Rollenspiel - ein überwiegend männliches Hobby?

  • Bezüglich der Spielzeugfrage denke ich zwar, dass vermutlich eine gewisse Prägung auch so vorhanden sein dürfte, ein ziemlich großer Teil jedoch durch Erziehung und Medieneinfluss entsteht. Es gibt da auch ein paar interessante Sendungen bzw. Dokus, die das Thema aufgreifen. Wenn ich mich richtig erinnere hatten sie bei "Rach tischt auf" mal Vorschulkinder und einmal Grundschüler in einen Supermarkt geschickt. Während bei den Vorschulkindern Jungen und Mädchen mehr oder weniger ähnliche, von ihren Eltern ebenfalls gekaufte, Produkte aussuchten, wurden von den älteren Kindern hauptsächlich aus den Medien bekannte Produkte geholt. Jungs holten sich Sachen mit Bob dem Baumeister auf der Packung, Mädchen mit Prinzessin Lillifee und oftmals nun in der Werbung gezeigter Süßkram. Selbst wenn der Medienkonsum gering ist, wird spätestens im Kindergarten und der Grundschule der Kontakt dazu über andere Kinder hergestellt. In der noch mehr die Thematik aufgreifenden Doku "No more Boys and Girls" wurden dann auch mal Werbemaßnahmen und Produktgestaltung sich etwas genauer angeschaut. Wenn halt schon im Spielwarenkatalog die Mädchen Backen und mit Puppen spielen, während die Jungs mit Autos abgebildet werden, wirkt halt immer zumindest eine gewisse Prägung mit. Die lässt sich ja nicht mal durch die Einstellung der Eltern alleine wirklich raus nehmen, sondern erst wenn auch Verwandte, Freundeskreis und die sonstige Umgebung mitziehen würden. Kann wie gesagt gut sein, dass immer noch ein spürbarer Unterschied danach verbleiben würde, aber ich finde man sollte nicht unterschätzen wie sehr das komplette Umfeld Interessen beeinflussen kann.


    Ich denke daher auch, dass viel häufiger männliche Jugendliche erst mal mit Rollenspielen in Kontakt kommen. Der Sprung vom Computerrollenspiel zum Pen & Paper wird relativ oft vollzogen und während bei Casual Computerspielen die Verteilung inzwischen wirklich relativ homogen ist, sind die "Hardcore" Computerspieler doch noch zu einem wesentlich größeren Teil männlich. Ich kam z.B. zum ersten mal mit einem P&P in Kontakt weil ein Freund nachdem er "Eye of the Beholder" am PC gespielt hatte, sich irgendwann mal eine AD&D Box mitgenommen hat. Die Runde hatte wirklich auch fast nur männliche Mitspieler. Eine Mitspielerin schaute ab und an vorbei, aber ansonsten waren es nur männliche Mitspieler und es war insgesamt auch noch sehr kampflastig und noch eher wenig Charakterinteraktion vorhanden. Ich würde sagen mit typisch männlichen Zoten hielt es sich sogar recht in Grenzen, aber der Spielstil gefällt vermutlich eben auch nur, wenn man schon von Computerrollenspielen der damaligen Zeit vorkonditioniert war.


    Danach folgte eine DSA Runde, die ebenfalls unter Mitschülern entstand. Hier hatten wir zwei Spielerinnen und bis zu sieben Spieler, wobei die Spielerinnen jetzt auch keine SL Rolle übernahmen und nicht so häufig dabei waren wie einige andere Spieler. Das Rollenspiel war in der Zwischenzeit etwas besser geworden, aber immer noch eher oberflächlich im Vergleich zu späteren Zeiten. Hier hatten wir auch ab und an Kontakt zu einer anderen DSA Runde, mit der wir mal vereinzelt zusammen gespielt haben. Das war dann aber auch teilweise wirklich das Negativbeispiel einer Runde aus männlichen Jugendlichen unter sich, das hier schon einmal angeführt wurde, bei dem es so manchen geschmacklosen Witz und eine starke Fixierung auf die mechanischen Spielaspekte gab. Ich glaub als Mann ist das noch irgendwie erträglich, weil man nicht das Ziel von diesen Zoten ist, aber ich denke solche Runden suchen zum einem nicht nach Mitspielerinnen und wenn doch eine aufschlagen sollte, bleibt sie vermutlich möglichst kurz.


