Sanyasala Feyiama, bian bha la da'in.
Ich wollte etwas Verwunderung zum Ausdruck bringen, und nachfühlen, ob vielleicht jemand eine Idee hat wie es dazu kommt, dass die Elfen die einzige Zaubertradition sind die an und für sich keine Traditionsartefakte haben.
Zumindest keine primären, oder, wie fast alle andere Zaubertraditionen, sekundäre oder gar tertiäre. Elfen haben natürlich das berühmte mindere Traditionsartefakt, das iama, dass aber in der Praxis rein für's Rollenspiel ist. Für die andere einzig elfische "Fähigkeit", die Zauberlieder, ist es nicht von Nöten. Anders als andere mindere Traditionsartefakte, wie hexisches Fluggerät oder Zauberstecken (Zauberschale sei hier außen vor, Gildenmagier sind bei den Artefakten eh mit Abstand am gesegnetsten), kann das iama an und für sich... nichts. Wir lernen damals in "In Licht und Traum", dass Elfen sich fühlen als hätten sie einen guten Freund verloren (was sich ja auch im Wort findet), sollte dem iama etwas passieren. Tatsächlich spiegeln sich aber weder Funktion, noch Auswirkungen des iama irgendwo wieder, singen scheint für den abenteuerlustigen Elfen durchaus ausreichend (und auch nur aus Rollenspielgründen, da Zauberlieder einzeln gelernt werden).
Es ist doch seltsam, dass hier keinerlei Kodifizierung von typischen Artefakten stattgefunden zu haben scheint, in all den Jahrtausenden großer Elfenreiche und -städte und dann zurückgezogener Kommunen.
Das ist auch nicht neu, wenn ich mich recht erinnere - ohne jetzt alle meine DSA2 Bücher herauszukramen, war damals eigentlich nur der Zauberstab der Gildenmagier erwähnt, eventuell der Obsidiandolch der Druiden, wobei ich mich nicht erinnern könnte, ob es da Werte dazu gab.
Dabei gäbe es einen Kandidaten für ein primäres Traditionsartefakt, welcher einem gerade ins Auge springt - den yara. Der Elfenbogen ist so sehr Teil der Kultur und des täglichen Elfenlebens, dass es sogar im Mittelreich ein Spezialedikt von Murak-Horas persönlich gibt, welches besuchenden Elfen erlaubt den yara auch in Städten mit Waffenverbot bei sich zu behalten. Vom yara getrennt zu sein, ist in den Beschreibungen oft fast genauso traumatisch wie der Verlust des iama.
Und natürlich ist das nicht der einzige typisch elfische Gegenstand, der sich als Traditionsartefakt anbietet (Elfenmäntel und -schuhe, z.B.) - ich bin nur gerade dabei mir einen yara aus exotischem Material zu fertigen, und da kommt man ins Ruminieren, wenn man mit einem Graumagier durch die Gegend zieht der darüber nachdenkt seinen Magierstab um eine Magierkugel zu erweitern. ![]()
Von Aventurien abehoben, würde ich kurz gerne auf die Traditionsartefakte als Spieler-Motivator schaun - Da wohl kaum ein Zauberkundiger bei der Charaktergenerierung ein "voll gefülltes" Traditionsartefakt machen wird, allein weil die
AP
eh schon knapp sind wenn man den Weg der Magie wählt, bieten Volumenpunkte und (multiple) Traditionsartefakte einen offensichtlichen Verbesserungspfad für einen essentiellen, magischen Gegenstand, mit dem der Zauberwirkende im Laufe seiner Abenteuer kompetenter wird indem er
AP
/pAsP für die Stärkung des Artefakts ausgibt. Oft sind das Fähigkeiten die rollenspielerisch interessant sind, oder einen Nutzen im täglichen Abenteurerleben bieten. Und sogar Artefakte wie das Bannschwert, welches direkt für den Kampf ausgelegt ist (und ein paar die da durchaus auch sonst ihren Teil beisteuern können).
Die Elfen haben hier eigentlich nur die Zauberlieder (jedes mit eigenen Fertigkeitswerten), von denen die meisten ... sagen wir mal freundlich "sehr situationsbedingt" sind. Nicht dass sie durch die Bank schlecht wären, aber knapp über ein Duzend traditionsspezifische Magiegesänge scheinen etwas karg für eine Rasse die so eng mit der Magie verbunden ist, und eine lange Geschichte der magischen Wunderschaffung hat, speziell wenn jedes einzelne der oft 3 Traditionsartefakte ein gutes Duzend Zauberoptionen aufweist.
