Mit Motoricus gegnerisches Schwert im Kampf bewegen?

  • Es gibt zuhauf Zauber wie Corpofesso, Plumbumbarum, Blitz usw, die fast nichts anderes tun, als ATs und PAs zu erschweren. Die gehen alle gegen die Magieresistenz, und sind mehrheitlich auch nicht besonders billig.

    Ich würde nicht zulassen, dass der eh schon unglaublich nützliche Utilityzauber Motoricus das nebenher auch noch kann und sogar noch besser.

    Bedenke, dass der Motoricus standardmäßig aufrechtzuerhaltend ist, 5 A Zauberdauer hat und er nur günstig ist, solange es um geringe Massen (<= 20 kg) geht. Ein Anwender der von dir genannten Zauber kann ohne Weiteres nach der Zauberdauer seine Aufmerksamkeit auf andere Dinge lenken, während der Motoricusmagus auf seine telekinetischen Manipulationen konzentriert und entsprechend wehrlos ist.

    (Ich finde es sehr spannend, wie weit die Meinungen hier auseinandergehen :thumbsup:)

  • In DSA5 wurde ja genau dieser Fall auch aufgeführt. Man kann sich ja ggf daran orientieren und einen geringen Abzug auf AT oder PA erlauben, abhängig von den ZfP*, aber deutlich ineffektiver als das Zauber tun die speziell darauf ausgelegt sind.

  • Lt. LCD S.181 ist der Motoricus in der Variante "Unsichtbarer Hieb" genau für den Anwendungszweck vorgesehen um den es hier geht.

    In der Basisversion könnte man zwar versuchen einer Waffe einen "Schubs" zu geben, müsste dann aber die Gewichtskraft der Waffe überwinden. Idealerweise müsste man also ansetzen, wenn der Gegner z.B. ausholt und die Waffe gerade vom Rückschwung in den Hieb wechselt. Mit Hinblick auf Zauberdauer und Geschwindigkeit im Kampf würde ich sowas zwar zulassen, aber mit saftigen Erschwernissen belegen, je nach Erfahrung des Magiers und der Kampfsituation, so dass die Anwendung der Variante "Unsichtbarer Hieb" auch in diesem Fall effektiver wäre.

    Nehmen wir einen fähigen Magier der 5 Schritt vom Kampfgeschehen entfernt steht und auch Sicht auf das Schwert hat. Mittels SpoMo (halbe ZD) reduziert er die ZD auf 3 Aktionen. 1.KR: beide Aktionen werden für das Wirken des Zaubers aufgewendet, in dieser KR führt der Schwertkämpfer seine AT/PA gegen seinen Gegner normal durch. 2.KR: der Magier hat bereits durch den Beginn des Wirken des Zaubers eine Verbindung zu dem Schwert hingestellt. Der Kämpfer holt aus und der Magier lässt im passenden Moment, beim Wechsel von Rückschwung in Hieb den Zauber los. Das sollte reichen um dem Hieb zumindest eine Kraft entgegenzusetzen oder das Schwert vor dem Hieb seitlich zu bewegen und so die AT zumindest zu erschweren.

    Problem: Hat der Kämpfer eine höhere INI müsste der Magier den Zauber früher wirken und aufrechterhalten (SF).

    Ob der Kämpfer allerdings erkennt, wer dass hier gezaubert wird und von wem, würde ich auch wieder über Proben regeln.

  • Lt. LCD S.181 ist der Motoricus in der Variante "Unsichtbarer Hieb" genau für den Anwendungszweck vorgesehen um den es hier geht.

    Nein, der unsichtbare Hieb ist dafür da, einen Gegner anzugreifen (bzw richtiger: Strukturschaden an einem Objekt zu verursachen) oder einen Angriff telekinetisch zu stoppen, also zu parieren. Uns geht es darum, einen Angreifer telekinetisch bei Angriff und/oder Verteidigung zu behindern. Dabei ist es weder wichtig, die Kraft des Angreifers vollständig zu überbieten, noch ist das exakte Timing besonders wichtig. Der einfachste Fall wäre ja tatsächlich, einfach strikt nach unten zu ziehen, sodass die Waffe gefühlt das funffache oder so wirkt. Das stellt im Kampf ja wohl eine Behidnerung dar?

