Magiergewänder und Diskussion zur Rechtslage der Gewandungsvorschrift

  • Hallo Schwarmintelligenz,

    ich habe mir jüngst den Kopf über das "Gewand das dem Magier geziemt" zerbrochen.

    Insbesondere über das Reisegewand für Magier.

    Ist die Quellenlage so, dass ein Reisegewand sofort von den Menschen als Magierrobe erkannt wird (durch eingewebte Glyphen oder Zauberzeichen z.B.)

    Außerdem würde mich interessieren ob ihr eure Magier auch mit den standesüblichen Kopfbedeckungen verseht, wie Filzhut oder Kappe?


    Ich bin über eure Meinungen und Inspirationen gespannt.

    Wie immer, Danke im voraus!

    Bekanntlich kommt das Kind im Weib

    Durch das Gebären aus dem Leib.

    Da sich dasselbe bei dem Mann

    Nicht solcherart entfernen kann,

    wen wunderts dass es in ihm bleibt

    und ewig seinen Unfug treibt.

    — Eugen Roth

  • Dazu steht einiges in der Studierstube der Gildenmagie auf Seite 11:

    „Das Große Gewand ist neben der Reiserobe das wohl am häufigsten in der Magierschaft anzutreffende Gewand.“

    „In Magierkreisen heftig umstritten ist die Reiserobe.“

    „Dieser sieht die Reiserobe aus einfachem Leinenstoff von grauer oder weißer Farbe, gerafft mit einer schlichten Kordel oder einem Gürtel. An Schuhwerk erlaubt er Sandalen, Halbschuhe oder Stiefel und als

    Kopfbedeckung einen Spitzhut mit Krempe. Dazu ist es gestattet, einen Mantel zu tragen und im Winter sogar eine Hose. Ist der Mantel gefüttert, muss das Futter jedoch mit den Glyphen der Bewegung, des

    Ursprungs, des Weges und des Ziels bestickt werden.“

    Das dazugehörige Bild zeigt auch am Fußsaum gestickte Runen.

    Wie auch immer, Graumagier und Schwarzmagier mögen es nicht sonderlich und modifizieren es heftig. Kritik erfährt das Gewand, weil es wenig Schutz vor harschen Bedingungen bietet. Da Gewandungsvorschriften aber nur einklagbar auf Gilden oder Ordensgelände gelten, kann jeder so machen, wie er will.

    Daher würde ich eine Gewandung je nach Reiseziel wählen - Filzmäntel, Fellstiefel und Pelzkappe fürs Bornland, doch mit Runen. In Aranien leichte weiße Gewänder mit Schnabelschuhen und einem Turban ohne Runen, denn wer will da schon als Gildenmagier erkannt werden. Sicheres Reisen > Falsche Eitelkeit.

  • Die Gewandungsregeln lassen viel Spielraum.

    Während z.B, das Reisegewand sich über Stoff und Farbe der Robe auslässt, sagt es fast nichts über den Mantel aus, der darüber getragen werden darf. Der darf aus den teuersten Materialien in beliebigen Farben und von beliebigem Schnitt sein Der eitle Magier, der sich kodexgemäß kleiden will, hat also eine große Garderobe von Mänteln, auch sehr dünnen Mänteln für verschiedene Anlässe, während die hässliche Leinenrobe kaum erblickt werden kann und mehr als Unterwäsche dient.

    Weiterhin ist zwar gesagt, zu welchen Zaubereien man die anderen Gewänder tragen soll, aber für alle anderen Gelegenheiten gibt es wenig Vorschriften. Es ist nicht gerade verboten, mit einem großen Gewand einkaufen zu gehen oder in einem heißen Sommer fast immer die kurze Tunica des Beschwörungsgewandes zu tragen.

    Standesübliche Kopfbedeckungen werden idR getragen. Deren Vorgaben sind auch idR wenig strikt.

    Erkennbarkeit als Magier war erfahrungsgemäß gegeben. Zwar kann man Gewänder schneidern, die technisch gesehen kodexkonform sind und trotzdem nicht nach Magier aussehen, aber bisher hat nie irgendein Magier dies für erstrebenswert gehalten. Eher im Gegenteil.

    Meine meistgespielte Magierin trug aber die meiste Zeit ihr Ordensgewand, nicht ihr Reisegewand.

  • "Das Reisegewand schließlich sei einfach gehalten, eine Kutte von grauem oder weißem Leinen, welche von einer zwiefach verdrehten Kordel oder einem ledernen Gürtel gehalten wird. Dazu sind erlaubt ein Mantel aus Wolle, Leinen oder Bausch, welcher auch gefüttert sein kann (selbiges Futter dann jedoch mit den arkanen Symbolen der Bewegung, des Ursprungs, des Wegs und des Ziels bestickt), ein spitzer Hut mit schmaler Krempe sowie Stiefel, Schuhe oder auch Sandalen. Zur Winterszeit mag der Magus auch eine Hose einfacher Machart anlegen, welche aus Lein oder Bausch sein muss." (WdZ, S. 296/297) Man sieht, in diesem Punkt hat sich beim Editionswechsel nicht viel getan, außer dass die Kordel nicht mehr zweifach gedreht sein muss und beim Mantel nicht mehr die Materialien vorgegeben sind.


    Zur Kopfbedeckung:

    Dass der Hut beim Reisegewand und Leichtem Gewand spitz sein muss (aber beim Leichten Gewand ohne Krempe mit mind. 1 Spann Höhe ODER die Widderkappe, beim Reiswegwand mit Krempe), beim Konventionsgewand, wenn er optional dazu getragen wird, halbkugelig und von bestimmten Farben sein soll (oder eine Haube), beim Großen Gewand eine Kappe oder Haube (aus Seide, mit Symbolen des Geistes) erfordert und beim Beschwörergewand gar nichts auf dem Kopf getragen werden soll ist schon schwurbelig gemacht.

