge!" Ha, der hat aber komische Haare!" "Wollt ihr auch zur Hochzeit?" "Woher kommt ihr?" "Hier liegt noch eine!" Habt Ihr Hunger?" "Grüß Rahja!" "Seid Ihr Schwestern?" "Spielt ihr mit uns fangen?" "Wartet doch auf mich!" um die Zwerge und Menschen und den Karren herum, zupfen hier den Zwergen am Bart oder den Frauen an den bunten Kleidern und sind im Ganzen sehr gut gelaunt.


    Der Kleinste von ihnen ist gerade kurz hingefallen und rappelt sich hoch, während die wohl Älteste - ein Mädchen mit großen braunen Augen und blondem Haar - sich grinsend vor dem Trupp aufbaut und sich in der Rednerrolle gefällt. "Rahja und Travia zum Gruße, liebe Leute. Willkommen auf der Hochzeit meiner Schwester! Wollt Ihr kommen oder gehen?"