    Balancing Mal außen vor ist es doch so, dass schon die Basisvariante eines Zaubers dem Magier erlaubt, einen Gegenstand für mehrere Minuten lang mit einer nicht unerheblichen Kraft beliebig zu bewegen.

    Klar, das ist gegenüber einem Plumbumbarum ziemlich mächtig - aber nach dem Wirken eines Plumbumbarums kann der Magier ja, wie auch auch Isurandil oben schon betonte, noch etwas anderes tun, während er den Motoricus die ganze Zeit über aktiv weiter wirken muss (und somit selbst keine anderen Aktionen mehr hat und angreifbar wird). Außerdem ist es eh nichts Neues, das die tatsächlich für den Kampf gedachte Magie gegenüber kreativ eingesetzten Objekt- und Umweltzaubern wesentlich schwächer ist. Oder benutzt ernsthaft Jemand einen Ignisfaxius gegen Menschen?

    Nein, also zumindest wir sind uns da nicht einig ^^ Das sollte nicht gehen, weil die Möglichkeit das Spielgleichgewicht beeinflusst. Der Zauberer könnte für 1 SR und damit auf jede Aktion des Kämpfenden Einfluss nehmen. Das ist zu mächtig. Dafür müsste man eine Regelung finden oder einfach die Regelung zur Variante "Unsichtbarer Hieb" übernehmen.

    Das ist eine Argumentation, die auf dem Balancing beruht. Natürlich wichtig und ggf. Grund für eine Hausregel - mir geht es aber erst einmal darum, was nach offiziellen Regeln klappt. Und da sind zumindest wir in der Gruppe uns alle einig, dass man natürlich per Motoricus prinzipiell einen Gegenstand bewegen kann, den ein Anderer gerade in der Hand hält. Ob man damit nun aber dem arglosen Piraten die Schatzkarte aus der Hand stibitzt oder ihm anschließend am Säbel herumzerrt sei dahin gestellt.

  • Sehen wir den Motoricus in der Basisversion doch einfach als Verlängerung des Arms oder als eine sehr lange Zange mit dem man den Gegenstand nach den Regeln des Zaubers bewegt. Natürlich spielt Timing und Kraft dann eine Rolle um das Schwert nachhaltig zu beeinflussen und den Kämpfer zu behindern. Klar kann man das Schwert "festhalten" oder "schubsen", aber wenn der Rahmen nicht stimmt reicht die Manipulation evtl. nicht aus, um effektiv zu sein.

  • Sehen wir den Motoricus in der Basisversion doch einfach als Verlängerung des Arms oder als eine sehr lange Zange mit dem man den Gegenstand nach den Regeln des Zaubers bewegt. Natürlich spielt Timing und Kraft dann eine Rolle um das Schwert nachhaltig zu beeinflussen und den Kämpfer zu behindern. Klar kann man das Schwert "festhalten" oder "schubsen", aber wenn der Rahmen nicht stimmt reicht die Manipulation evtl. nicht aus, um effektiv zu sein.

    Klar, wenn mit gutem Timing im genau richtigen Moment die genau richtige Kraft an der genau richtigen Stelle wirkt, dann wird die Bahn der Klinge garantiert abgelenkt. Aber selbst wenn Timing und Vektor nicht stimmen, selbst im einfachsten vorstellbaren Fall (konstante Kraft nach unten, aka mehr Schwerkraft, aka das Schwert fühlt sich viel schwerer an als es ist) muss es doch eine massive Behinderung darstellen, wenn Jemand mit einer magischen "Zange" permanent an der Waffe herumzerrt?


