Unpräzises Leiten könnte die Balance gefährden?

  • Preise spielen mitunter eine ziemlich große Rolle. Da man für 5 Flaschen Wasser eine Übernachtung im Wirtshaus bekommt bzw. für ein Brötchen 4.

    Die Balance könnte leiden, wenn eine Übernachtung auf einmal das Gleiche kostet, wie 1000 Brötchen, was dem minimalen Startgeld entspricht.

    Das Startgeld hängt von den zum Start investierten Fertigkeitspunkten ab, die in dem Bereich eingesetzt wurden.

    Auch in anderen Bereichen, die mir gerade nicht einfallen, könnte die Balance leiden.

    Wie seht ihr das?

  • Das war eine Suggestivfrage, Entschuldigung. Die Spieler sollten nicht den Zeitaufwand eines BWL-Studiums investieren müssen, um am Spiel teilnehmen zu können. Versuch es simpel zu halten. Die Spieler müssen gelegentlich Geld ausgeben und gelegentlich welches einnehmen oder erbeuten, aber wenn das am Spieltisch mehr als fünf Minuten pro Abend erfordert, würde ich etwas anderes spielen.

    Egal, was die Frage ist - Schokolade ist die Antwort!

  • Absolut. Preise müssen nicht zu 100% durch Angebot und Nachfrage entstehen aber sie müssen zumindest innerweltlich plausibel sein. Klar, in einer Fantasywelt können Brötchen seeehr viel billiger sein, weil der Gott der Ernte das Getreide reichlich wachsen lässt. Aber trotzdem sollte eine gewisse Logik vorhanden sein.

    Auf der anderen Seite: wie wichtig ist die penible Geldwirtschaft für das Spiel? Gibt es so etwas wie Lebensstil und Einkommen? Oder muss über jeden Kreuzer Buch geführt werden? Wie ist der Aufstieg der Helden? Schwimmen die nach 3 Leveln in Geld und müssen überlegen, ob sie es in magische Luftschiffe, Artefaktwaffen und Burgen investieren? Oder sind sie noch vom Hungertod bedroht, müssen regelmäßig Geld zusammenkratzen um ihre Waffen und Rüstungen instand zu halten und schlafen im Graben, weil sie sich kein Zimmer leisten können? Spielt Geldwirtschaft überhaupt eine große Rolle? Oder wird getauscht, gehandelt, Gefallen eingefordert, auf den Guten Namen geborgt...?

    Kommunizieren allein reicht nicht - man muss auch verstanden werden.

  • Für "Das Schwarze Auge" gibt es ja auch Preislisten, welche sich sogar von Region zu Region unterscheiden. Daher fände ich es eine gute Idee, einen Durchschnittspreis für die meisten Dinge festzulegen, der dann für alle Regionen zählt.

    Und so oft wird es wohl nicht vorkommen, dass Geld ausgeben wird?


    Frask

    Es wird auch getauscht und gefeilscht/gehandelt. Um größere Summen einzunehmen, müssen gefährliche Abenteuer bestritten werden, und das reicht dann oft nur für bessere Ausrüstung und Unterhalt. Um sich gemeinsam ein Artefakt zu kaufen, müssten entweder viel zu viel gespart werden oder ein Abenteuer mit einer sehr geringen Erfolgschance bestritten werden.

  • Und so oft wird es wohl nicht vorkommen, dass Geld ausgeben wird?

    Das kommt eben darauf an, wie man spielt. Wenn man Schätze als Motivation für Questen braucht, dann muss man sehen, wie die Helden ihre Beute wieder loswerden. An manchen Spieltischen kostet jeder Tavernenbesuch etwas, an einem anderen Abend wird Geld gar nicht erwähnt. Wenn man einen Heldentyp "Händler" hat, muss man diesem als SL auch etwas bieten...

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  • Dukaten, Silbertaler, Heller, Kreuzer...

    Eine Staffelung 1, 10, 100, 1000 (DSA) ist mE okay. 1, 100 (Cent->Euro), 10.000, 1.000.000 ist schon viel. Wenn jede der vier Einheiten ein Tausendstel der nächsten ist, wird es zu viel - außer du willst Hyperinflation einbauen, wo man eine Million-Mark-Münze mit sich herumträgt.

