Die Macht der Götter

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    Irgendwo in der Unendlichkeit aber gab es erneut einen Zwiestreit zwischen den dreien, die als erstes waren, als letztes sein werden und in ihrer Art alles Sein verkörperten. Eine Stimme, verzerrt und sich in bizarrer Weise selbst überlagernd zerreist die Stille. Also bin ich Cargharrah, der alles Verändernde, die Unstetigkeit, der wesentliche Garant, dass diese unsere Schöpfung sich entwickelt. … Somit sei ICH unter uns dreien erhoben und damit der König der Götter. Leise schwelt ein Lachen an. Dann ertönt eine zweite Stimme, vollkommen klar in ihrer Struktur, ohne jedweden Hall, in sich selbst ruhend und geordnet. Natürlich … wer sonst. Du merkst nicht einmal mehr, wenn du wieder Unsinn von dir gibst, mein Bruder. Das Wort Bruder hätte man wohl kaum abfälliger betonen können. Einzig die Ordnung hält die Schöpfung zusammen, gibt Sinn, wo du nur Zufall bietest, gibt Halt, wo du nur Wankelmütigkeit vertrittst. Ein körperloses Grinsen durchdringt den Raum. Nun Bruder … Diesmal liegt triefende Ironie in der verzerrten Stimme Cargharrahs. … dann frage dich doch einmal, wem gerade mehr Beachtung geschenkt wird … ich zähle einen deutlichen Vorteil für mich. Nur kurz lacht Culonnara. Und wenn schon. In wenigen Augenblicken wird sich das erledigt haben. SCHLUSS JETZT!, ertönt eine dritte Stimme, die selbst im Zorn noch seltsam mild im Vergleich zu den anderen beiden klingt. Ich habe eure ewigen Streitereien satt … ihr werdet so niemals entscheiden können, wer von euch der Bessere ist, was sowieso absurd ist. Ihr seid beide zu gleichen Teilen wichtig und keiner kann über den anderen erhoben sein. Misch dich nicht ein, Schwester. … Wir tragen das nun aus. … Wer als letztes noch einen Anhänger besitzt, der soll von uns beiden der Bessere sein. Das ich nicht lache. Wie sollen denn der ungeordnete Haufen, den deine Anhänger bilden meiner ordnenden Macht widerstehen? Oh nein … ich lasse nicht zu, dass ihr schon wieder zerstört, was ich geschaffen habe. Ihr werdet euren Streit diesmal auf eine andere Weise beilegen. Fragend erforschen die Geister der Brüder Eledana. Es sei, dass aus den nächsten Wünschen der Sterblichen Wesen nach unserem Bild entstehen, getrennt sowohl von ihnen als auch von uns. Ohne unsere Kontrolle sollen sie sein und frei entscheiden, wem sie folgen. Wachsen soll ihre Macht mit jedem Sterblichen, dessen Stimme sie vertreten. Sie sollen sie um sich scharen und dann für sie in diesem Streite sprechen. … Soll es einer von euch sein, dessen Prinzip sie ehren, so soll derjenige sich unter uns dreien Fürst nennen. … Sollen sie hingegen für mich Partei ergreifen so sei bis ans Ende der Ewigkeit bestimmt, dass wir alle gleich von Rang und Stand sind und gleichermaßen wichtig. In eine halbe Ewigkeit der Stille hallen die Worte Eledanas. [color=9900ff]E[/color]s [color=9900ff]s[/color]e[color=9900ff]i[/color]!, ertönt zum ersten mal einstimmig seit Äonen die Antwort der beiden Brüder.


    … und so sollte es geschehen …

  • Doch leise flüstert auch Eledana: Es sei!


    In diesem Moment der Einigkeit berühren sich die Prinzipien von Ordnung, Leben und Chaos als Körper. Aus der Stelle, wo sich Cargharrah, Culonnara und Eledana berührten, entspringt Narf, der wahllose Zufall der Vorhersehung. Die Großen Götter ringen für den Bruchteil einer Ewigkeit miteinander, doch war ihr Streben nach Bestimmung der neuen Kreatur vergebens, zu unterschiedlich waren sie selbst.


    So spricht Cargharrah: Keine Kreatur sollst du sein, nie sollst du herrschen, alles sollst du verkehren in Willkür!


    Doch ruft zugleich auch Culonnara: Keine Kreatur sollst du sein, ewig sollst du herrschen, vertreten die Ordnung, wie sie besteht!


    Und leise flüstert Eledana in selbigem Moment: Du bist der Zufall des Schicksals und die perfekte Kreatur!


    So weiß Narf nicht, was er machen soll, entwickelt kein Bewußtsein, fühlt sich auch nicht gefangen als Kugel überall und harrt seiner Bestimmung, die geboren wurde aus einer zufälligen Berührung.


    Narf ist geschaffen - zufällig - als Richter der Unsterblichen und Sterblichen in der Vergütung der Allmächtigen, die eingestehen ihr selbst, existend, doch ohne Leib, machtvoll und zufrieden.


    ES SEI !


    So trennen sich die Urgötter wieder, niemals wieder wird es diesen Zustand geben, niemals werden die drei ein solches Wesen schaffen, ein Wesen, das alles beherrschen kann und doch nie herrschen wird, ein Wesen, das kein Wesen ist und doch das perfekte Leben ist, einen Richter, der richten wird nach jedem Gesetz und doch nach keinen, ein Wesen wie Narf.

  • Cernunos


    O’krga


    Schon seit Tagen tobt eine Schlacht vor den Toren der größten Siedlung der Weißorks.
    Viele der einst zerstrittenen Stämme haben ein Bündnis geschlossen, um die Vorherrschaft der Stadt ein für alle mal zu brechen und sich ihre Kenntnisse der Metallverarbeitung anzueignen. Hinter ihren Palisaden konnten die Bewohner der Siedlung den Feind lange in Schach halten, doch waren es ihrer einfach zu viele. Das Blut hunderter Weißpelze färbt den Boden um die Siedlung rot. Trotzt all des Todes ist der Wille der Kämpfer zu überleben und zu Siegen stärker denn je. Das Wetter scheint sich seit beginn der Schlacht verschlechtert zu haben, mittlerweile Türmen sich gewaltige Schwarze Wolken über dem Schlachtfeld auf. Es beginnt zu regnen.
    Gerade bricht das Tor, die Angreifer stürmen in die Siedlung und die letzten Verteidiger Stützen sich in die Schlacht.
    Rothra ein junger Weißork, der Sohn es Häuptlings, aus vielen Wunden blutend, den Speer seines Gefallenen Vaters und die Axt seiner erschlagenen Mutter in den Händen steht in der hintersten Schlachtreihe. Seine Hoffnung diese Schlacht zu gewinnen ist schon längst verflogen, doch Aufgeben kann er auch nicht.
    In seiner Verzweiflung wendet er sein Gesicht gen Himmel, spürt die Kraft des Windes auf seinem Fell, sieht die Urgewalten in den Wolken, in diesem Moment beginnt er zu glauben und er schreit sein Stoßgebet in den Sturm.
    „HÖRE MICH DONNERNDER! ICH FLEHE DICH AN, SCHENKE MIR DIE KRAFT MEINE FEINE ZU ERSCHLAGEN, MEIN VOLK ZU RETTEN UND MEINE ELTERN ZU RÄCHEN! ERHÖRE MEIN FLEHEN!“
    Noch nie hatten solche Worte irgend etwas bewirkt, doch heute, da die drei Urgötter ihren Wettstreit begonnen haben, geschieht das unmögliche.
    Aus dem Chaos der Schlacht, der Konzentration des versiegenden Lebens, dem Willen aller Kämpfer, der Kraft des Tosenden Meeres und des Donnerndem Sturmes entsteht ein neues Wesen von Göttlicher Kraft.
    Ein gleißender Blitz durchzieht den Himmel, schlagt genau vor den Füßen des jungen Häuptlings ein. Der Donner ist ohrenbetäubend, das Licht blendend hell.
    Als Rothra seine Augen wieder öffnet, steht vor ihm das unglaublichste Wesen, das er je gesehen hat.
    Die muskulöse Gestalt des Titanen überragt selbst den größten Orkkrieger um eine ganze Körperlänge, er hat kein Fell, aus seinen Augenhöhlen zuckend gleißende Blitze, seine Mähne scheint aus wallenden Wasser zu seien, doch durchnässt er nicht den Boden und auf dem Kopf trägt er ein gewaltiges Hirschgeweih.
    Der junge Häuptling senkt in Ehrfurcht sein Haupt und fällt auf die Knie, um sie herum verebbt der Kampf, alle fallen auf die Knie vor diesem Göttlichen Wesen.
    Der neue geborenen Gott schaut sich um, um ihn herum tobt die Schlacht, über seinem Kopf zucken noch die Blitze des Gewitters und vor ihm Kniet der Sterbliche, der ihn gerufen hat.
    Der Donnernde beugt sich herunter und legt dem jungen Ork die Hand auf die Schulter, um einen Teil seiner Göttlichen Kraft auf diesen Sterblichen zu übertragen.
    Rothra spürt die Berührung der Hand, einen Herzschlag später erfüllt ein nie gekanntes Hochgefühl seinen Körper, all seine Muskeln werden so hart wie Stahl, diese neue Kraft ist stärker als alles was er je gekannt hat.
    Laut tönt die Stimme des Gottes in seinen Ohren, sie ist wie der Donner selbst, doch schmerzt sie ihn nicht mehr in den Ohren.
    „Erheb dich junger Krieger. Ich bin Cernunos der Donnernde und habe dein Flehen erfüllt. Nun zeige, das du es wert warst und erfülle die Wünsche deines Herzens!“
    Rothra erhebt sich und schaut dem Gott ins Gesicht, doch aus den starren Zügen Cernunos ist nicht zu lesen. Der junge Ork nickt nur, er weiß nun, was zu tun ist. Er fasst die Waffen seiner Eltern fester und nickt dem Gott zu.
    Der neue Häuptling wendet sich seinem Volk zu und erhebt seine Stimme, lauter als er sie jemals in Erinnerung hatte, erfüllt sie seine Krieger mit frischem Mut.
    „ERHEBT EUCH KRIEGER VON O’KRGA ERGREIFT EURE WAFFEN UND SCHLAG DEN FEIND ZURÜCK! FÜR CERNUNOS, FÜR DEN SIEG!“
    Laute Kampfrufe erschallen in der Siedlung und der Kampf geht weiter. Schnell sind die völlig perplexen Feine in der Siedlung nieder gemacht. Und mit der neuen Kraft ihres Häuptlings und die Furchteinflößende Gestalt Cernunos im Rücken schlagen die Weißorks von O’krga ihre Feine zurück.
    Cernunos selbst steht auf dem einstigen Schlachtfeld, sein Blick schweift über all die Krieger um ihn herum, schweift über den Horizont. Die Zeit für große Veränderung ist gekommen.

  • ... und so sollte es geschehen ...


    ... dass ein sterblicher betete, zum ersten mal seit langer Zeit oder seit immer, wie man "Zeit" in einem veränderlichen Universum auch definnieren mag. Ein sterblicher betete, ein einfacher Bauer und Denker der Shath und Chronos kam ins Leben.


    Chronos (nahe Shalavin)


    Der Schöpfer des Gottes war ein alter Wissenschaftler, der nahe der Hautpinsel Shalavins lebte. Er war in dem ganzen 50 Seelen Dorf, das sich auf der Insel befand für seine verrückten Erfindungen bekannt. Sie waren zwar zu nichts nütze aber die Gemeinschaft hatte ihn aus Menschlichkeit die ganze Zeit erhalten, da er keine Kinder hatte.


    Nun ging seine Zeit zu Ende, doch zum ersten mal in seinem Leben hatte er eine wirklich nützliche Idee: ein Fluggerät.
    In seiner alten Hütte lagen wild verstreut allerlei Pergamente und Holzmodelle, teilweise sogar zu kurzen Gleitflügen fähig, doch Angafin spührte, dass seine Lebenskerze am erlöschen war.


    Und selbst wenn er seine Pläne fertig zeichnen würde, so würde sich niemand für die Hütte des Alten interessieren, geschweige denn für seine wirren Ideen. So betete er, auch wenn er wusste, dass es nichts helfen würde. Auf ein mal klopfte es an der Tür.
    Mit altersschwacher Stimme rief Angafin ein "Herrein" und Chronos trat ein. Für Angafin war er ein in diesem Moment noch ein einfacher, junger Mann. Tief in seinem Inneren begann jedoch die Uhr des Wissenschaftlers rückwärts zu laufen. Sein Körper war schwach und so wirkte Chronos göttliche Kraft nur langsam ohne ihn zu töten oder seinen Geist zu verwirren.