    Sorry, wenn ich hier ein bisschen uneinsichtig wirke. Natürlich muss letztendlich jede Gruppe selbst entscheiden, wie sie bestimmte Regeln auslegt und ob bestimmte Kombinationen einfach gehausregelt oder schlichtweg nicht genutzt werden, um das Balancing zu retten. Aber die Diskussion hier dreht sich leider gerade etwas im Kreis. Ich versuche nochmal zusammenzufassen:


    1. Es geht um die Frage, ob ein Magier mittels Motoricus im Kampf einen Gegner durch telekinetische Krafteinwirkungen auf dessen Waffe/Schild behindern kann.
    2. Ein Motoricus ist prinzipiell auch in der Grundversion in der Lage, einen in der Hand gehaltenen Gegenstand telekinetisch mit einer erheblichen Kraft zu bewegen.
    3. Dafür sind Blickkontakt und Konzentration nötig (der Magier kann währenddessen keine anderen Kampfaktionen durchführen.
    4. Blinzeln ist definitiv okay, aber je nach Kampfsituation ist es zumindest denkbar, dass der Blickkontakt abbricht und der Zauber endet.
    5. Je nachdem, welcher Gegenstand bewegt werden soll, muss man auch das Gewicht des Feindes berücksichtigen (z.B. bei Rüstung, Stiefeln, Teppich...)
    6. Die Zaubervariante Unsichtbarer Hieb ist explizit geeignet, telekinetisch Angriffe zu parieren, indem sie die Waffe stoppt. Das ist recht klar geregelt und nicht, worum es hier geht.
    7. Falls der Motoricus verwendet werden kann wie vorgeschlagen, so wäre die Behinderung erheblich, da eine unsichtbare Kraft mit veränderlichem Vektor gegen die Klinge drückt (KK = 7 + ZfP*/2)
    8. Selbst der einfachste Fall einer konstant nach unten wirkenden Kraft würde das effektive Gewicht der Waffe vervielfachen und sie damit im Kampf quasi nutzlos machen (vgl Kraft des Erz). Ein veränderlicher Vektor hätte schwerere Auswirkungen.
    9. Die Zaubervariante Fesselfeld beschreibt genau diese Wirkung, allerdings nicht auf einen Gegenstand sondern auf eine Fläche bezogen.
    10. Das Ganze ist so offensichtlich nicht vorgesehen und die ohnehin sehr vielfältig einsetzbare Basisvariante wird damit noch mächtiger.
    11. Das Balancing-Problem ist bei DSA4 nicht ungewöhnlich. Dadurch, dass der Magier jedoch all seine Aktionen auf die Behinderung eines einzigen Gegners investiert, ist es letztlich sehr situativ.
    12. Magie und Physik gehen nicht gut zusammen.
  • Dadurch, dass der Magier jedoch all seine Aktionen auf die Behinderung eines einzigen Gegners investiert, ist es letztlich sehr situativ.

    Das tun Plumbumbarum oder Corpfesso ebenfalls. Die meisten Zauber tun (wenn sie nicht Zonenwirkung haben).

  • Dadurch, dass der Magier jedoch all seine Aktionen auf die Behinderung eines einzigen Gegners investiert, ist es letztlich sehr situativ.

    Das tun Plumbumbarum oder Corpfesso ebenfalls. Die meisten Zauber tun (wenn sie nicht Zonenwirkung haben).

    Nein. Der Plumbumbarum kostet einmalig 3 Aktionen und behindert den Gegner dann für eine fixe Zeit. Der Corpofesso kostet 5 Aktionen Zauberdauer und wirkt dann für ZfP* mal 10 KR (also in der Regel bis zum Ende des Kampfes). Man kann also einmal Zaubern und dann etwas anderes machen, während die Magie ihr Ding macht.

    Ein Motoricus in der Basisvariante dauert 3 Aktionen für die Verzauberung des Gegenstands und ist dann 1 SR lang aktiv, sofern nicht abgebrochen. Um aber tatsächlich eine Kraft auszuüben muss der Magier den gegenstand aktiv dirigieren, wie ein Marionettenspieler. Solange der Motoricus aktiv sein soll, kann der Magier selbst also nichts anderes mehr tun, weder weitere Zauber wirken noch anderweitig am Kampf teilnehmen sondern höchstens über eine freie Aktion mal einen Schritt machen. Das ist ein erheblicher Unterschied.

  • Aufrecht erhaltene Zauber sind was anderes als "der Zauberer kann sonst nichts tun".

    Und Balancing ist nunmal wichtig. Würde man der Argumentation folgen, dass das nach Zauberbeschreibung eigentlich gehen müsste, wäre das weniger ein Grund Regeln für diese Anwendung zu verfassen und mehr einer, die Grundvariante des Zaubers zu nerfen bis es eben nicht mehr geht, mit entsprechenden Nebenwirkungen. Da das auch nicht wünschenswert ist, sollte man das Ganze besser lassen.

