DSA 5 Abenteuer lieblos?

  • Den zwölfen zum Grusse.

    Wir sind eine eingespielte Gruppe und haben vom Himmelsturm im Norden bis Al'Anfa im Süden fast alles schon bereist und bespielt. Seit ein paar Jahren haben wir nun immer stärker das Gefühl die neuen Abenteuer seien "lieblos" erstellt. Eine Idee ist da, dann wird aber vieles nur in 1-2 Sätzen erwähnt das doch sehr wichtig ist. Nur um dann dafür einen Nebencharakter über eine ganze Site zu erklären. Klar gehört es auch zum SL sein das man Dinge ausarbeitet und anpasst.

    Doch wenn ich die Rabenkrieg Bände anschauen widerspricht sich manches im selben Band. Beispiel die Burg Kwin. Da hat man die Stadtkarte, ein Bild und eine Beschreibung und alle drei passen nicht zueinander. Dazu auch die Texte zum Vorlesen sind teilweise zu geschrieben dass wenn man der Idee des Abenteuers Folgt diese oft nicht wirklich passend sind weil sie zu spezifisch sind. Da sind die Vorschläge in älteren Abenteuern viel offener Formuliert und damit passender für mehr Situationen.

    Auch beim Abenteuer Die Verborgene Gabe ist und dies stark aufgefallen. Wobei hier der komplette Aufbau und die Information Findung in sehr unübersichtlich ist.

    Das ganze ist auch in kleineren Abenteuern ersichtlich aber fällt da nicht so auf wie bei den "grossen".

    Sind das wir oder fällt das auch anderen so auf? Oder was sind den eure Meinungen dazu?


    LG Icaro

  • Da muß ich einmal DSA5 in Schutz nhemen, denn du kritisierts eine DSA-Tradition ;)
    Wir (das Dere-Globus-Team) sind über diverse Ungereimtheiten von Aventurien gestolpert, ob unsinnige Gebäude-/Straßenmaße auf Stadtpläne, das die Stadtpläne nicht sauber zu den Regionalplänen (vergleiche Straßen- und Flußverläufe)passen, bis das Textangaben nicht zu Zeichnungen passen. Als wir bei einem Gebäude nachfragten, hieß die Antwort: Der Text gilt!
    Außerdem muß du auch die unglaubliche Anzahl von über 200 Abenteuern sehen, die viele Ideen verbraten haben, und zwischenzeitlich der Anspruch der Spieler gewaltig anstieg. Vernehme als Vergleich das AD&D zu klassischen Drachenlanze nur 16 Abenteuer herausbrachte, in der "Qualität" von JdG (beide ohne die Romane kaum zu leiten).
    Und würden heute deine Helden für lausige Kuperstücke die Nachtwache für ein Laborgebäude übernehmen, wie zu DSA2, ich glaube nicht ^^
    Ich genieße, auch wenn nicht immer seiner Meinung bin, Engors Einblicke - vielleicht findest du dort paar Antworten. :)

    Jassu! (freundliche Begrüßung auf Ithasos)

    Pflicht des Historikers: Das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.
    (nach Johann W. von Goethe)

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  • Seit ein paar Jahren haben wir nun immer stärker das Gefühl die neuen Abenteuer seien "lieblos" erstellt.

    Ich habe eher das gegenteilige Gefühl. Die neuen Publikationen (nicht nur Abenteuer, sondern auch Spielhilfen, Regiobände usw.) empfinde ich als sehr viel ansprechender, zugänglicher und nicht zu unterschätzen bunter (nicht nur auf Farbe contra S/W bezogen, sondern auch von der Stimmung her, die beim Leser ankommt).

    Ich fühle aber auch, dass die Infos weniger geworden sind. Früher hatte man dick gefüllte, aber langweilige Faktenbücher mit dem Charme von Schulbüchern aus meiner Jugend. Vor allem ist man damals viel mehr ins Detail gegangen und der Stil hat sich auf jeden Fall geändert. Für mich persönlich ist es ein Wandel zum Guten, denn mich sprechen die neuen Sachen deutlich mehr an.

    "Lieblos" kommt mir bei den DSA 5 Sachen jedenfalls noch nie in den Sinn gekommen.

  • 200 Abenteuern sehen, die viele Ideen verbraten haben, und zwischenzeitlich der Anspruch der Spieler gewaltig anstieg

    Mir ging es nicht darum das jedes Abenteuer etwas einzigartiges sein muss. Sondern habe mehr das Gefühl die Autoren nehmen ein Thema, starten es gut aber verlieren dann eher das Interesse und der Feinschliff fehlt. Fehler waren gerade aktuelle Beispiele aber ja da muss/darf ich dir recht geben dass es schon immer die Widersprüche gab. Aber von Buch zu Buch ist das was anderes als innerhalb von 3 Seiten des selben Buches. Ausarbeiten tu ich eh jedes Abenteuer das ich Leite und passe Dinge an damit es für uns besser passt. Aber am Ende bin ich ja der Käufer und entscheide mich das zu kaufen und zu nutzen, könnte ja auch selber was erschaffen...
    Ich denke auch nicht das ich es besser könnte als all die DSA Autoren.

    Ich habe eher das gegenteilige Gefühl.

    Sehr guter Punkt. Ja die Gestaltung ist besser, die Regionalbänder gefallen mir sehr gut. Aber der Inhalt und der Rote Faden fehlen mir halt iwi immer mehr je neuer die Abenteuer sind. Oder ich habe das Pech genau die falschen in die Hände zu bekommen.