    "Wer...? Wer bist du...j..jun...Wer seid ihr, Herr?" die Stimme des Alten war schon kräftiger, doch irgendetwas in ihm Spührte wohl, dass der junge Mann vor ihm keinesfalls ein einfacher "Junge" war.
    "Ein Freund... und nun schlaf...morgen...wird die Zeit schon einige deiner Wunden geheilt haben alter Mann" Chronos Stimme war sanft und fürsorglich. Der Alte gehorchte ohne Wiederspruch.


    Götter schliefen nicht, und so dachte Chronos die ganze Nacht nach, woher er kam, was er überhaupt war... und woher er all diese Dinge wusste, die in seinem Geist umherirrten.


    Chronos erinnerte sich an nur wenig. Drei Geister die ihn in einer lichtlosen Dunkelheit, die auch keine Dunkelheit war, sondern vielmehr die Abwesenheit alles Existenten, berührten. Sie waren Teil von ihm... waren es zumidnestens gewesen. Jetzt sah er nurnoch den alten Mann, und spührte etwas seltsame in diesem sterblichen Menschen. Er spürte seine eigenen Kraft, die die innere Uhr des Mannes rückwärts laufen ließ. Ja und Chronos spührte, dass der Mann ein Teil von ihm war, Er hies Angafin und gehörte einem Volk an, dass sich Shath nannte. Er konnte in den Gedanken des Menschen lesen... oder vielmehr in seinen Träumen.


    Die Nacht war lang und ebenso Chronos Gedanken.


    Er besah sich seinen Körper, spannte die Hand zur Faust und beobachtet wie sich unter der Haut, die ausdauernder als das zäheste Leder war, wie sich die Muskeln verschoben. Er war Fleisch...


    Auch wenn Chronos nur für einen Gedankenschlag lang Geist gewesen war, so traf ihn diese Erkenntnis mit einer unerwarteten Härte. Wie um sich abzulenken lies er seinen Blick über die Pläne des Bastlers schweifen. Für einen Menschen wäre das Kauderwelsch von Zahlen, Winkeln, Linien, Kreisen und einigen Textpassagen nicht zu entschlüsseln gewesen. Ja sogar die meisten Shath hätten damit Probleme gehabt. Für Chronos ergab es einen Sinn, wenn ihm auch klar wurde, dass das Gerät dass Angafin entwickelt hatte eine übermenschliche, ja sozusagen göttliche Körperkraft vorraussetzte.


    Bis auf diese Kleinigkeit war der Segelflieger aber gut durchdacht, so gut wie es der Mann mit den beschränkten Möglichkeiten seiner Zeit konnte. Die Holzkonstruktion war so filigran, dass sie ebenso wie die hauchdünnen Pergamentsegel bei der ersten etwas stärkeren Windböe unweigerlich zerfallen müssten. Auch würde die Herstellung ein wahrer Graus werden, wenn man die einfachen Eisenwerkzeuge in Bedacht zog. An eine Landung war mit dem Ding auch nicht zu rechnen, zumindestens keine die die Konstruktion überstehen würde, da der Ruck der Landung sie zerfetzen würde. Langsam kam Chronos ins Nachdenken. Irgendwie schien ihn das Problem des Mannes zu faszinieren, das Streben nach Wissen und dem Fliegen. Aber so sehr es ihn faszinierte, so wusste er doch dass es nicht sein Problem war, der Mensch müsste es selbst lösen, Chronos war nur hier um... ja warum war er eigetnlich hier?


    Er dachte lange Zeit darüber nach.


    Schließlich kam er zu dem Schluss, dass der Mann, oder besser dessen verzweifelte Bitte nach mehr Zeit ihn in die Existenz gerufen hatte. Die Sekunde, die der Mann einfach nur an Hoffnung geglaubt hatte, hatte genügt ihn herbeizurufen und von da an hatte er ihn gesehen und jetzt spührte der Alte seine Kraft die ihn heilte.


    Chronos kam zu dem Schluss, dass er mehr von diesen Wesen von seiner Existenz überzeugen musste... warum, dass wusste er noch nicht, es war einfach nur ein Gefühl. Als Chronos Gedanken so dahinzogen kam der Morgen langsam und der Blick des jungen Gottes schweifte den alten Jagdbogen von Angafin. Chronos nahm ihn auf und begann sich damit zu spielen. Er setzte die Sehne ein und spannte und entspannte den Bogen prüfend. Als der Alte auf einmal ein Stöhnen ausstieß entkam Chronos die Sehne und machte ein schnalzendes Geräusch.


    Mit einem euphorischen "Das ist es!" sprang Anagafin direkt aus dem Schlaf auf und machte sich daran wie fieberhaft an seinen Skizzen herumzustreichen und zu schreiben. Die wiedergewonnene Energie schien regelrecht aus ihm zu sprießen. Er war zwar noch nicht jung aber auch kein alter gebrechlicher Greis mehr.


    Chronos beobachtete Angafin interessiert, sah ihm bei der Arbeit zu. Mit jeder Minute, die der Mann an seinen Plänen feilte schien das Leben weiter in ih zurückzukehren. Chronos stand auf und sag dem Erfinder über die Schulter, besah sich die Veränderungen und fragte auch wenn er es bereits wusste: "An was arbeitest du Angafin?"


    Es schien den Mann nicht zu stören, dass ein Wildfremder seinen Namen kannte und er erzähle voller Euphorie: "An einem Flugapparat. Gerade eben im Traum ist mir die Lösung meiner Probleme gekommen! Ich brauche mehr Geschwindigkeit und die bekomme ich indem ich nicht einfach laufe, sondern eine Abschussrampe baue. Sozusagen eine riesige Armbrust!" Begeisterung flackerte in seinem Blick, während er wie ein Wasserfall redete. "Dann kann der Segler auch schwerer sein und aus stabilerem Material gebaut werden. Oh ich fühle mich wie ein junger Hecht!"


    Chronos lächelte und überließ den Alten (obwohl er mittlerweile gar nicht mehr sooo alt aussah) wieder seiner Arbeit. Er hatte genug gesehen. Der junger Gott trat nach draussen und sah sich die kleine Insel an. Alles in allem mochte sie einen Durchmesser von gerade mal einem Kilometer haben. Angafins Hütte lag nah am Ufer und zwischen ihr und dem kleinen Dorf lag ein kleiner Weiler, der wenn überhaupt ein dutzend Bäume zählte. Ansonsten bestand die Insel großteils aus Gras und dem 50 Seelen-Dorf. Chronos konnte eine kleine Herde Weidetiere ausmachen, die von drei Kindern und einigen Hunden gehütet wurde.


    Mit selbstbewussten Blick trat er auf den nähesten der Bäume zu. Einen würde die Natur schon hergeben können. Auf dem Boden entdeckte er ein paar Steine. Chronos streckte die rechte Hand in Richtung der Steine aus und zusammen mit etwas Erde schienen sie auf einmal zu zerfließen und sich dann neu zu formen. Keine zwei Minuten später lag in einem kleinen Loch im Boden eine Stahlaxt. Ebenso wie die Klinge war auch der Grif aus Metal. Für Sterbliche Materialverschwendung und unwuchtiges Gewicht, für einen Gott kein Problem. So nahm er die Axt und trieb sie mit einem kräftigen Schlag durch den Stamm eines der Bäume.


    Nun würde die Verwandlung dem Leben keine Schmerzen mehr bereiten, da es tot war. Noch im Fallen zerfloss der Baum und verwandelte sich in das Fluggerät und die übergroße Armbrust die Angafin dabei war auf dem Papier zu zeichnen.
    Für die Sehne nahm Chronos das Netz einer Spinne, das er mit der Luft und etwas Gras zu einem noch festeren Material verwob.


    Keine halbe Stunde nach dem er seine Arbeit begonnen hatte, war er fertig. Angafin braucht noch zwehn Minuten bevor er mit seinen Pergamentrollen aus dem Haus gestürmt kam. Die Augen des Mannes weiteten sich vor Überraschung, als er seine Erfindung in Lebensgröße vor sich stehen sah. "Wie...? Wer...? Woher...?" Verduzt sah er Chronos an und erst jetzt kam ihm die wichtige Frage in den Sinn: "Wer bist du überhaupt?!"


    "Mein Name ist Chronos und ich bin hier um dir zu helfen, das habe ich getan" wie zum Beweis wieß er mit seiner Hand auf die fertige Flugmaschine. "Ich gab dir deine Jugend zurück und erfüllte dir deinen Traum. Dafür wirst du mir dienen" eine Beruhigende Handbewegung erstickte den WIderspruch des Mannes im Keim. "Du WIRST mir dienen. Indem du dein Lebenswerk weiter lebst und den Leuten deines Volkes verkündest, dass Chronos, die Saat der Entwicklung und Hüter der Zeit, lebt und auf Erden wandelt."


    Angafin schien teilweise schockiert und teilweise neugierig, doch dann wurde Chronos ruhiger, sanfter "Und jetzt lebe deinen Traum...flieg" sein Blick ruhte vielsagend auf der gespannten Abschussrampe für den Segelflieger...

  • Mescira,
    Dagobanische Inseln,
    Baran,
    in den Hallen der Geisteswissenschaftlichen Akademie


    "Verdammt, verdammt, verdammt!" schallt es lautstark durch die Gänge. Der junge Mann, der gerade um die Ecke gelaufen kommt ist Phobos. Fast zwanzig Jahre alt und ziemlich nervös. Er steht kurz vor seiner Abschlussprüfung in diplomatischer Ethnologie und ihm ist eben ein folgenschwerer Unfall passiert. Er sollte eine Schriftrolle der Ana-Mutabis übersetzen, jenem sonderbaren Volk vom Festland, dass ständig sein Aussehen verändert. Das tückische an dieser Schriftrolle war, dass sie, wie alle schriftstücke der Ana-Mutabis, ständig ihr Aussehen veränderte. Die Zeichen tauschten die Plätze, veränderten Form und Farbe und manchmal verschwanden einzelne Buchstaben sogar ganz. Die hohen Gelehrten der Akademie hatten jahrelang daran herumgerätselt, bis sie endlich eine Lösung fanden. Man musste die Schriftstücke mit einer besonderen Mischung aus den verschiedensten Flüssigkeiten beträufeln und schon erstarrten die Buchstaben in ihren vorgesehen Positionen.
    Und Phobos hatte gerade eben seine letzte Flasche von der Tinktur vom Regal geworfen! Jetzt war er wie der Wind auf dem Weg zu Herit, der die Tinkturen für die Akademie herstellte, um sich Nachschub zu besorgen. Und es eilte, denn er hatte nur noch einige Stunden Zeit. Schlitternd kommt Phobos vor dem Labor Herits zum Stehen und klopfte lautstark an.
    "Herein", ertönt es von drinnen und Phobos drückt sogleich die Tür aus und betrat den Raum. Ohne abzuwarten sprudelt er auch schon seine Frage hervor, kaum das er im Raum drinsteht: "Herit, habt ihr noch etwas von der Mutanda-Tinktur? Meine ist mir gerade heruntergefallen und ich muss heute abend doch noch dieses Schriftstück abgeben...."
    Langsam schaut Herit von seinen Geräten auf und schaut den jungen Schüler traurig an: "Es tut mir leid, aber ich bin gerade erst wieder am Ansetzen und du weißt sicherlich, dass es einige Tage dauert, bis die Tinktur fertig ist. Es tut mir leid. Du wirst versuchen müssen, dir etwas zu leihen."
    Phobos steht wie erschrocken da und geht ohne ein Wort zu sagen rückwärts wieder aus der Tür. Was sollte er jetzt bloß machen? Nachfragen, ob ich was leihen kann, denkt er abfällig. Als wenn ich das nicht schon probiert hätte. Meinst du etwa, dann würde ich hier so in dein Labor hereingestürzt kommen? Noch während ihm diese Gedanken durch den Kopf schwirren haben ihn seine Schritte wieder vor die Tür seines Zimmers gebracht. Langsam öffnet er die Tür, tritt ein und lässt sich auf den Stuhl an seinem Schreibtisch fallen. Was sollte er jetzt bloß machen? Wenn er dieses Schriftstück nicht übersetzte, dann würde er durch die Prüfung fallen. Und zwar unwiderbringlich, denn letztes Jahr hatte er es auch schon wegen eines Mißgeschicks nicht geschafft. Erschöpft lässt er seinen Kopf in seine Hände fallen und starrt durch die Finger mißmutig auf das Blatt Papier herab, auf dem sich die Buchstaben weiterhin wie willkürlich zu verändern scheinen. Lange sitzt er so da, brütend, verzweifelt, den Tränen nahe. Plötzlich bricht es aus ihm heraus: "Ist denn da draußen niemand, der mir helfen kann? Wirklich niemand? Warum helft ihr mir nicht? Masca sagte, da draußen würde es etwas geben, warum helft ihr mir dann nicht, wie ihr Masca geholfen habt? Ich flehe euch an, wer immer ihr seid, bitte helft!" Danach verfällt er in heftiges Schluchzen. Alles war vorbei, alles!
    Auf einmal spürt er eine Berührung an der Schulter. Wahrscheinlich war es wohl Parmina, die seine Schreie gehört hatte und jetzt wissen wollte, was los sei. Doch als sich Phobos umdreht steht nicht Parmina hinter ihm sondern eine Fremde.
    Die Frau ist in ein unscheinbares, graues Gewand gekleidet und steht hochaufgerichtet hinter seinem Stuhl. Ihre tiefblauen Augen schauen ihn gütig an und ihre schlanke Hand drückt ermutigend seine Schulter. Auf dem feinen, nicht unattraktiven Gesicht, das von langen braunen Haaren eingerahmt ist erscheint ein aufmunterndes Lächeln und bevor Phobos etwas sagen kann, beginnt die Frau zu sprechen:
    "Aber ich höre dich doch, Phobos! Ich bin hier, um dir zu helfen!"
    Und mit einer schnellen Bewegung löst sie die Hand von seiner Schulter und ergeift das Stückchen Papier, das Phobos so viel Kummer macht. Schnell überfliegt sie es und reicht es dann Phobos zurück, der sie immer noch erstaunt anblickt.
    "Und deswegen hast du solchen Kummer? Schau hier und hier und hier", sie fährt mit ihrer Hand über das Papier und während Phobos den Bewegungen folgt, erkennt er, was sie meint. Ein Muster! Da war ein Muster in der Willkürlichkeit der Bewegungen! Klar und fest stand der Text vor ihm, wenn er diesem Muster folgte. Perplex schaut er zu der Fremden hoch. "Aber wie....", ist alles was er herausbekommt.
    Denn die Frau wendet sich schon wieder zum Gehen.
    "Warte! Wer bist du, wie hast du das gemacht?"
    Lächelnd dreht sich die Göttin noch einmal um.
    "Ich bin Mescira, erschienen, weil du mich riefst und stark durch deinen Glauben" Dann verlässt sie den Raum und lässt den verdutzten Phobos an seinem Schreibtisch zurück.