    Die folgenden Runden begannen dann ab der Studienzeit und größtenteils war ich in Runden, in denen Schattenkatze auch war bzw. ist. Während hier wirklich die Frauenquote im Regelfall wesentlich höher ist und ich generell auch den Eindruck habe, dass Gruppen ohne einen klaren Geschlechterüberhang in eine Richtung meist ziemlich gut funktionieren, muss ich aber doch noch etwas ergänzen. Wir haben ein paar mal in unseren Runden die Situation gehabt, dass jemand abgesprungen ist und wir Ersatz brauchen. Hier haben sich dann wirklich zu 80-90% würde ich sagen Männer gemeldet. Ich denke insgesamt schon, dass ein Verhältnis von 4:1 oder so existieren könnte, auch wenn es natürlich immer schwierig ist eine wirklich gute Datenbasis zu bekommen. Bei der Ursprungsumfrage, die hier verlinkt wurde, finde ich eigentlich die Repräsentativumfrage interessanter. Hier habe ich zumindest ausgeschlossen, dass eine Gruppe vielleicht einfach mitteilungsbedürftiger als eine andere ist und somit eher an der Umfrage teilnimmt oder andere verzerrende Faktoren reinspielen. Problem ist hier dann aber für mich, dass ich die Repräsentativität anscheinend nur über relativ wenige Faktoren abbilde und ich nicht wirklich weiß was sich hinter manchen Aussagen versteckt. "Habe es mal gespielt, aber aufgehört" kann halt heißen dass man zwei mal mitgemacht und dann nie wieder gespielt hat oder dass man es jahrelang gemacht hat. Beides könnte unter dem Punkt auftauchen, aber hätte natürlich schon eine etwas andere Bedeutung. Betrachtet man nur die aktive Spielerschaft hier, scheint es ja ungefähr ein Verhältnis von 60 zu 40 zu sein, aber die Datenbasis ist mit knapp über 70 Personen halt auch wirklich nicht mehr groß und von denen spielen ungefähr 40% auch nur einmal im Quartal oder noch seltener, so dass die Basis der häufig tagenden Runden mir wirklich zu klein für eine verlässliche Aussage wäre. Eine insgesamt höhere Grundgesamtheit der Stichprobe, sowie eine genauere Aufschlüsselung der Angaben würden hier wohl erst bessere Schlüsse zulassen denke ich.

  • Bei der Ursprungsumfrage, die hier verlinkt wurde, finde ich eigentlich die Repräsentativumfrage interessanter.


    Betrachtet man nur die aktive Spielerschaft hier, scheint es ja ungefähr ein Verhältnis von 60 zu 40 zu sein, aber die Datenbasis ist mit knapp über 70 Personen halt auch wirklich nicht mehr groß und von denen spielen ungefähr 40% auch nur einmal im Quartal oder noch seltener, so dass die Basis der häufig tagenden Runden mir wirklich zu klein für eine verlässliche Aussage wäre. Eine insgesamt höhere Grundgesamtheit der Stichprobe, sowie eine genauere Aufschlüsselung der Angaben würden hier wohl erst bessere Schlüsse zulassen denke ich.


    Erschwerend kommt hinzu, dass wir bei den 40% die Rollenspiele betreiben, nicht wissen wie hoch dort wiederum der männliche Anteil ist (Anmerk. könnten ja wieder an die 80% sein ;) ). M. E. kann man mit der Repräsentativumfrage wenig anfangen, da es einfach zum großen Teil an der Spielerschaft vorbei geht.


    EDIT: der Anteil der Frauen die gespielt und wieder aufgehört haben liegt bei 16,60%, und aktive weibliche Teil, der noch spielt bei 11,36%. Sieht also noch männlicher aus.

  • Wir haben ein paar mal in unseren Runden die Situation gehabt, dass jemand abgesprungen ist und wir Ersatz brauchen. Hier haben sich dann wirklich zu 80-90% würde ich sagen Männer gemeldet

    Das stimmt, wobei ich Gesuche schrieb und vor allem auf existierende Gesuche hin anschrieb, und die stammten größtenteils von Männern.

    Dennoch lief es immer darauf hinaus, dass über solche Gesuche und andere Wege, neue Spieler*innen zu finden, da stets Frauen bei waren, die die Gruppen auf einem ordentlichen Frauen-Anteil hielten, die stammten eher selten aus meinem Bekannten- oder Freundeskreis.