    Wer soll auch so viele unterschiedliche Hüte/Kopfbedeckungen mit sich führen? (Von den nicht gerade billigen Materialien wie Seide mal ganz zu schweigen, gerade, wenn das Große Gewand und das Konventionsgewand komplett aus Seide sein müssen.)

    Hüte scheinen mir ohnehin der Punkt zu sein, bei dem nur ganz selten SC-Magier bereit sind, sich nach dem Codex zu richten.^^

    Bei uns in der Gruppe kam die Frage auch vor einem halben Jahr etwa auf. Ich meine, wir haben uns darauf geeinigt, die Hüte wegzulassen oder optional zu machen, weil OT der Konsens war, dass es erstens zu viele Hüte in den Vorschriften gibt, und zweitens diese Spitzhüte OT ohnehin niemand schön findet.

    Tassadar als Spieler unseres Magiers erinnert sich vielleicht an mehr.

  • (Ingame)

    "Diese Regeln zum Reisegewand wurden von doch von Stubenhockern formuliert, die ihre Akademie allenfalls per Reisekutsche verlassen, um Bibliothek oder Konvent in einer anderen städtischen Akademie zu besuchen. Für Feldforscher oder gar den Kampfeinsatz sind diese Regeln nicht gemacht. Vermutlich mussten dies in den letzten Jahren viele Magier erkennen - seit der Dritten Dämonenschlacht an der Trollpforte hat sich die Einstellung zu dieser Regel pragmatisch geändert. Wer zu Pferd und nicht in einer Kutsche unterwegs ist, muss reittaugliche, robuste Kleidung tragen. Wer zwischen Felsen herumklettert oder durch dichtes Unterholz wandert, braucht Kleidung, die sich nicht verfängt und verhakt. Die Sicherheit und Gesundheit des Trägers muss Vorrang haben vor Erwägungen der Eitelkeit und des Standesdenkens.

    Was wollte man schließlich auch einem Adepten vorhalten, der vorbringt, sein Hut sei bei Sturm fortgeweht worden?

    Nach dem Ende einer Reise, wenn man sich erfrischen und herrichten konnte, ist dann die Zeit gekommen, ziemliche und regelkonforme Gewandung anzulegen.

    Da den meisten Akademiemagiern der beschränkte Sinn der Regeln zum Reisegewand bewusst ist, hat sich bisher niemand die Mühe gemacht, die entsprechende Passage des Codes anzupassen - der bürokratische Aufwand zur Änderung einer ohnehin nur wenig beachteten Regel wäre einfach zu hoch.

    Ich verweise dazu gern auch auf Sirdon Kosmaars Commentariolus zum Codex Albyricus aus dem Jahre 1010 BF: '(Es muss) der Grundsatz gewahrt bleiben, dass ein Magus stets und immer an seiner Kleidung kenntlich sein muss', ich weise allerdings darauf hin, dass stets und immer beispielsweise nicht den Besuch im Badehaus oder im Rahjatempel einschließen kann, was der Aufmerksamkeit des werten Collega bei der Formulierung seines Commentariolus offensichtlich entgangen ist.

    Aus den genannten Gründen besitze ich gar keine Kopfbedeckung mehr - die allzu häufige Notwendigkeit der Wiederbeschaffung wurde mir auf Dauer zu teuer. Auf Reisen trage ich, was immer praktisch und notwendig ist, und darüber einen Überwurf analog zu einem Wappenrock, der meinen Stand klar erkennbar macht. Das Pentagramma in Endurium mag dazu ein Übriges tun."

    Valeria Marquez, Arcomaga der Grauen Gilde

    Egal, was die Frage ist - Schokolade ist die Antwort!

  • Äh, ja klar. Kampfeinsatz ist ausgenommen.

    Wieso sonst hätte der CA einen Absatz über erlaubte Rüstungen, ohne dass diese erlaubten Rüstungen bei einem der Gewänder erwähnt werden ?

    Allerdings ist das für die meisten Magier nicht besonders praxisrelevant und selbst für jene, die in den Krieg ziehen, eher eine Ausnahmesituation.

  • Jaja, die Gewandregeln. Ich hatte mich in der Tat länger damit beschäftigt, zumal mein (weißer? weißgrauer?) Magier aus Donnerbach nach DSA 4 offiziell ohne Gildenzugehörigkeit daher kommt und damit generell vorsichtiger bei dem Thema ist. Es mag in anderen Gruppen anders sein, aber da auch ein Magier mit seinem standesgemäßen Star(t)vermögen beginnt kann er zu Beginn seiner Karriere gar nicht die 5 Gewänder besitzen aus den bereits genannten Gründen der Materialien und damit des Preises. Außerdem, mittlerweile ein running Gag, wie soll er das tragen? Mein guter Kinajo ist ein widlniserfahrener Wanderer mit für einen Magus nicht übler Körperkraft von 12. 5 Gewänder, samt Kopfbedeckung, 4 davon im Rucksack? Ohne Packtier/Dämonendiener/verskalvtes Gruppenmitglied sehe ich da keine Optionen.