    Wenn es sein muss, muss es auch gemacht werden. Ist nur noch die Frage, wer es macht. Ich ruh mich nämlich gerade aus.

  • Perlank


    Onaka der Junge Krieger und sohn des Stammesältesten, läuft mit aller entschlossenheit durch den ihm wohlbekannten Wald er muss dringend ein Heilmittel für seine Totkranke Mutter finden, der Schamane hat es ihm aufgetragen er wusste nicht wie lange sie noch durchält sie hat das Stolze alter von 80 Jahren erreicht das ist viel aber noch nicht genug wie Onaka findet er ist der Jüngste Sohn, er hat mal gerade das 12 Lebenjahr erreicht und ist noch dabei alles zu lernen. Nachdem er einige Stunden ohne Ergebniss den Wald durchsucht hat ist er den Tränen nahe und lässt sich an einen Baum nieder.
    Er hatte nun den ganzen Wald durchsucht und nichts gefunden, die Zeit wurde knapp wenn es nicht gar schon zu spät war.
    Alle verliessen sich auf ihn, vieleicht war es auch seine Feuertaufe um ein Krieger zu werden und er hatte kläglich versagt was würden seine Älteren Brüder nur dazu sagen, oder sein Vater sie würden ihn sicherlich verstossen.
    Onaka malte sich die Schlimmsten sache aus die mit ihm angestellt werden wenn er mit dieser Schande nach Hause zurückkehrte.
    In seiner Verzweiflung rief er laut in den Wald raus
    "Ist denn niemand hier der mir Helfen kann"
    Vögel stiegen nach dem verzweiflungsschrei in die Lüfte auf so laut hat er gerufen.
    Perlank erblikte das Licht der Welt. Er rieb sich die Augen es gefiel ihm wo er war alles war so wunderschön und Lebendig hier, aber warum war er hier, er hörte einen Ruf es klang wie ein Hilfeschrei.
    Einige Momente Später legte sich eine Hand auf Onakas Schulter eine Schwere Hand er erschreckte sich ziemlich und schaute plötzlich in ein Wettergegeärbtes freundliches Gesicht.
    Die erste reaktion von ihm war sich zum nächsten Baum zu Flüchten.
    Perlank schaute ihn freundlich an
    "Du hast um hilfe gerufen, ich bin hier um dir zu helfen" Sagte er Freundlich
    Ängstlich schaute sich Onaka nach dem Fremden Mann um der mittlerweile auf ihn zu gegangen ist un ihm seine Hand engegenstreckt.
    Vorsichtig sagt er "Kannst ... d.. du mir ganz sicherlich Helfen, meine Mutter.. sie ist sehr krank und weiser mann sagte .... er sagte sie würde nicht mehr lange überleben"
    Der Junge Gott schaut ihn Freundlich an.
    "Dann führe mich zu ihr, mal sehen ob ich ihr Helfen kann"
    Zögernd steht der Junge Nembari auf und geleitet ihn zurück im innersten hoffte er das der Gross gewachsene Mann die Wahrheit sagte, er sah nicht aus wie einer von dem Stadtvolk, er war seltsam etwas mächtiges umgab ihn das Spührte Onaka direkt deswegen führte er ihn vermutlich auch ohne umwege zu der Grossen siedlung direkt zur Strohhütte seines Vaters, der Schmane kam ihm entgegengelaufen aufgeregt zeigte Onaka nur auf Perlank.
    Der Schamane mustert Perlank
    "Junger Onaka ist sich sicher das er uns helfen kann"
    Darauf nickte Onaka nur Heftig
    So wurde Perlank dann auch hereingelassen, er schaute kurz auf die Frau die auf einem Strohbett lag schloss die Augen,
    und nickte.
    Kurz darauf machte die ältere Frau die Augen wieder auf und schaut sich um alle angehörigen scharten sich direkt um sie, dannach ruhten alle blicke auf Perlank.
    "Wer...Wer bist du" Brachte der Stammesälteste hervor
    "Mein Name ist Perlank, Herrscher der Natur und der Tiere ich bin durch den glauben eures Sohnes erschienen"
    Sein Blick ruht auf der Familie, die ganz still um die Mutter herumstehen die sich mittlerweile auch wieder aufgereichtet hat und ihn anstarren.

  • Darmaalok


    Tabelga


    Leichter Nieselregen. Eigentlich nicht erwähnenswert, da es hier fast immer regnet. Aber heute ist etwas anders....


    Es war laut, als Kalam den röchelnden Stier betreten hatte. Laut und stickig, also nicht ungewöhnlich. Das andere Gesochs, das hier abhing, interessierte ihn heute nicht. Er war auf der Suche nach Jemandem. Angeblich sollte die hübsche Falballa, Tochter des Ingorium und erste Schiffsfrau auf der blizenden Perle, hier zuletzt gesehen worden sein. Naja, das hatte zumindest dieses stark alkoholisierte Stück Vieh gesagt, bevor er es mit einem kräftigen Fusstritt den Abhang hinunter befördert hatte. "Frag die junge Schankmaid mit dem schwarzten Haar und der grossen Narbe im Gesicht..." hatte er gesagt. Nun hier war er, und sah sich nach eben besagter kellnerin um. Er hatte sie schon einige male gesehen, sie verstand es, die "Gäste" ruhig zu halten und konnte im Falle der Fälle auch mal schnell ihren Dolch springen lassen. Eine Frau nach seinem Geschmack, hässlich, ok, aber wer ist schon perfekt... ausser ihm, natürlich. Sichere und leichtfüssige Schritte bewegen seinen sonnengebräunten und Kampferfahrenen Körper zügig zur Theke, an einem Ork vorbei, der schon vor Stunden das Mass an Alkohol erreicht hatte, bei dem man den Konsum besser einstellt. Aus irgendeinem Grund wollte dieser Streit anfangen, doch kalam machte sich erst garnicht die Mühe, aus dem Gebrabbel etwas Sinn heraus zu filtern, vermutlich war eh keiner drinn. Zwei schnelle Schritte weiter trat er an die Bar heran, wo Manub ein Bier nach dem anderen abfüllte. "Hey, manub, ich suche Falballa... Hast du sie gesehen?" Manub sah nur kurz von seiner Tätigkeit auf und deutete mit dem Kopf auf die mittlere der Hinterzimmertüren. In dieser Gegend hatten die meisten Kneipen mehrere Hinterzimmer, da Schmuggler und Verschwörer nicht auf einen freien Platz warten wollten. "Na, hoffentlich finde ich sie dort. Ihr Vater zahlt gut dafür, dass ich ab und an mal nach ihr sehe." dachte sich Kalam. Vielleicht war da auch etwas mehr, denn so gut zahlte ihr Vater nicht. Aber das hätte er sich nie eingestanden. An den Fenstern vorbei, durch die die untergehende Sonne ihre letzten Lichtstrahlen warf, trat er auf die Tür zu. Seine linke Hand zuckte. Das tat sie nur, wenn Gefahr in verzug war. Doch ein schneller kontrollblick innerhalb der Wirtschaft offenbarte kaum einen Kämpfer, der noch fähig war, sein Schwert zu ziehen, ohne sich dabei zu verletzen. Und die Schmuggler waren harmlos. Vielleicht der blasse Elf dor drüben, der zufällig in seine Richtung sah. Ein Grund mehr, etwas massives Holz zwischen sich und den Dunst hier zu bringen. Schnell und dennoch vorsichtig öffnete Kalam die Tür.


    Der Gang war mehrere Meter lang und unbeleuchtet. Seltsam. Kalams feine Nase nahm den Geruch der gelöschten Fackel war, und der Geruch von etwas andere... es roch nach... einer Falle. Vorsichtig betrat Kalam den Gang und schloss die Tür hinter sich. In nahezu völliger Dunkelheit, da der Gang keine Fenster hatte und auf der anderen Seite nur eine verschlossene Tür war, schloss er die Augen und konzentrierte sich auf sein Gehör. jahrelanges Training hatte es ihm ermöglicht, mit geschlossenen Augen nahezu so gut zu kämpfen wie mit Offenen. Doch hier war kein Feind ... offenbar. Allerdings hörten seine scharfen Ohren gedämpfte Laute die Tür vor ihm durchdringen. Vorsichtig schlich er näher heran. Zögerlich legte er ein Ohr an die Tür. In dem Raum wahren mehrere Personen, mindestens 3 oder 4, davon mindestens 2 Frauen. Diese Frauen wurden aber irgendwie daran gehindert zu sprechen, nur Laute drangen an sein Ohr und das leise Lachen eines anderen Mannes, der gerade seinen Spass hatte. Kalam trat einen Schritt zurück, zog leise seine beiden geschwärzten Schwerter und trat mit einem kräftigen Ruck die Tür auf. Ein Schneller Blick erfasste die Situation:


    Der Raum war etwa 4 mal 6 Meter lang, und an der gegenüberliegenden Wand war ein langer Tisch aufgebaut. Um den Tisch herum standen mehrere Wachen in polierten Brustpanzern, mit halblangen Speeren oder Grossschwertern, aber auch zwei mit einer gespannten Armbrust, die auf Kalams Brust gerichtet war. Sie hatten ihn erwartet. Vom Tisch drang der Duft eines gebratenen Hünchen herüber, das sich den Teller mit einem Grosslöffler teilte, Trauben, Reis, Brot, Karaffen mit Wein, vergoldete Teller, Sitzkissen, alles sehr edel bis dekadent. Davor waren mehrere Teppiche und Felle über den Boden verteilt, und hier lagen auch die beiden Nassendamen, verschnürt wie ein Päckchen, und wurden gerade von einigen der anwesenden Wachen einer "näheren Leibesvisitation" unterzogen. Diese hielten jedoch sofort mit ihrem Tun ein und machten sich daran, ihre Kleidung zu richten. Auch die Tür, die sich hinter ihm in Gang nahezu geräuschlos wieder zur Taverne öffnete, nahm er nur als Notiz war. Der Tatsache folgend, dass er von hinten keine Schritte hörte, schrieb er zu, dass sich wohl der hellhäutige Elf näherte. Interessanter waren jedoch die zwei Personen, die gerade am festlichen Tisch sassen. Er kannte beide, links Falballa, hässlich, und doch mit sehr weiblichen Rundungen, sie hatte wohl schon verschiedene Drogen zu sich genommen, waren ihre Augen doch hoch gerötet und ihre Lippen blau. Rechts Mandrik Thomum, ein Kopfgeldjäger erster Güte und reich noch dazu. Der Schlag von Mensch, der seine Profession nur auslebt, weil sich sonst langweilt. Eigentlich war es für Kalam eine Ehre, dass dieser Mann hinter seinem Kopf her war. Doch in dieser Situation war es eher hinderlich. Er zählte seine Gegner kurz durch: Da war Mandrick, ein hervorragender Kämpfer und brillianter Taktiker. Er hatte 3 weiter Wachen dabei, vom Festland, welche aber noch damit beschäftigt waren, all dass wieder in ihrer Kleidung zu verstauen, womit sie die Nassen "untersucht" hatten. Und die zwei Armbrustschüzen, vielleicht hätte er mit glück einem der Bolzen ausweichen können. Aber beiden würde schwierig werden. Vom Elf hinter ihm gar nicht zu sprechen. Er war eine Art von Gegner, die Kalam nicht leiden konnte. Er nutze Magie. Der Raum war erhellt von mehreren Fackeln, un von hinten drang ein grünlcihes Licht an ihm vorbei, das wohl der Elf erzeugte. Damit waren seine Chancen, sich zu verstecken oder den Raum abzudunkeln gleich null. Und seine Chanchen, hier wieder heil herauzukommen waren nicht viel besser. Also liess er die Schwerter wieder sinken. "Sehr gut, ich sehe, du erkennst deine Lage..." lächelte Mandrik ihn an. Sein scharf geschnittenes Gesicht zeigte seinen Triumpf, seine Augen funkelten. "Knie dich hin, und stirb wie ein Mann, dann werde ich auf eine Ausgiebige Folter verzichten." Nun, die Wahl zwischen einer mehrstündigen Folter und einem schnellen Tod war einfach. Kalam liess sich auf die Knie sinken und blickte zu Boden. Dabei fing er den wehleidigen Blick der jüngeren Nassen Frau auf, die wohl verzweifelt auf eine Rettung durch ihn gehofft hatte. Tja, heute nicht, kleines... Als Mandrik herantrat und sich von der dicken und besonders unansehligen Wache eine Axt geben liess, sprach von aus dem Gang jemand in den Raum:


    "Ich will ihn auslösen."


    Irritiert blickte Mandrik an Kalam vorbei, in den Gang, aus dem immer noch das grüne Leuchten drang. Kalam hatte nicht gehört, dass noch jemand die Tür zur Schenke geöffnet hatte, also war es vielleicht der Elf, der sprach. Doch die Stimme hatte etwas kühles, unbarmherziges, allglattes, so gar nicht wie die der Elfen. Mandrik ergriff wieder das Wort "Zeig her, dann werden wir sehen. Es stehen 850 Golddupel auf seinem Steckbrief" Wow, dachte sich Kalam, nochmal 50 mehr als letztes mal. Leises Klimpern folgte, und über Kalams Schulter hinweg flog ein schwarzer Lederbeutel, der seinen Inhalt, etliche goldene Münzen, über den Boden verteilte. Sofort begannen die 3 Wachen, diese einzusammeln, und auch die ARmbrustschützen blickten gierig auf den Beutel. "Ok.." sagte Mandrik, "Ich nehme das Geld. Yarion..." er sprach wohl nun zum Elfen im Gang, somit war doch noch jemand in diesen getreten... " entledigen wir und dieser zwei Probleme. Mach den Typen fertig!"


    Genau in diesem Moment verschwand die Sonne hinter dem Horizont. Und Dunkelheit überrollte den Gang und das Zimmer wie eine Welle im Sturm den Strand.


    Kalam nutzte diese unvorhergesehene Wendung und hechtete nach links, um sich hinter der immer noch offen stehenden Tür zu verstecken. Er hörte die Bolzen von den Sehnen springen. Waffen schlugen gegen Stein, und der Elf fluchte in einer Sprache, die er nicht verstand. Auch Mandrik schrie durch die Gegend, und die leichten Reitstiefel der Wachen klapperten einige Male. Dann brach das Fluchen des Elfen plötzlich ab und erstarb in lautem Gurgeln. Sofort rief Mandrik seine Wachen zu sich, doch konnte man nicht die Hand vor Augen sehen. Kalam konnte hören, wie sie sich in die falsche Richtung bewegten. Dann vernahm er das feine, kurze Knacken und schleifen, wie wenn Metall Haut und Knochen durchstösst. Wieder und wieder polterte es, und wenige Sekunden später waren nur doch die panikerfüllten Schreie von Mandrik zu hören, der nacheinander seine Handlanger beim Namen rief. Doch keiner antwortete. In die Dunkelheit mischte sich das Weinen der jungen Nassen, ein sehr charakteristischer Laut, er hatte so einen schnarrenden Unterton. Plötlich ging die Dunkelheit wieder zurück. Wie Nebel, der sich langsam verzieht, konnte Kalam wieder die Fackeln an den Wänden sehen, dann die Kerzen auf dem gedeckten Tisch, und schnell war der Raum wieder warm und angenehm erleuchtet. Vorsichtig lukte Kalam um die Tür herum. Die Wachen lagen tot auf dem Boden, die Dicke war über die junge Nasse gefallen, und aus einem fingerdicken Lock in seinem Schädel unterhalb des linken Auges tropfte Blut und Hirnmasse auf ihre blanke Brust. Der Elf lebte noch, er versuchte verzweifelt, seinen durchgeschnittenen Hals wieder richtig zusammenzudrücken, doch er hatte schon zu viel Blut verloren, und dem Gurgeln nach würde er keine 5 Atemzüge mehr tun. Einer der Armbrustschützen sass offensichtlich unverletzt mit dem Rücken an der Wand und starrte in den Raum, doch unter seinem Brustpanzer quoll das Blut hervor, und in der Herzgegend wies die Rüstung ein kleines Loch auf. Mandrik Stand an der gegenüberliegenden Wand. Nein, er hing viel mehr in der Luft, seine Füsse strampelten ins nichts und er hielt sich selbst am Hals fest. Sei Gesicht war schon Blau angelaufen und er schaute angsterfüllt zu dem Mann der einen Schritt neben ihm stand. Dieser hielt Mandrik offenbar an Halse fest, allerdings hatte er den Schatten von Mandrik gefasst, nicht ihn selber. Dieser Fremde war äussert ungewöhnlich, wie sein schwarzer Degen, der an einer Seite baumelte. Seine Haut war schwarz, und ich meine nicht schwarz wie die Haut eines Buschmenschen aus dem Süden, sondern Schwarz wie die Nacht ion ihrer dunkelsten Stunde. Seine Augen jedoch schienen blau zu funkeln, als er Kalam ansprach. "Ich habe dein Leben gerettet, du gehörst jetzt mir. Ich verspreche dir Reichtum und Macht, Ruhm und Lust, alles, was du tun musst ist zu sagen: Ja, Meister, ich folge dir. Denn wie die Sonne das Licht birngt bringe ich die Dunkelheit, und jeder der mir folgt, dem werde ich ich erinnern am Ende aller Tage, wenn die Abrechnung gekommen ist. Doch meine Feinde werden sich im Staube wälzen vor mir, und gross wied sein das Flehen um Gnade und Vergebung. Doch ich sage, jedem das, was ihm zusteht. Nun, was meinst du ?"


    "Ja, Meister, ich folge dir...."


    "Gute Entscheidung, Kalam." Mit einer Handbewegung warf der Fremde Mandrik im hohen Bogen Kalam direkt vor die Füsse. "Töte ihn." Kalam riss seinen Dolch heraus und trieb ihn mehrere male schnell zwischen verschiedene Rippen Mandriks. Schnell füllte sich Mandriks Lunge mit Blut, sein Herz versagte und mit verzerrtem Gesicht starrte er Kalam an, der den Tod seines Kontrahenten beobachtete.


    "Tja, das wäre erledigt. Übrigens ist mein Name Darmaalok." seltsamerweise wurde der Ton des Fremnde sofort lockerer, fast fröhlich. "Was bleibt noch zu tun ? Die Schlampe hier ist so zugedröhnt, dass sie vor morgen früh nicht mehr klar denken kann. Warten wir also, bis wir sie ihrem Freund hinterherschicken, damit sie auch etwas davon hat." Der Fremde blickte in das Gesicht der vollög ztugedröhnten Schankmaid, die panisch die Augen aufriss und hinten über kippte. Sie hatte das Bewustsein verlohren, noch bevor sie den Boden berührte.


    "Meister, wir warten die ganze Nacht ? Was tun wir solange ?" fragte Kalam, der es hasste, Zeit zu verschwenden.


    "Hmm.. Ich hätte da eine Idee, wie wir unsere Zeit etwas angenehmer gestalten können..." sagte der Fremde. Dann blickte er langsam auf die zwei Nassen hinab, die immer noch gefesselt auf den Tepichen lagen.

  • Anarkus:


    Astragon, Auf dem Platz der Wandlung


    Schon seit vielen Jahren arbeiteten die Männer und Frauen in Astragon an dem größten Gebäude, das die Stadt je gesehen hat. Viele Arbeiter sind bei den Arbeiten ums Leben gekommen, da der König von Astragon sie zu Höchstleistungen antrieb. Besonders in den letzten Jahren steigerte sich sein Wahn ins Unermessliche, da der alte König langsam den Tod nahen sah. Er wollte alles daran setzen, das Gebäude noch fertig zu stellen, bevor er starb. So tyrannisierte er die Einwohner und alle mussten mitarbeiten. Selbst Kinder und Alte mussten sich an dem Bau beteiligen. Der König erhub unglaubliche Steuern, um sich den Bau zu finanzieren. Von über all her gelangten die Rohstoffe nach Astragon. Große Felsblöcke wurden aus den Schädelbergen herbei geschafft und das Wasser von der Küste der Wandlung. Sogar einiges Material von dem feurigen Berg mussten die Arbeiter heran schaffen. Das Gebäude nahm immer mehr Formen an und schien nun wirklich Realität zu werden. Vielleicht ein oder zwei Jahre noch, bis es endlich fertig war. Doch es geschah etwas, womit der König nicht gerechnet hatte. Ein Mann unter den Arbeitern lehnte sich auf. Gorodal, der Mutige, ein Mann von einfacher Herkunft, begann auf die Menschen einzureden. Er wiegelte viele der Arbeiter auf und so führte es dazu, das die Bauarbeiten stockten. Er ließ Änderungen in den Bauplänen vornehmen, so dass die Struktur des Gebäudes groteske Formen annahm. Er verhinderte eine Fertigstellung nach der anderen und es wollte einfach nicht zu Ende gehen.


    Der König aber, entsandte Spione und ließ das Volk überwachen, um heraus zu finden, wer der Schuldige an dieser Frevelei sei. Es dauerte noch eine Weile bis die Spione fündig wurden und Gorodal enttarnten. Er wurde Festgenommen und der König beschloss seine Hinrichtung mitten auf dem Platz der Wandlung, auf dem das neue Gebäude errichtet werden sollte. Gorondal fürchtete sich vor dem Tod und war so verzweifelt, dass er zu allem sprach, das ihm Mut gab, doch nichts geschah. Die ganze Nacht sprach er und wurde immer Verzweifelter. Dann kam der Tag seiner Hinrichtung. Er wurde auf ein großes Schafott geführt und alle Einwohner mussten sich auf den Befehl des Königs versammeln. Er tobte und schrie, da viele Gorodal gut kannten und es nicht hinnehmen wollten, dass er hingerichtet werden sollte. Gorondal hingegen sah sich nun fast verloren. Er weinte, denn obwohl er sehr mutig und listig war, wollte er doch nicht sterben und so vertiefte er das Sprechen und seine Worte wurden inniger. Er rief das einzige Wesen an, das ihm nun helfen konnte. Den Herrn der Wandlung, mit dem er schon seit er ein Kind war gesprochen hatte. Doch nun sprach er nicht nur, er flehte. Er bat um Hilfe!