  • Erschwerend kommt hinzu, dass wir bei den 40% die Rollenspiele betreiben, nicht wissen wie hoch dort wiederum der männliche Anteil ist (Anmerk. könnten ja wieder an die 80% sein ;) ). M. E. kann man mit der Repräsentativumfrage wenig anfangen, da es einfach zum großen Teil an der Spielerschaft vorbei geht.

    Das ist auf der achten Seite ja schon nach Geschlecht aufgeschlüsselt. 17,9% der Männer spielen aktiv und 11,3% der Frauen. Multipliziert man das mit den Geschlechteranteilen, kommt man zumindest näherungsweise an die Werte auf Seite 7. Analog dazu bei den Leuten, die schon mal früher P&P Rollenspiele gespielt haben. Näherungsweise vermutlich, weil der Geschlechteranteil nicht in jeder Teilgruppe gleich ist. In der Hinsicht habe ich eigentlich kein so großes Problem damit. Ich denke es ist wirklich eher die Krux, dass die Grundgesamtheit für die tiefergehende Frage, wie sich die Rollenspielerszene zusammensetzt einfach zu gering ist. Es reicht um einen Eindruck zu bekommen wie es in der Gesamtgesellschaft vertreten ist, aber bei so relativ kleinen Zahlen wirklich aktiver Spieler, halte ich die Aussagekraft innerhalb der Teilgruppe für zu gering. Es gibt ja in der Stochastik sonst durchaus Dinge wie Konfidenzintervalle oder andere Methoden anhand denen man ein Gefühl bekommt wie zuverlässig noch die Datenbasis ist oder mit welchen statistischen Fehlern man rechnen muss. Der wäre hier vermutlich relativ hoch bzw. das Intervall weit.


    EDIT: Habe jetzt die Editierung erst gesehen. Der erste Abschnitt hat sich damit ja teilweise erledigt. Ich möchte aber noch anmerken, dass das Verhältnis bei den aktiven Spielern z.B. bei 61,2% Männern und 38,8% Frauen liegt und somit hier eine wesentlich höhere Frauenquote als in der anderen Umfrage vorliegt.


    Ansonsten bleibe ich aber dabei, dass die Repräsentativumfrage statistisch erst mal der um einiges sinnvollere Ansatz ist. Eine Umfrage, bei der jeder teilnehmen kann hat einfach zu viele Probleme. Wenn ich die Leute erst einmal über ein Online Panel rekrutiere, habe ich schon den ersten Verzerrungsfaktor drin. Männer nutzen statistisch betrachtet das Internet häufiger als Frauen. 94% zu 88%. Nächste Frage wäre ob das auch für die Gruppe der Rollenspieler*innen gilt. Dann müsste ich herausfinden ob diejenigen, die das Internet nutzen auch ein anderes Surfverhalten haben. Gehen rollenspielende Männer und Frauen, die das Internet nutzen, zu gleich hohen Anteilen auf die Seiten in denen die Umfrage präsentiert wird? Füllen Männer und Frauen, die das Internet nutzen und diese Seiten ansteuern mit gleicher Wahrscheinlichkeit einen Fragebogen aus?


    Kenne ich die Antworten auf diese Fragen, kann ich das auf meine Ergebnisse anwenden. Ansonsten hat man halt immer eine Ungewissheit drin, die dafür sorgen könnte, dass die Werte nachher doch signifikant abweichen.


    Das stimmt, wobei ich Gesuche schrieb und vor allem auf existierende Gesuche hin anschrieb, und die stammten größtenteils von Männern.

    Dennoch lief es immer darauf hinaus, dass über solche Gesuche und andere Wege, neue Spieler*innen zu finden, da stets Frauen bei waren, die die Gruppen auf einem ordentlichen Frauen-Anteil hielten, die stammten eher selten aus meinem Bekannten- oder Freundeskreis.

    Klar. Das Endergebnis führt natürlich zu einer relativ ausgeglichenen Gruppe bei uns. Vermutlich haben wir aber insgesamt 3 mal so viele Rollenspieler wie Rollenspielerinnen dabei kennen gelernt, was halt eher zu der Theorie passt, dass es einen deutlichen männlichen Überhang gibt. Sonst wären ja die Gesuche vermutlich auch ausgeglichener. (Es sei denn wie im vorherigen Absatz angemerkt, dass Männer viel häufiger solche Portale nutzen als Frauen ;))

  • Ich möchte aber noch anmerken, dass das Verhältnis bei den aktiven Spielern z.B. bei 61,2% Männern und 38,8% Frauen liegt und somit hier eine wesentlich höhere Frauenquote als in der anderen Umfrage vorliegt.


