Rollenspiel - ein überwiegend männliches Hobby?

  • Die Umfrage belegt, dass Rollenspiel ein konstant männlich dominiertes Hobby ist. Warum auch immer - es ist halt einfach so.

    Nicht in meinen 22 Jahren Rollenspiel in verschiedenen Konstellationen und verschiedenen Systemen, und ich bin sehr froh drum, dass ich das nur in anderen Gruppen zuweilen lese, und auch oft genug, dass nicht oder kaum Frauen/Mädchen dabei sind. Macht ja Spaß, auch Frauen (so wie Motorradfahren oder Kick-Boxen, die auch als männlich assoziiert gelten dürften, aber das aus meinen Erfahrungswerten halt auch nicht üblicherweise immer sind).


    Ich habe übrigens bei der Umfrage auch nicht mitgemacht.


    Willkommen auf dem Orki, Beregar. :)


    In Sachen Cover-Frage habe ich mal hier weiter gemacht: RE: Der Bilderstreit - wie gut taugen DSA-Illustrationen als Quellen für den Hintergrund?

    (Ebenfalls gibt es noch das Thema in Sachen Bilder/Illustrationen: Bilder in Publikationen - Wie wichtig und kanonisch sind für euch (welche) Illustrationen?)

  • Das ist das Dilemma mit Umfragen etc.

    Die letzten großen Umfragen bei DSA waren einmal Beipackzettel in Romanen und Publikationen - da hab ich nicht mitgemacht. Und die letzte zu DSA5 ging nur um DSA - nicht wie Alt, Berufung oder Geschlecht. Es gibt Rollenspieler, die treffen sich nur in ihrer Gruppe - und der Rest interessiert nicht. Andere gehen zwar auf Cons (wo die M/W-Frage je Thema manchmal gleichstark wirkt), aber halten isch von Foren fern usw.

    Aber Mehrheitlich kann man Rollenspiele - in Deutschland - als stark männliches Hobby wahrnehmen.


    Der 58er Bote (1994) mag noch eine frech-witzige Erklärung gesucht haben; aber seitdem unterließ man diese Frage.

    Das RPG liegt fort in männl. Hand; bei ganze 7% (von 740 Teilnehmern) Weiblichkeit. Betrüblich, was vielleicht nur daran liegt, daß die DSA-Buben es nicht verstehen, die Mädels an das Hobby heranzuführen: Wir gehen mal davon aus, daß männl. DSAler eher bereits sind an einer Leserumfrage teilzunehmen.
    In den Spielrunden der Über20jährigen steigt der Frauenanteil übrigens beträchtlich.

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Erfahrungen sind individuell, Daten die auf breiter Basis erhoben werden etwas allgemeiner. Ich halte es für Möglich dass sich die Geschlechter innerhalb der Spielrunden akkumulieren.

    Wenn eine neue Spielerin die Wahl zwischen einer Spielrunde in der sich bereits bereits zwei oder drei Mitspielerinnen befinden und einer rein männlichen Spielergruppe wird sie sich eher für die erstere Wahl entscheiden und bei männlichen Spielern umgehkehrt.


    Natürlich spielen auf lange Sicht Freundschaften Interesse an verschiedenen System etc. eine übergeordnete Rolle. Dennoch sind die Geschlechterverhältnisse m E. auch heute noch ungleich gewichtet. Ich denke das ist einfach ein Fakt der im Raum steht und halte es für problematisch da irgendwas zu bewerten oder abzuleiten.


    Die spannende Frage für mich ist wie die Verlage mit diesem Ergebnis umgehen. Möchte man noch mehr Gendern um die Frauenquote und damit vielleicht die Geamtverkaufszahlen zu erhöhen - oder zieht man den Schluss dass sich das bisherige Gendern den Frauenanteil nicht signifikant erhöht hat und konzentriert sich auf die eigentliche Zielgruppe?