    Zuerst war er nichts weiter als ein Funke. Ein einzelner Gedanke im Rausch des Ganzen. Dann wurde er geboren. Er hörte eine alterslose Stimme in der Unendlichkeit seines Geistes, der sich gerade erst gebildet hat. „Höre, ich bin Cargharrah! Ich bin das Chaos und die Veränderung. So sollst du sein, von diesem Augenblick, da die Wesen der Schöpfung nach jemandem verlangen der ihnen hilft. So gebe ich dir etwas von meinen Gaben. Zeige dich würdig und gehe, um dem der dich erschaffen zu helfen. So seist du, Anarkus!“


    Gorondal stand auf dem Schafott und sah dem Tod ins Antlitz. Unter ihm züngelten die Flammen. Sie bleckten nach seinen Füßen und die Hitze wallte um ihn. Doch dann sah er durch die Flammen etwas. Über dem Gebäude bewegte sich etwas. Ein Strudel in der Luft. Er wurde immer schneller und eine Welle von Farben ergoss sich über das Bauwerk. Die Gestalt des Bauwerks veränderte sich und der aufkommende Wind wirbelte die Baustoffe auf. Die Flammen wurden gelöscht und Qualm stieg auf. Der alte König brüllte und tobte auf seinem Thron, bis er sich an die Brust fasste. Der Herzschlag setzte aus und das Leben strömte aus dem alten Körper des Königs. Dann erklang eine Stimme auf dem Platz der Wandlung


    „Ich bin Anarkus. Ich bin das Chaos und das Gefühl. Ihr habt den Weg verlassen, deshalb will ich euch auf den Weg zurück führen.“


    Vor dem Gebäude, das immer noch in vielen Farben schillerte erschein ein Mann. Als wäre er vom Himmel gefallen, stand er plötzlich da. Ein junger Mann, dessen Haar in alle Richtungen absteht und der an Wangen und Kinn einen Dreitage-Bart trägt. Er bekleidet sich zwar, doch die Kleidungsform und Farben scheinen sich stets und ständig zu ändern. Nichts an ihm scheint bestand zu haben, so auch die Augen- und Haarfarbe, die sich dauernd ändern. Ein feines Lächeln lag auf seinem Gesicht und er ging auf das Schafott zu und befreite Gorondal. Der alte König starb indessen vor Schreck und sein Körper sackte in dem Thron zusammen. Anarkus lachte und ging auf den Thron zu, der nun ebenfalls seine Form veränderte und zu einem Sarg wurde. Dann setzte er sich darauf und breitete die Arme aus.


    „Ich bin die Veränderung und solange ich hier bin, soll keine Ordnung bestand haben. Das Gebäude soll meine Wohnstatt sein und nur Gorondal oder einer seiner Vertreter sollen mich besuchen. Kein König soll mehr Macht über das Volk der Ana-Mutabi haben.“


    Danach ging er in das Gebäude und die Tore schlossen sich hinter ihm. Das einzige was noch zu hören war, war ein lautes Kichern, welches über den Platz der Wandlungen hallte.

  • Akira


    Blirjibim der jüngere war anders als seine Artgenossen.
    Von frühester Kindheit an hatte der überdurchschnittlich winzige Jungfey lernen müssen, sich durchzusetzen. Nur einen dreiviertelspann groß war er schon immer Objekt der Witze und Hänseleien der anderen Flílnirlsli gewesen, bis er sehr früh lernte, sich größer erscheinen zu lassen als er war.
    Seine Fähigkeiten in der Kunst, Illusionen zu erzeugen und Trugbilder zu schaffen entwickelten sich schon sehr früh, und er war schon in jungen Jahren in der Lage, seine anderen Identitäten für mehrere Tage aufrechtzuerhalten.
    Was ihn aber von seinen Brüdern und Schwestern unterschied war, dass er GLAUBTE. Er glaubte an die wahre Liebe, er glaubte an das Recht des Stärkeren und Besseren, er glaubte an die Macht.
    Er glaubte.
    Er glaubte von ganzem Herzen.
    Und er wusste, dass sein Glaube Berge versetzen konnte. Wenn das Schicksal ihm Steine in den Weg warf, musste er nur fest genug an sich glauben, und das Hindernis war so gut wie beseitigt.
    Als seine Mutter in seiner frühen Jugend von einem Uhu gerissen worden war vertraute er seinem Sinn für Rache. Er glaubte, dass der Nachträuber den Tod verdient hatte. Er wusste, wer diese Rache auszuführen hatte, wessen Hände den Wald von dem garstigen Jäger befreien musste.
    Von diesem Augenblick an der ihn glauben Machte, er habe mit der Macht dazu auch das Recht, Leben zu nehmen, war Blirjibims Schicksalsweg in Granit gemeißelt.


    Die Ältesten seines Volkes verbannten ihn aus der harmonischen Heimat, den die Verbitterung des Jungen Feen war ohne Grenzen. Er tötete aus schierer Lust, und sein Hass auff das Leben machte ihn stärker und stärker.
    Er entwickelte die Kunst, seine Gestalt nicht nur Scheinbar zu verändern, sondern wahrhaft zu wandeln.
    Er wählte die Gestalt eines der riesigen Trolle mit unbegrenztem Zerstörungspotential. Er vernichtete manchen Wohnsitz der unwürdigen Flílnirlsli, die IHN verlacht hatten. Seine machtvolle Magie zwang manches unschuldige Wesen und manchen Fey in seine Herrschaft. Er verdarb die Seelen seine Brüder, bis sie ihm blind folgten. Und er schwor Rache. Rache an allen, die ihr Haupt nicht vor ihm beugen wollten, all die Würmer, die ihr Weiterleben einzig und allein Seiner Gnade verdankten. Stumm und verbissen fegte er hinweg, was müßig zu kichern und fröhlich-lustig durch die Luft huschte.
    Seine Strafexpeditionen in die Heime des fröhlichen Volkes waren Legende. Die Spuren seiner klobigen Trollfüße füllten sich mit dem Blut Unschuldiger, wo immer er mit seiner Schar verrotteter Seelen auftauchte.


    Bis eines stürmischen Tages der Rat der Ältesten in den Wehenden Blättern die Zukunft las: Der Macht der Blirjifey konnte nicht ohne Hilfe Einhalt geboten werden. Man musste eine größere Macht anrufen. Eine, die die alten Werte hochhielt, die dem Wesen der Unverdorbenen Flílnirlsli entsprach. Ein Wesen, das die gut Magie förderte, die Luftige Leichte der Fey, das dem lustigen Tanz der Feen im Wind und der geistigen Freiheit seine Gunst schenken solle.
    Ein Wesen, das lustige und auch nichtige Konversation mochte, das Sprache gab und zu unbeschwerter Kommunikation anregte.
    Eine Entinität, die hochhielt, was Blirjibim in seiner Vermessenheit verdorben hatte.
    Eine Gottheit.
    Und die Alten lasen in den wehenden Blättern:


    AKIRA, die Unbeschwerte


    Und man beschloss, Feuer mit Feuer zu bekämpfen und begann auch, zu glauben.
    Man glaubte aus ganzer Seele und man hoffte, die alte Unbeschwertheit wiederherstellen zu können.

  • Fas Fararin


    Es war ein herrlicher Tag. Der Wind pfiff über die weiten Ebenen, das Gras und die wenigen Blumen beugten sich vor ihm und schienen einem Meer der Bewegung gleich. Das Licht der Sonne schien sanft auf den schlanken Körper Ghsin'Maranas, die sich inmitten einiger Mohnblumen niedergelassen hatte. ihr reinweißes Fell glitzerte im strahlenden schein und ihr Gesicht wurde von freudigen Emotionen umspielt. Sie träumte von Nurg'Halan, ihrem Geliebten, den sie verehrte. Seine kräftigen, sehnigen Beine, seine gesunden Fesseln, seine tiefschwarzen Augen. Keiner konnte so schnell laufen wie er. Es war ihr eine Ehre ihn zu lieben. Ihn. Den einen. Schon vor Jahren hatte er ihr, ihrer Schwester und And'Rigilla den ersten Schwur geleistet. Nach einem weiteren halben Jahr den zweiten, jedoch nicht mehr ihrer Schwester. es war fast sicher, daß sie und nur sie den dritten Schwur erhalten würde. Wäre sie erste Frau des Nurg'Halan würde die Sonne für sie noch viel heller scheinen, die Blumen noch viel süßer duften, der Wind noch viel sanfter schmeicheln...
    Mit einem Seufzen erhob sich Ghsin'Marana. Heute Abend würde es entschieden sein. Bereits heute Abend.


    Alle Sippenmitglieder waren versammelt. Drei Feuer brannten auf dem nackten Fels, gespeist von getrocknetem Gras, das sehr schnell verbrannte und stetig von 7 jungen Hrogi'Sun nachgelegt werden musste. Vor dem Feuer stand hoch aufgerichtet Nurg'Halan, neben ihm seine Drittfrau Ghsin'Dafinri, vor ihm seine Zweitfrauen And'Rigilla und Ghsin'Marana. Die Ghsin-Familie war überaus aufgeregt und konnte kaum still stehen. Ihren schönen Töchter war der Sohn des Sippenführers sehr zugetan. Gleich zwei seiner Frauen stammten aus der Ghsin-Familie. Womöglich auch bald die Erstfrau...
    Ghsin'Marana kniete vor Nurg'Halan, ihr Körper war fürchterlich angespannt. Dennoch war sie erfüllt von tiefer Liebe. Alles würde gut werden, er würde sie zu seiner Erstfrau erheben, sie wäre das Wesen, das ihm das Liebste war. Sie würde es sein.


    Fast alle Sippenmitglieder schliefen bereits. Es war ein rauschendes Fest gewesen. Junge Feuerspringer hatten ihren Mut bewiesen, Wetten waren geschlossen worden, der Abend war ausgelassen ausgeklungen. Alle waren hochzufrieden.


    Einige Kilometer entfernt kann man die Geräusche der Nacht hören: das Zirpen der Grillen, das Rauschen der Flüsse, das Heulen eines weit entfernten Raubtieres. Und ein leises Wehklagen und Schluchzen. Marana lag gekrümmt auf dem nackten Gras. Ihr Körper schüttelte sich. Es war fürchterlich gewesen. Nachdem Nurg'Halan nicht sie sondern And'Rigilla erwählt hatte, hatte sie ihre Emotionen nicht zügeln können, hatte ihnen freien Lauf gelassen, hatte gegen das Gesetz verstoßen...
    Ihr Sippenältester hatte sie verdammt, aus der Sippe ausgeschlossen, verbannt. Tiefer Hass hatte ihre einst so zarten Gefühle für den Sohn des Sippenführers ersetzt. Ihr Hass hatte ihre Liebe verzehrt.


    Die geröteten Augen der Sippenlosen fielen auf das dunkle Wasser des breiten Flusses, der sich durch die Ebene schlängelt. Marana meint eine Bewegung darin zu erkennen, die nicht natürlich ist. Marana beginnt zu glauben. Zu beten. Ihre Gefühle und ihre Wahrnehmung ziehen in den unendlichen Äther, nehmen Gestalt an, entwickeln sich fort...


    Aus den Tiefen galoppiert ein blauschwarzes Pferd, Gischt sind seine Hufe, Algen sein Haar, seine Nüstern dampfen, die Augen blitzen in der Nacht. "Du hast mich gerufen, Sippenlose. Ich bin Fas Fararin, dein Herr. Ich spüre deine Emotionen, ich spüre Wandel in dir und Ziele, Träume, Streben. Beuge dein Knie vor mir und ich werde dein Beten erhören!" Marana kniete nieder...


    Keiner der Sippe der Nurg überlebte die tosende Wut des Faran'Si, der seinen Lauf plötzlich geändert und das Festlager in der Nacht heimgesucht hatte. Keiner überlebte...

  • Chûldar



    Es war schwülheiß und die Turmhohen schwarzen Wolken, die seit tagen auf die Westküste der Insel zuhielten kündigten die baldige Regenzeit an. Die Stimmung war niedergeschlagen in Barthana, der größten Siedlung der Car-Thyr. Es schien sich in diesem Jahr einfach alles gegen sie Verschworen zu haben. Der Wald lieferte kaum genug Früchte und Beeren, die Jäger der Stadt hatten kein Glück bei der Jagd und noch dazu trug der Thyrul bereits das ganze Jahr ungewöhnlich viel Wasser, wodurch die Angriffe der Wal’sin umso gefährlicher wurden.