    Nicht ganz. Wenn du die Zahlen so vergleichst, musst du berücksichtigen, dass 52,58% der Befragten weibllcih waren und 46,63% männlich. Also wären hier vielleicht ein1/3 weiblich. Aber wie du sagst sind hier zu wenig befragt. Bei den Umfragen der Spieler sind über 7.000 Teilnehmer. Gleichzeitig schreibt SirAnArcho das ähnliche Zahlen aus Umfragen in der Vergangenheit enstanden sind, so dass ein Kern Wahrheit vorhanden sein sollte.


    Vermutlich haben wir aber insgesamt 3 mal so viele Rollenspieler wie Rollenspielerinnen dabei kennen gelernt, was halt eher zu der Theorie passt, dass es einen deutlichen männlichen Überhang gibt

    Tjo. Als doch ein eher männliches Hobby? (ohne Wertung)

  • Vorbild sind die Eltern ... aber darum dürfen sich Psychologen kümmern - und die sind ja nicht unser Thema (obwohl Was ist Intelligenz? interessant ist).


    Frsge wäre, wie viele Männer oder Frauen machen überhaupt bei Umfragen mit? Das fängt ja schon damit an wie hoch in diesem Forum der Frauenanteil wäre, bei solchen Umfragen ... und der kommt mir sehr gering vor. Würde die Schattenkatze nicht hier immer herum schleichen, würde ich fast glauben wir hätten gar kein Weibvolks anwesendt. Aber ist das so?


    Es scheint aber je Älter die Spieler werden um so höher steigt die Frauenquote; denn oft - so las/hörte ich - zog der Freund/Ehepartner sie mit ins Hobby hinein - oder lernten sich gar daddurch kennen.

    Aber in der Anfangszeit (also irgendwo zw. 14-20 Jahren) überwiegen die Bube. Das haben bereits die Boten-Umfragen (!) damals ergeben; und niocht jder DSAler las regelmäßig den Boten (ich auch nicht).

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Nicht ganz. Wenn du die Zahlen so vergleichst, musst du berücksichtigen, dass 52,58% der Befragten weibllcih waren und 46,63% männlich. Also wären hier vielleicht ein1/3 weiblich. Aber wie du sagst sind hier zu wenig befragt. Bei den Umfragen der Spieler sind über 7.000 Teilnehmer. Gleichzeitig schreibt SirAnArcho das ähnliche Zahlen aus Umfragen in der Vergangenheit enstanden sind, so dass ein Kern Wahrheit vorhanden sein sollte.

    Jein. An der Umfrage nahmen ja mehr Frauen teil bzw. wurden ausgewählt, weil in der Grundgesamtheit unserer Gesellschaft es mehr Frauen als Männer gibt und damit erst mal ein höherer Frauenanteil ja grundsätzlich schon zu erwarten ist. Aber ja. Das Verhältnis stimmt nicht ganz. Eine vollkommen repräsentative Umfrage hätte da keine bzw. eine wesentlich geringere Differenz. Dürfte wahrscheinlich dann so ungefähr bei 63% zu 37% liegen, wenn ich die Übertragung auf 51% zu 49% im Kopf überschlage. Bleiben aber halt andere methodische Probleme die ich da sehe.


    Ich möchte auch gar nicht widersprechen, dass es ein eher männliches Hobby ist. Habe ich ja auch als These so aufgestellt und entspricht insgesamt den Erfahrungen, die ich mit Rollenspielgruppen gemacht habe. Ich will nur sensibilisieren, dass man mit Umfragen vorsichtig sein muss, die nicht darauf achten repräsentativ zu sein. Selbst wenn ich mehrere davon habe, kann ich z.B. immer wieder die gleiche Verzerrung drin haben. Ich habe mir die von SirAnArcho genannten Umfragen jetzt nicht im Detail angeschaut. Der Anteil an Spielerinnen könnte sich aber hier z.B. nur scheinbar erhöht haben, weil in den 2000ern im relativen Verhältnis viel mehr männliche Internetnutzer da waren und sich im Laufe der Zeit dann die Differenz hier verringert hat. Mit Sicherheit lässt sich das hier leider nicht so wirklich sagen. Oder war da auch eine repräsentative Umfrage mit gut überprüfbarer Methodikdarstellung und Datenbasis dabei?


    Insgesamt deuten halt zumindest einige Erklärungsansätze und das vorhandene Datenmaterial klar auf einen männlichen Überhang, aber ich würde jetzt nicht die Hand dafür ins Feuer legen wie groß dieser ist.