    Ich habe das Reisegewand am Anfang streng ausgelegt. Graue Leinenrobe, bestickt am Saum mit den Symbolen des Ziels (vorn), des Wegs (hinten) sowie der 6 Elemente denen man auf Reisen immer irgendwie ausgesetzt ist. Dazu ein Mantel aus Bausch, außen ebenfalls grau, innen dunkelgrün gefüttert. Auch bestickt, wobei hier ja die teilweise Unsinnigkeit der Regeln offenkundig ist, Ein besticktes Innenfutter hilft in meiner Welt wenig, die Kenntlichkeit als Magier offenkundig zu machen. Und dazu der tolle Gandalf Filzspitzhut. Das hat mit selbst nie gefallen, aber ich habe es akzeptiert, bis wir in der Gruppe dann mal darüber gesprochen haben. Ich habe es dann adaptiert, und vor allem den kulturellen Hintergrund einfließen lassen.

    Ganz offensichtlich haben die Regeln sehr viele Deutungsmöglichkeiten, wie allein die offiziellen Bilder/Zeichnungen von Magiern in den Regelwerken und Publikationen zeigen. Da hält sich nämlich so gut wie keiner an irgendwas, selbst der gute Rohal nicht. Die Reiserobe ist und bleibt wie sie ist, mit praktischem Ledergürtel getragen der auch noch diverse Utensilien aufnehmen kann. Der Mantel bleibt ebenfalls so wie er ist (Bausch hatte ich wegend er Herkunft als Halbelf aus Donnerbach). Dazu trägt Kinajo Auelfelf typische, kniehohe, enge Stiefel mit denen man gut laufen kann und auch mal durch Wasser waten. Dafür bindet man die Robe hoch oder zieht sie ganz aus, wenn es ja keiner sieht außer der eigenen Gruppe (okay, und meistens dem Herrn Praios, das muss ich eingestehen). Dafür trägt er graue Leggins und ein enges dunkelgrünes Hemd unter der Leinenkutte. Das ist zum Einen seinem Hintergrund entsprechend, zum anderen ist er auch Chirurg und es ist ratsam nicht in hellgrauer Robe Gliedmaßen zu amputieren, außer man ist sehr gut im Sapefacta, den Kinajo aber gar nicht beherrscht. Bei der Kopfbedeckung haben wir uns auf einen klassischen Pilgerhut aus Filz geeinigt. Der hat eine Krempe, was praktisch ist bei verschiedenen Witterungen, und in zivilisierten Gegenden wird die Kreme einseitig mit einer silbernen Brosche hochgehalten die dem Akademiesiegel nachempfunden ist. Das ist für mich ein ganz guter Nachweis der magischen Herkunft, weil man die Ähnlichkeit mit der Tätowierung ind der Handfläche gut vergleichen kann. Wo trifft man sonst auf genügend Leute mit Magiekundewerten, die in der Lage wären, echte arkana Symbole zu deuten.

    Die Erstatzkleidung (ja, unsere Gruppe wird dreckig und stinkig, und das schmeckt Kinajoy Nase nicht) ist elfischer Machart und meine Interpretation des Konventsgewandes. Es bleibt zwar bei rot und blau, aber es besteht aus einem enganliegenden Fransenhemd, einer Leggins, Sandalen und einem Wickelrock. Kombiniert mit einer eher klassiischen Filzhaube mit "Krone", wie man sie auf vieleln Mittelaltermärkten finden kann, Bestickt mit den Symbolen des Geistes und der Verständigung.

  • Gildemagier tragen bei uns auf jeden Fall Kleidung, die sie als Magier kennzeichnet. Wie Kodex konform diese ist, richtet sich nicht nur nach der Herkunft des Magiers, sondern auch nach seiner Erfahrung. Der ST1 Noob in seinem ersten Abenteuer trägt i.d.R. was an der Akademie üblich ist. Erfahrenere Helden passen ihre Ausrüstung (wozu natürlich auch die Kleidung gehört) den Abenteuern und ihren Reisen an.

    Unsere Magier tragen in der Regel auch eine Kopfbedeckung (die ist schließlich auch in vielen Kulturen für Jedermann absolut gängig). Wobei die Kopfbedeckung nicht unbedingt mit dem Kodex konform ist.

    Beispielsweise trägt mein novadischer Magier wie an seiner Akadmie üblich prunkvolle Kleidung und abgestimmte Kopfbedeckungen. Neben dem kleinen Reiseturban (wie ihn viele Novadis und Tulamiden auch tragen) für den Alltag, hat er auch stets einen besonders großen und eindrucksvollen Turban für alle Anlässe, bei denen Eindruck gemacht werden soll, im Reisegepäck. Natürlich gibt es auch dazu die passende und fein abgestimmte bessere Kleidung...

    Die traditionelle bornländische Magierin eines Mitspielers trug im ersten Abenteuer noch stark schwitzend im tiefsten Süden ihre "unverzichtbare" Widderkappe. Doch die Romanze mit einem legendären Piratenkapitän und Frauenheld ändert das ganz schnell in einen leichten südlichen Sommerhut. Der Pirat war sehr überzeugend in den Punkten Freiheit und Selbstbestimmung... ;)

    Letztendlich ist aber auch ein Magier kein Idiot. Zur oben beschriebenen "Abenteuer angepassten Kleidung" gehören selbstverständlich auch konforme Klamotten, wenn man in sehr strengen Regionen unterwegs ist.

  • Ich verweise dazu gern auch auf Sirdon Kosmaars Commentariolus zum Codex Albyricus aus dem Jahre 1010 BF: '(Es muss) der Grundsatz gewahrt bleiben, dass ein Magus stets und immer an seiner Kleidung kenntlich sein muss', ich weise allerdings darauf hin, dass stets und immer beispielsweise nicht den Besuch im Badehaus oder im Rahjatempel einschließen kann, was der Aufmerksamkeit des werten Collega bei der Formulierung seines Commentariolus offensichtlich entgangen ist.