Für mich mit meinem Bogen wird's wohl Richtung Artefaktverzauberung gehen, was eine Lawine an
AP
und pAsP braucht, vermutlich eine Sippe, die mir mit ihrem mandra aushilft, und natürlich nicht zuletzt eine der sieben Formeln der Zeit (sic). ![]()
Während die Elfen vergangener (Hoch)Zeiten einige der mächtigsten Artefakte Deres geschaffen haben, ist Artefaktverzauberung ausgesprochen schwierig für DSA5 Spielercharaktere, was immer etwas an dem klassischen
D&D
/DSA Problem anzuecken scheint - Wir wollen ein geerdeteres Rollenspiel, eine Welt in der nicht jeder dritte gefundene Ausrüstungsgegenstand ein immer mehr verzaubertes Artefakt sein muss, um mit dem CR mithalten zu können, und auf der anderen Seite müssen auch wir uns mit Dämonen, Untoten und Drachen herumschlagen, die normale Waffen so gut wie gar nicht tangieren. Und im Hintergrund die Redaktion, die doch gerne ihre High-Fantasy-Artefakte hat um Plot vorwärtszutreiben, McGuffin der Woche zu sein, oder weil es einfach cool sein kann.
Was meint ihr, gibt es aventurische oder redaktionelle Gründe, warum die Elfen keine Traditionsartefakte nutzen/kriegen? Ich sehe ein paar Möglichkeiten;
1) Würde es von dem grundmagischen Wesen der Elfen nehmen, wenn sie einen Teil ihrer selbst in ein Traditionsartefakt bannen? Wäre etwas verwunderlich, nachdem sie das Volk sind, dass fliegende Schiffe geschaffen hat....
2) Vielleicht der Versuch, alles mehr auf die Musik der Seele zurückzuführen, daher keine Artefakte, sondern lieber Zauberlieder? Dann wären eventuell ein paar mehr Melodien nicht schlecht, die den Alltag der Elfen unterstützen und nicht
AP
/AsP-Ruin verheißen? Basierend auf Singen/Musizieren, statt jedes einzeln steigern zu müssen? Im Fluff nutzen die Elfen mandra so einfach wie atmen, aus Spiel-sicht haben sie dazu einfach keinen groß genugen AsP-Pool, um einfach kulturell bei jedem Treffen einen bian bha la da'in zu zaubern...
Mir ist schon klar, dass es schwierig ist, den Spieler-Elf mit dem mythischen Elf zu vergleichen, speziell wenn man immer mit Power-Gamern am Tisch rechnen muss (in gut ausgeglichenen Gruppen kann man ja alles hausregeln), aber kleine "Alltagszauber" wären sicher drin.
3) Oder soll der "moderne" Elf vom Hochelfen abgetrennt werden, die "Verweltlichung" von mandra bei den Altforderen zurückgelassen werden, und stattdessen wieder "natürlich" gezaubert, also gesungen und Magie gewebt werden? Dann wäre eher erneut die Frage, ob der Liederschatz der Elfen nicht etwas ausgeweitet werden sollte, um die Jahrtausende an lebendem Wissen und natürlichem Umgang mit der Magie darzustellen - oder machert' es nicht genauso Sinn, dass alles was ein Elf über mehrere Jahrzehnte ständig bei sich trägt nicht so und so magisch "getränkt" wird (allen voran wohl iama und yara...), und dadurch unterbewusst zu einem Traditionsartefakt wird?
Würd' mich interessieren, wie ihr das Thema seht.
P.S.: So, nachdem ich mich jetzt eh schon so reingesteigert hab', im Anhang noch ein paar Vorschläge für elfische Traditionsartefakte, einfach zur Gaude, mit einem Blick auf Gildenmagier, Hexen, Goblinschamaninnen, Schelme, Scharlatane, Geoden, Animisten, Kristallomanten, Zauberbarden, und Zaubertänzer. Version 0.1, also einfach mal die ersten Ideen an die Wand geworfen.
Gerne für Kritik zu haben.
(nachdem die Datei zu groß für einen Dateianhang ist, und ich sie wohl nur im reinen Textformat unter 125kB bringen würde, kommt hier der Link hin, sobald er unter "Downloads" von den Mods freigeschalten wurde.)