    EDIT: Falls dies mit dem Datenschutz konform ist, wäre eine Aufstellung für den Orkenspalter schon interessant. Auch wenn ich da neben Schattenkatze doch viele weitere sehe. Zumindest auf der ersten Seite der Mitgliederliste ist es ungefähr ein Drittel, auch wenn das natürlich alles andere als repräsentativ sein muss.

  • Würde die Schattenkatze nicht hier immer herum schleichen, würde ich fast glauben wir hätten gar kein Weibvolks anwesendt. Aber ist das so?

    Keineswegs, es gibt hier so einige weibliche Spielerinnen, die auch regelmäßig on sind und sich beteiligen. Auch schon vor 20 Jahren

    Wenn ich mich auf den Orkenspalter CT (Community Treffen) umschaue, sind zwar schon (deutlich) mehr Männer als Frauen da, aber auch mehr als ein paar wenige Frauen.

  • So kann man(n) swich täuschen :)

    War ist, das der männliche Anteil am Rollenspiel wohl größer ist ... wie groß - ist das wichtig.

    Hier im Nordne hba ich immer das Gefühl das es wenige/kaum DSAler gäbe als im märchenhaften Süden - auch wenn die NordCon immer stark beuscht wurde, wobei der Zulauf beim LARP zunimmt - und die Damne sich dezent im Hintergrund hält, während die Buben sich auf der Schlachtenwiese schlagen!
    (Oh, auf einen meiner Fotos von 2013 scheint auch W2eibsvolk auf der Weise herumzulaufen - bestimmt nur Perianeheilerinnen. ;) )


    Fantasy galt lange als männliches Gebiet, bis die ersten Autorinnen den Blickwinkel veränderten und nicht nur für Männer schrieben, u.a. Mario Zimmer-B. (weswegen ich ihre Romane nicht mag).

    Schon Conan-Cover zeigen ein klares Bild: Ich Muskelmann, du leichtbekleidete Prinzessin!

    Oder so: https://www.youtube.com/watch?v=Q7wjqtTnegE (Im Film kommen nur 4 Frauen vor, die herummaulende Mutter Nekrons, die entführte Prinzessin, ihre kurzlebige Lehrerin, und eine olle Hexe.)

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    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Ich habe mir die von SirAnArcho genannten Umfragen jetzt nicht im Detail angeschaut. Der Anteil an Spielerinnen könnte sich aber hier z.B. nur scheinbar erhöht haben, weil in den 2000ern im relativen Verhältnis viel mehr männliche Internetnutzer da waren und sich im Laufe der Zeit dann die Differenz hier verringert hat. Mit Sicherheit lässt sich das hier leider nicht so wirklich sagen. Oder war da auch eine repräsentative Umfrage mit gut überprüfbarer Methodikdarstellung und Datenbasis dabei?

    Der Anteil an Spieler*innen hat sich in den letzten Jahrzehnten leider nur minimal erhöht. Ich habe deshalb weiter vorne im Faden eher sarkastisch auf die Erhöhung hingewiesen. ;) Die von mir erwähnten Studien sind unterschiedlicher Qualität, waren aber durchaus eher größer angelegt und inhaltlich umfangreich. Die große DSA-Umfrage (2011) veröffentlichte auf Nachfrage die Studienergebnisse, stellte aber nicht die Datensätze zur Verfügung. Ich schließe deshalb Verzerrungen nicht aus. Wie ich ja schon angedeutet habe, werden Frauen imho von den Umfragen nicht erreicht. Vor 10 bis 20 Jahren gab es tatsächlich noch nachweisbare geschlechtsspezifische Unterschiede im Nutzungsverhalten des Internets uvm. Manche Aspekte wurden in dieser Diskussion bereits in Form von individuellen Erfahrungen erwähnt.


    Am wichtigsten finde ich das Thema Identifikation. Einige Studien stellten die Eingangsfrage (frei zitiert, aber ging genau in die Richtung): "Bist du Rollenspieler?". Das konnten selbst Menschen mit Spielerfahrung nicht so einfach bejahen, da sie sich nicht damit indentifzieren konnten. Aus der Forschung zu gesellschaftlichen Szenen weiß man, dass Männer eher dazu neigen ihre Identität über eine Gruppenzugehörigkeit zu definieren. Und meine qualitativen Forschungen haben das gleiche Ergeben. Frauen neigten sogar dazu, zu negieren, dass es eine Rollenspielerszene gäbe.