    "Unsichtbarer Hieb" und "Fesselfeld " sind offenkundig die vorgesehene Antwort auf die Frage "Kann ich mit dem Motoricus nicht auch was Nützliches im Kampf machen ?".

  • Aufrecht erhaltene Zauber sind was anderes als "der Zauberer kann sonst nichts tun".

    Ein richtiger Punkt. Man kann viele andere Dinge tun, auch zaubern, hat aber Erschwernisse (oder auch keine mit der SF Simultanzaubern).

    Zumal man jederzeit einen (A)-Zauber enden lassen kann, wenn man beschließt, etwas anderes zu tun.

    Die Variante Unsichtbarer Hieb ist auch ein (A)-Zauber mit 1 SR, nur dass die 2 AsP pro AT oder PA kostet, so als Gegenvergleich.

  • Die Intention des Sichtkontakts ist beim Motoricus mMn klar, dass der Magier ohne entsprechende Modifikation nicht "im Blindflug" im Nebenraum irgendwelche Sachen anstellen kann. Wirkungsdauer und Beshreibung machen klar, dass super-Kurzzeitunterbrechungen durch Blinzeln o.Ä. keine Rolle spielen, der Gegenstand muss sich nur grundsätzlich im Wahrnehmungsbereich befinden. Auch Varianten wie Rote und Weiße Kamele (mit der man stundenlang über die Zeit eines Brettspiels hinweg Figuren bewegen kann) werden ja wohl erlauben, dass der Magier zwischendurch ein Glas trinkt uder den Gegenspieler anguckt statt nur konzentriert auf die Figuren zu stieren. Die Grundbedingung Sichtkontakt aus der Standardvariante wird hier aber nicht ausgesetzt.

    Das geht jetzt schon in Interpretationen der In-game-Logik, aber vielleicht müsste man die Sichtbarkeit über die Verbindung der Zaubermatrix zum Zaubernden herleiten.

    Der Zauberer muss die Matrix seinen Zaubers wahrnehmen können. Das passiert ja nicht wirklich mit der normalen Sicht. Aber gehen wir mal davon aus, das es sowas wie eine astrale Sichtlinie gibt.

    Ein Wimpernschlag gehört zum Zauberer und ist deswegen Teil der "astralen Sichtlinie". Andere Wesen oder separate Gegenstände haben ihre eigene Matrix bzw. astrale Gestalt und blockieren damit die Sichtlinie.

    Bei der Variante "Rote und weiße Kamele" ist nichts astral relevantes zwischen Zauberer und Spielfiguren. Damit bleibt die Verbindung bestehen, auch wenn der Zauberer mal woanders hinschaut.

    In einem Kampfgetümmel ist das meiner Meinung nach ne völlig andere Situation. Da sind u.U, ne Menge Dinge, die bezaubert werden könnten, unterwegs und bewegen sich durch die Sichtlinie.


    Aber eigentlich ist die Begründung von Satinavian die Beste: Für das Spielgleichgewicht gibt es Zauber, die für den Kampf gedacht sind und andere sind es nicht.

    Kurz vorm Wahnsinn wird's nochmal lustig. 8o :thumbsup:


    Nicht die Taten machen einen Helden, sondern die Lieder, die man über ihn singt. (Wilhelm Auspitzer)

  • Aufrecht erhaltene Zauber sind was anderes als "der Zauberer kann sonst nichts tun".

    Dem stimme ich zu, beim Motoricus verhält es sich aber genau so (Zauberer kann sonst nichts tun) und das schwächt ihn eben ab:

    • Der Motoricus in der Grundvariante ist ein aufrechterhaltener Zauber.
    • Diese Aufrechterhaltung verursacht keine telekinetische Bewegung.
    • Diese Aufrechterhaltung ermöglicht die telekinetische Bewegung.
    • Für eine telekinetische Bewegung (eher Kraftausübung~) muss sich der Magier, wenn auch nicht streng regeltechnisch, darauf konzentrieren, also sich überlegen, wie der Gegenstand sich bewegen soll.
    • Schafft der Magier (+ Erschwernis aus aufrechterhaltene Zauber) einen weiteren Motoricus, so muss er für beide Zauber die entsprechenden Randbedingungen einhalten, damit diese nicht vorzeitig enden.
    • Während der Zauberdauer des neuen Motoricus ist keine Bewegung des bestehenden Motoricusgegenstands möglich (Konzentration).
    • Eine telekinetische Bewegung ist nun für zwei Objekte möglich, aber konzentrationstechnisch wird das schon ... anspruchsvoll bis unmöglich, dies für beide gleichzeitig zu tun.