    Einen leichten Anstieg des weiblichen Anteils gab es meiner Erinnerung nach so ca, 2002-2003 seit dem Aufkommen des Internets. Sprich mit neuartigen Möglichkeiten des Austauschs und der Vernetzung.

  • Wenn eine neue Spielerin die Wahl zwischen einer Spielrunde in der sich bereits bereits zwei oder drei Mitspielerinnen befinden und einer rein männlichen Spielergruppe wird sie sich eher für die erstere Wahl entscheiden und bei männlichen Spielern umgehkehrt.

    Hatte ich z.B. nie, dass ich zwei zur Auswahl hatte, und die eine mehr Frauen hatten und ich die dann gewählt hatte. In unseren gemischten Runden kamen sowohl Männer als auch Frauen dazu

    Dennoch sind die Geschlechterverhältnisse m E. auch heute noch ungleich gewichtet. Ich denke das ist einfach ein Fakt der im Raum steht und halte es für problematisch da irgendwas zu bewerten oder abzuleiten.

    Absolut, das finde ich ebenfalls, allerdings, dass dass die Geschlechterverhältnisse öfter ungleich gewichtet sind, aber nicht immer. Aber etwas aus Angaben herableiten halte ich auch für schwierig, denn Umfrageteilnehmer*innen oder auch Äußerungen in Foren repräsentieren nur einen Bruchteil aller Spieler*innen.

    Zielgruppe sind mEn in jedem Fall Männer und Frauen.



    Persönlich denke ich nicht, dass das Gendern, das gerade überall Einzug findet (nicht nur in DSA 5 (DSA 4 hat damit bereits deutlicher angefangen)) etwas damit zu tun hat, dass mehr Frauen als Käuferinnen gewonnen werden möchte, sondern weil das einfach auch die aktuelle Entwicklung all überall ist.

  • Wenn eine neue Spielerin die Wahl zwischen einer Spielrunde in der sich bereits bereits zwei oder drei Mitspielerinnen befinden und einer rein männlichen Spielergruppe wird sie sich eher für die erstere Wahl entscheiden und bei männlichen Spielern umgehkehrt.

    Hatte ich z.B. nie, dass ich zwei zur Auswahl hatte, und die eine mehr Frauen hatten und ich die dann gewählt hatte. In unseren gemischten Runden kamen sowohl Männer als auch Frauen dazu

    Sich zwischen Gruppe 1 und Gruppe 2 entscheiden zu können halte ich für Luxus, der sich spielenden stellt, die schon fest im Hobby sind und gezielt auf der Suche nach einer Gruppe sind. Anfänger stellen sich doch häufiger die Frage "diese Gruppe oder gar nicht", oder?


    Eine weiterer Ansatz, der eine Häufung erklären würde, leitet sich aus der Frage ab, wann eine "erfolgreiche Einführung ins Hobby" wahrscheinlicher ist:

    1. Wenn das eigene Geschlecht in der Gruppe repräsentiert ist oder

    2. wenn ausschließlich Personen anwesend sind, deren Geschlecht man sich nicht zugehörig fühlt.


    Ich vermute ersteres.


    Um diese These zu bestätigen, würde mich in einer zukünftigen Umfrage zusätzlich zu der Frage nach dem eigenen Geschlecht eine die Frage nach der geschlechtlichen Zusammensetzung der eigenen, allerersten Rollenspielgruppe interessieren: War mein Geschlecht neben mir noch in der Gruppe repräsentiert?

  • In meinem eher kleinen persönlich bekannten Rollenspielerkreis zähle ich spontan 7 Männer und 2 Frauen (mich eingeschlossen). Kommt also schon hin, ist aber irgendwie schade.


    16 Prozent sind nämlich schon arg wenig. Wenn dem tatsächlich so wäre, gäbe es da einen großen, unerschlossenen Markt. :/

    * setzt Aluhut auf * Vielleicht gibt es ja deshalb bald ein Rahja-Crowdfunding? Um es für die weibliche Spielerschaft interessanter zu machen?