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  • Wenn man über Geld Buch führt und es nicht nur als abstrakte Ressource behandelt, dann finde ich Preislisten unerlässlich. Wie sonst sollen Spieler und Leiter ein Gespür dafür bekommen, was normal und was angemessen ist? Ich finde es auch angemessen, von Durchschnittspreisen zu sprechen, wenn explizit darauf hingewiesen wird und auch, dass die Preise in bestimmten Regionen/Städten nach oben oder nach unten abweichen (weil z.B. Lebensmittel schwer zu beschaffen sind oder hier ein großes Zentrum der Schmiedekunst ist).


    Bei 4 Währungseinheiten im Verhältnis von jeweils? 1:1000 kommt man wirklich schnell bei gewaltigen Werten an. Ist halt die Frage: was ist das teuerste, was sich die Helden leisten können? Ergibt so eine Staffelung Sinn? Ich finde die Staffelung 1:10 bei DSA z.B. nicht sehr gelungen, wenn man bedenkt, wie schwer Gold ist und was für Gewichte da mit sich geschleppt werden müssten... mir wäre auf DSA bezogen eine Staffel von 1 Dukat = 120 Silbertaler wesentlich lieber.

    Warum 120? Weil es vielfältiger teilbar ist als 10 oder 100. Durch 2, 3, 4, 5, 6, 8, 10, 12, etc...

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  • Ich verstehen den Zusammenhang zwischen Titel deines Fadens und dem Eingangspost nicht.

    Es gibt kein "unpräzises Leiten".
    Es gibt nur "unterschiedliches Leiten"!
    Du kannst nicht erwarten das du ein System schreibst, dass jeder so spielt wie du es für richtig hälst.
    Erstens weil da schon eine Barrier zwischen Empfänger (Leser) und Sender (dir als Autor) existiert.
    Ein Leser eines Textes MUSS den Text stets interpretieren, er sitzt nicht im Kopf des Autors (oder der Redaktion).
    Jeder biegt sich seine Interpretation so wie er sie verstehen möchte und verklärt somit subjektiv Quellen, das geschieht mal mehr mal weniger.

    Du möchtest auch als Autor, dass deine Texte Raum für Interpretation lassen, dieser beflügelt die Fantasy und Inspiration der Leserschaft.
    Außerdem vergrößert es deine Spielerschaft, wenn dein System sich in vielen kleinen Nuauncen auf verschiedene Spielstile anpassen lässt.

    Preislisten sind kein "Balancing"-Tool, sie sind ein "Quality of Life"-Tool, denn wenn sie vorhanden sind müssen sich die Spielleiter nicht selber über Preise gedanken machen.
    Sie können es natürlich tun und deine Preislisten völlig nach ihrem Gusto abändern, aber das ist dann ihre Entscheidung. Die schiere Existenz solcher Listen nimmt einem SL viel Arbeit ab.

    Nerdismus trifft auf Boomer trifft auf Flachwitz-Humor

    Ergebnis 'Ich'

  • Die Balance könnte leiden, wenn eine Übernachtung auf einmal das Gleiche kostet, wie 1000 Brötchen, was dem minimalen Startgeld entspricht.

    Das Startgeld hängt von den zum Start investierten Fertigkeitspunkten ab, die in dem Bereich eingesetzt wurden.

    Auch in anderen Bereichen, die mir gerade nicht einfallen, könnte die Balance leiden.

    Mit Deiner Preisliste gibst Du den Weltenlauf vor. Wenn es für 5 Brötchen ein Haus gibt und man 30000000 für ein Schwert braucht, dann ist das in Deiner Welt so. Sinnvoll werden das vieler Deiner Kunden aber vermutlich nicht finden. Gerade bei umfassenderen Preislisten passieren auch schnell Fehler. So gab es in DSA beispielsweise einen fertigen Kupferkessel für weniger Geld als die Materialkosten (Bronze gleich dem Kesselgewicht) - also Kessel kaufen, einschmelzen und das Kupfer verkaufen und einen Gewinn machen. Es hat viele irdische Jahre und einen Versionssprung gebraucht, bis der Fehler behoben war.

    Wobei Du offensichtlich eine große Preisliste vor Augen hast, wenn da sowohl Brötchenpreise als auch die Kosten einer Burg oder gar eines Reiches drin zu finden sind (-> vier 1000er Sprünge - da müssen wohl auch extrem wertvolle Dinge in der Preisliste stehen).

    Du hast da eine schwierige Aufgabe vor Dir!

    Du solltest nicht vergessen, Dir auch Gedanken über die Einnahmen zu machen. Was nehmen die Leute üblicherweise ein? Wie leben sie und was leisten sie sich? Wo stehen Helden in dem Zusammenhang?