    Chion-Ku’zhad hatte deshalb die zehn besten Jäger der ganzen Stadt zu sich rufen lassen und sie ausgeschickt, weit in die Wälder zu gehen, um dort nach weiterer Nahrung zu suchen. Nun hoffte ganz Barthana auf ein baldiges Wiederkehren und eine gelungene Jagt der kleinen Gruppe. Die Gedanken vieler vereinigten sich, wurden eins, entfachten eine ungeahnte Kraft. Irgendwo, tief im Urwald manifestierte sich Chûldar.


    Nicht weit entfernt


    Seit Tagen schon wanderten sie und hatten eine mehr schlechte als rechte Beute machen können. Ma’ghan war völlig erschöpft, seine Füße schmerzten und der Speer entglitt beinahe seinen Händen, nur der Wille, jenen Thal’sin, den sie vor kurze erspäht hatten, zu erlegen, gab ihm die Kraft seine Erschöpfung zu ignorieren.
    Abrupt blieb er stehen. In seinem Eifer hatte er kaum noch darauf geachtet, wohin seine Füße ihn trugen. Er stand plötzlich auf einer Lichtung und hörte seine Kameraden vor sich nicht mehr. Und noch etwas war falsch. Alles um ihn herum war zu ruhig. Kein nächtliches Vogelgeschrei, kein Rascheln kleiner Tiere im Unterholz. Doch was war das? Irgendetwas bewegte sich im Wipfel des Baumes vor ihm. Er blickte blitzschnell auf - und blickte direkt in die riesenhaften Augen seiner Beute. Seine Beute? ‚Ich bin die Beute’ wurde ihm in diesem Moment klar. Seine einzige Chance konnte es sein, jenes Monstrum niederzustrecken, ehe es ihn angreifen konnte. Gerade als der zum Sprung ansetzen wollte, ertönte ein Ruf „ Lagor! Schütze ihn!“ Plötzlich ging alles rasend Schnell. Die gleißend helle Silhouette eines gut fünf bis sechs Schritt langen Löwen durchbrach das Gebüsch und sprang mit einem riesenhaften Satz auf den Lauernden Thal’sin zu und stieß ihn von dem Baum herunter. Gleichzeitig bemerkte Ma’ghan, wie ihn jemand rückwärts in das unterholz zog. „Warte hier.“ Sagte der Fremde, seine Stimme war fest und voller Mut, der sich direkt auf Ma’ghan zu übertragen schien. Chûldar rannte zurück auf die Lichtung, wobei er sein Schwert zog. Der Thal’sin hatte seinen Sturz durch seine Flügel abgefangen und sprang, immer wieder mit den Flügeln schlagend auf und ab, während er mit seinen Klauen nach dem riesigen Löwen aushieb. Dieser wich jedoch geschickt den meisten Schlägen aus und versetzte seinem Gegner einige schwere Prankenhiebe, die ihn taumeln ließen. Mit vor Erstaunen weit geöffneten Augen sah Ma’ghan, wie sich Chûldar auf den Thal’sin stürzte und an dem riesenhaften Geschöpf emporkletterte, während es noch immer mit dem Löwen kämpfte. Chûldar hatte den Hals des Geschöpfes erreicht. Kraftvoll stieß er sein Schwert zwischen den Panzer des Tieres. Ein lauter, kreischender Laut erklang und der Thal’sin ging tot zu Boden.


    Chûldar trat auf den jungen Car-Thyr zu. Der Kampf schien ihn kaum ermüdet zu haben. „Ich bin Chûldar der Mutige.“ Sprach er „Du warst wahrlich tapfer, mein Sohn.“ Ma’ghan spürte, wie die Erschöpfung von ihm abfiel als Chûldar ihm seine Hand auf die Schulter legte. „Danke Herr.“ War alles, was er hervorbrachte und er kniete nieder vor Chûldar.
    Er glaubte.

  • Ahalavan


    steifbeiniger Salzwassermolchesser, triefnasiger Waschbärbauchbesitzer, glubschäugiger Arbeitsfanatiker, unkreativer Mitoffenemmundstarrer.
    Sichtlich zufrieden mit seiner Schimpfworttirade lehnte sich Zwxybel im
    weichen Sessel zurück und musterte seinen Gegenüber. Immer mehr bunte
    Bläschen stiegen blubbernd aus den kleinen Schornsteinen auf seinem Kopf
    auf, um so offensichtlicher es wurde, das es seinem Gegner schlicht die
    Sprache verschlagen hatte.
    Nicht das ein Ork, wie ihm gerade einer gegenüber saß und ihn mit vor Wut
    zusammen gekniffenen Augen anstarrte, eine Herausforderung für ihn war. Aber
    ein Sieg war ein Sieg und ein Sieg, beschloss Zwxybel, musste gefeiert
    werden.
    Gerade hob der kleine Xyrasesier seinen mit bestem Rotwein gefüllten Pokal ,
    um seinen Triumph zu begießen, als sich der Ork aus seiner Starre löste.
    Zum besonderen Leidwesens Zwxybels, stellte sich nun heraus, das ein Ork
    nicht annähernd ein so guter Verlierer war wie die Leute in seiner Heimat.
    Mit einem Wutschrei schmetterte sein muskulöser Duellpartner den Tisch
    beiseite und ging mit vor Mordlust funkelnden Augen auf den armen Xyrasesier
    los.
    Der gute Rotwein war Zwxybels einziger Gedanke, als ihm der Ork das Glas aus
    der Hand prellte und begann ihn an den Füßen gepackt umher zu schleudern,
    wobei Zwxybel mehrmals Bekanntschaft mit den verschiedensten
    Einrichtungsstücken und den Wänden machte.
    Gleich nach dem ersten Aufprall war sich Zwxybel ziemlich sicher diesem
    rauhen, orkischen Volkssport nichts abgewinnen zu können.
    Doch war leider weder sein hilfloses Quieken, das für den Ork eher nach
    beglückendem Jauchzen klingen musste, noch seine freundlichen Hinweise er
    solle doch mal eine andere Wand nehmen, oder ein anderes Möbel, dazu
    geeignet den Ork versöhnlich zu stimmen.
    In seiner Not schließlich, begann Zwxybel zu beten, etwas, was er zuvor noch
    nie getan hatte. Die Augen geschlossen flehte er, in seiner eigenen
    schnellen Sprache, Irgend jemand solle doch den Ork versöhnlich stimmen und
    ihm die Augen für seine nur gut gemeinten Späße öffnen.
    Niemand kann die Überraschung nachempfinden, die Zwxybel empfand, als sein
    Peiniger auf einmal lauthals zu lachen anfing. Nach einem Moment verblüfftem
    Schweigens stimmten die anderen Taverngäste, die bis eben noch mit
    Belustigung den Kampf beobachtet hatten, mit in das Lachen ein.
    Wenige Momente später fand sich der erstaunte Xyrasesier nicht nur auf
    seinen Beinen wieder, sondern auch noch in einer Traube fröhlicher Menschen
    die mit ihm lachten und spassten.
    Lange noch blieb die fröhliche Runde zusammen und feierte bis tief in die
    Nacht. Als schließich am frühen Morgen ein zwar betrunkener, aber sehr
    fröhlicher Xyrasesier die Taverne verließ und seinem Gasthaus entgegen
    strebte, war der Streit vergessen.
    Den jungen Mann der ihm plözlich auf dem Weg ins Gasthaus die Hand auf die
    Schulter legte, kannte Zwxybel nicht. Hallo Zwxybel, gehen wir was trinken?
    Überrascht blieb der junge Xyrasesier stehen, woher kannte der Fremde seinen
    Namen? Wher bisn dhu? Vergeblich durchsuchte Zwxybel sein Gedächtnis nach
    dem Gesicht mit den freundlichen braunen Augen und den vielen Lachfalten,
    das sich lächelnd zu ihm herunter beugte.
    Aber Zwxybel du hast mich doch gerufen. Weißt du nicht mehr? Da erst spürte
    Zwxybel die überwältigende Aura des Fremden und er sank demütig auf die
    Knie.
    Doch das ließ sich der Fremde nicht gefallen. Was soll das denn? Willst du
    den Weg zur Taverne kriechen? Jetzt komm, du kannst mich Ahalavan nennen.

  • O´krga


    Gedemütigt und geschlagen eilt die Sippe des Tharshok seit Tagen in die weiten, kargen Ebenen. "Das kann doch nicht sein, nein! Niemals werde ich aufgeben!" Schwer verletzt wacht der Häuptling aus den Albträumen auf. Warum haben die anderen mich nicht getötet. Jetzt werden sie keine Gelegenheit mehr dazu kriegen.


    Denn schon erhebt sich Tharshok und droht mit der geballten Faust gen O´krga, der Stätte seiner Niederlage. Doch weiß der Ork, der schon seit langer Zeit seine Widersacher mit der Stärke seiner Waffen überwunden hat, wie unsinnig diese Drohung ist. Und dabei kam er noch gut davon. Nur knapp die Hälfte seiner Sippe ist getötet worden. "Ich werde nicht als Feigling sterben! Niemals! NIE!" Und Rache brandet in ihm auf. Unbändiger Haß! Der Weißork ergreift sein riesiges Beil und wendet seinen Haß gegen die eigenen Männer. Vier, fünf erschlägt er, doch versiegen seine Rachegelüste nicht. Das Beil findet seinen Weg tief hinein in den blutgetränkten Boden. Tharshok brüllt in die Nacht: "GEBT MIR MEINE RACHE!!! RACHE FÜR DEN TOD DER HÄUPTLINGSFRAU! RACHE FÜR MEINE NIEDERLAGE!"

  • Irgendwo in der Unendlichkeit


    Culonnara lacht. Dann ertönt seine klar strukturierte, in sich selbst trotz der Emotionen seltsam ruhende Stimme. Sieh, Cargharrah … da beginnt es schon. Bei deinen Orks gewinnen jene, die ein größeres Maß an Ordnung besitzen. Dies wird wohl doch nicht so lange dauern, wie ich dachte! Wie ein wutentbrannter Sturm schreit Cargharrahs verzerrte Stimme aus dem Chaos im Zentrum des Universums. Warte ab, Bruder … warte ab … [# Cernunos: (-30, 0, 50 ) #] Sieh lieber, wie bei den Ana-Mutabis dein Gesetz gebrochen, deine Strukturen zerstört werden. Endlich ist das Volk vom Joch der Ordnung durch den alten König befreit. Culonnara tut gelangweilt, will er doch seinen Bruder den Ärger, den er darüber tatsächlich empfindet nicht spüren lassen. Und wenn schon. Es wird sich zeigen, dass dies nicht funktionieren kann. [# Anarkus: (50, 0, -10) #] Eledana hingegen erzürnte etwas gänzlich anderes. Dass es Opfer geben würde in dem Wettstreit war ihr klar, doch dass die Nurg so sinnlos durch die herbeigeführte, tosende Wut des Faran'Si vernichtet wurden, würde sie sich merken. Nur Cargharrah lächelt kühl über solch unberechenbare Wut, wahrscheinlich aber hauptsächlich, weil es Culonnara nicht so ganz behagen will, denn das Wohl eines Einzelnen hat unter dem Wohl vieler zurück zu stehen. [# Fas Farin: (20, -50, -10) #]


    [# Wenn ihr euch fragt, warum die anderen Handlungen nicht von den Urgöttern beachtet wurden: Es liegt an der Größe der Auswirkungen eurer bisherigen Entscheidungen. Die Einzelnen "Gunstvektoren" sind jeweils noch abhängig von euren Aspekten umzurechnen, um die tatsächliche Gunst zu erhalten. Bsp.: Cernunos erhält in Wahrheit (-30, 0, 0); Anarkus (45, 0, 0) und Fas Farin (8, -10, -8) #]

  • O'Krga
    Schon wenige Tage nach dem Sieg O'krgas beginnt der Donnernde sich zu langweilen. Einfach nur zuzuschauen, wie die Weißorks ihre Siedlung wieder aufbauen und sich der neue Häuptling in seinem Erfolg sonnt und ihm die Orks große Verehrung entgegen bringen ist einfach zu eintönig.
    Cernunos beginnt jungen noch unerprobten Orks, in denen er großen Mut und Kampfgeist sehen kann seine Gaben zu schenken. Ihre neue Kraft soll die Hackordung in den Stämmen mal etwas aufrütteln.
    Eines Nachts verschwindet er schließlich aus der Siedlung um durch das ganze Land zu ziehen. Er reißt in Verleidung, als einsamer Wanderer mit einem Holzstab als Gehilfe, gebeugt und in langem Umhang. Wo immer er auf Siedlungen der Orks triftt, hört er sich um, vordert die Häuptlinge zu Zweikämpfen heraus um sie haushoch zu besiegen, ohne sie zu töten. Auch das Amt des Häuptlinges lehnt er ab. Wenn ihn jemand fragt, warum er ein so guter Kämpfer ist, sagt er immer das gleiche: "Cernunos der Donnernde hat mir seine Stärke geschenkt."
    Und so beginnt er als sein eigener Priester, doch sollen weitere folgen. Vielen jungen unerfahrenen Orks rät er Cernunos in den Kämpfen um die Rangordung anzurufen und sein Wort zu verbreiten. Er überwacht ihre ersten Kämpfe und verhilft ihnen mit seiner göttlichen Kraft zum Sieg.
    Schließlich und endlich bringt er einigen Alten der Stämme in Meeresnähe das Geheimniss der Seefahrt, auch sie sollen es O'Krga nachtuen.