    Das ist der Knackpunkt, den ich und (vermutlich auch) Shintaro89 sehen, der im Vergleich zu "Fire & Forget"-Zaubern wie Blitz, Corpofesso (Erschöpfung sogar augenblicklich!) und Plumbumbarum für relative Abschwächung sorgen und den Motoricus nicht zu einem Gamebreaker macht. Am liebsten würde ich jetzt einfach mal ein paar Kämpfe mit entsprechenden Gruppen bespielen, um herauszufinden, wie stark der Motoricus da ist oder nicht. Ich erinnere mich nur, dass unser Belhankaner Telekinesemagier mit seinem Motoricus-ZfW 18 selten etwas anderes als die astralpunktintensive Kampfvariante im Kampf genutzt hat.

  • Der Zauber ist bekannterweise auf verschiedenen Ebenen problematisch und wird/wurde entsprechend häufig bereits diskutiert.

    Entsprechend kann ich nur aus unserer Runde berichten, wie wir ihn handhaben.

    ich hätte eine Mischung aus einer Kampf- und einer Zauberfrage: kann man mittels Motoricus in den Kampf eingreifen, indem man dem Feind magisch "ins Schwert fasst" und diesen damit zwar nicht entwaffnet, aber doch erheblich behindert?

    Kurze Antwort: Bei uns, Ja.

    Wenn man es schafft die Grundvariante des Zaubers im Kampf auf ein gegnerisches Schwert zu zaubern (mit all den entsprechenden Schwierigkeiten wie Sicht, Zauberdauer und Reichweite), und die Kosten für das Gewicht des Gegners mitbezahlt werden, dann ist der Kampf mit der Waffe erheblich behindert. Bei uns muss nicht das gesamte Gewicht des Gegners bezahlt werden, wenn man diesen nicht als ganzen anheben oder verschieben möchte, sondern nur 50%. Der Gegner kann sich danach auch mit dem Schwert somit noch frei bewegen (da eben nicht das volle Gewicht bezahlt wurde), jedoch hat er eine Erschwernis auf seine AT und PA mit der verzauberten Waffe in Höhe der KK des Zaubers (ZfP*/2+7).

  • ... oder abgucken bei DSA5:
    AT / PA Erschwernis = QS (also ungefähr ZfP*/3)
    Dafür bedürfte es bei mir - wenn ich noch DSA4.1 spielte - der Variante Telemanipulation. (Raffinesse und FF s.u.)

    Ansonsten erlaube ich, was in den Büchern steht - und nicht was jmd. meint logisch herleiten zu können.

    Quote

    Dabei kann der Zauberer das Objekt pro Aktion nur einer einzigen Kraft unterwerfen, es also heben oder schieben oder ziehen oder verharren lassen, nicht aber in sich verbiegen oder zerquetschen und auch keine komplexen Bahnen fliegen lassen. Das heißt auch, dass keinerlei Bewegungen möglich sind, für die irgendeine Form von Fingerfertigkeit nötig wäre.

    Der Zauber ist in seiner Grundform nicht dazu geeignet, mit dem bewegten Objekt Kampfaktionen (AT/PA) auszuführen; ebenso wenig können mit der schieren Kraft des MOTORICUS Hiebe aufgefangen werden. In beiden Fällen reicht die Kombination aus Kraft, Genauigkeit und Geschwindigkeit des Zaubers für diese Zwecke nicht aus.

    ... schließt für mich jede Raffinesse abseits der rohen Kraft aus. Diese Grobklotzigkeit stellt sich auch in Fesselfeld dar: Du kannst in einer Zone alle Bewegung fulminant stören, aber nicht differenziert dieses Schwert ja und jenes nicht und dieses jetzt und im nächsten Moment nicht. Sonst gäbe es die Variante Fesselung !