    Wurde nicht u.a. aus diesem Grund das Magiersiegel entwickelt?

    Denn Gildenmitglieder haben immer ein Siegel und sind somit selbst ohne Kleidung noch 'kenntlich'. Nur eben nicht an der Kleidung.

    Desweiteren ist Magus nicht einfach ein Gildenrang, oder ein im CA rechtlich fest definiertes Synonym für Magier (gar.) /Magicus (bosp.)?

    Die meisten SCs starten als Adeptus/Adepta Minor.

    Und somit (noch) nicht von den gesetzlichen Pflichten eines Magus betroffen.

    An anderen Stellen verwenden die Quellen die bosparanische Bezeichnung "Magicus", was den Adeptus mit einschließt, aber nicht in Bezug auf die Gewandung.

    Es ist die "Gewandung die einem Magus geziemt" nicht die "Gewandung die einem Magicus geziemt".

    Und da der Codex nur von "Magus" redet, kann ein cleverer Advokatus einen Freispruch erwirken, wenn er eine Maga vertritt?

    Wie sehr ist der Adel verpflichtet, sich bei der Rechtssprechung auf das geschriebene Wort zu beziehen und umgekehrt, wie sehr sind gesetztes Texte der willkürlichen Interpretation der Richter ausgeliefert?

    Oder gibt es offizielle Inhalte die im CA rechtliche Wortwahl verankert?

    Es gibt mehrere anerkannte Schulen in der grauen Gilde, die ganz offensichtlich kaum einen bis keinen Wert, auf die Einhaltung dieser "Gesetzte" legen (Grangor; Zorgan, Andergast), und werden dennoch von der Obrigkeit geduldet, gefordert und respektiert.

    Ich denke, die Judikative von Aventurien, legt eher Wert auf: "stets und immer kenntlich", als auf: "durch ihre Kleidung".

    Wieso sonst hätte der CA einen Absatz über erlaubte Rüstungen, ohne dass diese erlaubten Rüstungen bei einem der Gewänder erwähnt werden ?

    Hast du Quellen hierfür,

    ich verlasse mich noch viel auf einen Recht veralteten Artikel:

    http://www.vinsalt.de/Spiegel/codex.htm

    Da fehlen halt viele neue Quellen zu dem Thema.

    Das die Bewaffnung klar umrissen ist, weiß ich, aber das auch Rüstungen die über den Gambesson hinausgehen Erwähnung finden, ist mir neu.

    Bekanntlich kommt das Kind im Weib

    Durch das Gebären aus dem Leib.

    Da sich dasselbe bei dem Mann

    Nicht solcherart entfernen kann,

    wen wunderts dass es in ihm bleibt

    und ewig seinen Unfug treibt.

    — Eugen Roth

    Edited once, last by Sturmkind (November 4, 2023 at 2:15 AM).

  • Wurde nicht u.a. aus diesem Grund das Magiersiegel entwickelt?

    Denn Gildenmitglieder haben immer ein Siegel und sind somit selbst ohne Kleidung noch 'kenntlich'. Nur eben nicht an der Kleidung.

    Nur gibt es da Ausnahmen, Donnerbach z.B. hat als Gildenlose Akademie ein Siegel (Horte arkanaer Macht S.84)und die Graue Gilde nimmt auch nicht Gildenmagier auf wie z.B. Hexen (WdZ. S. 260)

    damit ist das siegel alleine kein hinnreichender Gegenstand, um als Gildenmagier erkenntlich zu sein.

    Wege der zauberei ist übrigends da eine hervorragende Quelle, weil es auf einzelne Aspekte wie Waffen, Rüstung, Gewandung und auch Haarpracht seperat ab S. 295 unter den Kapitel "Vom Gewandung des Magus" eingeht

  • "Im Bereich der Rüstungen sind untersagt “Rüstungen von Metall oder gehärtetem Leder oder Horn oder Holz, gleich an welchem Körperteil”. Interessant ist der letzte

    Halbsatz, der den bisherigen, bisweilen umstrittenen Begriff der Corpuswehr ablöst. Bei der Beschaffenheit sei darauf hingewiesen, dass hiermit jeweils Rüstungen gemeint sind, die zu überwiegendem Anteil aus den genannten Materialien bestehen.

    Darüber hinausgehende Dispense sind von der jeweiligen Akademie abhängig und, wie erwähnt, vielfältig.«

    —M.M. S. Kosmaar; Commentariolus, Punin 1023 BF" (WdZ, S. 296)

    Desweiteren ist Magus nicht einfach ein Gildenrang, oder ein im CA rechtlich fest definiertes Synonym für Magier (gar.) /Magicus (bosp.)?

    Jein, Magus ist ein Synonym für Magier, nict nur OT, sondern auch IT (z.B.: "»Der Magus von Stand soll fünf Arten von Kleidung besitzen.«" im Codex Albyricus (WdZ, S. 297), und anderen IT-Texten). Gerade in IT-Texten heißt es immer Magus/Maga, statt Magier/Magierin.

    Es ist aber auch ein gildenmagischer Rang.

    "Magier / Magierin, Magus / Maga: erstens eine allgemeine Bezeichnung für Gildenzauberer; zweitens für anerkannte Magier mit mindestens zwölfjähriger Erfahrung; üblicherweise nach einer Prüfung oder in Anerkennung der bisherigen Leistungen" (WdZ, S, 265)

    Schüler Privater Lehrmeister bekommen auch ein privates Siegel.