    Auf seinen Reisen hört er schließlich auch von dem Zürnendem geschlagenem Häuptling. Dies ließe sich zu einem Vorteil nutzen.
    Der Donnernde sucht das Lager des Tharshok auf und verschafft sich ein Gespräch mit dem Häuptling, von einem nahem Hügel überwacht er den Schlaf des Orkes und sendet ihm einen Traum:
    In seinem Traum erscheint dem Häuptling ein gewaltiger Schneewolf, der gerade ganz alleine ein ausgewachsenen Mammut gerissen hat. Er spring den Häuptling an und drückt ihn zu Boden.
    "Du willst dich also an dem jungen Häuptling O'krgas rächen? Doch musst du wissen, das dieser in der Gunst Cernunos des Donnernden steht, kein Lebender Orks kann sich mit ihm messen. Das heißt, kein im Moment Lebender Ork kann sich mit ihm Messen. Doch gibt es für dich einen Weg, wie auch du in die Gunst des Gottes gelangen kannst, denn nichts behagt dem Donnerndem weniger als Stillstand. Stelle eine große Schar von starken Kriegern zusammen und eine sie unter deinem Banner. Wenn du eine Armee in der Größe von vielen Stämmen hast, ziehe wieder gegen O'krga und du wirst deine Rache bekommen."
    Am Ende des Traumes spürt Tharshok eine neue Kraft in sich und kann den Wolf schließlich abschütteln und wacht auf, einen kleinen Teil dieser Kraft schon in sich spürend.

  • Astragon
    Das Volk der Ana-Mutabi ist zunächst sehr erfreut über den Tod des einstigen Königs, die Bevölkerrung feiert Spontan ein großes Fest zu ehren Ankarus.
    Doch die Freude weicht schnell blanker Angst. Mit dem Tod des Königs sehen seine einstigen Neider ihre Stunde gekommen. Mehrere Fraktionen bilden sich, um trotz Ankarus befehl die Macht über das Volk zu erlangen. Einige sogar im Namen des jungen Gottes.
    Besonders Hervor unter den unzähligen Intriganten, Warlords und Priestern stechen nur wenige, die wenigen, die wirklich die Macht an sich reißen könnten.
    Ulf, auch geannt der Grausame, er schart viele der einstigen Arbeiter um sich, verspricht ihnen Reichtum und Freude in seinem Reich und versucht die Macht mit dem Schwert an sich zu reißen.
    Ankaron, der sich umbenannt hat um dem jungen Gott zu gefallen, er predigt im Namen Ankarus von einem Göttlichem Paradies und der Erlösung. Viele der verarmten Bervölkerrung folgen seinen Worten und opfern dem Quacksalber auch noch ihr letztes Hemd. Bald schon wird er genügend Gold beisammen haben um seine Pläner weiter zu verfolgen. Das Volk hungert unterdessen und betet vor dem Tempel des Chaos um erlösung.
    Methis, einst ein geträuer des Königs verschreit den neuen Gott als augeburt des Bösen. Unter ihm sammeln sich viele einstige günstlinge des Königs, doch hat er ein Organisationstalent. Unter seinem Kommando sichert er die Versorgung seiner getreuen mit Bedarfsgütern und schließlich mit Waffen um das Böse aus dem einst friedlichem Reich zu vertreiben.

  • die Insel Angafins, nahe Shalavin:


    Chronos


    Angafin blickte eine kurze Weile verblüfft auf den Flugapparat. Die Worte Chronos hallten die ganze Zeit in seinem Kopf wieder: "Lebe deinen Traum...!". Selbst wenn sie nicht von einem Gott gesprochen worden wären, wären es Worte der Macht.
    Langsam ging er auf den Flieger zu und wechselte immer wieder Blicke mit Chronos. Sein Blick war voller Ehrfurcht, wobei jedoch nicht zu sagen war, wem diese mehr galt, dem jungen Gott oder dem Fluggerät.


    Als er sich schließlich in den Segelflieger gesetzt hatte, war alles so wie er es konstruiert hatte. Es war ihm ein Rätsel wie Chronos dies erahnen hatte können aber jetzt war es auch egal. Nachdem er einmal tief durchgeatmet hatte löste er den Startmechanismus aus. Der Segelflieger schoss von der Sehne der überdimmensionalen Armbrust und erhob sich hoch in die Himmel. Bis er seine anfangsgeschwindigkeit aufgebraucht und in den echten Segelflug überging war er schon direkt über der Hauptstadtinsel Shalavin. Die Leute blickten verblüfft auf, als sie den Apparat am Himmel gleiten sahen und einige, vor allem an der Wissenschaft interessierte Shath folgten auch seinem Kurs um den Wohnort des Erfinders ausfindig zu machen.


    Angafin spürte hoch droben keinerlei Angst, nur die pure Lebensfreude, die ihn erfüllte, den ersten fliegenen Menschen. Nachdem er einige Runden gedreht hatte kehrte er wieder auf seine Insel zurück. Die Bewohner hatten den Start des Seglers mitbekommen und so fand Angafin schon viele der Dorfbewohner vor seinem Haus vor, wo Chronos zu ihnen sprach. Seine Landung, die ziemlich hart ausfiel aber weder den Flieger noch Angafin selbst stark beschädigte lenkte einige der Dörfler und auch Chronos ab.


    während Angafins Fluges:


    Chronos sah dem Mann nach, auch während dem Flug verjüngte dieser immer mehr. Doch lag es dabei nicht nur an CHronos Kräften, sondern vielmehr daran dass er endlich seinen Traum ausleben konnte. Der Start des Flugkörpers war den Inselbewohnern nicht verborgen geblieben und so kam eine halbe Stunde oder etwas mehr nach dem Start eine Gruppe bestehend aus dem Bürgermeister (wenn man ihn so nennen wollte), dem Dorfbüttel, so wie einer Hand voll interessierter Leute, darunter auch zwei Kinder von knapp 8 Jahren, bei Angafins Hütte an.


    Chronos hatte ihre Schritte schon lange gehört und auch den beginnenden Glauben in ihren Herzen gespührt, der ob dieses Wunders (einer Fliegenden Maschine) anfing zu keimen. Auf die Abschussrampe gestützt stand er da und blickte ihnen entgegen. Er machte es den Menschen jedoch nicht soo leicht, dass er das Gespräch beginnen würde. Er wollte herausfinden, wie sie dieses Problem lösen würden.


    Der beleibte aber durchaus freundlich dreinblickende Bürgermeister reusperte sich kurz verlegen und begann dann "Guten Morgen..." es war wahrlich jene unbestimmbare Zeit zwischen Morgen und Mittag, an der man nie wusste wie man nun grüßen sollte. "...ich bin Bürgermeister Flitch und ihr müsst Angafins Lehrling sein?" Seine Stimme machte aus der Festellung eine Frage und Chronos schmunzelte leicht bevor er ihm ebenso freundlich Antwortete "Ich bin wohl eher sein Lehrmeister, auch wenn das hier..." er klopft auf die Abschussrampe and er er immer noch lehnte und zeigte dann auf den dahingleitenden Angafin "...seine Erfindung ist. Mein Name ist Chronos."


    "Aber du bist doch noch so jung, wie kannst du da dem alten Angafin noch etwas beibringen?" platze das kleine Mädchen hervor und musterte ihn kritisch. Chronos musste unwillkürlich lächeln und hockte sich hin um auf der selben Höhe mit der kleinen zu sein. Dann winkte er sie zu sich und das Kind kam ohne Scheu. "Das ist eine gute Frage und dennoch simepl zu beantworten meine kleine Sydria. Es stimmt ich bin sehr jung, doch das heißt nicht, dass ich dumm sein muss oder? Und gerade die Wörter "jung" und "alt" haben in meiner Umgebung nur mehr dichterische Bedeutung." Ob dieser Erklärung runzelte die Kleine die Stirn und fuhr dann ungeniert fort: "Bist du einer der Fey aus den Märchen, eins von denen die nach hundert Jahren immer noch ausschaun wie junge Prinzen und Prinzessinen?"


    "Ich bin kein Fey, wenn du unbedingt etwas haben willst um mich zu bezeichnen, wenn dir mein Name nicht genügt, dann kannst du meine Art wohl Gott nennen. Ob es andere wie mich gibt weiß ich jedoch nicht."


    "Sind Götter gute oder böse Leute? Kannst du zaubern? Hat Angafin dich vielleicht gebaut?" Während die kleine Sydria nun mit einer Flut von Fragen herausplatze kam Unruhe in dem Menschenhaufen auf. Der Dorfbüttel, der gleichzeitig auch der Schmied des Dorfes war hatte Chronos Eisenaxt gefunden und murmelte nun mit seiner Lehrling über die Eigenarten der Waffe, das sie komplett aus Eisen bestand und die Klinge eine Schärfe aufwies, die kein ihm bekannter Meister je erreichen konnte.


    Chronos antowrtete indessen dem Mädchen, er hatte anscheinend Gefallen an dem Wissensdrust gefunden.
    "Nun ich bin wohl weder das eine noch das andere. Wenn ihr nett zu mir seid, dann binn ich auch nett zu euch. Aber wenn ihr das nciht seit, so werde ich böse, so wie die meisten Menschen auch oder?" Sydria nickte nur. "und bevor du fragst ich kann Zaubern, die Axt die deine Freunde gefunden haben habe ich aus einem Stein herbeigezaubert. Aber gebaut... nein gebaut hat mich Angafin nicht. Er brauchte meine Hilfe und desshalb bin ich gekommen."


    "Wirst du mir auch helfen, wenn ich Hilfe brauche?" diesmal schien Sydria doch ein wenig schüchtern und Chronos antwortete ihr mit einem Lächeln "Woimmer du bist, wannimmer du hilfe brauchst, rufe meine Namen, ruf nach Chronos dem Ahnherr des Gefüges und ich werde dir beistehen. Es gibt nichts vor dem du dich fürchten brauchst Sydria, nicht einmal vor den bösen Fey aus den Märchen." Sydria lachte erfreut und begann dann mit einem Jungen, der nicht viel älter war als sie auf der Abschussrampe herumzuklettern.


    Währenddessen war der Schmied, die schwere Axt in beiden Händen, auf Chronos zugetreten und begann zu sprechen. "Ihr sagt, ihr hättet diese Axt selbst hergestellt? Was ihr dem Kind erzählt habt, denke ich ihr kennt nicht nur die Schmiedekunst sondern auch das Hüttenwerk und habt das Erz selbst aus dem Stein geschmolzen?" Auch wenn ein wenig Neid in seinem BLick zu lesen war, so war doch der Wissensdurst des Mannes größer. Chronos antwortete: "Ich lüge nicht, ich habe einige Steine in diese Axt verwandelt."


    "Ohne Werkzeuge, Ambos und Feuer?"
    "Richtig?"
    Zweifel war nun der eindeutige Ausdruck auf dem Gesicht des Schmieds.
    "Das scheint mir unmöglich, selbst für einen Mann eines fremden Volkes" Die Menschen schiene offensichtlich ncihts mit dem Wort "Gott" anfangen zu können. "Ich werde es euch beweisen, doch stellt mich nicht zu oft auf die Probe, denn das was meine Gunst gewinnt ist der Glaube und nicht die Überzeugung."


    Chronos sah an der Hüfte des Schmiedes ein Schwert von nicht Schlechter Qualität hängen und entschied sich für diese Form, als er wieder einige Steine in sich auflöste und in Eisen verwandelte um sie die Form des Schwertes bilden zu lassen.