  • Für mich ist es relativ unbefriedigend, Einkaufssessions in irgendeiner Form am Spieltisch zu veranstalten. Viele Spiele kommen einem da entgegen, in dem sie z.B. Geld in vielen Aspektenmetaphysischer gestalten, als über Preislisten. Beispielsweise über Lebensstandard. Wer Adelig ist, gibt im Monat/Jahr X Gold für seinen Lebensstandard aus, ein Tagelöhner Y.
    Mit ist es lieber, einen Preis grob für die Übernachtung festzulegen, bei der dann Essen, Bad und Übernachtung grob zusammenkommen, als mir Milch, Brötchen, Trinkgeld und Klopapier einzeln auszurechnen.

    Along the shore the cloud waves break,
    The twin suns sink behind the lake,
    The shadows lengthen
    In Carcosa.

  • Für "Das Schwarze Auge" gibt es ja auch Preislisten, welche sich sogar von Region zu Region unterscheiden.

    Und sie hinkt und taumelt allüberall, weil Preise und Gewichte oft seltsam anmuten, zuweilen überhaupt keinen Sinn ergeben, und sie endgültig ad absurdum werden, wenn Rohmaterial Kupfer wertvoller ist als das fertige Endprodukt nach handwerklicher Weiterverarbeitung.

    Ich finde Preislisten gut, weil ich Geld für eine wichtige Ressource halte (und nicht etwa 5 Minuten pro Spielabend dafür draufgehen, sondern eher alle paar Wochen oder Monate mal einige Minuten) und man so auch OT ein Gefühl dafür bekommt, was etwas in der Spielwelt wert ist und was nicht.

    Das kann sehr detailliert sein (DSA-Preislisten) oder deutlich überschaubarer (einige andere RPG-Systeme).
    Da völlige Balance zu erschaffen und zu halten wird allerdings viel Feingefühl erfordern, denn wenn man Werte da Piel mal Daumen gegeeinander abschätzt, wirst Du ständig auf Unregelmäßigkeiten stoßen, gerade, je mehr Posten in der Liste stehen.

  • Das kann sehr detailliert sein (DSA-Preislisten) oder deutlich überschaubarer (einige andere RPG-Systeme).

    Bei detaillierten Listen finde ich Pakete praktisch. Statt Socken, Hose etc. gibt es dann beispielsweise einen Satz Kleidung, ein Proviantpaket (praktischerweise Tagesrationen) oder auch umfassendere Pakete wie das Wildnispaket (das alles enthält was man üblicherweise für Reisen braucht).


    Solche Sammlungen kann man natürlich auch selbst zusammenstellen (die einzelnen Posten findet man zusätzlich in der Liste), aber gerade bei Dingen, von denen man als Spieler wenig Ahnung hat (was braucht man alles in der Wildnis?) sind die Pakete praktisch und natürlich auch für Leute, die einfach mal schnell einkaufen wollen, ohne sich mit Kleinkram auseinander zu setzen.

    Ich kaufe praktisch immer Kleidung und keine Einzelteile, weil mir des Details für meine Helden nicht wichtig sind.

    Pakete sind meiner Erfahrung nach auch praktisch, wenn man mit Gewicht und Tragkraft, einem Belastungssystem o.ä. spielt. Mit einem Blick sieht man, was man in etwa alles mitnehmen kann.

  • Bei detaillierten Listen finde ich Pakete praktisch. Statt Socken, Hose etc. gibt es dann beispielsweise einen Satz Kleidung, ein Proviantpaket (praktischerweise Tagesrationen) oder auch umfassendere Pakete wie das Wildnispaket (das alles enthält was man üblicherweise für Reisen braucht).

    Ich finde es gut wenn es beides gibt und die Pakete auf vorhandenen Einzelpreisen aufbauen.

    Ich will wenn ich 5 Kleidungs-Sets kaufe bei 2-3 das Schuhwerk abziehen können.

    Jemand der sein Gepäck selber tragen muss, nimmt vielleicht 1 Paar Ersatzstiefel mit, aber sicher nicht 4.

    Nerdismus trifft auf Boomer trifft auf Flachwitz-Humor

    Ergebnis 'Ich'

  • Das Ganze auch als Paket anzubieten, in verschiedenen Varianten, bei denen die Einzelpositionen aufgezählt und zusammengerechnet werden, aber auch der Preis der Einzelpositionen aufgelistet werden, finde ich gut.