    Für jene, die es metaphysikalisch erklärt brauchen, folgt die Erklärung den spieltechnischen Auswirkungen - und nicht anders herum: in der Aktion des Magiers konfrontiert der Magier die Kraft des Benutzers mit einer Gegenkraft. Gewinnt der Träger des manipulierten Objektes, hat er es für die Dauer seiner Aktion dem telekinetischen Zugriff entwunden und kann es unbehindert bewegen. (Genauso, wie der Magier es nach seinem Willen bewegen kann, wenn er die KK des Trägers überbietet! Es schreibt zumindest niemand, dass ein Objekt signifikant langsamer als ZfP*/2 m/KR bewegt wird, wenn der KK-unterlegene Besitzer noch daran hängt...)

    Dass das ganze im Prinzip nicht logisch auflösbar ist, erkennt man ja bereits an den Grundparametern des Zaubers, die uns aber zu einem weiteren Lösungsansatz bringen können:
    Zwar ist der Zauberer in der Lage eine Gravitationsbeschleunigung von 9,81N/kg * (Zfp*/2+7)kg zu neutralisieren, übrigens auch zusätzlich eine laut Formulierung äquivalente Vektorkraft, wenn der Besitzer daran zerrt. Andererseits kann aber das Objekt nicht schneller als flotte Schrittgeschwindigkeit bewegt werden - egal in welche Richtung. Nimmt man beide Beschreibungen nicht als Effekt sondern als überwundenen Effekt, gelangt man zur Bewegung unter Wasser: Schwerkraft spielt eine nachgeordnete Rolle und die Bewegung/Beschleunigung ist signifikant gedämpft. Auch auf diesem Wege gelangt man zu AT- und PA-Erschwernis von max. 6 Punkten.

    Also: bleibt in Meisters Hand - und noch einmal: ohne ihn nur was im Buche steht.

  • Das ganze klingt für mich danach als müsste ein, im Motoricus erfahrener, Magier mal daran machen eine Modifikation "Verlängerter Griff" zu entwickeln, mit dem man einen Gegenstand so ablenken/festhalten kann, als würde man selbst den Gegenstand greifen (z.B. ein Schwert vor dem Schlag an der Klinge festhalten). Der Zauber könnte dann z.B. eine vergleichende KK-Probe nötig machen, wobei der Magier ZfP*/3 als KK-Zuschlag bekommt. Dabei reicht es, wenn der Magier den Gegenstand beim Wirken des Zaubers (1 Aktion) einmal gesehen hat. Nachteil des Zaubers in dieser Modifikation... er kann nicht aufrecht erhalten werden und muss somit für jeden Griff neu gewirkt werden. Erschwernis +7, Voraussetzung ZF 9... ich meine ich hätte eine Thesis in einem Buch in der Akademie in Belhanka gesehen... wenn ich nur noch wüsste, wo genau :?:

  • Ich sehe immer noch keinen Grund, gute Zauber noch besser machen zu wollen, wenn es bereits andere Zauber für den Einsatzzweck gibt. Vielleicht könnte man drüber reden, wenn man im Gegenzug die Komplexität des Zaubers erhöht aber tendentiell halte ich es besser, sich auf die bereits ausformulierten Kampfanwendungen zu beschränken.

  • Damit wird es aber inneraventurisch unlogisch: der Magier kann an jedem beliebigen Gegenstand herumschieben und -zerren, kann Gegenstände herumfliegen lassen und dabei (je nach ZfP*) sogar mehr Kraft ausüben, als es ihm körperlich möglich wäre. Nur in einer Kampfsituation klappt die Magie dann plötzlich nicht mehr? Warum sollte der Effekt eines Objektzaubers von der Intention einer Person abhängen, die den Gegenstand in der Hand hält? Ein Objektofixo-Lufthaken kann auch genutzt werden, um das Schwert mitten im Kampf in der Luft zu fixieren und den Feind damit zu entwaffnen.

    Überhaupt ist DSA voll von Beispielen für die kreative Zweckentfremdung von Magie: der Paralys schützt vor Sturzschäden, der Leib des Feuers vor Drachenatem, eine Zone der Dunkelheit vor Armbrustschützen und der Reversalis Fulminictus ist ein Heilzauber. Nichts davon ist der eigentliche Zweck des Zaubers, aber ein Werkzeug kann oft für unterschiedliche Aufgaben genutzt werden.