  • Wurde nicht u.a. aus diesem Grund das Magiersiegel entwickelt?

    Denn Gildenmitglieder haben immer ein Siegel und sind somit selbst ohne Kleidung noch 'kenntlich'. Nur eben nicht an der Kleidung.

    Nur gibt es da Ausnahmen, Donnerbach z.B. hat als Gildenlose Akademie ein Siegel (Horte arkanaer Macht S.84)und die Graue Gilde nimmt auch nicht Gildenmagier auf wie z.B. Hexen (WdZ. S. 260)

    damit ist das siegel alleine kein hinnreichender Gegenstand, um als Gildenmagier erkenntlich zu sein.

    Wege der zauberei ist übrigends da eine hervorragende Quelle, weil es auf einzelne Aspekte wie Waffen, Rüstung, Gewandung und auch Haarpracht seperat ab S. 295 unter den Kapitel "Vom Gewandung des Magus" eingeht

    In WdZ wird noch sehr stark das Akademie-, vom Gildensiegel getrennt.

    Quote from WdZ S.260

    Das Magiersiegel

    Das Siegel der Akademie, das gleichzeitig (üblicherweise) auch Kennzeichen der Gildenzugehörigkeit ist, wird den zukünftigen Adepten mittels eines höchst komplexen magischen Siegelstempels aus Arkanium in der rechten Handfläche (seltener an anderem Orte) appliziert. Seltener hört man auch von magischen Nadeln, Zaubertinten oder gar Dämonendiensten, die an manchen Schulen diese Siegel erzeugen. Das Siegel ist unvergänglich, lässt sich nicht abwaschen, ja, nicht einmal mit der Haut abziehen, denn wenn die Haut nachgewachsen ist, erscheint auch das Siegel wieder. Das Geheimnis dieses Zeichens mag in der benötigten Zaubertinte liegen, wahrscheinlich aber im Siegelstock, der mit einem gestaltverändernden Zauber belegt ist. Aus dem Gilden- und Akademiesiegel kann der Kundige die Gildenzugehörigkeit eines Magiers und seine Heimatakademie, bei einigen Akademien sogar sein Abschlussjahr herauslesen. In besonderen Formen des Siegels (namentlich denen einer weißen Akademie) können durch spezielle Initiationshandlungen von den Siegelmeistern später bis dato unsichtbare Siegellinien aktiviert werden, aus denen dann etwa gegenwärtiger Titel, Auszeichnungen und Bestrafungen herauszulesen sind. Wird ein Magier aus seiner Gilde verbannt, wird das Siegel ausgelöscht (wenn man ihn regulär verurteilen kann und seiner habhaft ist). [...]

    Donnerbach und andere gildenlose Akademien, werden also ein reines Akademiesiegel verwenden, welches keine Zugehörigkeit zu irgendeiner Gilde abbildet.

    Schüler Privater Lehrmeister bekommen auch ein privates Siegel.

    Hier ist die Quellenlage nicht so eindeutig wie du es darstellst:

    Quote from WdZ. S.260

    [...]Die Schüler privater Lehrmeister erhalten entweder einen kenntlichen Zusatz auf ihrem von der Akademie applizierten Siegel (vor allem im Mittel- und Horasreich) oder kennen ersatzweise magische Hautfarben und Tätowierungen (wie manche unabhängige Lehrmeister in Thorwal, dem Land der Ersten Sonne und den südaventurischen Städten). Ob letztere anerkannt werden, ist zumindest in Gildenkreisen eher eine Frage von Glück, Dreistigkeit und Bestechung.[...]

    Quote from WdZ. S. 291

    Zum Abschluss der Lehrzeit ist der Lehrmeister gehalten, die Kenntnisse des Scholaren sorgfältig zu prüfen, ehe er ihm seinen ‘Gesellenbrief’ ausstellt und ihn mit seinem persönlichen Siegel zeichnet, denn für die nächsten drei Jahre kann er noch für die Taten oder Verfehlungen seines Schülers verantwortlich gemacht werden. Ein persönliches Siegel ist ein Artefakt, das einem gewöhnlichen Siegelstempel ähnelt, jedoch mit Astralenergie aufgeladen und mit einer besonderen, auf nichtmagischem Wege unlöslichen Tinte bestrichen wird. Im Mittelreich gilt folgende Regelung: Wer einen Scholaren unterweisen möchte, stellt sich mit seinem Zögling bei seiner Heimatakademie oder einer anderen Schule, der er wohlbekannt ist, vor. Der Leiter der Akademie legt mit dem Magier fest, in welchen Sprüchen er den Schüler zu unterweisen habe, damit dieser das Gildenzeichen der Akademie erwerben kann. Nach Abschluss der Lehrzeit muss der Scholar bei der Akademie seines Meisters vorstellig werden, um sich über einen Zeitraum von drei Monden von ausgewählten Magi in den festgesetzten Sprüchen prüfen zu lassen. Ist er in allen Prüfungen erfolgreich, so erhält er das Siegel der Akademie, kombiniert mit den Zeichen seines Lehrmeisters.

    Quote from KdM Seite 87

    Führt sei Lehrmeistern ein persönliches Magiersiegel, so erhält sein Schüler dieses nach einer gewissenhaften Prüfung als Zeichen der Adeptenwürde.

    Weit häufiger werden jedoch Meister und Schüler an einer befreundeten oder einfach der nächstgelegenen Akademie vorstellig. Dort muss der Scholar drei Monate lang die Examinatio (siehe Seite 86) durchlaufen und alle Prüfungen bestehen, um seine Lehrzeit erfolgreich abzuschließen.