  • Vielleicht gibt es ja deshalb bald ein Rahja-Crowdfunding? Um es für die weibliche Spielerschaft interessanter zu machen?

    Mit Respekt, das dürfte sich eher an männliche Spieler wenden, wenn ich mir ähnliche Publikationen zu dem Thema betrachte.

  • Mit Respekt, das dürfte sich eher an männliche Spieler wenden, wenn ich mir ähnliche Publikationen zu dem Thema betrachte.


    Männliche Spieler zwischen 13 und 19, wenn es so ähnlich werden soll wie WdV. :/


    Eine Maßnahme, die sich in einer weiteren Reduzierung des Spielerinnenanteils niederschlagen könnte, denn Mädchen in diesem Alter werden mit einer hauptsächlich männlichen Runde, die die Größe gewisser Körperteile auswürfeln möchte, wahrscheinlich nichts zu tun haben wollen.


    Ich hätte zwar durchaus ein paar Ideen, wie man mit neuen Publikationen zum Thema Rahja das Spiel attraktiver für Frauen gestalten könnte, aber ich halte es für unwahrscheinlich, dass das passieren wird.

  • * setzt Aluhut auf * Vielleicht gibt es ja deshalb bald ein Rahja-Crowdfunding? Um es für die weibliche Spielerschaft interessanter zu machen?


    Ist das jetzt Ironie? Als Ork hab ich ne feine Nase, rieche sowas schnell...

    Nietzsche und Amazeroth - Also sprach Zarathustra (zweiter Teil):


    Was erschrak ich doch so in meinem Traume, dass ich aufwachte? Trat nicht ein Kind zu mir, das einen Spiegel trug?

    "Oh Zarathustra - sprach das Kind zu mir - schaue Dich an im Spiegel!"

    Aber als ich in den Spiegel schaute, da schrie ich auf, und mein Herz war erschüttert: denn nicht mich sah ich darin, sondern eines Teufels Fratze und Hohnlachen.

  • Für die Weibchen wäre wohl Levthan passender ... Rahjahäuser befinden sich ja bekanntlich an den Hafenpromenaden, um den Matrosen von der Arbeit abzulenken.

    DSA1-Götter war nicht gerade Frauenpower - nur Rondra durfte ausrücken, die restlichen Damen blieben lieber im Tempel.

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • * setzt Aluhut auf * Vielleicht gibt es ja deshalb bald ein Rahja-Crowdfunding? Um es für die weibliche Spielerschaft interessanter zu machen?


    Ist das jetzt Ironie? Als Ork hab ich ne feine Nase, rieche sowas schnell...

    Nee, tatsächlich nicht.

    Also ich habe natürlich keine Ahnung, was die Überlegungen der Redaktion hinter dem CF waren, da will ich nichts Falsches behaupten.

    Aber nach meinem persönlichen Gefühl ist das Rahja-CF Mädchenkram im schönsten Sinne. <3


    Für die Weibchen wäre wohl Levthan passender ...

    Hör mir auf mit Levthan, ey.... 🤢 Der ist nur für sich selbst interessant, aber ganz bestimmt nicht für Frauen.

    Aber darüber möchte ich nicht hier auch noch diskutieren. 😅

  • Naja, Rahja ist (meistens) ne Göttin, und Levthan ist ein Kerl - und macht bekanntlich mit Hexen (weiblich) herum :P

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Naja, Rahja ist (meistens) ne Göttin, und Levthan ist ein Kerl - und macht bekanntlich mit Hexen (weiblich) herum :P

    Spätestens seit den Levthangeweihten wissen wir: Levthan ist schlecht im Bett.


    Rahjageweihte gibt's auch in männlich, und sie sind nicht so egoistisch. ;)



    Um die Debatte mal aus der Gosse zu holen, Rahja steht auch für Rosen, Pferde und Schokolade. Alles Dinge, die bei Frauen sehr gut ankommen. Seit WdV sind meine Erwartungen für die Ergebnisse von Crowdfunding und Co zwar sehr niedrig, aber theoretisch könnte man mit Rahja durchaus was machen, was Spielerinnen gefällt.