  • Überhaupt ist DSA voll von Beispielen für die kreative Zweckentfremdung von Magie: der Paralys schützt vor Sturzschäden, der Leib des Feuers vor Drachenatem, eine Zone der Dunkelheit vor Armbrustschützen und der Reversalis Fulminictus ist ein Heilzauber. Nichts davon ist der eigentliche Zweck des Zaubers, aber ein Werkzeug kann oft für unterschiedliche Aufgaben genutzt werden.

    Das Problem ist : Je mehr ein Zauber bereits kann, desto leichter ist es, Begründungen zu finden, warum er dieses oder jenes auch noch können sollte. Solche Argumentationen führen also fast immer dazu, ausgerechnet die eh schon guten Zauber noch besser zu machen.

    Und warum sollen solche scheinbaren Widersprüche immer nur durch eine Stärkung des Zaubers gelöst werden ? Warum verlangt keiner "Wenn der Zauber im Kampf nicht gegnerische Waffen bewegen kann, ergibt eine Kraft von ZfP*/2+7 keinen Sinn. Der Motoricus sollte allgemein eher eine Kraft von ZfP*/4 haben, was seiner Nutzlosigkeit im Kampf jenseits der beiden Varianten eher gerecht wird."

  • Und warum sollen solche scheinbaren Widersprüche immer nur durch eine Stärkung des Zaubers gelöst werden ? Warum verlangt keiner "Wenn der Zauber im Kampf nicht gegnerische Waffen bewegen kann, ergibt eine Kraft von ZfP*/2+7 keinen Sinn. Der Motoricus sollte allgemein eher eine Kraft von ZfP*/4 haben, was seiner Nutzlosigkeit im Kampf jenseits der beiden Varianten eher gerecht wird."

    Die Wiedersprüche entstehen erst durch die willkürliche Interpretation, dass der Zauber zwar alle Gegenstände bewegen kann, nur eben nicht im Kampf. Den Effekt auf ZfP*/4 zu verringern "weil dann klar wäre, dass er im Kampf nicht wirkungsvoll sein kann" wäre dagegen eine Hausregel mit dem Ziel, das Balancing im Kampf zu verbessern. Das verstößt aber direkt und offensichtlich gegen die offizielle Satzung.

  • Das Problem ist : Je mehr ein Zauber bereits kann, desto leichter ist es, Begründungen zu finden, warum er dieses oder jenes auch noch können sollte. Solche Argumentationen führen also fast immer dazu, ausgerechnet die eh schon guten Zauber noch besser zu machen.

    Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen: Der Motoricus sollte tatsächlich originaär nur Gegenstände bewegen. Beispiele sind: Schlüsselbund der Gefängniszelle oder Bierglas in der Taverne.
    Sehr mächtig wird der Motoricus, wenn man eine Rüstung (in der jemand steckt) hochhebt und den Feind fallen lässt. Das ist nicht unbedingt der originäre Gedanke am Motoricus. Jetzt noch die Waffe eines Kriegers "festhalten", na klar. Und dann mit enormer Kraft gleich noch in den Krieger selbst reinrammen... das kann der Motoricus.

    Um all diese Dinge vorzubeugen würde ich sogar noch weiter gehen und sagen: Gegenstände mit Körperkontakt gelten als erweiterte Aura und daher nicht/ nur schwer durch den Motoricus zu bewegen. Wir kennen diese erweiterte Aura ja vom Zauberstab. Aber das ist neben der offiziellen Regeln und nur meine 2 Pfennig (cent).

    Nietzsche und Amazeroth - Also sprach Zarathustra (zweiter Teil):

    Was erschrak ich doch so in meinem Traume, dass ich aufwachte? Trat nicht ein Kind zu mir, das einen Spiegel trug?

    "Oh Zarathustra - sprach das Kind zu mir - schaue Dich an im Spiegel!"

    Aber als ich in den Spiegel schaute, da schrie ich auf, und mein Herz war erschüttert: denn nicht mich sah ich darin, sondern eines Teufels Fratze und Hohnlachen.