    Das hat man in der vorliegenden Studie anscheinend besser gemacht und das Ergebnis ist trotzdem "das Gleiche".


    Trotz der hier beschriebenen, unterschiedlichen Erfahrungen kann ich jedoch aus meinen eigenen Erfahrungen bestätigen, dass der überwiegende Teil der Spielerschaft aus Männern besteht. Und ich habe wahrscheinlich schon mit 100 Menschen oder mehr gespielt. Vielleicht sind es keine 16%, aber mehr als ein Drittel werden es kaum sein. Ich glaube, dass Frauen-Gruppen oder starke weibliche Einzelpersonen eher die Wahrscheinlichkeit hervorrufen, dass sie weiblichen Nachwuchs "rekrutieren". Wie wir ja auch aus derartigen Studien und unserer eigenen Vita wissen, wird der Erstkontakt zum PnP-Hobby über persönliche Bezüge zu den Spieler*innen hergestellt (Freundeskreis, Studien-Abeitskolleg*innen, Family usw.). Es ist ja selten so, dass jmd sagt: "Ich hatte überhaupt keine Ahnung was das ist, aber ich fand das Artwork so schön und dann hab ich nachgeforscht und mehrstündige Podcasts über Rollenspiel angehört, bis ich bereit für meine erste Gruppe war."


    Ich glaube, dass einige Frauen so vehement in diesem Faden reagieren, weil die Überschrift "dominieren" lautet. Das triggert nämlich, wenn man sich ständig als Frau behaupten muss (selbstw enn es sicherlich ncith so gemeint war).

    Und aus dem Chaos sprach eine Stimme: ´Lächle und sei froh, denn es könnte alles viel schlimmer kommen.` Also lächelte ich, war froh und es kam schlimmer...


    Im Balash gibt es auf alle Waren 19% Mherwed-Steuer

    Edited once, last by SirAnArcho ().

  • Das entspricht meiner einmaligen Beobachtung; im Bekanntenkreis hatte eine Freudin Lust ein RPG zu spielen und überedete paar Freundinnen ... und mich. Ich war als Kerl eindeutig in der Unterzahl. ^^ Wie viele solche frauendominierenden Gruppen geben mag, die sich wirklich nur zum Spiel treffen, und keine D&D/DSA-Roamne, den Boten lesen, noch Cons besuchen, wird ja bei Umfragen nicht erfaßt - weil nicht erreichbar.

    Und um ehrlcih zu sein, ich hätte wohl damals bei den Boten-Umfragen nicht mitgemacht. Ich bin kein Feund von Umfragen; oft entscheidet schon die gezielte Frage die Antworten.


    Vielleicht stekct in dieser frechen NERD-Folge doch mehr Wahrheit als wir nicht wissen möchten - und diese RPG-Gruppe zeigt den -hust- deutschen Durchschnitt; immerhin ist bei vier Personen eine Frau an Bord. ^^ (https://www.youtube.com/watch?v=NXoW-TDzcFU , ab 6:37 - aber wer die Folge tatsächlich nicht kennt sollte sie einmal komplett gucken :) Ich liebe die Folge.)

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    Edited once, last by zakkarus: Bernd ().

  • Ich glaube, dass einige Frauen so vehement in diesem Faden reagieren, weil die Überschrift "dominieren" lautet. Das triggert nämlich, wenn man sich ständig als Frau behaupten muss (selbstw enn es sicherlich ncith so gemeint war).

    Fall sich das "vehement" mit auf mich beziehen sollte: Ich argumentiere dagegen, dass das so pauschalisiert dargestellt wird. Ich habe von Anfang an meiner Rollenspielzeit und durchgehend über zwei Jahrzehnte andere Erfahrungen gemacht, und wäre ich nicht in Foren aktiv geworden, in denen sich recht schnell herausstellte, dass in der Tat Rollenspiel-Gruppen insgesamt betrachtet größtenteils männlich besetzt sind (von mir hier vor über mehr als 10 Jahren festgestellt - also der Fakt an sich ist nun wirklich unbenommen), wäre mir das womöglich erst Jahre später bewusst geworden. Es geht auch anders, und das nicht nur in (seltenen) Ausnahmekonstellationen.