  • Liegt daran, dass die Abenteuer nicht mit dem Gedanken geschrieben werden: Wie ermögliche ich einer Spielleitung das Abenteuer direkt leiten zu können und wie sehe ich zu, dass die SL möglichst WENIG Vorbereitungszeit reinstecken muss.

    Davon sind die Abenteuer meilenweit weg. (Meine Meinung.)

    Früher (ganz früher) war es nicht so schlimm, da sich meist der Umfang einigermaßen in Grenzen hielt. Aber bei den ganzen komplexen Kampagnen muss man sich in der Vorbereitung mehrfach durch die Abenteuer durchkämpfen und man übersieht trotzdem essenzielle Dinge.

    Die Ideale Lösung kenne ich auch nicht, bei meinen eigenen Sachen komme ich auch viel zu oft ans Blättern. Aber ich denke, bei den Abenteuern könnte man ganz anders an die Dinge ran gehen. Ein paar neuere RPGs haben da ja schon interessante Ansätze.

    Derzeitiges Projekt: Kellun - Pfeifenkraut und Hummerschwanz

  • Aber der Inhalt und der Rote Faden fehlen mir halt iwi immer mehr je neuer die Abenteuer sind. Oder ich habe das Pech genau die falschen in die Hände zu bekommen.

    Ich habe schon lange kein altes DSA Abenteuer mehr in der Hand gehabt. Zumindest in meiner zunehmend verschwimmenden Erinnerung habe ich sie aber nicht als "besonders gut" oder "besser" abgespeichert. Gerade im Vergleich zu anderen RPGs scheinen mir die DSA5 Abenteuer aber detaillierter zu sein. Dabei meine ich nicht den Inhalt, Story oder so, sondern das was man vielleicht als "Fleisch auf den Knochen" oder "Drumherum" bezeichnet. Ich habe in letzter Zeit diverse RPG ausprobiert und eigentlich immer das gleiche Gefühlt gehabt: trotz teils dicker Bücher sind da irgendwie wenige Details drin. DSA5 (auch die Abenteuer) scheint mir überdurchschnittlich Detail verliebt zu sein (aus kritischer Sicht: viel überflüssiges Zeugs, dass man nicht zum Leiten braucht).

    Andere RPG und vielleicht auch ältere DSA Editionen scheinen sich sehr viel mehr auf den Kern des Abenteuers zu konzentrieren. Der Weg oder passend zum Zitat "rote Linie" führt deutlich klarer durch das Buch - aber mir persönlich fehlt da irgendwie etwas - "Flach" "Detailarm" ... ich kann den Eindruck nicht genau fassen, aber gerade die "unnützen" Details, scheinen die Dinge zu sein, die ich "verwöhnt" von DSA vermisse.

    Genau diese "unnützen" Details scheinen mir auch in DSA 5 zugenommen zu haben, was dann wohl auch dazu führt, dass der Weg/Linie verwischt. Vielleicht ähnlich einem Computerspiel, bei dem man auf voller Detailstufe den Bilderrausch genießt, aber bei dem Spieler die Details auf niedrigere Stufen einstellen, wenn sie "ernsthaft" spielen wollen, weil die unzähligen kleinen Dinge ablenkend wirken.

    Die "unnützen" Details empfinde ich aber vor allem als "sehr liebevoll" und deshalb scheinen mir andere Abenteuer (ältere DSA, andere RPG) vielleicht auch so farblos und Detailarm "lieblos" zu sein. Man bekommt anderswo eine Maschine die gut läuft, aber es fehlt irgendwo der Fahrspaß (und vor allem auch oft Lesespaß). Dafür kommt man aber deutlich stressfreier ans Ziel und ist damit bei

    Die Ideale Lösung kenne ich auch nicht, bei meinen eigenen Sachen komme ich auch viel zu oft ans Blättern. Aber ich denke, bei den Abenteuern könnte man ganz anders an die Dinge ran gehen.

    einem anderen Weg.

    In DSA 5 Abenteuern finde ich trotz einheitlicher Struktur (im Prinzip findet man sich sofort zurecht, weil Aufbau, Kästen, Anmerkungen usw. immer gleich sind), irgendwie immer wildes Chaos vor. Verteilte Infos, fehlende Übersichtlichkeit usw.

    Ich habe noch kein DSA 5 Abenteuer vorbereitet, bei dem ich mir nicht erst einmal eine Spielhilfe für NSC schreiben musste. Wer ist das, in welcher Verbindung stehen sie etc. und trauriger Weise auch "wo finde ich die im Buch, wenn ich mehr brauche als die gekürzten Infos meiner kleinen SH ". Die Infos stehen nämlich oft nicht an der Stelle, an der sie eigentlich gebraucht werden und das ist leider nicht nur bei NSC oft der Fall.

    Reduktion ist ein Mittel das auf jeden Fall hilft (sieht man sehr gut an anderen RPG), aber dabei gehen eben auch viele schöne Dinge verloren. Letztendlich läuft es wohl immer auf die zwei Extreme und Kompromisse dazwischen hinaus und jeder SL muss selbst entscheiden, mit welcher Weise er besser zu Recht kommt.

    Mein persönlicher Weg: Ich nehme das DSA 5 Chaos und bringe selber Ordnung hinein. Das macht leider viel Arbeit und am Ende hat man trotzdem viel Geblätter und Suchen. Mehr Spaß habe ich an "direkteren" Lösungen aber auch nicht. Ein Großteil der gesparten Mühe der "Ordentlichen" muss dann in die spontane Grafikaufbesserung gepackt werden, damit aus der detailarmen Grundlage der Bilderrausch wird. Ein Aufwand der ebenfalls nicht gerade gering ist und meist spontan "nebenher" geleistet werden muss.

    Edited once, last by x76 (April 26, 2026 at 11:45 AM).