    Aber zurück zum Gewand, zum Magiersiegel gibt es bereits ältere Fäden hier:

    Ich finde WDZ recht widersprüchlich oder schwammig:

    Quote from Seite 292

    Die Ausrüstung des Jungmagiers besteht üblicherweise aus einer Reisekutte, dem Zauberstab mit erstem Stabzauber, Schreibzeug (Tinte oder Tusche, Gänsekiele, Federmesser, Sand, Löschbims), 20 Blatt Pergament oder einem leeren Tagebuch, einer Umhängetasche, einem stabilen Gürtel mit Gürteltaschen sowie einem Handgeld von 10 Silbertalern; als Besonderen Besitz kann er einen besonderen Zauberstab oder einen Magischen Folianten besitzen, falls er diesen Vorteil wählt.

    Quote from Seite 296

    »Der Magus von Stand soll fünf Arten von Kleidung besitzen. Nicht mehr und nicht weniger, denn sowohl mehr als auch weniger sind seinem Stande nicht angemessen.[…]«

    Ergo begeht jede Akademie ein Verbrechen nach CA, denn sie statten den Jungmagier (welcher ja per Definition von Magier/Magus 'von Stande' ist) nicht mit den 5 Gewändern aus, die er per Gesetz zu besitzen hat?!?

    Bekanntlich kommt das Kind im Weib

    Durch das Gebären aus dem Leib.

    Da sich dasselbe bei dem Mann

    Nicht solcherart entfernen kann,

    wen wunderts dass es in ihm bleibt

    und ewig seinen Unfug treibt.

    — Eugen Roth

  • Quote from Seite 296

    »Der Magus von Stand soll fünf Arten von Kleidung besitzen. Nicht mehr und nicht weniger, denn sowohl mehr als auch weniger sind seinem Stande nicht angemessen.[…]«

    Ergo begeht jede Akademie ein Verbrechen nach CA, denn sie statten den Jungmagier (welcher ja per Definition von Magier/Magus 'von Stande' ist) nicht mit den 5 Gewändern aus, die er per Gesetz zu besitzen hat?!?

    Nun, genauer hingeschaut:

    • Der Magus von Stand "soll" - nicht "muss". Es ist "nur" eine Verletzung der Etikette, kein Verbrechen
    • Der Jungmagier sollte bestrebt sein, sich die übrigen Gewänder zu besorgen
    • Es geht um den Magus "von Stand" - ein (mittelloser) Jungmagier ist halt nicht überall standesgemäß unterwegs
    • Akademien müssen auch auf ihr Budget achten, sie können den Nachwuchs nicht beliebig beschenken
    • Zöglinge reicher Eltern oder Adepten mit reichen Gönnern können sich ausstatten lassen - beispielsweise wird der Hausmagier eines Granden sicherlich von seinem Herrn angemessen gekleidet - eine Reisekutte bei formellen Anlässen würde Zweifel an der Finanzkraft des Arbeitgebers aufkommen lassen.

    Egal, was die Frage ist - Schokolade ist die Antwort!

  • Quote from Seite 296

    »Der Magus von Stand soll fünf Arten von Kleidung besitzen. Nicht mehr und nicht weniger, denn sowohl mehr als auch weniger sind seinem Stande nicht angemessen.[…]«

    Ergo begeht jede Akademie ein Verbrechen nach CA, denn sie statten den Jungmagier (welcher ja per Definition von Magier/Magus 'von Stande' ist) nicht mit den 5 Gewändern aus, die er per Gesetz zu besitzen hat?!?

    Nun, genauer hingeschaut:

    • Der Magus von Stand "soll" - nicht "muss". Es ist "nur" eine Verletzung der Etikette, kein Verbrechen
    • Der Jungmagier sollte bestrebt sein, sich die übrigen Gewänder zu besorgen
    • Es geht um den Magus "von Stand" - ein (mittelloser) Jungmagier ist halt nicht überall standesgemäß unterwegs
    • Akademien müssen auch auf ihr Budget achten, sie können den Nachwuchs nicht beliebig beschenken
    • Zöglinge reicher Eltern oder Adepten mit reichen Gönnern können sich ausstatten lassen - beispielsweise wird der Hausmagier eines Granden sicherlich von seinem Herrn angemessen gekleidet - eine Reisekutte bei formellen Anlässen würde Zweifel an der Finanzkraft des Arbeitgebers aufkommen lassen.

    Zu Erstens:

    Soll und muss ist da in der Semantik nicht weit genug auseinander.

    Wenn du etwas nicht tust, das du von Rechtswegen aber tun sollst, verhältst du dich wider den Gesetze.

    Etwas tun zu sollen, beschreibt genauso eine Verpflichtung, wie etwas tun zu müssen.

    Zu Zweitens:

    So ist es aber nicht im CA verankert. Ein Magier (jeder Magier) der nicht genau 5 Gewänder besitzt, verhält sich entgegen dieser von mir zitierten Stelle des CA, in Reichen in denen der CA als Gesetz gilt, gegen das Gesetz.

    Zu Drittens:

    Also gilt das nur für Magier Adliger Abstammung?

    Ich glaube kaum, 'Magier von Stand' bezeichnet doch eher den examinierten Magier.

    Kann der (mittellose) Jungmagier es sich nicht leisten, sich Standes gemäß zu kleiden. so verhält er sich nicht Gesetzeskonform. Den der CA sagt ja das er sich standesgemäß kleiden soll, und der CA ist weitreichend nun einmal Gesetz.

    Zu Viertens:

    Solche Kosten holt sich die Akademie natürlich von den Abgängern, ihrem Vormund oder der Gönner zurück der das Stipendium finanziert hat.