    Außerdem bin ich dagegen, irgendwelche "Mädchenkram-Dinge im schönsten Sinne" (die Anführungszeichen stehen da jetzt nicht primär als Zitat-Anleihe, aber die Formulierung ist halt recht prägnant) reinzubringen, um dadurch potenziell mehr Frauen als Spielerinnen zu gewinnen. In dem Punkt ließe ich mir auch ein "vehement" attestieren, glaube ich. ;)

    Und ein zwei andere Dinge sehe ich auch anders, aber das waren die, die hier nicht so recht Thema sind.

  • In dem Punkt ließe ich mir auch ein "vehement" attestieren, glaube ich. ;)

    Vehemenz ist nicht unbedingt etwas schlechtes ;) . Ich bin leider bei meinen letzten Sätzen (sieht man wahrscheinlich an der rEchtschreibung) unterbrochen worden.


    Ich fand es nur so spannend, dass einige Frauen, auch du Schattenkatze , sagen, dass es mehr Frauen in der Spielerschaft gäbe, auch wenn die Zahlen etwas anderes sagen. Und da bin ich voll bei dir. Es gibt wahrscheinlich wirklich mehr als die 11 bis 18%, je nach alter der Studie. Und dass Frauen generell keine Geschlechtsstereotypen - auch nicht bei den Spielinhalten - erfüllen müssen, unterstütze ich genau so. Das sollte man aus früheren Threads von mir kennen... ;)


    Ich vermute nur, das snur sehr aktive Spielerinnnen mit Erfolg weiblichen Nachwuchs generieren können und zwar ausschließlich über den direkten Kontakt. Ob z.B. Mhaire mehr Spielerinnen anzieht, weiß ich nicht. Da kenne ich mich zu wenig mit Influenzer-Mechanismen aus. Als weibliche Indentifikationsfigur hat sie sicherlich Einfluss, aber so funktioniert der dauerhafte Zugang zu unserem liebsten Hobby eher nicht, sondern viel mehr über persönliche Beziehungen.

    Und aus dem Chaos sprach eine Stimme: ´Lächle und sei froh, denn es könnte alles viel schlimmer kommen.` Also lächelte ich, war froh und es kam schlimmer...


    Im Balash gibt es auf alle Waren 19% Mherwed-Steuer

  • Bei der ganzen Diskussion sollte man sich vielleicht mal daran erinnern, das es schon in den allersten Rollenspiel-Runden Spielerinnen gab. Und da ist es wirklich egal, von welchem Rollenspiel wir reden. D&D, T&T, Midgard, DSA ... Es ist wirklich egal von welchen Rollenspielen wir reden, Frauen waren da immer beteiligt.

  • Oohhh ... auch die Frauenfrage wurde bei D&D früh und oft gestellt. So beschwerte sich 1980 eine Leser/Spielerin das D&D zu 'Male oriented' sei.


    2001 folgte ein ganzseitiger Artikel zur Frage : PC or not PC.
    Oder wie es groß im Text stand: Wenn Sie kein Interesse an D&D haben, wird kein noch so großer Appell an Ihre sexuelle Orientierung daran etwas ändern.

    Auch bei D&D hat man bemekrt das erst im "Alter" mehr Frauen - durch männl. Partner (oder Papa) RPGs spielen.

    "Im Großen und Ganzen spielen Frauen immer noch nicht D&D.." - trotz diverser Anpassungen seit 2nd.

    Ein Zwischenfazit: "Die Vorliebe von weiblichen Spielern für einen bestimmten Spielstil und für bestimmte Spiele, die diesen Stil fördern, deutet darauf hin, dass es echte psychologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt." - und RPGs, speizell D&D, sind sehr kampforientiert.

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • und RPGs, speizell D&D, sind sehr kampforientiert.

    Daher mag ich D&D weniger und unsere DSA Runden kämpfen auch eher selten. ?(


    Spaß beiseite, einer meiner Mitspieler hat Rollenspiel mit Theater verglichen und prompt das Interesse einer ehemaligen Mitspielerin geweckt.

    Allerdings war diese auch schon um die 30.

    In unserer damaligen Unirunde hatte ich mal über eine Stunde auf ein Mädel eingeredet, bis sie mitgespielt hat. Sie sagte danach, wenn du nicht so eindringlich darauf bestanden hättest, wäre ich nicht gekommen. Besagte Spielerin hat bis zur Auflösung der Runde nach Studienende mitgespielt.

    Vielleicht müssen wir uns einfach mehr um die Damen bemühen...