    Der Vorgang wurde von dem kleinen Grüppchen mit Staunen verfolgt. Als er fertig war überreichte Chronos das Schwert dem Schmied "Prüfe es, wenn du willst aber pass auf, dass du deinen Gegner nicht aus versehen tötest."


    Während der Schmied sich noch neugierig das Schwert besah, landete Angafin. Doch der Mann der aus dem Gleiter ausstieg war kein alter, gebrechlicher Greis mehr, sondern strotzte direkt vor Kraft und Energie. Während die Dörfler sich um Angafin schaarten und ihn über seine Erfindung und seine Jugend befragten, wandte sich Chronos an den Bürgermeister und fragte nach den Eltern Sydrias. Er erfuhr, dass diese beide tot waren und das Kind nun vom ganzen Dorf gemeinsam aufgezogen wurde.


    Kurzerhand entschloss er sich, die Kleine bei sich aufzunehmen, wo immer dieses "bei sich" auch sein würde. Ihr Wissensdurst faszinierte ihn und er spürte großes Potential in ihr.


    Nachdem Angafin für eine gute Viertelstunde im Mittelpunkt stand und Chronos einiges über das kleine Dorf von dem Bürgermeister erfuhr, bat er diesen um einen Platz zum Wohnen und ein Fest. Ob der erstaunlichen Ereignisse und ob der merkwürdigen Erscheinung Chronos musste er nicht lange fragen. Bis in den späten Nachmittag liefen die Vorbereitungen für das Fest. In dieser Zeit schlenderte Chronos mit der kleinen Sydria durch das Dorf und lernte alle Leute kennen. Die gut die Hälfte bestand aus Bauern, Viehhirten und Fischen. Die andere Hälfte deckte all jene Berufe ab, die ein Dorf zum überleben brauchte. Eine Wirtsfamilie, der Schmied und sein Lehrling, eine Schneiderin, eine Lehrerin (die nebenbei auch die Heileirn des Dorfes war), einen Müller, einen Fleischer, einen Dachdecker der auch die Oberaufsicht übernehm wenn es etwas neues zu bauen galt, der Bürgermeister dessen Sohn nun das Händlergeschäft weiterführte und als einziger wirklich mit Geld hantierte. Er versorgte das Dorf mit allem, was sie von ausserhalb brauchten.


    Das Fest war ein voller Erfolg, denn selbst die alten Leute schienen einen Kraftschub erhalten zu haben und sangen und tanzten mit. Bei dieser Gelegenheit stellte sich Chronos auch allen Dorfbewohnern nochmals vor. Er tat nicht viel Trara um seine Herkunft oder seine Kräfte, er sagte den Leuten nur, dass solange sie ihn wertschätzen würden die Lebenskraft und die Inspirtion keinen von ihnen je fehlen würde und dass sie immer nach neuem streben sollten.


    Das Fest dauerte bis spät in die Nacht und die Dörfler unterhielten sich ebenso wie Chronos prächtig. Die Nacht oder besser, was davon übrig war verbrachte er rastlos. Er wanderte durch das Dorf und reparierte einige kleinere Schäden an den technischen Geräten des Dorfes. Unter anderem war dies die Mühle. Dort wurde er auch von Alisha der Dorfheilerin und Lehrerin gefunden, mit der er sich die ganze Nacht bis in die frühen Morgenstunden unterhielt. Sie hatte den selben Wissendsdurst und die selbe Scheulosigkeit die das gesammte Dorf und insbesondere Sydria auszeichnetten.


    Am nächsten Tag fühlten sich die Menschen trotz der langen Feier frisch und voller Tatendrang. Dies fiel vor allem den älteren auf, die sich seltsam jung fühlten. Alle begannen den Tag mit neuen Ideen und fast jeder fand einen Weg oder hatte eine Idee etwas in seinem Beruf zu verbessern.


    Chronos verbrachte den Tag damit Alisha bei ihrem Unterricht zu beobachten, den sie für die Handvoll Kinder des Dorfes hielt. Er verbrachte viel Zeit mit ihr und Sydria, labte sich an ihrem Wissensdurst und den Dingen die sie gemeinsam jeden Tag neu herausfanden. Die beiden Menschen erfuhren damit einen guten Grundstock an Basiswissen und Chronos erfreute sich an seiner Existenz und der Hingabe der beiden zur Forschung und damit auch zu ihm.


    Am zweiten Tag begab es sich, dass eine alte Frau auf einmal ihren Stock wegwarf und ohne Hilfe wieder gehen konnte. Angafin bastelte in seiner Werkstadt derweilen wieder an einer neuen Erfindung. Zu Mittag des selben Tages kamen einige Gelehrte aus Shalavin an. Obwohl die Insel auf der das Dorf lag nur knapp ein Dutzend Killometer von Shalavin entfernt lag hatten sie mehr als einen Tag gebraucht, da die Übergänge nur bei Ebbe begehbar waren.

  • Mescira,
    Dagobanische Inseln,
    Baran


    Entschlossen schreitet Mescira durch die Gänge der Akademie und geht ihren Gedanken nach. Es war schon seltsam, was geschehen war. Eben noch war sie nicht mehr als ein Gedanke, ein Gefühl im Beisammensein der Ursprünglichen und nun IST sie. Ist etwas, was sie nie zuvor erlebt hat, wie sie bis vor einigen Augenblicken sowieso noch nichts erlebt hat. Und doch durchströmt sie ein Gefühl der Vertrautheit mit ihrer Existenz.
    Aber wo liegt der Zweck des Ganzen?
    Dieses Gedanken immer wieder von allen Seiten betrachtend verlässt die junge Göttin die Akademie und beginnt durch die Straßen Udimars zu wnadern.
    Noch etwas so Merkwürdiges! Warum weiß ich genau, wo ich bin. Warum kenne ich die Namen von Personen und Orten, weiß Vieles, was sie nicht wissen und kann dennoch nicht begreifen, was mit mir ist. Was ich bin.
    Da formt sich eine Idee in ihrem Geist. Zügig eilt sie weiter, bis sie auf dem Marktplatz der Stadt angekommen ist. Sie kannte den Weg, obwohl sie noch nie hier gewesen war. Auf dem Markt herrscht ein buntes Durcheinander. Es ist um die Mittgaszeit und der Platz ist voller Menschen und anderer Wesen, die ihre Waren feilbieten oder ihre Einkäufe erledigen. Mitten auf dem Platz steht auch ein Podest, auf dem Normalerweise Proklamationen verlesen werden oder die Akademie wichtige wissenschaftliche Duelle ausficht. Schnurstracks geht Mescira auf das Podest zu, betritt die erhöhte Plattform und beginnt an die Menge unter ihr zu sprechen:
    "Ich grüße euch, Sterbliche, die ihr hier versammelt seid!"
    Augenblicklich ist es auf dem großen Platz still wie in einem Grab. Alle schauten gebannt auf die junge Frau auf dem Podest und das lag nicht so sehr an ihren Worten, als viel mehr aus einem inneren Zwang heraus, der von der Frau auszugehen schien.
    "Ich habe eine Frage an euch. Wer bin ich? Vor einigen Augenblicken noch war ich nichts. Ein Gedanke in der Unendlichkeit der alles umfassenden Leere und nun stehe ich hier vor euch. Ich wurde gerufen, angefleht und erhielt meine Existenz geschenkt. Doch warum? Könnt ihr mir es sagen? Wisst ihr, warum ich BIN?"
    Ratlos starrt die Menge auf die Frau. War sie verrückt? Aber nein, irgendetwas verlieh ihren Worten eine unerschütterliche Wahrheit. Doch was war dann die Antwort auf ihre Frage.
    Mitten in die Stille hinein, betritt Phobos den Platz. Er war kurz nach dem Aufbruch Mesciras hinter ihr hergeeilt. Er wußte nicht genau warum, aber irgendiwe erschien es ihm richtig, die Akademie zu verlassen und auf direktem Wege zum Markt zu gehen. Und es war richtig gewesen, denn dort oben stand sie ja, die Geheimnisvolle Fremde.
    Auch Mescira hat den jungen Mann erspäht. Gut, er ist meinem Befehl gefolgt.
    "Ich sehe schon", ergreift sie wieder das Wort, "ihr habt auch keine Antwort. Aber vielleicht kann dieser Mann uns ja weiterhelfen."
    Die Blicke der Anwesenden folgen ihrem ausgestreckten Finger zu Phobos, der plötzlich in einem immer größer werdenden Kreis steht.
    "Denn er war es, der mich rief! Komm rauf zu mir Phobos und hilf uns Licht in das Dunkel meiner Existenz zu bringen. Licht in den Sinn des Daseins von Mescira, von mir!"

    Wenn es sein muss, muss es auch gemacht werden. Ist nur noch die Frage, wer es macht. Ich ruh mich nämlich gerade aus.

  • A´graktsch


    Und so zieht Tharshok aus in die Weiten der nördlichen Wälder und an den Rand der Gebirgsgletscher. Der Häuptling duldet keine Zweite an seiner Seite. Von neuer Kraft beseelt und voll von nie versiegender Rache erschlägt er in den nächsten Jahren die Häuptlingspaare der vier Stämme des Eises - seine Macht liegt in ihm und die Kraft in seinem Beil. Doch ist der Glaube seine gewaltigste Waffe. Er mordet die Zweifler im Namen Cernunos´ des Schneewolfes. Auc hfärbt sein Fell sich in den Sommermonaten nicht mehr dunkel - es bleibt weiß und ist doch getränkt vom Blute der Erschlagenen. Die Strukturen seiner Stämme verfallen - allein ihm gehört die Macht des Wolfes. Alle anderen sind gleich und Werkzeug seiner Rache. Seine Macht wächst in dem Maße, wie das Blut fließt aus den Körpern der anderen. Mögen sie noch so sehr flehen, ihr Leben zu schonen. Früher ein unerhörtes Verhalten, schon immer gehörte den Stärkeren des Recht der Führung. Doch diese Schwäche gesteht ihnen Tharshok nicht zu. Eines Tages steht den beiden Häuptlingen der Firn´tok gegenüber, des einziges Stammes, der weit in den eisbedeckten Gebirgen lebt. Aber Kroshu, die Stammesführerin, war weise. Schon vor Monaten hatte sie von den Greueln des Tharshok gehört. Schon seit Wochen ertönte ihr kehliger Gesang in den Nachthimmel, ihr und dem Häuptling einen Weg zu weisen, am LEBEN zu bleiben...

  • A'graktsch
    In den Fußspuren Tharshok folgt Cernunos, hilft den Überlebenden des Wahnsinns ihr Leben weiter zu führen. Die Stämme, die Tharshok nicht unterworfen hat, deren letzten Überlebende fliehen konnten, schickt er nach O'krga. Sie sollen sich dem jungem Häuptling anschließen und ihn warnen.
    Der Donnernde ist indies zufieden. Der Tod der schwachen würde Platzt für neues starkes Leben schaffen.
    Schließlich überholt Cernunos den Wüterich. Die Rufe im Wind künden von neuen Aufgaben, einen neuen Weg.
    Cernunos erklimmt eine Anhöhe über dem Dorf der Firn'tok, an einem Lagerfeuer sitzen schließt er die Augen und sucht im Geiste nach der Führerin der Orks.
    Er sendet ihr einen Traum, eine Schlacht, ihr ganzer Stamm wird erschlagen, niemand überlebt. Als auch sie am Ende das Schicksal ereilt, ist der Traum noch nicht zuende.
    In die Dunkelheit fällt ein Wassertropfen und wirft Wellen im Schwarz.
    "Das ist es, was passieren wird, wenn du und dein Stamm hier bleiben. Tharshok ist unbesiegbar, nur ein einziger Sterblicher Ork kann ihn erschlagen. Rothra der Häuptling von O'krga ist der einzige, der in der Gunst Cernunos höher steht als Tharshok. Sammle deinen Stamm und fliehe in die Siedlung am Meer. Berichte Rothra von Tharshoks Taten und beginne Schiffe zu bauen, wenn ihr die Schlacht nicht mehr gewinnen könnt, flieht in die Schiffe und setzt Segel gen Süden, denn das Meer ist mein Reich und das Leben sollt ihr dort finden. Gehe nun und bereite alles für den Auszug. Am morgen des zweiten Tages soll ein Scheesturm einsetzten und eure Flucht ermöglichen, wenn ihr nur fest genug glaubt."
    Damit endet auch dieser Traum und sie erwacht aus ihrem Unruhigem Schlaf.