    Nur in sehr wenigen Fällen ist die Akademie der Geber eines Stipendiums und somit der Kostenträger für derlei Dinge.

    Zu Fünftens:

    Natürlich kann über Geschenke alles geregelt werden. Aber was macht der stereotypische SC Adeptus, der nach seiner bestandenen Examinatio auf Abenteuerfahrt (Bildungsreise) aufbricht. Der hat weder Gönner noch sonst was.

    Der hat laut Hintergrund meist nur nen haufen Schulden bei seiner Alma Mater oder etwaigen Gönnern.

    Sein Stand ist 'frei' und/oder sein sozial Status nicht besonders hoch.

    Der Regelabschnitt von S. 292 beschreibt die typische Startausrüstung die man einem Gildenmagier geben sollte, da sind alle Geschenke mit inbegriffen.

    Eine Startausrüstung die in weiten Teilen Aventuriens als widerrechtlich gelten müsste. (Und mit 20 Silbertalern Handgeld kommt der Spieler nicht besonders weit, was die Anschaffung betrifft.)

    Bekanntlich kommt das Kind im Weib

    Durch das Gebären aus dem Leib.

    Da sich dasselbe bei dem Mann

    Nicht solcherart entfernen kann,

    wen wunderts dass es in ihm bleibt

    und ewig seinen Unfug treibt.

    — Eugen Roth

    Edited 4 times, last by Sturmkind (November 5, 2023 at 5:58 PM).

  • Eine Korrektur: es geht um „fünf Arten von Gewändern“, nicht um „fünf Gewänder“.

    Drei Reisegewänder zu besitzen ist vollkommen legal.

    Ansonsten: Warum sollte ein Magus, der keinen einzigen Beschwörungszauber kann, ein Beschwörungsgewand kaufen?

    Nein, die Regel im CA ist zwar im Wortlaut sehr streng, aber praktisch nicht nachvollziehbar. Dazu gibt es sicher schlaue Kommentare ingame, die in unseren Regelwerken nicht abgedruckt sind.

    Kurz: Ja, du hast Recht, da ist ein Widerspruch im Regelwerk. Nein, für ein Gewand zu wenig wird kein Adept ingame verfolgt. Und ein Meister, der diese Regel rechthaberisch ausspielen möchte, wird bald keine Spieler mehr haben.

    Egal, was die Frage ist - Schokolade ist die Antwort!

    Edited once, last by Hinrich (November 5, 2023 at 5:49 PM).

  • In der semantischen Frage dürfte die Formulierung "nicht angemessen" deutlich festlegen wie das "soll" zu verstehen ist.

    Du sollst nicht über eine rote Ampel fahren = Gesetzesbrucht.

    Du sollst am Essenstisch nicht furzen = Unangemessenheit.

    Ich denke mal das alles wird insofern Hand und Fuß haben, wie wir den Mut aufbringen unsere Logik so zu gestalten, dass für unser jeweiliges Aventurien kein Unfug rauskommt.

    Ob der Adept seine Festags- und Übungsgewänder (Leichtes-, Großes- und Beschwörungsgewand sind ja sehr Anwendungsspezfisch und ich sehe nicht den Grund warum ein Heilmagier ein Beschwörungsgewand braucht...) besitzt oder nur geliehen hat (das Festagsgewand zur "Abschlussfeier" vielleicht) muss jeder mit seiner Gruppe bzw. seinem (Start)Geldbeutel ausmachen. Es scheint mir aber mehr als plausibel dass ein reisender Abgänger (und das sind die Spieler-Professionen in den Publikationen so gut wie immer - innerakademische Themengruppen und co. mal außen vor) keine Waschtrommel voll Klamotten mit sich führt...

    Hesinde zum Geleit!

  • Hier ist die Quellenlage nicht so eindeutig wie du es darstellst:

    Auf die von Dir zitierten Stelle auf S. 291 über das persönliche Siegel bezog ich mich.


    Kleidung: Man schreibt OT, was toll klingt (Magier sind was Besonderes, geben wir ihnen viel Seidenkleidung und ein paar keksige Vorgaben), verpasst verschiedene Roben, Farben, Stoffe, Hüte, und beachtet nicht, dass der durchschnittliche frische Akademie-Abgänger den ganzen Krempel sich gar nicht leisten kann, von mit sich herum tragen und transportieren ganz zu schweigen.

    Aber: Solange man

    • auf keinen Magierkonvent oder ein Fest geht,
    • man kein Beschwörer ist
    • man nicht den Geist anderer Personen/Kreaturen manipuliert ,

    braucht man die drei Gewänder auch nicht, und dann macht es keinen Sinn, wenn man sie trotzdem besitzen soll, wenn man sie doch gar nicht anzieht und benötigt.

    Bleiben natürlich das Große Gewand für Manipulation von belebten und unbelebten Objekte, das dürfte recht viele Zauber abdecken. Ob man wirklich erst das Gewand wechseln muss, um Codex-gerecht einen Balsam zu wirken? Gar besser richtiges Gewand, als Leben retten?

    Reisegewand geht für den SC-Magus fast immer und ist eigentlich nie verkehrt.

  • In WdZ wird noch sehr stark das Akademie-, vom Gildensiegel getrennt.