  • Rahja steht seit KKO u.a. für Tanz, Gesang, der Stimulierungen der Sinne (verfüherisches Parfüm, verlockendes Konfekt - doch nicht einfache Schokolade, les mal Pratchett, da ist Konfekt tödlich!), ähm.

    Und in Myranor steht Raia mit Begriffen wie Kunst, Kreativität, Freude, Musik, Hingabe, Eskase, Liebe, Harmonie, Schönheit, Leidenschaft - Lust und Rausch - in Verbindung.

    Hesinde mag die Künste verwalten, doch Rahja ist die Muse ;)


    Und vielleicht liegt es daran das die weibl. RPGinnen nicht so laut nach Außen ihr Hobby fröhnen wie die männlichen Spieler. Beim DererGlobusProjekt meldete isch nur einmal ein Weibchen als Unterstützung an; wir etwa 8 Kerle haben sie wie einen Bruder aufgenommen ... wenig später war sie entflohen. Auch in Foren ist der anscheinliche Frauenanteil gering; dank Schattenkatze haben wir täglich hier min. 1%. Auf Cons ist der Anteil gewaltig höher.

    Ich bin mlal neugierig ... in den ersten Boten waren Clubs-Adressen abgedruckt... im Boten 1 (1985) standen 250 Clubs, etwa 6 davon von Damen. Bote 3 meldete noch 3 weitere Damen von etwa 45 Clubs.

    Aber bereits im Boten 4 verließ ihne der Mut, Null Damen. Wenigstens im Boten 13 (1987) wagten erneut 3 Damen Clubaufschrei.

    Ich finde für die Anfangszeit von DSA - wo man(n) RPG als Männerdomäne bezeichnen könnte - von Mädels gegründete DSA-Clubs vielversprechend; und wir iwssen nur von denen die im Boten abgedrukt wurden.

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Und schon wissen wir warum sich rollenspielbegeisterte Frauen aus eher männlich-pupertären Foren heraushalten.

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Aber nach meinem persönlichen Gefühl ist das Rahja-CF Mädchenkram im schönsten Sinne.

    Nicht für dieses Mädchen hier. Das mag Schwerter, Pferde und Rüstungen lieber, oder Piraten und Streuner, oder ... Das ist es, was ich am Rollenspiel mag, nicht die Aussicht auf Mädchenkram, moder was allgemein für Mädchenkram gehalten wird. :)

    Um die Debatte mal aus der Gosse zu holen, Rahja steht auch für Rosen, Pferde und Schokolade.

    Rahja steht für noch mehr. Aber Rahja(-Kirche) und inwieweit sie womöglich eine Geschichte voller Missverständnisse in manch einer Darstellung sein mag, ist ein Thema, das nicht das diese ist.

  • Nicht für dieses Mädchen hier. Das mag Schwerter, Pferde und Rüstungen lieber, oder Piraten und Streuner, oder ... Das ist es, was ich am Rollenspiel mag, nicht die Aussicht auf Mädchenkram, moder was allgemein für Mädchenkram gehalten wird. :)


    Ich bin mir ziemlich sicher, dass Pferde auch unter Mädchenkram firmieren. :P


    Und sie könnten in neuen Rahja-Inhalten tatsächlich Thema sein. :/


    Na, man wird sehen. Ich habe, angesichts der Dinge, die ich über jüngere Publikationen gelesen habe, nicht den Eindruck, dass man sich aktiv um die Spielerinnenschaft bemüht.

  • Demnach brauchen wir mehr Abentreuer und NSCs im Stile von Fluch der Karibik mit Jaaack. ^^

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Die Frage, die sich ein Rollenspiel-Verlag stellen könnte, ist ob man die Frauenquote erhöhen kann ohne die männliche Masse zu vergraulen.