  • Ist ja auxh so etwas - paar Kollegen machten mal über gut 3 Jahre regelmäßig Krimidinner (mit Bekleidung); machte allen (Buben wie Mädels) Spaß ... und dabei Verkörpert man ja vorgeschriebene Charaktere ... ich durfte einmal einen brummigen Landwirt, und einmal Rasputin geben. :)

    Aber das FRPG ist einmal länger, selten reicht ein Abend aus, regelnerviger (da ist Krimidinner wirklich reines RPG), meistens kämpftlästiger und heroischer.

    Das spricht nicht alle an - egal ob Männlein oder Weiblein.

    Und was dieses "bemühen" angeht, so etwas ähnliches stand ja bereits im Boten ;)

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Ein Zwischenfazit: "Die Vorliebe von weiblichen Spielern für einen bestimmten Spielstil und für bestimmte Spiele, die diesen Stil fördern, deutet darauf hin, dass es echte psychologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt." - und RPGs, speizell D&D, sind sehr kampforientiert.

    Hmmm ... mag sein.


    Wobei ich bei jungen Spielerinnen (leider) auch das "Ich spiel es als wäre es ein Computerspiel" Verhalten beobachtet habe. Wenn's auch da mehr darauf rauslief, alles mitgehen zu lassen, was nicht angenagelt war, selbst wenn die Besitzerin direkt daneben stand.


    Vielleicht ist die Monsterplätten-Phase bei Frauen im Durchschnitt kürzer.


    In der Hinsicht seh ich bei DSA aber keinen Veränderungsbedarf, man konnte in DSA 4 ja eigentlich schon sehr detailliert das Alltagsleben eines Zuckerbäckers spielen. Wieweit das für DSA 5 geändert wurde, weiß ich nicht, aber es war schon mal da.

    (Es gibt ja auch Spiele mit völlig anderer Spielmechanik, ob die mehr Spielerinnen haben?)



    Ich glaube immer noch: Der Hauptgrund für den geringen Anteil an Spielerinnen ist das Sozialverhalten der Gruppen.


    (Wenn pubertierende Jungen meinen, ihre Heterosexualität zu beweisen, indem sie das einzige Mädchen in der Gruppe prompt wieder rausmobben indem sie ihren Charakter als schwul bezeichnen, dann ist das nicht nur ziemlich widersinnige Logik, sondern auch eine gute Erklärung dafür, warum es nicht mehr Frauen gibt die DSA spielen.)

  • Ich glaube immer noch: Der Hauptgrund für den geringen Anteil an Spielerinnen ist das Sozialverhalten der Gruppen.

    Das denke ich auch. Und das ist wohl auch der Grund, weshalb der Frauenanteil damals doch sehr bald zurück ging. Das Dutrchschnittsalter der Spieler wurde geringer damit das sozialverhalten innerhalb der Gruppe frauenfeindlicher. In so ziemlich jeder Rollenspielanekdotensammlung, die man im Netz finden kann, finden sich Geschichten, die zum Teil wirklich abartig sind. Und so etwas schreckt natürlich potentielle Spielerinnen ab.

  • Ich fand es nur so spannend, dass einige Frauen, auch du Schattenkatze , sagen, dass es mehr Frauen in der Spielerschaft gäbe, auch wenn die Zahlen etwas anderes sagen.

    (Nict pauschal, denn das würde ja bedeuten, dass nict mehrheitlich Männer unter Rollenspielern zu finden wären.

    Gibt es ja auch, und es kann passieren, dass frau es gar nicht anders erlebt und kennt. Das ändert nichts an an anderen Erfahrungen und Statistiken, aber ich finde, dass das Erfahrungen und Belege sind, die auch nicht ignoriert werden sollten.



    Bei der ganzen Diskussion sollte man sich vielleicht mal daran erinnern, das es schon in den allersten Rollenspiel-Runden Spielerinnen gab.

    Und es sollte nicht vergessen werden, dass Frauen auch bei der Spiel-Entwicklung und den ersten weiteren Ausarbeitungen eines Rollenspieles mit dran gerarbeitet haben.

    Ein Zwischenfazit: "Die Vorliebe von weiblichen Spielern für einen bestimmten Spielstil und für bestimmte Spiele, die diesen Stil fördern, deutet darauf hin, dass es echte psychologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt."

    Weibliche Spielerinnen haben einen anderen Spielstil als Männer? Da könnte ich nicht mitgehen. Habe ich so auch noch nicht erlebt. Ich kenne Männer und Frauen mit ähnlichen Vorlieben wie ich und Männer und Frauen, die lieber anders spielen.