    Quote from WdZ S.260

    Das Magiersiegel

    Das Siegel der Akademie, das gleichzeitig (üblicherweise) auch Kennzeichen der Gildenzugehörigkeit ist, wird den zukünftigen Adepten mittels eines höchst komplexen magischen Siegelstempels aus Arkanium in der rechten Handfläche (seltener an anderem Orte) appliziert. Seltener hört man auch von magischen Nadeln, Zaubertinten oder gar Dämonendiensten, die an manchen Schulen diese Siegel erzeugen. Das Siegel ist unvergänglich, lässt sich nicht abwaschen, ja, nicht einmal mit der Haut abziehen, denn wenn die Haut nachgewachsen ist, erscheint auch das Siegel wieder. Das Geheimnis dieses Zeichens mag in der benötigten Zaubertinte liegen, wahrscheinlich aber im Siegelstock, der mit einem gestaltverändernden Zauber belegt ist. Aus dem Gilden- und Akademiesiegel kann der Kundige die Gildenzugehörigkeit eines Magiers und seine Heimatakademie, bei einigen Akademien sogar sein Abschlussjahr herauslesen. In besonderen Formen des Siegels (namentlich denen einer weißen Akademie) können durch spezielle Initiationshandlungen von den Siegelmeistern später bis dato unsichtbare Siegellinien aktiviert werden, aus denen dann etwa gegenwärtiger Titel, Auszeichnungen und Bestrafungen herauszulesen sind. Wird ein Magier aus seiner Gilde verbannt, wird das Siegel ausgelöscht (wenn man ihn regulär verurteilen kann und seiner habhaft ist). [...]

    Nein, im Gegenteil. Im WdZ. werden die Begriffe Magiersiegel, Akademiesiegel und Gilensiegel sehr oft synonym verwendet.

    Erst mit den Quellenbände wurden die Siegel konkretiesierter und gleichzeitig die sache komplezierter. Es gibt (Gilden-)akademien mit einem Siegelstock, welche mit zwei Siegelstöcke und die graphischen darstellungen wurden eingeführt, bei dem auch die gildenzugehörigekeit nicht immer erschliesslich ist.

    Donnerbach hat sogar einen Magierseigel aus Rohals Zeiten (also müsst theoretisch die Zugehörigkeit zur großen Magierunft, also den vorgänger der Gilden dargestellt werden).

    Drakonia hat ihr eigenens Ding. Deren Magierseigel war das alchemische Symbol auf der Stirn, was sich nach den Beitritt zur Grauen Gilde nicht geändert hatte ( Horte magisches Wissen hat ingame stand 1034BF also mind. 20 Jahre nach beitritt in die Graue Gilde)

    Alleine hier merkt man einfach, dass je nach Autor schon Abweichungen gibt und was vorher Schwammig beschrieben wurde, widersprüchlihc konkretisiert.

  • Es ist eigentlich genauso wie "früher" (so 1880), wo man die tagtägliche (standesgemäßigte) Bekleidung trug, aber Sonntags (wie Feiertags) die besonder Gadrobe (fürn Herrn Frack + Zylinder, so in Hamburg) anzog. So ist es mit den Zeremoniengewänder (und das Wort sagt doch schon alles) des Magiers zu seinen alltäglichen Roben, bzw. einer Reiserobe.

    Welche Vorteile diese Gewänder mit sich bringen ... es gibt genug Quellen dazu: https://de.wiki-aventurica.de/wiki/Magiergewand

    (und ich hab das Gefühl da fehlt noch was?)

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)

    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Kurz: Ja, du hast Recht, da ist ein Widerspruch im Regelwerk. Nein, für ein Gewand zu wenig wird kein Adept ingame verfolgt. Und ein Meister, der diese Regel rechthaberisch ausspielen möchte, wird bald keine Spieler mehr haben.

    Und mehr hab ich doch nicht behauptet:

    WdZ ist widersprüchlich und:

    Ich denke, die Judikative von Aventurien, legt eher Wert auf: "stets und immer kenntlich", als auf: "durch ihre Kleidung".

    Aber ein angepisster Lehnsherr, der den Abenteurern eins auswischen will, könnte auf die Einhaltung dieses Gesetzes pochen.

    Schließlich gilt in Aventurien nicht die Unschuldsvermutung.

    Sehe ich ein bisschen anders, Rohal schrieb den CA als Gesetzestext, nicht als Knigge für Gildenmagier.

    Irdisch:

    Du sollst nicht über eine rote Ampel gehen = Gesetzesbruch = unangemessen

    Für alle Aventurier ist es ab einem gewissen Punkt, ein Gesetzesbruch, sich ihres Standes unangemessen zu verhalten. (Das Knie vor einem König oder einer Königin aus Unwissenheit nicht zu beugen, mag für den Pöbel erstmal nur unangemessen sein, sobald er aber aufgeklärt wurde, es immer noch zu verweigern, ist ein Gesetzesbruch.)

    Natürlich gibt es Etikette und nicht jeder Bruch der Etikette ist automatisch ein Gesetzesbruch.

    Was die "fünf Arten des Gewandes" jedoch angeht, so ist es vielerorts ein Gesetz, kein Eintrag im "Knigge" für Magier.

    Rohal hat schließlich keinen Knigge sondern ein Gesetzeswerk verfasst. Es ist also nicht per Benimmregeln unangemessen mehr oder weniger als 5 Arten von Gewändern zu besitzen, sondern es ist von gesetzwegen unangemessen.

    Unangemessen kann auch als unverhältnismäßig interpretiert werden.

    Wer unverhältnismäßig handelt, begeht einen Gesetzesbruch.

    Bekanntlich kommt das Kind im Weib

    Durch das Gebären aus dem Leib.

    Da sich dasselbe bei dem Mann

    Nicht solcherart entfernen kann,

    wen wunderts dass es in ihm bleibt

    und ewig seinen Unfug treibt.

    — Eugen Roth