    Was haltet ihr davon, wenn bei den Durchschnittspreisen auch eine Art "All you can eat" mit aufgelistet wird, bei dem man dann 2 Stunden so viel essen und trinken darf, wie man will? Allerdings wären Alkohol und "Wurzeln" nicht inklusive, da die sehr viel mehr kosten als alles anderen und das dann wieder alles kompliziert machen würde.

  • Das Ganze auch als Paket anzubieten, in verschiedenen Varianten, bei denen die Einzelpositionen aufgezählt und zusammengerechnet werden, aber auch der Preis der Einzelpositionen aufgelistet werden, finde ich gut.

    Was haltet ihr davon, wenn bei den Durchschnittspreisen auch eine Art "All you can eat" mit aufgelistet wird, bei dem man dann 2 Stunden so viel essen und trinken darf, wie man will? Allerdings wären Alkohol und "Wurzeln" nicht inklusive, da die sehr viel mehr kosten als alles anderen und das dann wieder alles kompliziert machen würde.

    Naja... ich persönlich nicht so viel, weil ich meist das Rollenspiel in einer Bar oder Taverne spannender finde, als über Preislisten und Tabellen zu brüten. Klar kommt das immer auf die Gruppe an, aber die Info 1 Silberling pro Nacht mit Frühstück, doppelt so viel, wenn du einen drauf machen willst, und 5 mal so viel wenn du eine Runde ausgeben willst reichen meist völlig aus. Gerade wenn die Spielerfiguren über deutlich mehr Geld verfügen als die Preisebene in einer Taverne es überhaupt noch relevant macht.

    Finanzmittel sind im Rollenspiel eine Resource, und die Frage ist, wie dein Rollenspiel damit umgeht. Gibt es ein Bankwesen, oder sind die Helden darauf angewiesen, was sie alles mit sich tragen können? Gibt es sowas wie nimmervolle Beutel (und sind die Häufig) sodass es kein Problem ist, immer alle seine Schätze dabei zu haben. Ist das System dahingehend simulatorisch genug (oder der Spielansatz in der Gruppe dahingehend), dass man bei der Preisliste in der Bar tatsächlich Resourcen-Management betreiben muss? Oder ist es wie bei D&D , wo ein Magisches Schwert 1000 Gold kostet, und eine Malzeit in einer Taverne ein Zehntausentel davon?

    Traveler ist z.B. ein System, wo ein Reisen, Resourcen wie Sprit, Nahrung und Luft für jeden Spung durchs All bedacxht werrdedn müssen und sich viel drum dreht. Runequest betont stark die Community, in der man lebt, also ist der Jahresverdienst, die Lebenskosten und der "Loot" sehr wichtige Aspekte. Dort hängt es auch vom eigenen Stand und Prestige ab, wie viel man für Sachen ausgeben sollte, ohne in Schande zu leben.

    Am Schluss reduziert sich die Frage eigentlich für mich, wie nützlich es eigentlich am Spieltisch ist - welchen Aufwand benötigt es, wie spezifisch und Präzise und Kleinteilig soll es sein, und wie relevant ist es dann tatsächlich am Spieltisch.

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    In Carcosa.

  • Ein "Essenspaket" würde die Buchhaltung etwas vereinfachen, quasi "Verpflegung in einer (einfachen/mittleren/gehobenen) Taverne": X Geldeinheiten. Anstatt die Suppe, drei Brote, fünf Rinderkeulen und ein Minzblättchen separat zu berechnen.

    Spielt Essen und Trinken denn eine große Rolle am Spieltisch? Sei es von der Mechanik her (Charaktere benötigen min. X kcal am Tag um keine Erschöpfung, Ausdauerverlust, etc. zu erleiden; gutes Essen gibt Boni...) oder sei es vom Spielgefühl her (das Spiel dreht sich um Gemeinschaft, Kommunikation, etc.)?

    Kommunizieren allein reicht nicht - man muss auch verstanden werden.

  • Ein Bankwesen gibt es. Geld wird nicht aufs Tragegewicht angerechnet. Solange es vom Gewicht her klappt, kannst du so viel tragen, wie die Spielleitung erlaubt.

    Essen gibt Boni und man braucht 3 Mahlzeiten am Tag, um keine Nachteile zu erleiden.

    An sich haben die Helden mit dem minimalel geld, schon ca. Ein jahreseinkommen, aber irgendwann ist das auch alle.